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Thema: Japanisch lernen

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  1. #1
    Die Bewertungen scheinen okay zu sein, ob das Buch wirklich etwas taugt, kann ich trotzdem nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie gut die Bewerter die Qualität auch beurteilen können. Natürlich reicht so ein Buch allein nicht aus, aber ich bin mir sicher, das weißt du selbst. Das Internet stellt aber mehr als genug Quellen zur Verfügung, sodass man viele gute Möglichkeiten findet, sich mit der Sprache zu beschäftigen.

    Ich weiß nicht genau, welche Schwerpunkte das Buch setzt. Okay, es ist auf Anime & Co. spezialisiert. Die Erklärung bestimmter Begriffe und der schnelle Einstieg in die verwendete Sprache ist sicherlich nicht falsch.
    Ein paar Dinge würden mich aber davon abraten lassen. In der Beschreibung steht:
    Zitat Zitat
    Ein Buch, das eine lebendige japanische Umgangssprache vorstellt und die wichtigsten Grammatikregeln erklärt, ohne sich mit winzigen Details aufzuhalten.
    Das klingt für mich jetzt so, als ob nur die grobe Grammatik behandelt würde, ohne irgendeine Vertiefung. Details sind wichtig! Und auch, zu verstehen, wie die Sprache funktioniert, was besonders wichtig ist, wenn man versucht, sie systematisch zu erlernen, und nicht indem man ihr permanent ausgesetzt ist (z.B. wenn man in Japan lebt).

    Was ich eben gelesen habe und mich auch sehr abschreckt, ist die Tatsache, dass das ganze Buch ausschließlich Romaji verwendet. Wenn nicht einmal Hiragana und Katakana vermittelt werden, wirst du kein Wort in einem RPG lesen können. Mit Ausnahme von englischen Wörtern in Menüs und so weiter (und selbst diese oft nicht), wird der gesamte Text in einem RPG aus Hiragana, Katakana und Kanji bestehen. Meiner Meinung nach ist es ein vollkommen falscher Lernansatz, nur die Sprache, aber nicht die Schrift beizubringen. Denn das hängt beides zusammen, und Romaji sind nur behelfsmäßige Darstellungen, die Leuten, die keine japanische Schrift lesen können, zeigen sollen, wie Dinge ausgesprochen werden. Es ist kein Ersatz für die japanische Schrift.

    Der Guide, über den miuesa und ich geredet haben, den kann ich eigentlich jedem empfehlen. Der ist großartig: verständlich geschrieben, behandelt Japanisch wie es gesprochen wird (machen die meisten Lehrbücher nicht, die bringen dir eher formelles Japanisch bei) und in einer Reihenfolge, in der man die größeren Zusammenhänge auch begreift. Eine Menge Vokabeln lernt man in dem ganzen Prozess auch. (Die Videos sind übrigens optional; die wurden nachträglich eingefügt und tun nichts anderes, als den Inhalt der einzelnen Kapitel nochmal zusammenzufassen, also keine Angst deswegen.) Der Guide ist halt nur auf Englisch verfügbar. Gibt es übrigens auch in Buchform. Der Inhalt ist der gleiche wie der Inhalt vom Grammar Guide, also nur zu empfehlen, wenn du den Inhalt unbedingt in physischer Form haben willst.

    Es wird natürlich trotzdem eine ganze Weile dauern, bis du RPGs auf Japanisch spielen kannst. Bei mir war das auch ein wichtige Beweggrund, damit anzufangen, und nach etwa 15 Monaten Selbststudium merke ich noch immer, dass ich noch nicht dazu in der Lage bin, Spiele auf Japanisch zu genießen. (Wenn man sie nur wegen des Gameplays spielt, dann ist das natürlich kein großes Problem, aber dafür muss man auch kein Japanisch können.) Mit Hilfe eines Wörterbuchs kann ich die meisten nicht zu komplizierten Texte mit relativ hohem Zeitaufwand übersetzen, aber insbesondere beim Spielen (d.h. wenn man die Sachen nicht mehr MouseOver oder Copy&Paste nachsehen kann), ist das sehr mühselig.
    Der Vorteil bei RPGs ist, dass sie sich meist keiner allzu komplizierten Sprache bedienen, wenn man nicht gerade Final Fantasy XII oder Xenosaga spielt. Halt alles, was sich eines ungewöhnliches Sprachlevels bedient, zum Beispiel durch die Zeitepoche.

