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Legende
Es dauerte nicht lange, als der Sturm zur Höchstform auflief und das Brüllen des Windes beinahe schmerzhaft im Kopf dröhnte. Es war nicht unbedingt heiß, aber die trockene Wärme, die der Aschesturm mit sich brachte, kroch in jede Ritze und Falte seiner Rüstung und Kleidung. Mit versteinerter Miene starrte Arranges auf das grobe Stoffgeflecht vor ihm, währed er die raue Oberfläche der Mauerüberreste im Rücken spürte. Ich bin ja gespannt, wie viel Zeit uns dieser verdammte Sturm kosten wird. Im Augenwinkel eine Bewegung wahrnehmend, drehte Arranges den Kopf zur Seite und sah, wie Dreveni der Kopf auf die Brust sank. Auch eine gar nichtmal so schlechte Idee. Dachte sich der Beschwörer, lehnte selbst den Kopf zurück an die Wand, schloss die Augen und entspannte sich ein wenig.
Der Sturm hielt an und obwohl Arranges stark bezweifelte, dass sich bei dieser Witterung jemand vor die Tür wagen würde, blieb er dennoch relativ wachsam und horchte dann und wann angestrengt in das Rauschen hinaus. Ein Gewicht, das sich etwas zu plötzlich an ihn lehnte, forderte seine Aufmerksamkeit. Erynn war wohl ebenfalls leicht eingenickt und ehe er sich noch groß etwas denken konnte, lehnte die Dunmer nicht nur mehr an ihm sondern drängte sich regelrecht an seine Seite. Die Arme im Halbschlaf seltsam verkantet und den Kopf an seiner Brust. Im Geiste fasste sich Arranges an die Stirn, während er leicht den Kopf schüttelte. Ich glaube gern, dass ich ein besseres Kopfkissen abgebe, als die steinerne Mauer der Dwemer, aber so... kann das doch nicht bequem sein... Dachte er sich, während er den Arm auf Erynns Seite frei machte, ihn unter ihren Achseln um ihre Brust legte und sie aus der etwas verkrümmten Position in eine aufrechtere zog, sodass sie jetzt leicht schräg zu ihm mit dem Rücken an seinem Oberkörper lehnte, den Kopf so, dass der Hals vom Kapuzenmuskel gestützt und ihr Schädel auf halber Höhe an dem seinen ruhte. Den Arm weiterhin unter ihren Achseln um die Schützin geschlungen, damit sie nicht wegrutschen konnte, konzentrierte sich Arranges wieder auf den Sturm, der um sie herum tobte...
Viele Stunden mussten vergangen sein, denn als das Heulen endlich deutlich nachließ, bis schließlich nur noch die gwohnte Briese durch die Aschewüste wehte, war es bereits wieder dämmrig. Arranges schlug die Plane zurück und blickte in den Himmel. Es war klar und weit im Nordosten konnte er über die Dünen der Molag Amur den Dämmerstern Azuras bereits am dunkelnden Firmament entdecken. Vorsichtig nahm er sich mit dem freien Arm die Netchledermaske vom Kopf. Die leichten Bewegungen reichten bereits, um Erynn ebenfalls zu wecken. 'Gut geschlafen?' Fragte Arranges trocken, während er sie mit sanfter Gewalt in eine aufrechte Sitzposition beförderte und sich dann selbst auf die Beine wuchtete. Seine Glieder waren steif und seine Füße eingeschlafen während dem Bemühen, sich nicht zu viel zu bewegen, um Erynn ein wenig Ruhe zu gönnen. Während er die Plane zusammenrollte, schlug auch Dreveni wieder die Augen auf.
Wenig später saßen sie alle auf einem Guar, die restlichen beiden im Schlepptau, wieder mit gemächlichem Tempo Richtung Norden reitend.
Geändert von weuze (12.11.2011 um 23:58 Uhr)
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Fossil
Erynn tat als schliefe sie, als Arranges sie in eine etwas stabilere Position rückte. Sie wollte nicht reden, nichts erklären, sondern sich einfach nur der Nähe ihres Begleiters gewiß sein in dieser Phase erzwungenen Stillstandes mitten in dem Aschsturm, der so seltsame Eindrücke in ihren Kopf pflanzte. Stumm genoß die Elfin diesen Moment wortloser Friedlichkeit. Nach einer kurzen Weile wiegte das Geräusch des Windes und der langsame, regelmäßige Atem des Beschwörers sie wirklich in den Schlaf.
Die Kriegerin erwachte von einer leichten Bewegung, zog die Netchledermaske vom Kopf und rieb sich Augen und Nasenwurzel. „Ja“, antwortete sie leise, „ich habe sehr gut geschlafen.“ Tatsächlich war sie bestens ausgeruht und es drängte sie danach, die Suche fortzusetzen. Erynn überließ es Arranges, die Plane wieder zusammenzulegen und kümmerte sich stattdessen um die Guars, zog die Sattelriemen wieder straff und wählte für sich eines der Tiere der Entführer aus, eine recht große, gut bemuskelte Echse, deren Schuppen am Rücken fast die Farbe von Eichenholz hatten. Zumindest etwas Gutes hatte dieses ganze Theater gehabt: Sie müßten sich die Reittiere nicht mehr teilen.
Erynn half Dreveni, deren Gepäck zu verstauen und auf den Guar zu klettern, ein Unterfangen, das sich als nicht ganz einfach gestaltete, jetzt da die Assassinin nur eine Hand zur Verfügung hatte. Bleibt nur zu hoffen, daß wir für die nächsten ein, zwei Tage unbehelligt bleiben, bis die Knochenbrüche wieder verheilt sind. Ich würde auf ihre Kampffertigkeiten in einem solchen Fall ungern verzichten.
Sie hielt sich, eine der erbeuteten Echsen am Führzügel, in der Nähe der verletzten Meuchlerin, bis sie sich sicher war, daß diese auch mit der versehrten Hand keine Probleme hatte, ihr Reittier unter Kontrolle zu halten.
Die Nacht brach jetzt schnell herein, jedoch war von dem Sturm weit und breit nichts mehr zu sehen oder zu hören. Die Sterne tauchten ihren Weg in bleiches, angenehmes Licht. Sie setzten ihre Suche fort, immer grob nach Norden, einer schwachen Fährte folgend. Ich frage mich langsam doch, wie wir Gumora in dieser endlosen Einöde aufspüren sollen. Wir werden mehr als nur ein wenig Jagdglück brauchen, wenn wir diesen Verräter stellen wollen...
Geändert von Glannaragh (14.11.2011 um 11:12 Uhr)
Grund: Kosmetik
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Legende
Nördliche Molag Amur
Die Nacht war beinahe windstill und der Himmel klar. Die schier endlosen Weiten, die sie jetzt umgaben wirkten nach dem Sturm und der deutlich bergigen Landschaft im Süden, eher trostlos und leer. In giftgelb verfärbten Gruben drängten sich bis ins Mark tote Bäume aneinander. Weit verstreute Felsen und Dünen aus Staub prägten das Landschaftsbild. Obwohl es eigentlich hätte bitter Kalt sein müssen, war es hier mitten in der Nacht trotzdem seltsam warm. Natürlich. Langsam aber sicher kommen wir in die Gegegend, der das Feuerland eigentlich seinen Namen zu verdanken hat. Molag Amur. Arranges hatte die Karte der Insel mehr oder weniger im Kopf behalten, zumindest einprägsame Landmarken. Und die Lavaseen, die sich ihnen bald eröffnen sollten, waren zumindest auf der alten Karte deutlich dargestellt gewesen. Der Kaiserliche schätzte, dass die Dämmerung bald einsetzen müsste. Seine Vermutung wurde bestätigt, nachdem er Azuras Stern suchte und weit im Westen gerade noch über dem Gipfel des Roten Bergs im Zentrum Vvardenfells, erspähte.
