Ergebnis 1 bis 20 von 127

Thema: Japanisch lernen

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Jap, so sehe ich das auch. Man sollte einfach anfangen. So habe ich auch ursprünglich begonnen, habe dann eine Weile Heisig gemacht, und dann aber wieder wie gehabt weitergemacht. Im Endeffekt ist es auch sinnvoller, sich so früh wie möglich mit der Sprache selbst zu beschäftigen, und wenn man es sich zum Ziel macht, möglichst schnell alle Kanji zu lernen, steht das dem nur im Weg. Mittlerweile lerne ich auch nur noch im Kontext (und habe es bis auf Heisig eigentlich auch immer gemacht), wobei ich die Kanji nie so intensiv wie die Vokabeln lerne, weil man irgendwann ja eh so ziemlich alle Kanji problemlos schreiben kann und die Bedeutung mir auch nur dann merkenswert erscheint, wenn sie auch in den Kontext passt und nicht zu generisch ist. Das funktioniert meist besser, wenn ich mehrere Worte kenne, in dem ein Kanji vorkommt – denn erst so bekomme ich ein Gefühl dafür.

    Und ja, Radikale lernt man automatisch mit, und das sogar ziemlich problemlos und effektiv. Das gleiche gilt auch für Lesungen der Kanji, die lerne ich auch nicht extra, weil die mir eh nur verhältnismäßig wenig bringen, wenn ich Aufwand und Nutzen in Beziehung setze. Irgendwann kennt man mögliche Lesungen, insbesondere die häufigen, dann halt trotzdem, weil man ihnen einfach häufig begegnet ist.

    Ein solcher Lernansatz ist auch der natürlichste. Meiner Meinung nach ist das Systematisieren oft nur bedingt sinnvoll. Für die grundlegende Grammatik ist es sinnvoll, da verschiedene Konzepte aufeinander aufbauen und es zum Beispiel Sinn ergibt, zu lernen, was ein Verbstamm ist, bevor man mit der masu-Form beginnt, die sich diesen Verbstamm zunutze macht. Für andere Sachen wiederum nicht, weil Systematisierung oft zur Folge hat, dass man sich vom Kontext löst, da die Sachen in der Realität halt nicht systematisch geordnet sind.

  2. #2

    ~Cloud~ Gast
    Also einfach die Kanjis nach Häufigkeit auf Karteikarte zeichnen und lernen?

    @Narcissu
    Die Seite hatte ich vergessen die guck ich mir an danke.

  3. #3
    Du machst Dir mehrere Stapel. Einen, den Du jeden Tag lernst, einen fuer alle drei Tage, einen fuer einmal die Woche, usw. Kannst Du mit beliebig vielen Stapeln machen. Mein "hoechster" war damals der sechste fuer einmal im Monat (und dann noch einen theoretischen Stapel Nummer 7 fuer nie wieder, weil gelernt).
    Jedesmal, wenn Du ein Kanji direkt weisst, also ohne drueber nachzudenken, kommt es einen Stapel hoeher. Wenn Du es aber falsch machst, dann landet es immer wieder im ersten Stapel (auch wenn es vorher in Nummer 6 war). Das Ziel ist, es irgendwann im "Nie wieder"-Stapel ankommen zu lassen -- dann wirst Du's auch nie mehr vergessen.

    Das System ist recht muehselig, hat mir am Anfang aber sehr geholfen.

    Sobald Du einen gewissen Grundstock von ich sag mal 1000 Zeichen aufgebaut hast, brauchst Du kein System mehr. Dann bist Du mit Kanji und Japanisch gut genug vertraut, dass es Dir reicht, in Zeichen zweimal zu sehen und einmal kurz irgendwo hinzukritzeln, um es direkt zu behalten.

  4. #4

    ~Cloud~ Gast
    So hab Katakana auch drauf, hab mich schwerer getan als mit Hiragana.
    Allerdings scheint das vermischt zu werden, wenn ich Dragonball Z gucke sehe ich Hiragana + Katakana + Kanji vermischt.

    Jetzt wollte ich mal Kanji Liste suchen hab da z.B. sowas gefunden meint ihr das ist ok:
    http://tangorin.com/common_kanji
    http://tangorin.com/vocabulary/1001

  5. #5
    Ich bin gewillt, alles was ich gelernt habe, wieder zu vergessen und noch einmal von vorne anzufangen.

  6. #6
    @Cloud: Das ist eine Liste der Kanji so wie sie die Japaner in der ersten Schulklasse lernen, und der zweite Link führt zu einer Übersicht für alle Schulklassen und diversen anderen Übersichten, die ganz nützlich sein könnten. Wobei auch die 500 häufigsten Kanji in japanischen Zeitung nicht zwangsläufig die 500 Kanji sind, die du am Anfang am meisten benötigen wirst. In der Tendenz höchstens. Ein anderes Problem ist, dass die Kanji den japanischen Schulkindern v.A. nach ihrer Schwierigkeit beigebracht werden, nicht nach ihrer Häufigkeit. Zwar kann man schon sagen, dass die meisten Kanji aus Grade 1 recht häufig verwendet werden, aber genauso fehlen auch viele der sehr häufig verwendeten Kanji, die etwas komplexer sind.

