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Drachentöter
Balfall Taverne - Dialog Erynn/Dreveni
[Dreveni]
Halb rechnete Dreveni damit, dass sich Arranges noch auf sie stürzen würde, aber er ließ sie anstandslos passieren, und sie ging ohne aufgehalten zu werden wieder nach Balfall. Bis Morgen würden sie noch mindestens hier in diesem Loch festsitzen. Dass Balfall so übel nun auch wieder nicht war, interessierte Dreveni in diesem Moment überhaupt nicht. In der Taverne angekommen bestellte sie sich etwas zu Trinken, das Sujamma hieß und nicht einmal schlecht schmeckte. Zum betrunken werden würde es auf jeden Fall auch reichen. Eigentlich könnte sie auch nüchtern bleiben und einfach abhauen. Sollten die beiden doch sehen, wo sie blieben, dem großen Arranges würde bestimmt etwas einfallen. Und im Gegensatz zu Erynn hatte sie es nicht nötig, sich die Launen des Kaiserlichen gefallen zu lassen. Sie saß an einem kleinen Tisch in einem Eck und beobachtete die wenigen Gäste, während sie überlegte. Normal neigte sie dazu, über solchen Dingen zu stehen, nur mit ihrer Laune stand es selbst nicht gerade zum besten in letzter Zeit. Dumpf brütend starrte sie vor sich auf die Tischplatte.
[Erynn]
Erynn folgte Dreveni schnellen Schrittes zurück in die Stadt. Irgendwie hatte sie das Gefühl, daß es ihre Schuld sei, daß die ganze Situation eskaliert war. Sie hätte die andere Dunkelelfin einfach nicht fragen sollen... wenn Arranges schon die Krise kriegte, weil sie sich für irgendwelche schwer greifbaren Dremora interessierte, so sollte es sie wohl kaum wundern, wie er auf die sehr diesseitige Assassinin ansprang. Andererseits... was ging es ihn eigentlich an? Mit welchem Recht glaubte er, sich in ihre Belange einmischen zu dürfen? Weil er aus irgendeinem hirnverbrannten Grund glaubt, auf mich aufpassen und mich beschützen zu müssen. Als wäre ich ein kleines Kind... und der einzige Weg, wie er glaubt das bewerkstelligen zu können, ist Kontrolle... Es war zum Schreien. Sie mußte ihm diesen Unfug irgendwie austreiben.
Sie fand Dreveni im Schankraum der Taverne, in einer dunklen Ecke und mit einer Steingutflasche von einem undefinierbaren, höchstwahrscheinlich alkoholischen Getränk vor sich. Na großartig... Was hab ich bloß verbrochen, um das verdient zu haben? Irgendwie empfand die Elfin die ganze Situation plötzlich als ziemlich ungerecht. Die beiden behandelten sie wie ein Nesthäkchen, verhielten sich aber selber kaum vernünftiger als zwei störrische Trotzköpfe... allein, daß diese zwei sich auf andere Weise Luft verschafften, als wütend mit den Fäusten auf den Boden zu trommeln.
Mit einem schicksalsergebenen Seufzer ging sie zu der Assassinin herüber und setzte sich ungefragt neben sie. "Dreveni", begann sie und hoffte, daß die Andere noch nüchtern genug war, daß man einigermaßen mit ihr reden konnte, "es tut mir leid. Ich... hätte es wohl besser wissen müssen und Euch einfach nicht fragen sollen. Dennoch, ich danke Euch, daß Ihr Euch die Zeit für mich genommen habt." Kurz schlug Erynn die Augen nieder und blickte auf die Tischplatte, bevor sie den Kopf wieder hob. "Ich habe dem Beschwörer übrigens die Meinung gesagt, falls Euch das interessiert. Ich weiß nicht, wie viel davon angekommen und vor allem, wie viel davon wiederum geblieben ist, aber er hat mir zugehört. Bitte, versucht irgendwie mit ihm auszukommen. Ich weiß, das ist nicht immer einfach..."
[Dreveni]
Dreveni war noch nicht einmal im Ansatz betrunken, als sich Erynn einfach neben sie setzte. Auch wenn sie sonst etwas für Erynn übrig hatte, jetzt brauchte sie gerade keinen von beiden. Auf ihre Worte konnte sie sich auch keinen wirklichen Reim machen. Entschuldigte sie sich tatsächlich gerade für Arranges Verhalten und nahm das ganze auf ihre Kappe? "Es ist also eure Schuld, wenn Arranges seine Launen nicht für sich behalten kann?" fragte Dreveni die andere Dunmer schließlich. "Ihr könnt doch wohl tun und lassen, was ihr für richtig haltet, alt genug seid ihr doch.", dabei sah sie Erynn abschätzend an. Sie wußte immer noch nicht so ganz, was Erynns oder vielmehr, Arranges Problem eigentlich gerade war. "Das nächste Mal kommt er eben nicht mit, wenn es das überhaupt gibt. Ich werde mir das jedenfalls nicht mehr lange gefallen lassen, er kann sich echt einen anderen Dummen für seine Ausfälle suchen. Wobei er den ja schon gefunden zu haben scheint." Inzwischen war Drevenis Laune auf dem absolutem Nullpunkt angekommen. "Ich glaube ihr braucht euch überhaupt keine Sorgen machen, ob ihr euch vielleicht verliebt. Das habt ihr doch längst, wer sollte den sonst freiwillig ertragen? Er benimmt sich ja nicht einmal in eurer Anwesenheit." Ob er gegen Erynn auch tätlich geworden war wie gegen sie, wußte sie nicht, es würde sie aber nicht mehr groß wundern. Sie hatte genug von Arranges Schlag gesehen in ihrem Leben.
Während sie gesprochen hatte, hatte sie die andere Dunmer wütend angefunkelt. Ihr Zorn richtete sich nicht einmal direkt gegen Erynn, eher gegen Balfall allgemein, Feryns Tod, der Abhängigkeit der sie dadurch entkommen war, und die sie jetzt auf irgendeine seltsame Art und Weise wieder von Arranges und Erynn vorgeführt bekam, sowie Erynns verzweifeltes Bemühen, diplomatisch und vernünftig zu bleiben, und das von Arranges nur mit Füßen getreten wurde.
[Erynn]
Die Worte der älteren Dunmer trafen wie gut gezielte Pfeile und Erynn senkte den Kopf rasch wieder, damit die Andere nicht sah, wie ihr das Blut ins Gesicht schoß. Ja, so muß es wohl aussehen für jeden, der von außen darauf schaut... und vielleicht hat sie auch gar nicht so unrecht. Warum tu ich mir das eigentlich alles an? Weil sie so verdammt viel miteinander erlebt und durchgestanden hatten und sie das zusammengeschweißt hatte.So einfach war die Antwort. Dreveni paßte es nicht, wie sie sich verhielt? Schön, der Assassinin paßte so einiges nicht. Damit war sie gewiß nicht allein. Erynn zum Beispiel paßte es nicht, daß scheinbar jeder, der ihr über den Weg lief, glaubte ihr sagen zu können, wie sie sich zu verhalten hatte. "Ihr habt in einer Sache Recht, Dreveni", antwortete sie schließlich. Es sollte selbstsicher klingen und wirklich, ihre Stimme zitterte nur ganz wenig, "ich kann tun und lassen, was ich für richtig halte. Genau das mache ich auch. Ihr mögt das verstehen oder nicht, aber es gibt Dinge, die einen weiteren Blick wert sind, bevor man über sie urteilt. Wenn man die Lösung eines Problems allerdings nur in kaltem Stahl sucht, so wie Ihr das scheinbar vorzieht, dann lohnt sich in der Tat kein zweites Ansehen, denn dann sind sie zerstört... aber vermutlich haben solche Überlegungen ohnehin keinen Platz in Euren Gedanken. So, wie Ihr Euren Lebensunterhalt verdient, würden sie nur stören, nicht wahr?"
[Dreveni]
Dreveni sah Erynn kurz entgeistert an, dann fing sie sich wieder. Sie wußte gerade nicht, was sie mehr überraschte, dass von Erynn überhaupt solche Töne kamen oder dass sie unbewußt voll ins Schwarze getroffen hatte. "Was wisst ihr denn schon darüber.", fuhr sie Erynn an. Das war nicht wirklich ein Argument, das war ihr selbst klar. Allerdings wollte sie auch nicht ihr ganzes Leben vor Erynn ausbreiten. "Manche Dinge sind es bestimmt Wert, einen zweiten Blick auf sie zu werfen. Meinetwegen auch manche Menschen.", fuhr sie leise fort. "Aber irgendwann sollte man sich fragen, ob es wirklich immer noch der zweite Blick ist, oder schon längst Abhängigkeit oder Angst davor, einen Schlußstrich zu ziehen." Musste Erynn jetzt wirklich damit anfangen? Sie wusste selbst, dass manche Sachen entgültig waren, noch viel schlimmer war es, wenn es ihre eigene Entscheidung gewesen war, mit der sie jetzt Leben musste, so oder so. Auch wenn sie immer noch überzeugt war, das einzig richtige getan zu haben. Natürlich war es ein feiner Weg von Erynn, sich immer Optionen - oder zumindest scheinbare Optionen - offen zu halten. "Ihr solltet es euch ausserdem nicht so leicht vorstellen, sich auf solche Art und Weise mit Stahl festzulegen, wie ihr es so schön durch die Blume formuliert. Nichts tun und abwarten ist mit Sicherheit bequemer." Inzwischen war die Wut in Drevenis Stimme purem Zynismus gewichen.
[Erynn]
Der Tonfall der Anderen erschreckte Erynn zutiefst. Für einen Moment wollte sie sich nur noch umdrehen und auf ihre Stube verschwinden, um... ja was denn eigentlich zu tun? Sie atmete tief durch, bevor sie mühsam beherrscht wieder sprach. "Ich bin dabei, einen Schlußstrich zu ziehen, Dreveni. Deshalb befinde ich mich auf dieser Reise. Was Arranges betrifft: Ihr seid doch nicht anders! Ihr glaubt genauso zu wissen, was richtig und was falsch für mich ist, wohin ich gehen soll und wohin nicht, und wißt ganz genau, was gut für mich ist und was zum Schaden. Woher nehmt ihr beide nur diese Weisheit, Dreveni?" Sie machte eine kurze Pause, bevor sie fortfuhr: "Warum ich abwarte und beobachte, das habe ich Euch schon gesagt. Was einmal zerschlagen ist, kann nicht wieder heil gemacht werden und was einmal tot ist, wird nicht wieder lebendig. Ihr mögt das Bequemlichkeit nennen... aber ich denke, Ihr seid eher diejenige, die es sich verdammt leicht macht. Oder habt Ihr wirklich jemals darüber nachgedacht, welche Konsequenzen Euer Handeln hat?"
[Dreveni]
Bei Erynns letzten Sätzen war sie zusammengezuckt. Weniger wegen der Worte an sich, ihr war es normalerweise egal, was ihr jemand an den Kopf schmiss, sondern mehr wegen ihren eigenen wiedersprüchlichen Gefühlen, und dass es jemand einmal wirklich ausgesprochen hatte, was sie umtrieb seit dem Abend vor gut zwei Monaten. Sie wusste für einen kurzen Moment nicht einmal, was sie Erynn antworten sollte, dann fing sie sich aber wieder. "Woher dieser zweitklassige Beschwörer seine Weisheit nimmt, weiß ich nicht. Ich sehe jedoch von aussen, was dieser Kerl für ein Mensch ist. Meinetwegen tut was ihr wollt, aber vergleicht mich nie wieder mit ihm.", erwiederte sie scharf. "Und ja, es ist verflucht einfach. Einfach und angenehm, das wollt ihr doch hören, oder? Kein zweites Mal nachdenken, alles ist geklärt, einer weniger der einem in den Rücken fallen kann."
[Erynn]
"Dann schlage ich vor, Ihr benehmt Euch nicht wie er", gab Erynn kalt zurück. Sie hatte sich nicht streiten wollen, aber Dreveni tat tatsächlich genau das, was sie ihr vorwarf sich von Arranges gefallen zu lassen. In einem Winkel ihres Bewußtseins fragte die Kriegerin sich, wie weit sie gehen konnte, bevor die Assassinin ihr das Stilett durch eines ihrer Augen in den Kopf trieb. "Und ich will gar nichts von Euch hören. Behaltet Eure Meinung, wenn Ihr damit glücklich seid, aber versucht nicht, mir zu sagen was ich fühlen und wie ich mich verhalten soll, Dreveni. Ich will nicht kalt sein. Arranges ist es nicht gelungen, mir ein solches Denken einzupflanzen, und Ihr werdet das auch nicht schaffen."
[Dreveni]
"Ihr glaubt wohl auch noch an das Gute in jedem? Keine Angst, ich werde euch nichts einreden, hoffentlich werdet ihr nicht doch noch irgendwann von der Realität eingeholt." Dreveni stand auf, nahm den noch halbvollen Krug vom Tisch und wandte sich dann noch einmal an Erynn: "Und ja, ich bin mir der Konsequenzen verdammt genau bewusst. Und bei allem scheinheiligem Gerede von zweitem Blick und Zerstören von euch: Warum seid ihr denn überhaupt hier?" Damit drehte sie sich um und ging nach oben zu ihrem Zimmer.
