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Thema: Krisensitzung

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Herzland; Grafschaft Cheydinhal

    Arranges setzte seinen Weg am nächsten Tag fort. Er folgte der Straße weiter nach Süden, bis er an die Kreuzung kam, wo die Straße in östlicher Richtung nach Cheydinhal führte. Er bog auf diese Straße ein und wanderte weiter, bis endlich Nagastani in Sichtweite kam. Arranges beabsichtigte auf Höhe der Ruine die Straße zu verlassen und dann in die nördlichen Ausläufer des Dunkelwaldes zur Nibenay zu gelangen.

    Die Sonne war bereits hinter dem Rand der Welt versunken, als er den Waldrand endlich erreicht hatte und ein Feuer aufschichtete. Das Gefühl, das ihn schon seit er den Druiden verlassen hatte, zermürbte, war im Laufe der Tage immer stärker geworden. Er konnte es auch nicht mehr ausblenden. Als er am Feuer saß und den Proviant wieder einpackte, nachdem er festgestellt hatte, dass er gar keinen Hunger verspürte, beschloss er doch auf diese grausig ablenkende Wahrnehmung einzugehen... er hatte kaum damit angefangen zu überlegen, schon traf ihn die Erkenntnis hart wie ein Faustschlag ins Gesicht. Erynn...! Verwundert und gleichermaßen erschrocken über sich selbst, konnte er sich weiteren Eindrücken seines Unterbewusstseins nicht mehr erwehren und so haderte er mit sich selbst, bis er Argumente gefunden hatte, mit denen er seine Entscheidung zum Wohle ihres Schutzes, vor sich selbst zu rechtfertigen vermochte...

    Während er jedoch stumm mit sich selbst stritt, bemerkte er nicht, wie hinter ihm im Wald ein paar Zweige knackten. Erst, als ein leiser, glucksender Laut gefährlich nahe zu hören war, schrak Arranges auf. Doch es war zu spät. Der Zauber war bereits auf dem Weg und traf Arranges, ehe er ausweichen konnte. Seine Magie entzog sich seinem Zugriff, ohne, dass er etwas dagegen hätte tun können. Verdammt... Wegelagerer... Der Magier riss sein Schwert aus der Scheide und machte ein paar Schritte rückwärts, weg vom Wald. Zwei Goblins tauchten aus dem Dunkeln auf, mehr oder weniger gut gerüstet, viel gefährlicher war jedoch der Schamane, der wohl auch den Zauber gewirkt hatte und hinter den beiden Kriegern aus dem Dickicht trat... Das... könnte hässlich werden... Sofort waren alle Gedanken an Erynn oder den Druiden verflogen, er konzentrierte sich nur noch auf die beiden heranstürmenden Goblins....
    Geändert von weuze (10.04.2011 um 17:41 Uhr)

  2. #2
    Erynn ging hinter dem Druiden her durch den Wald. Sie kam nicht umhin, Harchaxas’ Bewegungen zu bewundern. War sie doch recht zufrieden über die Sicherheit, mit der sie selbst sich in schwierigem Gelände bewegen konnte, so mußte sie jetzt feststellen, daß sie im Gegensatz zu dem Argonier bestenfalls ein Amateur war. Trotz seiner massigen Gestalt und der Krallen an seinen Füßen verursachte er beim Laufen kein Geräusch und hinterließ keine sichtbaren Spuren. Es war, als berührte er den Boden gar nicht. Während die Elfin ihm gedankenverloren folgte, fragte sie sich plötzlich, wohin sie eigentlich gingen. Wie kam es, daß sie allein mit diesem Druiden unterwegs war und noch dazu, warum erschien es ihr nicht seltsam? Irgendetwas fehlte. Etwas, das sie vergessen hatte. Ihr Blick blieb an dem Zaunkönig hängen. Sie war diesem Vögelchen gefolgt, bis zu der lichten Stelle mitten im Wald, an der sie auf Harchaxas getroffen war. Nur... warum eigentlich? Sie zermarterte sich das Hirn darüber, warum sie dem Tier hätte hinterherlaufen sollen Zunächst dachte ich, daß vielleicht etwas nicht stimmt mit ihm. Dann habe ich mich darüber geärgert, daß Arranges es wegjagen wollte und... Moment mal. Stück für Stück fiel die Erinnerung wieder an ihren Platz. Von der ersten Begegnung mit dem Argonier über den seltsamen, unnatürlichen Schlaf bis hin zu dem Disput mit dem Druiden und dem Zweigling. Dieses elende Baumweib... Erynn dachte darüber nach und stellte fest, daß die Erinnerung daran keinesfalls unangenehm war. Ganz und gar nicht – wenngleich sie das nicht einmal in volltrunkenem Zustand und zugedröhnt mit Mondzucker zugeben würde.
    Also schön, Argonier. Die letzte Runde ging an dich. Dann auf ein Neues... Vier schnelle Sprünge brachten sie neben den Tiermenschen. „Harchaxas? Könnt Ihr mir nicht wenigstens sagen, wo sich dieses Tor befindet? Es ist nur... ich wüßte es einfach gern.“

    Harchaxas seufzte. 'Ich wüsste auch vieles einfach gern... frage aber trotzdem nicht ständig danach... was ich erfahren soll, das erfahre ich, was ich nicht erfahren soll, behält die Welt für sich...'

    Erynn hob die Hände in flehender Geste zum Himmel. "Oh bitte, hört auf damit! Ihr habt doch bekommen was Ihr wolltet. Ich laufe hinter Euch her, oder nicht? Warum könnt Ihr es mir nicht einfach sagen?" Laß endlich die schlauen Sprüchen und sag mir schlicht, was ich wissen will!

    'Wisst ihr Erynn, warum ich erst nach einer kurzen Diskussion mit Arranges zugesagt habe, euch zu schützen? ... Weil es genau das ist, was ihr gerade tut, was ich an euch Fremdlingen in meinem Wald hasse... ihr habt ständig das Bedürfnis, zu plappern, ihr macht schlicht Krach, den ich nicht dulde...' Aus dem Wald vor Erynn tauchte ein Zweigling auf und blieb genau auf der Linie stehen, die Erynn neben dem Argonier herging, sie schien fast auf die Dunmer zu warten.

    Sie blieb abrupt stehen, als die Dryade ihr den Weg vertrat. Nicht schon wieder... "Harchaxas, bitte. Euch dieser Zweiglinge zu bedienen, um mir Euren Willen aufzuzwingen, ist keine besonders anständige Haltung, meint Ihr nicht auch? Überhaupt eine sehr kreative Definition von 'freiwillig', die Ihr da habt... Sagt mir nur, wo dieses Tor ist, und Ihr werdet kein weiteres Wort von mir hören."

    Der Argonier fuhr zu Erynn herum. 'Ihr müsst sagen, wenn euch die Sache mit den Zweiglingen unangenehm ist... ich dachte nur, das wäre vielleicht die bessere Lösung... aber wenn ihr wollt, kann ich euch gerne fesseln und knebeln, mir über die Schulter werfen und euch mit mir herumtragen wie einen nassen Sack...' Er atmete hörbar aus. 'Was hättet ihr denn davon, wenn ich euch sage, wo das Tor ist?' Langsam glitt der Zweigling auf Erynn zu.

    "Ja, ich scheine diese Wirkung auf Leute zu haben...", gab Erynn lakonisch zurück. Leicht geduckt wich sie Schritt um Schritt vor dem Zweigling zurück. Ihre Rechte wanderte automatisch zum Griff ihres Schwertes, doch sie besann sich schnell eines besseren und ließ die Hand wieder sinken. "Was für Geschichten hat Aranges Euch eigentlich über mich erzählt? ...Ach, vergeßt es. Ich will es gar nicht wissen." Sie warf einen schnellen Blick über die Schulter, um nicht eventuell einer zweiten Dryade direkt in die Arme zu stolpern. "Warum ich diese Information haben will? Um dort irgendwann in Zukunft mal vorbeizuschauen und die verkohlten Reste des Beschwörers zusammenzufegen... bitte, Harchaxas. Es ist mir wirklich wichtig!"

