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Legende
Die Sonne schickte gerade ihre letzten Abschiedsgrüße an diesen Tag über den Horizont, als es unter dem Blätterdacht arg finsetr wurde. Es war zwar deutlich weniger schlimm, als im Dunkelwald direkt, aber dennoch reichte die fast schlagartig eintretende Nacht die beiden anhalten zu lassen. Verfluchte Dunkelheit...! 'Und was haben wir wieder nicht dabei? ... Fackeln verdammt!' Maulte Arranges im Selbstgespräch. Er hob die Rechte und eine Flamme stieß Funken schlagend daraus hervor. Das Dunkelrot vermochte die Schwärze kaum zu lichten, aber es war im Moment besser als nichts... Wo sie standen, konnten sie unmöglich rasten. Nach Osten hin fiel der Hang zusehens steiler zum Corbolo ab. Sie hielten sich ein wenig nach Westen, mussten aber schon sehr bald feststellen, dass sich der Hang hier unter dem lockeren Gestrüpp in eine Geröllhalde verwandelte. Sie stolperten noch eine Weile umher, aber den besten Platz, den sie fanden, war ein massiver Findling, der aus dem Hang ragte. Er bot gerade drei Schritte in der Breite und vielleicht zwei in der Länge. Für ein brauchbares Feuer bestand jedoch keine Chance. Sie würden die Nacht so verbringen müssen.
Arranges drängte Erynn irgendwann dazu, ein wenig zu schlafen, sie hatte schließlich eine ganze Nacht hinter sich, die er wunderbar durchgeschlafen hatte. Sie gab seinem Drängen nach einer recht kindischen Diskussion nach und döste schließlich doch ein. Der Kaiserliche versuchte sich auf die Umgebung zu konzentrieren, was gar nicht so einfach war, er hatte zwar recht gute Ohren, aber sehen konnte er rein gar nichts. Die Nacht plätscherte zäh vor sich hin und alles was Arranges hörte, war das Rauschen des Windes in den Baumkronen über ihnen. Wenigstens ist es nicht zu kalt... Dachte er und kam nicht umhin, zu Erynn zu blicken... was wie er feststellte, ziemlich dämlich war, denn er konnte nur die ganz groben Umrisse der Dunmer sehen, wie sie am steilen Hang neben ihm lehnte. Arranges hob eine Hand zur Faust geballt. Ein kleines Flämmchen züngelte aus dem leeren Griff zwischen Daumen und Zeigefinger aus der Hand. Er betrachtete Erynn im dem schwachen Schein und stellte fest, dass sie ganz leicht zitterte. Es gelingt ihr noch immer nicht, den Zauber auch über ihr Unterbewusstsein konstant zu halten... Der Magier zog die Decke wieder ein wenig zurecht und ließ das Flämmchen dann verpuffen. Gerade hatte er sich wieder herumgedreht, da vernahm er einen Laut unter ihnen am Hang. Leise, als ob ein Bärenjunges versuchte zum ersten Mal zu Knurren oder zu brüllen. Arranges hörte genauer hin. Ein Rascheln im Gebüsch gefolgt von einem leisen, aber deutlich drohenden Knurren. Verfluchte Scheisse... Arranges richtete sich langsam auf und spähte in die Dunkelheit unter sich am Hang. Ein weiteres Rascheln war zu hören... Plötzlich tauchten zwei rot glimmende Punkte aus einem Gebüsch auf. Das Knurren erklang wieder. Was zum Teufel ist das... Während Arranges noch fragend zu dem Ding dort unten blickte, drehten sich die Augen herum und verschwanden wieder in der Dunkelheit. 'Erynn!' Flüsterte der Nekromant und stieß sie mit dem Fuß an. Seufzend erwachte sie aus ihrem flachen Schlaf. 'Was...'
