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Thema: Schildstadt

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Erynn verbrachte den Großteil des restlichen Vormittags damit, ein weiteres Mal den Zuber vorzubereiten. Niemand störte sie bei der Arbeit, womit sie durchaus zufrieden war. Der zeitraubende Vorgang war zwar langweilig, half ihr aber dabei, ihre Gedanken zu sortieren ihren Körper in Schwung zu bringen.
    Sie seufzte erleichtert, als sie sich endlich in das heiße Wasser gleiten ließ, stützte den Hinterkopf auf den Rand des Bottichs und schloß für einen Moment die Augen. Ich hoffe, Arranges und Dreveni können noch etwas herausfinden. Ein Argonier, der sich für eine Reise durch die Molag Amur ausrüstet, sollte doch eigentlich irgendwem aufgefallen sein, oder? Und woher will der Beschwörer wissen, daß Gumora zu Fuß unterwegs ist? Fressen Guars etwa Eidechsen, oder was?

    Es wurde Zeit, daß sie den Kerl endlich fanden, und dann... ja, was dann? Er wird sterben, aber nicht, bevor er sich angehört hat, was er mit seinem Verrat angerichtet hat. Wie wird es sein? Wird Gumora mich auslachen, oder vielleicht um sein Leben flehen? Mich um Vergebung bitten? Oder sich selbst einen Dolch in die Brust stoßen, sollten wir es schaffen ihn in die Enge zu treiben? Letzteres war eine Möglichkeit, die Erynn bisher noch nicht bedacht hatte. Andererseits kannte der Argonier den Nekromanten, wußte möglicherweise auch, wozu er fähig war. Wäre sie an der Stelle der Echse, würde sie im Ernstfall den Tod durch die eigene Hand jedenfalls in Erwägung ziehen, bevor Arranges die Möglichkeit bekam, eine Wissenschaft daraus zu machen. Nur, daß es nicht Arranges sein wird, der dich tötet. Weißt du überhaupt, daß auch ich hinter dir her bin, du dreckiger Molch? Es spielt keine Rolle – du wirst es schon noch früh genug erfahren. Du wirst erfahren wie es ist, ausgeliefert zu sein, ohne die Möglichkeit dich zu wehren oder zu fliehen. Du wirst dem Entsetzen genau ins Auge schauen... und du wirst mich anflehen aufzuhören, lange bevor ich mit dir fertig bin...
    Sie dachte an das lange, einseitig geschliffene Messer, das sie einem der Banditen abgenommen hatte, die sie auf dem Weg nach Vvardenfell überfallen hatten. Ein Tanto, hatte Arranges gesagt. Ja, das Ding ist hervorragend geeignet, überlegte die Elfin, glitt tiefer in das so wunderbar heiße Wasser und ließ ihrer Kreativität in Gedanken freien Lauf...
    Geändert von Glannaragh (23.10.2011 um 19:32 Uhr)

  2. #2
    "In Ordnung, ICH werde mich dann um die Karte kümmern.", sagte Dreveni und stieß sich dabei von der Wand ab. Sie hoffte dass es klar genug geworden war, dass sie auf Arranges Gesellschaft keinen Wert legte, und Erynn war ohnehin zu fertig um irgend etwas zu unternehmen. Sie ging noch kurz auf ihr Zimmer, um ihren Beutel mit den Münzen zu holen, sperrte die Türe hinter sich zu und ging nach oben. Im Schankraum, der um die Zeit schon wieder relativ leer war, überlegte sie kurz etwas zu essen, entschied sich aber dann dagegen. So richtig hungrig war sie noch nicht. Draußen vor der Tür stellte sie erfreut fest, dass es kaum windig war und somit die Luft nicht getränkt von Aschestaub. Außerdem war der Himmel relativ klar, so dass sie die wärmenden Strahlen der Sonne spürte. Die Straßen von Molag Mar waren jetzt auch um einiges belebter als am Vorabend. "Verflucht." Als sie überlegte, in welche Richtung sie sich wenden sollte, fiel ihr ein, dass sie besser den Wirt nach einem Händler hätte fragen sollen, also drehte sie wieder um und betrat erneut den Schankraum. Sie trat an den Tresen und fragte: "Verzeiht, wo kann ich hier eine Karte erwerben?"
    "In der unteren Wohnebene gibt es einen Händler, Vasesius Viciulus, bei ihm solltet ihr fündig werden. Das ist die Ebene direkt unter uns.", bemerkte er noch, als er Drevenis fragenden Blick sah.
    Dreveni bedankte sich und verließ die Taverne zum zweiten mal an diesem Tag. Vasesius Viciulus, das kann doch nur ein Kaiserlicher sein, dachte sie sich. Die hatten immer so zungenbrecherische Namen. Nachdem sie Molag Mar gefühlte drei mal umrundet hatte, fand sie endlich einen Eingang in die Wohnebene. In Wahrheit war sie nur ein halbes mal herumgelaufen, aber vergleichbare Architektur war sie aus Cyrodiil einfach nicht gewohnt. Nach kurzem suchen fand sie schließlich das Geschäft und trat ein. Hinter der Theke stand wie erwartet ein Kaiserlicher, sonst befand sich nur noch ein Dunmer in dem Raum, der ihr den Rücken zugewandt hatte und ein paar Auslagen betrachtete. Dreveni nahm ihn allerdings nur aus dem Augenwinkel war, da sie sofort auf den Händler zuhielt. "Seid gegrüßt.", sprach sie ihn an. "Ich suche eine Karte von Vvardenfell." Sie hoffte dass er einen halbwegs humanen Preis nennen würde, und überhaupt eine Karte besaß. Allerdings fragte sicher auch öfter jemand in einer Stadt wie Molag Mar danach. Sie konzentrierte sich immer noch auf den Händler, deshalb entging ihr auch, dass sich der Dunmer beim Klang ihrer Stimme umgedreht hatte.
    "Ihr habt Glück, ich besitze noch ein Exemplar, für 40 Draken gehört sie euch."
    "Es tut mir leid, ich besitze nur Septime..." Außerdem ist das reinster Wucher.
    "Dann 60 Septime."
    Dreveni sah ihn nur mit hochgezogenen Augenbrauen an, 60 Septime für eine Karte? Sie hatte nicht viel Ahnung wie das Verhältnis von Septimen zu Draken war, aber das war eindeutig zu teuer.
    Der Händler musste ihre Gedanken wohl aus ihrem Gesicht gelesen haben, denn er schob hinterher: "Ihr müsst verstehen, was es für ein Umstand ist, fremdländische Münzen anzunehmen..."
    Sie stütze sich mit den Händen auf den Tresen, sah den Händler fest in die Augen und setzte an: "Nein, ich verstehe nicht, da ihr bis jetzt der erste seid der...." Weiter kam sie nicht, denn da wurde sie von dem Dunmer auf cyrodiilisch mit einem starken Akzent angesprochen: "Dreveni? Bist du das?"
    Wenig begeistert drehte sie sich zur Seite und musste erst ein paar Sekunden überlegen, bis sie den Mann einordnen konnte. Er war nur etwas größer als sie, leicht untersetzt, hatte dunkelrotes, kurzes Haar und war durchaus wohlhabend gekleidet. Vor ein paar Jahren hatte er für ein paar Wochen bei Mordan gewohnt, außerdem war er wohl einer seiner Kontakte in Morrowind. Allerdings war sie der Meinung, er würde in Sadrith Mora leben.
    "Tavyn?"
    "Die Welt ist klein, nicht wahr?", sagte er lächelnd zu Dreveni, dann wandte er sich Vasesius zu. "Habt ihr es immer noch nicht aufgegeben, Fremdländer übers Ohr zu hauen? Nun, zumindest hier solltet ihr eine Ausnahme machen, oder?"
    Der Händler überlegte eine Weile, gab dann aber nach. "Aber auch nur, weil ihr ein guter Kunde seid, wenn ihr hier durchkommt.", nuschelte er, und dann zu Dreveni: "30 Septime, aber ihr müsst verstehen, Karten haben ihren Preis."
    "Danke.", sagte sie nur, als sie die Septime aus dem Beutel zählte und die Karte in Empfang nahm.
    "Ich hatte vor, etwas zu Mittag zu essen, willst du mir Gesellschaft leisten?", fragte er Dreveni als sie das Geschäft verließen.
    "Gern. Vielleicht können wir uns später auch noch privat sprechen, ich bin leider nicht zum Vergnügen in Morrowind.", ergriff sie die Gelegenheit.
    Tavyn nickte ihr kurz zu, dann gingen sie schweigend zur Taverne. Inzwischen war es im Schankraum ziemlich voll, es ging auf Mittag zu. Sie fanden noch einen freien Tisch, bestellten irgendetwas mit Kwamaeiern, was Dreveni sowieso nicht kannte, und als sie auf das Essen wartete, fragte Tavyn: "Hast du den Brief eigentlich bekommen?"
    "Welchen Brief?" Natürlich konnte sich Dreveni denken, um was es ging, aber manche Gewohnheiten saßen einfach zu fest inzwischen. Das musste wohl auch Tavyn wissen, denn er antwortete mit einem leichten Grinsen: "Dreveni, spar dir doch diese Spielchen hier. So ein langer Dunmer mit schwarzen, halblangen Haaren hat ihn mir gegeben, es klang ziemlich wichtig." Dreveni verschluckte sich fast am Wasser, sie hatte gerade angesetzt zu trinken. "Feryn?" platze es aus ihr heraus. Konzentriert beobachtete sie Tavyn, so merkte sie nicht, dass einer der zwei Personen am Nebentisch aufhorchte und kurz den Kopf in ihre Richtung drehte. Dann lenkte er allerdings seine Aufmerksamkeit wieder auf den Krug vor ihm, genauso wie der andere Dunmer der bei ihm am Tisch saß. Beide wirkten auf den ersten Blick wie der personifizierte Durchschnitt, bei näherer Betrachtung konnte man allerdings den leichten kalten Zug in ihren Gesichtern und Spuren von Kämpfen sehen.
    "Ich wusste nicht einmal seinen Namen, Dreveni. Er hat nur gut gezahlt und meinte, der Brief müsse dich unbedingt erreichen."
    "Woher wusste er von dir?"
    "Über ein paar Ecken, das brauche ich dir doch nicht zu erklären, oder?" Eigentlich hatte sich Dreveni ja fest vorgenommen, das Thema ruhen zu lassen, aber wer konnte diesen Wink schon ignorieren? "Er war ein Mitglied der Morag Tong, soweit ich von demjenigen weiß, der ihn an mich vermittelt hat, ich dachte es ginge um etwas geschäftliches.", sagte er beiläufig als der Wirt das Essen brachte. Dreveni erbleichte sichtlich, als sie Tavyn so offen davon sprechen hörte, da kam ihr wieder in den Sinn, dass das hier nicht Cyrodiil war. Außerdem war es in der Taverne recht laut, vermutlich hatte es eh keiner außer dem Wirt gehört. Tavyns grinsen wurde breiter, als er Drevenis Gesicht sah. "Es muss schlimm sein in Cyrodiil, oder?" Dreveni nickte nur, dann widmeten sie sich ihrem Essen. Nebenher erzählte sie ihm noch von der Sache mit Gumora, leider war ihm dazu nichts aufgefallen. Er wohnte tatsächlich in Sadrith Mora, er verabschiedete sich auch bald, da er ein Schiff erreichen musste.
    Nachdenklich blieb Dreveni noch eine weile sitzen und Trank das Wasser aus. Die beiden Dunkelelfen neben ihr hatten inzwischen Spielkarten auf dem Tisch verteilt, und auch sonst war die Taverne noch gut besucht.

