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Thema: Schildstadt

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  1. #1
    Arranges begrüßte die Stille, nachdem Erynn nicht weiter nachhakte, wenngleich ihm seine eigenen Worte nur einige Herzschläge später beinahe Leid taten. Er verzog allerdings keine Miene und achtete stattdessen weiter auf den Weg. Die Guare hatten einen absolut unfehlbaren Tritt wie Arranges immer wieder feststellte. Nicht, dass die Straße, auf der sie jetzt nach Norden unterwegs waren, sonderlich schlecht befestigt gewesen wäre, aber Arranges hatte beim ersten Anblick der Tiere doch eher damit gerechnet, dass sie doch deutlich schwanken würden, bei der Fortbewegung. Was dem Kaiserlichen allerdings immer wieder in die Augen stach, waren die großen Pilze, sie erinnerten ihn auf eine seltsame Weise schmerzhaft an die Zitternden Inseln, an das Reich Sheogoraths. Bei ihrer Ankunft, war ihm dieser Vergleich gar nicht gekommen, aber jetzt, da er Zeit hatte, wurde ihm diese Ähnlichkeit mehr und mehr bewusst.

    Es wurde Abend und sie rasteten. Arranges setzte sich schweigend ans Feuer. Es dauerte allerdings nicht lange, da stand Erynn neben ihm plötzlich auf und gesellte sich zu Dreveni. Der Magier war sich im ersten Moment nicht sicher, was er davon halten sollte, aber schließlich wunderte er sich nicht wirklich darüber. Es war ihm zwar in gewisser Weise nicht unbedingt recht, dass die Kriegerin zu viele Worte mit diesem Eisblock dort wechselte, aber zumindest hier drängten ihn Erynns Worte vom Mittag doch irgendwie dazu, dass er sich keine weiteren Gedanken darüber machte. Schließlich war Dreveni umständlich formuliert, ihre Verbündete und so war es dann doch eher normal, ja sogar vielleicht notwendig, dass Erynn mit ihr redete...

    Der Kaiserliche verfing sich schon bald wieder in seinen eigenen Gedanken und ertappte sich nur wenig später dabei, wie er einen der riesengroßen Pilze anstarrte, welcher recht nahe an ihrem Lager stand. Je mehr er darüber nachdachte, desto klarer wurde ihm, dass die Zeit auf den Inseln, so verwirrend sie insgesamt auch war, schlicht schön war. Das lag natürlich nicht zuletzt auch daran, dass er in Begleitung Meryanns dort gewesen war. Aber selbst wenn er allein dort gewesen wäre, wären die Inseln einfach nur schön, gewesen.

    Als Erynn sich wieder neben ihn setzte, riss er den Blick von dem großen Gewächs los. Es hat ja doch keinen Wert, dieser Welt nachzutrauern, ich kann nie wieder dort hin... Er drehte den Kopf und schaute Erynn in die Augen. 'Und? Hast du dein unterschwelliges Bündnis mit der Meuchlerin nun endgültig gefestigt?' Fragte er tonlos.

  2. #2
    [Erynn]
    Erynn wickelte sich gerade in ihre Decke und wollte eigentlich nur noch schlafen, als Arranges sie ansprach. Er klang seltsam, irgendwie verletzt. Seine leise Stimme war kaum zu verstehen. "Unterschwelliges Bündnis? Was meinst du damit? Wir sind momentan Verbündete, oder nicht?" Sie unterdrückte ein Gähnen. "Hör zu, wir müssen irgendwie miteinander auskommen. Es ist nicht gut, wenn wir auch noch untereinander dauernd kämpfen. Wer weiß, was uns auf dieser Insel noch erwartet."

    [Arranges]
    'Tatsächlich sind wir verbündet, auch wenn es bei ihr in erster Linie des Geldes wegen ist.' Er blickte ihr einen Moment nur wortlos in die Augen, bevor er weitersprach. 'Ich will,' er stockte und überlegte, 'ich möchte nur nicht, dass du dich von Dreveni zu sehr beeinflussen lässt... Schlimm genug, dass du durch mich so viel Verwirrung in den letzten Monaten erfahren musstest.'

    [Erynn]
    Für einen Moment saß sie nur da und erwiderte den Blick des Beschwörers. Sie wußte nicht gleich, was sie darauf sagen sollte. Ja, in der Tat. Verwirrend war die Zeit tatsächlich. Aber ich hätte nicht gedacht, daß du dir wirklich so viele Gedanken darum machst. Die Elfin versuchte sich an einem beruhigenden Lächeln, wenngleich sie Arranges eigentlich recht geben mußte. Er hatte ihr Leben ins Chaos gestürzt, und jetzt stand sie da und wußte nicht mehr, wer sie war oder was sie mit sich anfangen sollte. "Ich... weiß nicht, Arranges", gab sie leise zur Antwort. "Sie ist so stark, so anders. Aber ob sie mich wirklich beeinflußt? Ich möchte nicht sein wie sie, aber das ist kein Grund, sie wie Luft zu behandeln, findest du nicht?" Das stimmte nicht ganz, auch wenn es ebenfalls nicht ganz gelogen war. Drevenis kühle Effizienz faszinierte die junge Dunkelelfin. Manchmal wirkte es, als könnte sie nichts wirklich anrühren. Selbst wenn sie wütend war blieb sie wachsam, und als Erynn nach der Sache mit dem Obliviontor ihren Arm gerichtet hatte, war sie dennoch beherrscht und ihre Gedanken auf die Notwendigkeiten der Situation ausgerichtet gewesen, wenngleich die Schmerzen entsetzlich gewesen sein mußten.
    "Mach dir keine Sorgen um mich", setzte sie deshalb hinzu, halb um den Magier zu beruhigen, halb, um vor sich selbst zu bekräftigen, daß sie tatsächlich nicht werden wollte wie die Assassinin. "Ich will Gumora tot sehen, ja, aber ich habe gute Gründe dafür."

    [Arranges]
    'Nein, natürlich ist das kein Grund. Ich kann sie ja auch schlecht behandeln wie Luft.' Bestätigte der Nekromant ihre Worte. 'Aber...' Er brach ab und wandte den Blick ab und sah in die Flammen. 'Sind dir die Pilze aufgefallen, die hier überall stehen?' Er hob den Kopf und seine Augen wanderten an dem Stamm des Riesenpilzes entlang, den er auch zuvor schon angestarrt hatte. 'Genau solche Pilze stehen auch im Reich Sheogoraths... nur noch viel herrlicher und irgendwie... lebensfreudiger...' Es schien, als würde er sich wieder in seinen Gedanken verlieren und redete einfach nicht weiter.

