Der Kaiserliche hatte alles ohne weiteren Kommentar hingenommen, er war komplett mit seiner Wut beschäftigt. Auch der kleine, schwach glimmende Funke tief in seinem Innern, der aufschrie, als Erynn sich tatsächlich von ihm losmachte, verstummte unter dem Inferno, das in seinem Kopf wütete. Dann verreckt eben elendig! Mehr habt ihr auch nicht verdient! Hätte Arranges die Möglichkeit gehabt, hätte er wohl aufs Übelste randaliert, aber die Tatsache, dass er zusätzlich zu dem Fluch noch immer an Händen und Füßen gefesselt war... Moment! Gefesselt... Wie... dämlich bin ich eigentlich selbst?! Erst jetzt registrierte Arranges, dass er an Händen und Füßen nur mit einfachen Stricken gefesselt war. Absolut sinnloser Zorn entfachte gleißende Sphären an Fuß- und Handgelenken und pulverisierte die Fesseln regelrecht. Jedoch noch immer machtlos gegen den Fluch der Untoten, sackten die Arme des Kaiserlichen neben seinem Schoß auf den staubigen Grund. Mit den beiden Dunmer hatte er bereits abgeschlossen, zumindest für diesen Moment. Jetzt zählte nur das reine Überleben und egal wie desolat er aus so einem nüchternen Kampf praktisch immer hervorging, kam er auch genauso jedes Mal auch immer an einem Stück heraus, egal ob mit oder ohne Erynn. Jetzt kannst du doch nochmal gebrauchen, was die Grausamkeiten der Bruderschaft dir nützlichliches... angetan haben! Meldete sich eine finstere Stimme im Hinterkopf. Und der Nekromant ging voll und ganz auf sie ein. Ohne das sonstige Feingefühl, die generelle Rücksicht auf das Reich des Vergessens, die Auswahl derer, die für seine Zwecke geeignet waren, griff er einfach nach einer Seele im Totenreich und zerrte sie brutal durch die Barriere, die Mundus von dem zwielichtigen Zwischenreich trennte und presste sie mit Gewalt in die Hülle eines Skelettschergen. Das Band, welches zwischen ihm und der Kreatur bestand wurde davon beherrscht, dass Arranges anders als sonst, den Untoten regelrecht belagerte, die Seele, welche nicht wirklich wusste, wie ihr geschah, in einem stummen Kampf zerfetzte, so lange, bis nur noch Splitter übrig waren, die sich ihm wiederstandslos beugten. 'NA LOS!' Brüllte der Kaiserliche. 'STEH DA NICHT RUM, HILF MIR AUF!' Das war allerdings etwas, das Arranges in dieser Art noch nicht von seinen Beschwörungen verlangt hatte und plötzlich weigerte das Skelett sich doch wieder, seinen Befehl auszuführen. Du musst es dazu zwingen! Tu es...! Mit gewaltigem Nachdruck rang Arranges den Untoten im Geiste nieder, folgte der Stimme im Hinterkopf. Das Skelett wusste selbst nicht recht, was genau sein Meister von ihm nun ganz genau wollte, es würde, könnte aber nicht. Nur einen Augenblick später zerriss es das Gerippe in einer Wolke aus tausenden von unwirklichen Knochensplittern. Versager... dann zerstör eben dein Kettenhemd! 'NEIN!' Kleffte Arranges, erschrocken vor sich selbst auf. Der Panzer war der seines Vaters und...
Und plötzlich war das Dröhnen der Stimme weg, die heiße Wut verflogen und Arranges saß nur noch leicht verwirrt mit leerem Blick dort und schaute in die Richtung, in die die beiden Dunmer verschwunden waren, während er mit dem üblichen Groll grübelte, wie er wohl wieder von hier wegkommen würde. Sollen sie doch selber sehen, wie sie den Weg finden...