    Als sie fertig war, stand sie auf und beschloss noch eine Runde durch Molag Mar zu drehen, gezahlt hatten sie vorhin schon. Dreveni nahm sich Zeit, lief erst über die oberste Ebene, umrundete danach Molag Mar dieses Mal tatsächlich auf den Balkonen, die außen an der Pyramide entlang führten und gab sich dem Anblick der fremdartigen Landschaft hin. Als sie eine Weile unterwegs gewesen war, konnte sich sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, beobachtet zu werden. Sie sah sich mehrfach unauffällig um, konnte allerdings niemand sehen, der ihr konstant folgte.
    Langsam wurde ihr dabei doch seltsam, auf ihre Instinkte konnte sie sich in dieser Richtung noch immer verlassen. Um ihren Verdacht zu überprüfen verließ sie Molag Mar über die Brücke, sah in den Stallungen bei den Guars vorbei, und obwohl das seltsame Gefühl blieb, konnte sie niemanden entdecken. Seufzend wandte sie sich wieder über die Brücke und dann zur Taverne. Inzwischen ging die Sonne schon fast unter, sie hatte den ganzen Nachmittag damit zugebracht über Feryn und Morrowind nachzudenken. Es gefiel ihr hier, und sie wunderte sich, warum sie nie früher das Land ihrer Ahnen besucht hatte, wo sie doch schon fast an der Grenze wohnten. Außerdem hatte sie beschlossen, doch genauer nach Feryn und der Morag Tong zu fragen, wenn sie das nächste mal einen Informanten von Mordan traf. Wenn sie vorsichtig war, sollte eigentlich alles glatt gehen.
    In der Taverne angekommen konnte sie weder Erynn noch Arranges sehen, als sie sich wieder an einem Tisch niederließ. Morgen brauchten sie nur noch Vorräte, überlegte sie, als sie beim Wirt etwas zu essen bestellte. Wieder etwas mit Kwamaeiern, das Zeug schmeckte ihr irgendwie. Sie beobachtete eine Weile die Besucher der Taverne, das Gefühl beobachtet zu werden war wieder von ihr abgefallen und so hatte sie das ganze auch bald vergessen. Später ging sie auf ihr Zimmer, sie wollte zeitig schlafen, da sie morgen früh aufbrechen wollte.

  3. #3
    [Arranges]
    Der Kaiserliche machte sich kurz nach Dreveni auf zu dem Schmied. Seine Beinschienen waren bereits fertig und Arranges war fast ein bisschen überrascht, wie geschmeidig sich die überlappenden Lederlamellen an den Oberschenkel anschmiegte, ohne sich steif anzufühlen oder seine Bewegung zu behindern. Entsprechend kosteten sie allerdings auch. Das Lederrüstzeug in Cyrodiil war deutlich billiger, auch wenn der Nord ihm versicherte, dass die Netchlederrüstung zusammen mit der Chitinplatte noch eine der billigsten und doch robusten Rüstungen hier waren. Arranges merkte das Loch im Geldbeutel langsam aber sicher auch, aber noch sollte es gut reichen. Zudem steckte er hier Geld in einen Teil seiner Lebensversicherung. Nachdem er den Schmied wieder verlassen hatte, mischte sich der Magier unter die langsam an Zahl zunehmenden Leute auf dem Platz vor der Taverne und horchte sich ein wenig um. Nachdem er zwei Kundschafter der Legion in ein loses Gespräch verwickelt hatte, erfuhr er ebenfalls, dass man diese Untoten, die ihn in Bal Ur angegriffen hatte, wohl auch beschwören konnte... neben einigen anderen Kreaturen, welche die Telvanni verstanden zu rufen, von denen Arranges bis jetzt jedoch nur in Erzählungen gehört hatte. Interessant... es muss eine Laune Sheogoraths sein, dass wir in nächster Zeit auf telvannischem Boden reisen werden. Und ein kurzes Grinsen stahl sich über sein Gesicht.
    Er verabschiedete sich von den beiden und kehrte zurück in die Taverne. Neue Kleidung und eine Schüssel Wasser wären vielleicht nicht schlecht... Dachte er bei sich. Es war noch immer Vormittag. Der Nekromant machte sich normalerweise nicht zu viel aus seinem Äußeren, aber mittlerweile spürte er den Staub des Feuerlandes überall. Nur eine Waschschüssel und zwei große Lappen... Die Schüssel und Tücher, die bei ihm im Zimmer waren, konnte er nicht nutzen. Die Schüssel hatte er ersatzweise einmal für Erynn statt des Eimers genommen und die Tücher um grobe Sauereien zu vermeiden. Er entsann sich einen Moment wo das Bad war. Der Vormittag war bereits fortgeschritten und Arranges hoffte einfach, dass die meisten Gäste bereits außer Haus waren.

    Mit zielsicheren Schritten ging er auf die Tür des Baderaums, langte nach der Klinke und schob sie auf...

    [Erynn]
    Erynn ging es zusehends besser. Sie planschte im Wasser herum und nahm sich zum ersten mal seit langem wieder richtig viel Zeit, ihren Körper zu pflegen. Gerade als sie beschloß, daß es langsam genug wäre hörte sie ein Geräusch an der Tür. Was wird das denn jetzt? Sie tauchte wieder ab, stützte das Kinn auf den Rand des Zubers und spannte die Muskeln. Im nächsten Augenblick entglitten ihr alle Gesichtszüge, als Arranges, scheinbar in Gedanken versunken, in den Raum trampelte.
    "Was willst du denn hier?" fragte sie, immer noch reichlich baff. "Hast du das Schild an der Tür nicht gelesen?"

    [Arranges]
    Der Kaiserliche erstarrte mitten in der Bewegung, als ihm bereits die warme Feuchte entgegenschlug und nur eine Sekunde später Erynns Stimme an seine Ohren drang. Wie ferngesteuert, lehnte er sich einen Herzschlag später, nachdem er Erynn völlig irritiert angeblickt hatte, nach hinten und ließ seinen Blick über die Tür wandern. Mist! Als er Wieder zu Erynn schaute, war eine ganz leichte Rötung auf seinen Wangen zu erkennen. 'Ich wollte dich nicht bei deinen Freischwimmerübungen stören...' Mit einem Auge schielte er zur Seite, zu der kleinen Kommode, wo eine Schüssel stand.

    [Erynn]
    "Du störst nicht." Verflixt! "Äh... ich meine... kannst du vielleicht wenigstens die Tür zumachen?"

    [Arranges]
    Wie jetzt?! Er legte den Kopf leicht schief und zog eine Augenbraue hoch. 'Von außen oder von innen?'

    [Erynn]
    "Äh. Das kommt drauf an, was du vorhast..."

    [Arranges]
    'Nun... eigentlich... wollte ich nur eine Schüssel und ein paar Tücher holen, da ich die auf meinem Zimmer heute Nacht zweckentfremden musste.'

    [Erynn]
    "Was stehst du dann hier noch rum? Mach doch. Und wehe, du guckst!"

    [Arranges]
    'Äh... ja...' Arranges ging die paar Schritte zur Komode, wobei er darauf achtete, nicht in Erynns Richtung zu schauen. 'Und... warum sollte ich nicht gucken? Eine filigrane Blüte hat doch auch nicht deswegen so auffällig hübsche Farben, weil sie nicht gesehen werden will...' Und damit trat er wieder auf den Gang hinaus und zog die Tür hinter sich ins Schloss.

    [Erynn]
    "Und mach die..." Tür hinter dir zu. Danke. Erynn seufzte und sackte in sich zusammen, während sie ob der skurrilen Szene leise in sich hineinlachte. Typisch Magier. Wie kann man nur so zerstreut sein? Sie kletterte aus dem Bottich, trocknete sich ab und zog den letzten Satz frischer Kleider an, den sie dabei hatte. Filigrane Blüte... hast du irgendwas gegessen, das nicht mehr gut war? Nicht, daß Erynn sich nicht irgendwo geschmeichelt gefühlt hätte, andererseits wußte sie bei Arranges nie so genau, wo der Ernst aufhörte und die Ironie anfing. Dann stiefelte sie, wärend sie sich mit einem Leinentuch die Haare trockenrubbelte, hinter dem Beschwörer her, klopfte demonstrativ laut an seine Zimmertür und trat ein, sobald er sie hereinbat.
    "Also", begann sie, kein weiteres Wort über die seltsame Begegnung vorhin zu verlieren, "es geht mir so weit wieder gut..." ihre Stimme wurde weicher und viel leiser, als sie fortfuhr: "Danke. Daß du dich um mich gekümmert hast in der letzten Nacht, meine ich..." Um gar nicht erst so etwas wie eine peinliche Stille entstehen zu lassen, schob Erynn schnell hinterher: "Ich wollte etwas essen gehen. Kommst du mit?"
    Geändert von weuze (28.10.2011 um 00:13 Uhr)

  4. #4
    [Arranges]
    Gut, dann werd ich das Waschen eben verschieben. Dachte Arranges, als er noch keine zwei Minuten in seinem Zimmer war und es bereits klopfte. 'Gern geschehen.' Meinte er nur, wies Erynn mit einer Geste, nach draussen zu gehen und folgte ihr. Die Schenke war relativ voll. Es war kurz vor Mittag, drei Arbeiter, ein breiter Ork und zwei stämmige Rothwardonen, saßen in dreckiger Allzweckkleidung an einem Tisch in einer Ecke und ruhten ihre müden Knochen aus. Arranges und Erynn setzten sich an einen kleinen Tisch nahe des Tresens. 'Du tätest mir und dem Wirt einen Gefallen, wenn du etwas ohne Kwamaeier bestellen würdest...' Sagte Arranges leicht resignierend.

    [Erynn]
    Erynn verdrehte kurz die Augen. "Jaja, ist ja gut. Ich habs begriffen. Keine Eier. Du hättest dich eben übrigens ruhig noch waschen können. So sehr übertreiben brauchst du es auch nicht mit der Anpassung", setzte sie etwas spitzbübisch nach einem kurzen Blick zu den anderen Gästen der Schänke hinzu. Der Dunmer, der auch am gestrigen Tag schon hinter dem Tresen gestanden hatte, kam schließlich zu ihrem Tisch und fragte nach ihren Wünschen, wobei sein Blick nur wenig Zweifel darüber ließ, wie wenig er sich darüber freute, die Kriegerin wiederzusehen. Sie antwortete mit einem schuldbewußt zerknirschten Geschichtsausdruck, als sie etwas Skattel und Salzreis bestellte. Was auch immer Skattel so genau sein mochte. Nachdem der Mann wieder abgezogen war, wandte sich die Kriegerin erneut ihrem Gefährten zu. "Hast du noch irgend etwas herausfinden können heute morgen?"