    Die Dryade stoppte. 'Wenn es euch so wichtig ist, warum habt ihr ihn dann nicht davon überzeugen können, ihn begleiten zu dürfen?' Die Dryade nickte dem Argonier zu und verschwand wieder im Wald. 'Ich werde es euch sagen, aber nur unter zwei Bedingungen: Ihr werdet nicht versuchen zu flüchen, Arranges konnte sich noch immer auf mich verlassen und ich will, dass das weiterhin so bleibt, zweitens werdet ihr euren Mund halten und nicht mehr ständig den Wald mit eurem Geschnatter stören! ... Ich habe dem Magier gesagt, dass er in der Nibenay südlich von Hame am Fuß der Valusberge nach dem Tor suchen soll...'

    Erynn brachte eine knappe Verbeugung zustande und schwieg daraufhin, wie sie versprochen hatte. Sie ließ sich wieder ein paar Schritte zurückfallen und beobachtete nachdenklich den breiten Rücken des Druiden. Hame also... ein ganzes Stück südöstlich von Cheydinhal, jenseits des Corbolo... Erynn wußte nur so ungefähr, wo die Ruine sich befand. Sie war auf einigen Karten eingezeichnet, die den weiteren Umkreis ihrer Heimatstadt zeigten. Dennoch, es war wohl die beste Beschreibung, die sie bekommen würde. Wenn ich dorthin wollte, vom Großen Forst aus... nein, Arranges wird nicht den Weg über Cheydinhal nehmen. Nicht nach dem, was das letzte mal dort geschehen ist. Er wird sich irgendwo von der blauen oder der Ringstraße aus in die Wildnis schlagen... Wie weit er wohl gekommen sein mag? Wie viel Zeit ist eigentlich vergangen, seit wir hier angekommen sind? Sie warf noch einen prüfenden Blick auf den Druiden, dann auf den umgebenden Wald. Die Zweiglinge waren nirgendwo zu sehen, aber die Elfin wußte, daß sie da waren. Sie würde schnell sein müssen. Wie waren die Worte nochmal? Ach ja, richtig... Noch ein paar Schritte ging sie ruhig weiter, ging ihr Vorhaben im Kopf wieder und wieder durch. Dann zog sie mit einer raschen Bewegung die Windwandlerrolle hervor. „Leid komme über dich“, murmelte sie.
    Plötzlich verschob sich ihre Welt, schien träger, langsamer zu werden, während sie sich als einzige noch normal bewegen konnte. Erynn warf sich herum und lief, stellte fest, daß sie mit jedem Schritt unglaublich viel Raum griff. Sie stürmte voran, nahezu unbehindert durch jegliches Hindernis, glitt um Bäume und Felsen herum wie fließendes Wasser, immer weiter nach Osten. Wie lange sie so rannte, wußte sie nicht. Aber die schiere Geschwindigkeit war berauschend.

