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Legende
Molag Amur
Arranges sah im Augenwinkel noch die Tür, welche aus dem Schrein herausführte, als er abgelegt wurde. Er spürte den kalten Stein und noch bevor die beiden Dunmer wieder zurückkamen, wurde er abermals von ausnahmsloser Schwärze umfangen...
Grobes Holpern und unangenehm harte Stöße im Nacken rissen Arranges viel zu plötzlich aus seiner Ohnmacht. Zu seiner Überraschung war er jedoch nach zweimaligem Blinzeln im Gegensatz zu davor, bei vollem Bewusstsein und nahm alles wieder ganz normal wahr. Der von dem Fluch ausgelöste, üble Muskelschwund war jedoch nach wie vor da. Verdammt! Insgeheim hatte sich Arranges noch gewünscht, dass er sich vielleicht getäuscht hatte und das doch nur ein normaler Zerstörungszauber gewesen war. Er hatte keine Ahnung, wie lange sie unterwegs gewesen sein mochten, aber als er unter größter Anstrengung den Kopf drehte, konnte er erkennen, dass nach der Laufrichtung der Tiere, rechts von ihnen der Morgen zaghaft heraufdämmerte. Moment! Rechts? Verdammt nochmal, wir... sind in die komplett falsche Richtung unterwegs... Arranges hatte die Karte nicht genau im Kopf, aber die grobe Route, mit den markanteren Landmarken wusste er noch und demnach lag Molag Mar in ziemlich genau südöstlicher Richtung, nach Telasero, einer alten dunmerischen Festung, wie er sich ziemlich sicher zu erinnern glaubte.
Zunächst brachte er kaum mehr als ein Krächzen zu stande, aber nach einigen Augenblicken, äußerte sich sein Missmut in einem wütenden, wenn auch heiseren, aber trotzdem sehr durchdringenden: 'STOOOP!'
Viel mehr als das blieb ihm kaum, der Fluch sorgte dafür, dass Arranges von seinem eigenen Kettenpanzer buchstäblich an den Guar geheftet wurde, ohne, dass er auch nur den Hauch einer Chace hatte, sich irgendwie hoch zustemme...
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Fossil
[Erynn]
Sie wußte weder, wie lange sie genau unterwegs waren oder ob sie sich überhaupt noch in die richtige Richtung bewegten, aber es war ihr gerade auch egal. Erynn wollte nur so viel Abstand zwischen sich und Bal Ur bringen wie irgend möglich. Dennoch hatte der Schrein sie irgendwie berührt. Aber wie dem auch sei: Mit einem Gott, der Menschenopfer forderte, wollte sie nichts zu tun haben. Also strich sie Molag Bal von der Liste der Daedrafürsten, über die sie gerne mehr erfahren wollte – zumindest fürs Erste.
In der Molag Amur sah alles irgendwie gleich aus. Eine Aschedüne reihte sich an die nächste, dazwischen krüppeliges Dornengestrüpp und Büsche mit grobfaserigen Blättern. Vereinzelt wuchsen Farne aus dem kargen Boden, deren blutrote Blüten viel zu zart für diese lebensfeindliche Umgebung wirkten. Dreveni und sie trieben die Guars über halbverwehte Trampelpfade, die alle natürlichen Ursprungs zu sein schienen, hofften dabei im Stillen, daß es ihnen zumindest halbwegs gelang, die Richtung nach Osten beizubehalten, je länger sie unterwegs waren.
Fast unbemerkt von Erynn ging die finsterste Stunde der Nacht vorüber. Das war der Moment, in dem Arranges seinen gekrächzten Befehl ausstieß. Mehr aus Überraschung über die unerwartete Wortmeldung zerrte die Elfin an den Zügeln und brachte ihr Reittier schlitternd zum Stehen. Dann drehte sie sich im Sattel um und musterte den Beschwörer mit einer Mischung aus Sorge, Erleichterung, Belustigung und Ärger darüber, daß das erste Wort, welches er seit langer Zeit von sich gab, bereits wieder im Befehlston über seine Lippen kam. „Was ist?“
[Arranges]
Was ist? Was ist? Was ist? ... Wie kann man nur so saudämlich sein?! Ein tiefes, kehliges und deutlich wütendes Knurren war im ersten Moment alles, was der Beschwörer von sich gab. 'Stell dich nicht dümmer als du bist, auch wenn das kaum möglich sein dürfte... Falls es dir nicht aufgefallen ist, wir sind in die wirklich komplett falsche Richtung unterwegs!' Wütend begann er ohne auf eine Antwort zu warten, unter sichtlich größter Anstrengung unter der Mithrilkette zu zappeln, bis er einerseits zornig feststellte, dass er verschnürt war und andererseits, sich kaum bis gar nicht gegen seine eigene Ausrüstung, welche er am Leib trug, stemmen konnte. 'Verfluchtes Blutauge, schau nicht so, mach mich endlich los!' Kleffte er, noch bevor Erynn tatsächlich überhaupt etwas sagen konnte.
[Dreveni]
Dreveni glaubte langsam wirklich, dass sie diesen Kultisten entkommen waren, als Erynn ihren Guar plötzlich anhielt. Das Arranges etwas gesagt hatte, war ihr entgangen, und so bekam sie nur den zweiten Teil seiner Rede mit, als sie sich zu Erynn gesellte. "Euch losmachen? Sicher nicht.", sagte Dreveni hörbar genervt zu Arranges. Sie hatten ihn durch diesen verfluchten Schrein geschleift, und jetzt kam nicht mal ein Wort des Dankes. "Die eurer Meinung nach richtige Richtung könnt ihr uns auch so zeigen."
[Erynn]
Für einige Augenblicke war Erynn so perplex, daß sie den Beschwörer nur wortlos anstarren konnte. Das darf doch nicht wahr sein! Von allen undankbaren, grantigen Holzköpfen bist du wohl der Schlimmste! Man faßt es nicht... Zum Glück füllte Dreveni die durch ihre Sprachlosigkeit entstandene Lücke, und just in diesem Moment war sie sehr froh, die Assassinin bei sich zu haben, oder sie hätte Arranges wahrscheinlich schlicht und ergreifend die Zähne eingeschlagen. "Ich werd dich höchstens noch knebeln, damit ich mir dein Gekeife nicht anhören muß", gab sie heftig zurück. "Sei lieber froh, daß du überhaupt noch lebst!" Erynn atmete einmal tief durch, aber diesesmal half es ihr nicht dabei, sich abzuregen. "Ihr mögt mir vergeben, großer Meister, aber wir waren zu beschäftigt damit, Euch aus den Händen der Daedraanbeter zu erretten, daß uns der rechte Weg wohl entfallen ist", fuhr sie mit vor Spott triefender Stimme fort. Jetzt, wo sie sich sicher war, daß es dem Kaiserlichen gut ging, war es um ihre Nachsicht geschehen. "Also, wenn du weißt wo es lang geht, dann rück endlich heraus damit!"
[Arranges]
Die Art und Weise der beiden Dunmer ließ die Flammen seines Zorns nur noch einmal höher lodern. 'Ja, denken und handeln überstieg deine Fähigkeiten schon immer, wobei ersteres allein schon ausreicht, um dich wochenlang zu beschäftigen um dann festzustellen, dass es doch zu nichts führt.' Dass man nicht sah, wie Arranges sich zitternd unter Kontrolle hielt, lag zum einen an dem spärlichen Licht und zum anderen daran, dass er nichteinmal zum Zittern richtig in der Lage war. 'Hättet ihr nicht den Guar auf umständlichste, aber recht erfolgreiche Art und Weise auf biegen und brechen ins Wasser getrieben und dabei unsere einzigen beiden Karten zerstört, hättet ihr schlicht nur ablesen müssen... Zeigen, kann ich den Weg auch nur in Folge einer Bewegung. Ihr wärt ohnehin sogar zusammen mit den Guaren zu dämlich, anhand meiner Worte den richtigen Weg einzuschlagen.' Auch wenn man es sonst nur am unterschwelligen Knurren seiner Stimme bemerken konnte, dass der Kaiserliche sichtlich wütend war, so konnten jene, die ihn gut genug kannten, auch jetzt im wenigen Licht der Dämmerung sehen, wo Adern an Hals und Schläfe ziemlich schnell ziemlich dick wurden.
[Dreveni]
Dreveni reichte es bei Arranges Worten. Sie hatte es wirklich nicht nötig, sich von diesem dahergelaufenem Beschwörer so beschimpfen zu lassen, nachdem sie ihn unter Einsatz ihres eigenen Lebens gerettet hatte. Sie baute sich vor dem Guar mit Arranges auf dem Sattel auf, holte aus und schlug ihn mit der flachen Hand erst einmal ins Gesicht. Dann beugte sie sich zu ihm hin, so weit seitlich dass er sie nur schwerlich anspucken konnte, und sagte drohend: "Ihr werdet euer dummes und unverschämtes Maul höchstens noch dazu aufreissen um uns zu sagen, welcher Weg der richtige ist. Ansonsten will ich nichts mehr von euch hören, sonst schlage ich fester zu und schmeiße euch danach gefesselt wie ihr seid an den Straßenrand. Früher oder später werden euch Banditen oder wilde Tiere finden, wenn das Schicksal euch gnädig ist vielleicht sogar bevor ihr wieder zu Bewußtsein kommt. Verstanden?" Dabei sah sie Arranges in die Augen und wartete auf eine Antwort.