Der baldige Grauschimmer im Osten ließ die Reisenden einvernehmend stumm entscheiden, dass sie eine kurze Rast einlegten. Arranges spürte bereits das Magma, welches hier schon so dicht unter der Erdkruste floss, dass die Fußsohlen nach längerem Stehen auf dem staubigen Grund, recht warm wurden. Nach einem kurzen Moment der Ruhe setzten sie ihre Reise fort. Das zunehmende Licht lud ein, das Tempo etwas anzuziehen, sodass die Guare bald mit weit greifenden Schritten durch die Wüste jagten. Sie waren tatsächlich nicht ganz so schnell wie Pferde im gestreckten Galopp, allerdings waren sie wohl deutlich besser für die Reise durch dieses lebensfeindliche Land geeignet. Der vogelartige Körperbau sorgte dafür, dass die Wirbelsäule bei dieser Geschwindigkeit von Kopf bis Schwanzende eine beinah waagrechte Linie bildete, welche weder wippte, noch sonderlich schwankte und den Reiter somit komfortabel und trotzdem in einem sehr ordentlichen Tempo durch die Wüste beförderte.
Sie durchquerten gerade eine sehr gedehnte Senke zwischen zwei Dünen, als sich vor ihnen in einigen hundert Metern Entfernung ein bisschen zu plötzlich ein gewaltiger Lavasee auftat. Ein Strom aus gleißend rotem Licht, quer zu ihrer Richtung. Doch bildete das flüssige Feuer, welches sogar auf diese Entfernung bereits seine Hitze spüren ließ, in diesem Moment plötzlich nicht mehr länger einen in den Augen schmerzenden Kontrast zur umgebenden Aschewüste. Sonnenlicht flutete in diesem Moment von Osten her das Land, als die helle Scheibe erste Grüße über den Rand der Welt sandte. Lava und Sonne konkurrierten regelrecht darum, wer heller und heißer war.
Arranges und die beiden Dunmer nahmen automatisch das Tempo weg und wurden langsamer. Der Magier schirmte die Augen vor der viel zu plötzlich eingetretenen Helligkeit und blinzelte. Einen Herzschlag lang dachte er, etwas im Augenwinkel gesehen zu haben und wandte reflexartig den Kopf zur Seite. Blöde Idee! Dachte er sich noch. Er hatte direkt in die Sonne geschaut und noch gesehen, wie jemand... oder vielmehr etwas, mit der Sonne die Dünen herunterkam. Arranges registrierte wie sich eine nicht definierbare, schwarze Öffnung neben ihm auftat. Im letzten Moment hechtete er von seinem Guar, ein saurer Gestank schlug ihm entgegen und kurz darauf dröhnte das gequälte Knurren seines Guars in seinen Ohren, als Reißzähne, die so lang waren wie Arranges Unterarm, in die Flanke der Echse drangen und das Lasttier noch im Lauf von den Beinen holte. Dumpfes Klatschen und Knacken, das Knarzen von nachgebenden Sehnen und Knorpeln, so wie das absterbende, viel zu hohe Brummen des Guars, verriet in diesem Moment nur mit Geräuschen, wie es wohl in großem Maßstab sein musste, wenn ein Berglöwe ein Kaninchen zu Töde schleudert. Die Kraft, die den Guar ruckartig hin und her warf und ihm dabei Knochen brach und Eingeweide zermalmte, war auf beängstigende Weise über die Luft fast spürbar...
Der Nekromant hatte sich in den wenigen Augenblicken wieder auf die Beine gestemmt, jedoch half ihm das nur wenig, denn er war durch den kurzen Blick in die Sonne noch immer arg geblendet. Auf wackligen Füßen riss er sein Schwert aus der Scheide und versuchte in der Richtung, aus welcher die Geräusche kamen, etwas zu erkennen, aber alles, was er in diesem Moment sah, war eine riesen große Bestie, die nur aus Maul und Beinen zu bestehen schien. In dem Rachen, welcher mit Zähnen gespickt war, wie sie Arranges eher von Daedroths kannte, hing der mittlerweile seltsam verkrümmte und schlaffe Körper des Guars.
Er meinte noch einen Ruf von Erynn hinter sich zu hören, als einer der beiden Packguare sein Leben in einer wohl recht ähnlichen Szene auszuhauchen schien...
Alit... sie greifen mit der Sonne an?! Zur Hölle, über ihre Intelligenz hat dieser verdammte Priester kein Wort verloren! Und als hätte das Monster seine Gedanken gelesen, schleuderte es den Guar, der lächerlich klein wirkte im Maul der Kreatur, zur Seite und stellte sich mit geöffnetem Rachen dem Kampfmagier gegenüber. Lange Fäden ziehend, troff eine dunkle Flüssigkeit durch die Lücken der vordersten Zahnreihen...
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Drachentöter
Nach dem Schlaf fühlte sich Dreveni schon ein bisschen besser, die rasenden Kopfschmerzen hatten nachgelassen, auch der Schmerz in ihrer Hand war weniger störend. Gebrauchen konnte sie diese vermutlich noch die nächsten zwei oder drei Tage trotzdem nicht. Sie hatte zwar noch die Magie, aber alleine darauf verlassen wollte und konnte sie sich nicht. Sie war einfach keine Magier, so wie Arranges. Ohne große Worte ließ sie sich von Erynn auf den Guar helfen, und trotte den beiden auf dem Tier hinterher. Glücklicherweise war es auf dem Rücken der Tiere recht ruhig, als diese schneller liefen, so konnte sie sich mit einer Hand gut festhalten.
Als sie eine kurze Rast im Morgengrauen einlegten, besah sie sich die Schnitte an ihrem Arm, die durch den Heiltrank nur noch als rote Kratzer sichtbar waren, aber auch das würde wohl noch verschwinden, höchstens eine leichte helle Linie würde zurück bleiben. Langsam sehnte sie sich ausserdem nach einem Zuber Wasser oder wenigstens einem Fluß, aber das würde wohl bis Vos warten müssen. Obwohl der Dunmer aus der Dwemerruine inzwischen tot und seine Leiche weit weg war, ekelte sie sich immer noch davor, dass er seine schmierigen Finger an ihr gehabt hatte.
Schließlich machten sie sich wieder auf den Weg, und als sie die Lavaseen erreichten und die Sonne aufging, war sie genauso geblendet wie der Magier vor ihr, so dass sie den Angriff ebenfalls erst bemerkte, als der Guar schon von dem Monster zerfleischt wurde. Etwas anderes als Monster fiel Dreveni zu dem Viech nicht ein, als sie ebenfalls schnell von ihrem Guar sprang, da sie seitlich noch eine Bewegung merkte. Einer der Guars mit dem Gepäck teilte eben das Schicksal seines Artgenossens. Dreveni hatte wirklich gehofft, dass sie noch ein oder zwei Tage frieden haben würden, oder wenigstens nicht gerade von dermaßen großen Tieren angegriffen wurden. Sie wollte erst ihren Dolch ziehen, merkte aber gleich dass sie damit in ihrer Linken nicht weit kommen würde, genauso wenig wie mit ihrem Schwert in einer Hand. Inzwischen war stand der erste Angreifer mit aufgerissenem Maul Arranges gegenüber, der zweite war noch mit dem Guar beschäftigt. Ohne groß zu überlegen konzentrierte sie sich auf einen Schockzauber und warf ihn dem Tier entgegen. Der Zauber war gut und in ihm lag ein nicht unwesentlicher Teil ihrer Magie, aber sie hatte nicht das Gefühl dass sich das Monstrum von einem Anfängerzauber stören lassen würde. Es überragte Arranges um einiges, Dreveni schätzte es auf etwa zwei Meter Höhe. Das Tier brüllte empört auf, als es getroffen wurde, und taumelte immerhin auf seinen zwei häßlichen Beinen zur Seite, weg von Arranges.