    [Erynn]
    Was für ein seltsamer Themenwechsel... du bist heute wirklich etwas zerstreut, Magier. Die Kriegerin richtetet sich vollends wieder auf, als Arranges Sheogorath erwähnte. Sie folgte seinem Blick und musterte ihrerseits den baumgroßen Pilz. "Ich finde die Dinger auch so schon recht beeindruckend", bemühte sie sich die entstandene Stille zu überbrücken. Ihr Freund schien mit seinen Gedanken sehr weit weg zu sein. So wie in diesem Moment hatte sie ihn nur selten gesehen. "Erzählst du mir davon? Wie sind die... Zitternden Inseln, das war ihr Name, richtig?"

    [Arranges]
    Ihre Frage traf Arranges völlig unvorbereitet, hatte er gerade noch den schlicht unbeschreiblichen Nachthimmel über Dementia vor Augen, fragte die Dunmer jetzt plötzlich, ob er ihr von den Inseln erzählen könnte. Einen Herzschlag lang schaute er ihr nur in die Augen. 'Nun ja, so heißt das Reich des Wahngotts. Aber, was würdest du denn hören wollen?' Er fühlte sich irgendwie seltsam bei dem Gedanken laut von den Inseln zu erzählen. Schon allein deshalb, weil man sie eigentlich selbst gesehen haben müsste, um zu verstehen, was er versucht gehabt hätte, in Worte zu fassen.

    [Erynn]
    Erynn überlegte kurz. Ja, was wollte sie eigentlich hören? Ihr gingen so viele Fragen durch den Kopf. Arranges hatte erwähnt, wie gefährlich es dort war, sie kannte die Narbe, die der Skalon ihm zugefügt hatte Was zum Henker ist überhaupt ein Skalon? Leben dort Menschen und Mer? Zeigt sich Sheogorath persönlich in seinem Reich, so wie es die Tribunalsgötter manchmal tun, oder ist er eher so wie die Neun Göttlichen, die nicht sichtbar auf Nirn wandeln? Wie ist das Leben an einem Ort, wo der Herr des Wahnsinns gebietet? "Wie sieht es dort aus?" fragte sie schließlich, aus dem Versuch heraus, irgendwie einen sinnvollen Anfang zu finden, "Ist es da so ähnlich wie in den Totenlanden?"

    [Arranges]
    'Hm...' Arranges überlegte einen Moment. 'Die Zitternden Inseln sind wie die Totenlande auch, eine Oblivionebene. Aber und das habe ich dir im Zusammenhang mit Boethias Schrein damals, glaube ich schonmal knapp erklärt, hat jeder Daedraprinz seine eigene Ebene... Und jeder Daedraprinz gestaltet seine Ebene so, wie es ihm beliebt. Mehrunes Dagon zum Beispiel lässt die Totenlande seinem Sinnbild gleich, wüst und grob erscheinen, wenngleich sie insgesamt auch ein Kunstwerk in sich bedeuten mögen. Die Zitternden Inseln sind da allerdings eher das genaue Gegenteil. Die Verliebtheit, die Sheogorath selbst in sein Reich steckt, ist geradezu rührend. Auch wenn es auf den ersten Blick irgendwie platt und überladen wirkt, so wird man sich der Schönheit erst wirklich gewahr, wenn man sich mitten drin befindet. Alles ist so andersartig bunt und alles lebt einfach.' Bei seinen eigenen Worten wurde der Magier sich tatsächlich darüber bewusst, dass er die Natur Cyrodiils, die er vor den Inseln immer als schön empfunden hatte, doch eher nur als öden, braunen Erdklumpen im Vergleich zu den Inseln beschreiben hätte können. 'Die Inseln sind nicht vergleichbar mit irgendeinem Flecken von Mundus. Man ist sich zwar ständig der Tatsache bewusst, dass alles, was man dort sieht, das die Sinne so derartig berauscht, nichts weiter ist, als ein großes Trugbild, eben wie jede andere Oblivionebene. Allerdings macht es die Gabe Sheogoraths selbst, die Gabe des Wahnsinns, zu einem überaus realen Empfinden, das ich damals nur zu gerne bereit war zu genießen, statt es azustreiten.' Er seufzte leise. 'Das Reich selbst ist in zwei Herzogtümer aufgeteilt. das Herzogtum Dementia, in dem ich die meiste Zeit verbrachte. Dementia, das Reich des geistigen Zerfalls, der grausamen Schönheit. An jeder Ecke lauert in gewisser Weise der Tod, allerdings ein Tod mit unbeschreiblicher Faszination, sodass man sich nur schwerlich, der eigentlichen Gefahr bewusst wird und sich entsprechend ersteinmal wieder daran erinnern muss, sich zu wehren. Alles in Dementia wirkt auf den ersten Blick grau und dunkel, aber in Wahrheit ist es eine Welt, wie sie schöner kaum sein kann. Riesige, majestätische Wurzeln ranken in sich verdrehten Schlingen durch das Land, so endlos wie der Nachthimmel, welcher sich in tausend Sprenkeln, von Blau und Grün, wie du noch keine andere Farbe klarer gesehen hast, in der Aufgehenden Sonne, auflöst, welche dir die Augen zu verbrennen doht, du den Blick aber nicht schirmen kannst, da ihr Anblick gleich dem nur im Ansatz erahnbaren und vermutlich auch genauso vernichtenden Kuss einer Mazke gleicht.
    Dem gegenüber steht Mania. Ein Land, in dem sich Raserei und Genie die Hand geben. Eine einzige kleine Blüte aus diesem Land hält an Faszination inne, was ganz Tamriel zu bieten hat. Leider weiss ich über Mania nicht zu viel zu erzählen, da ich dort damals nur vergleichsweise kurz war...' Bei seinen letzten Worten wurde ihm selbst das Herz ein wenig schwer. Er kam nicht weiter um diesen Gedanken herum: Er hatte Sehnsucht nach Sheogoraths Reich, ausgelöst durch das blasse, aber dennoch so süße Abbild der Riesenpilze hier auf Vvardenfell.

    [Erynn]
    Gebannt hörte Erynn zu. Zwar blieb noch vieles verschwommen und ein richtiges Bild konnte sie sich noch lange nicht machen, aber ihr entging der Unterton nicht, der in Arranges' Stimme mitschwang. Die Ebene des Daedrafürsten hatte irgendetwas in seiner zwar schwer ramponierten, aber immer noch vorhandenen Seele berührt, das ihn sich dort vielleicht mehr zuhause fühlen ließ als an irgendeinem Ort auf Nirn. Sie verstand es vollkommen, auch ohne ein genaues Bild von den Zitternden Inseln zu haben. "Gibt es dort..." das Gähnen ließ sich nicht länger unterdrücken. "Gibt es dort auch Menschen und Mer und Tiere, so wie hier, oder sind dort nur Daedra, so wie in Mehrunes Dagons Reich?"

