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Legende
[Arranges]
Wie Erynn hinter ihn trat, blieb von Arranges nicht unbemerkt, jedoch hatte er noch einen Moment lang gehofft, dass sie sich einfach nur kurz schweigend neben ihn stellen würde oder irgendetwas anderes, das ihn nicht hätte so zusammenzucken lassen, wie diese Frage. Sei doch einfach zufrieden, dass der Alit dich nicht zerfleischt hat! 'Ich würde meinen, dass es ein sehr starker Frostzauber war. Und wie kommst du zu der Annahme, dass ich nur Feuerzauber nutze?' Fragte er seinerseits. Und als wolle er ihre Aussage noch mehr entkräften, hob er kurz eine Hand und wirkte Frostmagie, sodass schwerer Nebel von ihr zu Boden sank wie flüssiges Eis.
[Erynn]
Die Elfin trat einen Schritt zurück, als der eisige Nebel ihr eine Gänsehaut über die Beine jagte. "Ich frag doch nur. Ich meine, ich hab dich schon viele Zauber wirken sehen, auch solche aus magischer Kälte, aber so einen noch nie." Sie zögerte kurz. Arranges heftige Reaktion war ihr nicht entgangen. "Was hast du denn?"
[Arranges]
Er ließ die Hand wieder sinken und wandte sich der Dunmer zu. Einen Herzschlag lang blickte er ihr nur scharf in die Augen. 'Einfach glücklich damit zu sein, dass der Alit auf dich als Mahlzeit verzichten musste, kannst du nicht?' Fragte er leicht genervt, dann seufzte er und sprach mit deutlich weicher Stimme, aber auch einem anderen seltsamen Unterton, als wäre er ein wenig enttäuscht von sich selbst, weiter: 'Ich habe keine Ahnung. Seit wir Morrowind betreten haben, entreissen sich regelmäßig sehr starke Zerstörungszeuber meiner Kontrolle.' Und wieder hob er die Hand und ließ elegant einen Funken um die gespreizten Finger tanzen zur Bestätigung dafür, dass es einfach nur zwei unschöne Unfälle waren...
[Erynn]
"Wie auf dem Schiff, während des Angriffs..." murmelte Erynn leise und überlegte einen Moment lang, ob sie überhaupt weitersprechen sollte. Arranges haßte es, die Kontrolle über Dinge zu verlieren und wurde in dem Falle normalerweise ziemlich wütend auf alles, was sich auf dem Nirnrund befand. "Beunruhigt dich das? Ist dir das vorher schonmal passiert?" Sie kam nicht umhin, sich Gedanken zu machen. Vielleicht war es gar nichts. Wenn aber Arranges doch nach und nach die Herrschaft über seine Magie verlor, konnte es unter Umständen für sie alle sehr gefährlich werden. Erynn folgte dem Funken mit den Augen, während sie auf eine Antwort wartete. Das kleine Flämmchen sah wirklich sehr hübsch und fast lebendig aus, so wie es sich um die Finger des Magiers schlängelte.
[Arranges]
'Genau, wie auf dem Schiff...' Bestätigte Arranges ihre Worte. Eine leichte Zornesfalte bildete sich auf seiner Stirn, während aber der Rest des Gesichts eher versteinert blieb. 'Es beunruhigt mich nicht wirklich, dass mir sehr mächtige Zerstörungszauber nicht so gelingen, wie sie eigentlich sollten, ich bin zwar sehr bewandert in dieser Schule, aber dennoch beherrsche ich sie nicht, ich dominiere sie eher... Was mir Sorgen macht, ist eher die Tatsache, dass sich wie bei dem Alit plötzlich Feuer in Frost wandelt und das mit einer Kraft, wie ich sie normalerweise nie aufbiete für derlei Zauber. So viel Energie benötige ich höchstens einmal für sehr große und mächtige Beschwörungen.' Er hob die Schultern. 'Vielleicht liegt es auch an Vvardenfell selbst und die im Unterbewusstein wieder wachgerufene Erinnerung an die Zitternden Inseln.' Vielleicht bin ich auch einfach nur eingerostet... Plötzlich schaute er der Dunmer mit einem undeutbaren Blick in die Augen. 'Bist du sehr müde?'