[Erynn]
Die Kriegerin sagte nichts mehr, sondern blickte Arranges nur mit harten Augen an. Dreveni hatte alles gesagt, was es zu seinen Worten zu sagen gab. Der Beschwörer stand kurz vor der Explosion, so viel ließ sich unzweifelhaft erkennen, aber das interessierte die Elfin gerade nicht im geringsten. Warum auch immer du so ein undankbares Stück sein mußt. Man fragt sich wirklich, wer hier eigentlich blöd ist wie ein Haufen Pferdemist. Wenn wir Zeit gehabt hätten auf den Weg zu achten, dann hätten wir das schon getan. Arroganter Scheißkerl! Vielleicht, so zuckte es ihr kurz durch den Kopf, hätte sie doch auf Dreveni hören und Arranges in Bal Ur zurücklassen sollen. Warum zum Henker tu ich mir das immer wieder aufs Neue an...?
[Arranges]
Der Magier brauchte einen Augenblick. 'Ihr... droht mir? Wirklich?!' Der Ausdruck in den Augen des Beschwörers wurde plötzlich so kalt wie Eis und so schwarz wie die Nacht. 'Euer Schicksal wäre garantiert nicht besser als das Meine, wenn ihr verfahrt, wie ihr eben meintet, bevor ich euch sage, welche Richtung die richtige wäre. Über unzählige Meilen hinweg erstreckt sich das Land des Feuers, ihr würdet verdursten oder in einen der Lavaseen stürzen, die es weiter oben im Norden gibt, ehe ihr auf etwas stoßtet, das auch nur im Ansatz an Zivilisation erinnert.' Mehr sagte er nicht und es war klar, dass er auch weiter nichts sagen würde fürs Erste.
[Dreveni]
Dreveni hatte für Arranges nicht mehr als ein mitleidiges Lächeln übrig. "Ja, ich drohe euch. Ich bin gerade in der wunderbaren Position, genau das zu tun. Ich für meinen Teil kenne auch den Weg zurück, und werde mit Sicherheit auch vorwärts irgendwann irgendwo heil ankommen." Sie sah zu Erynn, und sprach weiter: "Langsam glaube ich wirklich, wir wären schneller, wenn wir uns von diesem Kerl befreien würden. Vielleicht kommt ja auch jemand vorbei, der dumm genug ist, ihm zu helfen. Ich für meinen Teil bin mit diesem arroganten Sack fertig." Danach schickte sie sich an, die Stricke zu lösen, die Arranges auf dem Guar hielten. Den Rest der Seile ließ sie in Ruhe. Sie würde ihn gerade ohne mit der Wimper zu zucken tatsächlich zurück lassen, aber es würde ihr auch vollkommen reichen, Arranges einen gehörigen Schreck zu versetzen und ihn in ein paar Stunden wieder einzusammeln. Hier gab es genug Dünen hinter denen sie ungesehen rasten konnnten.
[Erynn]
Warum eigentlich nicht? Zumindest für eine Weile... ich habe genau diese Situation oft genug durch, um mir das nicht länger bieten lassen zu müssen. Sie schaute Dreveni an, die einen Schritt von Arranges zurückgetreten war. Erynn konnte neben der verständlichen Wut auch den Schalk in ihren Augen blitzen sehen - ein kurzes, an die Assassinin gerichtetes Nicken, und die beiden Frauen wuchteten den Beschwörer ohne ein weiteres Wort zu verlieren von dem Packgestell herunter, lehnten ihn an einen Felsen und schwangen sich wieder auf ihre Reittiere. Als Erynn ihren Guar wendete sah sie aus dem Augenwinkel, wie Dreveni dem Beschwörer einen Wasserschlauch zuwarf: Scheinbar eine letzte spöttische Anspielung auf das schreckliche Schicksal, das die zwei Elfinnen seiner Prophezeiung nach in der Molag Amur erleiden würden. Dann trieben sie ihre Tiere zu einem gemächlichen Trab und folgten weiter dem Pfad, der sich zwischen den Aschedünen hindurchwand...
Geändert von Glannaragh (06.09.2011 um 23:30 Uhr)
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Legende
Der Kaiserliche hatte alles ohne weiteren Kommentar hingenommen, er war komplett mit seiner Wut beschäftigt. Auch der kleine, schwach glimmende Funke tief in seinem Innern, der aufschrie, als Erynn sich tatsächlich von ihm losmachte, verstummte unter dem Inferno, das in seinem Kopf wütete. Dann verreckt eben elendig! Mehr habt ihr auch nicht verdient! Hätte Arranges die Möglichkeit gehabt, hätte er wohl aufs Übelste randaliert, aber die Tatsache, dass er zusätzlich zu dem Fluch noch immer an Händen und Füßen gefesselt war... Moment! Gefesselt... Wie... dämlich bin ich eigentlich selbst?! Erst jetzt registrierte Arranges, dass er an Händen und Füßen nur mit einfachen Stricken gefesselt war. Absolut sinnloser Zorn entfachte gleißende Sphären an Fuß- und Handgelenken und pulverisierte die Fesseln regelrecht. Jedoch noch immer machtlos gegen den Fluch der Untoten, sackten die Arme des Kaiserlichen neben seinem Schoß auf den staubigen Grund. Mit den beiden Dunmer hatte er bereits abgeschlossen, zumindest für diesen Moment. Jetzt zählte nur das reine Überleben und egal wie desolat er aus so einem nüchternen Kampf praktisch immer hervorging, kam er auch genauso jedes Mal auch immer an einem Stück heraus, egal ob mit oder ohne Erynn. Jetzt kannst du doch nochmal gebrauchen, was die Grausamkeiten der Bruderschaft dir nützlichliches... angetan haben! Meldete sich eine finstere Stimme im Hinterkopf. Und der Nekromant ging voll und ganz auf sie ein. Ohne das sonstige Feingefühl, die generelle Rücksicht auf das Reich des Vergessens, die Auswahl derer, die für seine Zwecke geeignet waren, griff er einfach nach einer Seele im Totenreich und zerrte sie brutal durch die Barriere, die Mundus von dem zwielichtigen Zwischenreich trennte und presste sie mit Gewalt in die Hülle eines Skelettschergen. Das Band, welches zwischen ihm und der Kreatur bestand wurde davon beherrscht, dass Arranges anders als sonst, den Untoten regelrecht belagerte, die Seele, welche nicht wirklich wusste, wie ihr geschah, in einem stummen Kampf zerfetzte, so lange, bis nur noch Splitter übrig waren, die sich ihm wiederstandslos beugten. 'NA LOS!' Brüllte der Kaiserliche. 'STEH DA NICHT RUM, HILF MIR AUF!' Das war allerdings etwas, das Arranges in dieser Art noch nicht von seinen Beschwörungen verlangt hatte und plötzlich weigerte das Skelett sich doch wieder, seinen Befehl auszuführen. Du musst es dazu zwingen! Tu es...! Mit gewaltigem Nachdruck rang Arranges den Untoten im Geiste nieder, folgte der Stimme im Hinterkopf. Das Skelett wusste selbst nicht recht, was genau sein Meister von ihm nun ganz genau wollte, es würde, könnte aber nicht. Nur einen Augenblick später zerriss es das Gerippe in einer Wolke aus tausenden von unwirklichen Knochensplittern. Versager... dann zerstör eben dein Kettenhemd! 'NEIN!' Kleffte Arranges, erschrocken vor sich selbst auf. Der Panzer war der seines Vaters und...
Und plötzlich war das Dröhnen der Stimme weg, die heiße Wut verflogen und Arranges saß nur noch leicht verwirrt mit leerem Blick dort und schaute in die Richtung, in die die beiden Dunmer verschwunden waren, während er mit dem üblichen Groll grübelte, wie er wohl wieder von hier wegkommen würde. Sollen sie doch selber sehen, wie sie den Weg finden...
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Drachentöter
[Dreveni]
Sie lenkten ihre Guars noch ein Stück weiter den Weg entlang, solange bis sie ausser Sichtweite des Beschwörers waren. Wenn sie nicht gerade herumschriehen, dann sollte er sie auch nicht mehr hören. Dort nahmen sie das Gepäck von den Tieren und ließen sie nach Futter suchen, immer darauf bedacht, dass sie von der Straße weg blieben. Feuer entzündeten sie keines, solange wollten sie hier ohnehin nicht bleiben. Nur endlich ihre Sachen sortieren, die sie bei der kopflosen Flucht einfach wild durcheinander auf die Guars geworfen hatten. Schließlich saßen sie inmitten ihrer Sachen mit etwas gedörrtem Fleisch aus ihrem Proviant auf dem Boden. "Merkt Arranges auch mal, wenn er nicht mehr in der Position ist, sich so aufzuführen?", fragte sie Erynn, nachdem sie eine Weile geschwiegen hatten. Dreveni würde ihn am liebsten wirklich zurücklassen, und sie merkte gerade, dass sie sich später arg überwinden würde müssen, um ihn wieder einzusammeln. Von den Fesseln befreien würde sie ihn jedenfalls so schnell nicht.
[Erynn]
Erynn war hauptsächlich erstmal froh daß sie Zeit hatten, ihren Kram in Ordnung zu bringen. Sie haßte es, wenn ihre Ausrüstung durcheinander war und man nichts fand - unter Umständen konnte so etwas sogar lebensgefährlich sein. Als sie schließlich ihre Rüstung wieder angelegt hatte und gedankenverloren auf einem Streifen Trockenfleisch herumkaute, sprach Dreveni sie an. "Nein", antwortete sie und zog die Brauen in einer halb resignierenden, halb entschuldigenden Geste hoch. "Das heißt, er merkt es schon, und das macht ihn erst recht fuchsig. Mittlerweile lasse ich ihn meistens einfach zetern, aber das gerade war einfach zu viel. Vielleicht kommt er endlich mal ans Nachdenken, wenn wir ihn eine Weile dort sitzen lassen." Erynn deutete mit dem Daumen über die Schulter in die ungefähre Richtung, in der sich der Kaiserliche befinden mußte. "Er wird sich irgendwann schon wieder beruhigen, auch wenn das nach dieser Aktion hier etwas länger dauern dürfte als sonst..."