    Irgendwann bemerkte sie, wie die Wirkung des Zaubers nachließ und kam schlitternd zum Halt. Sie befand sich nur vielleicht zehn Schritte von der Blauen Straße entfernt und war kein bißchen erschöpft. Sie nutzte das Adrenalin, das durch ihre Adern peitschte, und verfiel in einen schnellen Lauf, an dem Kleinen See südlich der Straße vorbei und weiter in östlicher Richtung in das Hinterland hinein, dem Waldrand entgegen. Ab hier gab es kaum noch einen anderen Weg, den er gewählt haben könnte. Außer der gelben Straße vielleicht, aber das wäre ein Umweg gewesen... nein, der Beschwörer mußte hier irgendwo sein. Sie hielt inne und sah sich um. Es war längst dunkel geworden, und so sanken ihre Chancen, irgendwelche Spuren zu finden, beträchtlich. Selbst wenn jene, die Arranges für gewöhnlich hinterließ, ungefähr so deutlich waren wie die einer ganzen Herde Minotauren. Was sie gegen den finsteren Waldrand jedoch recht deutlich sehen konnte, war der flackernde Schein eines Feuers in einigen hundert Schritt Entfernung. Geduckt huschte sie darauf zu. Sie wollte sich dem Kaiserlichen nicht sofort zu erkennen geben – wenn er es denn überhaupt war.
    Erynn wurde schneller, als sie Kampfeslärm und das charakteristische Schnattern von Goblins vernahm. Einige Augenblicke später sah sie es. Ihr Begleiter befand sich in üblem Gehacke mit zweien von den Biestern. Ein Schockzauber jagte nur knapp über seinen Kopf hinweg. Warum hat er keinen Diener an seine Seite gerufen? fragte sie sich noch, zögerte dann aber nicht länger. Sie nahm den Bogen von der Schulter, legte an und feuerte. Mit einem gurgelnden Schrei stürzte der Schamane. Erynn griff nach einem weitern Pfeil und wartete auf einen günstigen Moment. Sie bekam ihn, als einer der Gobbos sich mit einem flinken Sprung nach hinten aus der Reichweite der Silberklinge brachte. Das letzte der Viecher starb, als Arranges sein Schwert in dessen Brust versenkte.
    Die Elfin wartete noch einige Herzschläge ab, bevor sie langsam aus den Schatten in den Lichtkreis des Feuers trat. „Sieh an“, sagte sie ruhig. „ich merke, du brauchst meine Unterstützung wirklich nicht... zu blöd, jetzt habe ich mir vermutlich völlig umsonst den Zorn eines sehr mächtigen Mannes zugezogen. Schon wieder.“
    Geändert von Glannaragh (11.04.2011 um 02:12 Uhr)

  3. #3
    Arranges befand sich binnen weniger Sekunden mitten im Kampf mit den Goblins. Die beiden Krieger waren dabei nicht das Problem, viel übler war der Schamane im Hintergrund, der ihn mit Zaubern eindeckte und gleichzeitig seine Magie gebannt hielt... Und plötzlich sah der Nekromant, während er sich unter einem weiteren Zauber wegduckte, wie der Schamane zu Boden sank, von einem Pfeil getroffen. Ein harter Block, eine weite Drehung mit ausgestrecktem Schwertarm verschaffte ihm ein winziges Zeitfenster. Aber er konnte niemanden sehen... Umso erstaunter war er, als er sah, wie der Goblin, der seinem ausladenden Streich ausgewichen war, ebenfalls zusammensackte. Auch von einem Pfeil getötet. Der Streitkolben des letzten Goblins flog heran, Arranges steuerte sein Schwert dagegen, lenkte den Schlag ab, drehte sich in die direkte Torsofront ein und zwang unter knirschenden Geräuschen das Schwert in den Brustkorb seines Gegners... Er riss die Klinge aus dem toten Leib und fuhr herum, als er eine Stimme hinter sich hörte. Wäre auch zu schon gewesen... Der Tod des Schamanen hatte ihm seine Magie wiedergegeben und er hatte den Zauber schon auf den Lieppen, als er Erynn erkannte. 'Erynn!' Es klang überrascht und deutlich erfreut. Er ließ sein Schwert sinken, während sich seine überraschte Miene verfinsterte. 'Erynn...?!' Wiederholte er jetzt eindeutig verärgert. 'Was zum Teufel... machst du hier?!'

    "Ich töte Goblins, das siehst du doch." Jetzt, da sich herausstellte, daß der Beschwörer nicht zerfetzt von irgendeinem unaussprechlichen Verfolger in seinem eigenen Blut lag, kehrte ihre Grantigkeit mit Macht zurück. "Außerdem schätze ich es nicht besonders, wenn man über meinen Kopf hinweg entscheidet, was gut für mich sei oder zum Schaden... ich habe daher beschlossen, nicht bei Harchaxas zu bleiben."