[Erynn]
"Müde? Nein, nicht wirklich. Wie kommst du jetzt darauf?" Die Dunmer beschloß, zunächst nicht weiter nachzufragen. Arranges schien selbst nichts genaueres zu wissen und Erynn wollte nicht riskieren, ihn doch noch zu verärgern. Allein, daß er sich bemühte ihr eine Erklärung zu liefern zeigte ihr, wie sehr der Beschwörer ihr mittlerweile vertraute. Vor kurzer Zeit noch hätte er sie für solche Worte einfach abgekanzelt und sich dann knurrig zurückgezogen. Möglicherweise lag es ja tatsächlich nur an der fremden Umgebung, die etwas in dem Magier anrührte - ihr selbst ging es ja nicht anders. "Ich hatte eben vor nachzusehen, ob ich aus dem übrigen Reiseproviant etwas Warmes hinbekomme, das zur Abwechslung mal nicht nach Staub schmeckt..."
[Arranges]
Er ließ den Funken verpuffen und die Hand sinken. 'Du wolltest kochen?' Er zog eine Augenbraue hoch. 'Und ich dachte das könntest du nur vor Wut... Nunja, aber kochen kannst du nur mit Feuer und diese lächerlichen Flämmchen,' er deutete mit dem Daumen in Richtung Lagerfeuer, 'erwärmen dir nichteinmal eine Tasse Tee so, dass man auch von warm sprechen könnte...' Bedeutungsvoll blickte er ihr wieder in die Augen.
[Erynn]
Erynn legte den Kopf schief und schürzte die Lippen. In ihren Augen blitzte es herausfordernd. "Oh. Und ich dachte es hätte andere Gründe gehabt, daß du mein Essen in Valenwald gegen die Wand geworfen hast..." Ihr Blick blieb an seinem hängen. "Was denn?" Dann dämmerte ihr, worauf er möglicherweise hinaus wollte. Langsam hob sie ihrerseits die Hand und ließ ein kleines Flämmchen daraus entspringen. Es wirkte lange nicht so elegant, flackerte und sprühte Funken, aber wenigstens blieb die Stichflamme diesesmal aus. "Ich könnte aber ein größeres Feuer machen, wenn es nötig wäre."
[Arranges]
'Wie könnte ich? Dein Essen war... genießbar.' Dann beäugte er die Flamme in ihrer Hand, die mehr mit einer kleinen Fontäne aus Licht, denn einer schönen, konstanten Flamme gemein hatte. 'So? Dann zeig doch mal, wie ein großes Feuer deiner Meinung nach auszusehen hätte.' Sagte er auffordernd.
[Erynn]
Die Elfin schluckte einmal trocken. Bisher hatte der Beschwörer noch nie Anstalten gemacht sie zu prüfen, und daß er es jetzt tat, freute sie zwar, machte sieaber auch ein bißchen nervös. Na, dann mal los... Erynn ließ den kleinen Funken stillstehen und spreizte langsam die Finger, während sie den Zauber mit ihrer eigenen Magie nährte und die Flamme langsam auf vielleicht zwei Handbreit Höhe wachsen ließ. Sehr zufrieden mit sich selbst sah sie Arranges wieder in die Augen. Im nächsten Moment fluchte sie lauthals und schlug mit der anderen Hand auf ihren brennenden Ärmel ein. "Also..." sagte sie schließlich mit etwas zerknirschtem Gesichtsausdruck und schaute der kleinen Rauchfahne hinterher, die von dem Mißgeschick übrig geblieben war, "... so ungefähr jedenfalls."
[Arranges]
Tadelnd erwiderte er ihren Blick. 'Du bist noch immer zu unkonzentriert... und das, wo du doch so gut mit dem Bogen zu sein vorgibst.' Er hob seinerseits die Hand. 'Pass auf!' Sagte er und im gleichen Moment quoll plötzlich eine sanft wabernde, sehr voluminöse Flamme aus seiner Handfläche. Einen Augenblick später formte sie sich zu einer hell gleißenden, aber regelmäßigen Sphäre um seine Hand herum. Und obwohl die Magie seine Armschiene berührte, versengte sie das Leder nicht. 'Gebiete dem Feuer, nicht umgekehrt.' Sagte er ruhig, während er sie anblickte. Dann verpuffte die Sphäre so plötzlich, dass die Luft den enstandenen leeren Raum um die Hand herum wieder mit einem Geräusch, als würde man eine Flasche entkorken, füllte. 'Versuch es nochmal - krämpel aber davor deine Ärmel zurück.' Ein Grinsen und ermutigendes Lächeln zugleich huschten über sein Gesicht.
