[Erynn]
Erynn schloß kurz die Augen und wünschte sich, daß nur einmal irgendwas einfach sein könnte. Sie sagte nichts, als Dreveni verschwand, konnte es ihr aber auch beim besten Willen nocht verdenken. Nachdem die andere Dunkelelfin verschwunden war, ging die Kriegerin langsam zu Arranges hinüber. Ihre Augen blitzten zornig. "Verrate mir, was das sollte, Beschwörer! Was immer du getan hast, ich wette, es diente nur dazu, Dreveni zu reizen. Schönen Dank auch - gerade, als es einigermaßen lief." Sie wandte sich ab und tigerte ein paar Schritte hinund her, nur um unvermittelt wieder herumzufahren. "Was ist eigentlich dein götterverdammtes Problem? Sei doch froh, daß Dreveni sich darum kümmert, mein Können zu verfeinern. Du hast daran ja bisher kein großes Interesse gezeigt - obwohl es Teil eines Handels war, wie ich dich vielleicht erinnern darf..."

[Arranges]
Erst freute sich Arranges fast, als sich Dreveni davonschlich. Als ob ich mich freiwillig in deiner Nähe aufhalten würde, Blutauge... Dann aber zuckte er zusammen, als Erynn ihn ansprach. Und das nicht gerade freundlich. 'Wieso bin ich dir jetzt Rechenschaft schuldig!' Knurrte er. 'Es war überhaupt nicht meine Absicht, sie zu reizen, aber schön, dass es mir dennoch gelungen ist... ich kann diese Frau nicht ausstehen... Und nein, ich bin nicht froh, dass sie dir etwas beibringen will!' Erst jetzt, da er es selbst aussprach, wurde ihm tatsächlich klar, wie heftig ihn das eigentlich getroffen hatte, dass Erynn einfach Dreveni, diese absolut widerwertige Dunmerin, nichteinmal einen Namen hatte dieses Scheußal in seinen Augen verdient, fragte, ob sie ihr etwas über Magie beibringen konnte. Ebenso arg traf es ihn, dass er völlig unbewusst sein ursprüngliches Vorhaben, ihr zwar wohl zu versprechen, Erynn etwas zu lehren, dies aber eigentlich nicht einzuhalten, durchgezogen hatte. In seinem Kopf herrschte mit einem Mal völliges Chaos. Seine anfangs zornige Miene wandelte sich langsam in ehrliche Reue. 'Ich wollte die Abmachung anfangs nicht einhalten... und mit der Zeit kamen zu viele Ereignisse dazu, während wir unterwegs waren, die Siegelsteine zu holen, dass ich es auch praktisch vergessen habe...' Sagte er schließlich kleinlaut und senkte den Blick.

[Erynn]
Langsam verblaßte das wütende Funkeln in ihren Augen. Eigentlich sollte sie ihn nicht so einfach vom Haken lassen, aber sie hatte auch nicht damit gerechnet, diesen Kerl mit ein paar zornigen Worten einfach so von den Beinen zu fegen. Vielleicht lag es auch daran, daß er anscheinend schrecklich müde war. "...und jetzt paßt es dir nicht, daß ich stattdessen Dreveni gefragt habe", nahm sie den Faden auf. "Warum? Erwartest du ernsthaft, daß ich hinter dir herlaufe und dich um dein Wissen anbettele?" in ihrer Stimme lag kein Zorn, aber eine gewisse Bestimmtheit. Sie war nicht mehr abhängig von Arranges, und es wäre gesünder für sie beide, wenn er das möglichst schnell begriff. "Hör zu", fuhr sie fort, bevor der Beschwörer sich wieder sammeln konnte: "Ich weiß, daß du Dreveni nicht ausstehen kannst. Aber wie ich dir schonmal sagte, wir brauchen sie. Also bitte, versuch irgendwie mit ihr auszukommen. Du mußt sie ja nicht mögen..." ...und eigentlich sollte ich dir für diesen Mist mit Anlauf in den Arsch treten, du Bockskopf! Damit du endlich lernst, daß die Welt sich nicht so zurechtbiegen läßt, wie du sie gern hättest...
Erynn hatte das Gefühl, daß sie das Gespräch langsam besser in ruhigere Gewässer lenken sollte, zu irgendwas, das nichts mit der Assassinin zu tun hatte - und wenn sie den Kaiserlichen so ansah, mußte sie nicht lange über eine Ablenkung nachdenken. "Du bist doch eigentlich mitgekommen, weil du dich irgendwo ausruhen wolltest. Vielleicht solltest du das endlich tun... was hast du überhaupt die ganze Nacht am Hafen getrieben?"