    [Arranges]
    'Ja, sowohl Mensch, als auch Mer leben dort. Auch Khajiit und Argonier sind dort vereinzelt zu finden. Die Fauna ist nur schwer umfassend zu beschreiben, ich habe damals vermutlich auch nur einen Bruchteil der Tierwelt gesehen. Allerdings sind auch nur die aller wenigsten Kreaturen auf den Inseln daedrischen Ursprungs. Lediglich einige wenige Kreaturen, wie der Fleischatronach oder die Hunger sind echte Daedra. Auch gibt es keine Dremoras auf den Inseln. Die Krieger Sheogoraths sind in Mania die Aureale und in Dementia die Mazken oder wie sie das gemeine, dumme Volk nennt: Goldene Heilige und Dunkle Verführer. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in Neu Sheoth, der Hauptstadt der Inseln. Dort steht auch der Palast des Wahngottes selbst, in dem er residiert und über sein Reich wacht...' Arranges hielt einen Moment inne, als er bemerkte, dass Erynn wohl doch deutlich müde war. 'Du bist müde. Ich denke, wir sollten das auf ein andermal verschieben.' Er lächelte. 'Schau lieber zu, dass du ein wenig Schlaf findest...'

    [Erynn]
    Erynn hätte gern noch mehr gehört, aber ihr fielen tatsächlich die Augen zu, das ließ sich kaum leugnen. Kurz huschte ein Anflug von Enttäuschung über ihr Gesicht, aber dann rollte sie sich doch nahe am Feuer zusammen. Die Flammen wärmten ihren Rücken, und mit geschlossenen Augen lauschte sie wieder einmal auf die fremden Geräusche, die sich zu Vvardenfells ganz eigenem Lied verwoben. Es dauerte nicht lange, bis sie davon einschlief.

  3. #3
    Dreveni musste noch eine Weile an das Gespräch mit Erynn denken, als sie mit geschlossenen Augen an den Stein gelehnt da saß. Sie wurde aus der anderen einfach nicht schlau. Einerseits befand sie sich in der Gesellschaft eines Nekromanten und wollte jemanden ermorden den sie jetzt jagte, auf der anderen Seite bedankte sie sich bei ihr, Dreveni, einer Mörderin, fürs zuhören. Als ob ihr nicht bewusst wäre, dass sie prinzipiell alles was ihr Erynn erzählte, doch gegen sie verwenden würde, würde ihr die andere nur einen Grund dazu geben.

    Sie verständigte sich mit einem Nicken mit Arranges, dass dieser die erste Wache halten würde. Dreveni döste etwas, doch als sie das rascheln im Unterholz mehr unbewusst wahrnahm als hörte, war sie auf einmal wieder hellwach. Keine Sekunde zu spät, denn schon brach ein Rudel Tiere aus dem nahen Gebüsch und hinter Hügeln hervor. Sie waren etwa so groß wie Wölfe, das war auch schon die einzige Ähnlichkeit, die sie mit den Tieren aus Cyrodiil hatten. Allerdings konnte Dreveni in der Dunkelheit auch nicht wirklich viel erkennen, außerdem war sie vollauf damit beschäftigt, sich zu verteidigen, da schon die ersten spitzen Zähne nach ihr schnappten.

    Geistesgegenwärtig bohrte sie dem Tier ihren Dolch ins Maul, wobei sie das Gehirn getroffen zu haben schien, das Vieh klappte über ihr zusammen. Dabei sah sie, dass es gar keine Reißzähne hatte, sondern eine Art Schere unter dem Kopf, außerdem ein spitzes, schnabelförmiges Maul. Mit einer fließenden Bewegung zog sie den Dolch aus dem Monstrum, stieß es von sich und war auf den Beinen. Sie wurden von einem ganzen Rudel angegriffen. Sie gab dem nächsten Tier, das nach ihr schnappen wollte, einen Tritt, schaffte es endlich ihr Schwert zu ziehen, das neben ihr gelegen hatte, und stach ihm die Klinge durch den Hals. Dann hatte sie etwas Luft, sich einen kurzen Überblick zu verschaffen....

  4. #4
    Arranges blieb neben Erynn sitzen und übernahm dann die erste Wache. Es blieb im Grunde alles ruhig ein klarer Sternenhimmel war über ihnen zu sehen und es war weder übermäßig warm, noch wirklich kalt.

    Der Nekromant überlegte noch, ob es nicht doch sinnvoll wäre, angesichts der völlig fremden Umgebung vielleicht zum besseren Überblick ein paar Zauber zu wirken, entschied sich dann allerdings dagegen. Sie waren schließlich mitten im Nirgendwo. Schlimmer als Wegelagerer oder wilde Tiere konnte es kaum werden und mit solchen Störenfrieden war er noch immer fertig geworden.

    Plötzlich jedoch, es war noch keine Stunde vergangen, hörte der Magier etwas ganz in der Nähe rascheln. Kaum, dass er das Geräusch realisiert hatte, brachen auch schon mindestens 6 Umrisse aus den nahen Sträuchern hevor. Große dunkle Schatten, die von ihrer Statur her entfern an Wölfe erinnerten, jedoch sehr viel größer waren, wenngleich er auch einige kleinere Schatten erkennen konnte... Was zum Teufel ist das?!

    Arranges war mit einem Mal auf den Beinen. Es musste wohl ein ganzes Rudel sein, denn die Gruppe, die eben aus dem Gebüsch stürmte, waren nicht die einzigen, hinter sich hörte Arranges nun ebenfalls Zweige knacken. Im Reflex fuhr er herum. Eine Schnelle Bewegung rechts von sich erfassend, rief er sich einen Schild an den entsprechenden Arm. Die Bestie, die sich gerade auf Erynn stürzen wollte, prallte mit großer Wucht dagegen. Arranges taumelte, hielt sich aber noch auf den Beinen. Eine zweite Kreatur, welche wohl ebenfalls leichte Beute in Erynn gesehen hatte, visierte nun den Nekromanten an und stürzte sich auf ihn. Blitzschnell hechtete Arranges zur Seite. Feuermagie blitzte grell auf, aber er war nicht schnell genug ein mächtiger Prankenhieb erwischte ihn noch an der linken Schulter, ehe das Biest mit zerfetzten und verkohltem Torso zur Seite geschleudert wurde. Die Schulterplatte hatte das Schlimmste verhindert, trotzdem schmerzte sein Arm, als er sich wieder aufrichtete.