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Fossil
Balfalls; Taverne
Erynn schaute der anderen Frau stumm hinterher, als diese verschwand, dann ließ sie sich auf die hölzerne Bank an der Wand des Gastraums sinken. Die letzten Worte der älteren Dunmer waren verdammt gut gezielt gewesen. Schlechter hätte es wohl nicht laufen können. Ich wußte ja, daß Dreveni Temperament hat, aber...
Sie schüttelte den Kopf und winkte der Schankmaid. „Matze... bitte“, brachte sie abgehackt heraus. Nicht zu fassen, dachte sie einigermaßen entsetzt über sich selber, ich kenne noch nicht einmal das Dunmeriwort für ‚bitte’, während mir das für den hiesigen Alkohol schon leicht über die Lippen geht. Wenn das hier alles vorbei ist, muß ich mich wirklich erst wieder an zivilisierte Umgangsformen zu gewöhnen, fürchte ich... Frustriert und grüblerisch von dem Ausgang ihres Gesprächs mit der Assassinin starrte sie mit hohlen Augen ins Leere. Hatte Dreveni am Ende gar Recht? Verhielt sie sich wirklich so bigott, wie die Andere sagte? Erynn dachte ernsthaft darüber nach. Sie wußte, daß sie gerade drauf und dran war, ihre Ideale zu verkaufen – ein hoher Preis, aber wohl nicht zu hoch, wenn es darum ging, ihre Selbstachtung zu retten. Arranges hatte das ein- oder andere mal von Verrat gesprochen, davon wie es sich anfühlte, hintergangen zu werden und plötzlich irgendwelchen Leuten oder Umständen ausgeliefert zu sein. Sie hatte es nicht nachvollziehen können zu der Zeit, hatte geglaubt, der Beschwörer übertreibe, um seinen zweifelhaften Lebenswandel vor sich selbst und vielleicht auch vor ihr zu rechtfertigen. Und hier saß sie nun, in irgendeiner Taverne in Morrowind, und spürte den Stachel des Verrats und der Machtlosigkeit mit quälender Deutlichkeit in ihrem eigenen Fleisch. Die Elfin hatte das Gefühl, daß ihr überhaupt keine Wahl blieb. Sie mußte Gumora jagen, ihn stellen und Rache nehmen, oder sie würde immer mit der nagenden Furcht leben müssen, daß es Leute gab, die sie zu ihrem Spielball machen konnten. Ungestraft. Seit jenem düsteren Tag bei Fanacasecul drückte dieses Wissen auf ihre Gedanken, ließ sie unsicher und verängstigt sein. Sie mußte das ändern. Sie würde es ändern, indem sie sich des Mannes entledigte, welcher der Auslöser für diese ganze Misere war.
...und in diesem Punkt unterscheiden wir uns sehr wohl, Dreveni. Ich habe keine Wahl. Du schon. Stimmte das? Hatte sie wirklich keine? Erynn bemerkte, wie ihre Gedanken sich im Kreis zu drehen begannen. Für eine ganze Weile noch saß sie an dem Tisch in der Ecke, trank zu schnell und zu viel, bis ihre Überlegungen ihr schließlich entglitten, ohne daß es ihr gelungen wäre, zu einem Ergebnis zu kommen. Nur eine Sache war klar und drang selbst durch den betrunkenen Nebel ihres Geistes: Sie konnte sich nicht vollends von den Worten freisprechen, welche Dreveni ihr entgegengeschleudert hatte, bevor sie ging.
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Legende
Balfall
Ja... der schiffseigene Kampfmagier... In der Tat hätte Arranges diesen Preis sehr viel angenehmer gefunden, als das, was er wirklich für die kurze Überfahrt bezahlte... oder vielmehr leistete. Er dachte einen Moment nüchtern darüber nach, was er sich damit überhaupt angetan hatte, Talivha seine... Schlafbegleitung... zu bieten. Und das nur wegen des Hassgedankens im Hinterkopf, Gumora in die Finger zu bekommen... Tatsächlich würde er auch jetzt nicht vor ähnlich fragwürdigen Aktionen zurückschrecken, wäre der Lohn dafür, diesem Lurch auch nur einen kleinen Schritt näher zu kommen. Und gnaden dir die Götter, solltest du versuchen uns nochmal an der Nase herumzuführen oder gar fliehen...
Mit diesem letzten Gedanken, der schon seit einer ganzen Weile nun in ihm brodelte und vermutlich auch teilweise dafür verantwortlich war, dass er Dreveni immer wieder provozierte, ohne genauer darüber nachzudenken, setzte er sich wieder an den Baum und döste ein.
Es dämmerte bereits, als er die Augen wieder öffnete. Verflucht, jetzt erwache ich auch noch rechtzeitig... Er wünschte sich fast, dass ihm in diesem Moment irgendein Wegelagerer einen Knüppel über den Kopf zog und ihn dann verschleppte... Alles wäre besser, als zurück in diese Schiffskajüte gehen zu müssen... Aber es half nichts. Er musste zu der Rothwardonin, wenn sie am nächsten Morgen trockenen Fußes nach Ebenherz kommen wollten. Er machte sich also wieder auf den kurzen Rückweg nach Balfall.
Seine verhaltene Idee darüber, dass das, was er hier tat, nur dazu diente, dem Molch den garaus zu machen und daher nicht ganz schlecht sein konnte, hielt exakt bis zu dem Moment, in dem er die Tür der Kajüte hinter sich zuschob und sich zu Talivha umdrehte, die jetzt von ihrem Tisch aufstand. 'Ich dachte schon, ihr habt euch doch dafür entschieden, mit den telvannischen Korsaren zu sprechen...'
'Nicht wirklich...' Antwortete Arranges ein wenig grimmig auf ihre Worte. 'Schön... ich wusste, ihr würdet euch nicht versuchen zu drücken... ich hoffe doch, die Kratzer haben euch heute über den Tag hinweg nicht zu sehr behindert, was auch immer ihr getan habt...' Der Kaiserliche schüttelte nur den Kopf. 'Gut... ich hoffe, ihr habt euch wenigstens ein bisschen ausgeruht...' Mit diesen Worten schlug sie den Umhang zurück, der bis gerade eben noch ihren Körper verborgen hatte. Bei dem Anblick, der sich Arranges nun bot, wollte er schon kapitulierend seufzen, verkniff es sich aber noch. Mit versteinertem Blick, schaute er auf das, was Talivha... am Körper trug... oder wohl eher nicht trug. Ich hätte jetzt ganz gerne das schwache Kerzenlicht von gestern zurück... Die Kapitänin hatte etwas aus Leder, das rein von der Form her an eine über dem Bauchnabel abgeschnittene Tunika erinnerte, um den Brustkorb gewickelt... oder hängen, so genau wollte Arranges das gar nicht wissen - er würde es in wenigen Augenblick wohl sowieso recht genau und aus nächster Nähe sehen... müssen. Die Lenden wurden mittig von einer Stoffbahn verdeckt, die wohl an einem schmahlen Lederriemen um die Hüften befestigt war. Der Lendenschurz reichte bis knapp zu den Knien und war gerade so breit, dass er das Nötigste verdeckte, aber die Schenkel links und rechts nur noch streifte.
Eine herrische Geste zwang den Blick des Kaiserlichen wieder um einiges nach oben, bis er Talivha wieder in die Augen blickte. 'Bitte...' War das Einzige, das sie in ihrem geradezu wiederlichen Akzent hervorbrachte und deutete mit einer schwingenden Handbewegung auf das, was Arranges anhatte. Hoffentlich läufst du mit deinem Kahn nochmal irgendwo auf und ersäufst jämmerlich... Dann begann sich Arranges bis auf die Unterkleider auszuziehen...
Der Vormittag war bereits fortgeschritten, als Arranges etwas an der Schulter spürte und durch die Berührung hochschreckte. 'Für einen Kaiserlichen nicht schlecht...' Murmelte Talivha und trat einen Schritt zurück. Arranges wollte sich aufsetzen und musste direkt stöhnen. Reflexartig langte er sich an den Kopf, dort, wo die Naht war. Achja richtig... das nächste Mal lass ich die Fäden von Erynn gleich ziehen... Stellenweise spürte er ein wenig verkrustetes Blut auf den Fäden. Die Kapitänin hatte es etwas zu sehr aus dem Ruder laufen lassen und in ihrem sehr grotesken Verlangen unsanft in sein Haar gegriffen und dabei auch zwei der Fäden erwischt. 'Wir legen in der Stunde nach Mittag ab, seid pünktlich oder ihr müsst eventuell doch noch mit den Korsaren verhandeln...' Meinte die Rothwardonin nur noch.
Vielleicht fünf Minuten später schlurfte Arranges wieder über die Docks auf die Taverne zu. Bevor er noch groß darüber nachdachte, stand er nochmal einige Minuten später vor der Zimmertür Erynns. Er atmete einmal tief durch, ordnete seine Montur und straffte seine Haltung. Dann hob er die Hand und klopfte an die breite Tür...
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Fossil
Taverne von Balfalls (Arranges und Erynn)
Erynn war schon seit dem frühen Morgen wach - und schlecht gelaunt. Der Disput vom vergangenen Abend hing ihr noch deutlich nach. Irgendwann überwand sie sich und legte Kleidung und Rüstung an, nur um sich danach wieder aufs Bett fallen zu lassen und dort zu bleiben. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt, die Beine übereinandergeschlagen und auf dem Bettpfosten gelegt starrte sie an die Decke und zählte zum wiederholten Male die erschlagenen Mücken, die dort klebten. Sie zuckte unwillkürlich zusammen, als es an der Tür klopfte, schwang sich dann aber in eriner fließenden Bewegung auf die Füße und öffnete die Tür. Als ihr Blick auf Arranges fiel, holte die Elfin einmal erschrocken Luft. Der Beschwörer hatte eine blutige Schramme an der Schläfe und sah aus, als könnte er jeden Moment vor Erschöpfung zusammenbechen. "Was ist passiert?" fragte sie ohne irgendwelche Umschweife, scheuchte ihn mit einer Handbewegung in die Kammer und bedeutete ihm, er möge sich irgendwo hinsetzen.
Arranges sagte ersteinmal gar nichts. Er schleppte sich lediglich ins Zimmer und ließ sich dann auf einen der zwei Schemel fallen. Sich abermals das kleine, rote Rinnsal aus dem Auge wischend, blickte er auf. Er schüttelte zunächst nur den Kopf, bevor er einen Herzschlag später antwortete: 'Ein... Straßenköter hat mich aus dem Schatten einer Gasse am Hafen angefallen...' Wir beweisen heute wieder maximale Übezeugung und Kreativität Arranges, wie? Irgendwie unauffällig mit den Schultern zuckend, damit der Kragen des Umhangs über den Kratzer am Hals rutschte, fügte er hinzu: 'Das sieht schlimmer aus, als es tatsächlich ist, mach dir keine Sorgen...'
Die Kriegerin blickte ihr Gegenüber zweifelnd an, nachdem sie sich an den wackligen Tisch gelehnt hatte, an dem der Schemel stand auf dem der Kaiserliche zusammengesackt war. "Und der darauffolgende Kampf mit dem räudigen Flohteppich war so anstrengend, daß du jetzt kaum noch die Augen offenhalten kannst?" bemerkte Erynn ironisch, machte dann aber eine wegwerfende Handbewegung. Was konnte Arranges schon für ihre schlechte Laune? Dann fragte sie: "Weißt du mittlerweile, wann genau das Schiff ablegt?" während sie das blutige Rinnsal an seiner Schläfe kritisch musterte.
In der Tat, das war der... Kampf... ich hoffe wirklich inständig, dass Talivha irgendwann absäuft wie eine Kanalratte... 'Ja, das Schiff legt in der Stunde zum Mittag ab... wir sollten besser zusehen, dass wir pünktlich dort sind habe ich mir sagen lassen...' Er schaute Erynn in die Augen und bemerkte, wohin ihr Blick ging. Achja richtig, da war ja was... 'Aber der eigentliche Grund, warum ich dich überhaupt so früh aufsuche ist der, dass ich dich fragen wollte ob du mir... die Fäden... ziehen könntest...' Bei den Worten zeigte sein Gesicht trotz Müdigkeit sehr deutlich, wie begeistert er von seiner eigenen Bitte war. Aber es blieb ihm nichts anderes übrig. In der nächsten Nacht langt die Rothwardonin vielleicht nochmal richtig zu, dann kann ich meinen Skalp als Talisman an dem Zwirn um den Hals tragen...