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Fossil
Erynn war fasziniert von dem Anblick des Lavastroms. So schön und so tödlich, daß sie sich unwillkürlich an die Totenlande erinnert fühlte. Sie blinzelte, als ihr die Sonne in die Augen stach.
Dann wurde es hektisch. Ein, nein zwei Schatten stürmten vor der blendenden Helligkteit auf die Gruppe zu. Sie stieß noch eine Warnung aus, als auch schon eine der fremden Kreaturen in den Guar hineinkrachte, auf dem Arranges einen Augenblick zuvor noch gesessen hatte. Hinter ihr griff das zweite Wesen eines der Lasttiere an. Die Kriegerin schwang ein Bein über den kurzen, mukulösen Hals ihres Guars, den Bogen fest in der Hand, und stand schon einen Moment später sicher auf dem staubigen Boden der Molag Amur. Ein schneller Blick über die Schulter bestätigte ihr, daß der zweite Alit zumindest für eine kleine Weile noch mit seiner Beute beschäftigt sein würde und sie legte einen kurzen Sprint ein, weg von ihrem Reittier, um beide Angreifer im Blick haben zu können.
Ein Schockzauber blitzte auf, brachte eines der Biester kurz ins Straucheln. Erynn nutzte den Moment, den das Tier brauchte seine Beine wieder zu sortieren, und schickte ihm einen Pfeil entgegen.
Das Vieh war... häßlich. Das allein hätte als akkurate Beschreibung genügt. Nicht viel mehr als ein Maul auf zwei kräftigen Beinen, war es ein wendiger und effizienter Jäger, das sie schneller als auch nur einer von ihnen hatte reagieren können, in arge Bedrängnis gebracht hatte. Der Pfeil schlug knapp hinter dem groben Schädel in den Hals des Alits ein und riß ihn endgültig von den Füßen. Das scheußliche Maul schnappte ziellos auf und zu und wirbelte Massen an Staub auf, doch Erynn registirierte zufrieden, daß das Raubtier nicht wieder hochkam. Sie mußte es am Rückgrat erwischt haben und es dürfte so nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es endgültig stille lag.
Erynn schaute sich hektisch nach Dreveni und Arranges um, den nächsten Pfeil schon auf der Sehne. Beide schienen nichts abbekommen zu haben. Sie ließ das Geschoß fliegen und es schlug, unhörbar hinter dem Geknurre des anderen Alit in dessen grobknochige, guarblutverschmierte Stirn ein und blieb dort stecken, ohne einen anderen Effekt zu erzielen als den, daß das Biest den Kopf hob und die Dunkelelfin fixierte. Es schüttelte sich einmal, wobei der Pfeil, der den schweren Schädel nicht hatte durchdringen können, zu Seite geschleudert wurde wie ein Strohhalm. Erynn stutzte kurz und sah sich nur einen Herzschlag später mit zwei langen, scharfen Zahnreihen konfrontiert, die mit rasender Geschwindigkeit auf sie zukamen...
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Legende
Bevor er sich bewusst wurde, was überhaupt geschah, erreichte bereits ein Schockzauber den Alit, der sich gerade auf ihn eingeschossen zu haben schien. Hastig wählte Arranges einen Zauber und seine freie Hand hüllte sich in eine funkensprühende Stichflamme, noch während der Alit von einem Pfeil Erynns getroffen wurde. Das Biest kippte zur Seite und krachte schwer auf den Boden. So gehts natürlich auch... Dachte er und vernahm sogleich das Brüllen und Geifern der zweiten Bestie in seinem Rücken. Mit der Geschwindigkeit des Reflexes fuhr er herum. Erynn wurde von einem der Alits hart bedrängt... oder viel eher im nächsten Augenblick zermalmt, würde nicht Dreveni oder ihm ziemlich schnell etwas einfallen.
Der Magier hatte keine Zeit zum Denken, er ließ das Schwert fallen und ging mit großen Schritten auf den Alit zu, der Erynn gerade erreicht hatte. Die Arme weit von sich gereckt, wollte er gerade einen mächtigen Feuerzauber wirken... Doch plötzlich drängte Frostmagie in so gewaltigem Maße in seine Arme, dass er gar nicht wusste, wie ihm geschah. Zum Henker?! War alles, was der Kaiserliche noch denken konnte, ehe sich der Zauber beinahe von selbst ballend aus seiner Kontrolle löste. Der Alit hatte sein Maul, aus dem in weitem Bogen klumpige Gitf- und Speicheltropfen floge, aufgerissen, als er gerade nach der Schützin schnappen wollte. Tausende von armlangen Eisnadeln erschienen mit so hoher Geschwindigeit plötzlich um den Alit herum, dass man sie mit dem bloßen Auge gerade noch als gleißende Striche erkennen konnte, ehe sie in den Leib des Monsters einschlugen und selbiges in dem Moment, in dem es eigentlich durchbohrt hätte werden sollen, laut klirrend in große Teile zersplitterte, als hätte man eine Vase auf einen Steinboden geschleudert.
Was... äh... Arranges war für einen kurzen Moment nur fassungslos und blickte seine beiden Hände ungläubig an. Zur Hölle, was war das... es fühlte sich gleichermaßen falsch an, wie auf dem Schiff damals... Er zog kurz die Augenbrauen zusammen, schüttelte dann leicht den Kopf, sammelte sein Schwert ein und als er an Dreveni vorbeistapfte, nuschelte er nur ein abwesendes 'Danke!'.
'Wir sollten zusehen, dass wir hier sehr bald wegkommen, das Feuerland wird mir zunehmend unsympatischer.' Knurrte er. Bleibt nur zu hoffen, dass die Weideländer so friedlich sind, wie ihr Name verspricht. Hängte er noch in Gedanken an, als er versuchte ohne zu große Schweinerei, seine Satteltaschen von seinem toten Reittier zu lösen. Von dem Guar selbst war nur noch grob breiige Masse übrig und als Arranges kurz etwas genauer hinsah, erkannte er auch das Gift, welches im Speichel der Alit war, das sich jetzt bereits schon gähnend langsam durch das zerfetzte Fleisch arbeitete.
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Drachentöter
Kurz sah es so aus, als würde Erynn beide Angreifer töten können, der zweite Pfeil prallte allerdings vom Kopf des Tieres ab. Bevor Dreveni noch den nächsten Zauber formulieren konnte, zersprang das zweite dieser Biester plötzlich in einer Wolke aus Eis und Schnee. Sie nickte dem Beschwörer kurz zu, sie selbst wollte auch nicht länger als nötig hier bleiben. Während Erynn die übrig gebliebenen drei Guars beruhigte, sammelte sie mit Arranges Hilfe die Ausrüstung von dem zweiten toten Guar und verstaute sie am Sattel der anderen drei. Erynn half ihr auf den Guar, und sie machten sich wieder auf den Weg. Ihre Hilflosigkeit ging Dreveni zusehends auf die Nerven, und so wechselte sie auch nicht viele Worte mit ihren Begleitern.