[Dreveni]
Dreveni sah eine Weile ins leere, bevor sie antwortete. "Er sollte sich besser beruhigt haben, bis wir ihn holen, sonst bleibt er dort liegen." Inzwischen hatte sie ihren Kamm gefunden, und setzte fort, was sie vorhin begonnen hatte, immerhin waren ihre Haare inzwischen getrocknet, auch wenn sie immer noch ein paar Blätter fand, die im Fluß getrieben waren. "Ich habe jedenfalls keine Lust mehr, die Launen von dem zu ertragen, nur weil der sich nicht im Griff hat. Wir finden diese Echse bestimmt viel besser ohne ihn." Ihr war klar, dass Erynn den Magier nie zurücklassen würde, aber noch wollte sie nicht aufgeben. "Und ihr unterstützt ihn auch noch, weil er sich euch gegenüber anscheinend benehmen kann, wie es ihm beliebt. Diese Aktion wird sowieso nicht als wirklicher Dämpfer reichen, ich fürchte bei dem ist wirklich alles zu spät." fügte sie noch leise grummelnd hinzu während sie ihre Haare wieder zu einem Zopf flocht.
[Erynn]
"Ich finde Mittel und Wege, Dreveni, keine Sorge." Sie grinste schief. "Dauerhaft ändern läßt der sich eh nicht mehr, der lernt nichtmal durch Schmerzen. Glaubt mir." Erynn holte einmal tief Luft und kratzte sich am Kopf. Ein kleines Aschewölkchen löste sich aus ihrem Haar und trieb träge davon. Sie schaute ihm versonnen nach, dann platzte sie heraus: "Er ist arrogant, lernresistent, launisch, verzogen und manchmal einfach nur kindisch! Außerdem hab ich keine Ahnung, wie er bei seiner Art zu kämpfen bis heute überlebt hat. Bringt sich dauernd in die unmöglichsten Situationen und ich hab hinterher den Ärger, wenn ich ihn wieder zusammenflicken darf! Jedesmal! Aber nein, der Herr weiß es natürlich besser... keine Wildsau wäre so stur und würde so oft mit dem Schädel gegen die gleiche Wand rennen wie der da... und trotzdem glaubt er mir sagen zu können wohin ich gehen und mit wem ich mich nicht rumtreiben darf! Manchmal... ach, keine Ahnung", knurrte sie.
[Dreveni]
Als Dreveni sah, wie sich Erynn am Kopf kratzte und eine Aschewolke davon flog, die sie zwar beobachtete, aber sonst nichts tat, verzog sie leicht den Mund. Wie kann einem sein Aussehen nur so egal sein? Der Schimpftirade auf Arranges hörte sie nur noch mit unbewegtem Gesicht zu. Erynn musste wirklich etwas an dem Tyrannen finden, sonst hätte sie ihn schon längst in die Wüste gejagt, etwas was Dreveni beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte. Und doch gab es ihr wieder diesen Stich, dass sogar ein Ekel wie Arranges jemanden zu haben schien, der sich um ihn sorgte. Sie wusste dass sie auch allein zurecht kam, aber trotzdem.... Halb unbewußt setzte sie sich währendessen näher zu Erynn und begann, ihr den Staub aus den Haaren zu kämmen. "Manchmal was?" fragte sie leise an Erynns Ohr. Natürlich wusste sie nicht, ob Erynn das überhaupt recht war, aber sie konnte es gerade wirklich nicht mehr sehen, und Erynn selbst machte auch keine Anstalten, sich wieder in Ordnung zu bringen, nachdem sie ihre Rüstung angelegt hatte.
[Erynn]
Die Elfin wunderte sich zwar, als sich Dreveni begann sich an ihrem Haar zu schaffen zu machen, ließ sie aber gewähren. So wie es ziepte, als die Assassinin ihr den Kamm durch die Mähne zu ziehen, mußte sie tatsächlich recht wild aussehen. "Manchmal... hab ich wirklich keine Ahnung mehr, wie ich damit umgehen soll. Arranges kann sehr besorgt um mich sein, dann wieder ist er ein absolutes Ekel, an einem Tag besitzergreifend und am nächsten würde er mich am Liebsten zum Sharmat jagen... warum muß dieser Kerl bloß alles so kompliziert machen?" Sie schüttelte den Kopf, aber nur ganz leicht, um Dreveni nicht den Kamm aus der Hand zu schlagen. "... und vor allem frage ich mich: Warum laß ich mich jedesmal davon überrumpeln?" Dann seufzte sie leise, lehnte sich ein wenig zurück und begann, Drevenis Bemühungen einfach nur zu genießen. Die letzte Person, die ihr die Haare gekämmt hatte, war eine völlig verstörte Gatheringnovizin gewesen, die Erynn nach ihrer schrecklichen Entstellung kein Wort mehr sprechen gehört hatte. Im Gegensatz dazu war die jetzige Situation kein bißchen skurril. "Egal. Ich will das gar nicht zu Eurem Problem machen, die Lösung muß ich schon selber finden, wenn es denn eine gibt... seh ich wirklich so zerzaust aus, wie es sich gerade anfühlt?"
[Dreveni]
Dreveni musste auf Erynns Frage hin leicht grinsen. "Ja, wenn ihr euer Haar noch öfter so zerzauseln lasst, hilft nur noch abschneiden.", antwortete sie. Gleichzeitig musste sie daran denken, welche Geduld Mordan eigentlich aufgebracht hatte, als er ihr die Haare entwirrt hatte, als sie noch klein gewesen war. Sie wusste nur noch, dass er sie meistens erst einmal einfangen musste, für Geziepe hatte sie auch nicht viel übrig gehabt, wobei sich Mordan wirklich geschickt angestellt hatte. "Wieso meint ihr, mit Arranges umgehen zu müssen? Quält ihr euch gerne selbst?" Dreveni hoffte dass das nicht allzu schnippisch klang, denn so war es nicht gemeint. Ausserdem interessierte es Dreveni wirklich. Wieso gab man sich lieber mit so jemandem ab und ließ sich wie Dreck behandeln statt allein zu bleiben? Inzwischen hatte sie alle Knoten aus Erynns Haar gekämmt und begann es mit ein paar Haarnadeln zu einem Knoten im Nacken festzustecken, wobei sie seitlich ein paar kürzere Strähnen raushängen lies. So würde es nicht gleich wieder total zerzaust sein.
[Erynn]
"Gute Frage." Sie tastete vorsichtig nach dem kunstvollen Gebilde an ihrem Hinterkopf. "Ich muß es eigentlich gar nicht, außerdem bin ich nicht allein. Aber... Ich habe ihn irgendwann schätzen gelernt in der recht langen Zeit, die wir jetzt schon zusammen unterwegs sind, so seltsam das vielleicht klingt. Das war sicherlich nicht immer so, besonders zu Anfang nicht - irgendwann haben wir uns dann zusammengerauft und uns, wie ich Euch schonmal sagte, immer wieder gegenseitig aus der Klemme geholfen. Das verbindet schon irgendwie... Ach, verdammt! Ich mag den alten Bockskopf einfach!" Erynn verzog das Gesicht ein wenig, so als wüßte sie nicht genau, ob sie sich deswegen über sich selbst ärgern sollte oder nicht. "Zudem", fuhr sie fort, "weiß ich gerade gar nicht, was ich sonst mit mir anfangen sollte, wenn ich nicht mit Arranges auf diese Jagd ginge. Es ist zu viel passiert, als daß ich dem Beschwörer jetzt einfach sang- und klanglos den Rücken kehren und zurück zu meinem Gildenhaus reiten zu können."
[Dreveni]
Dreveni wusste zuerst nicht, was sie darauf erwiedern sollte. Wenn die andere darauf stand, sich von Arranges so behandeln zu lassen, dann war das wirklich nicht ihr Problem. Sie sah eine Weile gedankenverloren ins Nichts, während sie wieder an Feryn denken musste. Er hatte sich nie benommen wie Arranges, ausser natürlich da, wo er sie eiskalt verraten und dem sicheren Tod überlassen hatte. Aber selbst das war irgendwie etwas anderes gewesen. Vermutlich war Arranges zu soviel kalkulierter Hinterhältigkeit gar nicht in der Lage, Dreveni sah in ihm nur einen Choleriker, sonst nichts. Sie zweifelte aber auch nicht daran, dass es bei seinen Wutanfällen durchaus irgendwann einmal Tote geben würde. "Ihr solltet dennoch aufpassen. Ich halte Arranges für unberechenbar, wenn er seine Aussetzer hat, und er wäre nicht der erste, der jemanden im Affekt erschlägt oder verstümmelt.", sagte sie leise zu Erynn, wobei sie auf den Boden vor sich sah.
[Erynn]
"Das könnte mein Pferd auch, wenn es austickt", antwortete Erynn weit selbstsicherer als sie sich fühlte. Sie wußte nur zu gut was geschehen konnte, wenn die Vernunft sich bei dem Beschwörer vorübergehend abmeldete. Aber genau genommen wollte sie das mit Dreveni nicht diskutieren. Am Liebsten wollte sie diese Szenen auch vor sich selbst ausblenden, so unvernünftig das auch sein mochte. Die Elfin beschloß, den Spieß umzudrehen. Langsam aber sicher hatte sie genug von sich preisgegeben. Jetzt war die Assassinin an der Reihe: "Warum sorgt Ihr Euch so deswegen? Es klingt fast, als hättet Ihr dazu ein bestimmtes Ereignis im Kopf... außerdem habt Ihr vor nicht allzu langer Zeit selbst noch versucht, Arranges und mich zu töten, wenngleich das mit Affekt wohl nicht viel zu tun gehabt haben dürfte. Woher also dieser Sinneswandel?"