'Still!' Zischte Arranges. Sofort war die Elfe in Alarmbereitschaft. Sie kam lautlos auf die Beine. Alles war still. 'Wir haben irgendein Wolf oder eine andere Kreatur des Waldes auf uns aufmerksam gemacht, wir sollten zusehen, dass wir hier wegkommen...' Und wie zur Bestätigung erklang ein lautes, langgezogenes Heulen, allerdings jedoch vom Gipfel des Grates, von dem sie am Abend abgestiegen waren. 'Verdammt...' Sie waren sich einig, dass es nur schlecht für sie sein konnte, wenn ein Rudel Wölfe sie hier einkreiste. Nach dem Geheul war jedoch weiter nichts mehr zu hören, seltsamerweise auch keine Antwort. Sie machten sich hastig an den Abstieg, kamen aber durch das fehlende Licht nur sehr sehr langsam voran. Der Hang schien etwas flacher zu werden, nachdem sie eine gute Stunde durch die Nacht gestolpert waren... oder vielmehr war Arranges gestolpert, Erynn bewegte sich trotz der Dunkelheit mehr oder weniger lautlos...
Während der Zeit bemerkten sie kein weiteres Anzeichen mehr davon, dass ihnen Wölfe oder andere Kreaturen des Waldes nachgestellten. Schnaufend kam der Kaiserliche neben Erynn zum Stehen. 'Vielleicht war es nur eine Warnung...' Keuchte er. Erynn wollte gerade etwas erwiedern... Ein nahes Kleffen schreckte die beiden auf. Sowohl der Magier, als auch die Kriegerin fuhren herum. Zwei rote Augenpaare schälten sich nur wenige Meter neben ihnen aus dem Gebüsch. Zumindes bei dem, was man in der Dunkelheit erkennen konnte, konnte man auf Wölfe schließen, aber das tiefe, kehlige Knurren wiederlegte dies. Schritt um Schritt wichen die beiden langsam zurück, während die Kreaturen immer näher kamen. 'Jetzt reicht es...' Blaffte Arranges. 'Ich werde mich doch von deformierten Hunden nicht in die Enge treiben lassen!' Entschlossen trat er vor Erynn. In seiner Rechten wallte Feuer auf und kurz darauf flog einer der Kreaturen ein Feuerball entgegen. Doch was das Gleißen des Zaubers enthüllte, ließ Arranges für eine Sekunde stutzen. Form und Größe waren die eines Wolfes, doch die Körper wirkten eher wie schwarzer Nebel. Zwar waren da vier Beine und eine muskulöse Silhouette, doch die Leiber selbst schienen in sich ständiger Bewegung zu wallen... Der Feuerball verfehlte sein Ziel nicht, jedoch hatte das Ding nichteinmal Anstalten gemacht, zur Seite zu gegehn. Das Geschoss traf und... wurde verschluckt, es war einfach weg, ohne, dass es irgendeine Wirkung gezeigt hätte, im Gegenteil, die Kreatur schien zwar fast unmerklich, aber doch noch deutlich genug, ein wenig anzuschwellen, ihre Masse ein kleines Bisschen zu erweitern. Dem Kaiserlichen entgleisten für einen Moment alle Gesichtszüge und so starrte er nur weiterhin auf die zwei Augenpaare, die jetzt völlig unbeeindruckt wieder näherkamen. Ein Markynaz trat aus einer grellroten Kaskade vor dem Beschörer, doch noch bevor dieser seine Waffe ziehen konnte, ging ein leichter Ruck durch seinen Körper. Eine der Geistkreaturen hatte sich für eine oder zwei Sekunden verwandelt und glitt nun sanft durch den Leib des Daedra. Nur der Kopf behielt seine Form, während der Rest des Nebels in einem Schweif hinterherschwebte. Direkt vor Arranges formte sich wieder das Abbild eines Wolfes, während das Dremora einfach zerbrach.
Entsetzt, aber dennoch entschlossen, riss der Magier sein Schwert aus der Scheide. 'Lauf!' brüllte er über die Schulter zu Erynn. Ein drittes Augenpaar erschien plötzlich links von Arranges. Ein weiterer Zauber schwoll in der freien Hand des Magiers an. 'Verfluchtes Blutauge, mach, dass du hier wegkommst...!' Schrie er nochmal, ohne den Blick von den Kreaturen zu nehmen... ein bröckelndes Geräusch rauschte durch seinen Kopf und mit einem Mal waren seine gesamten Magiereserven einfach weg... Wie gebannt starrte Arranges auf seine erhobene Hand, die gerade eben noch einen Zauber gewoben hatte... 'HAU AB!' Brüllte er Erynn entgegen, als er sich herumwarf...
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