    [Arranges]
    'Wenigstens bin ich nicht durch eine Sauforgie aufgefallen, bei der du dir des Neides eines jeden Nords aus Himmelsrand hättest sicher sein können.' Gab Arranges zurück. Er selbst bestellte nur eine Kleinigkeit. 'Nicht wirklich. Ich war hauptsächlich noch beim Schmied und habe dann eher zufällig einiges über die Künste der Tevanni herausfinden können. Irgendwo auf dem Plaza hab ich noch etwas von einem Aschesturm aufgeschnappt, der wohl seit Tagen in der zentralen Amur tobt.'

    [Erynn]
    "So viel hab ich gar nicht getrunken. Wer hätte ahnen können, daß das Zeug so einschlägt?" maulte Erynn und winkte dann ab. Telvanni... immer wieder dieser Name. Scheint ja ein recht interessanter Haufen zu sein, sinnierte sie, während sie auf einen Fleck auf der Tischplatte starrte, den man anscheinend nicht einmal mehr mit einer Wurzelbürste aus dem Holz herausbekam. Gedankenverloren zeichnete sie die Ränder der Verfärbung mit dem Zeigefinger nach. Dann hob sie den Kopf und sah Arranges wieder an. "Wie schlimm ist es? Werden wir wegen dieses Sturms noch länger hier festsitzen oder können wir es wagen, uns da durchzuschlagen?"

    [Arranges]
    Du hättest deinen Kopf benutzen können, ich bin mir sicher, dass da neben Luft auch noch ein bisschen Gehirn ist... Er sprach allerdings nicht aus, was er dachte, Erynn hatte mittlerweile wohl wirklich selbt begriffen, wie dämlich ihre Aktion vom gestrigen Abend gewesen war. 'Ich weiss nicht, wie schlimm es ist, aber die Stürme, die uns bis jetzt begleitet haben, waren auch nicht schlimmer als ein heftiges Schneegestöber in den Jerallbergen und das kann man auch gut überleben. Ich denke, dass wir uns dort ohne grobe Verzögerungen durchkämpfen können. Hier noch länger zu warten, wäre unsinnig, Gumoras Spur ist bereits schon sehr kalt, wenn wir noch mehr Zeit verlieren, können wir es auch bleiben lassen, nichtmal der beste Kopfgeldjäger könnte ihn dann noch aufspüren.' In diesem Moment brachte der dunmerische Wirt das Essen. 'Aber... auch wenn ich nur ungern Helme trage, vielleicht sollten wir uns ebenfalls noch solche Netchledermasken besorgen, mit denen ich einige der Kundschafter auf dem Platz habe herumlaufen sehen. Sie tragen sie ebenfalls hauptsächlich zum Schutz von Mund, Nase und Augen. Die könnten bei einem Sturm recht nützlich sein, sodass wir nicht gezwungen wären direkt zu rasten.' Er bemerkte Erynns leicht skeptischen Blick. 'Keine Sorge, das Material ist recht komfortabel, ich habe mir ersatzweise Beinschienen aus dem gleichen Leder fertigen lassen.'

    [Erynn]
    "Ich verzichte auch lieber auf Visiere oder Vollhelme, weil es mir das Gesichtsfeld zu stark einschränkt, außerdem hört man nur noch die Hälfte unter den Dingern." Erynn grinste kurz, bevor sie erklärte: "Mein Vorgesetzter hält mir regelmäßig vor wie unvernünftig er es findet, daß ich barhäuptig kämpfe. Auf seine ganz eigene Art und Weise. Ich kenne sonst niemanden, der so kreativ fluchen kann wie Ah-Malz... Wie dem auch sei, ich denke du hast Recht. Wenn uns die Asche um die Ohren weht, hört und sieht man ohnehin nicht vernünftig. Also besorgen wir diese Masken. Und Wasser - viel davon. Ich kenne mich mit Wüstengegenden gar nicht aus und wüßte nicht, wie ich dort welches finden sollte. Dreveni wird wohl mittlerweile eine Karte besorgt haben, schätze ich. Fällt dir noch irgendwas ein?"

    [Arranges]
    'Angesichts der Tatsache, dass du ja doch nur einen Kopf besitzt, damit es dir nicht in den Hals regnet, kann ich nicht ganz nachvollziehen, dass sich da jemand so drüber aufregt.' Sagte Arranges und grinste breit. 'Was das Wasser angeht. So trocken schien mir die Amur gar nicht. Das Feuerland ist staubig, ja, aber nicht zwangsläufig trocken. Ich überlege da jetzt schon seit wir nach Molag Mar unterwegs sind, immer wieder herum und meine, dass das Tramawurzeln sind, die da überall wachsen. Wenn man die ausquetscht, sollte da auch einiges an Flüssigkeit rauskommen. Jedoch kann es auch nicht schaden, wenn wir einen Wasserschlauch mehr mitnehmen als sonst.' Der Magier schob seinen Teller von sich und machte Anstalten aufzustehen. 'Ich würde mich dann vielleicht noch waschen gehen, damit du wenigstens da zufrieden sein kannst.' Spöttelte er. 'Und im Anschluss ein wenig schlafen.' Fügte der Beschwörer noch hinzu, dann verließ er die Schankstube.

    [Erynn]
    "Wenn die Alternative darin besteht, mir die Birne mit solchem Mist vollzustopfen wie du, kann ich mit meinem Kopf gut und glücklich leben", griff die Kriegerin das alte Spiel zwischen ihnen beiden auf. Sie aßen größtenteils schweigend. Erynn dachte währenddessen über Tramawurzeln nach. Die dornigen Dinger wirkten eigentlich recht trocken, aber sie hatte sich eine solche Pflanze auch noch nie von innen angesehen. Außerdem stellte sie fest, daß die Skattelpampe weitaus besser schmeckte, als sie aussah.
    Ja, schlafen ist eine hervorragende Idee, überlegte sie, als der Beschwörer sich verabschiedete. Schließlich wars keine besonders erholsame Nacht... Sie pickte die letzten Essensreste von ihrem Teller und ging dann ebenfalls in den Gästezimmertrakt herunter, um sich endlich auszuruhen. Später am Tag, oder vielleicht auch morgen früh, könnten sie dann die Ausrüstung vervollständigen und die Jagd fortsetzen. Erynn freute sich auf die Molag Amur, trotz der Aussicht, mitten in einen Aschesturm zu geraten - sie fand das wilde Land einfach schön. Mit einem zufriedenen Seufzer schloß die Elfin schließlich die Augen. Sie würden den Molch schon finden. Irgendwann.
    Geändert von Glannaragh (29.10.2011 um 00:50 Uhr)

  5. #5
    Auf ihrem Zimmer studierte sie noch ein wenig die Karte, diese hier war wesentlich genauer als ihre alte. Auf ihrem weiteren Weg lag nicht viel, stellte sie fest. Ein paar Punkte waren eingezeichnet mit seltsamen Namen, nur war nicht ersichtlich was genau das war, Dreveni vermutete dass es sich um Festungen handeln würde. Sie bezweifelte langsam ernsthaft, dass sie Gumora finden würden, aber solange sie bezahlt durch Morrowind reisen konnte, war ihr das egal. Kurz fiel ihr noch einmal das seltsame Gefühl ein, dass sie am Nachmittag überkommen hatte, aber wer sollte sie hier schon beobachten? Schließlich stand sie auf, vergewisserte sich, dass die Tür verschlossen war, kämmte sich die Haare und legte sich ins Bett, nachdem sie die Kerzen gelöscht hatte. Nachdem ihre Sachen gerade gewaschen und somit vermutlich sauberer als das Bett waren, behielt sie sie gleich an. Außerdem war sie gerade von dem Sujamma das sie vorhin zum Abendessen getrunken hatte ziemlich müde.

    Was genau sie geweckt hatte, konnte sie später nicht sagen, ihr war jedenfalls auf einmal, als wäre sie nicht allein in ihrem Zimmer. Kaum wollte sie sich aufsetzen, bekam sie einen Schlag auf den Hinterkopf als hätte sie ein Pferd getreten. Mehr als das merkte sie auch nicht mehr, weder dass sie in die Bettdecke eingewickelt wurde, noch dass einer der beiden Dunmer die sie Mittags in der Taverne gehört hatten, über die Schulter warf und durch den Schankraum nach draußen trug. Es war mitten in der Nacht und keine Gäste mehr anwesend. Nur der Wirt harrte aus um auf die Taverne aufzupassen, verdrückte sich aber mit abweisendem Gesicht in ein Hinterzimmer, als die beiden Dunmer mit Dreveni die Schänke verließen.

    Das nächste was sie wieder wahrnahm, wahren stechende Kopfschmerzen. Zuerst war sie überhaupt nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen, sie merkte nur, dass irgendetwas - abgesehen von den abartigen Kopfschmerzen - nicht stimmte. Ihre Glieder schienen irgendwie steif zu sein, Noch immer nicht richtig da, begann sie vorsichtig, sich zu bewegen. Wenigstens wollte sie das versuchen, allerdings kam sie nicht weit, da wurde ihr schon ein Schwall eiskaltes Wasser ins Gesicht geschüttet. Vor Schreck schnappte sie nach Luft, wobei sie nicht wenig davon einatmete. Auch wenn sie bei dem folgenden Hustenanfall meinte, ihr Kopf würde gleich platzen, war sie jetzt immerhin wieder ganz da. Als das Wasser wieder aus ihrer Lunge war, wurde sie sich auch über ihre Lage klar. Irgendwer musste sie an einen Stuhl gefesselt haben, da sie sich in einer aufrechten Position befand. Vorsichtig versuchte sie die Augen zu öffnen, allerdings blendete sie das Licht, so dass ihr die Tränen in die Augen schossen. Jetzt dämmerte ihr auch, dass sie anscheinend niedergeschlagen worden war. Inzwischen konnte sie auch leise Stimmen ausmachen, sie wusste nur nicht, welche Sprache das war. Dunmeri? Sie nahm gerade einen neuen Anlauf dazu, die Augen zu öffnen, da schob sich ein Schatten vor sie. sie blinzelte und sah das Gesicht eines Dunmer vor sich. Für ihre Umgebung hatte sie gerade keinen Sinn, sie musste sich schon alle Mühe geben, ihren Blick auf den Mann vor ihr zu fokussieren, sein Gesicht verschwamm immer wieder vor ihren Augen. Allerdings war sie sich fast sicher, dass sie sich nicht im freien befand.