Erynn wollte es wirklich gern wissen. Dreveni verhielt sich doch sonst nicht so widersprüchlich...
[Dreveni]
"Ganz einfach, es zahlt mich keiner dafür, euch jetzt umzubringen. Ich hätte euch nicht getötet, weil ich wütend war oder einen Hass auf euch hätte. Es ist nichts persönliches wenn mir jemand einen Auftrag gibt." Erynn schien wirklich wenig bis gar keine Ahnung von diesen Geschäften zu haben. Der anderen Frage wich sie zuerst aus, das mit Feryn war tatsächlich etwas anderes gewesen. Oder doch nicht? "Und... Und wegen der anderen Sache..." Was sollte sie sagen? Sie konnte selbst tatsächlich die meiste Zeit noch kaum fassen was sie getan hatte. Auch dass sie schon vorher völlig die Kontrolle über sich verloren hatte, als sie Feryn nicht gleich getötet hatte, wie es ihr Auftrag war. "Nun ja, manchmal ist man anderen Menschen oder Mer gegenüber einfach blind." Während sie gesprochen hatte, hatte sie vor sich mit den Fingern in einem Häufchen Asche gestochert. "Gerade wenn man denkt man würde ihnen nahe stehen." Mehr wollte sie Erynn gegenüber auch nicht zugeben, für ihren Geschmack war das schon mehr als genug.
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Fossil
[Erynn]
„Und wenn das noch einmal jemand täte? Euch bezahlen, meine ich? Würdet Ihr mir dann eiskalt einen Dolch in den Rücken treiben, wenn ich mich umdrehe? Wärt Ihr dazu fähig? Arranges mag sich mitunter benehmen wie die Axt im Walde, aber ihm kann ich trauen.“ Erynn sah der anderen ernst in die Augen. „Ihr fragt mich, ob ich es wirklich nötig habe, mit ihm herumzuziehen. Ich weiß auch wie es wirkt, wenn ich seine Beleidigungen wortlos hinnehme... Laßt mich Euch eine Gegenfrage stellen: Habe ich es denn nötig mich von jemandem belehren zu lassen, der bereits versucht hat mich zu töten? Von jemandem, bei dem ich mir nie sicher sein kann ob er es nicht noch einmal versuchen würde, mit dem Hinweis, es sei nichts Persönliches?“ Sie atmete hörbar aus. „Vielleicht bin ich blind Arranges gegenüber. Vielleicht paßt meine Art mit ihm umzugehen aber auch nur nicht in Euer Konzept, wie Ihr glaubt, daß die Dinge laufen sollten.“ Erynn beobachtete, wie Drevenis Finger fast unsicher durch die feine Asche auf dem Boden fuhren, als wollte sie mit dieser Handlung irgend etwas überspielen und ihre Stimme wurde etwas weicher, als sie fortfuhr: „Aber an Eurem Gesicht sehe ich, daß Ihr tatsächlich an eine bestimmte Situation denkt, die Euch widerfahren ist...“
[Dreveni]
Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt, Erynn zu belehren, sie wollte sie eher warnen. "Vertrauen ist ein interessantes Konzept...", setzte sie an. Tatsächlich tat Dreveni genau das, was Erynn sie gerade fragte. Sie rechnete immer damit, dass ihr jederzeit jeder in den Rücken fallen konnte. "Ich hätte jedenfalls keine größeren Gewissensbisse, wenn ich euch oder Arranges doch noch umbringen sollte. Allerdings arbeite ich gerade für euch, und damit habt ihr - zumindest im Moment - eine gewisse Sonderstellung." Sie überlegte, ob sie auf Erynns letzten Satz eingehen sollte, und betrachtete derweil ihr Gesicht. Trotz der Narben hatte es immer noch etwas unschuldiges, wenn sie Dreveni mit ihren großen Augen ansah. Ausserdem war die andere wirklich hübsch, wenn sie nicht immer so zerrupft rumlaufen würde. "Es gab schon viele Situationen, in denen ich besser daran tat, dem anderen nicht zu vertrauen.", antwortete sie schließlich ausweichend. Sie konnte allerdings nicht verhindern, dass sich wieder dieser verbitterte Zug um ihren Mund legte, der ihr selbst schon aufgefallen war, nachdem sie nach dem Mord an Feryn wieder zuhause bei Cheydinhal in den Spiegel geblickt hatte.
[Erynn]
"Nun, dann weiß ich wenigstens, woran ich bin", antwortete die Kriegerin, doch in ihrer Stimme lag keine Schärfe. "Es wird Euch vielleicht überraschen, aber ich habe genau diese Diskussion schon mit Arranges geführt, vor einer ganzen Weile. Es ging ebenfalls um Vertrauen, und warum es so unklug ist - oder auch nicht. Vielleicht könnt Ihr Euch das in Eurem Beruf tatsächlich nicht leisten, aber... es gibt Situationen, in denen man allein hilflos ist. Eine solche ist auch der Grund, weshalb ich hier bin, aber das nur am Rande. Vor allem muß es furchtbar einsam sein. Laßt mich Euch eine weitere Frage stellen: Wofür lebt Ihr? Woran freut Ihr Euch, und mit wem teilt Ihr diese Freude? Oder Euren Kummer? Macht Ihr all das mit Euch alleine ab, weil Ihr niemandem so weit trauen könnt, etwas von Euch preiszugeben? Werden Euch nicht irgendwann auch die schönen Dinge zur Last, wenn ihr sie niemandem zeigen könnt? Mir jedenfalls würde das Herz davon wohl irgendwann so schwer, daß es einfach aufhören würde zu schlagen..."
[Dreveni]
Dreveni hätte es tatsächlich interessiert, was für Ansichten Arranges zu dem Thema hatte - allerdings nur in der Hoffnung, seine schwachen Punkt zu finden. Erynns Ansichten jedenfalls fand sie schon fast rührend, und ziemlich naiv. "Ich glaube nicht, dass mir auch nur einer meiner Auftragsgeber vertraut hat, weil er allein nicht mehr weiterkam. Ich hoffe doch wirklich nicht, dass ihr diese Art von Zweckgemeinschaft als Vertrauen bezeichnet. Vertraut ihr mir vielleicht?" Sie sah Erynn für ein paar Sekunden prüfend in die Augen. "Was das andere angeht: Ja, ich mache alles mit mir selbst aus. Zur Not könnte ich mit Mordan sprechen, wenn ich das Bedürfnis hätte." Dass sie es nicht fertig gebracht hatte, mit ihm über Feryn zu sprechen, bevor sie ihm das Stilett in den Rücken stach, kam kurz an den Rand ihres Bewußtseins, sie verdrängte es aber gleich wieder. "Davon abgesehen bringt es meiner Meinung nach überhaupt nichts, seinen Kummer anderen Leuten um die Ohren zu schlagen. Dadurch ändert sich überhaupt nichts, was geschehen ist, es macht auch.... ach, egal." Der letzte Satz hatte schärfer und bestimmter geklungen als beabsichtigt. "Und ganz so freudlos ist mein Leben auch nicht. Auch wenn es vermutlich schwer zu verstehen ist, ich mag meine Arbeit. Ausserdem muß man nicht sein Seelenleben vor anderen ausbreiten, um ihnen für eine gewisse Zeit nahe zu sein." Sie hoffte dass Erynn verstand, was sie ihr mit diesem Satz sagen wollte, aber sie war sich bei der jüngeren Dunmer gar nicht so sicher.
[Erynn]
Erynn warf Dreveni einen prüfenden Blick zu, forschte in ihrem Gesicht nach weiteren Reaktionen. Sie hatte irgendetwas angekratzt, so jedenfalls schloß sie aus dem heftigen Tonfall, der in gewissem Gegensatz zu den Worten der Assassinin stand. "Ihr habt mir eben selbst gesagt, daß ich Euch nicht trauen kann. Schade eigentlich, aber ich bin auch nicht darauf angewiesen, nur, falls ich diesen Eindruck bei Euch gerade erweckt haben sollte. Ich bin auch nicht hier um Eure Seele zu retten, sondern nur meine eigene."
Sie ließ das Thema fallen und richtete sich an einer Düne, die sich in ihrem Rücken auftürmte, häuslich ein. "Wie dem auch sei, ich bin dafür, daß wir uns zumindest für ein paar Stunden ein wenig hier ausruhen. Der Beschwörer ist in Hörweite, und ein Pfeil überbrückt die Entfernung schnell genug, falls irgendwas sein sollte." Bald begann sie, mit halbgeschlossenen Lidern zu dösen. Wirklich schlafen wollte sie nicht, schon gar nicht nach diesem Gespräch gerade eben. Wenngleich... Doch, Dreveni, ich vertraue dir. Jedenfalls für diesen Moment und so lange ich es muß. Bis wir den Verräter gefunden haben...
Ein Plan reifte langsam in ihr, was sie mit Gumora anstellen würde, wenn sie ihn gestellt hatten. Ein finsterer Plan, der wohl auch Arranges und Dreveni überrascht hätte, hätten die beiden jetzt in ihren Kopf schauen können. Sie wußte genau, wie die beiden über ihre Ansichten dachten, aber weder Nekromant noch Assassinin schienen zu begreifen, daß sie längst nicht mehr so weich und manipulierbar war, wie sie glaubten. Sie würden sich schon noch wundern. Allen voran aber würde sich Gumora wundern... wenn er noch die Zeit dazu fand.