Wenigstens konnte sie der doch recht eintönigen Umgebung etwas abgewinnen, sie konnte sogar eine gewisse Schönheit in der rauen Landschaft sehen. Die vorherrschenden Farben waren Grau, durchbrochen von dem leuchtendem Rot der Lavatümpel. Außerdem war es angenehm warm. Die Sicht wurde von schmalen, schroffen Hügeln begrenzt, so dass sie Angreifer vermutlich eher spät entdecken würden, aber sie blieben für die nächsten zwei Tage unbehelligt, in denen sie ihre Reise nur für gelegentliche kurze Rasten unterbrachen. Man konnte sogar ansatzweise auf dem breiten Rücken der Guars etwas Ruhe finden.
Am Abend des zweiten Tages entschlossen sie sich zu einer längeren Rast, um auch ihren Reittieren etwas Ruhe zu gönnen. Sie fanden eine Stelle die wenigstens von drei Seiten durch Felsen vor dem Wind geschützt war, luden das Gepäck von den Guars und entfachten aus etwas trockenem Holz dass sie unterwegs gesammelt hatten, ein kleines Feuer. Weniger der Wärme, als des Lichtes wegen, der Boden war warm genug, auf dem sich Dreveni schließlich müde niederließ. Sie zupfte an der Schiene an ihrer rechten Hand herum, langsam sollte das Gröbste verheilt sein.
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Fossil
nördliche Molag Amur
[Erynn]
Die folgenden zwei Tage vergingen ohne weitere Zwischenfälle. In stummer Übereinstimmung hatten sie sich und den Reitechsen nur wenig Ruhe gegönnt und tatsächlich jede Menge Strecke geschafft, bis sie am Abend des zweiten Tages schließlich eine längere Pause einlegten. Während Dreveni und Arranges an einer gut geschützten Stelle das Lager aufschlugen, kontrollierte Erynn die Beine der Guars, fand zu ihrer Beruhigung jedoch keine Schwellungen oder heißen Stellen. Der scharfe Ritt schien die Tiere nicht überlastet zu haben.
Nachdem sie sich dessen versichert hatte, kletterte die Elfin einen der steilen Hänge hinauf, um sich einen Überblick um die Umgebung zu verschaffen. Es war nicht leicht, aber schließlich fand sie einen Weg, der sie bis ganz nach oben brachte. Nicht weit vor ihr, im Norden, ging die Aschewüste fast ansatzlos in weites, hügeliges Grasland über. Sie hatten die schwierige Etappe durch die Molag Amur also so gut wie geschafft. Bald darauf hatte sie die Erhebung mehr rutschend als kletternd wieder verlassen und gesellte sich zu ihren Gefährten ans Feuer. Die Assassinin saß dort und betrachtete mit mißmutigem Gesichtsausdruck ihre geschiente Hand. Erynn hockte sich neben sie. „Soll ich Euch helfen, die Verbände abzumachen? Die Tränke dürften ihre Wirkung mittlerweile getan haben und mit etwas Glück braucht Ihr die Schiene schon gar nicht mehr.“
[Dreveni]
Sie beobachtete wie die andere den Hügel hinaufkletterte, offenbar um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Dreveni widerstand dem Impuls ihr zu folgen, da es mit einer Hand vermutlich reichlich unelegant geworden wäre, wenn sie ausrutschen würde. Als Erynn sich schließlich neben sie setzte, hielt sie ihr die geschiente Hand hin. Schmerzen hatte sie keine mehr, sie hoffte nur dass sie die Finger auch noch bewegen konnte, aber die Gelenke hatte es eigentlich nicht erwischt. "Ich denke das Gröbste ist verheilt.", sagte sie deshalb zu Erynn. "Wie sieht es von da oben aus?", fragte sie nach ein paar Sekunden noch.
[Erynn]
Erynn nahm Drevenis ausgestreckte Hand in ihre. Die Verbände waren längst nicht mehr rein, sondern von Asche und Schweiß dunkel verfärbt. Die Kriegerin schnitt die Knoten auf und wickelte die Leinenstreifen ab. "Von dort oben aus kann man ziemlich weit ins Land hineinsehen. Vielleicht fünfhundert Schritte von hier, wie ein Vogel fliegt, verändert sich die Landschaft komplett. Das müssen die Weidenländer sein... Von dort werden wir sehr viel leichter vorankommen als jetzt. Die Gegend ist offen, so weit wie man schauen kann, und nur ein bißchen hügelig." Sie nahm die Schienen fort und wickelte die letzte Lage Verbände ab, um danach einen prüfenden Blick auf Drevenis Finger zu werfen.
[Dreveni]
Sie hörte Erynn zu, während diese ihre Verbände abnahm. Wenigstens würden sie bald aus dieser Wüste herauskommen, dann standen die Chancen vielleicht auch ganz gut, etwas Wasser zu finden, in dem man sich waschen konnte. Als Erynn fertig war, sah sie ebenfalls prüfend auf ihre Finger. Sie sahen soweit ganz normal aus, bis auf die Abdrücke der Leinenstreifen, aber sie fühlten sich seltsam steif an. Kein Wunder, wenn sie zwei Tage festgebunden waren..., dachte sie, und hoffte dass es wirklich nur davon kam. Sie wackelte probeweise mit den Fingern und versuchte eine Faust zu machen. Das gelang ihr nicht ganz, und es tat auch ziemlich weh, aber sie merkte immerhin, dass es ihre Gelenke überlebt hatten. Sie hoffte dass sie nach der Rast wenigstens das Schwert halten konnte, hatte aber auch Angst, die Knochen gleich wieder zu brechen. "Ich denke es ist soweit in Ordnung.", sagte sie zu Erynn, allerdings klang das doch eher nach einer Frage als nach der Feststellung, die es sein sollte.
[Erynn]
Die Kriegerin zog zweifelnd eine Augenbraue hoch. "Ich kann gut verstehen, daß Ihr keine Lust mehr habt diese Binden zu tragen", antwortete sie und löste ihren Wasserschlauch vom Gürtel, um Drevenis Finger vorsichtig von dem Staub zu befreien, der sich unter den Verbänden gesammelt hatte. Unter dem Schmutz kamen einige bläuliche Verfärbungen zum Vorschein, die wahrscheinlich wilder aussahen als sie waren. "Aber 'in Ordnung' sieht anders aus. Ich sehe Euch doch an, daß Ihr immer noch Schmerzen habt. Also: Vernünftig wäre es, einen neuen Verband anzulegen, der die Knochen zumindest ein wenig stützt und sie vor versehentlichen Stößen schützt", sagte sie bestimmt. "Ihr könntet die Finger damit zumindest ein wenig bewegen und es wäre sicherer..."
[Dreveni]
Sie starrte eine Weile missmutig auf ihre Finger und versuchte noch einmal vorsichtig sie zu bewegen. Dann seufzte sie und hielt Erynn die Hand hin. Im Prinzip hatte sie ja auch recht. Sie beobachtete die andere, während sie ihr wieder die Hand verband, und überwand sich schließlich doch: "Danke. Dafür und und für die...Rettung." Bei dem letzten Teil des Satzes sah sie auch kurz zu Arranges, bevor sie die Augen auf den Boden vor sich richtete. Angebracht und schon lange überfällig war der Dank sicherlich, aber Dreveni konnte sich nur schwer dazu überwinden. Es reichte schon dass sie nicht alleine mit ihren Enführern fertig geworden war.