    "Er hatte recht.", hörte sie den Dunmer sagen. Sie brauchte ein paar Sekunden, bis der Sinn der Worte zu ihr durchdrang und sich aus den drei Worten ein Satz in ihrem Kopf formte, sie hatte wirklich ganz schön eins über bekommen, auch wenn sie keine Ahnung hatte, was er ihr damit sagen wollte. Langsam fügte sich auch das Ganze zu einem Bild in ihrem Kopf. Aber das kann doch nicht sein... Aber wieso sollte sie sonst jemand mitten in Vvardenfell entführen? Der Mann schien ihre Verwirrung zu bemerkten, denn er fragte: "Dreveni, nicht wahr?"
    "Bitte? Ich kenne keine Dre..", brachte sie schwach hervor, da hatte der andere schon ausgeholt und ihr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Sie hatte mit dem Schlag absolut nicht gerechnet und sich dabei ziemlich auf die Lippe gebissen, so dass ihr das Blut in einem dünnen Faden den Mundwinkel entlang lief. Danach entfernte sich der Mann von ihr und verließ das Zimmer in dem sie sich befand durch einen kleinen Durchgang.
    Das erste Mal seit sie wieder zu sich gekommen war, fand sie jetzt Gelegenheit sich über ihre Situation klar zu werden. Auch wenn sie sich immer noch nicht wusste, was die von ihr wollten oder wer sie überhaupt waren. Morag Tong, wer sonst? Sie wusste nur immer noch nicht, wie sie sie gefunden hatten oder warum sie überhaupt hinter ihr her waren. Hektisch sah sie sich in dem Raum um, in dem sie gefangen war. Sie war allein, die Stimmen kamen wohl von weiter weg. Der Raum war ungewöhnlich, nichts dass ihr im Ansatz bekannt vor kam. Weder der Boden aus Metall, die Wände oder die seltsamen Lichtquellen, die aus leuchtenden Röhren an den Wänden bestanden.
    Sie zerrte probeweise an ihren Fesseln, allerdings gaben diese nicht im geringsten nach. Verfluchte scheiße. Mit beinahe betäubender Klarheit erfasste sie jetzt ihre Situation komplett. Sie war verloren, die Chancen auf eine Flucht waren gleich Null. In diesem Moment kam auch der Mann wieder zurück, in Begleitung eines zweiten Dunmers, der jetzt vor ihr in die Hocke ging. Sie betrachtete ihn, wusste aber nicht so ganz, was das sollte - bis es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Der Mann war Mittags neben ihr in der Taverne in Molag Mar gesessen. Sie hatte nun wirklich Übung darin, sich Gesichter, auch beiläufig und unbewusst, zu merken. Der Mann, der ihr ins Gesicht geschlagen hatte, schien das zu registrieren, denn er schickte den anderen Dunkelelfen mit einem Nicken wieder weg.
    Danach zog er sich einen Stuhl heran, der außerhalb ihres Blickfeldes gestanden haben musste, setzte sich vor sie und sagte: "So, Dreveni", wobei er ihren Namen betonte, "Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass der Name Dreveni zusammen mit dem Namen Feryn fällt, und praktisch im gleichen Satz noch die Morag Tong? Ganz zu schweigen von einem wichtigen Brief?" Er hatte das ganz ruhig gesagt, doch Dreveni war der kalte Unterton in seiner Stimme nicht entgangen. Während er sprach, hatte sie auch Zeit, ihn genauer zu betrachten. Er war groß und drahtig gebaut, was man unter der leichten Rüstung aus einem ihr unbekannten Leder so erkennen konnte. Sein Gesicht war markant und wirkte wettergegerbt, die Augen lagen tief in den Höhlen, trotzdem konnte man den stechenden Blick sehen, sie waren von intensivem Rot. Weißes Haar bildete einen seltsamen Kontrast und fiel ihm in die Stirn. "Und was könnte dieser Feryn wohl geschäftlich mit dieser Dreveni zu tun haben?", überlegte er laut weiter, während er Dreveni lauernd beobachtete.
    "Was wollt ihr von mir?"
    Der andere schwieg, zog ein kleines, überraschend sauber wirkendes Tuch aus der Tasche und wischte ihr das Blut aus dem Mundwinkel. "Außerdem solltet ihr wissen, dass er mir euch beschrieben hat. Das ist zwar schon ein paar Jahre her, aber er hat nicht übertrieben. Gewiss, schwarzhaarige, hübsche Dunmer gibt es viele, ihr habt wirklich einen üblen Fehler begangen gestern, Assassinin."
    Dreveni schwirrte der Kopf. Was bei Mephala war das gestern bloß für ein Tag gewesen? Das konnte doch nur ein ganz kranker Albtraum sein.
    Sie atmete kurz mit geschlossenen Augen tief durch, und wiederholte ihre Frage: "Was wollt ihr von mir?" Als sie die Augen wieder öffnete, hatte Dunmer auf einmal einen längeren, einseitig geschliffenen Dolch in der Hand, den er sinnend betrachtete. "Stellt euch nicht dumm.", erwiderte er beiläufig, den Blick noch immer der Klinge zugewandt. "Ich will wissen, wo er ist!" Den letzten Satz hatte er unvermittelt laut gesprochen, so dass Dreveni unwillkürlich zusammen zuckte. Sein Blick ruhte jetzt wieder auf ihr, und um seinen Mund spielte ein leicht sadistisches Lächeln, wenigstens kam es Dreveni so vor. Was sollte sie ihm sagen? Sie wusste nicht, wie ihr gegenüber zu Feryn gestanden hatte, was er hören wollte. "Ich habe keine Ahnung.", brauchte sie schließlich hervor, und kaum hatte sie es ausgesprochen, bekam sie schon wieder einen heftigen Schlag ins Gesicht. "Lüge!", sagte der andere nur, dann rückte er seinen Stuhl noch ein Stück nähre zu Dreveni. Plötzlich sah sie den Dolch auf sich zukommen und schloss aus Reflex die Augen. Sie meinte schon die Klinge in ihrem Herz zu spüren, da fühlte sie das kühle Metall an ihrem Gesicht. Hektisch riss sie die Augen wieder auf. Sie hatte von sich selbst immer behauptet, durch nichts so schnell zu erschüttern zu sein, aber in diesem Moment kam auch sie langsam an ihre Grenzen. Sie war komplett wehrlos, gefesselt und konnte sich ausmalen, dass es für sie nur eine Ende bei der ganzen Sache geben konnte. Sie versuchte sich zu beruhigen, da sie merkte, dass sie gleich anfangen würde zu zittern, und diese Blöße konnte sie sich jetzt nicht leisten. "Es wäre wirklich schade...", hörte sie den Dunmer sagen, während er mit der stumpfen Seite der Klinge die Konturen ihrer Wange entlangfuhr. "Im Gesicht sind viele Nerven, wenn ich davon einen erwische... Das gibt so unschön asymmetrische Gesichtszüge..."
    Als ob ihr mich überhaupt gehen lassen würdet., dachte sie verzweifelt. "In dem Brief stand etwas von Cyrodiil, mehr weiß ich nicht. Ich war schon vor Jahren fertig mit ihm." Der Dunmer stoppte die Bewegungen des Dolches in ihrem Gesicht, und sagte: "Es wird doch. Auch wenn ich glaube ihr wisst nicht nur wo er ist, sondern habt ihn auch getroffen. Ich hatte schon damit recht, dass er sich an euch wenden würde. Ich kenne ihn, wir waren wie Brüder, falls ihr damit etwas anfangen könnt." Bei den Höllen Oblivions, wo bin ich da nur hinein geraten. Sie hoffte gerade nur noch, dass das ganze schnell vorbei sein würde, an Arranges oder Erynn dachte sie gerade nicht mehr.
    "Aber ich bekomme schon noch aus euch heraus, wo er sich genau aufhält. Viel interessanter ist die Frage: Wo sind die Dokumente?"
    "Welche Dokumente??", fragte sie fast verzweifelt. Davon hatte sie nun wirklich keine Ahnung. Aber ihr dämmerte langsam dass es vielleicht nicht so verkehrt gewesen war, nichts von Feryns Tod zu erzählen, der andere schien auch noch eine Rechnung mit ihm offen zu haben. Weiter kam sie in ihren Überlegungen nicht, denn mit einer schnellen Bewegung verschwand der Dolch aus ihrem Gesicht und der Dunmer zog die geschliffene Seite genüsslich über ihren Arm, von der Schulter bis seitlich über den Ellenbogen. Nicht so fest, dass sie gleich verbluten würde, aber sie musste ordentlich die Zähne zusammenbeißen um das Gesicht nicht zu verziehen. Die Klinge war scharf, so dass sie mühelos durch den Stoff ihres Kleides drang und sie den Schnitt nicht direkt merkte, dafür begann es kurz darauf fies zu brennen. "Ich halte nichts von Lügen, ich dachte das sei klar geworden..."
    Geändert von Andromeda (14.02.2012 um 22:47 Uhr)

  6. #6
    [Erynn]
    Als die Elfin wieder erwachte, war es noch sehr früh am Morgen - in diesem Falle nicht weiter verwunderlich, war es doch gerade erst Nachmittag gewesen, als sie sie am vergangenen Tag zur Ruhe gelegt hatte. Umso besser. Je schneller wir aufbrechen, desto eher finden wir die Fährte wieder. Sie kleidete sich an, kämpfte eine Weile mit einer Schnalle an ihrer Rüstung, die sich offenbar in den letzten Tagen irgendwann verbogen hatte und war schon halb aus dem Zimmer heraus, als sie den Schwertgurt vor dem Bauch schloß. Jetzt, wo sich die letzten Nachwirkungen des Alkohols verflüchtig hatten und sie ausgeschlafen war, kehrte der Tatendrang zurück.
    Erynn klopfte zuerst an die Tür der Assassinin. So, wie sie ihre Begleiterin einschätzte, würde diese es zu schätzen wissen wenn sie genug Zeit bekam, noch einmal die Annehmlichkeiten eines Badezimmers in Anspruch nehmen zu können. Wer konnte schon sagen, wann sich die Gelegenheit zum nächsten Mal ergab. Verdutzt stellte die Kriegerin fest, daß die Zimmertür nur angelehnt war. Seltsam. Sie zögerte kurz, schob die Tür dann vorsichtig einen Spalt breit auf und spähte in die Dunkelheit. "Dreveni?" Keine Antwort. Noch einmal rief Erynn den Namen der Meuchlerin, diesesmal etwas lauter. Wieder erfolgte keine Reaktion, und so trat sie leise in den Raum. Die Kerzen waren allesamt heruntergebrannt, das Bett war zerwühlt, aber leer. Erynn wartete eine kleine Weile, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Drevenis Bogen lehnte entspannt an der Wand, auch ihr Schwert war noch da. "Warum läßt du deine Waffen in einem unverschlossenen Zimmer zurück", fragte die Elfin leise in die Stille. Sie kehrte um, nahm eine Kerze aus ihrer Wandhalterung im Flur und sah sich dann in deren Licht genauer in dem Raum um. Bis auf die Tatsache, daß Dreveni nicht hier war, konnte sie zunächst nichts auffälliges erblicken, doch dann fiel ihr auf, daß auch der Schlüssel noch immer auf dem Nachtschränkchen lag. Das war einfach nicht die Art der Assassinin. Allein schon ihres Berufs wegen wäre sie niemals so nachlässig gewesen.
    Alarmiert wandte sie sich ab und ging schnellen Schrittes zum Zimmer des Beschwörers, wo sie energisch gegen das Holz der Zimmertür klopfte. "Arranges? Wach auf! Dreveni ist weg."