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Legende
Der Kaiserliche döste für einige Augenblicke ein, nachdem ihn plötzliche Müdigkeit befallen hatte, nur, um kurz darauf wieder hochzuschrecken, ohne, dass er gewusst hätte, warum. Mühsam drehte er den Kopf zur Seite und sah... nichts. Nicht wie sonst lag Erynn mehr oder weniger friedlich schlafend neben ihm, das Feuer fehlte und die Guare auch. Guare? Für einen kurzen Augenblick zweifelte Arranges doch ernsthaft an seinem Verstand, als ihm wieder kam, warum er hier war und warum Erynn vor allem nicht hier war. Die Assassinin vermisste er kaum, lediglich die Septime, die er ihr in den Rachen geworfen hatte, ohne, dass sie bis jetzt großartig etwas dafür getan hatte, im Gegenteil irgendwo war sie dafür verantwortlich, dass er jetzt hier in dieser Wüste aus Staub und Asche saß, mit einem Wasserschlauch, gerade eine Armlänge entfernt, der ihn spöttisch anzugrinsen schien, Erynn ließ diese seltsame Hilflosigkeit mit ihrer Abwesenheit nur noch erschlagender wirken.
So sehr es dem Nekromanten insgesamt wiederstrebte, aber fast automatisch geriet er an den Gedanken, dass Erynn doch sehr viel wertvoller - fernab jeglichen Sachpreises, wie zu Beginn - für ihn geworden war, als er es sich überhaupt eingestehen wollte. Und jetzt, da ihm tatsächlich bewusst wurde, dass sie sich wirklich in der Lage befand, sich einfach aus seiner Gesellschaft zu lösen, wann es ihr beliebte und er es nicht verhindern können würde, versetzte ihm das einen doch sehr schmerzhaften Stich, der nahe dem oder sogar gleichberechtigt mit der empfundenen Eifersucht auf Dremoras damals, war. Andererseits jedoch würde... so etwas schlicht und ergreifend Schwäche bedeuten. Im Endeffekt würde ich mich in einer ähnlich prikären Lage befinden, wie nach der Reise in Sheogoraths Reich mit Meryann... oder, was noch viel schlimmer war, die Sache vor... 8 Jahren? Unwillkürlich wanderte sein Blick in den Himmel, wo sich am östlichen Horizont nun sehr deutlich über die Hügel der Molag Amur hinweg, das Morgenrot ankündigte, einem unterbewussten Gedanken folgend, glitten seine Augen über das Firmament, bis sie schließlich gefunden, wonach der Kaiserliche gesucht hatte. Azuras Stern. Wie praktisch alle Himmelskörper war auch sein Stand am Himmel Aussage über die Jahreszeit und das Fortschreiten der Tage. Arranges zog kurz die Augenbrauen zusammen, während er zurückrechnete.
Vor etwa 18 Tagen hat mein 33. Lebensjahr begonnen. Noch zwei Jahre und ich habe den Durchschnitt geschlagen... Dachte der Magier bei sich, als er plötzlich eine Bewegung im Augenwinkel neben sich wahrnahm. Ganz schlechter Zeitpunkt... Schoss es Arranges durch den Kopf, als er sich praktisch im gleichen Moment darüber gewahr wurde, dass er sich nicht bewegen konnte. Langsam drehte er den Kopf zur Seite. Eine kleine Kreatur, von Form und Farbe her erinnerte sie direkt an eine Made oder einen Holzwurm, war neben ihm aus dem Erdreich gekrochen und beäugte nun misstrauisch den Arm des Kaiserlichen, der ganz leicht zuckte. Ein Kwama? Arranges kannte praktisch kaum ein Tier von Vvardenfell beim Namen, aber diese Geschöpfe kannte er sehr gut, wenngleich er jetzt zum ersten Mal eines in echt und in Farbe sah, aber Kwamaeier waren so ziemlich das einzige Exportlebensmittel aus Vvardenfell, zudem hatte Meister Jurano einige Zeit lang Studien zu diesen Geschöpfen betrieben, von denen Arranges unweigerlich einiges mitbekommen hatte. Das kleine Geschöpf war fast so lang wie sein Unterarm und hatte etwa den Durchmesser seines Oberschenkels. Während das Ende der weich gepanzerten Kreatur relativ spitz zulief, bestand der Kopf im Wesentlichen aus einem runden Schlund, dessen Rand von kleinen, angelhakenartigen Zähnchen gesäumt war. Darüber waren drei senkrecht zum Mund stehende dunkle Schlitzaugen zu sehen. Hässliches kleines Biest. Als hätte der Kwama gehört, was Arranges dachte, hob er plötzlich den Kopf und schaute Arranges direkt in die Augen. Ein würgender Laut drang aus dem sich jetzt öffnenden Schlund hervor. Der Magier drehte blitzschnell gerade noch rechtzeitig den Kopf auf die andere Seite und spürte im selben Moment noch, wie eine zähe, dunkelgrüne Flüssigkeit seine zuvor dem Kwama zugewandte, linke Wange streifte und sofort anfing zu brennen wie Feuer. 'Ekelhafte kleine Kreatur!' Fluchte Arranges, hüllte sich in eine beschworene Rüstung und rief zugleich ein Skelett. Ein seltsam elastisches Knarzen war zu hören, als der Untote seine rostige Axt durch den Chitinpanzer des Kwamas trieb und ihn somit zweiteilte...
Geändert von weuze (11.09.2011 um 18:29 Uhr)
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Drachentöter
Auf Erynns letzten Satz reagierte Dreveni nur indem sie sie mit hochgezogenen Augenbrauen ansah. Ziege. Der schnippische Ton war ihr nicht entgangen. Dreveni für ihren Teil brauchte sowieso niemanden, der sie rettete. Vor was auch. Das mit Feryn würde sich auch noch geben, vielleicht war es auch einfach doch keine gute Idee gewesen, jetzt nach Morrowind zu gehen. So lange war die ganze Sache ja auch noch nicht her. Erynn schien zu schlafen, bemerkte sie, als sie sie unter halb geschlossenen Liedern beobachtete. Dreveni selbst ruhte sich nur etwas aus, es war ohnehin zu gefährlich, wenn sie beide schlafen würden. Außerdem sollten sie auch nicht zu lange rasten, sonst würden sie Gumora niemals einholen.
Sie betrachtete die graue Landschaft, über die der Wind immer wieder kleine Fahnen aus Asche trug, und dachte an die Morag Tong. So sonderlich viel wusste sie nicht über diese Gilde, nur dass sie die Erzfeinde der dunklen Bruderschaft war, und nach einer ganz anderen Moral und anderen Grundsätzen handelte. Vermutlich waren sie der Einstellung, die Dreveni von Mordan gelernt hatte, sogar näher als die Bruderschaft. So oder so, ihre Welt wäre das nicht. Sie brauchte die Freiheit, jederzeit entscheiden zu können, welchen Auftrag sie annahm, und prinzipiell auch jederzeit gehen zu können, ohne dass sie eine ganze Gilde am Hals hatte, weil sie deren Ehre beschmutzt hatte oder ähnliches. So wie Feryn. Was hatte er eigentlich so schlimmes getan? Sie bedauerte es fast etwas, dass sie keine Kontakte in die Gilde hatte, und über Mordan brauchte sie es gar nicht versuchen. Er würde ihr nur sagen, dass sie das ganze ruhen lassen sollte, womit er sicher auch recht hatte. Aber trotzdem, sollte sich die Gelegenheit ergeben... Sie verdrängte den Gedanken schnell wieder, das konnte sie richtig in Bedrängnis bringen, sich in die internen Belange der Morag Tong einzumischen. Seufzend sah sie zu Erynn, ging zu ihr und legte der anderen leicht die Hand auf die Schulter. "Wir sollten unseren Meister-Magier langsam wieder einsammeln..."
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Fossil
[Erynn]
Erynn hob langsam den Kopf und sah Dreveni an. Sie wäre tatsächlich fast eingeschlafen, hatte träge vor sich hingedöst und die Gedanken treiben lassen. Jetzt nickte sie. „Ja, Ihr habt Recht. Ich hoffe nur, daß er sich beruhigt hat...“ Damit wuchtete sie sich etwas mühsam auf die Füße und ging zu ihrem Guar herüber, zog den Gurt seines Sattels ein wenig fester an und schwang sich auf dessen Rücken. Dreveni tat es ihr gleich, und gemeinsam machten sie sich in gemächlichem Tempo auf den Weg zurück zu Arranges. Erynn wurde es doch etwas mulmig zumute, als sie sich dem Beschwörer näherten. Sie wußte nicht, was sie ihm nach dieser Aktion sagen sollte, fühlte sich aber auf eine trotzige Art und Weise im Recht. Am Besten wird es sein, wenn ich erstmal gar nichts sage. Dann werden wir ja sehen, ob das ganze Theater irgendwas gebracht hat.
[Arranges]
Der Kaiserliche wartete noch einen Moment, ehe er den Kopf wieder zur Seite drehte und noch einen, ehe er das Skelett und die Rüstung wieder auflöste. Das war wohl nur einer. Das Gift, was abbekommen hatte brannte zwar wie die Hölle Oblivion selbst, schien aber nicht ätzend zu wirken, so viel konnte Arranges gerade noch feststellen. Knurrend versuchte er die zähe Flüssigkeit irgendwie an der linken Schulter abzuwischen. Besonders gut funktionierte das jedoch nicht und nur einige Augenblicke später bemerkte er, wie sein Gesicht leicht anschwoll. Verfluchtes, kleines... In diesem Moment bemrkte er, wie sich in einigen hundert Metern Entfernung zwei große Umrisse hinter einer Biegung hervorschoben. Die beiden Dunmer?! Arranges war so überrascht und insgeheim erleichtert, dass er für den Moment vergaß, weswegen er sich noch aufgeregt hatte. Selbst die Tatsache, dass Dreveni ebenfalls dabei war, minderte den kurzten Moment der Freude darüber nicht, dass Erynn ihn wohl doch nicht einfach sitzen gelassen hatte. Aber je näher sie kamen, desto schneller sank auch die Laune des Nekromanten wieder. Erst davonlaufen und jetzt wieder ankriechen. Als sie vor ihm standen, schaute er nur mit völlig ausdrucksloser Miene zu ihnen auf und schwieg sie demonstrativ an.