[Arranges]
Anfangs hatte ich tatsächlich gehofft, du würdest es ebenfalls einfach vergessen... aber mittlerweile... würde ich dir fast gerne versuchen etwas beizubringen... Dachte sich Arranges, während er der Dunmer zuhörte. Er würde auf jeden Fall verhindern, dass Dreveni Erynn irgendwie auf ihre Seite zog... und sei es nur durch so einen Gefallen... an einer Stelle, an welcher er durch seine unendliche Arroganz und Verschrobenheit versagt hatte... Als Erynn danach fragte, was er am Hafen getan hatte, zuckte er zusammen. 'Ich ähm...' Nein, das kann ich dir nicht sagen... Es war ihm selbst zu peinlich und jetzt, wo er genauer darüber nachdachte, stellte er erschrocken fest, was für einen unmöglichen Handel er da überhaupt eingegangen war... Aber zurück konnte er nicht mehr. Ich halte Talivha nicht für wirklich gefährlich, aber nachdem, was sie... letzte Nacht alles... mit mir... angestellt hat... nein... 'Ich habe uns... über Umwege ein Schiff organisiert... und die... äh... Gespräche dazu haben die ganze Nacht in Anspruch genommen... dafür allerdings bezahlen wir auch keine einzige Münze dafür...' Er versuchte zu lächeln.

[Erynn]
"Ich will deine Bemühungen sicher nicht schmälern", antwortete Erynn mit leichtem Erstaunen in der Stimme, "aber... wenn wir nicht dafür bezahlen müssen, was für ein Schiff ist das dann? Sollen wir uns dort nützlich machen während der Reise? Ich meine, das können wir natürlich tun, aber ich verstehe überhaupt nichts von Schiffen und ich gehe jede Wette ein, daß Dreveni auch keine Ahnung davon hat." ...und zum Kisten schleppen hab ich nicht wirklich Lust, wenn ich ganz ehrlich bin. "Also: Sag mir einfach, wo der Haken an der ganzen Sache ist."

[Arranges]
Verfluchte Scheiße... Arranges, halt das nächste Mal doch einfach die Klappe! 'Weder das Eine... noch das Andere...' Antwortete er müde. 'Es ist natürlich ein Linienschiff. Ich weiss nicht, zu welcher Handelsmarine es gehört... Aber ich kann dir versichern, dass weder du, noch Dreveni etwas dafür tun müsst, um übergesetzt zu werden. Es ist also kein Haken dabei... Es könnte nur sein, dass ihr... und das wird Dreveni sicherlich freuen, des öfteren auf meine Gesellschaft verzichten müsst an Bord...' Im gleichen Augenblick, wie er die letzten Worte sprach, rügte er sich in Gedanken für sie...

[Erynn]
Erynn grinste leicht. "Du spielst den schiffseigenen Kampfmagier für die Überfahrt? Das hättest du auch gleich sagen können." Sie zuckte ein wenig hilflos die Achseln. "Ruh dich aus. Ich sehe mal nach Dreveni..." Mit dieser Worten ließ sie den Beschwörer allein und machte sich ein wenig zerstreut auf den Rückweg zur Hafenstadt. Die beiden sind wirklich anstrengender als ein Stall voll Kinder. Ich hoffe nur, die Assassinin beruhigt sich bald wieder, sonst gibt es doch noch Mord und Totschlag auf dieser Reise... und zwar früher als beabsichtigt.