    [Arranges]
    Wenn man bedachte, dass der Nekromant sonst im besten Falle auch nur halbe Nächte zum Schlafen gehabt hatte, seit er mit Erynn unterwegs war, schien es ihm jetzt schlicht und einfach nur unmöglich, um so eine Zeit aus dem Schlaf gerissen zu werden. Allein schon deswegen, als dass man ihm noch vor gar nicht so langer Zeit nachgesagt hatte, dass er mehr als ungehalten reagierte, wenn man seinen Schlaf unterbrach. 'Ist ja gut, ist ja gut...' Knurrte Arranges so laut, dass Erynn aufhörte, wiederholt an die Tür zu hämmern, als würde die Taverne in Flammen stehen. Wie er war, wuchtete er sich vom Bett hoch, schlurfte zur Tür und zog diese mit nicht mehr als Hemd und Bruche bekleidet, auf und blickte der Dunmer missmutig in die Augen. 'Was denn?!' Nöhlte er ungehalten.

    [Erynn]
    Arranges wirkte alles andere als begeistert, wie er so, noch im Halbschlaf, im Türrahmen stand und Erynn knurrig anstarrte. Zumindest besaß er den Anstand, sich dabei nicht am Hintern zu kratzen, wenngleich es das Bild, das er gerade bot, perfekt abgerundet hätte.
    "Dreveni ist weg", wiederholte Erynn. "Ihr Zimmer ist unverschlossen und all ihre Sachen sind noch da, einschließlich der Waffen. Das ist doch ziemlich merkwürdig, findest du nicht? Los, zieh dich an, damit wir nach ihr suchen können."

    [Arranges]
    Ein nicht zu deutendes Knurren bestätigte Erynn wohl, dass der Magier vernommen hatte, dass die Elfe irgendetwas zu ihm sagte. 'Und deswegen weckst du mich?!' Knurrte er. Dann stand Erynn wieder vor der geschlossenen Zimmertür. 'Die wird sich den Hlaalu geschnappt haben und vor lauter Hingabe ihre sonstige Gewissenhaftigkeit verdrängt haben... die hockt bestimmt mit zerzaustem Haar zufrieden oben im Schankraum...' Grollte Arranges, dann war das Knarren der Bettfedern zu hören, als er sich wieder hinlegte.

    [Erynn]
    Erynn starrte für einen Lidschlag lang reichlich baff auf die geschlossene Zimmertür. "Danke für dein Interesse", sagte sie lakonisch zu dem Holz und war schon drauf und dran, dem Beschwörer zu folgen und ihn notfalls in die Klamotten zu prügeln, bevor sie sich eines besseren besann. Vielleicht hatte Arranges ja recht und Dreveni war tatsächlich irgendwo im Haus. Wenigstens das sollte sie nachprüfen, bevor sie hier weiter Panik verbreitete.
    Im Waschraum war sie nicht, dessen Tür stand offen und es war dunkel dort. Die Gaststube war ebenfalls leer und sonst gab es nicht viele Möglichkeiten, wo die Assassinin sich hätte aufhalten können. Bevor sie sich jedoch erneut an das heute Morgen offenbar komplizierte Unterfangen machte, den Magier aus den Federn zu kriegen, ging sie noch einmal in Drevenis Zimmer um sich zu vergewissern, daß die Meuchlerin vielleicht nicht doch wieder dort war. Noch einmal sah sich Erynn im Halbdunkel des Raumes um und wäre mit einem Mal fast auf die Nase geflogen. Sie war über etwas gestolpert, das sie kurz darauf als Drevenis Schuhe identifizierte. Wie auch immer sie es drehte und wendete, der Elfin fiel kein einziger gescheiter Grund ein, warum die andere Dunmerin barfuß durch Molag Mar laufen sollte.
    Diesesmal hielt sie sich nicht mit Klopfen auf, rauschte in das Zimmer des Beschwörers und versetzte dem Bettpfosten einen kräftigen Tritt, der die gesamte Konstruktion zum Wackeln brachte. "Ich sage dir, sie ist nicht hier! Und ich habe Grund zu der Annahme, daß sie nicht freiwillig gegangen ist. Also los, beweg deinen Arsch aus der Kiste, verdammt noch mal!"

    [Arranges]
    Es dauerte nicht sehr lange, da flog plötzlich die Tür gerade in dem Moment auf, in dem der Kaiserliche fast schon wieder ein wenig eingenickt wäre. Vor Schreck saß Arranges keine Sekunde später aufrecht im Bett und kniff aus Reflex die Augen zusammen, als Erynn ihm sehr deutlich klarmachte, dass sie genau meinte, was sie zuvor schon an der Tür zu ihm gesagt hatte. Jetzt hellwach und deutlich verärgert, blitzten die Augen des Magiers schwarz auf in dem dunklen Raum, als er mit dem Kopf herumfurh und die Kriegerin anstarrte. 'Hast du dir eigentlich den Verstand weggesoffen oder was zum Teufel soll das werden?!' Herrschte Arranges sie an. 'Hör auf hier Panik zu schieben, die deiner Paranoia entsprungen ist... und vor allem, HÖR AUF, mich damit zu belästigen... MORGENS!' Mit einem Ruck stand er auf, stieß Erynn unsanft zur Seite, angelte nach seiner Kniehose, zog diese reichlich ruppig an, tappte dann barfuß nach draussen und die Treppen hinauf in den Schankraum. Dort ließ er zweimal die flache Hand auf den Tresen krachen. Es dauerte nur einen Moment, bis der Wirt aus einem angrenzenden Raum hinter der Theke kam und ihn fragend und etwas verwirrt ansah. 'Guten Morg...' Der Nekromant unterbrach ihn mit einer herrischen Geste. 'Nein, der Morgen ist alles andere als gut... hat gestern abend oder heute früh eine der beiden Dunmerinnen das Haus verlassen... mit nichts weiter als einem Nachthemd?'

    [Erynn]
    Die Dunkelelfin ignorierte Arranges Gezeter. Wenigstens war er jetzt wach. Sie folgte ihm, als er in die Gaststube stürmte, und blieb schließlich leicht versetzt zwei Schritte hinter ihm stehen. Ein rascher Blick zeigte ihr, daß sich außer ihnen beiden und dem reichlich überrumpelten Wirt niemand in dem Raum aufhielt. Also konzentrierte sie sich auf den Mann hinter dem Tresen und sah ihn mit versteinertem Gesicht an. Zunächst würde Erynn dem Beschwörer das Reden überlassen, jedoch legte sie ihre Rechte betont langsam und gut sichtbar auf den Griff ihres Schwertes. Mit etwas Glück würde die Demonstration von Entschlossenheit genügen um den Wirt zur Kooperation zu bewegen - so er denn etwas wußte, das ihnen weiterhelfen würde.

    [Arranges]
    Der Wirt blickte erst Arranges nochmal verwirrter an, dann Erynn. Dabei entging ihm ihre Geste nicht. 'Nun... nein... nicht, dass ich wüsste.' Sagte er zwar mit fester Stimme, aber sein Gesicht verriet, dass er wohl eher versuchte, der Frage irgendwie aus dem Weg zu gehen. Arranges sah ihm eindringlich in die Augen. 'Seid ihr sicher?'
    'Ganz sicher!' Antwortete er wieder bestimmt, aber mehr und mehr schien es, als wolle er tatsächlich nicht wirklich sagen, was er wirklich wusste. 'Ich habe nicht die beste Laune heute morgen... und dieses Blutauge ist umgerechnet in Münzen einiges Wert... also noch einmal: Wisst ihr etwas oder nicht?' Der Wirt wurde nervös, wieder zuckten seine Augen kurz zu Erynn. 'Ich... selbst wenn ich etwas wüsste, ich kann es euch nicht sagen...' Weiter kam er nicht, denn schon hatte ihn Arranges am Kragen gepackt und riss ihn zu sich über den Tresen. Die dunklen Augen des Magiers waren nur noch einige Fingerbreit von denen des Dunmers entfernt. 'Was soll das heißen, selbst wenn ihr etwas wüsstet?'
    'Es heißt, dass ich euch nichts sagen kann.' Antwortete der andere jetzt mit zitternder Stimme. Der Widerstand des Mannes bröckelte mit jedem Herzschlag. Und plötzlich krachte der Kopf des Mannes auf die Theke, nachdem Arranges ihn noch einige Augenblicke angestarrt hatte. Mit einer Hand, die er auf die eine Seite des Kopfes gepresst hatte, hielt er diesen so auf dem Holz, dass der Wirt gezwungen war, in eine Richtung zu blicken. Mit der anderen Hand rief Arranges einen Dolch und rammte diesen direkt vor den Augen des Dunmers in die Tischplatte. 'Wenn ich jetzt wieder keine brauchbare Antwort bekomme, werde ich testen, wie viele Finger ihr bereit seid zu opfern, ehe ihr mit sagt, was ihr wisst!' Es dauerte nur einen Augenblick, bis der Dunmer in unterdrückt flehendes Schluchzen ausbrach statt etwas zu erwidern...

    [Erynn]
    Erynn besah sich das Schauspiel stumm und ohne jede Regung. Der Kerl log schlechter als sie selbst, wie sich bald herausstellte. Arranges' Verhörmethode ließ zwar etwas an Eleganz vermissen, dürfte sich jedoch innerhalb kurzer Zeit als zielführend herausstellen, dem Gesichtsausdruck des Wirts nach zu urteilen. Die letzte Drohung des Kaiserlichen veranlaßte die Kriegerin zu einem kalten, humorlosen Lächeln, das sie beibehielt, wärend sie ein paar Schritte zur Seite und somit wieder in das Gesichtsfeld des Verhörten trat. Lernst du gerade doch noch was es bedeutet, in der Gruppe zu kämpfen, Beschwörer? Ich bin beeindruckt. Die rechte Hand unverändert um ihre Waffe geschlossen, hob sie die Linke und hielt sie so, daß der Mann sie sehen mußte. "Ich empfehle Euch wirklich, jetzt damit herauszurücken, was Ihr wißt", sagte sie sanft. "Er meint es ernst..."