    Solche Listen sind als Referenz meiner Meinung nach nicht schlecht, aber ich empfehle nicht, nach ihnen zu lernen. Der simple Grund ist, dass man möglichst früh anfangen sollte, die Sprache zu lernen, und das Lernen von Zeichen ist bestenfalls Vorbereitung darauf. Ich bin immer noch Anhänger der Variante, so viel wie möglich im Kontext zu lernen – am Anfang sollte das möglichst etwas sein, bei dem man noch an die Hand genommen wird. Als möglichst ein Guide, ein Lehrbuch oder was weiß ich (da gibt es aber auch massive Qualitätsunterschiede). Es ist gut, die grundlegenden Wörter und Zeichen früh zu lernen, aber das geschieht eigentlich automatisch, weil sie häufig vorkommen. Nach Listen zu lernen kann am Anfang motivierend sein, weil man merkt, wie man vorankommt, aber später ist es nicht sehr motivierend und vor allen Dingen nicht sehr hilfreich.

    @Try: Da finden sich doch immer mal wieder neue Lernansätze und neue Motivationen. ^^

    Geändert von Narcissu (15.07.2012 um 18:41 Uhr)

  7. #7
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    @Try: Da finden sich doch immer mal wieder neue Lernansätze und neue Motivationen. ^^
    Wenn sie das ganze mal in einer guten Kanji-Version herausbringen, kauf ich es mir wahrscheinlich sogar!

    ... oder nein. Ich hab mir die Hiragana-Karten jetzt doch gekauft. Und die passenden Schutzhüllen. Und das Booster Pack... Und das Mauspad...? Und Figuren? Und Curry!?
    Verdammt, warum hab ich gerade das Gefühl, ich sei einer ausgeklügelten Werbe-Strategie zum Opfer gefallen? Wenigstens werde ich mich nun nie wieder ronery fühlen................... oder?

  8. #8

    ~Cloud~ Gast
    Ne ne kleine Frage:
    http://tangorin.com/#kanji/%E5%8F%B3

    ウU  •  ユウYŪ  •  みぎmigi

    Es gibt drei Aussprachen für Rechts?
    U, YU und migi?

  9. #9
    Sieht so aus das werden sinojapanische und reinjapanische Lesungen sein. Kommt immer drauf an, mit welchen anderen Kanji/Kana es auftritt.
    Es ist nicht unüblich, dass Kanji mit Lesungen mehrfach überladen sind. "shita" (下) hat sogar mehr als zehn http://tangorin.com/#kanji/下

    Bitte nicht schlagen, weil meine Erklärung dürftig, inkorrekt oder stümperhaft ist, aber so hab ichs zumindest gelernt

  10. #10
    Die meisten Kanji haben mindestens zwei Lesungen, viele auch deutlich mehr. Besonders die häufigen Kanji haben oft sehr viele Lesungen, und wer japanische Namen lesen können will, kommt oft auch damit nicht hin. Aus diesen Gründen lohnt es sich meines Erachtens auch nicht, die ganzen Lesungen zu lernen: Zu viel Arbeit für zu wenig Nutzen.

    Deine drei Lesungen beziehen sich übrigens nicht auf der Wort „rechts“, sondern das Kanji „右“, das die Bedeutung „rechts“ hat. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil viele Kanji diverse Bedeutungen haben (manchmal haben die nicht einmal viel miteinander zu tun) oder werden so in Wörtern verwendet, dass man nie auf ihre Bedeutung hätte schließen können oder umgekehrt.

    Schauen wir uns mal die Wörter auf der Seite an, die 右 enthalten:

    右【みぎ】right; right hand side (migi)
    右手【みぎて】right hand (migite)
    左右 【さゆう】left and right (sayuu)

    In den ersten beiden Beispielen wird 右migi gelesen, im dritten Beispiel yuu. Hier wird die Bedeutung der Wörter allein schon durch die Zeichen recht klar: So etwas ist immer schön. Im zweiten Beispiel werden rechts + Hand zu rechte Hand und im dritten links und rechts zu links und rechts. Ergibt Sinn.

    Es gibt auch Orientierungsregeln bezüglich der Lesungen. Zum Beispiel, dass alle Kanji in einem Wort entweder reinjapanisch oder sinojapanisch gelesen werden. Aber auch das stimmt nicht immer, es gibt nämlich auch einige Wörter, in denen sich das mischt. Dazu gibt es noch einige andere Regeln, die Ranmaru dir jetzt sicher alle aufzählen könnte. Die sind ganz interessant, aber nicht besonders nützlich, wenn man die Lesungen nicht alle mitlernen will, und selbst dann ist der Nutzen immer noch eingeschränkt dadurch, dass man sich in den meisten Fällen trotzdem nicht sicher sein kann, wie ein Wort gelesen wird, wenn man es noch nicht kennt.

  11. #11
    Doch, die Regel, dass man On und Kun nicht mischt, stimmt immer.

    Die "Ausnahmen" sind entweder Kombo-Woerter, wo man z.B. ein Kun-yomi an eine Reihe von On-yomi klebt (es aber mehr oder weniger zwei separate Woerter sind; vergleichbar mit etwas, das bei uns mit einem Bindestrich verbunden wird), also so was wie 寿司店 すしてん oder 源氏物語 げんじものがたり zum Beispiel, oder "umgangssprachliche" Lesungen, die aber, wenn man es wirklich genau nimmt, grammatikalisch falsch sind, wie z.B. まいとし fuer 毎年, was, streng genommen, まいねん gelesen werden muss.
    Okay, und die dritte und einzig wirklich valide Ausnahme sind Eigennamen, aber die folgen sowieso ihren eigenen Regeln.

  12. #12
    Ach, stimmt, du hast recht, das hatte ich falsch in Erinnerung und mit den Mischwörtern verwechselt, die gar keine Komposita sind. Ich hatte nur noch das Beispiel mit 音読み im Kopf, mit dem du mir das vor knapp einem Jahr (ist das wirklich schon so lange her?) erklärt hast, aber außer Acht gelassen, dass 音読み ein zusammengesetztes Wort ist und deshalb beide Arten von Lesungen verwendet.

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •