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Fossil
[Erynn]
Erynn spürte irgendwann, wie das Band zwischen ihr und dem Dremora abriß. Es war kein schönes Gefühl - für einen Augenblick fühlte sie sich unsagbar allein. Doch der Moment verging ebenso schnell, wie er gekommen war. Am Rande ihres Bewußtseins bekam sie mit, daß die Kampfgeräusche verebbten und kurz darauf ganz aufhörten, hörte dann Schritte auf sich zukommen. Es klang unnatürlich laut. Die Elfin begriff auch, daß es Arranges war, der ihren Namen rief und ihren Kopf stütze, doch jetzt gerade machte er es nur noch schlimmer - allein durch diese kleinen Bewegungen, die er ihr damit aufzwang kam es ihr vor, als würden die beiden Pfeile in ihrem Fleisch brutal herumgerissen. Sie fauchte unbeherrscht und entriß sich den fürsorglichen Händen, nur um sich gleich darauf wieder zu krümmen in dem verzweifelten Versuch irgendeine Körperhaltung zu finden, die einigermaßen erträglich war.
[Arranges]
Arranges seufzte. Jetzt führ dich nicht so auf, das sind zwei Pfeile und keine Saufedern... Aber er konnte und wollte sie nicht ungünstig berühren, er wollte Schmerzen für sie vermeiden, so weit er das vermochte, aber dazu mussten auch ersteinmal die Pfeile raus... und das wiederum war nur möglich, wenn Erynn still hielt und hier jetzt keinen Aufstand machen würde. Sein erster Gedanke war der, sie schlicht und einfach kalt zu stellen, wie er es denn schonmal und besonders damals getan hatte, als er ihr den Finger abgenommen hatte. Aber er zögerte und das grüne Glimmen in seiner Hand erlosch, bevor es überhaupt erst deutlich sichtbar geworden war. Nein, das kann ich nicht... nicht mehr... Aber er selbst besaß eben auch nur zwei Hände und die würde er brauchen um die Pfeile sauber zu ziehen. Jemand würde Erynn festhalten müssen! Den Kopf hebend, suchte er nach Dreveni. 'Dreveni? Helft mir bitte.' Seine Stimme klang ehrlich bittend, jedoch ohne dass er flehte.
[Dreveni]
Arranges hatte die letzten beiden Angreifer ziemlich schnell erledigt, so konnte sich Dreveni endlich nach Erynn umsehen. Die Dunkelelfe lag mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden, aus ihrer Schulter und ihrem Oberschenkel ragten jeweils ein Pfeil. Na wunderbar. Sie sah, wie sich Erynn Arranges Händen entwand, und sich dann stöhnend auf dem Boden wand. So geht das nicht., dachte sie sich, als sie von Arranges um Hilfe gebeten wurde. Sie legte das Schwert weg, ging neben Erynn in die Knie und überlegte, wie sie die andere am besten festhalten sollte. Vielleicht sollte sie ihr einfach erstmal eins überbraten, das würde alles einfacher machen. Sie seufzte kurz, da sie sich in etwa vorstellen konnte wie Arranges reagieren würde, und beugte sich schließlich nah an Erynns Ohr: "Es wäre schön wenn ihr von alleine aufhören würdet, über den Boden zu rollen und euch festhalten lasst. Sonst muß ich das mit Gewalt machen, und das tut vermutlich noch viel mehr weh.", sagte sie fester Stimme.
[Erynn]
Die Dunmer hielt inne, als sie Drevenis Stimme dícht neben ihrem Gesicht hörte. Ihre Muskeln blieben zum Zerreißen gespannt, aber die feste Stimme der Assassinin brachte die Kriegerin wieder in die Realität zurück. Sie biß die Zähne zusammen und nickte schwach, hielt die roten Augen der Anderen für einen Moment mit ihrem eigenen Blick fest, als suche sie Halt darin. Dann drehte Erynn den Kopf wieder dem Beschwörer zu. "Ich hätte nie geglaubt, daß es... so furchtbar weh tut", brachte sie mühsam heraus.
[Arranges]
Das... war fast ein wenig zu einfach. Bemerkte er erstaunt, als Dreveni die andere ziemlich schnell ruhigstellte und das nur mit Worten. Andererseits war er jedoch auch sehr erleichtert darüber, dass keine weiteren Maßnahmen nötig waren. Aber es wird mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen, bis Gewalt nötig sein wird... Gut, wie war das noch gleich? Der Magier erinnerte sich kurz an alles, was er gelernt und vor allem, was er bei Erynn beobachtet hatte in den letzten Monaten. Messer, heißes Öl und viel Verbandszeug... 'Haltet sie gut fest.' Sagte er bestimmt zu Dreveni, während er sich zuerst den Pfeil in der Schulter besah. Die Lederrüstung hatte dem seltsamen Material Chitin... nichts entgegenzusetzen gehabt und so steckte das Geschoss nun fest in dem sauber durchschlagenen Rüstmaterial. Er langte beherzt zu und brach die beiden Pfeile jeweils einige Fingerbreit über dem Leder. Erynn zappelte und stemmte sich gegen den Griff der Assassinin, diese hatte schon damit begonnen, die Kriegerin festzuhalten, bevor Arranges noch nach den Pfeilen gelangt hatte. 'Wir haben kein Feuer...' Brummte er mehr für sich selbst, als für die beiden andern. 'Haltet sie gut fest, ich muss erst Öl heiß machen und Verbände herrichten. Erynn ignorierte er wie auch bei der Amputation komplett, es würde weder ihm, noch ihr, noch Dreveni irgendetwas nützen, wenn er auf ihr Gebaren eingehen würde. Einige Augenblicke später flammten drei der Toten aufeinandergestapelt auf und verbreiteten den widerlichen Gestank von kochendem Blut und schmorendem Fett. Aber es ging in diesem Moment einfach nicht anders. Nochmals einen Moment später steckte das kleine Tongefäß mit Erynns Waffenöl im Feuer und Arranges legte gut die Hälfte des Inhalts aller Verbandstaschen neben Erynn ab. Kurz sah er Dreveni in die Augen und gab ihr stumm zu verstehen, dass er jetzt so weit sei. Das wird unschön. Sie würden den Harnisch abnehmen müssen, bevor sie die Pfeile ziehen konnten. Ein Dolch erschien in Arranges Hand mit dem er gleich darauf einen kleinen Schnitt in das Material vom Einschussloch der Pfeile aus wegmachte, damit diese nicht unnötig von dem sie zuvor einspannenden Leder herumgezerrt werden würden. dann löste er die Schnallen an dem Kürass und nahm ihn der Dunmer so vorsichtig und so schnell, wie es ihr Gezappel zuließ, ab...
[Dreveni]
Dreveni blieb nichts weiter zu tun als Erynn festzuhalten, während Arranges seine Vorbereitungen traf. Sie verzog kurz das Gesicht als sie sah, wie er das Öl erhitzte und hatte doch kurz Mitleid mit Erynn, die keuchend in ihren Armen hing. Sie war trotz ihrer zierlichen Statur ziemlich kräftig merkte Dreveni, als Arranges die Pfeile abbrach. Als er schließlich die leichte Rüstung entfernt hatte, machte er sich an dem Pfeil in Erynns Oberschenkel zu schaffen, und Dreveni verstärkte ihren Griff noch etwas...
[Erynn]
Erynn zuckte beide Male heftig, als Arranges die Pfeilschäfte brach. Sie verstand durchaus, daß sie jetzt stillhalten mußte, schließlich hatte sie selbst es dem Beschwörer bei mehr als einer Gelegenheit gepredigt. Dennoch wollte sie gerade nichts anderes als sich irgendwohin verkriechen, Hauptsache weg von hier und von den Fingern, die sich an ihren Wunden zu schaffen machten. Dreveni hatte tatsächlich alle Hände voll zu tun, um sie festzuhalten, bemerkte Erynn in einem Winkel ihres Bewußtseins, und es tat ihr fast leid, den beiden so einen Kummer zu machen.
Mit größter Willensantrengung gelang es ihr sich ein wenig zu entpannen, nachdem Arranges ihren Kürass abgenommen hatte und das Rucken an den Pfeilresten zumindest für den Moment ein Ende hatte. Sobald jedoch Arranges die Hand an das Geschoß in ihrem Bein legte schnellte sie vor, entriß sich Drevenis Griff und versetzte dem Beschwörer mit der Rechten eine schallende Ohrfeige. "Kannst du nicht aufpassen?! Stoß das verdammte Ding durch, verflucht noch mal, und dann ziehst du es auf der anderen Seite heraus!" Mit bleichem Gesicht sackte die Kriegerin wieder zurück. "Vielleicht sind dir die Widerhaken nicht aufgefallen, aber ich merke sie recht deutlich", setzte sie matt hinzu.