    [Arranges]
    Mit weit aufgerissenen Augen starrte der Wirt auf die Hand der Dunmer, welche nur noch vier, statt fünf Finger besaß. 'Es waren zwei von der Morag Tong... zwei Meuchler, die die Dunmer mitgenommen haben... entführt, heute mitten in der Nacht... sie versprachen mir eine hohe Summe, wenn ich schweigen würde...' Sprudelte es plötzlich aus ihm heraus. Die Morag Tong also... zum Henker mit dir, Dreveni! Was hast du mit der Konkurrenz zu schaffen, die verschiedenen Gilden gehen sich doch normal aus dem Weg?! 'Wo haben sie sie hingebracht?' Fragte Arranges weiter. 'Ich weiss es nicht... ICH WEISS ES WIRKLICH NICHT!' Brüllte er, als der Kaiserliche den Druck auf seinen Schädel verstärkte. 'Habt ihr vielleicht eine Idee?'
    'Nein verflucht! Fragt unten beim Schlickschreiter nach, vielleicht hat sie da jemand gesehen...'
    'Nun gut... ich danke euch.' Damit ließ Arranges von ihm ab.
    'Los, beweg dich, Erynn!' Damit verschwand er wieder die Treppen nach unten und machte sich daran, seine Sachen zusammen zu packen.
    Geändert von Glannaragh (30.10.2011 um 00:52 Uhr)

  7. #7
    Arranges und seine Begleiterin hatten recht schnell zusammen, was sie an Gepäck mit sich führten. Zudem nahmen sie auch noch das von Dreveni mit. Sie besorgten noch die Netchledermasken, die der Beschwörer angesprochen hatte. Jene von Erynn hatte eine etwas wilde Form und ähnelte dem Vulkanglashelm nach Morrowindstil, während Arranges Maske eine massive Haube mit geschwärzter Brille und dickem Tuch um die Mundpartie war.

    Danach verließen sie die Festungsstadt und hielten auf den Schlickschreiter zu, welcher nicht weit entfernt an der staubigen Straße stand. Eine Dunmerin begrüßte sie. 'Entschuldigt Sera, aber habt ihr heute Nacht hier zwei schwer beladene Männer vorüberkommen sehen?' Die Frau überlegte einen Moment, während sie die beiden musterte. 'Ja... sie sind nach Norden aufgebrochen... Ich meine, einer hätte etwas von einer Ruine der Dwemer gemurmelt, ich konnte aber den Namen nicht verstehen.'
    'Dwemer Ruine?'
    'Ja. Aber die einzige, die in genau dieser Richtung liegt, ist Nchuleftingth.' Die Frau zuckte mit den Schultern. 'Galom Daeus wäre auch noch im Nordwesten, aber ich glaube kaum, dass sie dahin gegangen sein könnten. Über dem Zentrum der Molag Amur tobt seit einigen Tagen ein übler Aschesturm, in den sich auch erfahrene Aschländer nicht trauen würden.' Arranges nickte dankend. Nachdem sie sich verabschiedet hatten, holten sie die Guare und machten sich auf den Weg.

    Sie hetzten die Tiere regelrecht voran. Es schien nur diesen einen Weg zu geben, der nach Norden über ein zentrales Massiv führte. Die Guare wurden von sich aus bereits langsamer, am Ende Ihrer Kräfte, als der nächste Tag heraufzog und an einem der vielen Hänge plötzlich seltsame Strukturen aus dem morgendlichen Dunst auftauchten. Türme und Gebilde, wie sie noch keiner der beiden gesehen hatte. Die Türme bestanden aus einer geradezu lächerlich schmalen Säule, auf welcher eine massive, breite, kugelartig geformte Spitze saß. Alles schien zum größten Teil aus Metall zu bestehen. Als Arranges und Erynn langsam näher kamen, erkannten sie auf einer Seite etwas wie einen Eingang. Ein Torbogen, in dessen Mitte eine runde Kugel saß. Deutlich war der Spalt zu erkennen, der die Kugel teilte und wohl auf etwas wie Torflügl hinwies.

    Drei vollbepackte Guare in der Nähe des Eingangs wiesen zumindest darauf hin, dass diese Ruine nicht so verlassen war, wie es zunächst schien...

  8. #8

    Nchuleftingth

    Der Dunmer betrachtete interessiert das Blut an Drevenis Arm, das langsam ihre Kleidung verfärbte. "Vielleicht solltet ihr auch noch erfahren, was es für mich bedeutet, dass ihr gerade mir in die Hände gefallen seid. Feryn hat sich zwar mit der gesamten Gilde angelegt, aber mir persönlich liegt sehr viel daran, dass ich selbst ihn erwische. Die Gilde interessiert sich hauptsächlich für die Dokumente. Also noch mal: Wo sind sie?"
    Dreveni überlegte sich, wie sie ihre Antwort so formulieren konnte, dass der Dunmer nicht noch weitere Muster in ihren Körper ritzte, aber sie wusste wirklich nicht einmal im Ansatz, um was für Dokumente es ging. Und würde der andere erfahren, dass sie Feryn ermordet hatte, wollte sie auf jeden Fall ganz weit weg sein. Allerdings erschlug er sie vielleicht auch im Affekt. Nein, der hat genug Beherrschung... Langsam war sie wirklich am Ende, nicht nur dass ihre Lage aussichtslos war, sie kannte das ganze Spiel selbst zu genüge. Zwar hatte sie nie diese offensichtliche Befriedigung aus Folter gezogen wie es ihr gegenüber anscheinend tat, aber die Methoden waren ihr durchaus vertraut, ihr war auch bewusst dass er noch nicht einmal richtig angefangen hatte.
    "Vor über zwei Monaten habe ich ihn bei Bravil in Cyrodiil kurz gesprochen. Danach habe ich seine Spur verloren, und ich weiß NICHTS von irgendwelchen Dokumenten, ich weiß nur dass er auf der Flucht war, mehr hat er mir nicht gesagt!" Diese Antwort brachte ihr den gleichen Schnitt auf dem anderen Arm ein. "Seine Spur verloren? Das glaubt ihr doch wohl selber nicht."
    "Wenn ich es doch sage..." In Erwartung weiterer Schnitte schloss sie die Augen, doch dieses mal stand der Dunmer auf, trat hinter sie und betrachtete ihre hinter der Lehne zusammengebundenen Hände. "So schöne lange Finger..." Mit einer schnellen Bewegung verdrehte er sie an ihrer rechten Hand und Dreveni schrie nun doch auf, als sie mindestens zwei davon brechen merkte.
    Als sich ihr Peiniger gerade wieder setzte trat einer der Dunmer die sich noch hier aufhalten mussten, durch den Durchgang an sie heran. Er sagte etwas auf Dunmeri zu dem anderen, und bedachte Dreveni dabei mit ziemlich eindeutigen Blicken. Der Mann, der sie verhörte, wandte sich danach wieder ihr zu: "Ich bin aber manchmal auch zerstreut. Glücklicherweise hat mich mein Freund daran erinnert, was ich ihm und den anderen versprochen habe, bevor ihr zu zerstört seid... Aber ich denke, nachdem mich Feryn dermaßen hintergangen hat, gebührt die Ehre zuerst mir."
    Sie brauchte einen Moment, bis die Erkenntnis zu ihr durch drang, was er damit meinte, außerdem musste sie noch mit den Schmerzen in ihrer Hand kämpfen. Den anderen?? Wie viele.. "Vielleicht hilft das auch eurem Gedächtnis etwas auf die Sprünge."
    "Ich weiß wirklich nicht mehr!", sagte sie jetzt doch mit aufkommender Panik in der Stimme. "Glaubt ihr nicht, ich würde ihn spätestens jetzt ans Messer liefern? Dafür dass er mich in diese Situation gebracht hat??" Tatsächlich war das der Moment, ab dem sie Feryn so oder so umgebracht hätte, hätte sie sich damals bei Bravil doch anders entschieden. Es konnte doch fast nicht wahr sein, dass er von ihr bei seinen Gildenbrüdern erzählt hatte.
    "Ich weiß nicht, was ich euch glauben soll, aber ich denke das wird sich im verlauf der nächsten Stunden so oder so klären.", antwortete er nur kalt, während er dem anderen einen Wink gab, sie loszubinden. "Denkt nicht einmal daran, euch zu wehren, zu treten oder zu beißen. Ihr würdet es bitter bereuen. Und wisst ihr, was das schöne ist? Da wir ja Kollegen sind, versteht ihr sicher auch ohne große Erklärungen, was man jemanden antun kann, ohne dass er stirbt, oder?" Während der andere ihre Fesseln löste, überlegte sie hektisch, ob es noch einen Ausweg geben konnte. Langsam verfiel sie tatsächlich in Panik, es war doch etwas anderes im Kampf zu unterliegen und plötzlich eine Klinge an der Kehle zu haben, als hier gefesselt und ausgeliefert zu sein. Ihre Überlegungen wurden jäh unterbrochen, als der andere nicht zimperlich dabei war, die Fesseln in ihrem Rücken zu lösen und sich auch nicht um die gebrochenen Finger scherte, die er ihr beiläufig noch einmal verdrehte, so dass sie keuchend nach Luft schnappte. Außerdem zirkulierte jetzt langsam das Blut wieder in ihren Gliedmaßen, was diese schmerzhaft kribbeln ließ. Als er damit fertig war, zog er sie auf die Beine, die ihr aber erst einmal einknickten, da auch sie komplett eingeschlafen waren. Brutal wurde sie wieder nach oben gezerrt, während ihr die Hände jetzt wieder auf den Rücken gebunden wurden. "Carmala.", nuschelte sie nur.
    "Bitte?"
    "Sie sind in Carmala. Einer Festung bei Chorrol.", sie sah dem großen Dunmer in die Augen, der sie verhörte. "Dort hat er sie versteckt."
    "Ich fürchte, noch kann ich euch das nicht glauben.", sagte er, während er näher an sie heran trat. Sie konnte seinen Atem an ihrem Gesicht spüren, genauso wie die Wärme die von seinem Körper ausging, und versuchte, den Kopf wegzudrehen, allerdings hielt er gleich darauf ihr Kinn mit seiner Hand fest. Sie hätte ihm jetzt einfach ein Knie in den Magen rammen können, aber was hätte ihr das schon gebracht? Er hatte recht, es wäre dumm sich zu wehren. "Habt euch doch nicht so, ich denke sonst seid ihr auch nicht so schüchtern...", sagte er leise mit dem Gesicht nahe an ihrem Ohr, während er mit der freien Hand über ihren Körper fuhr. Inzwischen zitterte sie wirklich, wenn auch zum Teil deshalb weil sie einige Stunden unbeweglich an den Stuhl gefesselt war und jetzt einfach keine Kraft in ihren Muskeln hatte. Sie wollte einen Schritt zurück weichen, aber der zweite Dunmer stand immer noch hinter ihr und hielt sie fest...