[Arranges]
Er hatte während der Zeit, in der Erynn die Hand der Assassinin versorgte, den größten Teil seiner Ausrüstung abgelegt um sie vom Staub und von feinem Schmutz zu befreien. Die Weideländer... endlich! Dachte er sich, als er das Kettenhemd mühsam reinigte. Das Mithril war zwar nicht rostanfällig, aber der feine Aschestaub machte sogar diesem Material dort zu schaffen, wo massive Plattensegmente wie etwa auf den Schultern auf das Ringgeflecht auflagen und so einen schmirgelnden Effekt hatten. Als Dreveni sich dann doch noch bedankte, sah er kurz auf, winkte aber dann stumm ab. Er stand auf, schüttelte das Kettenhemd noch einmal aus und legte es dann auf seine Satteltaschen. 'Seht lieber zu, dass ihr schnellstmöglichst wieder genesen seid, die nächste Überraschung am Wegesrand wird womöglich nicht nochmal so glimpflich verlaufen...'
[Erynn]
Erynn lächelte der Assassinin zu. Zu Arrganges kurzem Kommentar zuckte sie nur die Achseln. Er war und blieb nunmal ein Rauhbein. "Ich hab es gern getan. Beides." Die Kriegerin zögerte kurz, beobachtete, wie sich der Kaiserliche ein Stück entfernte, bevor sie weitersprach. "Mir... ist ähnliches passiert. Das ist auch der Grund für diese Jagd. Gumora ist derjenige, der diesen Männern verraten hat, wo sie mich finden konnten... sie sind tot, Arranges hat sie förmlich in Stücke gerissen damals. Aber das bedeutet auch, daß ich keine Rache nehmen konnte, und ohne das fürchte ich, daß ich nie wieder... so sicher sein kann wie vorher. Vielleicht wird es besser, wenn es mir gelingt, den Argonier zu stellen, wenngleich er nicht direkt beteiligt war." Sie schüttelte den Kopf. "Keine Ahnung. Aber ich weiß nicht, was ich sonst tun könnte."
[Dreveni]
Sie hörte Erynn mit unbewegtem Gesicht zu, während diese von Gumora erzählte. Sie hatte zwar gewusst, dass er sich etwas ziemlich schlimmes geleistet haben musste, wenn Erynn diesen Aufwand betrieb, ihn zu finden, aber nicht genau was. "Verdient hat er es für seinen Verrat alleine schon.", sagte sie nur leise, wärend sie hoffte, dass sie den Molch tatsächlich noch finden würden. In Cyrodiil hätte sie ihn schon längst gehabt.
[Erynn]
Die Kriegerin nickte nur, dankbar dafür, daß die Andere ihrer Geschichte zugehört hatte, dann stand sie langsam auf. Da war noch etwas, das ihr schon eine Weile zu denken gab und wonach sie den Kaiserlichen fragen wollte. "Arranges?" fragte sie leise, als sie von hinten an ihn herantrat. Er beobachtete Umgebung, den Blick auf die Hügelkette nördlich von sich gerichtet, hinter der, von hier aus unsichtbar, die Weidenländer lagen. "Ich habe mich gefragt... was war das für ein Zauber, den du auf den Alit geworfen hast? So einen habe ich zuvor noch nie gesehen. Normalerweise verwendest du bei starken Kampfzaubern eher Feuer als Frost..."
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Legende
[Arranges]
Wie Erynn hinter ihn trat, blieb von Arranges nicht unbemerkt, jedoch hatte er noch einen Moment lang gehofft, dass sie sich einfach nur kurz schweigend neben ihn stellen würde oder irgendetwas anderes, das ihn nicht hätte so zusammenzucken lassen, wie diese Frage. Sei doch einfach zufrieden, dass der Alit dich nicht zerfleischt hat! 'Ich würde meinen, dass es ein sehr starker Frostzauber war. Und wie kommst du zu der Annahme, dass ich nur Feuerzauber nutze?' Fragte er seinerseits. Und als wolle er ihre Aussage noch mehr entkräften, hob er kurz eine Hand und wirkte Frostmagie, sodass schwerer Nebel von ihr zu Boden sank wie flüssiges Eis.
[Erynn]
Die Elfin trat einen Schritt zurück, als der eisige Nebel ihr eine Gänsehaut über die Beine jagte. "Ich frag doch nur. Ich meine, ich hab dich schon viele Zauber wirken sehen, auch solche aus magischer Kälte, aber so einen noch nie." Sie zögerte kurz. Arranges heftige Reaktion war ihr nicht entgangen. "Was hast du denn?"
[Arranges]
Er ließ die Hand wieder sinken und wandte sich der Dunmer zu. Einen Herzschlag lang blickte er ihr nur scharf in die Augen. 'Einfach glücklich damit zu sein, dass der Alit auf dich als Mahlzeit verzichten musste, kannst du nicht?' Fragte er leicht genervt, dann seufzte er und sprach mit deutlich weicher Stimme, aber auch einem anderen seltsamen Unterton, als wäre er ein wenig enttäuscht von sich selbst, weiter: 'Ich habe keine Ahnung. Seit wir Morrowind betreten haben, entreissen sich regelmäßig sehr starke Zerstörungszeuber meiner Kontrolle.' Und wieder hob er die Hand und ließ elegant einen Funken um die gespreizten Finger tanzen zur Bestätigung dafür, dass es einfach nur zwei unschöne Unfälle waren...
[Erynn]
"Wie auf dem Schiff, während des Angriffs..." murmelte Erynn leise und überlegte einen Moment lang, ob sie überhaupt weitersprechen sollte. Arranges haßte es, die Kontrolle über Dinge zu verlieren und wurde in dem Falle normalerweise ziemlich wütend auf alles, was sich auf dem Nirnrund befand. "Beunruhigt dich das? Ist dir das vorher schonmal passiert?" Sie kam nicht umhin, sich Gedanken zu machen. Vielleicht war es gar nichts. Wenn aber Arranges doch nach und nach die Herrschaft über seine Magie verlor, konnte es unter Umständen für sie alle sehr gefährlich werden. Erynn folgte dem Funken mit den Augen, während sie auf eine Antwort wartete. Das kleine Flämmchen sah wirklich sehr hübsch und fast lebendig aus, so wie es sich um die Finger des Magiers schlängelte.
[Arranges]
'Genau, wie auf dem Schiff...' Bestätigte Arranges ihre Worte. Eine leichte Zornesfalte bildete sich auf seiner Stirn, während aber der Rest des Gesichts eher versteinert blieb. 'Es beunruhigt mich nicht wirklich, dass mir sehr mächtige Zerstörungszauber nicht so gelingen, wie sie eigentlich sollten, ich bin zwar sehr bewandert in dieser Schule, aber dennoch beherrsche ich sie nicht, ich dominiere sie eher... Was mir Sorgen macht, ist eher die Tatsache, dass sich wie bei dem Alit plötzlich Feuer in Frost wandelt und das mit einer Kraft, wie ich sie normalerweise nie aufbiete für derlei Zauber. So viel Energie benötige ich höchstens einmal für sehr große und mächtige Beschwörungen.' Er hob die Schultern. 'Vielleicht liegt es auch an Vvardenfell selbst und die im Unterbewusstein wieder wachgerufene Erinnerung an die Zitternden Inseln.' Vielleicht bin ich auch einfach nur eingerostet... Plötzlich schaute er der Dunmer mit einem undeutbaren Blick in die Augen. 'Bist du sehr müde?'
[Erynn]
"Müde? Nein, nicht wirklich. Wie kommst du jetzt darauf?" Die Dunmer beschloß, zunächst nicht weiter nachzufragen. Arranges schien selbst nichts genaueres zu wissen und Erynn wollte nicht riskieren, ihn doch noch zu verärgern. Allein, daß er sich bemühte ihr eine Erklärung zu liefern zeigte ihr, wie sehr der Beschwörer ihr mittlerweile vertraute. Vor kurzer Zeit noch hätte er sie für solche Worte einfach abgekanzelt und sich dann knurrig zurückgezogen. Möglicherweise lag es ja tatsächlich nur an der fremden Umgebung, die etwas in dem Magier anrührte - ihr selbst ging es ja nicht anders. "Ich hatte eben vor nachzusehen, ob ich aus dem übrigen Reiseproviant etwas Warmes hinbekomme, das zur Abwechslung mal nicht nach Staub schmeckt..."
[Arranges]
Er ließ den Funken verpuffen und die Hand sinken. 'Du wolltest kochen?' Er zog eine Augenbraue hoch. 'Und ich dachte das könntest du nur vor Wut... Nunja, aber kochen kannst du nur mit Feuer und diese lächerlichen Flämmchen,' er deutete mit dem Daumen in Richtung Lagerfeuer, 'erwärmen dir nichteinmal eine Tasse Tee so, dass man auch von warm sprechen könnte...' Bedeutungsvoll blickte er ihr wieder in die Augen.
[Erynn]
Erynn legte den Kopf schief und schürzte die Lippen. In ihren Augen blitzte es herausfordernd. "Oh. Und ich dachte es hätte andere Gründe gehabt, daß du mein Essen in Valenwald gegen die Wand geworfen hast..." Ihr Blick blieb an seinem hängen. "Was denn?" Dann dämmerte ihr, worauf er möglicherweise hinaus wollte. Langsam hob sie ihrerseits die Hand und ließ ein kleines Flämmchen daraus entspringen. Es wirkte lange nicht so elegant, flackerte und sprühte Funken, aber wenigstens blieb die Stichflamme diesesmal aus. "Ich könnte aber ein größeres Feuer machen, wenn es nötig wäre."
[Arranges]
'Wie könnte ich? Dein Essen war... genießbar.' Dann beäugte er die Flamme in ihrer Hand, die mehr mit einer kleinen Fontäne aus Licht, denn einer schönen, konstanten Flamme gemein hatte. 'So? Dann zeig doch mal, wie ein großes Feuer deiner Meinung nach auszusehen hätte.' Sagte er auffordernd.
[Erynn]
Die Elfin schluckte einmal trocken. Bisher hatte der Beschwörer noch nie Anstalten gemacht sie zu prüfen, und daß er es jetzt tat, freute sie zwar, machte sieaber auch ein bißchen nervös. Na, dann mal los... Erynn ließ den kleinen Funken stillstehen und spreizte langsam die Finger, während sie den Zauber mit ihrer eigenen Magie nährte und die Flamme langsam auf vielleicht zwei Handbreit Höhe wachsen ließ. Sehr zufrieden mit sich selbst sah sie Arranges wieder in die Augen. Im nächsten Moment fluchte sie lauthals und schlug mit der anderen Hand auf ihren brennenden Ärmel ein. "Also..." sagte sie schließlich mit etwas zerknirschtem Gesichtsausdruck und schaute der kleinen Rauchfahne hinterher, die von dem Mißgeschick übrig geblieben war, "... so ungefähr jedenfalls."
[Arranges]
Tadelnd erwiderte er ihren Blick. 'Du bist noch immer zu unkonzentriert... und das, wo du doch so gut mit dem Bogen zu sein vorgibst.' Er hob seinerseits die Hand. 'Pass auf!' Sagte er und im gleichen Moment quoll plötzlich eine sanft wabernde, sehr voluminöse Flamme aus seiner Handfläche. Einen Augenblick später formte sie sich zu einer hell gleißenden, aber regelmäßigen Sphäre um seine Hand herum. Und obwohl die Magie seine Armschiene berührte, versengte sie das Leder nicht. 'Gebiete dem Feuer, nicht umgekehrt.' Sagte er ruhig, während er sie anblickte. Dann verpuffte die Sphäre so plötzlich, dass die Luft den enstandenen leeren Raum um die Hand herum wieder mit einem Geräusch, als würde man eine Flasche entkorken, füllte. 'Versuch es nochmal - krämpel aber davor deine Ärmel zurück.' Ein Grinsen und ermutigendes Lächeln zugleich huschten über sein Gesicht.
[Erynn]
Erynn tat wie geheißen und überlegte, während sie die Ärmel aufrollte, fieberhaft, wie sie es wohl anstellen sollte das Feuer in so eine geometrische Form zu bringen. Sie würde es auf den Versuch ankommen lassen müssen. Allein die Vorstellung, das Element in eine Form zu bringen statt, wie es jeder normale Mensch oder Mer tat, einfach seine natürlichen Eigenschaften auszunutzen, war befremdlich. Etwas zögerlich rief sie die Flamme wieder in ihre Handfläche zurück und ließ sie langsam größer werden. Diesesmal nahm sie nicht für eine Sekunde den Blick von dem Zauber, um nicht wieder so ein Malheur zu produzieren wie vorhin. Dem Feuer gebieten... aber wie?
Probehalber gebot sie dem Feuer, sich in eine besimmte Richtung zu biegen. Zunächst geschah nichts, und sie versuchte es erneut, mit etwas mehr Nachdruck. Erynn bemerkte, daß sie unwillkürlich die Stirn gerunzelt hatte. Allein diese kleine Ablenkung genügte, um die Flamme wieder so weit ihrer Kontrolle zu entziehen, daß sie schlicht vor sich hinloderte, wie Feuer es eben tat. Etwas verärgert und letztendlich von Ehrgeiz gepackt konzentrierte die Kriegerin sich wieder auf den Zauber. Ganz langsam, immer nur einen Fingerbreit auf einmal, krümmte sich die Flamme um ihre Hand. Von einer Kugel war das Gebilde noch weit entfernt, hüllte ihre Finger jetzt jedoch vollkommen ein. Ein seltsamer Anblick. Eigentlich sollten die Flämmchen sie doch mittlerweile verbrennen, Feuerresistenz hin oder her...
Die Tatsache, daß der Zauber dieses eben nicht tat, hätte Erynn beruhigen sollen, aber als die Zweifel einmal gesät waren, spürte sie plötzlich die Hitze des Elements. dadurch mutlos geworden, ließ sie das Feuer schnell verpuffen, bevor sie sich daran wehtat. "Das ist schwierig", stellte Erynn fest und schüttelte ihre Hand aus. "Eine Flamme verhält sich normalerweise einfach nicht so."
[Arranges]
Er ließ bedeutsam den Atem aus seinen Lungen entweichen. Sie macht Fortschritte... mehr oder weniger zumindest. Ein komisch schwaches, aber dennoch deutliches Gefühl von Stolz breitete sich in Arranges aus, wurde aber sofort wieder von Erynns Worten gedämpft, was man seinem Gesichtsausdruck wohl auch leicht ansehen konnte. 'Tut es nicht? Nun, was macht es denn dann, wenn eine Windböe ein Lagerfeuer erfasst? Es lodert sicher nicht weiterhin einfach nur gerade gen Himmel.' Er wandte sich in Richtung Lager. 'Zudem ist es ebenfalls nicht das natürliche Bestreben von Holz, in sehr spitz zulaufender Form, möglichst schnell auf irgendetwas zu zufliegen um sein Ziel dann zu durchbohren...' Dann ging er zum Feuer zurück.