Man sah Erynn die Überraschung recht deutlich an, aber sie fing sich schnell wieder. Eigentlich sollte ihr ja längst klar sein, daß jemand oder etwas erst recht kräftig an den Fäden hätte reißen müssen bis der Beschwörer von selbst auf die Idee kam, daß es das kleinere Übel sein könnte die Dinger kontrolliert zu entfernen. Sie verbiß sich jedoch jeglichen gesprochenen Kommentar dazu, wenngleich ihr Blick Bände sprach, als sie sich die Stelle genauer besah. "Es ist nicht allzu viel eingerissen", informierte sie Arranges. "Nur zwei kleine Kratzer. Fühlt sich wahrscheinlich häßlicher an, als es ist. Die Elfin zog Waschschüssel und ein Leinentuch heran, bevor der Magier es sich noch einmal anders überlegte, und wusch die Blutstropfen fort. "Halt still", murmelte sie daraufhin leise, zog ihr Gebrauchsmesser vom Gürtel und ließ die leicht gekrümmte Klinge unter die Naht an Arranges' Schädel gleiten.
Als Arranges den kalten Stahl des Messers auf seiner Kopfhaut spürte, wollte er erst instinktiv den Kopf wegziehen, aber er war schlicht zu erschöpft um seinen Gedanken in Bewegung umzuformen. Es dauerte vermutlich nicht länger als 2 Minuten, bis Erynn den letzten Faden vorsichzig aus der Haut zupfte. Alles was blieb war eine doppelte Reihe roter Punkte, welche die Dunmer anschließend vorsichtig abtupfte. Erleichteret ließ Arranges die Luft aus seinen Lungen entweichen, welche er völlig unbewusst angehalten hatte. Er hielt den Blick gesenkt, spürte aber, dass Erynn in fragend ansah. Sein Gespür wurde bestätigt, als er schließlich aufsah. Es wiederstrebte ihm noch immer, die Fäden ziehen zu lassen, aber auf der anderen Seite stand die Müdigkeit, die mindestens so schwer wog wie seine Abneigung gegen derlei Wundversorgung. Nach einem Weiteren Moment jedoch setzte sich das Bedürfnis nach Ruhe durch, bis sie in einigen Stunden ablegen würden und er wieder dieses grässliche Schiff betreten musste. 'Könntest du die Fäden im Oberschenkel ebenfalls ziehen?'
Es gelang der Elfin nicht ganz, einen erleichterten Seufzer zu unterdrücken - kein erneutes Theater wegen des zweiten Schnittes, wenngleich sie hätte sowohl blind als auch dämlich sein müssen um zu übersehen, wie groß die Abneigung des Kaiserlichen gegen diese ganze Prozedur war. Vielleicht... wenn du selbst die Kontrolle darüber hast... Flink drehte sie das Messer zwischen ihren Fingern und hielt es dem Magier hin, Griff voran. "Wie wärs, wenn du es selber mal versuchst? So kompliziert ist das nicht, und du mußt in Zukunft niemanden mehr deswegen fragen."
Bei ihrer Frage musste er einen Moment stutzen. Es war eine Sache, sich Armbrustbolzen und im groben Notfall auch Pfeile zu ziehen, aber das hier... nein, das konnte er nicht. Allein die Vorstellung, dass er dort eine Naht trug und vor allem, wie sie dort hingekommen war, war nicht ganz das Wahre, wenn er sich jetzt auch noch die Fäden selbst aufschneiden und ziehen musste, wäre das in etwa gleich schlimm für ihn, als würde ihn jemand mit Heilzaubern bombardieren. 'Bist du verrückt?' Er schüttelte trotz Erschöpfung entschieden den Kopf. 'Nein, das kann ich nicht...'
Erynn ließ die Hand mit dem Messer sinken. "Warum nicht? Du weißt doch selbst, daß es eigentlich keine dramatische Sache ist." Dann nickte sie. "Gut, wie du willst. Dann entferne ich die Fäden eben." Sie trat einen Schritt zurück und sah Arranges abwartend an.
Warum nicht... jedes mal wenn ich denke, dass du keine blöderen Fragen stellen kannst... Nach einem Moment erhob sich Arranges dann doch und entledigte sich Stiefel, Beinschienen und Hose. So, dass die Naht und der Rest des Beines bis hoch zu Hüfte gut einsehbar war, setzte er sich schließlich wider. Erst als er bereits saß und die Naht selbst einen Moment betrachtete, stach ihm der Abruck eines menschlichen Gebisses ins Auge. Oh verfluchter Dreck... Arranges hatte noch im Kopf, dass Talivha es hier etwas übertrieben hatte. Aber So schlimm sah das Ganze heute morgen noch nicht aus...
Nein, du mußt mir nicht antworten... was zum Donner ist das denn?! Erynn kniete sich neben den Schemel und legte eine Hand neben die Naht an der Hüfte. Tatsache, die Form des rotblauen Blutergusses ungefähr auf Höhe des Gelenks war unverkennbar. Entgeistert hob sie den Kopf und starrte Arranges an. "Wie kommt dieser Abdruck da hin?" fragte sie reichlich baff, wenngleich ihr selbst klar war, daß es dafür wohl nicht allzu viele Möglichkeiten gab, weshalb sie hinzufügte: "Wer hat dich gebissen, Beschwörer?"
Arranges zuckte zusammen, als Erynn ihre Hand neben den Biss legte. Dass die leichte Berührung bereits unangenehm war, war ihm zuvor bei dem Gewicht der Beinschienen nicht wirklich aufgefallen. 'Das wird wohl eine sehr... aggressive Person gewesen sein würde ich jetzt mal behaupten, wüsste ich es nicht besser... aber das interessiert dich ja eigentlich nicht, mir reicht es voll und ganz, wenn du mich von den Fäden befreist und mir dann ein paar Stunden Ruhe gönnen würdest, bevor wir zum Schiff gehen...' Arranges konnte ihr einfach nicht sagen, woher der Biss kam. Schon allein wegen der Tatsache nicht, dass es ihm im Nachhinein immer mehr missfiel, dass er sich verkauft hatte, sttatt Talivha einfach zu erpressen oder ihr zu drohen. Rache ist ein recht heftig verblendendes Gefühl...
"Äh... ja." Etwas zerstreut durchtrennte sie die Fäden an Arranges' Seite, reichlich weniger umsichtig als zuvor die am Kopf. Mit Nachdruck legte sie das Messer auf den Tisch, nachdem sie fertig war. "Wenn du es nicht besser wüßtest, ja? Aber austicken, wenn Dreveni mir ein bißchen was über Magie beibringt..." nahm sie den Faden wieder auf und fragte sich im nächsten Moment, mit welchem Recht sie eigentlich so giftig reagierte. Wenn Arranges meinte, sich ein bißchen austoben zu müssen, konnte sie ihm deswegen wohl schlecht die Leviten lesen. "Mach doch, was du willst", knurrte sie und wandte sich ab. Der Tag hatte beschissen angefangen und wie es aussah, würde er nicht besser werden...
'Das ist etwas völlig anderes!' Sagte Arranges plötzlich etwas heftiger, als er eigentlich wollte. Er gab hier seit zwei Nächten seinen Stolz ab, damit sie alle möglichst unkompliziert nach Ebneherz kamen und Erynn unterstellte ihm hier Unfairness. 'Ich sehe nicht ein, dass Dreveni sich da irgendwie einmischt oder sich da reindrängt, wo ich eigentlich stehe... sie ist hier nur wegen des Geldes dabei und sonst wegen gar nichts...'
Erynn blieb stocksteif stehen. Dem Beschwörer hatte sie den Rücken zugewandt, während sie sich krampfhaft auf einen Riß im Putz an der Wand konzentrierte. "Wo du eigentlich stehst?" fragte sie gefährlich leise. "Nun, Gelegenheit mir etwas beizubringen hättest du hier dazu genug gehabt, aber du ziehst es scheinbar eher vor, dich von irgendwelchen Weibern anknabbern zu lassen... oder sinds Kerle?" fügte sie mit vor schierer Bösartigkeit triefender Stimme hinzu, von der sie gar nicht sagen konnte, woher diese so plötzlich kam. Direkt darauf tat es ihr schon wieder leid, aber sie schwieg, wartete einfach ab und hoffte, daß der unvermeidliche Ausbruch nicht allzu heftig ausfallen mochte... oder, viel schlimmer, daß Arranges einfach wortlos verschwinden würde.
Jetzt reichte es! Mit einem Ruck zog er die Hose hoch und stand wütend auf, sichtlich um seine Beherrschung bemüht. 'Wenn du es genau wissen willst, ja, der Biss stammt von einer Frau... einer Frau, die auch so aussieht wie eine... mit Brüsten und Hüfte!' Ob er sie damit möglicherweise verletzte oder nicht, war ihm jetzt im Gegensatz zu vorhin, reichlich egal, er ließ sich nicht irgendwelche skurrilen Dinge unterstellen und schon gar nicht, dass er komplett absichtlich Erynn die Lehren der Magie verweigert hätte...
"Spar es dir!" Erynn fuhr herum. "Deine Meinung dazu kenne ich längst, du brauchst sie nicht zu wiederholen." Kochend vor Wut begann sie, in dem Raum auf und ab zu tigern. Sie hatte längst den Faden verloren bei der Frage, worüber sie sich eigentlich genau ärgerte. Darüber, daß Arranges sich rumtrieb, daß er sie gängelte, was ihren Umgang mit Dreveni betraf oder darüber, daß er jetzt wieder auf eine ihrer empfindlichsten Stellen zielte... wahrscheinlich eine Mischung aus allem, und wenn sie auch nur einen Funken Verstand besitzen würde, so dachte sie, wären ihr alle drei Dinge herzlich egal. Sie setzte schließlich an dem einzigen davon an, das sie nicht direkt in allzu tückisches Fahrwasser bringen würde: "...und glaub nicht, daß du mir sagen kannst, mit wem ich reden und von wem ich lernen darf, oder von wem nicht. Du bist nicht mein Vater, verdammt noch mal!"
'Ohh... werden wir jetzt etwa zickig? Gut, dann lass dich doch von Dreveni lehren, lass dich umkrämpeln von ihr. Vielleicht ist das, was sie weiss ja doch sehr viel nützlicher, als jene Dinge, die ich dir von modernden Leichen erzählen kann, obwohl die Spanne zwischen ihrem und meinem nicht so weit auseinanderliegt... aber ein Vorteil muss der Umgang mit ihr ja haben, wenn du ihn als so wertvoll erachtest...' Arranges war zornig und seine Stimme troff nur so vor Hohn.
Arranges Worte erwischten sie kalt. Er hatte ziemlich genau getroffen mit seiner Einschätzung. Die Assassinin versuchte tatsächlich, irgendeinen Einfluß auf sie zu nehmen, auch wenn Erynn sich noch nicht sicher war, in welchem Ausmaß oder zu welchem Ziel. Daß der Kaiserliche sie jetzt so wegstieß, hatte sie auch nicht gewollt, sondern nur... "Alles, was ich will, ist ein bißchen mehr Freiheit", sagte sie mit hängendem Kopf, plötzlich zu eingeschüchtert, um Arranges in die unheimlichen Augen sehen zu können. "Ich will nicht, daß du und Dreveni mich in verschiedene Richtungen zerren, als könnte ich nicht selbst entscheiden, was ich tue und lasse... seit wir zu dritt unterwegs sind, zerreiße ich mich um euch allen gerecht zu werden und ihr... ihr tut doch sowieso nur, was euch gerade in den Schädel kommt!" Vorsichtig hob sie den Kopf ein Stück. Sie wußte, sie hätte jetzt aufhören sollen, aber die Worte waren heraus, bevor sie sie zurückhalten konnte: "Was würdest du eigentlich sagen, wenn ich mich des nachts in Balfalls herumtriebe?" fragte sie bockig.
'Was?! ... Du willst mehr Freiheit?! ... Wann habe ich dich in irgendeiner Form gezwungen, anzunehmen, was ich dir sagte?!' Er zitterte am ganzen Körper unter der grenzenlosen Wut, die seinen Verstand gerade flutete. 'Du ringst mir das Versprechen ab, dir etwas über Magie zu lehren, vergisst es dann selbst, frägst hier eine praktisch Fremde, ob sie dir etwas beibringt, wirfst mir dann vor, es nicht schon längst gemäß unserer Abmachung versucht zu haben und besitzt jetzt die Dreistigkeit, dich hier vor mich hinzustellen und zu sagen, dass ich dich irgendwann mal in eine Richtung gezwungen hätte... ich habe dich nie mit irgendeinem Gerede über Nekromantie behelligt, noch dir mehr über die Gathering verraten, als du unbedingt wissen wolltest und solltest... mach mich nicht allein dafür verantwortlich, dass du mittlerweile weisst, was Magie ist, aber zu blöd bist, um sie ordentlich zu nutzen! ... Weiter habe ich nie versucht, dich von irgendetwas anderem zu überzeugen, das ich so oder anders mache als du... ich habe auch nicht versucht, deine Überzeugungen irgendwie zu ändern, noch deine Prinzipien zu brechen... Und was deine Bewegungsfreiheit angeht und -ging,' er kam drohend einen Schritt auf sie zu, 'ich habe dir oft freigestellt zu gehen, sogar versucht, dich irgendwie zu zwingen, mich zu verlassen, damit du deinen eigenen Gedanken weiter nachgehen kannst, ich habe dich exakt einmal gezwungen mir zu folgen und das war eine völlig andere Situation...!' Es fehlte nicht mehr viel dazu, dass er brüllte, seine Stimme glich mittlerweile schon dem nahenden Grollen eines Donners. Erst jetzt, da er einen kurzen Moment inne hielt und Erynns letzte Worte den Verstand des Magiers erreichten, setzte seine Vernunft vollends aus. Mit einem Ruck hatte er sein Schwert gezogen. 'Sei versichert, dass ich dich filetieren würde, sollte ich erfahren, dass du dich hier irgendeinem Mann, und wäre er noch so vornehm, an den Hals wirfst!' Brüllte Arranges. Mit einem Ruck, der die ganzen Dinge, die an seinem Gürtel hingen, zum Klimpern und Baumeln brachte, schob er das Schwert zurück in die Lederscheide...
