[Dreveni]
Dreveni hatte die Kaiserliche nur mit unbewegtem Gesicht und verschränkten Armen von oben herab angesehen. Als sie schließlich das Barracke verlassen hatte, kam ihr Erynn zuvor. "Genau meine Meinung", sagte sie deshalb nur als Antwort, "Wir sollten sie so schnell und unauffällig wie möglich los werden. Die Frau ist so unfähig, wer weiß was sie als nächstes vermasselt."

[Arranges]
In der Tat... Allerdings auch nicht unfähiger, als Dreveni und Erynn zusammen, wenn man von Intelligenz im Bezug auf Erynn und von Diskretion im Bezug auf Dreveni ausgeht, braucht weder die eine, noch die andere großartig mitreden. Der Kaiserliche drehte sich zu den beiden Dunmern um und fixierte dabei Dreveni. 'Was zum Henker habt ihr euch eigentlich dabei gedacht, dieses Gerücht zu streuen?!' Dann blickte er zu Erynn. 'Wir sind hier auch nicht zum Spaß und ich kann nunmal leider keine Gedanken lesen und deswegen auch nicht ahnen, über was für einen bescheidenen Geist diese Kaiserliche verfügt. Aber sie ist im Augenblick nunmal die einzig unkomplizierte Möglichkeit, etwas über die Argonier herauszufinden und vielleicht auf eine neue Spur von Gumora zu stoßen!' Und eine Gelegenheit, an einen Siegelstein zu kommen...

[Erynn]
"Ach?" Erynn hielt Arranges' Blick stand, machte jedoch keine Anstalten, sich von ihrem Platz an der Barrackenwand zu erheben. "Du bist doch sonst so schnell darin festzustellen, wie blöd alle um dich herum sind." Dann winkte sie ab. "Mir ist auch klar, daß wir diese Frau brauchen, aber das ist nur ein Grund, erst recht wachsam zu bleiben."

[Dreveni]
"Was ich mir dabei gedacht habe?", wiederholte Dreveni die Frage des Beschwörers. "Dass mit Sicherheit niemand denkt, ich hätte mit diesem Tor groß etwas zu tun gehabt. Und es funktioniert, wie ihr seht, oder nicht?" Weiter äusserte sie sich nicht, ihrer Meinung nach hatte ihnen die Kaiserliche schon genug geholfen auf der Suche nach Gumora, sollte sich die erste Gelegenheit bieten dass ein Pfeil oder ein Schwerthieb von ihr daneben ging und ausversehen die Kaiserliche traf, würde Dreveni nicht zögern.

[Arranges]
Sie war aber ein bisschen zu offensichtlich zu bescheuert. Aber einen wirklichen Reim konnte sich Arranges dann doch nicht darauf bilden. 'Ich habe auch mit keinem Wort erwähnt, dass sie in irgendeiner Art und Weise intelligent ist... es reicht, wenn sie manipulierbar ist und das zumindest scheint sie zu sein.' Antwortete er Erynn bestimmt. 'Schön, dass ihr kein Problem damit habt, aber ich höre dieses Gerücht jetzt nicht zum ersten Mal... Gumora selbst hat mich nämlich ebenfalls darauf angesprochen vor seinem Verrat. Ich bin ja mal gespannt, ob wir ihn jetzt noch finden, im Gegensatz zu dem dümmlichen Gerede derer, die es nicht besser wissen, besitzt Gumora die Fähigkeit zu Denken und, so fern er hier war, hat er unzweifelhaft von diesem Gerücht irgendwie Wind bekommen, wenn ich an die Kaiserliche denke, der diese Information zugetragen wurde.' Sagte er mit einem Anflug von Ärger in der Stimme an Dreveni gewandt.

[Erynn]
"Hört auf, euch gegenseitig anzukeifen", sagte Erynn, der es so langsam wirklich reichte. "Arranges, kein Mensch oder Mer könnte sich dich in einem Ebenerzkürass vorstellen - höchstens, wie du unter dem Gewicht zusammenbrichst... den wandelnden Prunkrüstungsständer hat es jedenfalls überzeugt." Sofort darauf hätte sich die Kriegerin am liebsten auf die Zunge gebissen. Es würde die Situation wohl kaum entspannen, wenn sie jetzt auch noch mitstichelte. Sie verfiel wieder in Schweigen und fuhr fort, den Fußboden einer genauen Musterung zu unterziehen. Hoffentlich sind sich die beiden bald einig. Wir könnten diese Pause weit besser nutzen als mit kleinlichem Gezänk über Dinge, die sich ohnehin nicht mehr ändern lassen.

[Dreveni]
Dreveni hatte nicht die geringste Lust, mit Arranges weiter über irgendetwas zu diskutieren, das sie in die Welt gesetzt hatte, und eine dumme Kaiserliche einfach falsch verstanden hatte. Bei Erynns Worten zu Arranges und der Rüstung konnte sie sich doch ein boshaftes Grinsen in seine Richtung nicht verkneifen. "Ich habe nicht vor zu keifen.", sagte sie schließlich an Erynn gewandt, und ließ sich auf einem der niedrigen Schlaflager in der Baracke nieder. Dort fing sie an, ihr Gepäck grob zu sortieren und besah schließlich ihre Pfeile auf abgesplitterte Teile oder verbogene Spitzen. Bei einzelnen war die Befiederung schon ziemlich zerupft durch den Transport, die sie jetzt wieder sorgfältig glatt strich.

[Arranges]
Ein scharfer Blick traf Erynn, ehe sie wieder auf den Fußboden vor sich starrte. 'Gut, dann kannst du dich ja selbst aus dem nächsten Sumpfloch oder in unserem Falle eben Obliviontor, schleppen. Deine nicht vorhandene Form spielt dir da ja gewichtstechnisch schön in die Hände.' Gab er trocken zur Antwort. Dann rückte er seine Montur kurz zurecht und verließ die Barracke. Wegen zwei Stunden brauch ich mich jetzt auch nicht mehr hinzlegen. Dachte er, als er draussen in den Himmel blickte und das Grau am östlichen Rand der Erde mehr erahnte, als es sehen zu konnte, während ihm das regennasse Haar in kurzen Strähnen in die Stirn fiel. Und wenn ich dabei für kurz auf diese beiden Weiber verzichten kann um mir das Lager anzusehen, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe...

[Erynn]
Erynn registrierte, wie Arranges aus der Hütte rauschte. "Laßt ihn", murmelte sie mit einem Schulterzucken an Dreveni gewandt. "Er wird jetzt eine Weile draußen rumrennen und Dampf ablassen, sich in dem Regen vermutlich eine Erkältung einfangen und in ein paar Stunden wiederkommen und so tun, als sei nichts gewesen. Übergeht es einfach - ich tue das mittlerweile auch, und es macht mein Leben um vieles leichter." Dann tat sie es der Assassinin gleich und begann, ihre Waffen zu überprüfen. Ein paar Pfeile sahen recht zerrupft aus; sie mußte während der Konfrontation mit den Aschländern irgendwie darauf gefallen sein. Der Lederkürass war erst recht hin - die Kriegerin legte das Rüstungsteil ab und machte sich daran, den Schnitt im Schulterteil auszubessern. Ich brauche wirklich eine neue Rüstung. In diesem verkratzten Teil sehe ich aus wie der letzte Straßenräuber...