[Arranges]
Achja?! Du kannst dir die Pfeile gleich selbst ziehen! So schnell wie Erynn ihm eine gewischt hatte, konnte Arranges gar nicht reagieren. Kurz funkelte er sie an, was so ziemlich die einzige Regung seit er angefangen hatte, war und blieb. Sogleich versteinerte sein Gesicht wieder. Er wartete noch einen Moment, bis Dreveni ihren Griff wieder gefestigt hatte, hob das Bein der Dunmer leicht an und stieß den Pfeil dann mit einem Ruck durch das Fleisch der Elfe. Erynn bäumte sich auf und Arranges musste beide Füße gleichermaßen festhalten um zu verhindern, dass sie ihm damit nicht gleich reihenweise die Zähne aus dem Kiefer brach oder wahlweise auch die Nase in den Kopf trieb. Es dauerte einige Herzschläge, bis sie sich wieder halbwegs beruhigt hatte. Mit einem weiteren Ruck, den Erynn aber kaum gespürt haben dürfte, zog er den Pfeil ohne großen Widerstand auf der anderen Seite aus dem Fleisch. Vorsichtig ließ er das Bein sinken, legte mit der freien Hand ein Stück Verband darunter und holte das heiße Öl. Dreveni verstand die Geste sehr wohl und man konnte recht deutlich erkennen, wie sich ihre Muskeln spannten um Erynn gleich auf dem Boden halten zu können... Mit einer beinahe abstoßenden Seelenruhe goß der Nekromant ein wenig von dem Öl in den Schusskanal, bis unten erste einzelne Tropfen den Verband benetzten. Er hatte Ohren und Augen für Erynn komplett verschlossen, konnte aber dennoch nicht verhindern, dass sich alle Nackenhaare aufstellten, als er sich für den Bruchteil eines Lidschlags bewusst wurde, was er gerade eigentlich tat. Er stellte das Tongefäß bei Seite und wickelte ein paar Lagen Verband locker um den Oberschenkel. 'So, das wäre geschafft, ich hoffe ihr habt noch Atem über, jetzt könnte es etwas hässlich werden.' Sagte er monoton, als sein Blick auf dem Weg zu Erynns Schulter die Augen Drevenis kurz streifte. Bevor er jedoch Hand an den Pfeil legte, besah er sich sehr genau den Einschusswinkel des Pfeils. Mist, genau zwischen Kugel und Pfanne...
[Dreveni]
Sie konnte einfach nicht verhindern, dass ihr Erynn einmal entkam, da sie auch noch auf die Pfeile in ihrem Körper achten mußte. Als Erynn Arranges erst einmal eine scheuerte, konnte sie sich trotz der Situation ein Grinsen nicht verkneifen, hatte Erynn dann allerdings gleich wieder fest im Griff. Sie versuchte Erynns Schreie so gut es ging zu ignorieren, als Arranges erst den Pfeil durchstach und dann das Öl hinterher kippte. Sie hoffte, dass sie bald fertig sein würden und überlegte ob sie noch Alkohol hatte und es nicht vielleicht doch gnädiger wäre, Erynn k.o. zu schlagen. Der andere Pfeil steckte unschön in Erynns Schulter und schien sich jedenfalls nicht so einfach durchstoßen zu lassen.
[Erynn]
Die Dunkelelfin wußte kaum noch wie ihr geschah, während Arranges den Pfeil zog und die Wunde versorgte. Ihr blieb nichts anderes übrig, als dem rasenden Schmerz durch schrille Schreie Luft zu machen, und dann war es plötzlich vorbei. Erynn fand sich in den Armen der Assassinin hängend wieder und spürte den kalten Schweiß, der ihr in Bächen über die Schläfen rann.
Sie preßte ihren Rücken noch fester gegen Drevenis Brust, als Arranges den Blick auf den zweiten Pfeil in ihrer Schulter legte, knurrte wie ein Tier und schüttelte wild den Kopf. "Laß es", fauchte sie mit gefletschten Zähnen. Sie starrte den Beschwörer für einige Herzschläge lang aus verheulten Augen an, und fühlte sich auf einmal, als verließe alle Kraft ihren Körper. "Bitte", flüsterte sie mit hängendem Kopf, "bitte, nicht noch einmal..."
{Arranges]
Er schaute ihr nur reglos in die Augen. Innerlich erschauderte er, zeigte davon aber nichts. Mit Dreveni zusammen drückte er Erynn mit sanfter Gewalt zunächst wieder flach auf den Rücken zurück. Der Pfeil steckt so dermaßen scheisse... Die Schulter musste gestreckt sein, wenn der Magier überhaupt eine Chance haben wollte, das Geschoss an einem Stück und ohne weitere Verletzungen zu verursachen, da herausholen zu können. Bevor Erynn auf die Idee kam, sich nochmals aufzubäumen, nahm er den betreffenden Arm, streckte ihn von Erynns Körper weg und kniete sich mit dem einen Fuß so darauf, dass das Blut zwar noch zirkulieren, sie die Extremität aber nicht mehr wegziehen konnte. Mit dem anderen Knie hielt er über ihrem Brustkorb um sie auch notfalls dort am Boden halten zu können. Jedes weitere Zappeln wurde von Drevenis Griff vorsorglich blockiert. Prüfend ruckte Arranges zunächst nur ganz leicht an dem übrigen Pfeilschaft. Der Widerstand, der sich ihm bot, war mit großer Wahrscheinlichkeit die Schulterkugel. Hervorragend... Wieder rief er einen Dolch in seine Hand und zog diesen mehrmals durch eine gleißende Flamme aus der anderen Hand. Das heiße Messer senkte er dann ohne Vorwarnung direkt am Pfeilschaft etwa einen Fingerbreit in das Fleisch der Dunmer. Er tat einen kleinen Schnitt wie zuvor bei dem Kürass und zog anschließend das Gewebe auseinander um besser sehen zu können, der leicht vom Pfeil aus der Pfanne gehebelte Knochen schimmerte ihm rötlich entgegen. Die gehärtete Spitze des Pfeils hatte sich leicht schräg genau in den Spalt zwischen Kugel und Pfanne gebohrt und dabei das Gelenk leicht auseinandergedrückt. Vergib mir, Erynn! Er langte nach dem Pfeil und bog ihn entsprechend des Verlaufs des Spalts nach oben und unten und versuchte ihn so frei zu bekommen, während er mit der anderen Hand die Haut zur Seite drückte. Knirschend schabte das Chitin über die Oberfläche der Knochen, während unter schmatzenden Geräuschen Blut aus dem Fleisch drängte und dem Beschwörer über die Finger rann. Aber Arranges gab schon nach einigen wenigen Versuchen auf, den Pfeil so ziehen zu wollen. Kopfschüttelnd nahm er die Hände wieder weg. Ein Blick in das Gesicht Drevenis verriet ihm, dass sie Erynn noch recht gut unter Kontrolle halten konnte. Dann werd ich das Scheissding wohl heraushebeln müssen... ich hatte ja gehofft, das bliebe Erynn erspart. Der Dolch fand wider in den Einsatz. Die Spitze der Schneide drang mit größter Vorsicht in den Spalt direkt neben dem Pfeil ein. Ein Knirschen und Kratzen erklang, das kaum mit Worten angemessen zu beschreiben war. Der Pfeil bewegte sich! Endlich! Nochmal stützte sich der Magier auf den Knauf des Dolches um nochmal ein bisschen weiter eindringen zu können. Er bog die Spitze der des Pfeils entgegen. Kurz verkantete sich beides am Knochen, Arranges ruckte mit grober Gewalt einmal an dem Dolch, es knackte nochmals bestialisch und in ein paar wenige große Teile brechend, kam ihm der Pfeil schließlich entgegen. Arranges besah sich kritisch die Wunde, aber das Chitin war ein so andersartiges Material, es war nicht zerbröselt, sondern nur grob zersplittert und so war auch nichts in der Wunde hängen geblieben. Er zog den Dolch und ließ ihn verschwinden. Er nahm noch immer keine Notiz von Erynn. Anhand des Blutstroms war sich Arranges ziemlich sicher, dass keine großen Blutgefäße verletzt sein konnten. Der rote Saft floss zwar unaufhörlich, doch es war zu wenig, als dass es größere Arterien hätten sein können. Vorsichtig goß er auch hier ein paar wenige Tropfen Öl nach, allerdings deutlich weniger, als noch beim Bein. Mit ruhiger Hand legte er behutsam einen sehr straffen Druckverband um die Schulter gegen den Hals der Dunmer an und erst als er mit dem Sitz des Stoffs zufrieden war, blickte er jetzt mit nicht mehr ganz abweisender Miene in das Gesicht der Elfe. Der Ausdurck darin zerriss ihm schier das Herz. Vorsichtig nahm er einen sauberen Stofffetzen zur Hand und tupfte ihr sachte die Stirn ab. Dann rückte er von ihr ab, hielt aber noch mit einer Hand ihren ausgestreckten Arm auf dem Boden. 'Passt auf, dass sie nicht sofort wieder herumhampelt.' Sagte er zu Dreveni, deutete auf den Arm und wartete, bis sie die Seite gewechselt hatte um eben selbigen zu fixieren. Er wuchtete sich auf die Beine und nahm einen Wasserschlauch zur Hand. 'Ich bin gleich wieder da...' Dann ging er ein paar Meter, nahm sich das grob blutverschmierte Kettenhemd ab, reinigte es ein wenig und wusch dann Hände und Gesicht...
Geändert von Glannaragh (17.12.2011 um 00:47 Uhr)
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