Erynn hatte den Kopf längst wieder gesenkt und erwiderte nichts mehr, sondern hoffte nur noch, daß das Donnerwetter möglichst schnell vorbeiginge. Sie hatte es wieder einmal geschafft, den Bogen zu überspannen, und diesesmal gründlich. Wenn man es von der Warte aus betrachtete, wie Arranges es offenbar tat, so hatten seine Worte eine gewisse Berechtigung - wenngleich sie ihren Handel nicht vergessen hatte. Es war nur... stets die falsche Zeit gewesen darauf zurückzukommen. Gerade als sie glaubte, es überstanden zu haben, legte der Kaiserliche nochmal um einiges an Lautstärke zu, und auch sonst... die letzten Worte hätte ich mir wohl wirklich besser verkniffen... du meine Güte! Tief erschrocken und wie gebannt starrte sie auf den Ort des Silberschwertes. Das würdest du nicht wirklich...
Die Elfin machte, daß sie sich an die Wand nahe der Tür verzog, nachdem sie sich traute, sich wieder zu bewegen. Mit verschränkten Armen und hängendem Kopf lehnte sie dort und brauchte einige Momente, um sich wieder zu sammeln. "Es... tut mir leid", brachte sie schließlich heraus. "Wird nicht wieder vorkommen..."
Zum Schlafen war er spätestens nach diesem Ausbruch viel zu aufgewühlt, das Einzige was ihm blieb, war raus! Er musste vor die Tür. Wortlos trat er aus dem Zimmer und zog die Tür hinter sich ins Schloss... Vor der Taverne angekommen, sog er die kühle Morgenluft ein und versuchte sich irgendwie zu beruhigen. Es war nicht ganz fair gewesen Erynn mit diesem Halbwissen zurück zu lassen, aber ihre Worte hatten im Nachhinein doch gut getroffen und er brauchte in diesem Moment einfach ein wenig Abstand, vielleicht würde sich später einen Augenblick Zeit finden, um das irgendwie aufzuklären... ohne das Beisen von Dreveni bestenfalls...
Das hast du ganz großartig hinbekommen, Erynn Releth, dachte sich die Elfin mit einer gehörigen Portion Selbsthaß. Mit noch etwas unsicheren Schritten ging sie wieder zu ihrem Bett herüber, ließ sich darauf fallen und wartete auf den Moment, in dem sie Balfalls endlich verlassen konnten. Diese Hafenstadt brachte nur Unglück, so viel war sicher.
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Drachentöter
Auf ihrem Zimmer angekommen stellte Dreveni den Krug ab und ließ sich aufs Bett fallen. Warum musste Erynn eigentlich ständig den Leuten nachrennen und versuchen, irgendwie zu vermitteln? Außerdem kam sie ihr gerade unheimlich Naiv vor. Es war schon viel wahres in ihren Worten gewesen, aber unter realen Bedingungen kam man mit dieser Einstellung einfach nicht weit. War sie selbst auch irgendwann so naiv und fast idealistisch gewesen? Dreveni konnte in Arranges nichts weiter als Verbohrtheit und Jähzorn sehen, selbst wenn er doch manchmal lichte Momente zu haben schien, in denen er sich nicht wie ein totales Ekel verhielt.
Dass es ihr vielleicht auch etwas gegen den Strich ging, dass Erynn mit ihren Worten doch so getroffen hatte, verdrängte sie.
Grübelnd lag sie auf dem Bett und schielte zu dem Krug hinüber. Sie hätte sich gerne noch etwas unten im Schankraum geholt, aber eigentlich trank sie während eines Auftrages nicht viel, und außerdem sowieso nicht in der Gegenwart von diesem verrückten Beschwörer.
Sie verfluchte noch eine Weile Arranges, Balfall und ihr gesamtes Leben im Moment, bis sie schließlich doch eingeschlafen war.
Am nächsten Morgen war ihre Laune nicht wesentlich besser, als sie ihre Sachen zusammen räumte, das Zimmer beim Wirt zahlte und vor die Taverne trat. Sie verdrehte die Augen, als sie dort nur Arranges stehen sah.
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Legende
Ja... bitte tu mir den Gefallen und lass einen Kommentar fallen... irgendetwas... Dachte sich Arranges, als er im Augenwinkel sah, dass Dreveni aus der Schenke trat. Er hätte sie in dem Moment einfach ausradiert, in dem sie den Mund geöffnet hätte. Leider tat sie ihm den Gefallen nicht. Das Einzige, was er sah, als er den Kopf in ihre Richtung drehte, war ein leicht müdes Gesicht, in dem ein Hauch von Entnervung mehr zu erahnen, als zu sehen war. Naja, wer will es ihr verübeln... Zumindest hier schien er den selben Gedanken zu hegen wie die Dunmer. Wird wirklich Zeit, dass wir aus diesem Dreckloch rauskommen... Er nickte ihr nur leicht mit ausdruckslosem Gesicht zu und wandte sich dann den Docks zu. Ohne auf Dreveni zu warten, ging er auf das Schiff zu, wobei ihm missfiel, dass er Schritte hinter sich bemerkte, die nur von dieser widerlichen Frau sein konnten. Vielleicht kann ich sie ja unauffällig von den Anlegestellen stoßen und es als Unfall auslegen... Die Meuchlerin lief hinter ihm, weshalb sich Arranges ein gehässiges Grinsen erlaubte, bei dem Gedanken daran, wie die Dunkelelfe strampelnd im Brackwasser wie eine fette Ratte absaufen würde. Sie hatten das Schiff erreicht und einer der Matrosen, obwohl die meisten Arranges mittlerweile zumindest vom Aussehen her kannten, stellte sich ihnen in den Weg und deutete nur stumm auf Dreveni. 'Sie ist eine meiner Begleitungen...' Knurrte Arranges nur, woraufhin der Matrose der Dunmer bedeutete ihm zu folgen, während er Arranges stumm auf die Kajüte im Heck des Schiffs verwies. 'Käptn Talivha sagte, dass man euch zu ihr schicken soll, sobald ihr hier auftauchen würdet.' Sagte der baumhohe und bärenstarke Nord mit einer Stimme, die mehr an leises Gröhlen erinnerte, als an eine normale Männerstimme. Arranges ließ die beiden einfach stehen und ging zur Kajüte...
'Ahh... da ist mein... ganz besonderer Passagier ja wieder... hattet ihr solche Sehnsucht, dass ihr bereits zur Hälfte des Vormittages wieder hier aufkreuzt?'
'Nicht unbedingt... ich komme wegen etwas anderem so früh schon wieder... Es geht dabei um... Verladungen...'
'Wie? Ich dachte ihr seid nur drei Personen, die ich übersetzen soll?' Talivha klang plötzlich etwas ernster, als Arranges es bis jetzt gewohnt war von ihr. 'Nun, wir sind nicht zu Fuß von Cheydinhal bis hier her gekommen... drei Pferde sollten nach Möglichkeit noch Platz finden auf dem Schiff...'
'Ausgeschlossen! Nichteinmal schleimige Argoniere oder dieses ekelhafte Katzenvolk aus Elsweyr dürfen ihre Pfoten auf die Planken meines Schiffes setzen... kein Viechzeug auf meinem Schiff!' Etwas überrascht schaute Arranges die Rothwardonin an. 'Wieso nicht?' Fragte er etwas gereizt. 'Weil ich es sage!'
'Verdammt nochmal Talivha, es sind nur Pferde... für zwei Tage...'
'Nein! Das ist mein letztes Wort...!'
'Das könnt ihr nicht machen!'
'Ich bin hier Kapitän... schon vergessen?'
'Bitte zwingt mich nicht, euch zu drohen, Talivha, das wäre nicht gut, glaubt mir...'
'Ach... tatsächlich?'
'Es reicht!' Hinter der Rohtwardonin trat plötzlich ein Skelettscherge aus eine dunkelblauen Kaskade. 'Wollt ihr das wirklich, Arranges? Meine Männer auf dem Schiff spüren, wenn mir etwas zustößt, ich bezweifle, dass ihr gegen 34 Hünen, in deren Hosen ihr dreimal hineinpasst, etwas ausrichten könntet...' Verdammte Hexe! Arranges spürte, wie sein Zorn plötzlich erlosch, ohne, dass er etwas dagegen tun konnte. Illsuionisten... das Widerwärtigste, was die Magie bis heute auf das Antlitz Nirns erbrochen hat... Aber der Kaiserliche war wie Wachs in den Fängen des Zaubers, den die andere so einfach, so hauchzart innerhalb von wenigen Sekunden über ihn geworfen hatte, während er hinter dem roten Vorhang der Wut gar nichts davon mitbekommen hatte...
Er hatte sich nur knapp eine halbe Stunde später eine mehr als schlechte Ausrede dafür einfallen lassen, warum sie wohl ihre reittiere in Balfall zurücklassen mussten. Erynn hatte sich hinter einer Barrikade aus Bockigkeit zurückgezogen, während Dreveni auch nicht viel besser gelaunt war. Nur wenig später, um die Mittagszeit herum legten sie beinahe zeitgleich mit den Korsarenschiffen ab. Das riesige Linienschiff brauchte eine geraume Zeit, um aus dem eher engen Hafen zu kommen, während die deutlich kleineren, aber dafür sehr viel wendigeren Korsaren darauf achten mussten, dass sie dem Linienschiff nicht in die Quere kamen. Arranges erhaschte einen flüchtigen Blick auf eines der Ketsch und sah dabei zum ersten Mal, was er sonst nur von Zeichnungen und groben Erklärungen Meister Juranos kannte. Die für ganz Vvardenfell typischen Knochenrüstungen, aber nicht so ein plumpes Ding, wie sie der Wächter am Tor Balfalls getragen hatte. Diese hier waren sehr viel aufwändiger und hatten deutlich bessere Qualität...
Es wurde Abend, sie hatten gerade die halbe Strecke hinter sich und liefen von dem sehr breiten Fluss Thir, auf die offenen Wasserflächen der inneren See hinaus. Die Korsaren hatten sich schon lange von ihnen abgewandt und segelten Richtung nordosten. Allerdings... Tatsächlich... da fehlt ein Schiff... bis vor einer knappen Stunde waren das noch drei... Blinzelnd blickte Arranges zu den Schiffen mit den schmuzig roten Segeln hinüber. Es waren nur zwei Schiffe. Aber das dritte konnte doch nicht einfach verschwunden sein?! Der gut und gerne eine Meile breite Thir fiel größtenteils steil ab an den Ufern, dort hätten sie nirgendwo anlegen können... Angestrengt schaute Arranges weiterhin zu den zwei Schiffen. Vielleicht wurde das dritte nur ungünstig von den beiden anderen verdeckt. Allerdings war es auch bereits schon etwas dämmrig. Was war das? Verdammt, ich hätte mich doch ein paar Stunden hinlegen sollen... Fahrig rieb sich Arranges über die Augen und erschrack, als er wieder in die Richtung blickte, wo die beiden Korsarenschiffe segelten. Das Bild verschwamm plötzlich... mehr und mehr... seltsames Gelächter drang ihm aus nächster Nähe, aber von der See her, entgegen. 'Was zum Teufel?' 'Käptn...' 'Was ist das?!' Diese und andere Wortfetzen wurden hinter ihm laut, als wohl auch einige der an Deck tätigen Matrosen das seltsame Phänomen sahen und wohl auch das seltsame Lachen aus garantiert mehr als 5 Kehlen hörten. Und da war es plötzlich. Aus einem wahrhaft gigantischen Chamälionzauber tauchte das dritte Schiff direkt neben dem Linienschiff auf. Auf den Masten und an Deck sah man... ja was eigentlich? Seltsame Kreaturen. Körper, die an Menschen erinnerten und in den fremdartigen Knochenrüstungen steckten, aber auf den Schultern saßen abgrundtief hässliche Fratzen, die nur aus der Hölle direkt stammen konnten. Köpfe, welche an seltsame Insekten erinnerten oder entfernt an die Schädel von Wildschweinen... mit grotesken Hauern oder tentakelartigen Fortsätzen an den Kiefern. Geifer oder was man dafür halten mochte, troff einigen aus den Mäulern oder mit überdimensionierten Fängen besetzten Kiefern. Verdammt, was ist das? Aber wirklich viel Zeit um darüber nachzudenken hatte Arranges nicht, denn schon schwangen sich einige dieser seltsamen Kreaturen an Enterseilen auf das Deck des Linienschiffs. Wenigstens schienen die Waffen mehr oder weniger normal zu sein... Arranges gelang es noch, sein Schwert zu ziehen und den Hieb eines Streitkolbens zu blocken, der ihm entgegenflog, geschwungen von einer dieser Bestien. Der Kopf war schlicht und einfach abartig. Das gesamte Ding... besaß ein ungesund wirkendes Lila als Farbe und hatte eine lang ausgezogene, nach vorn gekippte Stirnplatte. Der Mund... oder das, was zweien Kiefern, die gegeneinander arbeiteten, am nächsten kam, hing demzufolge eher auf Höhe der Schlüsselbeine... Einen zweiten Streich lenkte Arranges zur Seite, was ihm aber nicht viel brachte. Ein Frostzauber flog ihm entgegen und zerfraß regelrecht das Gefühl in der Schulter seines Schwertarms.
