Dreveni hatte die Augen geschlossen und sich mehr oder weniger ihrem Schicksal ergeben, da flog plötzlich die Tür auf und es kamen zwei Gestalten in den Raum gestürmt. Wer das war, konnte sie nicht erkennen, die beiden waren in eigenartige Masken gehüllt, außerdem erhielt sie gleich darauf einen Stoß und fiel zu Boden. Sie schlug hart mit den Knien auf, konnte aber noch verhindern mit dem Gesicht voran auf dem Boden zu landen. Sie dankte Mephala für das Auftauchen der beiden und versuchte, sich wieder auf die Beine zu stemmen. Das gelang ihr allerdings erst beim zweiten Versuch, derweil wurde der Dunmer der sie gerade noch gehalten hatte, von einem der Eindringlinge fast geköpft. Arranges? Woher kommen..., da sah sieh, wie der zweite Dunmer, der gerade noch seine Finger an ihr gehabt hatte, mit einem Messer auf sie zielte, sie war noch immer nicht ganz auf die Beine gekommen. Auf einmal verbog sich sein Arm seltsam, und das Messer fiel zu Boden, Sekunden später folgte ihm schreiend der Dunkelelf. Inzwischen war auch Arranges an sie heran getreten und sie selbst endgültig wieder auf den Beinen.
"Nein.", antwortete sie nur dumpf, und drehte ihm den Rücken zu als stumme Aufforderung, ihr die Fesseln durchzuschneiden. Der Nekromant kam der Aufforderung auch nach, kaum konnte sie ihre Arme wieder bewegen sah sie sich suchend im Raum um. Arranges und Erynn ignorierte sie jetzt komplett, wie auch den Schmerz in ihrer rechten Hand oder die Beule an ihrem Hinterkopf. Schließlich sah sie, was sie suchte, ging zielstrebig auf den Dolch zu den ihr Peiniger fallen gelassen hatte, und hob ihn mit der linken Hand auf. Danach näherte sie sich dem Dunmer und trat ihn mit Wucht in die Seite, so dass er keuchend auf dem Rücken liegen blieb. Dass sie sich ihre Zehen an seiner Lederrüstung stauchte, interessierte sie jetzt ebenfalls nicht. Mit einem weiteren Satz war sie über ihn, das Knie an der Kuhle an seinem Hals und den Dolch vor seinem Gesicht. "Aufhören zu jammern.", sagte sie, und als er nicht sofort parierte, verstärkte sie den Druck mit ihrem Knie. Als er sie ansah und still war, fuhr sie fort: "Jetzt will ich ein paar Antworten. Was hat Feryn alles von mir erzählt?" Der Dunmer sah ihr nur voll Verachtung in die Augen und brachte einen Schwall Worte auf Dunmeri über die Lippen. Dreveni meinte ein paar üble Beleidigungen zu hören, aber das interessierte sie nicht weiter. "Falsche Sprache", sagte sie nur ruhig, während sie in seine rechte Wange mit dem Dolch ein Kreuz ritzte. "Du dreckige kleine fremdländische ••••, du sprichst nicht mal die Sprache deiner Ahnen und meinst..."
"Falsche Wortwahl", während die linke Wange langsam ein Dreieck zierte. "Hättet ihr mir übrigens nicht die Hand gebrochen würde es hübscher werden, so muss ich leider die linke Hand nehmen..."
"Von mir wirst du nichts erfahren!", sagte er, und die Mischung aus Stolz und Verachtung die sie in seinen Augen sehen konnte, sagte ihr, dass es ihm Ernst war. Sie würde vermutlich aus ihm nichts herausbekommen.
"Ihr habt Glück dass ich euch das glaube und wir es außerdem eilig haben.", zischte sie ihm zu. "Aber dafür möchte ich euch noch etwas sagen: Feryn ist tot. Ich habe ihn abgestochen damals bei Bravil. Ich habe das, was ich schon vor 10 Jahren hätte tun sollen zu Ende gebracht. Und nachdem er mir nicht gesagt hat, wo eure verfluchten scheiß-Dokumente sind, wird er das wissen wohl mit in sein nicht vorhandenes Grab genommen haben." Bei den letzten Worten hatte sie fies gegrinst und ihm drei schöne Stirnfalten eingeritzt. Langsam schien ihm zu Dämmern, was sie gerade gesagt hatte. "Und nachdem ihr jetzt sterben werdet, hätte ich auch keine Gründe, euch anzulügen. So ganz unter Kollegen gesprochen.", sagte sie, bevor sie ihm den Dolch durch die Rüstung ins Herz rammte. Sie stand auf, würdigte den toten Dunkelelf keines Blicks mehr und sah sich kurz im Raum um. Auf einem Tisch konnte sie ein Stilett sehen, dass ihr verflucht bekannt vor kam, und nahm es an sich. Danach wurde ihr erst wieder die Anwesenheit von Arranges und Erynn bewusst, auch wie zerschlagen sie selbst eigentlich war. Sie wandte den beiden ihr müdes Gesicht zu und sagte nur: "Wo gehts hier raus?" Sie musste wirklich an die frische Luft, noch einen Augenblick länger hier drinnen, und sie würde ausflippen.