    Ich ermutige dich natürlich trotzdem, damit anzufangen. Wichtig ist es am Anfang, Hiragana und Katakana zu lernen, was auch kein allzu großer Aufwand ist. Danach kannst du unmittelbar in die Grammatik einsteigen.

  2. #2
    Hallo Leute.
    Ich habe mir die Kanjis hier ausgedruckt und auf Karteikarten geklebt.
    Leider muss man dort 20€ im Monat bezahlen um die restlichen Seiten angucken zu können.

    http://www.textfugu.com/kanji/1-2-stroke/

    Die Seite führt erst die einfachen Kanji zuerst auf und die kompliziertesten sollen zum Schluss kommen.
    Kennt jemand eine andere Seite die kostenlos ist, wo ich mir die einfachsten und sinnvollsten Kanjis raussuchen kann?

  3. #3
    Die sinnvollsten Kanji sind die, denen du ständig begegnest. Es sei denn, du willst in irgendeiner systematischen Reihenfolge lernen (z.B. nach Heisig). Du kannst natürlich auch zuerst die lernen, die statistisch am meisten verwendet werden (Top 100). Ein anderer Ansatz ist es, sich an den Leveln des JLPT (Japanese-Language Proficiency Test) zu richten, da gibt es zu jedem Level auch Kanji- und Vokabellisten.

    Auf dieser Seite findest du eine gute Übersicht über a) Die Reihenfolge der Kanji, wie sie an japanischen Schulen beigebracht wird (nicht zu empfehlen!), 2) die Kanji der einzelnen JPLT-Level (sinnvoll, wenn man auch nach JPLT lernen will) und 3) die 2500 meistverwendeten Kanji in japanischen Zeitungen. Die Strichreihenfolge kriegst du einfach und schnell raus, indem du die Kanji bei jisho nachschlägst. Das sieht dann zum Beispiel so aus:



    Ich habe immer damit gelernt und hatte nie Probleme damit. Wenn du einen pragmatischeren Ansatz nehmen willst, lern einfach das, was du siehst (und von dem du denkst, dass du es brauchen kannst). Ich hab damals mit Tae Kims Guide gelernt, und dementsprechend auch die dazugehörigen Kanji gelernt. Hab diesen Ansatz nie bereut. Im Grund genommen ist es nicht wichtig, womit man anfängt, aber man muss aufpassen, dass man sich nicht zu sehr einschränkt, indem man sich entschließt, nur einem bestimmten System zu folgen, weil die Chancen hoch sind, dass man irgendwann keine Lust mehr darauf hat. Es ist immer sinnvoll, die Kanji im Kontext zu lernen, weil man dann auch gleich weiß, wann sie verwendet werden.

    Geändert von Narcissu (27.06.2013 um 00:41 Uhr)

  4. #4
    In letzter Zeit bin ich ein paar mal über Ausdrücke gestolpert, in denen ein の verwendet wurde, obwohl ich ein が erwartet hätte. Immer im Zusammenhang mit いる. Zum Beispiel bei zwei aktuellen Anime-Titeln:

    君のいる街
    神様のいない日曜日

    Überträgt das eine andere Nuance als 君がいるまち bzw. 神様がいない日曜日? Übersetzt wurde das nämlich mit "A Town Where You Live", und nicht "The Town Where You Live".