Du willst spielen? Na gut... Ein Tritt in die offene Deckung und damit in die Magengegend des seltsamen Gegners verschaffte Arranges ein wenig Platz... Um ihn herum klirrten mittlerweile ebenfalls allerlei Waffen und Kampfrufe der Matrosen wurden laut. Eine Geste vollziehend, als wolle er etwas aus den Planken des Decks zerren, öffnete zunächst ein Loch vor dem Beschwörer, aus dem eisblauer Nebel sprudelte und einen Augenblick später ein Lich auftauchte. Immer mehr der unbekannten Angreifer kamen auf das Deck des Handelschiffs und bald war alles nur noch ein großes Knäuel, in dem so einige Zauber flogen und sonst eigentlich nicht sehr viel mehr, als Waffenlärm zu hören war...
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Fossil
Erynn war mehr als erleichtert, als das große Schiff endlich träge aus dem Hafen glitt, aber sie zeigte es nicht. Mit versteinertem Gesicht stand sie an der Reling und beobachtete, wie die steilen Felsen vorbeizogen, welche die Ufer der Thir säumten. Momentan verspürte sie nicht die geringste Lust, auch nur mit einem ihrer Begleiter zu sprechen – es führte ja doch zu nichts, außer, daß sie am Ende schuld wäre, an was auch immer. Dermaßen angefressen und nicht zuletzt in einem recht ausgedehnten Sumpf aus Selbstmitleid versunken, nahm die Elfin die Vorgänge um sich herum nicht wirklich wahr. Es interessierte sie auch nicht sonderlich.
Es war wohl ihr Glück, daß sich die Korsaren durch ihr wenig professionelle Gelächter und Gejohle selbst verrieten, bevor die Falle gänzlich zuschnappen konnte. Ansonsten wäre die Elfin von dem Hinterhalt komplett überrascht worden. Sie verlor weitere wertvolle Sekunden, in denen sie so wütend auf sich selbst und ihre Unaufmerksamkeit war, so daß sie erst reagierte, als die ersten Angreifer schon das Deck des Schiffes erreicht hatten. Die Rüstungen, die sie trugen, waren... fremdartig. Erynn hatte zwar schon Knochenrüstungen gesehen, doch die Helme, welche die Piraten trugen, waren anders als alles, was sie kannte. Die einschüchternden Fratzen wirkten gleichzeitig archaisch und so elegant, so daß sie sich in der Rüstung, welche sie selber trug, daneben regelrecht primitiv vorkam. Endlich aus ihrer Starre erwacht, feuerte sie zwei Pfeile in die grobe Richtung der Piraten, als sie auch schon das Aufblitzen von Kampfmagie wahrnahm. Das Schiff unter ihr schüttelte sich unter dem Einschlag eines mächtigen Feuerzaubers. Erynn duckte sich und machte, daß sie von dem Getümmel aus kämpfenden Matrosen und Korsaren fortkam, das unaufhaltsam auf ihre Position zuwogte. Hinter einem Masten fand die Schützin schließlich ein wenig Deckung und hatte kurz Gelegenheit, sich ein wenig Überblick zu verschaffen. Die Besatzung hielt die Angreifer bisher weitestgehend in Schach, aber es drängten bereist weitere Männer von dem gegnerischen Schiff nach, die den Platz der Gefallenen einnahmen. Erynn konzentrierte sich auf den kleineren Segler, suchte nach den Kampfmagiern. Sie mußte sie ausschalten, bevor es ihnen gelang, ihnen allen das Linienschiff unter dem Hintern manövrierunfähig zu schießen....
Geändert von Glannaragh (29.06.2011 um 20:47 Uhr)
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Drachentöter
Dreveni hatte schon ein schlechtes Gefühl gehabt, als sie das Schiff betreten hatten. Weniger der Mannschaft gegenüber, als der ganzen Reise an sich. Dass sie ihre Pferde zurücklassen mussten, nervte sie unabhängig davon auch noch. Sie sollten zusehen, dass sie in Morrowind wenigstens einen Esel oder irgendeinen Gaul für das Gepäck bekamen, sonst würden sie überhaupt nicht vorwärts kommen.
Sie suchte sich einen halbwegs ruhigen Platz an Deck, setzte sich auf ihr Gepäck und verbrachte die Zeit damit, ihre Waffen zu kontrollieren, allerdings zeigten sie keine wirklichen Abnutzungserscheinungen. Sie musste kurz grinsen als sie an das Silberschwert von Arranges denken musste, und wie es jetzt aussehen würde wenn er wirklich damit auf ihre Klinge eingeschlagen hätte.
Ab und an beobachtete sie die anderen Schiffe, die mit ihnen aus Balfall aufgebrochen waren, aber den Großteil der Zeit versuchte sie in sich hineinzuhören, ob ihr seltsames Gefühl vielleicht doch eine reale Grundlage hatte.
Als sie auf einmal das Gelächter der angreifenden Korsaren hörte, sah sie sich gehetzt um und griff nach ihren Waffen. Kurz darauf wurde das andere Schiff sichtbar und schon ging dessen Mannschaft zum Angriff über. Wunderbar. Dreveni konnte sich ausrechnen, wie eng es bald auf dem Schiff werden würde, und so dachte sie im Moment nicht einmal daran, ihr Schwert zu ziehen. Stattdessen verzog sie sich zu Erynn, die gerade hinter einem Masten verschwand. Für die seltsamen Rüstungen und Helme der Gegner hatte sie keinen Blick, ihr war es prinzipiell erst einmal egal, wer sie angriff - war er tot, war immer noch genug Zeit das heraus zu finden. Als sie den Masten erreicht hatte, hatte sie ebenfalls die Magier gesehen. Allerdings konnte sie sie von ihrer Position aus unmöglich treffen. Dreveni murmelte kurz eine Formel, hob den Arm und war nach einem kurzen grünen Leuchten verschwunden. Vorsichtig schlängelte sie sich durch die Kämpfenden um eine bessere Schussbahn auf die Magier zu bekommen.
Als sie schließlich freie Bahn hatte und auch in ihrer unmittelbaren Umgebung alle abgelenkt waren, legte sie den Pfeil an wobei sie sichtbar wurde und traf einen der Magier voll. Ob er tot war oder nicht konnte sie nicht sehen, aber er kippte reglos nach hinten, und das reichte ihr fürs Erste, der Pfeil steckte in seinem Oberkörper. Danach erlaubte sie sich einen kurzen Blick über das Deck. Sie bezweifelte, dass es das Schiff noch lange machen würde, auch wirklich gezielte Schüsse wurden langsam schwer, so sehr schaukelte das Schiff. Immerhin lichtete sich die Reihe der kämpfenden auf dem Deck langsam, wenn sie auch viele der eigenen Besatzung auf den Planken liegen sehen konnte.
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Legende
Innere See
Arranges formte einen Feuerzauber mit der jetzt wieder freien Hand, während sich der Lich nach kurzer Orientierung direkt ins Gefecht stürzte. Es dauerte nicht lange, da hatte der König der Untoten auch seinerseits eine Dienerkreatur, einen Skelettmeister, beschworen. Die Angreifer zeigten sich insgesamt aber recht unbeeindruckt von den Untoten und kämpften weiter, während nochmal eine Welle Freibeuter an Deck des Linienschiffes drängte...
Arranges richtete den Blick wieder auf jenen seltsamen Gegner, der ihn attackiert hatte. Dieser hatte sich nach vielleicht 10 Herzschlägen wieder von dem Tritt erholt und zückte jetzt zusätzlich zu seinem Streitkolben einen Dolch. Kampf mit zwei Waffen? Sowas sieht man auch nicht zu oft... Der Kaiserliche riss das Schwert hoch, als die Keulenwaffe erneut heranflog. War aber mit der anderen Hand nicht schnell genug und so glitt der seltsame Dolch kreischend über die Mithrilkette. Jedoch hatte auch sein Gegner wohl nicht damit gerechnet, dass seine Waffe das Kettenhemd nicht einfach durchdrang... Für den kurzen Moment eines Lidschlags starrten ihn dunkle Augen an... aber etwas schimmerte im Innern des Helms. Die roten Augen eines Dunmers blinkten kurz auf, als Arranges mit seiner Linken, welche noch immer in den Feuerzauber gehüllt war, den Arm wegschlug, welcher den Dolch führte. Durch eine sehr geschickte Drehung entwand sich der Angreifer dem Griff des Kaiserlichen, nahm den Schwung mit und wieder raste die scharfkantige Keule auf ihn zu. Dises Mal jedoch gelang es Arranges nicht ganz, den Angriff irgendwie geschickt abzuwehren und so wurde das Schwert samt Arm zurückgerissen und die Spitze des Kolbens rutschte Funken schlagend über die kleine Brustplatte des Mithrilpanzers.
Sein Schwertarm schmerzte heftig und zur Abwehr des bereits wieder herannahenden Dolches blieb nur noch der linke Arm. Arranges hob blitzschnell den ledergepanzerten Unterarm vor sein Gesicht. Heißer Schmerz raubte ihm für eine Sekunde das Gefühl im Arm, als der Dolch fast mühelos durch die Armschiene drang und mindestens zwei Fingerbreit eindrang. Dunmer also... verflucht schnelle Dunmer... Der Magier nutzte den Umstand, dass der Dolch in seinem Arm steckte und hebelte die Waffe mit einer ruckartigen Bewegung aus der Hand des Gegners. Kurz irritiert führte der andere einen halbherzigen Streich mit dem Kolben, welcher aber ins Leere ging. Arranges trat einen Schritt nach und jagte seine Silberklinge durch die Helmmaske. Ein dumpfes Stöhnen erklang fast zeitgleich mit dem Splittern der doch recht nachgiebigen Maske... Die wissen, was sie tun... wenn ich für jeden dieser Piraten so lange brauche, dann stehe ich morgen noch hier und prügle mich durch die Massen... Er riss sein Schwert zurück, woraufhin der Tote mit rissiger Helmmaske zusammensackte und reglos liegen blieb.
Ein kurzer Rundumblick bestätigte Arranges, dass er so zu viel Aufmerksamkeit dem Einzelnen widmen musste und sie so den Angriff unmöglich überleben konnten. Schon jetzt lag fast ein Drittel der Matrosen tot auf dem Deck. Die Angreifer waren zwar auch deutlich weniger geworden, aber jetzt doch zahlenmäßig überlegen... Ein lautes Gröhlen direkt neben ihm riss den Beschwörer aus seinem kurzen Gedanken. Arranges fuhr herum und hätte den Angriff mit der Vulkanglasklinge seines gegenübers geblockt, hätte nicht in diesem Moment ein gewaltiger Feuerball das Heck des Schiffs getroffen. Das gesamte Schiff erzitterte unter der Explosion, welche die aufgesetzten Kajüten unter dem Poopdeck im Heck einfach pulverisierte. Arranges hatte sich gerade noch gefangen und war glücklicherweise nicht gefallen. Der Korsar, welcher ihn gerade noch zweiteilen wollte, war allerdings gestürzt, hatte sich aber fast wieder aufgerichtet... 'Arranges!' Eine bekannte Stimme drang von hinten an seine Ohren. Er wandte sich mehr aus Reflex um und sah Talivha von den zerstörten Kajüten auf sich zustolpern. Ach... sie an... wie praktisch... Die Kapitänin hatte ein einfaches Entermesser in der Hand, machte aber nicht wirklich den Eindruck, als könnte sie tatsächlich damit umgehen...
Ein Grunzen ließ ihn wieder herumfahren, aber seine Schwerthand wurde zurückgezogen, als er sie gerade hochreissen wollte um den Angriff seines Gegners zu blocken. Die Routine und der Reflex zwangen ihn, seinen anderen Arm hochzunehmen, welcher dem Gegner sowieso zugewand war. Der Unterarm knackte mehr als deutlich, als das Glasschwert auf die Armschiene schlug. Durchdringen konnte das Schwert das Material glücklicherweise nicht dank den feinen Längsstreben aus Metall, die in das Leder eingearbeitet waren. Und trotzdem stöhnte Arranges auf, griff nun ebenfalls nach der Hand Talivhas, die sich wie ein kleines Kind an seinen Schwertarm geklammert hatte. Ohne weiter darüber nachzudenken, riss er sie herum und stieß sie auf den Dunmer, der sein Schwert gerade zum nächsten Schlag erhoben hatte. Die Rothwardonin konnte nicht viel mehr machen, als den Mund zu einem stummen Schrei zu öffnen, während die Augen nach einem kurzen Moment glasig wurden, während sie in die harten Augen des Kaiserlichen blickte... dort, wo die beiden Hauer des Helms wieder aus ihrem Brustkorb austraten, sickerten jetzt dünne Streifen Blut. Der Dunmer war nun Gefangener seines eigenen Helms, er konnte mit dem plötzlichen Gewicht kaum umgehen und ruderte wild mit den Arme... die Explosion eines zweiten, sehr großen Feuerballs ließ ihn entgültig stürzen. Arranges schenkte ihm keine weitere Aufmerksamkeit mehr.