    Jene Kreatur, welche er zuvor mit dem Schild abgewehrt hatte, wollte sich bereits wieder auf Erynn stürzen, die sich jetzt gehetzt aufrappelte. Aber noch im Angriff wurde die Bestie plötzlich von einem kurzen, aber durchgehenden Feuerstrahl sprichwörtlich pulverisiert. Im Augenwinkel sah Arranges, dass Dreveni bereits auf den Beinen war und mit ihrem Schwert nach allem hackte, was nicht Mensch oder Mer war.

    Arranges zog sein Schwert und stellte sich schützend neben die Dunmer, im gleichen Moment rief er einen Skelettmeister, welcher sich ebenfalls mit erhobenem Zwergenclaymore neben Erynn stellte. 'Los, auf die Beine!' Knurrte Arranges, das war aber auch schon alles, was er sagen konnten, denn schon stürzte der Rest des Rudels in den Lichtkreis des Feuers...

  5. #5
    Erynns Reflexe waren schneller als ihr Verstand. Sie schüttelte die Decke ab, griff nach ihrem Schwert und war auf den Füßen, bevor sie wußte was überhaupt los war. Feuerzauber blendeten sie kurz, und als die flackernden Punkte vor ihren Augen nachließen, erkannte sie, daß sie eingekreist waren von einem Rudel... Höllenhunde, schoß es ihr durch den Kopf. Das müssen Höllenhunde sein. Sie kannte die Biester nur aus Erzählungen. Ich hätte nicht gedacht, daß die Viecher so häßlich sind, dachte sie, während sie sich einer Kreatur zuwandte, deren Angriff auf ihre Flanke gezielt hatte. Die Elfin hackte nach seiner heransausenden Pranke und traf auf Widerstand. Es knirschte häßlich, der Hund stieß ein schmerzerfülltes Jaulen aus und zog sich mit einem holprigen Sprung ein Stück zurück, nur um gleich darauf wie rasend wieder anzugreifen. Die rechte Vorderpfote baumelte nutzlos in der Luft, was das Tier jedoch nicht davon abhielt sich mit den kräftigen Hinterläufen abzudrücken und sie anzuspringen.
    Hastig wich Erynn ein Stück zurück, packte ihr Schwert mit beiden Händen und stieß es gerade nach vorne. Die Mandibeln an der Schnauze des Höllenhundes schlugen klackend knapp vor ihrem Gesicht zusammen, als er sich an ihrer Klinge selbst aufspießte. Das Vieh stürzte wie ein nasser Sack zu Boden und die Arme der Kriegerin wurden mit einem Ruck nach unten gerissen. Sie fackelte nicht lange, stellte einen Fuß auf seinen Unterkiefer und hebelte das Langschwert aus seiner Gurgel. Mit einem Mal hatte sie etwas Luft. Durch ihre Drehung stand sie jetzt Rücken an Rücken mit dem Beschwörer, ihre vom Feuer abgewandte Seite wurde von einem Gerippe geschützt, das sie bisher noch gar nicht wahrgenommen hatte. Erynn verschwendete keinen weiteren Gedanken an den Untoten, sondern akzeptierte seine Existenz, ohne, daß es sie noch erschreckt oder zum Schaudern gebracht hatte. Dreveni konnte sie nicht sehen, doch aus der Richtung, wo die Assassinin früher am Abend gesessen hatte, waren ebenfalls Kampfgeräusche auszumachen. Scheinbar waren sie alle noch in der Lage, sich gegen das Rudel zu verteidigen.
    Die Hunde waren jetzt vorsichtiger, blieben weitgehend außerhalb des Lichtradius, was ihr kehliges Knurren noch unheimlicher erscheinen ließ. Die Elfin wußte nicht einmal, wie viele es noch sein mochten. Konzentriert starrte sie in die Dunkelheit und hob abwartend ihr Schwert, sowohl darauf gefaßt, es blitzschnell vorzucken zu lassen als auch darauf, einen weiteren Klauenhieb damit abzublocken.

  6. #6
    Inzwischen waren auch Arranges und Erynn auf den Beinen, außerdem konnte Dreveni ein Skelett erkennen, dass der Magier gerade beschworen hatte. Der Tod ihrer Artgenossen schien die restlichen Tiere nicht sonderlich zu beeindrucken, sie griffen unvermindert an. Es kam Dreveni nicht einmal so vor, als würden es weniger werden, auch konnte sie nicht sagen, wie viele sich noch in der Dunkelheit verbargen.
    Dreveni versuchte zu Erynn und Arranges zu kommen, wenn sie Rücken an Rücken standen, hatten sie weit bessere Chancen. Allerdings kam ihr da einer dieser Monster in die Quere und ehe sie noch recht wusste wie ihr geschah hatte ihr dieser von hinten seine Pranke über den Arm gekratzt. Sie spürte ein scharfes Brennen, ließ sich davon aber vorerst nicht beirren, drehte sich um und schlug mit dem Schwert zu. Obwohl das ganze absolut ungezielt war, traf sie das Tier zumindest so, dass es nicht mehr angreifen konnte und jaulend am Boden lag. Als sie die beiden schließlich erreichte, kam es ihr doch endlich so vor, als würde die Zahl der Tiere langsam abnehmen...

  7. #7
    Nur wenige Augenblicke später schienen sich die Biester ein wenig zurück zu ziehen und sich einen Moment zu sammeln, ehe sie wieder mit voller Wucht angriffen. Arranges sah im Augenwinkel, dass Dreveni sich zu ihnen gestellt hatte. Gut... der Rücken ist also soweit gedeckt, dann mal los...

    Mit einem grimmigen Ausdruck im Gesicht, hob Arranges seine freie Linke, welche nur einen Lidschlag später von einer grellen, gleißenden Sphäre eingehüllt wurde. Eines der Monster wurde von einem neuerlichen Feuerzauber zerfetzt, während Arranges zeitgleich zur Seite hieb, von wo ebenfalls eine der massigen Klauen auf ihn zuflog. Das Skelett hielt sich auf Anweisung seines Meisters nicht länger in dem Schützenden Kreis der Gruppe auf, sondern trat ausfallen, mit mächtigen Angriffen seines Zweihänders, auf die Kreaturen zu. Arranges hingegen beschäftigte sich derweil mit dem Monstrum, nach dem er eben schon geschlagen hatte. Sich unter einem weiteren Hieb wegduckend, schnellte das Kurzschwert nach vorn und drang knackend durch den Schädel der Bestie. Jaulend hauchte das Monster sein Leben aus und sank zu Boden. das Schwert jedoch hatte sich ungünstig verkantet. Arranges bekam es nicht wieder frei. Und nur im letzten Moment tauchte er unter einem Angriff einer weiteren Pranke hinweg. Doch die Schlagfolge war zu rasch. Für den direkten zweiten Angriff riss er nur seinen Arm hoch und spürte fast im selben Moment einen scharfen Ruck in der rechten Schulter, der ihn beinahe von den Beinen holte. Der daedrische Dolch, den sich Arranges rief und damit blitzschnell in die Richtung stieß, aus welcher die Angriffe gekommen waren, fand jedoch sein Ziel und eine weitere der Kreaturen sank brüllend zu Boden. Sein Skelett war mittlerweile allerdings aufgrund seiner befohlenen Raserei übel angeschlagen, wenngleich es seinerseits ebenfalls grob gewütet hatte.