  5. #5
    In einem Attributsatz ist の zur Subjektmarkierung ueblich. Zitier mich nicht, aber ich glaube sogar, dass, wenn man wirklich grammatikalisch korrekt sein will, が falsch ist, um Verwirrung in so Sachen wie 君が住んでる街が嫌いだ zu vermeiden.

  6. #6
    Alles klar, danke!

    Das in solchen Fällen ein が verwendet wird, ist aber auch nicht allzu unüblich, oder? 君が望む永遠 käme mir da jetzt in den Sinn, um mal bei Anime-Titeln zu bleiben.

  7. #7
    Nee, in der Umgangssprache ist が definitiv haeufiger. の findest Du mehr in der Schriftsprache.

  8. #8
    Ich habe auch angefangen japanisch zu lernen und zwar mit dem hier öfter erwähnten Guide von Tae Kim: http://www.guidetojapanese.org/german
    Beim lernen der Kanji wollte ich das so machen das ich halt immer die abschreibe und mir enipräge auf die ich beim leren stoße. Nur bin ich dabei gleich auf ein Problem gestoßen, und zwar: 学生 soll ja Student oder Schüler heißen (ich glaubs ja auch^^). aber sind das nicht zwei Kanji? Wieso ergeben die nur ein Wort? Ergeben diverse Kanji hintereinander geschrieben etwa neue Wörter, sodass man sich noch mehr Bedeutungen einprägen muss?

  9. #9
    学 - lernen
    生 - Leben, etw. das lebt

    Also etwas, das fuers Lernen lebt, ergo Schueler. Und wenn Du spezfisch einen Hochschueler/Studenten meist, dann 大学生, ein Oberschueler ist 高校生 (kurz fuer 高等学校生), Mittelschueler ist 中学生 und Grundschueler ist 小学生. So funktioniert die Mehrheit aller japanischen (und auch chinesischen) Begriffe. Schimpft sich Kompositum. Wenn es fuer jedes moegliche Wort ein eigenes Zeichen gaebe, koennte ja kein Schwein jemals alle Kanji lernen.

    Japanisch hat aber den entscheidenden Vorteil, dass Du durch die Partikel erkennst, wo ein Wort aufhoert. Meistens jedenfalls. Wenn ich also sage 学生は大学に行く (der Student geht zur Uni), dann sehe ich, dass nach dem 学生 ein は steht (Topik-/Subjektmarkierung) und nach der 大学 ein に (indirektes Objekt). So kann ich den Satz gemuetlich auseinanderbauen, auch wenn ich ein oder mehrere Worte nicht kenne.

  10. #10
    Danke dür die schnelle Antwort, das macht das ganze deutlich einleuchtender.
    Auch wenn ich glaube das ich verdammte Probleme beim zusammensetzen werden habe. Etwas das fürs lernen lebt hätt ich jetz nich in nen Schüler übersetzt (allerdings hätt ich auch keine andere sinnvole Übersetzung gefunden). Ich hoffe mal das kommt dann mit der Zeit^^".

    Wobei mir grad noch was auffällt: und zwar hier: 静かじゃない. Das じゃない ist ja der Partikel (ist nicht). aber was macht dann das か,welches ja auch ein Hiragana ist, am 静? Schreibt man Wörter die aus nur einer Silbe bestehen generell in Hiragana? Wobei か ja laut Wörterbuch einzeln nur als partikel für Fragen existiert, dieses Beispiel aber ein Aussagesatz sein sollte.
    Tut mir Leid wenn du das irgendwie miterklärt hasst, ich bin manchmal etwas beggriffsstutzig.

    Geändert von Naszrador (30.12.2013 um 18:33 Uhr)

  11. #11
    Selbst zusammensetzen musst du Worte auch nicht wirklich. Du lernst ja die Worte so, wie du sie vorfindest, und musst sie dir nicht selbst bauen. In dem Sinne kann es dir auch recht egal sein, was ein einzelnes Kanji bedeutet. Das ist beim Lernen zwar schon hilfreich, aber alles andere als notwendig, vor Allem weil die Kombinationen, wie du selbst gemerkt hast, nicht immer intuitiv oder überhaupt logisch sind.

    Bei 静か gehört das か einfach dazu. Ist einfach zusammen ein Wort und 静 ist der Teil, der しず gesprochen wird. Einzeln gibt es 静 auch nicht, außer als Name. Du musst dir immer vor Augen führen: Kanji sind nur die Zeichen, nicht die Wörter. Es gibt zwar auch genügend Wörter, die aus nur einem Kanji bestehen, aber weit mehr, die sich aus mehreren Kanji oder aus Kanji und Kana zusammensetzen. (Verben haben in ihrer Grundform zum Beispiel immer ein Kana der u-Reihe am Ende.)

    Wie viele Silben die Wörter haben, spielt dabei auch keine Rolle. Ob ein Wort in Hiragana geschrieben wird oder nicht, unterliegt keinen festen Regeln. Grundsätzlich könnte man auch ganz auf Kanji verzichten und alles in Hiragana/Katakana schreiben. Das Problem ist, dass das keiner macht (außer in Kinderbüchern etc.), weil es schwerer zu lesen ist. Außerdem ist Japanisch auch eine Sprache mit einer ungewöhnlich kleinen Silbenanzahl (etwas über 100 Silben sind vertreten), weshalb besonders ein- oder zweisilbige Wörter mehrere Bedeutungen haben. Im Kontext kann man zwar meistens erkennen, was gemeint ist, aber Kanji sind halt trotzdem praktischer. Da weiß man halt, gleich, was gemeint ist. Abgesehen davon scannnen wir ja Texte eher mit dem Auge und erkennen bestimmte Muster, statt einzelne Buchstaben zu lesen, und wenn man die Kanji beherrscht, kann man einen normalen Text sehr viel schneller lesen als einen, der nur in Hiragana geschrieben ist.

    Hiragana erfüllen aber auch eine andere sehr wichtige Funktion, denn sie werden auch dafür verwendet, zu zeigen, in welchem Grammatikalischen Kontext ein Wort verwendet wird. Zum einen durch die Partikel, aber auch durch Veränderung der Wörter selbst. So kann ein Verb in der Lexikonsform (vergleichbar mit dem Infinitiv) stehen, oder in der Vergangenheit. An den Kanji wird da nie was verändert, wohl aber an den Hiragana am Ende. (食べる = essen, 食べた = aß, 食べたい = will essen, ...)

    Das Schöne am Japanischen ist, dass die Sprache sich auch wirklich an ihre eigenen Regeln hält. Es gibt wirklich nur eine Handvoll unregelmäßige Wörter. Eine der größten Schwierigkeiten an der Sprache ist, dass der Kontext eine so extrem wichtige Rolle spielt. Viele Informationen werden gerne weggelassen und sind gänzlich vom Kontext abhängig. Das ist ein bisschen befremdlich, wenn man gerade mit der Sprache anfängt. Ebenso die Sache mit den Partikeln, denn die japanische Sprache hat dadurch einen extrem flexiblen Satzbau, was anfangs etwas verwirrend wirkt.

    Die grundlegende Grammatik ist aber sehr lernfreundlich.

    Geändert von Narcissu (30.12.2013 um 22:25 Uhr)

  12. #12
    Danke ich nahm halt an das es für jedes Wort ein Kanji gebe, worüber mich Ranmaru ja schon aufgeklärt hat. Und dann war ich der Meinung das man halt alle Wörter aus Kanji, und eben nur Kanji, bildet. Halt eben gar keine Hiragana bei verwendet, aufgrund wegen der Homophone.

    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen

    Das Schöne am Japanischen ist, dass sie Sprache sich auch wirklich an ihre eigenen Regeln hält. Es gibt wirklich nur eine Handvoll unregelmäßige Wörter.
    [...]
    Die grundlegende Grammatik ist aber sehr lernfreundlich.
    Zumindest ein Lichtblick während des Lernens^^

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