  9. #9
    Zum Teufel mit dir, Assassinin... wie kann man nur dermaßen unfähig sein?! Dachte sich Arranges zum gefühlt hundertsten Male, seit sie sich der Ruine langsam näherten. Der Nekromant hatte sich in Gedanken schon eine ganze Reihe wüster Formeln zurechtgelegt, als er den ersten Turm der dwemerischen Ruine aus dem Nebel auftauchen sah. Der Kaiserliche wusste in dem Moment, als er sich aus dem Sattel des Guars schwang, auch gar nicht so recht, auf wen er jetzt zorniger war. Auf die Meuchler, die seine Assassinin entführt hatten und ihm damit eine erfolgversprechende Jagd nach Gumora verwehrten, oder aber auf die Meuchlerin selbst, weil sie so unglaublich dämlich war, sich von ihresgleichen fangen zu lassen... aus welchen Gründen auch immer, beides war im eigentlich egal. Überhaupt störte sich der Magier daran, dass er auf der Suche nach dem Molch behindert wurde, schon wieder. Ich werde dich ausnehmen wie ein abgestochenes Kaninchen, Gumora. Dessen kannst du dir sicher sein! Mit entschlossenen Schritten ging der Magier mit stumpfem Ausdruck, den die Netchledermaske vor seinem Gesicht bildete, auf die Tür zu. Klinke?! Er besah sich den Torrahmen, von Erynn nahm er bereits keine Notiz mehr. Als er wieder nichts sah, knurrte er unter dem dicken Tuch, das seinen Mund bedeckte, kehlig und ging einige Schritte zurück. Wenn ich dich da heraus habe, Dreveni, binde ich dich an deinem Guar fest und den Mund öffnest du dann, wenn du danach gebeten wirst! Grelles Feuer bildete eine gleißende Sphäre zwischen den beiden vorgereckten Händen des Kaiserlichen. Ein unbeschreibliches Dröhnen und Krachen schmerzte nur eine Sekunde später in den Ohren, als Arranges den Feuerzauber auf die kugelartige Tür richtete. Man konnte förmlich spüren, wie sich der Schall in den metallischen Innereien der Ruine unter der Erde fortsetzte.

    Als sich der Staub einige Augenblicke später verzogen hatte, starrte Arranges die Tür, die nichteinmal einen Kratzer davongetragen hatte, hasserfüllt an. 'Verdammt nochmal!' Fluchte er unter seinem Helm. Wieder ballte er massive magische Kräfte in den Händen. Doch bevor er erneut auf die Tür feuern konnte, drang ein schabendes Geräusch zu ihm durch. Einen Augenblick später teilte sich die Kugel in der Mitte und gab den Durchgang frei. In der Mitte tauchte eine Gestalt auf und spähte nach draussen. Der Dunmer hatte nichteinmal den Hauch einer Chance. Auch die natürliche Feuerresistenz seiner Rasse konnt nicht verhindern, dass er in dem Feuerstrahl, der nur den Bruchteil der Dauer eines Lidschlags später aus den Händen des Beschwörers hervorschoss, einfach verpuffte. Gedärme, Hautfetzen und ein paar wenige verkohlte Reste der Lederrüstung, die er getragen hatte, zierten jetzt den Eingang der Ruine.

    Ohne zu zögern betrat Arranges die Ruine. Drinnen war alles absolut anders, als er erwartet hatte. Die Beleuchtung schien aus irgendwelchen seltsamen Röhren zu bestehen und ansonsten war beinahe alles aus Metall oder Erzen gefertigt. Aber er hielt sich nicht zu lange damit auf, die Architektur zu bestaunen, denn kaum hatte er ein paar Schritte in den Raum hinter dem Eingang gewagt, stand ihm ein weiterer Dunmer in leichter Rüstung gegenüber. Es war dem Mann deutlich anzusehen, dass er absolut nicht wusste, was er mit dem Unbekannten dort anzufangen hatte. Er blickte in die regungs- und emotionslose Maske und war für eine Sekunde so von der ganzen Situation und der schieren Gleichgültigkeit, mit der der Fremde sein Schwert blitzschnell zog und ihm durch den Brustkorb stieß, überrumpelt, dass er nichteinmal den Ansatz von Gegenewehr zeigte.

    Arranges riss sein Schwert zurück und kümmerte sich nicht mehr um den vor ihm wie ein krummer Turm in sich zusammensackende Dunmer. Zwei weitere Gänge führten von der Eingangshalle weg. Aus einem drangen Schritte zu ihnen herauf. Einen Herzschlag später sah sich Arranges einem weiteren Dunmer gegenüber. Für einen kurzen Moment fassungslos, blickte dieser auf seinen am Boden liegenden Kameraden und rief irgendetwas, das Arranges nicht verstand. Es war ihm im auch egal. Ohne Worte hob er beinahe gelassen die linke Hand, als wolle er eine imaginäre Person vor sich dazu auffordern, aufzustehen, während er weiter dem Dunmer in die Augen sah. Dessen Fassungslosigkeit wandelte sich plötzlich zu Zorn. Er riss die beiden Dolche aus seinem Gürtel und wollte gerade auf den Kaiserlichen zustürmen, als vor ihm ein Skelettmeister aus dem Boden wuchs und ihn mit der selben regungslosen Miene aus dunklen Augenhöhlen heraus anstarrte. Ein Kampf entbrannte zwischen den beiden. Lautstark gebrüllte Befehle drangen plötzlich aus einem der anderen beiden Gänge zur Eingangshalle. Arranges spürte, wie ihm jemand von hinten einen Arm um den Hals legte. 'Ganz ruhig...' Hörte er die Stimme eines Khajiits in seinem Nacken. Richtig, beweg dich nicht, sonst geht mein Schlag ins Leere... Dann warf er den Kopf ruckartig nach hinten und spürte die Schnauze des Tiermenschen mehr als nur einmal brechen. Komplett überrascht und von viel zu plötzlichem Schmerz gepeinigt, kreischte das Katzenwesen auf. Der Nekromant entwadt sich dem Griff des Assassinen und mit dem Schwung der Drehung flog dem Khajiit der Ellenbogen des Kaiserlichen in die linke Gesichtshälfte. Das Schwert folgt beinahe so schnell von der anderen Seite und drang knackend und reissend auf Hüfthöhe in den Körper ein. Ein erneuter Feuerzauber sorgte dafür, dass dem Tiermenschen noch der halbe Torso weggerissen wurde und der Rest von ihm quer durch den Raum segelte und schwer an eine Wand klatschte.

    Arranges wählte ohne lange Zeit zu verschwenden, eher per Zufall aus, welchen Gang er nahm und ging einfach weiter. Der andere Dunmer wurde bereits übel von dem Untoten bedrängd und würde wohl nicht mehr zu lange durchhalten. Auch um Erynn kümmerte sich der Magier nicht in diesem Moment. So groß kann diese Ruine nicht sein... wo zum Teufel haben sie dieses Weibsbild versteckt?
    Geändert von weuze (30.10.2011 um 15:34 Uhr)

  10. #10
    Die Ruine war ziemlich weit entfernt von Molag Mar und Erynn fürchtete zwischenzeitlich, daß sie die Guars zuschanden geritten haben würden, bevor sie Nchuleftingth erreichten. Endlich jedoch, als sie schon fürchtete zum Abwarten gezwungen zu sein, weil aufziehender Nebel das Licht von Monden und Sternen schluckte und sie fast blind in der Aschewüste zurückließ, schälten sich fremdartige Strukturen aus dem Zwielicht, seltsamer als alles, was die Elfin je zuvor gesehen hatte. Was auch immer diesen Bau aufrecht erhielt, mit normaler Statik hatte es wohl nicht viel zu tun.
    Sie überließ es Arranges, die Speerspitze zu bilden, genau genommen blieb ihr auch nichts anderes übrig, da der Nekromant längst zur Höchstform aufgelaufen war und gleich von Anfang an so viel Radau veranstaltete, daß Erynn die Überlegung einer vorsichtigen Infiltration direkt verwarf. So hielt sie sich ein Stück weit hinter ihm, einen Pfeil auf der Sehne, um mit einem schnellen Schuß eingreifen zu können, wenn die Situation Gefahr lief, außer Kontrolle zu geraten.

    Dann wurde es hektisch. Erynn hörte Rufe aus den Tiefen der Ruine und der Beschwörer wurde plötzlich von einem Khajiit angesprungen, der sich zuvor für ihrer beider Augen unsichtbar im Schatten verborgen haben mußte. Spätestens als das Katzenwesen starb, war ihre Position preisgegeben. Die Entführer mußten nichts weiter tun als den Schreien zu folgen. Die Kriegerin hob ihren Bogen und blickte, die Wand des Ganges stets in ihrem Rücken behaltend, immer wieder um sich, während sie Arranges tiefer in die Dwemerstätte folgte. Vor ihnen tauchte eine kurze Treppe auf, die einige Stufen nach unten führte, als Erynn ein Geräusch hinter sich mehr spürte als hörte, das nicht ganz zu dem dauernden Knarren und Ächzen des uralten Bauwerks passen mochte. Sie duckte sich und fuhr herum, entging nur knapp einem Wurfmesser, das harmlos ihre Maske streifte und außer Sicht verschwand. Die Elfin legte an, nahm sich aber nicht mehr die Zeit wirklich zu zielen, als sie am Fuße der Treppe Tumult vernahm. Man hatte sie in die Zange genommen.
    Sie ließ die Sehne fahren und beobachtete, wie einer der Jagdpfeile ihres Vaters die Netchlederrüstung des Angreifers durchschlug und zitternd in dessen Unterleib stecken blieb. Der Mann kippte auf die Seite, beide Hände um den Pfeilschaft gekrampft, und begann zu schreien. Er kreischte immer noch als Erynn herumwirbelte, den nächsten Pfeil bereits auf der Sehne. Sie sah gerade noch, wie der Beschwörer zurücktaumelte und sich schüttelte, als sei ihm schwindelig. Er wurde von zwei weiteren Gestalten schwer bedrängt, die wie sie selbst Ledermasken trugen und bösartig aussehende, schwere und doch seltsam elegante Streitkolben schwangen. Die Dunmer fällte einen von ihnen mit ihrem nächsten Schuß, doch um ein weiteres Mal anzulegen blieb keine Zeit mehr. Erynn stieß sich ab, überwand die Treppe mit einem einzigen Sprung und flog, das rechte Bein vorgestreckt, auf den zweiten Gegner zu. Sie hatte auf das Knie gezielt, jedoch geriet ihr Sprung eine Handbreit zu kurz und so traf ihr Außenspann stattdessen die Wade ihres Widersachers. Es genügte, um seinen Zweck zu erfüllen. Die Elfin hörte das Schienbein brechen. Vom Schwung ihres Körpers weitergetragen, fiel sie über den strauchelnden Körper, rollte sich ab und kam gerade rechtzeitig wieder auf die Füße um zu sehen, wie Arranges seine Silberklinge im Rückgrat ihres Feindes versenkte und ihm so den gar aus machte.
    Kaiserlicher und Dunmer sahen sich einen Moment lang an. „Bist du in Ordnung?“ fragte Erynn. Ihre Stimme klang dumpf unter dem Mundtuch. Arranges nickte nur und winkte ab.
    Sie setzten ihren Weg fort, und schon nach der nächsten Biegung des Gangs fanden sie sich vor einer der seltsamen runden Metalltüren wieder, die so typisch für den Baustil der Dwemer zu sein schienen. Erynn hängte den Bogen über ihre Schulter und zog das Schwert. Ein weiteres Nicken, dann griffen sie jeder nach einem Türflügel und rissen sie auf.
    Sie platzten in einen weiteren, komplett mit Metall ausgekleideten Raum. Drei Personen befanden sich darin, von denen zwei sie mit einer Mischung aus Überraschung, Zorn und Entschlossenheit anstarrten. Und zwischen ihnen... Dreveni!
    Einer der beiden Dunmer hielt die Assassinin grob bei den Oberarmen gepackt, der andere, sehr dicht vor ihr, hatte seine Hand in den schönen, schwarzen Haaren ihrer Begleiterin vergraben und deren Kopf in schmerzhaft aussehendem Winkel nach hinten gerissen.
    Das Erstaunen der beiden Männer und die damit einhergehende Reglosigkeit währte nur einen Lidschlag, kürzer jedenfalls als das kalte, lähmende Gefühl, das Erynn durch die Glieder fuhr. Sie kannte diese Situation nur zu gut.
    Dreveni wurde zu Boden geschleudert und blieb dort zunächst reglos liegen, als die Entführer sich Beschwörer und Bogenschützin zuwandten. So plötzlich wie die Starre gekommen war, verschwand sie auch wieder. Mit einer Geschwindigkeit, von der Erynn bisher nicht gewußt hatte daß sie sie besaß, warf sie sich jenem entgegen, der zuvor hinter der Meuchlerin gestanden hatte. Sie riß das Langschwert hoch über ihren Kopf, ihre eigene Deckung nicht achtend, und ließ es mit aller Macht auf den Dunmer niedergehen, durchbrach mit schierer Wucht dessen Verteidigung und schlug ihm das Kurzschwert aus der Hand, brachte ihre Klinge mit einer vollen Drehung ihres Körpers herum und spürte mit schwärzester Befriedigung, wie Muskeln und Sehnen des Halses dem kalten Stahl nachgaben. Ihr Gegner öffnete den Mund, brachte aber nichts heraus als einen Schwall dunkelroten Blutes. Dann stürzte er.
    Allein die Maske verhinderte, daß sie auf den Leichnam spuckte, dann fuhr sie zu dem Nekromanten herum, der mit dem anderen Entführer focht. „Arranges!“ brüllte sie über den Kampfeslärm hinweg „Laß ihn am Leben!“ Laß ihn am Leben. Dieser da gehört Dreveni...
    Geändert von Glannaragh (01.11.2011 um 20:51 Uhr)