    Nur einen Atemzug lang hatte Arranges Zeit. Mit einem zornigen Ruck befreite er sein Schwert wieder - keine Sekunde zu spät. Er folgte aus der Bewegung heraus einem vorbeihuschenden Schatten neben sich und ließ das Schwert auf die Kreatur, die sich auf ihn stürzte, niedersausen. Doch jäh wurde sein Angriff gestoppt. Der Nekromant schaute nicht schlecht, als er sein Schwert plötzlich zwischen den mächtigen Kieferzangen und dem schnabelartigen Maul der abgrundhässlichen Bestie, verkantet wiederfand. Das Ungetüm hatte seinen Angriff direkt verhindert. Was zur Hölle?! Die Kreatur wehrte sich knurrend gegen den Druck, den Arranges mit der Klinge aufbaute, um den wohl doch sehr verletzlichen Teil zwischen den Scheren und dem Schnabel zu erreichen. Mit einem ebenso irren Grollen, streckte Arranges seine zaubernde Hand vor. Kopf und vorderer Brustkorb wurden augenblicklich vereist. Arranges hebelde mit der Klinge wütend gegen die jetzt starren Kiefer des Angreifers. Mit einem klirrend brechenden Geräusch zerbarst der Kopf des Geschöpfs, der Rest des Körpers sackte anschließend in sich zusammen...

  8. #8
    Mit Dreveni als zusätzlicher Flankendeckung und dem Skelett, das die Formierung des Rudels immer wieder durch brutale Vorstöße störte, bekamen sie langsam aber sicher die Oberhand in diesem ungleichen Kampf. Ein weiterer Hund schlug nach Erynn, doch er wirkte schon sehr viel vorsichtiger als die Tiere, die ihre kleine Gruppe wohl zunächst als leichte Beute angesehen hatten. Mehrmals wich er flink nach hinten aus, wenn die Dunkelelfin ihr Schwert in seine Richtung stieß. Sie tat es dem Tier gleich, nachdem es sich dadurch mehrmals außer Reichweite ihrer Streiche gebracht hatte, machte zwei schnelle Schritte auf das Tier zu und zog sich nach ihrem Angriff blitzschnell in die sichere Formation zurück. Sie hatte auf die Augen der Kreatur gezielt und tatsächlich eines davon erwischt. Der Höllenhund stolperte ein paar Schritte rückwärts und schüttelte sich, als wolle er etwas Lästiges lowerden. Kurz standen sich Mer und Tier lauernd gegenüber, dann spannte das häßliche Vieh die Muskeln und machte einen Satz auf die Elfin zu. Erynn tänzelte mit einem raschen Seitwärtsschritt aus seiner direkten Flugbahn und brachte ihre Waffe zwischen sich und den Angreifer. Seine vorzuckende Pranke traf auf den Stahl, glitt aber harmlos davon ab. Dann war der Hund an ihr vorbei. Die Kriegerin brachte ihr Schwert in engem Bogen herum und ließ die Klinge in einem gerade abwärts geführten Hieb in den Nacken des Tieres einschlagen. Als hätte man die Fäden einer Marionette durchtrennt, sank es ohne einen Laut zu Boden und lag still.

    Rasch richtete sie sich wieder auf, darauf gefaßt, jeden Augenblick von einer weiteren Kreatur angesprungen zu werden, doch der Lichtkreis des Lagerfeuers war, abgesehen von ihnen dreien, leer. Kurz hörte sie noch das leise Geräusch von Pfoten auf dem grasbewachsenen Boden und sah undeutlich einige große Schatten durch die Dunkelheit huschen, dann war alles still. Die unheimlichen Wesen, von der Wehrhaftigkeit ihrer Beute in die Flucht geschlagen, verschwanden ebenso schnell und leise, wie sie gekommen waren. Der Moment schien sich in die Ewigkeit zu dehnen, während Mer und Kaiserlicher schwer atmend verharrten und in die Finsternis lauschten, versuchten ein Anzeichen dafür zu finden, daß die Höllenhunde zurückkämen. Erst nach einer ganzen Weile einspannten sie sich ein wenig und senkten langsam die Waffen. Erynn sah sich nach ihren Begleitern um. „Seid ihr unverletzt?“ fragte sie in die Runde.

  9. #9
    [Dreveni]
    Endlich hatten sie alle von diesen Biestern erledigt, der Rest hatte wohl doch langsam die Flucht dem Tod vorgezogen. Auf Erynns Frage sah sie an ihrem linken Arm entlang, der inzwischen doch ordentlich schmerzte. Die Krallen des Tieres hatten drei tiefe Kratzer hinterlassen, wobei der Mittlere am schlimmsten aussah. Das Blut lief ihr nur so den Arm hinunter, vermutlich sah es aber schlimmer aus als es war, sie stand noch relativ sicher auf den Beinen. "Nicht so wild.", antwortete sie deshalb nur und ging dann zu ihrem Gepäck um nach Heiltränken zu suchen. Hatte sie überhaupt an Verbände gedacht?

    [Arranges]
    Arranges war nicht groß verletzt worden. Zwar würde er ein paar Blutergüsse davontragen und den ein oder anderen schmerzenden blauen Fleck, aber offene Wunden waren ihm erspart geblieben. Hm, zahlreich, aber schwach, die Kreaturen Morrowinds... 'Ich muss dich leider entteuschen, mir fehlt nichts.'

    [Erynn]
    Erynn steckte bedächtig ihr Schwert weg, bevor sie Arranges einen schrägen Blick zuwarf. "Wie schön, daß es dir zumindest einmal gelungen ist, einen Kampf ohne Blessuren zu Ende zu bringen", bemerkte sie spitz. Was soll dieser Spruch schon wieder? Ich bin todmüde und kann mir sicherlich schöneres vorstellen, als wieder einmal die Wunden meiner Kameraden zu versorgen...
    Dreveni hatte es recht offensichtlich schwerer erwischt, aber die Assassinin schien trotzdem keine Hilfe zu benötigen. Also wandte die Söldnerin sich einem der seltsamen hundeähnlichen Wesen zu und ging neben dessen Kopf in die Hocke. In schwachen Licht des Feuers versuchte sie, einen genaueren Eindruck von dem Tier zu bekommen.

    [Dreveni]
    Dreveni kramte mit einer Hand in ihrem Gepäck, wobei sie sich alle Mühe gab, nicht alles voll zu tropfen. Schließlich hatte sie Verbände und einen Heiltrank gefunden. Als sie gerade den Korken mit dem Mund aus dem Fläschchen ziehen wollte, merkte sie, dass sie mit einer Hand ohnehin nicht weit kommen würde. Seufzend verdrehte sie die Augen, bevor sie sagte: "Erynn, könntet ihr mir bitte helfen?" Das mit dem Heiltrank mochte ja gerade noch gehen, aber sich selbst den Arm verbinden war doch etwas schwer. Auch wenn sie es wirklich hasste, andere um Hilfe zu bitten.

    [Erynn]
    Beißwerkzeuge wie diese habe ich bei Tieren dieser Größe wirklich noch nie gesehen... ob diese Viecher wohl Säugetiere sind? Ihre Mäuler sehen eher aus wie die von Insekten. Sie wurde von Dreveni aus ihrer Betrachtung gerissen und sah auf. Die Assassinin hatte Heiltrank und Verbände zusammengesucht, wirkte jetzt aber ein wenig ratlos, wie sie die Verletzung an ihrem Arm versorgen sollte. Erynn stand auf und ging zu ihr herüber, besah sich die drei klaffenden Schnitte. So sehr, wie diese bluteten, dürften sie einigermaßen sauber sein, überlegte die Kriegerin. "Es wäre besser, den Trank auf dem Verband zu verteilen, damit er nicht gleich wieder aus der Wunde herausgespült wird", schlug sie der anderen Dunkelelfin vor und machte Anstalten, ihr den Heiltrank abzunehmen.

    [Arranges]
    Der Kaiserliche überging die Bemerkung der Dunkelelfe einfach. Er hatte nicht den Nerv dafür, jetzt mit ihr zu diskutieren. Mit einem lustlosen Wink entließ er nun auch das Skelett, nachdem er es noch so lange am Leben gehalten hatte, bis sicher war, dass die Kreaturen nicht doch nochmal überraschend angreifen würden. Die Mörderin hatte damit begonnen, sich zu verarzten rief aber nach einem unbeholfenen Blick auf ihren Arm Erynn zu Hilfe. Der Nekromant jedoch besah sich die Kreaturen im Schein des Feuers etwas genauer. Sie hatten keine Ähnlichkeite mit irgendeiner Kreatur, die er jemals gesehen hatte. Lediglich ihr Verhalten ähnelte tatsächlich dem der Wölfe in Cyrodiil. Arranges würde in der nächsten Ortschaft ein paar Informationen über die Fauna und Flora der Insel einholen. Laut seiner Karte müsste das Pelagiad, eine Festung der Legion, sein, welche sie morgen auf der rechten Seite der Straße nach Norden, sehen müssten. Nach einem weiteren Augenblick begann er damit, das Feuer nochmal etwas höher zu schichten, während die anderen Beiden beschäftigt waren.

    [Dreveni]
    Hoffentlich gibt das keine großen Narben..., dachte sich Dreveni nur. Ausserdem wurde es ihr langsam doch etwas schwummrig, aber noch war sie weit entfernt davon, sich setzen zu müssen. Sie merkte mehr, dass die andere nach dem Heiltrank griff, als dass sie ihre Worte hörte, da sie immer noch in den Anblick der Wunden vertieft war. Sie reichte ihr wortlos den Trank und sah dann doch auf die Überreste des Kampfes. Hoffentlich konnte man diese Viecher wenigstens essen. Danach richtete sie ihren Blick auf die andere Dunmer. Obwohl ihr klar war, dass Erynn durchaus wusste, was sie tat, mochte sie es einfach nicht, wenn andere an ihren Verletzungen herumfingerten.

    [Erynn]
    Erynn entkorkte die Phiole und griff nach dem einen Ende des Verbandes, das andere Ende ließ sie Dreveni halten. Fast wunderte sie, wie schnell und reibungslos alles klappte, wenn ihr Gegenüber sich nur ein klein wenig kooperativ zeigte. Diesen Luxus war sie von Arranges schier nicht gewöhnt. Es dauerte auch nicht lange, bis sie die Binde fest um den Arm der Assassinin gelegt hatte, allerdings sparte sie sich den Hinweis an Dreveni, daß diese den Arm schonen möge -sie war mit Sicherheit schon von selbst darauf gekommen- und beschränkte sich auf ein zufriedenes Lächeln. "Die Wunde sieht nicht aus, als würde sie lange brauchen um zu verheilen, schon gar nicht mit dem heiltrank. Vielleicht ist bis zum Morgendgrauen schon nichts mehr davon übrig." Damit wandte sie sich von ihrer Begleiterin ab, die bis hierhin still geschwiegen hatte. Gesprächig bist du wirklich nicht gerade, Dreveni. Aber wenigstens muß ich die Behandlung von irgendwelchen Schrammen nicht stundenlang mit dir ausdiskutieren. Im Vorbeigehen war sie Arranges einen 'nimm-dir-daran-ruhig-ein-Beispiel' - Blick zu, konnte aber nicht sagen, ob es dem Nekromanten überhaupt aufgefallen war. Dann kniete sie sich wieder neben den Hund, den sie als erstes getötet hatte.
    Abgesehen von dem klaffenden Loch in der Gurgel war das Biest noch relativ intakt. Erynn wußte aus Erzählungen, daß das Fleisch dieser Tiere eßbar war und überlegte, daß diese Gelegenheit so gut war wie jede andere, um neben der verhaßten Wegzehrung ein wenig Abwechslung auf die Speisekarte zu bringen. Zwar sah sie in der Nähe nichts, woran sie den Kadaver hätte aufhängen können, aber es würde auch so gehen, dachte sie und begann mit bedächtigen Bewegungen, die ledrige Haut des Tieres mit langen, präzisen Schnitten zu öffnen.

    [Dreveni]
    "Danke", murmelte Dreveni leise, als Erynn sich entfernte. Sie sah sich um und überlegte, ob es so klug war, hier zu bleiben, da in ihrem Lager die Leichen von gut zehn dieser Tiere lagen. Eine davon fing Erynn gerade an, zu zerlegen. Dreveni hätte ihr gern geholfen, aber sie hatte keine Ahnung von dem Ganzen - sie wußte nur, wie sie Menschen, Mer, Argonier und Katzenwesen schnellstmöglich von den Lebenden zu den Toten befördern konnte. Sie ging neben Erynn in die Hocke und sagte: "Wir sollten das Fleisch vielleicht mitnehmen und uns hier nicht so lange aufhalten. Wer weiß was die Kadaver hier noch anlocken."

    [Erynn]
    Sie mußte der Assassinin recht geben. Wer konnte sagen, was sich auf dieser fremdartigen Insel noch in der Nacht verbarg. "Ja", antwortete sie also, "das wird das Beste sein. Vielleicht könntet Ihr und Arranges in der Zwischenzeit die Guars aufzäumen" Eigentlich hatte Erynn vorgehabt, das Fleisch zunächst noch wenigstens anzubraten, um es haltbar zu machen, andererseits würden sie wohl ohnehin höchstens für ein paar Stunden unterwegs sein, bevor sie endgültig etwas schlafen müßten. So lange würde es schon gehen. Sie beeilte sich also mit ihrer Arbeit, nahm aber genug, um einen Vorrat für ein paar Tage zu haben. "Fertig", verkündete sie schließlich, schlug das letzte Stück Hundefleisch in einen Fetzen abgezogene Haut ein und ließ es in den Packtaschen von dem Guar verschwinden, auf dem Dreveni am Nachmittag geritten war. "Meinetwegen können wir los."

    [Arranges]
    Der Kaiserliche nahm die Anweisung der Dunmer auch nur ohne Kommentar auf, weil er selbst relativ müde war und zudem schlicht etwas knurrig wegen des aus seiner Sicht nur nervigen Angriffs dieser Kreaturen. Nur wenig später saßen sie wieder auf ihren Reittieren und olgten der Straße nach Norden.
    Es dauerte tatsächlich nur noch wenige Stunden, bis im Osten schließlich der Morgen graute. Vor dem gähnend langsam heller werdenden Himmel schälte sich zunehmend die Silhouette eines schier überdimensionalen Gebildes. Das muss wohl Vivec sein. Dachte sich Aranges und erinnerete sich dunkel an eine Erzählung von Meister Jurano. Vivec war eine absolut riesige Metropole der Dunkelelfen und von ihrer Architektur so komplett anders, als alles, was es auf Tamriel sonst gab...
    Sie folgten der Straße noch ein Stück weiter, bis das Licht so hell war, dass sie auf jeden Fall keine Überraschungen zu befürchten hatten. Arranges lenkte seinen Guar von der Straße und hielt bei einem mit saftigem Grün bewachsenen Flecken zwischen zwei groben Findlingen.

  10. #10
    Froh darüber, daß Arranges wohl endlich beschlossen hatte Halt zu machen, ließ sich Erynn von ihrem Platz auf dem Gepäck gleiten. Es war nicht wirklich unbequem dort, auch wenn die Kruppe des Guars recht steil abfiel, aber schlafen konnte man dort ebensowenig wie auf einem Pferd. Ein provisorisches Lager aufzuschlagen und ein kleines Feuer zu entzünden ging längst schnell und ohne große Worte. Sie alle hatten Routine darin und hatten sich aufeinander eingespielt, daran änderte auch die Tatsache nichts, daß sich ihre kleine Gruppe untereinander häufig nicht ganz grün war.
    Die Söldnerin war geistig bestenfalls nur noch halb anwesend, als sie das Hundefleisch in Streifen schnitt und auf einem heißen Stein briet. Danach teile sie es unter Dreveni, Arranges und sich selbst auf. Sie überließ es den beiden, ob sie eine Wache bestimmen wollten oder nicht. Sie selbst, so beschloß sie, würde dafür nicht zur Verfügung stehen. Träge betrachtete sie noch für einige Augenblicke die Stadt Vivec in einiger Entfernung, die sich aus dem Wasser der Norvaynbucht erhob wie ein kleinerer Berg. Mit fortschreitender Morgendämmerung konnte man zunehmend nicht nur Lichter, sondern auch Konturen ausmachen. Das Ding war ein riesiger, bedrückend symmetrischer Klotz, jedenfalls kam es ihr aus der Ferne so vor. Sie war kein bißchen böse, daß sie an Vvardenfells Hauptstadt einfach vorbei nach Norden reiten würden. Der Beschwörer hatte irgendwas von Sumpfland gesagt, das sie durchqueren würden. Später... nicht jetzt. Jetzt werd ich einfach nur noch schlafen. Mit diesem Gedanken ließ sie sich ohne weitere Umschweife nach hinten kippen und dämmerte recht schnell in den Schlaf hinüber.

  11. #11
    Dreveni hatte zwar nicht gemeint, sich gleich so weit von ihrem alten Lager zu entfernen, nicht einmal eine Stunde Weg, nur so weit dass sie nicht mehr als Konkurrenz um das Fressen gesehen wurden, aber sie folgte auf ihrem Guar Arranges dann doch widerspruchslos. Langsam reifte in ihr eine neue Taktik im Umgang mit Arranges - sollte er die Gruppe doch in die Scheiße reiten, Dreveni würde ihn einfach machen lassen. Sie würde sich höchstens noch früh genug absetzen.
    Nachdem sie das Lager aufgeschlagen hatten - inzwischen wurde es wieder Hell - aßen sie. Danach gab Arranges zu verstehen, dass er die erste Wache übernehmen würde, worauf Dreveni sich wie Erynn ins Gras legte. Sie sah noch kurz in den Himmel, bevor ihr die Augen zufielen. Eigentlich wollte sie gar nicht richtig schlafen, aber durch den Gesang der Vögel und der zunehmenden Geräusche des erwachenden Tages eingelullt fiel sie in einen seltsamen, traumreichen Halbschlaf.

    In diese Geräuschkulisse meinte sie plötzlich, eine Stimme zu hören, die ihr nur zu bekannt vorkam. Sie konnte nicht verstehen was sie sagte, noch dazu wusste sie nicht, woher sie kommen sollte, Feryn war tot und sie selbst schlief ja nicht. Sie dachte den Gedanken kaum zu ende, da fand sie sich auf einer Lichtung in Cyrodiil. Sie wunderte sich nicht weiter darüber, sondern folgte Feryns Stimme. Sie konnte ihn immer noch nicht verstehen, hatte aber das ekelhafte Gefühl, sich beeilen zu müssen, sonst würde etwas furchtbares geschehen. Als sie sich suchend umsah, merkte sie, wie die Umgebung sich verändert hatte. Alles war jetzt düster, auch das Geräusch der Vögel, durch dass sie eingeschlafen war und sie bis in ihre Träume gehört hatte, war jetzt verstummt. Außerdem merkte sie, dass sie immer noch - oder schon wieder? - auf dieser Lichtung stand, obwohl sie das Gefühl hatte, schon ewig durch diesen Wald zu irren, doch sie kam irgendwie nicht vom Fleck, wie sie jetzt merkte. Auf einmal kam eine Gestalt in ihr Blickfeld, die mit dem Rücken zu ihr zu stehen schien. Sie sah genauer hin, da merkte sie, dass dem Mann der Griff eines Dolches aus dem Rücken ragte. Nein, das war kein Dolch... In dem Moment drehte die Gestalt sich um, und jetzt gab es keinen Zweifel mehr, wer da vor ihr stand. Namenloses Grauen ergriff von ihr Besitz, als sich Feryn ihr näherte. Aus seinem Mund lief eine dünne Blutspur, und als er vor sie getreten war, sagte er: "Sie dir nur an, was du getan hast." Dreveni wollte weglaufen, war aber wie gelähmt und konnte ihm auch nichts erwidern. Auf einmal hielt er das Stilett in der Hand und stach unvermittelt nach Dreveni. Sie spürte wie das kalte Metall in ihre Schulter stach, und sie zuckte heftig zusammen - und schlug die Augen auf.