[Dreveni]
Arranges lag noch immer an Ort und Stelle, natürlich, dachte sich Dreveni und verbiss sich ein Grinsen. Sie sah, dass er sich zwar die Fesseln an den Armen und Beinen entfernt hatte, sich aber wohl immer noch nicht bewegen konnte. Das konnte doch kein normaler Zauber mehr sein... Ausserdem war sein Gesicht an einer Stelle angeschwollen, Sheogorath mochte wissen, wovon. Immerhin zog er es vor zu schweigen, auch Erynn machte keine Anstalten, etwas zu sagen. "Nachdem ihr euch anscheinend immer noch nicht bewegen könnt, werden wir euch wohl am besten wieder auf den Guar binden, sonst fallt ihr runter.", brach Dreveni schließlich mit ausdrucksloser Stimme das Schweigen. Würde der Beschwörer wissen, wie man ihm anderweitig helfen konnte, sollte er es gefälligst sagen. Sie würde ihn bestimmt nicht lange danach fragen. Je eher sie weiterkamen, desto besser.
[Arranges]
Arranges zog eine Augenbraue hoch. 'Ich verspüre aber nur wenig Lust, wie ein Sack Reis auf dem Gepäck des Guars den Rest des Weges bis nach Molag Mar reisen zu müssen, bis ich endlich an einen Schrein komme.' Gab Arranges nichteinmal schnippisch und überhaupt erstaunlich ruhig zur Antwort.
[Erynn]
Die Dunkelelfin sah zweifelnd auf Arranges herab. "Schrein?" fragte sie schließlich ziemlich verwirrt. "Und vor allem: Wie willst du dich in deinem Zustand auf dem Guar halten können? Weißt du zufällig ungefähr, was mit dir geschehen ist?" Ihr war klar, daß ihre Fragen ziemlich zusammenhanglos erschienen, aber sie hatte gerade auch keine Ahnung, wo sie anfangen und was sie zuerst wissen wollte - wissen mußte, um sich darüber klarzuwerden, wie sie jetzt am besten weiter vorgingen.
[Arranges]
Ein leicht genervtes Seufzen konnte Arranges nicht unterdrücken. In einer wütenden Geste, die sich allerdings offensichtlich nicht gegen die beiden Dunmer richtete, zog er für einen Moment die Augenbrauen zusammen, ehe er antwortete. 'Das war kein einfacher Zerstörungszauber, der meine körperliche Stärke kurzfristig demontiert, sondern ein Fluch. Ein Zauber, der auch nach dem Ableben des Zaubernden, noch weiter wirkt. Es gibt einige Möglichkeiten, wie man sowas wieder loswird, allerdings sind alle bis auf eine davon eher nutzlos. Ein Schrein kann den Fluch brechen und das unter Garantie.' Er sah einige Male von der einen, zur anderen Dunkelelfe, bevor er etwas leiser fortfuhr. 'Um mich bis dahin überhaupt bewegen zu können, muss ich so viel Gewicht ablegen, wie der Fluch mir gerade erlaubt zu tragen...'
[Dreveni]
Soso, der Nekromant ist doch tatsächlich verflucht worden, dachte sich Dreveni, innerlich von einem Ohr zum anderen grinsend. Äusserlich sah man ihr ausser einem leichten Funkeln in den Augen nichts an. Als Arranges dann auch noch meinte, sie sollten ihn ausziehen, drehte sie sich um, da sie sich nicht länger beherrschen konnte. Mit breitem Grinsen sagte sie zu Erynn: "Bitte, macht ihr das ruhig, ihr kennt ihn schon länger."
[Erynn]
Innerlich stöhnte Erynn auf. Na, schönen Dank, Dreveni. Dann wandte sie sich wieder an Arranges. "Äh... von wie viel Gewicht sprichst du denn ungefähr?" fragte sie vorsichtig. Er gab ihr seine Einschätzung der Lage. "Na schön, das sollte ja zu machen sein... reiten wirst du trotzdem nicht selber, und wenn du von dem Biest da..." sie deutete mit dem Daumen über die Schulter auf den Guar "...herunterfällst, binde ich dich trotzdem wieder fest. Verlaß dich drauf." Dann kniete sie sich hin, löste etwas umständlich den Lastgurt um Arranges' Hüften und schnallte ihn sich selbst um. Genauer gesagt, sie versuchte es. Das Ding war viel zu weit - und außerdem ungefähr so schwer wie ein Amboß. "Was schleppst du eigentlich alles für Scheiß mit dir rum?" murrte sie leise, während sie die Taschen und Beutel an dem Gurt zurechtrückte, um das Teil enger schnallen zu können. Eine Antwort darauf erwartete sie nicht wirklich, schon gar keine gescheite. Außerdem wollte sie auch gar nicht genau wissen, was für Nekromantenzeugs ihr jetzt gerade auf die Beckenknochen drückte.
Nachdem das geschafft war, zog sie Arranges an den Schultern ein Stück nach vorn, packte beherzt in das Rückenteil der Mithrilkette und wuchtete sie dem Beschwörer über den Kopf, wobei sie Drevenis dummes Grinsen sehr bewußt im Nacken spürte. Sie war sicher, daß sich die Assassinin gerade königlich amüsierte. "Also", fragte sie, als sie das Kettenhemd im Gepäck ihres Guars verstaut hatte und zu Arranges zurückgekehrt war, "wie wärs, wenn du dich so langsam mal erheben würdest?" Dabei hielt sie ihm ihre Hände entgegen, um den Kaiserlichen zur Not hochziehen zu können.
[Arranges]
Der Kaiserliche wusste selber nicht, wie er damit umgehen sollte, dass er sich nicht unbewusst dagegen sträubte lag wohl in der Hauptsache daran, dass sein Drang nach Bewegung größer war und dass Erynn ihn zur Wundversorgung auch schon fast komplett entkleidet hatte. Das blöde Grinsen werd ich Dreveni allerdings irgendwann noch aus der Visage prügeln... Er erahnte es mehr, aber dass sie sich abruppt umgedreht hatte sprach Bände. Als Erynn endlich fertig war und ihm die Hand reichte, langte er noch immer etwas mühsam danach, aber es war ihm wenigstens wieder möglich, sich zu erheben. 'Wir müssen in diese Richtung.' Knurrte er und deutet relativ genau nach Südosten über eine der Aschedünen hinweg. Er wischte sich ruppig über die linke Gesichtshälfte: 'Blödes Geziefer!' Grollte er leise. Er ging zwei unsichere Schritte auf den Guar zu, den er noch bis Bal Ur geritten hatte, ehe er sich zu den beiden für einige Momente ausgeblendeten Dunmer umdrehte. 'Hilf mir... bitte... auf den Guar, Erynn.' Seine Stimme war eine Mischung aus Zorn, Groll und Bockigkeit.
[Erynn]
So freundlich auf einmal? Muß wohl doch etwas gebracht haben, dich ein paar Stunden abkühlen zu lassen... Sie sagte aber nichts weiter, die mühsam unterdrückte Wut über die ganze Situation bei Arranges war nicht zu übersehen und Erynn war hauptsächlich froh, daß er jetzt friedlich war. Sie ging ein weiteres Mal in die Hocke, packte das rechte Bein ihres Begleiters um Fußgelenk und Schienbein und hob ihn mit einem Ruck hoch, bis er das linke über den Rücken des Guars schwingen konnte. Wobei das eine recht freundliche Umschreibung für das Gekraxel war, das Arranges veranstaltete, bis er dem Guar schließlich unsanft in den Rücken plumpste. Sie selbst sprang gleich darauf ebenfalls in den Sattel. Je eher sie weiterkamen, desto besser. "Südosten also", murmelte sie halblaut. So falsch waren wir also gar nicht...
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Legende
Sie setzten ihren Weg fort in Richtung Südosten. Das Land des Feuers erwieß sich jedoch als sehr lebensfeindlich, je weiter sie nach Süden kamen. zudem wurde der Grund deutlich rauher und das Gelände stieg insgesamt an. Weniger wurden sie alsbald von lockeren Aschedünen links und rechts begleitet, als mehr von Fels und reihenweise verkohlter und abgestorbener, hohler Bäume. Gelegentlich hörten sie das weit entfernte Grollen irgendwelcher fremder Kreaturen, aber die einzige Lebensform, die sie tatsächlich zu Gesicht bekamen, waren die dunklen Farne, die an einigen geschützten Stellen wuchsen. Sie sprachen allgemein nicht viel, was auch ohnehin nicht sehr viel Sinn gehabt hätte, da sie nun in den höheren Lagen mehr und mehr von Aschestürmen begleitet wurden, deren Brüllen teilweise so sehr anschwoll, dass man nichteinmal mehr das eigene Wort verstand. Jedoch stellten diese Stürme anders als die sengenden Winde in Elsweyr keine wirkliche Gefahr dar, welche Sand mit sich führte, der einem das Fleisch von den Knochen schmirgelte. Sie waren nur zweimal gezwungen deswegen kurz zu rasten und das auch nur wegen der unzureichenden Sicht.