Wo zum Teufel sind diese Magier, die hier Löcher in meine Garantie, trockenen Fußes nach Ebenherz zu kommen, schießen?! Ein weiterer Rundumblick zeigte Arranges, dass sowohl von den Korsaren, als auch von den Matrosen nur noch wenige standen. Irgendwo im Hintergrund dachte er sogar, Erynn kurz zu sehen... Lediglich direkt an der Reling, welche dem Ketsch der Freibeuter zugewandt war, ging es noch relativ heiß her. Arranges hüllte sich in einen daedrischen Panzer, wobei sein linker Arm nur noch hing. Er ignorierte den pochenden Schmerz, so gut das möglich war, dafür hätte er auch nach dem Kampf noch Zeit... Der kurze Kontakt zu dem noch immer wild wütenden Lich zeigte ihm auch indirekt, wo die Magier sein mussten. Noch drei Schritte, dann stand er an der Reling und versenkte direkt seine Klinge im Körper eines Piraten, der sich gerade an Bord des Linienschiffs schwingen wollte. Auf dem Deck des Ketschs standen 3 Magier, welche jeweils gebündelt Feuerbälle auf das Linienschiff warfen... und just in diesem Moment eilte wieder eines der Brandgeschosse heran. Die Explosion war wieder größer, als die vorangegangene und nachdem das kurze, aber gewaltige Zittern des Rumpfes vorrüber war, stellte Arranges etwas erschrocken fest, dass das gesamte Schiff jetzt eine deutliche Schlagseite nach Steuerbord hatte.
Es brauchte nur einen kurzen Gedakenaustausch mit dem Lich... der Untote erneuerte seine eigene Dienerkreatur, welche sich sogleich schützend zu Arranges und seinem Beherrscher stellte. Der Nekromant und der Lich machten sich nun ihrerseits daran, das Ketsch zu durchsieben, aber schon nach wenigen Feuerzaubern, welche hauptsächlich auf die Masten abzielten, wurden sie von den feindlichen Magiern ins Visier genommen. Für einige Augenblicke rauschten Zerstörungszauber der unterschiedlichsten Sorten hin und her. Arranges, obwohl er den Lich als Deckung nutzte, bekam frontal einen Schockzauber zu spüren, der ihn für einen Moment außer Gefecht setzte. Nur eine Sekunde später, landete der Lich einen Volltreffer und zwei der Magier wurden direkt ins Jenseits befördert, während der dritte mit arg zerfranstem Torso weggeschleudert wurde. Und jetzt das Schiff... Arranges formte einen mächtigen Zauber. Ein kurzlebiger, aber greller, beinahe weißer Feuerstrahl, jagte auf das Korsarenschiff zu, durchschlug von schräg oben das Oberdeck und die zwei darunterliegenden Etagen und trat irgendwo auf der anderen Seite am Rumpf unter dem Wasserspiegel wieder aus, was ein fast schmerzhaft lautes Zischen und eine ordentlich dicke Dampfwoge nach sich zog...
Geändert von weuze (29.06.2011 um 20:37 Uhr)
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Fossil
[Erynn]
Dreveni hatte die feindlichen Kampfmagier schneller entdeckt als Erynn. Sie sah einen der vier zauberer stürzen, vom Pfeil der Assassinin getroffen, und verlor die übrigen drei dann wieder aus den Augen, als sie rasch in Deckung gingen. Die Kriegerin konzentrierte sich stattdessen darauf, auf die vom Ketsch nachfolgenden Korsaren zu halten, wobei es nicht mehr viele waren. Für einen Moment blieb sie unschlüssig. Mitten in das Getümmel aus fechtenden Seeleuten an der Reling schießen konnte sie schlecht, aber sie hatte auch keine große Lust, sich mit dem Schwert in das wilde Gehacke zu stürzen. Freund war von Feind kaum zu unterscheiden, wenngleich sie glaubte, mindestens eine Beschwörung in dem Knäuel aus Leibern ausmachen zu können. Im Stillen hoffte sie, daß sich Arranges, der vermutlich für das Gerippe verantwortlich war, sich wenigstens ein wenig zurückhielt und es seiner Kreatur überließ, die Säbelhiebe auf sich zu ziehen.
Die Entscheidung, ob sie sich in den Nahkampf stürzen sollte oder nicht wurde der Elfin schließlich abgenommen, als das Schiff unter einem besonders heftigen Einschlag regelrecht bockte und sie das Gleichgewicht verlor und der Länge nach auf das Deck schlug. Geistesgegenwärtig hielt sie ihre Finger um den Griff des Bogens geschlossen, während sie entsetzt das Knarren und Quietschen von zu stark beanspruchem Holz wahrnahm, als sich das große Schiff langsam, aber unaufhaltsam ein gutes Stück zur Seite neigte. Es roch nach Feuer.
Die Dunmer wuchtete sich auf die Knie hoch und blickte wild um sich. Die Masse der Kämpfenden war zu einem guten Dutzend zusammengeschrumpft, wobei sie nicht ausmachen konnte, wer davon zu den eigenen Leuten gehörte und wer zu den Gegnern. Kampfzauber zerrissen jetzt unablässig die Luft, bis ein letzter, hellgleißender Feuersturm das Korsarenschiff mit brutaler Wucht durchschlug. Es bäumte sich auf wie ein waidwundes, sterbendes Tier. Erynn schlug unwillkürlich die Hände über die Ohren, als der Lärm, den seine berstenden Planken verursachten, unerträglich wurde...
[Dreveni]
Sie wollte gerade auf die anderen Magier anlegen, da begann das Chaos so richtig, als ihr Schiff von einem riesigen Feuerball getroffen wurde. Dreveni ging es nicht viel anders als Erynn, auch sie stürzte zu Boden, konnte in dem Durcheinander aber noch ausmachen, wie Arranges die letzten Magier ausschaltete, und - sie traute ihren Augen kaum - das bis jetzt noch unbeschädigte Schiff der Korsaren versenkte. Noch schwamm es zwar, aber Dreveni konnte eindeutig sehen wo der Strahl einschlug und von wem er ausgegangen war. Nach einem kurzen Rundblick stellte sie fest, dass sowohl von der Besatzung des Linienschiffes keiner mehr am Leben war, jedenfalls nicht mehr lange, als auch von ihren Gegnern.
Das Linienschiff hatte inzwischen ziemliche Schlagseite, und es war absehbar, dass es bald versunken sein würde.
Ich bring ihn um... Mit diesem Gedanken zog sie ihren Dolch und stürzte sich auf Arranges, was ihr trotz der Schlagseite des Schiffes noch relativ zielsicher gelang. Bevor der Beschwörer überhaupt noch wußte wie ihm geschah, drückte in Dreveni auf die Planken und hielt ihm den Dolch an den Hals. Dass Arranges bei dem Gefecht verletzt worden war, merkte sie zwar, interessierte sie aber nicht einmal am Rande.
"Ich hoffe ihr habt eine verdammt gute Erklärung dafür, warum ihr das andere Schiff versenkt habt.", zischte sie ihm zu, wobei blanker Hass in ihren Augen stand. Dreveni verlor nicht oft dermaßen die Beherrschung. Auch wenn es auf Aussenstehende manchmal so wirken konnte, hatte sie sich doch meistens noch im Griff. Dieses Mal reichte es ihr allerdings. Würde der Beschwörer nur eine falsche Bewegung machen, würde sie ihm die Kehle durchschneiden. Eigentlich hatte sie gut Lust, ihm die Kehle so oder so durchzuschneiden, und wenn es das letzte war, was sie in diesem Leben tun würde. Wie konnte es dieser kleine Choleriker nur wagen, einfach das Schiff zu zerstören, auf dem sich aller Wahrscheinlichkeit nach keine Bewaffneten mehr aufhielten? Dachte dieser nichtsnutzige Mensch wenigstens einmal in seinem armseligen kurzem Leben nach, bevor er etwas tat?
[Arranges]
Was zum Teufel? Arranges wollte das Schiff zwar versenken, aber so viel grobe Magie hatte er nicht in den Zauber gelegt. Etwas verwirrd schaute er auf seine Hände, als stünde dort die Antwort darauf, woher das plötzliche aber kurze Gefühl kam, dass die Feuermagie seine Arme zu zerreissen schien, als das Feuer seine Hände verlassen hatte... Und plötzlich fand sich der Kaiserliche auf den Planken wieder, mit einer Klinge an der Kehle und Dreveni über sich. Die Dunmer hatte zielsicher die Schwachstelle zwischen Helm und Krause der beschworenen Rüstung gefunden. Für einen Moment völlig sprachlos blickte er nur in ihr Gesicht, bevor er sich kurz darauf wieder gefangen hatte. Die Position des Lichs auslotend, hatte er bereits auch einen Zauberspruch auf den Lippen. 'Dreveni!' knurrte er, 'Wenn ihr nicht sofort von mir runtergeht, werdet ihr dem Schiff in den nächsten Sekunden auf dem gleichen Weg ins Jenseits folgen!'
[Erynn]
Erynn machte sich nicht einmal mehr die Mühe, entnervt die Augen zu verdrehen. Sich aufführen wie zwei Bettler, die sich um eine Pulle Schwarzgebrannten schlugen, aber ihr sagen wollen, was sie zu tun hatte...
Sie trat mit schnellen Schritten von hinten an Dreveni heran, packte in deren lange, dunkle Haare und riß sie grob von dem Kaiserlichen herunter. "Hat dir im Kampf irgendwer vor den Kopf geschlagen, du blöde Kuh?" fauchte sie ungehalten, als die Assassinin etwas verdutzt zu ihr aufsah. Sie hörte, wie Arranges sich hinter ihr regte, behielt die Andere jedoch fest im Blick. "Über die Vorgehensweise können wir später noch diskutieren, jetzt haben erstmal andere Dinge Vorrang. Man sollte meinen, so abgebrüht wie ihr beide zu sein glaubt, wäre euch das schon selbst aufgefallen." Erynns Kopf ruckte zu dem Beschwörer herum. "Halt die Klappe", spie sie, bevor er eine Gelegenheit zur Erwiederung bekam, dann trat sie einen Schritt zurück und wandte sich an beide Kindsköpfe. "Ist euch hier irgendwo ein Landungsboot oder etwas ähnliches aufgefallen, mit dem wir von hier verschwinden können?"
[Dreveni]
Arranges hatte immer noch nichts besseres zu tun, als leere Drohungen auszusprechen. Wenn er ihr nicht glaubte, dann würde er eben seinen Tod nicht kommen sehen, das machte ohnehin mehr Spaß. Dreveni jedenfalls, ihren Opfern vermutlich weniger. Und die zwei Sekunden um ihm die Kehle durchzuschneiden, hatte sie auf jeden Fall noch. Gerade als sie ansetzte, dem Leben des Beschwörers ein Ende zu bereiten, wurde sie grob von hinten an den Haaren gezogen und hörte Erynn etwas sagen. Dreveni hatte schon die Hand erhoben um der anderen ins Gesicht zu schlagen, da sie nur etwas von blöder Kuh verstanden hatte, besann sich aber gerade noch, auch wenn ihr das sichtlich schwer fiel. "Hätte dieser Volltrottel nicht das andere Schiff zerstört, hätten wir jetzt keine Probleme.", fauchte sie Erynn an. Langsam fing sie sich wieder, auch wenn sie immer noch bedauerte, dass Erynn so schnell dazwischen gegangen war.
Sie sah sich nach Rettungsbooten um, allerdings hatte das Schiff schon ziemlich Schlagseite, und es war ungewiss, ob man Rettungsboote überhaupt noch heil ins Wasser bringen konnte. Da entdeckte sie an der Seite die näher am Wasser war ein kleines Ruderboot, auf das sie wortlos deutete. Den Dolch hielt sie immer noch in der Hand, wenn auch gesenkt. Eine falsche Bewegung von Arranges, und er hätte heute doch noch seinen letzten Tag erlebt.