[Erynn]
Sie seufzte und blickte Arranges hinterher, als er sich entfernte und war ehrlich froh darüber, daß sie während der Krise in der Gathering nur die Schülerin für ihn gespielt hatte. Sein Geduldsfaden war jedenfalls bemerkenswert kurz. Dann stutzte sie. Wie eine Windböe? Darauf war Erynn überhaupt nicht gekommen. Bisher hatte sie sich nur auf das Feuer selbst konzentriert, nicht auf irgendwelche Einflüsse die es dazu bringen konnten, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Du machst mich fertig, Arranges. Das hättest du mir auch gleich sagen können...
Ein letztes Mal ließ sie die Flamme in ihrer Hand auflodern und gebot ihr sich zu biegen, als sei ihr Wille ein Lufthauch, der sie dahin drängte, wo sie es wollte. Plötzlich war es leicht. Noch immer keine perfekte Kugel, die da vor ihr schwebte, aber das Prinzip erwies sich als einfach, jetzt, wo es sich ihr erschloß. Zufrieden betrachtete Erynn ihr Werk, bevor sie es langsam verglühen ließ. Wie es aussah, war sie doch nicht so ganz untalentiert.
[Arranges]
Er spürte das erneute Aufflammen der Magie in seinem Rücken und stoppte seine langsamen Schritte in Richtung Schlafplatz. Ein zufriedenes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er sich zu Erynn umdrehte. 'Deine Auffassungsgabe übersteigt sowohl dein magisches Talent, als auch deine Kochkünste.' Sagte er neckisch anerkennend. 'Dann kannst du ja jetzt was kochen, für deine Eintöpfe wird das Lagerfeuer ausreichen, ich will dich schließlich nicht überfordern...' Weiterhin grinsend drehte er sich wieder um und ging zum Lager zurück.
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Fossil
Weideländer
Es gelang Erynn an dem Abend tatsächlich ein Essen zu bereiten, das trotz interessanter Konsistenz ziemlich gut genießbar war, wenngleich Arranges nicht müde wurde zu betonen, daß es in Farbe wie Beschaffenheit extrem, wie er sich ausdrückte, 'phantasievoll' sei. Es hielt ihn trotzdem nicht davon ab, ordentlich zuzulangen. Dreveni zog sich wieder etwas in ihre Reserviertheit zurück, wenngleich sie Erynn plötzlich nicht mehr ganz so kalt erschien wie bisher. Es war, als ließe die Aussicht darauf, die gefährliche Molag Amur morgen endgültig hinter sich zu lassen, sie alle etwas gelöster und entspannter werden.
Die Nacht verging ohne Zwischenfälle und sie brachen das Lager ab, noch lange bevor sich die Sonnenscheibe über die Hügelkämme östlich von ihnen geschoben hatte. Tatsächlich waren sie noch keine halbe Stunde unterwegs, bis die zerklüftete Aschewüste die drei Reisenden in das weite Grasland entließ, dessen kleine, sanfte Hügel die ganze Gegend wirken ließen wie ein in der Zeit erstarrtes, grünes Meer. Erynn mußte unwillkürlich lächeln und fühlte sich irgendwie, als hätte man sie aus einem Käfig gelassen, als sie ihren Blick über die vom Morgenlicht beschienene Ebene schweifen ließ. Ja, irgendwie hatte sie die Molag Amur lieben gelernt, aber die Wüste war... erschlagend. Vereinnahmend. Irgendwann wurde es mehr, als man ertragen konnte. Jetzt, wo sie die schroffen, skurrilen und verwinkelten Felsformationen der Amur hinter sich gelassen hatten, die irgendwelche Lavaströme vor Urzeiten geschaffen hatten, wäre die Elfin am liebsten von ihrem Guar gesprungen und vor schierer Lebensfreude einfach nur geradeaus gerannt. Sie verkniff sich diese Anwandlung und gab sich damit zufrieden, einfach nur die Sonne auf ihrem Gesicht zu genießen.
Einen halben Tag lang waren sie schon in flottem Trab im Grasland unterwegs und kamen gut voran. Vereinzelt zogen sich breite Trampelpfade durch das Hügelland, jedoch zogen sie es vor, sich querfeldein immer in Richtung Nord-Nordost zu halten, um Zeit zu schinden.
Es war früher Nachmittag, als sie die Kuppe einer kleinen Erhebung überquerten und sich plötzlich, ohne jede Vorwarnung, in einer Art Jägerlager wiederfanden. Die vier wild aussehenden, in Tierhäute gekleideten Dunmer, die um ein gerade erlegtes Kagouti herumhockten, wirkten nicht weniger überrascht als sie selbst, fingen sich jedoch als erste wieder.
Bevor auch nur einer der Neuankömmlinge reagieren konnte waren sie aufgesprungen und kampfbereit. Primitiv aussehende Bögen und Keulen erschienen in ihren Händen und sie verteilten sich zunächst in einem Halbkreis um die Gruppe aus Cyrodiil herum, doch es dauerte nur wenige weitere Herzschläge, die Dreveni, Arranges und Erynn brauchten, um von ihren Guars zu springen und ihrerseits nach den Waffen zu greifen, bis die Aschländer den Ring um die drei geschlossen hatten. Sie wirkten nicht, als hätten sie auch nur das geringste Interesse an einer Unterhaltung, bei der Worte verwendet wurden.
Erynn hob ihren Bogen. Deckung gab es nicht, also müßte sie schnell sein. Sie hatte den Gedanken kaum zu Ende gedacht, als sie einen heftigen Schlag in der linken Schulter spürte, als hätte jemand einen Stein auf sie geworfen. Mit einem Schlag wurde ihr Arm bis zu den Fingerspitzen taub und der Bogen fiel aus ihrer Hand. Verwirrt schaute sie an sich herab und starrte ungläubig auf den Pfeilschaft, der aus ihrer Schulter ragte. Was zum Henker...? Wie kannst du es wagen?! Wutentbrannt riß sie ihr Schwert aus der Scheide und machte Anstalten, sich auf den fremden Dunmer zu stürzen, der bereits einen zweiten Pfeil auf der Sehne und alle Zeit der Welt hatte, um genau zu zielen. Das Geschoß schlug in ihren rechten Oberschenkel ein und ließ die Kriegerin straucheln und auf die Knie fallen, während um sie herum der Tumult losbrach. Dann schlug der Schmerz ein.
Erynn warf den Kopf in den Nacken und brüllte all ihre Pein heraus, ebenso wie die Wut darüber, hilflos und entwaffnet am Boden zu liegen und nichts tun zu können. Was bildeten sich diese Wilden eigentlich ein, sie ohne vernünftigen Grund mit Pfeilen zu spicken? Durch den roten Nebel aus Qual spürte sie, wie sie auf die Seite kippte. Trotzdem arbeitete ihr Hirn fieberhaft an einer Lösung, bis ihr plötzlich das Smaragdamulett wieder einfiel, das um ihren Hals hing. Arranges hatte es ihr eingentlich als Abschiedsgeschenk gegeben, kurz bevor sie sich dann doch entschieden hatten, Gumora gemeinsam zu jagen. Benutzt hatte sie das magische Schmuckstück noch nie, aber Erynn wußte, welche Macht darin schlummerte. Ihre Rechte schloß sich fest um den Edelstein und nur mit dem festen Willen, die Magie darin zu wecken gelang es ihr, einen Caitiff aus dem Reich des Vergessens an ihre Seite zu rufen. Sie spürte die Gedanken des Wesens, den heißen, fast rasenden Zorn, hervorgerufen durch den Schmerz derer, die ihn in diese Existenzebene geholt hatte. Töte unsere Feinde! schleuderte sie der Beschwörung in Gedanken entgegen und rief sich ein Bild der Aschländer vor Augen um dem Daedra zu vermitteln, was sein Ziel sein sollte.