Arranges hatte kaum eine andere Möglichkeit, als auf dem Gepäck hinter Erynn zu sitzen und zu schweigen, jede noch so kleine Bewegung strengte ihn bereits an. Glücklicherweise musste er nicht zu viel Konzentration darauf verschwenden, sich auf dem Guar zu halten, denn trotz des absolut unebenen Geländes, gingen die Tiere sicherer, als jedes Pferd und schwankten kaum. Der Nekromant hing indes seinen eigenen Gedanken nach. Wobei Gedanken wohl eher etwas übertrieben war. Er weigerte sich innerlich, darüber nachzudenken, dass sich Erynn tatsächlich von ihm lösen konnte, wenn sie denn wollte. Stattdessen hielt er sich lieber damit auf, seinem Unmut über seine missliche Lage durch gelegentlich unterdrücktes Grollen Luft zu machen.
Und was zum Henker waren das überhaupt für Kreaturen? Arranges rief sich nochmals die Situation in Bal Ur ins Gedächtnis, er hatte nicht sehr viel gesehen von diesen seltsamen Monstern, er wusste nur, dass sie untot waren. Aber etwas Vergleichbares ist ihm bis dahin noch nicht untergekommen. Es gibt noch immer Beschwörungen, die ich nicht beherrsche... oder die mir vielmehr komplett unbekannt sind. Kurz ärgerte er sich darüber, warum Meister Jurano ihm nie etwas von der Vielfalt der Beschwörungen in Morrowind erzählt hatte. Jedoch nur so lange, bis der Ergeiz sich in ihm meldete. Er musste wenigstens versuchen, diese Beschwörungen zu erlernen und bei Gelegenheit versuchen einige Informationen zu bekommen, was es wohl noch für Diener gab, die man rufen konnte. Die Dunkelelfen schienen den lächerlichen Kampfmagiern und Hexern in Cyrodiil hier um einiges voraus zu sein. Arranges überlegte einen Augenblick angestrengt. Jurano hatte ihm damals so viel von Morrowind erzählt - wovon leider nicht mehr zu viel vorhanden war in seinem Gedächtnis. Unter anderem auch davon, dass es einige große Fürstenhäuser auf der Insel selbst gab. Eines davon bestand im Prinzip aus Magiern und war, wie er sich dunkel erinnerte, so ähnlich aufgebaut wie die Gathering, nur, dass es eben in der Öffentlichkeit stand, offiziell im positiven Sinne handelte und eben ein gewisses politisches Interesse an Vvardenfell oder eben Morrowind hatte. Wenn ich mich noch recht erinnere, kommen wir sogar recht nahe an den Einflussbereich dieses Hauses heran, ich meine, das waren die größten Teile im Osten der Insel, möglicherweise erfahre ich in Molag Mar etwas darüber...
Sie waren mindestens zwei Tage beinahe durchgehend unterwegs, als das Gelände plötzlich rasch nach Süden hin zur Küste abfiel. Die Landschaft wechselte entsprechend nochmals ihr Gewand. Die monotonen Grautöne der versteinerten Asche um sie herum wurden an einigen Stellen von stechendem Schwefelgelb durchbrochen. Ebenso veränderte sich die Luft. Durchzogen von einem unterschwelligen Geruch, der sich wie einen leicht prickelnden, zähen Belag in Mund und Nase niederzuschlagen schien, fiel das Atmen entsprechend in der Nähe dieser Schwefelfelder recht schwer. In der Ferne konnten sie das Innere Meer erblicken, während etwas links von ihnen mehr und mehr ein gewaltiges Bauwerk zwischen den Hügeln auftauchte. Es erinnerte vom Umriss her stark an die Wohninseln Vivecs, die sie von Ebenherz aus gesehen hatten, diese hier jedoch stand allein. Das musste Molag Mar sein.
Wie die letzte Bastion der Zivilisation an sich, ragte das Ungetüm im Schein des durch Rauch- und Ascheschwaden am Himmel, gedämpften Sonnenlichts des Nachmittages aus dem Wasser an der Küste auf.
Als sie näher kamen, konnten sie eine gewaltige Kreatur an einem Hügel, auf welchem eine Art Baldachin stand, erkennen. Das müssen die Schickschreiter sein, jene Rieseninsekten aus deren Panzern die ungewöhnlichen Chitinrüstungen gefertigt sind, wie sie auch Yuphaistos trägt. Dachte Arranges, während er staunend zu dem gut und gerne 10 Meter hohen Ungetüm aufschaute, welches friedlich dort stand und auf den insgesamt 6 stelzenartigen Füßen ganz leicht in der Brise vom Meer schwankte.
Geändert von weuze (17.09.2011 um 13:27 Uhr)
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Fossil
Molag Mar
Sie ließen die Guars in einem Verschlag in der Nähe des riesigen Schlickschreiters zurück. Auf Vvardenfell war es offenbar ebensowenig wie in Cyrodiil üblich, das Nutzvieh innerhalb der Stadtmauern zu halten, und so gingen sie das letzte Stück nach Molag Mar zu Fuß. Dreveni und Erynn teilten das Gepäck unter sich auf, Arranges hatte momentan an seinem eigenen Körpergewicht genug zu tragen.
Der ganze, kompakte Komplex wirkte verwirrend auf die Kriegerin. Von außen betrachtet, wirkte Molag Mar schlicht und ergreifend abweisend, ein regelrechtes Bollwerk. Ein Torwächter in fremdartiger Rüstung, dessen Stimme durch seinen Vollhelm einen etwas unheimlichen Klang hatte, erklärte ihnen in gebrochenem cyrodiilisch den Weg zum hiesigen Tempel, nachdem sie ihm hatten begreiflich machen können, was mit dem Beschwörer nicht stimmte. Die kleine Gruppe schien jedenfalls nicht dadurch Mißtrauen erregt haben, daß sie einen Verfluchten bei sich hatten. Erynn konnte sich ohne weiteres vorstellen, daß man in diesem Außenposten, fernab jeglicher Zivilisation, noch ganz andere Dinge gewohnt war.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sie den zentralen Platz von Molag Mar erreichten, ganz oben auf der festungsartigen Stadt und von hohen Mauern eingefaßt, die vermutlich hauptsächlich dazu dienten, während eines Aschesturms ein wenig Abschirmung zu gewährleisten. Der Dunmertempel mit seiner Kuppel was das bei weitem auffälligste Gebäude auf dem Platz, wenngleich auch dieser wirkte, als ducke er sich schutzsuchend hinter die Mauern. „Da wären wir“, war das erste, was die Bogenschützin sagte, seit sie den Stadtwächter nach dem Weg gefragt hatte. „Wollen wir hoffen, daß man uns hier wirklich helfen kann...“
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Drachentöter
Molag Mar
Der Weg nach Molag Mar hatte sie immer weiter durch diese Aschewüste geführt. Dreveni wunderte sich, ob es hier schon immer so ausgesehen hatte, da der Weg von toten Bäumen gesäumt war. Wann waren sie hier gewachsen? Änderte sich das Klima hier doch ab und zu? Endlich tauchte Molag Mar vor ihnen aus den Ascheschwaden auf, was durchaus wörtlich zu verstehen war. Die Stadt bestand aus einer riesigen steinernen Pyramide ohne Spitze, die mit dem Festland über eine Brücke verbunden war, aber ansonsten im Wasser lag. Das ganze wirkte auf sie eher wie eine Festung, ein Außenposten mitten in der Ödnis, als wie eine Stadt. Vermutlich war es auch nicht viel mehr. Dreveni erwachte fast wie aus einem Traum, als sie von den Guars stiegen und sich durch das Tor in die Stadt begaben. Die lebensfeindliche Umgebung, die ihr doch irgendwie vertraut erschien, war so gleichförmig dass der Weg Dreveni fast in Trance versetzt hatte, dazu kam noch das ewige Pfeifen des Windes. Sie folgte Erynn und Arranges über die Brücke und sie gingen wie beschrieben auf die oberste Ebene, wo sie schließlich vor dem Tempel stehen blieben. Dort trennten sie sich von Arranges, er wollte alleine im Tempel nach Hilfe suchen, Dreveni und Erynn sollten sich währenddessen um Zimmer kümmern.
Nicht weit vom Tempel fanden sie die Herberge "Zum heiligen Veloth". Der Schankraum war eher spärlich aber doch gemütlich eingerichtet, wozu die rötlich-gedämpfte Beleuchtung ihren Teil beitrug. Hinter dem Tresen stand ein Dunmer, dessen Alter Dreveni nicht schätzen konnte. Er wirkte irgendwie anders als die Dunmer, die sie in Cyrodiil kannte, sie konnte sich aber nicht erklären, was ihn genau unterschied. Dreveni war gelegentlich außerhalb Cyrodiils unterwegs gewesen, aber selten hatte sie sich so fremd gefühlt wie in diesem Moment. Vielleicht lag es daran, dass sie den Bewohnern Morrowinds so ähnlich sah und doch ganz anders war. Bevor sie den Gedanken allerdings vertiefen konnte, ging sie entschlossen auf den Wirt zu. "Seid gegrüßt, wir würden gerne drei Zimmer mieten.", sprach sie ihn an.
Überraschend freundlich antwortete dieser in fast einwandfreiem Cyrodiilisch: "Es sind noch drei Zimmer frei, macht zusammen 30 Draken die Nacht. Oder 24 Septime.", fügte er noch an, als er Drevenis zögernden Blick bemerkte. Anscheinend war der Wirt eher an den Umgang mit Fremden gewöhnt, außerdem machten sie anscheinend einen großen Teil seines Umsatzes aus. Dreveni kramte die Münzen hervor, wobei sie feststellte, dass sie relativ bald pleite sein würde. Die Guars hatten ein ziemliches Loch gerissen.