[Arranges]
Arranges bemerkte mehr, als er sah, wie Dreveni plötzlich von ihm heruntergezerrt wurde. Erynns Stimme erklang, aber wirklich viel konnte er nicht verstehen. Er hielt den Lich noch immer zurück. Die Kreatur musste irgendwo hinter ihm stehen und nur darauf warten, jene vernichten zu dürfen, die ihren Meister angegriffen hatten... 'Verdammte Scheisse!' Fluchte der Magier, während er sich mühsam mit einem Arm hochstemmte. Dreveni und Erynn standen bereits wieder. Als der Blick des Beschwörers auf die Meuchlerin traf, sah er die ganze Gestalt plötzlich für einen Moment nur noch durch einen roten Vorhang. Ich muss sie umbringen... töten... zerfleischen... Ein mit sehr viel mehr als gutem Willen und gezwungener Beherrschung, geführter Wink über die Schulter, ohne, dass er sich umsah, entließ den Lich. Dann leuchtete sein gesunder Arm grün auf. Aber er warf den Zauber nicht, hielt ihn nur im Anschlag. 'Wie wärs, wenn ich ersteinmal meinen Arm schiene... am besten mit den Rippen aus dem Brustkorb dieser vielleicht fünftklassigen Assassinin.' Er sah Erynn kurz in die Augen und sein Blick gab ihr unmissverständlich zu verstehen, dass sie ebenfalls ein hässliches Schicksal zu erleiden hatte, wenn sie jetzt auch nur zu sehr in seine Richtung starrte, dann sah er hasserfüllt zu Dreveni...
[Erynn]
"Du beeilst dich besser damit", gab Erynn kalt zurück. Sie war wirklich mit ihren Ideen am Ende, wie sie ihre kleine Gruppe irgendwie zusammenhalten sollte. Das was die beiden hier aufführten, war ihr so völlig fremd in hatte keinen Platz in ihrer Auffassung davon, wie man eine Mission anging. Wenn die beiden sich nicht mochten, warum konzentrierten sie sich nicht einfach auf die gemeinsamkeit, sprich das Ziel? So, wie es jetzt lief, mußten sie fast zwangsläufig daran scheitern, den Argonier zu finden. "Dieser Kahn bewegt sich keine paar Schritte mehr, außer vielleicht abwärts. Bevor es so weit ist, sollten wir dringend ein ganzes Stück weit weg sein." Sie ließ den Blick über das Deck schweifen, auf der Suche nach Überlebenden oder zumindest etwas Bauchbarem. Im ersten Moment fiel ihr nichts auf, und die Elfin wandte sich wieder zu ihren Begleitern um. "Wenn ihr dann also damit fertig seid, euch gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, könnten wir jetzt vielleicht anfangen etwas Zielführendes zu tun?" fragte sie süffisant.
[Dreveni]
Dreveni entschloss sich, Arranges vorerst wieder zu ignorieren und wandte sich ebenso süffisant an Erynn: "Und wenn ihr endlich damit fertig seid, mich zu ignorieren, wäre euch vielleicht auch das Beiboot aufgefallen, auf dass ich gerade gedeutet habe." Danach sah sie sich um. Das Schiff lag deutlich schief, aber sie würden noch etwas Zeit haben, bis das Deck mit einer Seite ins Wasser tauchte, wenn das Schiff mit der gleichen Geschwindigkeit voll lief, wie bisher. Allerdings war Dreveni noch nie mit einem Schiff gesunken, also waren das alles nur Vermutungen.
[Arranges]
Ich werde den... Vertrag mit Dreveni ändern müssen... die Belohnung setzt sich nicht mehr länger aus Septimen zusammen... ich werd sie einfach zusammen mit dem ekelhaften Molch töten... Arranges löste den Zauber wieder auf, ebenso die Rüstung. Erst, als die stützende Wirkung der gerufenen Armschiene aus massiver Platte veschwunden war, spürte er wieder einen leichten Druck auf dem Arm, der jetzt nur noch von der Armschiene aus Leder gehalten wurde. Ungeschient konnte der Arm nicht bleiben, aber mit einer provisorischen Schiene und ein wenig von einem Heiltrank sollte die ganze Sache recht schnell wieder heil sein. Arranges überelgte einen Moment. Der Bruch war weder verschoben, noch gesplittert. Letzteres hätte sich durch grobe Schmerzen bemerkbar gemacht... Die Lederarmschiene saß locker genug... Arranges blickte auf den Boden vor sich und suchte nach einem geeigneten Holzssplitter, den er zwischen Arm und Leder schieben konnte. Nach einigen Augenblicken wurde er fündig. Es dauerte auch nur wenige Herzschläge, bis er den recht flachen Holzkeil so eingeführt hatte, dass das Leder genug Spannung aufbrachte um den Arm so zu schienen, dass die Knochen wieder schlüssig aufeinander saßen und nicht mehr verrutschen konnten. Anschließend zog er einen der Heiltränke aus dem Gürtel, entkorkte das Fläschchen mit den Zähnen und ließ gut die Hälfte des Inhalts an dem Holzkeil entlang unter das Leder rinnen, ehe er die Flasche wieder etwas umständlich verschloss und wieder in die kleine Halterung am Gürtel steckte. Erynn und die andere Gestalt hatten bereits ein Beiboot ausfindig gemacht, das wie es schien noch nicht angekratzt war... Wenigstens etwas...
[Erynn]
Sie hatte Drevenis Geste vorhin tatsächlich nicht wirklich wahrgenommen oder als Antwort auf ihre Frage erkannt. Jetzt nickte sie nur knapp, um diesen Lapsus zu überspielen. Arranges schien konzentriert dabei, eine Verletzung an seinem Unterarm zu versorgen, zumindest befand er es nicht mehr für nötig, einen weiteren Kommentar abzugeben. "Sehen wir uns das mal an", sagte Erynn an Dreveni gewandt und ging auf das kleine Ruderboot zu, das an zwei Seilen dicht an der Außenwand hing. Das Ding ins Wasser zu bekommen, sollte nicht allzu schwer sein, überlegte die Kriegerin. Eine Winde sollten sie grade noch bedienen können. "Gut." Wieder nickte sie der anderen Dunmer zu. "Sehen wir zu, daß wir unseren Kram zusammensuchen und hier so schnell wie möglich verschwinden..." Damit ging sie und holte ihre Satteltaschen, die sie sich über die Schulter legte. Ich hätte nicht gedacht, daß ich noch einmal dafür dankbar sein würde, daß wir die Pferde zurücklassen mußten. Aber es scheint, als hätte die Schicksalsweberin es doch nicht so übel mit uns gemeint. Noch einmal sah sie sich flüchtig auf dem Deck um. Hat es sich noch weiter geneigt? Jedenfalls scheinen wir tatsächlich die einzigen zu sein, die hier noch am Leben sind...
[Dreveni]
Von Arranges war weiter nichts zu hören, also wandte sie sich zusammen mit Erynn dem Rettungsboot zu. Wenigstens sollten sie damit keine größeren Probleme haben, aber ob es auch dicht war, würde sich erst im Wasser zeigen. Auf Erynns Hektik reagierte sie kaum, ihrer Meinung nach hatten sie noch etwas Zeit. Andererseits sollte man sein Glück auch nicht herausfordern, und so suchte sie ebenfalls ihre Sachen zusammen. Sie überlegte kurz, ob sie noch einmal unter Deck sehen sollte, es gab bestimmt etwas wie eine Kasse an Bord, in der das Geld aufbewahrt wurde, aber dafür hätten die anderen beiden wohl wenig Verständniss. Ausserdem war es vermutlich schon alles vollgelaufen. Zusammen mit Erynn wollte sie das Boot zu Wasser lassen, in letzter Minute fiel ihr allerdings noch ein, dass das jetzt so wohl keine allzu gute Idee war. "Halt, wir sollten warten bis wir im Boot sitzen, dann müssen wir nicht in das wacklige Ding springen.". sagte sie deshalb nur kurz angebunden zu Erynn, und warf ihre Sachen in das Boot.
[Arranges]
Klasse... rudern... na das wird ein Spaß... Arranges wusste gerade nicht, worüber er sich genau mehr ärgerte. Darüber, dass er nicht rudern konnte, wegen seines Arms oder darüber, dass er jetzt einige Stunden auf engstem Raum mit dieser... Kreatur, die sich Dreveni schimpfte, verbringen musste und sich dabei nicht durch rudern ablenken konnte... Arranges konnte lediglich zuschauen, wie sich die beiden Dunmer mit den Winden abmühten, nachdem sie alle in das Boot gestiegen waren und es langsam zu Wasser ließen. Das Schiff neigte sich knarrend in ihre Richtung, als das kleine Beiboot auf der Wasseroberfläche aufsetzte. Erst, als sie die Taue kappten, spickte das gesamte Schiff wieder ruckartig auf die andere Seite. Es war mittlerweile auch dunkel geworden. Lediglich den bleichen Schein von Sekunda konnte man als Kontrast durch den von grauschwarzen Wolkenbändern durchzogenen Nachthimmel erkennen. Norden war daher nicht allzu schwer auszumachen...
[Erynn]
Erynn war gut erleichtert, als das kleine Boot endlich auf der Wasseroberfläche aufsetzte und sie die Taue gelöst hatten. Das gequälte Knarren des Linienschiffs ging ihr an die Nerven. Es klang, als könnte es jeden Augenblick einfach auseinanderbrechen. Sie wollte jetzt keine weitere Zeit auf Diskussionen verschwenden. "Geh da weg", sagte sie also nur lakonisch und versetzte dem Beschwörer einen Knuff, der andeuten sollte, daß er sich besser an den Bug verzog, ließ die Ruder ins Wasser und legte sich in die Riemen, wobei sie stumm hoffte, daß die beiden Nervensägen einfach die Klappe halten würden...
Geändert von Glannaragh (01.07.2011 um 23:49 Uhr)
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Legende
[Dreveni]
Dreveni schwieg, als Erynn den Magier verscheuchte und selbst die Ruder in die Hand nahm. Sie schwieg auch noch, als sie sich ein Stück von dem sinkenden Schiff entfernt hatten, und dieses nach einem letzten häßlichem Knarren und Ächzen endgültig auseinanderbrach und gurgelnd im Wasser verschwand. Dreveni stand die Überraschung für ein paar Sekunden ins Gesicht geschrieben, bis sie sich wieder im Griff hatte. Immerhin hatte sie gedacht, dass noch mehr Zeit wäre.
"Seht genau hin, mein lieber Arranges, ein Glück dass wir noch ein heiles Boot gefunden haben, nachdem ihr das andere Schiff ja unbedingt versenken musstet, nachdem ein Großteil oder sogar die komplette Manschafft schon so gut wie tot waren.", wandte sie sich mit vor Sarkasmus triefender Stimme an den Beschwörer. Diese blinde, gedankenlose Zerstörungswut regte sie gerade noch viel mehr auf, als der Angriff der Korsaren.
[Arranges]
Warum... kann sie ihr hässliches Mundwerk nicht einfach halten... Arranges hatte im Moment einfach keinen Nerv für ihr dämliches Geplapper. 'Das könnt ihr natürlich wissen, dass vermutlich der Großteil der Mannschaft tot auf den Planken des Linienschiffs lag... und selbst wenn wir das Korsarenschiff hätten übernehmen können... bei eurer Unfähigkeit, die ihr dort auf dem Deck vor wenigen Minuten noch bewiesen habt, wärd ihr vermutlich mit dem Gesichtsausdruck eines minderbemittelten Barabaren sabbernd vor der Takelage gestanden und hättet überlegt, wie genau das Schiff funktioniert... wenn ihr überhaupt in die Nähe eines solchen Gedankenansatzes gekommen wäret...'
[Erynn]
Ihre ohnehin recht verzweifelte Hoffnung verschwand zusammen mit dem bedauernswerten Schiff. War ja vorauszusehen, daß ihr mir den Gefallen nicht tun würdet. Statt euch einfach zu freuen, daß wir noch am Leben und weitgehend unversehrt sind... Mit versteinerter Miene zog sie die Ruder energisch durch das Wasser und tat, als höre sie das Gegifte nicht, mit dem sich Dreveni und Arranges über ihren Kopf hinweg bespuckten. Bitte, seid einfach still! Ich kann es nicht mehr ertragen...
[Dreveni]
"War ja klar dass ihr euch inzwischen genug Ausreden für eure Impulsivität zurecht gelegt habt.", fuhr sie Arranges an. "Und ihr begreift es anscheinend immer noch nicht. Wäre dieses Boot beschädigt worden, dann wäre das andere Schiff unsere letzte Chance gewesen, egal ob noch ein bisschen Besatzung gelebt hätte oder nicht. Damit wären wir auch noch fertig geworden." Immerhin waren Erynn und sie nicht verletzt worden. "Wenn ihr euch umbringen wollt, tut das doch bitte allein. Das hättet ihr nebenbei bemerkt auch noch fast geschafft. Hätte Erynn nicht aus mir absolut unverständlichen Gründen einen Narren an euch gefressen, wärt ihr jetzt Geschichte, Beschwörer!" Hätte Erynn sie nicht an den Haaren zurückgezogen, hätte sie ihn in diesem Moment wirklich getötet.
[Arranges]
Eigentlich hatte Arranges gehofft, dass sie vielleicht Ruhe geben würde... aber sie wollte es ja unbedingt ganz genau wissen. Er hatte nicht nochmal Lust, sich irgendeine Beleidigung zu überlegen, Dreveni würde ohnehin nicht darauf eingehen, also nahm er nur lustlos das her, was die Dunkelelfe sowieso schon agekratzt hatte mit ihren Worten. 'Seid ihr etwa neidisch, keine Freunde, niemanden, der euch nahesteht, dem ihr vertrauen könnt, zu haben?'