    Mit einem argen Ruck versenkte Arranges sein Schwert in der Lederscheide und ging auf Erynn zu. 'Ich weiss nicht, wo dein von den Göttern verdammtes Problem liegt?' Herrschte er sie an, packte sie an den Schultern und schüttelte sie heftig, aber nicht grob. 'Warum? ... Warum konntest du nicht einfach bei dem Argonier bleiben... wieso stellst du dich so dermaßen quer, Erynn?!' Er ließ die Arme wieder sinken und funkelte sie an...

    Eine steile Falte erschien auf der Stirn der Elfin. "Ich glaube mittlerweile, daß du es wirklich nicht verstehst, also werde ich es dir erklären. Ganz langsam, zum mitmeißeln. Erstens: Ich mag es nicht, wenn man mich in einen Hinterhalt lockt. Genau das hast du aber getan. Zweitens: Ich mag es ebensowenig, wenn Leute glauben, sie müßten mich vor den Gefahren der Welt beschützen. Ich bin Söldnerin, verdammt noch mal! Mir kann jeden Tag irgendwas über den Weg laufen, das mich umbringt. Drittens: Ich will diese Verräter ebenso zur Strecke bringen wie du. Du wirst mich nicht davon ausschließen, nur weil es gefährlich ist. Ich kann schon auf mich aufpassen."

    Das Gesicht des Magiers wurde arg rot. 'Du kannst auch dich aufpassen?! ... Du weisst gerade mal, wie Magie funktioniert und sagst, du kannst in meiner Welt auf dich aufpassen?! ... Hör zu, Erynn! Hier sind es nicht meistens einfache Goblins, gegen die du dich behaupten musst... es war Torrah, der wir nachjagten und kein Bär... Es war reines Gemetzel und kein sauberes Töten, was du in Valenwald erlebt hast... Botschafter oder andere Bösartigkeiten lauern uns auf und keine schwachen Wegelagerer... und du besitzt tatsächlich die Dreistigkeit, dich hier, vor mich hinzustellen und zu behaupten, dass du als Prügelknabe der Kriegergilde, auf dich aufpassen kannst... Ein Stück Brot kann besser schimmeln als du deinen Kopf zu gebrauchen vermagst!' Seine Rechte wurde von einem grünlichen Schimmer eingehüllt. 'Du wirst zurück zu Harchaxas gehen... oder ich schleife dich dorthin!'

    Erynn starrte wie gebannt auf den Zauber, dann wieder in das Gesicht des Magiers. "Das wagst du nicht..." Ein zorniges Blitzen trat in ihre Augen. "Hör endlich mit diesem Blödsinn auf! Du wirst mich nicht rumkommandieren... Arranges, ich weiß zu schätzen, daß du dir Sorgen um mich machst. Aber ich brauche kein Kindermädchen! Es ist schier unerträglich, wie du dich aufführst. Ich bin keine Puppe, die man in schöne Kleider stecken und sie dann in ein Regal setzen kann, damit sie nicht kaputtgeht... ich sag dir was: Wenn dieses letzte Tor geschlossen und die Steine sicher abgeliefert sind, kannst du mich meinetwegen zum Teufel jagen. Bis es so weit ist, habe ich Anteil an der ganzen Sache. Diese Verräter haben auch mir übel mitgespielt - ich habe das dreimal verfluchte Recht darauf, mich hier einzumischen!" Schwer atmend funkelte sie den Beschwörer an. Wag es nicht, mich zwingen zu wollen. Sonst prügel ich dir höchstpersönlich den Verstand in deinen Schädel zurück...