"Unten ist außerdem ein Badezimmer, ihr müsst euch aber den Zuber selbst herrichten. Alles was ihr braucht findet ihr unten.", teilte ihnen der Wirt noch mit, nachdem ihm Dreveni die Münzen gereicht hatte, dann schob er die Schlüssel über den Tresen. Vermutlich sahen sie inzwischen reichlich abgerissen aus, wenn er das Badezimmer schon so betonte. Sie nahm einen vom Tresen, die anderen beiden sollte Erynn nehmen und wandte sich zur Treppe die zu den Zimmern führte.
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Legende
Arranges kam sich regelrecht nackt vor. Nur selten trug er in der Öffentlichkeit kein Kettenhemd oder insgesamt nur Kleidung. Wobei man von Kleidung nur mehr schwerlich sprechen konnte. Seine dunkelblaue Tunika war inzwischen mehr grau als farbig und seine Hose wirkte arg abgenutzt. Lediglich seine Stiefel und die Beinschienen hielten sich noch recht gut. Dazu kam allerdings noch, dass Arranges selbst arg geschwächt war, nicht zuletzt durch den Fluch, der es ihm unmöglich machte, mehr zu tragen, als das, was er jetzt am Leib trug.
Endlich hatten sie den Tempel erreicht. Arranges war froh, dass die Erlösung endlich zum Greifen nahe war. Er hatte es mittlerweile satt, von heftigen Windböen teilweise fast vom Guar geweht worden zu sein und sich selbst nur mit einiger Mühe gerade auf den Beine halten zu können. Mit ein paar knappen Worten verabschiedeten sich die beiden Dunmer und machten sich dann auf in Richtung Taverne, an welcher sie zuvor schon vorbeigekommen waren. Und dann ersteinmal ausgiebig schlafen... Arranges war einen kurzen Moment erstaunt über sich selbst bei diesem Gedanken. Bevor er mit Erynn unterwegs war, ließ er sich nur ungern seinen Schlaf rauben, egal von wem. Seit er allerdings in Begleitung der Dunmer unterwegs war, hatte er oft die Nachtwache einfach übernommen, aus dem Gedanken heraus, die Elfe ein wenig zu entlasten. Aber jetzt hat sie ja wenigstens jemanden in ihrer Liga gefunden. Dachte sich Arranges seltsamerweise völlig neutral. Die Situation nach Bal Ur hatte bei ihm im Endeffekt nicht viel mehr gelassen, als ein kleines leeres Loch, das er nichteinmal versuchte zu stopfen, er wusste schlicht und einfach nicht, wie er damit umgehen sollte.
Er beließ es dabei und trat stattdessen entschlossen in den Tempel ein. Direkt neben der Tür stand eine... Wache? Arranges kam nicht umhin, kurz zu stoppen und die Gestalt in Vollplatte zu mustern. Die Rüstung war eindeutig von massiver Machart. Weit ausgezogene Schulterplatten saßen auf einem Muskelharnisch, an dem feingliedrige Schürzenteile hingen, welche die Oberschenkel und die Leiste schirmten. Ebenso waren auch die Stiefel eher etwas starr, wenngleich auch wohl bequem zu tragen. Panzerhandschuhe schützten die Hände. Die Krönung dieser Rüstung war wohl der Helm. Ein Vollhelm mit Gesichtsmaske und ausladendem Helmbusch quer zur Körperhaltung. Das Material erinnerte an eine Goldlegierung. Insgesamt war Arranges erster Vergleich die Aurealen von den Zitternden Inseln. Das muss einer dieser Ordinatoren sein, eine heilige Wa...
'Geht weiter, N'wah!' Die finstere, raue Stimme des Dunmers hinter der Maske überrollte Arranges regelrecht. Der Kaiserliche starrte noch einen Moment auf die dunklen Seeschlitze in der Maske, fügte sich aber dann.
Bei den Trioliten stand ein Dunmer, der insgesamt nach Mönch aussah. Arranges, der nicht mehr länger warten wollte, diesen Fluch endlich loszuwerden, schritt direkt auf den Dunkelelf zu, der gerade nachdenklich zu Boden schaute und vor sich hin murmelte. 'Serjo... seid ihr ein Priester des Tempels hier?' Fast automatisch wandte Arranges an, was er aus dem Dunmeri konnte. Der Dunmer schaute auf. 'Sera, nein, ich bin Mönch,' nach einem kurzen Blick auf den Kaiserlichen fuhr er etwas freundlicher fort, 'ihr seht aus, als wäred ihr von einem Rudel Alits durch Molag Amur gejagt worden.'
'Ich komme in der Tat aus der Amur, aber von Alits verfolgt, was auch immer das für Kreaturen sein mögen. Nein, ich und meine Begleiter wurden bei Bal Ur von Daedraanbetern überfallen. Einer von ihnen hat irgendwelche Untoten beschworen, die mich mit Flüchen meiner Kräfte beraubt haben. Deswegen bin ich hier.' Die Miene des Dunkelelfen verzog sich. 'Verdammte Totenbeschwörer und Daedraanhänger... Ich will versuchen euch zu helfen, aber ich kann nichts versprechen. Große Knochenläufer haben euch angegriffen... ihr... seid der Magie mächtig, wenn ihr wisst, dass es sich um Flüche handelt?'
'Ja, neben dem Umgang mit dem Schwert beherrsche ich noch ein wenig Zerstörungsmagie.'
'Ah... das macht die Sache möglicherweise einfacher. Folgt mir.' Arranges folgte dem Dunmer in eine Nische ein wenig abseits. 'Das könnte vielleicht etwas schmerzhaft werden.'
'So lange es funktioniert.' Der Dunmer nickte nur und begann dann Worte zu nuscheln. Arranges erkannte das verzogene Dunmeri eines Dunmers, dessen Wurzeln tatsächlich noch nahe den Chimer liegen mussten.
Zunächst passierte nichts. Der Elf starrte jedoch nach wenigen Augenblicken nur noch angestrengt zu Boden, seine Brauen zogen sich zusammen und er kniff die Augen zu, so, als würde er mit einer unsichtbaren Kraft ringen. Arranges spürte jedoch noch immer nichts. Der Nekromant begann sich nach einigen weiteren Minuten ernsthaft zu fragen, ob der Mönch tatsächlich in der Lage war, ihm zu helfen, doch dann spürte er plötzlich einen Zug nach vorn vom Brustbein aus. Was zur Hölle?! Im Augenwinkel sah er, wie einer der Trioliten kurz aufblinkte. Ein mehr zu spürendes, als hörbares Kreischen entrang sich seines Unterbewusstseins, als irgendetwas nicht greifbares aus seinem Leib gezerrt wurde, sich aber noch mit aller Macht dagegen wehrte. Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn des Dunkelelfen. Ein letzter Ruck ging durch den Körper des Magiers und schlagartig kehrte die Kraft wieder, welche zuvor so massiv blockiert wurde. Arranges spürte förmlich, wie sich seine sehnigen Muskelstränge am ganzen Körper wieder spannten. Ein leichtes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, als er testweise seinen rechten Arm einmal beugte. 'Das wären dann 35 Draken...' Sagte der Mönch ohne Einleitung und völlig trocken, während er sich noch mit dem Robenärmel den Schweiß von der Stirn wischte. Habgieriges Mönchspack. Arranges langte automatisch dort hin, wo normalerweise sein Geldbeutel an seinem Gürtel hing, aber er trug ja noch nichteinmal den Gürtel. Entschuldigend sah er auf. 'Tut mir leid, aber ich trage momentan kein Geld bei mir.' Der Dunkelelf zog eine Augenbraue hoch. 'Der Tempel verlangt eine kleine Spende...' Seine Augen wanderten zu den wenn auch etwas mitgenommenen, aber trotzdem gut gearbeiteten Beinschienen des Beschwörers. Das kannst du aber sauber vergessen! 'Ich dachte der Tempel handelt im Glauben an das Tribunal und die Götter und nicht zum Erhalt selbiger.'
'Allerdings, aber genauso wenig, wie ihr kann der Tempel und seine Diener nicht von Luft und Liebe leben... Eure Beinschienen, wenn ich bitten dürfte?' Der Ton war unmissverständlich und Arranges hatte nur wenig Lust, sich noch mit dem Ordinator anlegen zu müssen, sollte der Mönch auf diese Idee kommen. Mit einem Seufzer schnallte er die Rüstungsteile ab und gab sie dem Elfen. 'Mögen die Drei euch segnen, Sera!' Sagte der Mönch nun wieder freundlich und wollte sich gerade abwenden, als Arranges ihn nochmal ansprach: 'Eine Frage habe ich noch, wenn ihr gestattet?'
'Natürlich.'
'Von welchen Kreaturen spracht ihr zuvor?'
'Ihr meint die Alits? Sie gehören zur einheimischen Fauna Vvardenfells. Ihr findet sie überall auf der Insel, vornehmlich jedoch hier in den Feuerlanden und in der Westspalte. Grausame Jäger. Mannshoch, mit einem übergroßen Maul voller rasiermesserscharfer Fänge. Sie laufen auf zwei Beinen, das sind auch zugleich die einzigen Gliedmaßen. Haltet die Augen nach ihnen offen. Sie sind normalerweise keine zu große Gefahr, wenn man sie kommen sieht, wenn sie einen jedoch überraschen und verletzen, kann es sein, dass ihr unter Umständen schwer vergiftet werdet oder euch üble Krankheiten wie die Gelbfäule oder die Pest einfangt.'
'Ah... nun, danke, Sera!'
Der Mönch nickte nur noch und ging dann davon.
Arranges verließ ebenfalls den Tempel mit dem stechenden Blick des Ordinators im Nacken. Draußen auf dem Platz wandte er sich richtung Taverne. Dort sollte ich mich dann bevor wir abreisen noch nach einem Rüstungsschmied erkundigen, mal sehen, was die dunmerischen Schmiede können.
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