Erstaunlich, wo du überall Leute kennst... noch erstaunlicher, daß du bei ihnen nur auftauchst, wenn du irgendwas willst und trotzdem nicht abgewiesen wirst. Wie machst du das nur, Beschwörer? Nicht, daß Erynn sich beschweren wollte. Sie war mehr als dankbar für des Angebot der Bretonin, unter ihrem Dach zu nächtigen. Wortlos, aber mit einem Lächeln für Melisande, folgte sie dem Nekromanten ins Innere des kleinen Kottens. Es war eng, aber warm, und das genügte der Elfin vollauf, um zufrieden zu sein. Sie nahm sich noch die Zeit, ihr Gesicht vom gröbsten Dreck zu befreien, kauerte sich aber bald darauf in eine Ecke und fiel in einen tiefen, fast totengleichen Schlaf.
Am nächsten Morgen glaubte sie, irgendetwas von ihren Gildenkameraden, Vaermina und Untoten geträumt zu haben, außerdem von jeder Menge Feuer, aber sie brachte die Bruchstücke beim besten Willen nicht mehr zusammen. Vermutlich ergab das ganze ohnehin keinen Sinn. Sie fühlte sich erstaunlich erholt nach dieser Nacht und brauchte daher nicht lange, um sich soweit gesammelt zu haben daß sie abmarschbereit war.

Die Dämmerung hatte gerade erst eingesetzt, als sie und der Kaiserliche aus der Tür der Kate traten. Die Bretonin wie auch ihr Begleiter hatten nicht viele Worte zum Abschied verloren, vor allem aber hatte die geheimnisvolle Frau nicht eine einzige Frage danach gestellt, woher sie kamen oder wohin sie gingen. Die Dunmer fragte sich, was Arranges und die Alte wohl gemeinsam haben mochten, daß sie sich praktisch ohne Sprache verstanden. Andererseits, so dachte sie, ging es sie auch weiter nichts an.
Sie waren vielleicht einen halben Tag unterwegs, als sie sich schließlich für eine kurze Pause auf einem großen Stein niederließen. Erynn grübelte vor sich hin. Die seltsamen Geisterwölfe gingen ihr nicht aus dem Kopf, ebensowenig das plötzliche Ende der Verfolgung. Vielleicht kann sich der Beschwörer einen Reim darauf machen... ich jedenfalls habe von derartigen Dingen noch nie gehört. Sie warf ihm einen Seitenblick zu. Der Nekromant wirkte wieder, als sei er tief in Gedanken versunken und nehme ihre Anwesenheit bestenfalls am Rande wahr. Irgendwie nervte diese Zerstreutheit sie, jetzt gerade ganz besonders. Konnte er sich nicht vorstellen, daß ihr unzählige Fragen durch den Kopf schossen? Es wäre wirklich einfacher, wenn du ab und zu mal von dir aus auf solche Dinge eingehen könntest und nicht immer versuchen würdest, mich so unwissend wie möglich zu halten...
Die Elfin entschied, daß sie das Schweigen nun lange genug ertragen hatte. „Arranges?“ fragte sie, entschlossen, zumindest ein paar Antworten zu bekommen. „Wer, glaubst du, hat diese Wölfe auf uns gehetzt? Je länger ich darüber nachdenke, umso verwirrender erscheint mir diese Sache...“