Die Dunmer hörte noch das wütende Fauchen des Dremora, als er sich den Angreifern entgegenwarf, dann schloß sie die Augen, als die Pein, welche die Pfeilwunden verursachten, sie überwältigte. Am Rande der Bewußtlosigkeit konzentrierte sich Erynn nur noch darauf, die Verbindung zu der Kreatur aus Oblivion aufrecht zu erhalten, während der Kampfeslärm um sie herum zu einem unentwirrbaren Donnern verschmolz...
Geändert von Glannaragh (12.12.2011 um 07:02 Uhr)
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Legende
Südliche Weideländer; nahe Falensarano
Eigentlich hatte sich Arranges in dem Moment, in dem er von seinem Guar hechtete und bereits sein Schwert in der Rechten hielt, eine Strategie und die dazugehördenden Formen bereitgelegt...
Doch als er Erynn plötzlich aufbrüllen hörte und sich in die Richtung wandte, aus der der Schrei kam, sah er gerade noch, wie die Krigerin auf Knien zur Seite kippte, eine Hand an ihrem Hals fest um etwas geschlossen, von Pfeilen gespickt und das Gesicht zu einer Grimasse geformt. Ein Caitiff tauchte neben ihr auf, hielt Schild und Schwert hoch erhoben. Fauchend nahm er jene ins Visier, die sie bedrohten. Arranges fühlte, wie in seinem Verstand ein Schalter von blau auf glühend rot umschwenkte.
Wie in Trance nahm er wahr, wie der Caitiff viel zu früh vor seinem eigentlichen Ziel gestoppt wurde, Ihre Gegner beherrschte wohl ebenfalls Magie und ein Untoter stellte sich dem Dremora in den Weg. Kreischend und dröhnend schlugen die Waffen aufeinander. Ein Hunger tauchte wild knurrend in vollem Sprint, aus dem Nichts neben Arranges auf und hielt auf den Wilden zu, welcher zuvor die Pfeile ebagfeuert hatte. Eine weitere Pfeilspitze in der Flanke der Bestie konnte sie jedoch nicht aufhalten. Viel zu plötzlich fand sich der Dunkelelf wieder auf dem Rücken, den Daedra über sich. Eine Hand schoss noch zum Gürtel, an welchem wohl eine Waffe hing, doch er kam nicht mehr dazu, sie zu ziehen. Fellfetzen der Kleidung, Splitter von Metallschnallen, rote Fleischbrocken und dunkle Haut flogen zur Seite weg, hastig gejagt von einer Blutfontäne zur anderen Seite, als die langgliedrigen Sichelklauen des Hungers wechselnd im Kreuz den Leib seiner Beute zerfetzten und kaum mehr übrig ließen, als unzählige blutige Klumpen und tiefe Furchen in den noch erkennbaren Knochen des nach wenigen Augenblicken zur Gänze ausgeweideten Torsos...
Arranges hatte sich derweil mit einem anderen Dunmer angelegt und in eine heftige Keilerei verstrickt. Das Blutauge war zweifelsohne schnell und wendig, doch die viel zu primitive Keulenwaffe konnte dem Kettenpanzer des Kaiserlichen nichts anhaben und so befand sich der anfangs aggressive Dunmer bereits nach dem zweiten Streicher, bei dem die Waffe nur Funken sprühend über das Mithrilgeflecht glitt, in der Defensive und musste zusehen, dass er den wuchtigen Hieben des Kaiserlichen, der mit kalkuliertem Zorn nach dem Blutauge schlug, auswich. Scheppernd krachten die Waffen wieder aufeinander und obwohl der Kampf kaum länger als ein paar Augenblicke erst andauerte, war dem Dunmer deutlich anzusehen, dass er nicht mit so einem Kontrahenten gerechnet hatte. Und als sei die verzweifelte Suche nach einer Möglichkeit, dem Nekromanten lebend zu entkommen, der Startschuss für sein Ende gewesen, explodierte die Waffe in seiner Hand in einer rot glühenden Wolke aus knisternder Magie. Eine mit daedrischem Stahl gepanzerte Hand kam ihm viel zu plötzlich entgegen, krallte sich mit den scharfkantigen Platten und spitz zulaufenden Fingergliedern um die Stirn des Mannes und das letzte, was er sah, bevor sich Blut in Strömen in seinen Augen und dem Haaransatz sammelte, waren die blitzenden Augen des Nekromanten. Ruckartig, mit viel zu plötzlicher Gewalt, wurde sein Kopf nach vorn und unten zugleich gezwungen, wo ihm das netchledergepanzerte Knie des Kaiserlichen bereits mit voller Wucht entgegenflog. Arranges spürte, wie die abschließende Beinschienenplatte das Gesicht des Elfen regelrecht zerschmetterte.
Ein glucksender Laut drang aus dem wie aufgeplatzt wirkenden Schädel zu ihm herauf, als er im Staub landete, während sich der Magier bereits wieder dem weiteren Kampf zuwandte und keinen Gedanken mehr an das Blutauge verschwendete...
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Drachentöter
Der nächste Ärger wartete schon auf sie, als sie die Molag Amur endlich hinter sich gelassen hatten und durch saftiges Grasland unterwegs waren. Unverhofft befanden sie sich mitten im Lager einer Gruppe Banditen oder sonstigem Gesindel, die sich erstaunlich schnell von der Überraschung erholte und sie angriffen. Kaum war Dreveni von dem Guar gesprungen und hatte ihre Lage erfasst, stürzte Erynn schon schreiend zu Boden.
Dreveni blieb kaum Zeit, genauer zu sehen wie es Erynn erwischt hatte, da legte schon einer der Dunmer mit seinem Bogen auf sie an. Glücklicherweise war sie schnell genug mit einem Schockzauber, so blieb ihr Erynns Schicksal erspart. Der Dunmer stürzte zu Boden und wälzte sich stöhnend im Gras. Er würde für eine Weile außer Gefecht sein. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie ein anderer Angreifer sich auf sie stürzte. Sie schaffte es noch ihr Stilett aus der Halterung aus ihrem Arm zu ziehen und auf ihn zu werfen, traf ihn aber nur an der Schulter da er sich ebenfalls bewegte. Nachdem er nur in dünne Tierhäute gekleidet war, drang es mühelos ein, stoppte ihn aber kaum. Er ließ nur einen wütenden Aufschrei hören und stürzte sich mit erhobener Keule auf Dreveni. Sie wich ihm geschickt aus und zog ihr Schwert, wohl wissend das sie nicht wirklich versuchen musste, damit zu Blocken oder zuzuschlagen, wegen ihrer gebrochenen Finger. Aber das wusste der Andere ja nicht. Jedenfalls reichte ihr Langschwert aus, ihn auf Abstand zu halten.
Im Hinterkopf hatte sie immer noch den anderen Angreifer, den sie nur zu Boden geschickt hatte. Ihr war auch nicht entgangen, dass Arranges schon zwei der Dunmer auf dem Gewissen hatte. Etwas Hilfe wäre jetzt nicht schlecht..., dachte sie, als sie den wuchtigen Schlägen der Keule auswich...
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