    Sie brauchte einige Sekunden, um sich zurecht zu finden, und sie spürte immer noch den Schmerz, wo Feryn sie gerade getroffen hatte. Das war nur ein Traum..., versuchte sie sich zu beruhigen. Verstohlen sah sie sich nach Arranges und Erynn um, ob diese etwas gemerkt hatten. Ihr erschien das unwahrscheinlich, sie war immerhin nicht schreiend aufgesprungen, sondern lag nach wie vor auf dem Rücken im Gras.
    Verflucht, warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen. Was soll ich denn noch tun?, dachte sie sich mit einem kurzen Anflug von Verzweiflung. Sie fröstelte kurz, als sie an den Traum dachte, der so erschreckend real war, dass ihr die warmen Strahlen der aufgehenden Sonne auf ihrer Haut fast unwirklich vorkamen. Seufzend stand sie auf und ging zu Arranges: "Ich werde weiter Wache halten, wenn ihr Schlafen wollt."

  12. #12

    Ascadia -> Bal Ur

    Der Kaiserliche nickte nur stumm, legte sich dann neben den Felsen, an welchem er gelehnt hatte und fiel recht schnell in einen flachen Schlaf. Allerdings war auch sein Ausflug ins Land der Träume nur recht kurz. Sie machten sich nur etwa zwei Stunden später wieder auf den Weg. Kaum war der Mittag vorrüber - Vivec war längst außer Sicht - als sie an eine Kreuzung kamen. Der Weg gabelte sich, wobei einer der beiden Straßen nach Osten führte. Der Wegweiser zeigte Pelagiad in dieser Richtung an. Und tatsächlich: Als sie in die Richtung gegen die Sonne blinzelten, konnten sie auf einer Anhöhe eine gewaltige Festung der kaiserlichen Truppen erkennen. Kantig und alles andere als irgendwie passend und trotzdem sehr wehrhaft, krönte das Ungetüm aus Stahl und Stein die Kuppe der Anhöhe. Rechts und links der gepflasterten Straße konnte man noch einige Häuser erkennen.

    Die drei Reisenden beschlossen nach einer kurzen Absprache, dass es unntöig wäre und sie nur Zeit kosten würde, würden sie hier halt machen. Zudem hatten sie noch genügend Vorräte. Sie setzten ihren Weg also fort. Es war Abend, als sich der Weg bereits wieder teilte. Eine Richtung führte dem Wegweiser nach wohl zu einer Stadt namens Balmora. Der Andere nach Suran. Balmora... Steinwald... Unwillkürlich holte der Kaiserliche an angestaubtem Sprachwissen herauf, was ihm Meister Jurano vor so vielen Jahren einmal beigebracht hatte. Nach einem kurzen Augenblick Pause folgte Arranges dann dem Weg nach Suran.

    Sie waren mindestens nochmal zwei Tage unterwegs. Das Land jedoch zog sich noch an diesem Tag sehr zurück und eröffnete ihnen nach Osten den Blick auf eine gewaltige Wasserfläche. Der Amayasee begleitete sie von nun an immer auf der rechten Seite der Straße, welche sich alsbald bereits am Lauf der Berge im Westen und Norden orientierte und nach Osten abbog. Die Landschaft veränderte sich hier nur in sofern, als dass die Ufer des Amayasees ungewöhnlich blumenreich waren. Arranges konnte nur eine davon mit Sicherheit zuordnen. Die Steinblume mit ihren hängenden, sattblauen Blütenkelchen. Die Zeit verging absolut ereignislos. Weder griffen sie wilde Tiere an, noch wurden sie von irgendwelchen Aufständischen behelligt. Der Nekromant erfreute sich innerlich größter Zufriedenheit darüber. Da hätten wir auf Erynns Route vermutlich doppelt so viel Zeit verloren. Die Guare taten ihr Übriges zum schnellen Vorankommen der Gruppe.

    Ein klarer Morgen ging über Ascadia auf und bevor sie aufbrachen, hatte Arranges ihnen noch mitgeteilt, dass sie laut der Karte bald an eine Brücke kommen müssten und nach dieser Bal Ur, was immer das auch sein mochte, erreichen würden und es von dort, so die Karte denn stimmen würde, nur noch knappe eineinhalb Tage nach Molag Mar wären.

    Es war, wie Arranges sagte. Allerdings nicht so, wie alle dachten. Schon auf dem Weg zum Ufer des Nabiaflusses, sahen sie in der Landschaft viele abgebrannte Hütten und einige Herrenhäuser, die nur noch zu Hälfte standen. Übergroße Felder und Plantagen waren schlicht verwüstet worden unter den Schritten sehr vieler gepanzerter Füße. Der Kaiserliche verkniff sich einen Kommentar darüber, wie umständlich, gefährlich und wahrscheinlich sehr viel zeitraubender der Weg von Erynn gewesen wäre. Nur eine halbe Stunde später jedoch musste er hoffen, sich seinerseits nichts von Erynn anhören zu müssen, denn die Brücke, welche sie zum anderen Ufer hätte führen sollen, war zerstört. Lediglich die massiven, hölzernen Brückenköpfe waren noch übrig. So... wir werden also doch noch herausfinden, ob die Guare schwimmen können. Dachte sich Arranges zähneknirschend.

    Als sie näherkamen, erkannten sie auch, was wohl die Bezeichnung Bal Ur trug: Auf der anderen Seite des Flusses ragten mächtige, aber auch undenkbar verwinkelte Türme und Säulen in die Höhe. Man konnte nicht sehr viel erkennen, aber Arranges fühlte sich durch die zackige und klauenartige Struktur unangenehm an das Reich Dagons erinnert. Eine seltsame Form eines Daedraschreins?

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