[Erynn]
Was hat das jetzt plötzlich wieder mit mir zu tun? fragte sich die Elfin genervt. Wir sind doch nicht hier, um uns gegenseitig umzubringen, verflucht noch mal... moment mal, was!? Solche Worte von dir, Arranges? Wer hätte das je gedacht...? Sie warf Dreveni einen vorsichtigen, lauernden Blick zu. Arranges war schon wieder auf dem besten Wege, die Assassinin zur Weißglut zu treiben, und Erynn wollte nicht unvorbereitet sein, falls ihre Artgenossin alle Vernunft fahren ließ und versuchen sollte, sich auf den Magier zu stürzen. "In Neungötternamen, habt ihr eigentlich Würmer im Gehirn? Habt ihr vergessen, weshalb wir eigentlich hier sind? Seht euch doch an!" mit einem Ruck zog sie die Ruder ein. "Dafür, daß ihr beide so stolz auf eurer Können seid, verhaltet ihr euch reichlich unprofessionell, fällt euch das eigentlich noch auf in eurer ganzen Verbohrtheit?"
[Dreveni]
"Vertrauen? Das ich solche Worte noch einmal aus eurem Mund hören darf. Bei euch reicht Vertrauen doch auch nur bis zum nächsten Wutanfall. Ich wüsste nicht auf was man da neidisch sein sollte, und wer braucht schon Freunde. Etwa um ihnen seinen Weltschmerz vorzuheulen? Zum kuscheln wenn es kalt ist?" In ihrer Stimme lag der gleiche zynische Ton, den sie auch schon Erynn gegenüber in der Taverne angeschlagen hatte. "Vertrauen ist doch nur ein anderes Wort für Schwäche, wenn man es alleine nicht schafft." Nebenbei bezweifelte sie ernsthaft, ob Arranges überhaupt eine Ahnung davon hatte, von was er sprach. Mit seinen sozialen Kompetenzen schien es auch nicht gerade weit her zu sein. Tatsächlich vertraute sie zumindest Mordan, und auch Ferynn hatte sie dummerweise vertraut, was aber ihr letzter Fehler in dieser Richtung gewesen sein sollte, das hatte sie sich jedenfalls vorgenommen. Erynns Ansprache überging sie dabei völlig.
[Arranges]
'Halt den Mund, Erynn!' War das Einzige, was er an Worten für sie übrig hatte, ehe er wieder zu Dreveni blickte. 'So sehr mich das ärgert, aber ich muss euch da Recht geben Dreveni. Allerdings ist es dann doch etwas seltsam, dass ihr gegen diese... Schwäche, wie ihr Vertrauen definiert, so erbärmlich versagt habt, obwohl ihr bei eurem Talent vielleicht die Zeitspanne eines Lidschlags benötigt hättet, um mir euren Dolch in die Kehle zu rammen...'
[Erynn]
Das darf doch nicht wahr sein. Hast du Todessehnsucht, Arranges? Erynn sagte nichts mehr. Arranges mochte mitunter auf sie hören, allerdings nicht, wenn Dreveni in der Nähe war - und sie wollte ihn vor ihr nicht bloßstellen, so wütend sie gerade auch sein mochte. Mit einem resignierenden Seufzer stützte die Elfin das Kinn in beide Hände und nahm sich vor, einfach still darauf zu warten, bis sich ihre beiden Begleiter wieder eingekriegt hatten...
[Dreveni]
"Danke für diese Demonstration von Vertrauen und Freundschaft.", kommentierte sie nur wie Arranges Erynn angefahren hatte. "Ich wollte euch töten, nur ist mir leider Erynn dazwischen gekommen. Darüber hinaus arbeite ich für euch, ausserdem muss ich leider damit rechnen, dass ich von Erynn angegriffen werde, sollte ich euch töten. Ich kann nämlich im Gegensatz zu euch nachdenken bevor ich handle. Darüber hinaus traue ich euch höchstens soweit, wie ich mein Pferd werfen könnte."
[Arranges]
'Wie praktisch... ich traue euch meinerseits auch nicht weiter, als bis zu meiner Nasenspitze... Und mal ganz davon abgesehen, dass ich bezweifle, dass ihr mich so einfach töten könntet, hat es wohl doch einen Vorteil, dass ich Erynn zumindest darin vertraue, dass sie versuchen würde, euch daran zu hindern, sollte sich euer gedankliches Dauerleg mal wieder ausweiten und ihr mich nochmal anfallen... Und... wer noch groß denken muss, bevor er handelt, hat schon etwas Bemitleidenswertes... Aber gut, ich sehe euch nach, dass es bei Assassinen wohl etwas länger dauert, wenn man ständig eine sich drehende und klimpernde Münze im Hinterkopf hat, kann das schonmal ablenkend wirken... wo war eigentlich euer Einsatz vorhin bei dem Angriff? Wart ihr auch so feige und habt euch versteckt wie die Kapitänin?'
[Erynn]
"Hey!" Erynns Vorhaben, dieses Schauspiel einfach zu ertragen, verpuffte in einer kleinen Wolke aus Empörung. "Redet gefälligst nicht über mich, als sei ich gar nicht da! Am besten wäre es, ihr würdet überhaupt nicht mehr reden, denn der Blödsinn, den ihr beide hier von euch gebt, ist einfach nur zum Weglaufen!" Sie stieß die Paddel zurück ins Wasser und ruderte weiter. Je eher sie das Südufer von Vvardenfell erreichten und Arranges und Dreveni nicht mehr auf engstem Raum zusammen eingepfercht wären, desto besser...
[Dreveni]
"Arranges, nur weil ihr irgendwelche haltlosen Behauptungen aus der Luft greift, werden eure Pöbeleien auch nicht besser.", antwortete Dreveni ihm genervt. "Offensichtlich keine Ahnung haben, nichts mitbekommen haben, aber Hauptsache den Mund offen haben." Sie wusste selbst nicht, warum sie sich doch verkniff, was ihr als nächstes auf der Zunge lag, nämlich dass ihm Erynn vermutlich weniger vertraute als vielmehr einfach wie eine Klette an ihm klebte, aus Gründen die er vermutlich nie verstehen würde. Noch wollte sie es sich mit Erynn nicht verscherzen. "Im übrigen seid ihr beide doch keinen Deut besser als ich. Ihr wollt aus Rache jemanden unter der Erde sehen", dabei deutete sie auf Erynn, "und ihr habt bedenkenlos die Kapitänin geopfert.", wandte sie sich wieder an Arranges. "Davon abgesehen dass ihr vermutlich ein widerlicher kleiner Nekromant seid. Ich erledige nur die Drecksarbeit für Leute wie euch, die sich für etwas besseres halten. Das ist wie als wenn ich die Verantwortung für die Morde auf meinen Dolch schieben und mich davon freisprechen würde." Ihr reichte es jetzt langsam wirklich. Sobald sie an Land waren würde sie sich nach einer Gelegenheit umsehen, zurück nach Cyrodiil zu kommen.
[Arranges]
'Zunächst... habt ja wohl ihr damit begonnen, zu pöbeln... Dann wüsste ich gern, von was ich keine Ahnung habe und wovon ich nichts mitbekomme...' Er schweig einen kurzen Augenblick, konnte es sich aber dann doch nicht nehmen lassen, auch auf den Rest ihrer Worte eine Erwiderung hinzu zu fügen: 'Ja... und? Ich habe glaub ich nie behauptet, dass ich etwas Besseres bin als ihr, ich bin nur in diesem Fall dummerweise auf solche niederen Geschöpfe wie euch angewiesen, weil ich keine Zeit habe, monatelang einer zu groß geratenen Kaulquappe nachzujagen...'
[Erynn]
Vielleicht sollte ich euch einfach mit den Köpfen aneinanderschlagen, damit ihr wieder zur Vernunft kommt... Sie hätte heulen können vor Wut, vor allem auf sich selber. Zum einen, weil es ihr nicht gelang in diesem albernen Streit zu den Beiden durchzudringen, zum anderen, weil Dreveni wieder einmal verdammt genau gezielt und auch getroffen hatte. "Ist ja gut", sagte sie müde zu der Assassinin, "Ihr habt ja Recht, was das mit der Rache betrifft. Also hört endlich auf, Euch künstlich aufzuregen. Wir haben doch offensichtlich ein funktionstüchtiges Boot gefunden und sind bis jetzt auch noch nicht ertrunken. Man sollte doch denken, daß jemand mit Eurer Berufung stärkere Nerven hätte..."
[Dreveni]
"Mit Leuten die sich noch im gleichen Satz selbst wiedersprechen, rede ich sowieso nicht mehr.", meinte sie nur noch zu Arranges. Dieses pseudointellektuelle geschwafel dieses drittklassigen Magiers ertrug sie wirklich keine Sekunde länger. Immerhin hatte er sich über Umwege selbst als niederes Geschöpf, oder zumindest als nichts besseres als das bezeichnet. Man musste diesen Menschen gar nicht beleidigen, das tat er schon selbst.
"Hätte ich nicht so gute Nerven, wäre ich überhaupt nicht mit gekommen.", sagte sie zu Erynn.
"Und auch schon längst nicht mehr hier. ICH kann nämlich jederzeit gehen." Nach diesen Worten starrte sie stumm auf das Wasser uns kümmerte sich nicht weiter um die beiden. Sie ließ sich nur noch zu einem: "Wenn ihr nicht mehr könnt, sagt es." an Erynn gewandt herab. Sie hatte selbst keine Lust ewig hier herumzuschippern.
[Arranges]
Du hältst endlich den Mund... wie schön! Allerdings konnte Arranges sich einen letzten Kommentar nicht mehr verkneifen: 'Ich glaube nicht, dass ihr so einfach jederzeit gehen könnte... zumindest nicht eher, als ich euch mein Geld wieder abgenommen habe...' Dann starrte auch Arranges nur noch vor sich hin. Probehalber ballte er seine Linke ein paarmal zur Faust. Der Heiltrank wirkt langsam aber sicher... sehr schön...
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Fossil
Wenigstens sind sie jetzt ruhig, dachte sich Erynn resigniert, während sie überlegte, ob ihr das beleidigte Schweigen nun unangenehm sein oder ob sie diesen seltenen Moment widerwilligen Waffenstillstandes einfach genießen sollte. Sie entschied sich schließlich für letzteres und konzentrierte sich ganz auf das kleine Boot, um nicht über die vertrackte Situation mit den Beiden nachdenken zu müssen. Das Wasser des Inneren Meeres war ruhig, und so hatte sie keine Probleme, es zügig auf die Südküste von Vvardenfell zuzusteuern, wo die Stadt Ebenherz lag. Tatsächlich war es nicht mehr besonders weit, ein paar Stunden vielleicht. Je dunkler es wurde, desto klarer konnten sie die Lichter der kaiserlichen Siedlung über das Wasser zu ihnen herüberschimmern sehen.
Irgendwann spürte die Elfin die Anstrengung kaum noch, auch wenn sie wußte, daß sie diese am nächsten Tag wohl kaum würde auf Schulterhöhe heben können. Die immer gleichen Bewegungen ließen sie in eine Art Trance fallen, so daß sie die Zeit und die immer tiefer werdende Dunkelheit um sich für den Moment nicht mehr wahrnahm.
Erst als sich Dreveni plötzlich regte, schüttelte Erynn den friedlichen Zustand von sich ab. Sie drehte sich um und folgte dem Blick der Assassinin. Ich hätte gar nicht gedacht, daß die Stadt so groß ist, überlegte sie, und noch dazu so völlig... chaotisch. Verwirrt runzelte sie die Stirn. Was sie in Balfalls über Ebenherz erfahren hatte, hatte sich ganz anders angehört.
Je näher sie kamen, umso deutlicher breitete sich die Szenerie vor ihren Augen aus. Es waren keine Häuser, die dort in ungeordnetem Gewirr außerhalb der Stadtmauern aufragten. Es waren noch nicht einmal Hütten. Nein es waren Zelte – Zelte und Planen, unzähliche davon. Dazwischen Lager- und Kochfeuer und die Schattenrisse irgendwelcher Gestalten, die sich vor den Lichtquellen herbewegten. „Da stimmt doch was nicht“, murmelte die Kriegerin. Fragend sah sie zunächst Arranges, dann Dreveni an. „Hat einer von euch in Balfalls etwas darüber gehört, daß Ebenherz belagert wird?“ Sie dachte über die völlige Abwesenheit einer erkennbaren Ordnung in der Zeltansammlung nach. Unwillkürlich kam ihr Cheydinhal wieder in den Sinn, wie es dort zugegangen war, als sich das Obliviontor in der Nähe der Stadt aufgetan hatte. „...oder vielleicht, daß es dort Flüchtlinge geben soll?“ Als nicht sofort eine Antwort folgte, fuhr sie fort: „Wie dem auch sei, ich würde vorschlagen, wir suchen uns eine Stelle etwas abseits der Stadt, an der wir an Land gehen, und finden erstmal heraus, was hier eigentlich los ist. Ich will ungern direkt mitten in den nächsten Ärger hineinrennen..."
Geändert von Glannaragh (04.07.2011 um 18:49 Uhr)
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