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Thema: Der achte Tag

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Nach einer Weile hat sich Silvus wieder beruhigt und war traurig darüber, dass es doch nur 3 Schafsdamen waren. "Und ich dachte, ich hätte heute das große Los gezogen... Dann halt nicht!" Wieder klar bei Sinnen bemerkte er den toten Friedobert. Wie konnte er nur getötet werden; hat er die Schafe nicht mit seiner Aura der Liebe befriedigt? "Jeden Morgen das gleiche... Es kann doch nicht so weitergehen! Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, wir schaffen es nicht alleine! Ich... ich werde versuchen Hilfe zu holen!" Silvus rannte in Richtung Apfelbaum, um einen besseren Blick zu bekommen. Und tatsächlich - er entdeckte in der Nähe des Zaunes einen recht großen Busch. "Vielleicht kann ich damit aus der Weide springen und Hilfe holen... Einen Versuch ist es wert!"
    Der Busch, der jedoch eine Menge Dornen hatte, war sogar direkt an dem Zaun. Es war leicht, drauf zu klettern, trotz einiger Schmerzen. Silvus setzte zum Sprung an, schaffte es aber nicht hoch genug und flog stattdessen in Richtung Zaun. Ein einzelner elektrischer Schlag war zu hören, bis Silvus knapp drei Meter nach hinten zurück flog. Er konnte sich nicht mehr rühren - aber er lebte noch. Es schien, als wäre die Elektrizität nicht gleichmäßig auf den Seiten des Zauns verteilt. "Aua, mir tut alles weh... Hi..lfe... Ich bra...uch... e... Wa...sser..."

  2. #2
    Fluffy erhohlte sich aus ihrer Starre und sah noch, wie Silvus in Richtung Elektrozaun sprang und von diesem in hohem Bogen zurückgeschleudert wurde.
    "Was?! Noch ein Suizid-Schaf? Was geht hier vor? Ich kann verstehen, dass jemand beim Anblick von Friedoberts Leiche Mordgedanken hegt, aber doch nur den Wölfen gegenüber!" Sofort rannte sie zu ihm und hörte ihn röcheln: "Aua, mir tut alles weh... Hi..lfe... Ich bra...uch... e... Wa...sser..."
    Sie stupste ihn an und rügte: "Nachdem du dich gerade umbringen wolltest, willst du jetzt Wasser haben? Mal ehrlich, was hast du dir dabei gedacht! Das war die unschafigste Aktion, die ich je in meinem Leben gesehen habe! Als ob es der Herde helfen würde, wenn du sterben würdest!" Wasser hohlte sie ihm trotzdem und als er sich weitestgehend erholt hatte, erklärte er ihr: "Ich wollte mich keineswegs umbringen, meine Dame. Ich wollte durch diesen Busch über den Zaun kommen, um Hilfe zu holen, doch dieser Versuch ist mir leider misslungen."
    "Misslungen!", wiederholte sie ungläubig, "Wenn du es so ausdrücken willst, fast gestorben zu sein, dann es wahrlich misslungen! Wenn jetzt schon Schafe dieser Herde versuchen, über den Zaun zu springen...", es schüttelte sie bei dem Gedanken,"...dann läuft hier in der Herde so einiges schief! Es reicht mir. So kann es nicht weitergehen." Fluffy überlegte kurz, dann seufzte sie. "Komm, geh die anderen Schafe aufwecken. Versammle alle, die du finden kannst, am Apfelbaum. Ich habe der Herde etwas zu sagen." Mit diesen Worten ließ sie den etwas verdutzten Silvus zurück.

    Silvus hatte erfolgreich geholfen, die komplette Herde aufzuwecken und zu versammeln. Fluffy lehnte sich an den Apfelbaum, der ihr immer noch Kraft schenkte, hohlte tief Luft und begann ihre Rede an die Schafe:
    "Schafe von der Düsterheide! Wie lange soll dieses Morden noch weitergehen, ohne dass jemand ihm Einhalt gebietet? Wie viele unschuldige Schafe müssen noch sterben, bevor in der Herde wieder Frieden einkehrt? Wenn sich hier nicht bald etwas ändert, werden die Schafe sich gegenseitig ausgelöscht haben, bevor sie auch nur noch einen weiteren Wolf enttarnt haben. Diese Monster stecken unter den Pelzen unserer Brüder und Schwestern, morden Schafe dieser Weide auf grausamste Art und Weise und doch halten manche Schafe es noch nicht einmal für nötig, ihre Stimme abzugeben. Die ziehen es vor, abzuwarten und Däumchen zu drehen, während jeden Tag die Gewinnchancen der Wölfe steigen. Aber es geht noch schlimmer", Fluffy erhob ihre Stimme, "manche 'Schafe', obwohl ich nicht weiß, ob sie diese Bezeichnung überhaupt verdienen, behindern sogar die Entlarvung der restlichen Reißer. Das sollte der Leithammel versuchen zu untermauern, doch dieser besiegelte statt dem Tod eines Wolfes das Schicksal des Schafes Friedobert! Ich kann das nicht länger dulden." Sie schloss die Augen und als sie sie wieder öffnete, stand sie mit entschlossen und stark vor der Herde. In ihren Augen war nicht das kleinste Fünkchen Zweifel. Niemand sagte auch nur ein Wort. "Obwohl ich Führungspositionen verachte, bleibt mit keine andere Wahl, um diese Herde zu retten. Ich ernenne mich zur Leitschäfin. Dies geschieht nicht aus Machtgier, sondern aus Verzweiflung. Ich werde mich für euch aufopfern, denn bei Morgengrauen werde ich schon nicht mehr sein. Erinnert euch an meine Worte!" Fluffy sah jedem einzelnen ihrer Schafe fest in die Augen und fuhr mit bebender Stimme fort: "Lasst nicht die Wölfe gewinnen. Wehrt euch, so wie ich mich zu wehren gelernt habe. Stimmt für Glöckchen. Scherzo hat sie gewählt, bevor er starb, sowie Frau Määhre Hammelpuffel wählte. Und er hat nicht weniger recht mit seiner Entscheidung getan. Und vergesst nicht: Wartet nicht ab, sondern unternehmt etwas gegen diese Plage! Niemand sollte seine Stimme enthalten."
    Fluffy atmete langsam aus und sah auf die sprachlose Herde hinab, die nun ihre war.

