Mit ihrem Blick folgte die Elfin dem ausgestreckten Arm ihres Begleiters. Sie konnte eine Statue auf einem Sockel erkennen. Es war das Abbild einer Frau, die in der Pose einer Puppenspielerin dargestellt war. Komisch... da bin ich so oft durch diesen Teil des Waldes gestreift, aber der Tanzplatz dieses Covens ist mir nie aufgefallen... wer weiß, vielleicht ist das auch besser so. Möglicherweise hätte ich sonst doch versucht, mit dem Zirkel Kontakt aufzunehmen. Für eine Weile beobachtete sie die Gestalten, die in stiller Kontemplation vor dem Bild der Daedrafürstin verharrten. Es war ein befremdlicher Anblick, vor allem für Erynn, die von Haus aus nicht besonders viel Religiösität mitbekommen hatte. Schließlich nickte sie dem Beschwörer stumm zu und sie setzten ihren Weg leise fort, bis der Schrein außer Sicht verschwunden war.
Das Gelände wurde zusehends schwieriger. Eigentlich wollte sie Arranges gern mit Fragen über Vaermina löchern, doch sie besann sich eines besseren und sparte ihren Atem, während sie eine steile Steigung hochkraxelten. Außer gelegentlichem Gefluche, wenn ein Fuß von einem unter hohem Gras verborgenen Stein abglitt oder sich eine Blinde Fliege eine besonders unangenehme Stelle für einen Stich gesucht hatte, war von keinem der beiden ein Wort zu vernehmen. Erst am Nachmittag errechten sie endlich den Kamm der Anhöhe. Die Kriegerin sah sich um und stellte fest, daß sich der schweißtreibende Aufstieg zumindest im Hinblick auf eine bessere Aussicht kein bißchen gelohnt hatte. Ein geschlossenes Blätterdach erstreckte sich um sie herum wie ein grünes Meer und ließ kaum einen Blick auf irgendwelche Landmarken zu. Einzig das glitzernde Band des Corbolo ließ sich anhand einer schmalen Schneise in dem allgegenwärtigen Grün erahnen. Die Reisenden warfen sich einen stummen Blick zu und gelangten zu dem wortlosen Einverständnis, daß sie die Zeit nutzen wollten, solange es noch genügend Tageslicht gab, und so setzten sie ihren Weg fort. Der Abstieg von dem Grat erwies sich als noch tückischer als der Aufstieg zuvor, und der Wald zahlte ihnen die Störung seiner Ruhe inform von schmerzenden Knien und Fußgelenken heim. Es wurde rasch dunkler, als sie etwa auf halber Höhe agekommen waren. Erynn fluchte halblaut. Sie würden sich beeilen oder aber eine halbwegs ebene Stelle in dem Hang finden müssen, an der sie bis zum nächsten Morgen abwarten könnten. Im Finsteren hier rumzukrabbeln ist Wahnsinn... mit gebrochenem Genick läßt es sich so schlecht gegen Daedra kämfen.