[Erynn]
Erynn tat wie geheißen und überlegte, während sie die Ärmel aufrollte, fieberhaft, wie sie es wohl anstellen sollte das Feuer in so eine geometrische Form zu bringen. Sie würde es auf den Versuch ankommen lassen müssen. Allein die Vorstellung, das Element in eine Form zu bringen statt, wie es jeder normale Mensch oder Mer tat, einfach seine natürlichen Eigenschaften auszunutzen, war befremdlich. Etwas zögerlich rief sie die Flamme wieder in ihre Handfläche zurück und ließ sie langsam größer werden. Diesesmal nahm sie nicht für eine Sekunde den Blick von dem Zauber, um nicht wieder so ein Malheur zu produzieren wie vorhin. Dem Feuer gebieten... aber wie?
Probehalber gebot sie dem Feuer, sich in eine besimmte Richtung zu biegen. Zunächst geschah nichts, und sie versuchte es erneut, mit etwas mehr Nachdruck. Erynn bemerkte, daß sie unwillkürlich die Stirn gerunzelt hatte. Allein diese kleine Ablenkung genügte, um die Flamme wieder so weit ihrer Kontrolle zu entziehen, daß sie schlicht vor sich hinloderte, wie Feuer es eben tat. Etwas verärgert und letztendlich von Ehrgeiz gepackt konzentrierte die Kriegerin sich wieder auf den Zauber. Ganz langsam, immer nur einen Fingerbreit auf einmal, krümmte sich die Flamme um ihre Hand. Von einer Kugel war das Gebilde noch weit entfernt, hüllte ihre Finger jetzt jedoch vollkommen ein. Ein seltsamer Anblick. Eigentlich sollten die Flämmchen sie doch mittlerweile verbrennen, Feuerresistenz hin oder her...
Die Tatsache, daß der Zauber dieses eben nicht tat, hätte Erynn beruhigen sollen, aber als die Zweifel einmal gesät waren, spürte sie plötzlich die Hitze des Elements. dadurch mutlos geworden, ließ sie das Feuer schnell verpuffen, bevor sie sich daran wehtat. "Das ist schwierig", stellte Erynn fest und schüttelte ihre Hand aus. "Eine Flamme verhält sich normalerweise einfach nicht so."
[Arranges]
Er ließ bedeutsam den Atem aus seinen Lungen entweichen. Sie macht Fortschritte... mehr oder weniger zumindest. Ein komisch schwaches, aber dennoch deutliches Gefühl von Stolz breitete sich in Arranges aus, wurde aber sofort wieder von Erynns Worten gedämpft, was man seinem Gesichtsausdruck wohl auch leicht ansehen konnte. 'Tut es nicht? Nun, was macht es denn dann, wenn eine Windböe ein Lagerfeuer erfasst? Es lodert sicher nicht weiterhin einfach nur gerade gen Himmel.' Er wandte sich in Richtung Lager. 'Zudem ist es ebenfalls nicht das natürliche Bestreben von Holz, in sehr spitz zulaufender Form, möglichst schnell auf irgendetwas zu zufliegen um sein Ziel dann zu durchbohren...' Dann ging er zum Feuer zurück.
[Erynn]
Sie seufzte und blickte Arranges hinterher, als er sich entfernte und war ehrlich froh darüber, daß sie während der Krise in der Gathering nur die Schülerin für ihn gespielt hatte. Sein Geduldsfaden war jedenfalls bemerkenswert kurz. Dann stutzte sie. Wie eine Windböe? Darauf war Erynn überhaupt nicht gekommen. Bisher hatte sie sich nur auf das Feuer selbst konzentriert, nicht auf irgendwelche Einflüsse die es dazu bringen konnten, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Du machst mich fertig, Arranges. Das hättest du mir auch gleich sagen können...
Ein letztes Mal ließ sie die Flamme in ihrer Hand auflodern und gebot ihr sich zu biegen, als sei ihr Wille ein Lufthauch, der sie dahin drängte, wo sie es wollte. Plötzlich war es leicht. Noch immer keine perfekte Kugel, die da vor ihr schwebte, aber das Prinzip erwies sich als einfach, jetzt, wo es sich ihr erschloß. Zufrieden betrachtete Erynn ihr Werk, bevor sie es langsam verglühen ließ. Wie es aussah, war sie doch nicht so ganz untalentiert.
[Arranges]
Er spürte das erneute Aufflammen der Magie in seinem Rücken und stoppte seine langsamen Schritte in Richtung Schlafplatz. Ein zufriedenes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er sich zu Erynn umdrehte. 'Deine Auffassungsgabe übersteigt sowohl dein magisches Talent, als auch deine Kochkünste.' Sagte er neckisch anerkennend. 'Dann kannst du ja jetzt was kochen, für deine Eintöpfe wird das Lagerfeuer ausreichen, ich will dich schließlich nicht überfordern...' Weiterhin grinsend drehte er sich wieder um und ging zum Lager zurück.
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