    Geändert von Neadyn (19.05.2011 um 22:38 Uhr)

  3. #3
    Nach einer Weile kam Fluffy und half Silvus. Sie schimpfte mit ihm, was dieser natürlich auch verstehen konnte, und sie bat ihn, die anderen Schafe zu wecken und zu versammeln. "Wo soll das alles bloß hinführen?" Als schließlich alle beim Apfelbaum waren, passierte das Unerwartete: Fluffy ernannte sich zur Leitschäfin. "Dieses Schaf... Sie hat Mike einfach abgelöst... und sie ist verzweifelt..." Auch die anderen Schafe schienen überrascht. In ihrer neuen Position forderte sie auch die Schafe, die sich enthalten, auf, der Herde in diesen Zeiten der Not zu helfen, indem sie nach Wölfen suchen und diese anklagen. "Ob sie... Ob sie damit Erfolg haben wird...?"

    Geändert von TrustyBell (19.05.2011 um 22:48 Uhr)

  4. #4
    Noch bevor Mike seinen Pflichten an diesem Tag nachkommen konnte erhob sich Fluffy und enthob ihn seines Amtes um selbst die Herde anzuführen. An sich war er sogar glücklich den Titel los zu sein, denn er war einfach nicht dafür geboren zu führen.
    "Ich hoffe du weißt, was du tust. Wenn du jetzt keinen Wolf töten kannst wirst du dich ganz umsonst offenbart haben und ein gefundenes Fressen für die Wölfe sein."
    Insofern es natürlich noch mehr als einen Wolf gab war ihr Schicksal sowieso besiegelt...

  5. #5
    Seit Mike Leithammel geworden war, hatte Glöckchen sich immer weniger in das Treiben auf der Weide eingemischt. Ihrer Meinung nach ging alles einfach nur mehr bergab, und so beobachtete sie die jüngsten Veränderungen eher teilnahmslos. Es war gut, dass jemand Mike abgelöst hatte, aber nicht, wie es geschehen war. Ausgerechnet ein weibliches Lämmchen hatte seinen Posten eingenommen... Glöckchen war überzeugt, dass dies nur aus Eifersucht ihr gegenüber geschah, schließlich war sie das hübscheste und begabteste Lämmchen hier.
    Sollte sich Fluffy doch ihr eigenes Grab schaufeln, sie selbst würde erneut Gary anklagen, da das Schaf von gestern, dieser Friedobert, dies wiederholt getan hatte, und, wie sie wussten, auf ihrer Seite gestanden hatte.

  6. #6
    Blanche war überrascht. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass Fluffy ein Schaf war, dass dem Leithammel einfach so den Titel abnehmen würde. Das ließ sie direkt eindrucksvoller erscheinen. Dennoch hatte ihre Wahl einen ziemlich offensichtlichen Schönheitsfehler. Also sagte Blanche dem ersten weiblichen Leitschaf in der Geschichte der Düsterheide: "Ich glaube, dass Frau Määhra ein ehrenwertes Schaf mit einer guten Beobachtungsgabe war. Aber in dieser Sache hat sie sich sicher geirrt. Denn falls Glöckchen wirklich ein Reißer wäre, hätte sie wohl kaum vor ein paar Tagen mit ihrer Stimme Böcklings Zäunung befürwortet. Sie hätte nur irgendein anderes Schaf wählen müssen, damit die Wahl ganz anders ausgesehen hätte." Langsam ließen die gestern von Friedobert hervorgerufenen Glücksgefühle nach und Blanche erinnerte sich wieder, dass es da jemanden gab, der sich gestern in ihren Augen sehr verdächtig gemacht hatte. Sie runzelte die Stirn und fuhr dann fort. "Ich bin mir sicher, dass die Reißer die chaotische Situation genutz haben, um jemanden hier herein zu schmuggeln und die Verwirrung dazu zu nutzen, von dieser Offensichtlichkeit abzulenken. Und ich glaube, dass dieser jemand niemand anders als ***Silvus*** ist, der gestern sein wahres Gesicht gezeigt und einem Lämmchen wie mir den Tod gewünscht hat!"

  7. #7
    Seltsam. Sulvus hätte nie gedacht, dass es Schafe gäbe, die ihn verdächtigten. "Wie... bitte? Du glaubst, ich sei ein Wolf? Und deine Begründung dafür... du kannst keiner sein, weil du ein LÄMMCHEN bist!? Sag mal, spinnst du jetzt!? Warum sollte ein Lämmchen nicht weniger verdächtig sein, als ein erwachsenes Schaf!? Hm! Du bist dumm. Und das weißt du sicher. Entweder versuchst du mit allen Mitteln zu verschleiern, dass du ein Wolf bist, oder aber du bist das dämlichste und hirnloseste Schaf, das es auf der Welt gibt. Merkst du denn nicht, dass andere Schafe verdächtiger sind? Höre dich doch mal um! Dann wirst du eines Tages vielleicht schlauer sein. Und außerdem..." Silvus drehte sich um und rief in die Menge. "Höret mir zu, werte Schafe! Wenn ich am nächsten Morgen nicht mehr lebe, dann wisst ihr, warum ich tot bin! Blanche wollte sich dann rächen, dass ich sie angeklagt habe! Und du, Blanche... Sag deinen anderen Wolfsfreunden, dass ich weiß, wer sie sind. Aber ich verschone sie - für´s erste. Denn du, du dummes, kleines, nichtsnutziges Schaf, hast dich mit mir angelegt. Merke dir meine Worte!"

  8. #8
    Nur langsam hatte sich Nivicola von dem Gesehenen, einem toten fremden Schaf im Zaun, beruhigt. Nun kam sie allmäählich wieder zur Besinnung. Friedoberts Tod und Mikes Ablösung waren ihr entgangen. Und wandte sie sich mit ihrem Anliegen an den vermeintlichen Leithammel: "Guten Morgen, Mike. Wie ich höre, beschuldigen sich die Schafe wieder fleißig gegenseitig. Friedobert gab uns soviel Liebe, ich bin sicher, er kann uns dazu inspirieren, die richtige Wahl zu treffen. Weißt Du, wo ich ihn finde?"

  9. #9
    "Friedobert kann niemandem mehr helfen. Er mag zwar gestern nicht gezäunt worden sein aber scheinbar haben ihn die Wölfe in der Nacht auf grausamste Art und Weise hingerichtet. Ich selbst kann auch nicht mehr viel gegen diese Situation tun, denn Fluffy hat mich entmachtet und den Posten des Leithammels an sich gerissen, in der Hoffnung Glöckchen als Wolf entlarven zu können. Diese scheint sich aber nicht sonderlich drum zu kümmern und hat Gary angeklagt, während Silvus und Blanche sich gegenseitig beschuldigen."

  10. #10
    "Friedobert… tot? Aber… er… er hat doch soviel Liebe verbreitet… undenkbar, dass ihm irgendein Geschöpf schaden wollte… diese Wölfe… sie sind so… grausam…" Nivicola bemühte sich, ihre Fassung zurückzuerlangen, was ihr nur mäßig gelang. "Wieso töteten sie ausgerechnet Friedobert? Inwiefern war er denn für sie gefährlich?"

    Geändert von Narrenwelt (20.05.2011 um 16:47 Uhr)

  11. #11
    "Nicht gefährlich, eher das Gegenteil. Dir dürfte ja aufgefallen sein, dass ein paar von uns spezielle Fähigkeiten zu haben schienen und die Wölfe mussten natürlich davon ausgehen, dass unter uns noch andere begabte Schafe lauern die ihnen vielleicht gefährlich werden könnten. Aber nachdem Friedobert entlarvt wurde konnten sie ihn beseitigen ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. Und nicht jeder kann einen Leithammel einfach so ablösen, von daher werden die Wölfe heute nacht wohl Fluffy töten wenn wir sie heute nicht auslöschen."

  12. #12
    "Dann sollten heute tunlichst einen Wolf erlegen – sollte es der letzte sein, wäre Fluffys Leben somit gerettet. Doch was könnte uns als Anhaltspunkt dienen?"

  13. #13
    Mmii lag da und überlegte. "Hmm... er hat mich Bruderherz genannt. Stehe ich ihm so nahe?" Er kugelte wieder rum und dachte, "eigentlich ganz toller Spitzname. Jaaa~ super! Okay, ich gehe ihn suchen und spiele mit ihm!" Bevor er aufstehen konnte kugelte er einen Hügel herunter. Wieso er sich immer in den hohen Terrains aufhielt ist unklar, aber mal wieder stieß er gegen ein Schaf. Und es war sicher keine Überraschung für den Angestoßenen, wahrscheinlich hat er sich jetzt auch ziemlich dagegen abgehärtet aufgrund der häufigen Fälle in letzter Zeit.

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