  11. #11
    Arranges hatte nur einen Moment nicht aufgepasst, als er den schweren Hieb einer keulenartigen Waffe auf Brusthöhe spürte. Das Kettenhemd hielt allen mögichen Angriffen problemlos stand, nur war es eben keine massive Platte und so waren Waffen wie etwa Streitkolben besonders problematisch. Er schmeckte einen leichten Hauch von Blut auf der Zunge, als er ausatmete, aber die Rippen waren wohl noch alle heil. Nur eine grobe Quetschung...

    Und dann hatten sie wohl gefunden, wonach sie gesucht hatten. Dreveni hing hilflos, mehr in Fetzen, als Kleidung, in den Armen zweier Dunmer. Einer davon hielt nur einen Herzschlag nachdem sie den Raum gestürmt hatten, direkt auf ihn zu. Arranges parrierte den ersten Schlag ohne Mühe, der zweite fand allerdings eine Lücke in seiner Dekung und kreischte funkensprühend über die Mithrilkette. Knacken und das Reissen von Fleisch verriet, dass Erynn den anderen bereits erledigt hatte. Mitten im Schlag hielt der Dunmer inne und blickte an Arranges vorbei. Der wollte bereits zum tödlichen Schlag ausholen, zögerte aber einen Lidschlag zu lange, als Erynns Stimme unter die Maske drang. Der Hieb ging ins Leere, denn der andere hatte wohl verstanden, was die Kriegerin gerufen hatte und sich blitzschnell außer Reichweite der Klinge des Nekromanten gebracht.

    Woher es auch immer kam, aber plötzlich war der Meuchler im Begriff, ein Wurfmesser nach Dreveni zu schleudern. Wohl kaum, ich hab für die bezahlt und diese Schulden sind noch nicht beglichen! Entschlossen griff der Kaiserliche in die Luft in die Richtung, wo der Dunmer den einen Arm mit dem Wurfmesser hoch erhoben hielt. Die Bewegung wurde so plötzlich gestopt, dass die Muskeln trotz dem physischen Widerstand der Knochen im Arm weiterarbeiteten. Ein Geräusch, als würde ein dicker, voll im Saft stehender Baum einfach so umgeknickt werden, erklang. Das Messer viel aus der kraftlosen Hand und schlug klirrend auf. Ohne eine Regung riss Arranges seinen Arm zurück, ohne den telekinetischen Zauber zu lösen. Entgegen jeden natürlichen Winkels, folgte ihm der Arm des Dunmers und es knackte nochmals in der Schulter. Verblüffen und Schock überwindend, brüllte der Assassine plötzlich auf vor Schmerz und sackte kraftlos zu Boden. Dort wand er sich wie eine Schlange, der man auf halber Länge ihres Körpers das Rückgrat durchgetreten hatte.

    Arranges steckte sein Schwert weg, ging an dem Mörder vorbei auf Dreveni zu. 'Seid ihr sehr schwer verletzt?' Fragte er harsch durch die Maske.
    Geändert von weuze (01.11.2011 um 21:01 Uhr)

  12. #12
    Dreveni hatte die Augen geschlossen und sich mehr oder weniger ihrem Schicksal ergeben, da flog plötzlich die Tür auf und es kamen zwei Gestalten in den Raum gestürmt. Wer das war, konnte sie nicht erkennen, die beiden waren in eigenartige Masken gehüllt, außerdem erhielt sie gleich darauf einen Stoß und fiel zu Boden. Sie schlug hart mit den Knien auf, konnte aber noch verhindern mit dem Gesicht voran auf dem Boden zu landen. Sie dankte Mephala für das Auftauchen der beiden und versuchte, sich wieder auf die Beine zu stemmen. Das gelang ihr allerdings erst beim zweiten Versuch, derweil wurde der Dunmer der sie gerade noch gehalten hatte, von einem der Eindringlinge fast geköpft. Arranges? Woher kommen..., da sah sieh, wie der zweite Dunmer, der gerade noch seine Finger an ihr gehabt hatte, mit einem Messer auf sie zielte, sie war noch immer nicht ganz auf die Beine gekommen. Auf einmal verbog sich sein Arm seltsam, und das Messer fiel zu Boden, Sekunden später folgte ihm schreiend der Dunkelelf. Inzwischen war auch Arranges an sie heran getreten und sie selbst endgültig wieder auf den Beinen.
    "Nein.", antwortete sie nur dumpf, und drehte ihm den Rücken zu als stumme Aufforderung, ihr die Fesseln durchzuschneiden. Der Nekromant kam der Aufforderung auch nach, kaum konnte sie ihre Arme wieder bewegen sah sie sich suchend im Raum um. Arranges und Erynn ignorierte sie jetzt komplett, wie auch den Schmerz in ihrer rechten Hand oder die Beule an ihrem Hinterkopf. Schließlich sah sie, was sie suchte, ging zielstrebig auf den Dolch zu den ihr Peiniger fallen gelassen hatte, und hob ihn mit der linken Hand auf. Danach näherte sie sich dem Dunmer und trat ihn mit Wucht in die Seite, so dass er keuchend auf dem Rücken liegen blieb. Dass sie sich ihre Zehen an seiner Lederrüstung stauchte, interessierte sie jetzt ebenfalls nicht. Mit einem weiteren Satz war sie über ihn, das Knie an der Kuhle an seinem Hals und den Dolch vor seinem Gesicht. "Aufhören zu jammern.", sagte sie, und als er nicht sofort parierte, verstärkte sie den Druck mit ihrem Knie. Als er sie ansah und still war, fuhr sie fort: "Jetzt will ich ein paar Antworten. Was hat Feryn alles von mir erzählt?" Der Dunmer sah ihr nur voll Verachtung in die Augen und brachte einen Schwall Worte auf Dunmeri über die Lippen. Dreveni meinte ein paar üble Beleidigungen zu hören, aber das interessierte sie nicht weiter. "Falsche Sprache", sagte sie nur ruhig, während sie in seine rechte Wange mit dem Dolch ein Kreuz ritzte. "Du dreckige kleine fremdländische ••••, du sprichst nicht mal die Sprache deiner Ahnen und meinst..."
    "Falsche Wortwahl", während die linke Wange langsam ein Dreieck zierte. "Hättet ihr mir übrigens nicht die Hand gebrochen würde es hübscher werden, so muss ich leider die linke Hand nehmen..."
    "Von mir wirst du nichts erfahren!", sagte er, und die Mischung aus Stolz und Verachtung die sie in seinen Augen sehen konnte, sagte ihr, dass es ihm Ernst war. Sie würde vermutlich aus ihm nichts herausbekommen.
    "Ihr habt Glück dass ich euch das glaube und wir es außerdem eilig haben.", zischte sie ihm zu. "Aber dafür möchte ich euch noch etwas sagen: Feryn ist tot. Ich habe ihn abgestochen damals bei Bravil. Ich habe das, was ich schon vor 10 Jahren hätte tun sollen zu Ende gebracht. Und nachdem er mir nicht gesagt hat, wo eure verfluchten scheiß-Dokumente sind, wird er das wissen wohl mit in sein nicht vorhandenes Grab genommen haben." Bei den letzten Worten hatte sie fies gegrinst und ihm drei schöne Stirnfalten eingeritzt. Langsam schien ihm zu Dämmern, was sie gerade gesagt hatte. "Und nachdem ihr jetzt sterben werdet, hätte ich auch keine Gründe, euch anzulügen. So ganz unter Kollegen gesprochen.", sagte sie, bevor sie ihm den Dolch durch die Rüstung ins Herz rammte. Sie stand auf, würdigte den toten Dunkelelf keines Blicks mehr und sah sich kurz im Raum um. Auf einem Tisch konnte sie ein Stilett sehen, dass ihr verflucht bekannt vor kam, und nahm es an sich. Danach wurde ihr erst wieder die Anwesenheit von Arranges und Erynn bewusst, auch wie zerschlagen sie selbst eigentlich war. Sie wandte den beiden ihr müdes Gesicht zu und sagte nur: "Wo gehts hier raus?" Sie musste wirklich an die frische Luft, noch einen Augenblick länger hier drinnen, und sie würde ausflippen.

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