    Das grüne Glimmen erlosch. 'Du verstehst das einfach nicht Erynn...' Sagte er leise, während sich seine Wut langsam wieder legte. 'Warum machst du mir die ganze Sache so verdammt schwer...?' Das grüne Leuchte kehrte zurück und ehe Erynn reagieren konnte, berührte er mit seiner Hand ihren Brustkorb und stieß sie leicht nach hinten. Bevor sie jedoch auf dem Boden aufschlug, trat er schnell nach, griff nach ihr und fing ihren Sturz ab, dann hob er sie hoch und legte sie am Feuer ab. Die Goblinleichen nährten nur wenige Minuten später ebenfalls die Flammen. 'Ich werde dir ein wenig Zeit geben, wieder abzukühlen.' Dann setzte er sich neben sie ans Feuer... Das komische Gefühl, dass irgendetwas... oder vielmehr Erynn, fehlte, war verschwunden... nach einer Weile löste er den Zauber und blickte Erynn auf eine Reaktion wartend an... er hätte nicht sagen können, was er erwartete, jedoch spannte er zur Vorsicht jeden Muskel im Leib...

    Sie wehrte sich nicht gegen die Wirkung des Zaubers, wußte sie doch, daß sie ohnehin keine Möglichkeit hatte den Bann zu brechen. Ruhig blieb die Elfin liegen und sammelte ihre Kräfte. Irgendwann, es mußte eine recht lange Zeit vergangen sein, spürte sie, wie die Kontrolle über ihre Glieder zurückkehrte. In einer langsamen, fließenden Bewegung kam sie auf die Füße und schaute auf den Beschwörer herab. "Du bist es, der nicht versteht, Arranges", murmelte sie und war mit einem schnellen Schritt hinter ihm. Ansatzlos packte sie sie rechte Schulter und Handgelenk und verdrehte seinen Arm, so daß der Kaiserliche gezwungen war ihrer Bewegung zu folgen, bis er flach auf dem Bauch lag. Mit einem Knie übte sie langsam stärker werdenden Druck auf seine Niere aus, während sie das Handgelenk bis zum Halsansatz hochzerrte. "Du glaubst, daß du der einzige bist, der sich sorgt?" fragte sie mit einer Stimme so sanft und traurig wie warmer Regen, die im krassen Gegensatz zu dem brutalen, unnachgiebigen Griff stand. "Sieh dich jetzt an. Du magst dich vielleicht der meisten Zauber erwehren können, aber was ist, wenn du nicht schnell genug bist? Unsere Feinde wissen das, und sie stellen sich darauf ein. Hast du die Pila schon vergessen? Ich konnte nicht bei dem Druiden bleiben, denn ich fürchte nicht minder um dein Leben als du um meines... ob dir das nun gefällt oder nicht, es wird Zeit, daß du dich endlich an diese Tatsache gewöhnst."

    Arranges hatte etwas in dieser Richtung erwartet. Er verzerrte das Gesicht vor Schmerzen, aber kein Laut kam über seine Lippen. Er wartete einige Augenblicke, bevor er unterdrückt keuchte. 'Erynn... es ist mir egal, was du fürchtest oder um wen oder was du dich sorgst... ich will einfach nicht, dass dir etwas geschieht... ich wollte dich nie irgendwie zwingen, aber nachdem mir Harchaxas sagte, dass die Abtrünnigen gezielt hinter mir her wären, blieb mir kaum eine Möglichkeit, als dich von mir zu trennen und jetzt, da du wieder bei mir bist, zerbreche ich mir bereits wieder den Kopf darüber, dich gegen jede noch so unerwartete Gefahr zu schützen...' Er stemmte sich in keinster Weise gegen ihren Griff, er wartete einfach weiterhin mit schmerzverzerrtem Gesicht, auf eine Regung oder Antwort ihrerseits.

    Erynn machte keine Anstalten ihren Griff zu lockern, packte stattdessen mit der freien Hand den Schopf des Beschwörers und riß seinen Kopf in den Nacken. "Dann haben wir hier wohl eine Art Pattsituation", sagte sie sehr dicht an seinem Ohr. "Denn im Gegenzug interessiert es mich einen Scheißdreck, daß du alleine in dein Verderben rennen willst... Wenn die Verräter dich haben wollen, hab ich ja eigentlich nichts zu befürchten, oder?" Sie ließ zu, daß sein Handgelenk bis auf die Höhe der Schulterblätter herabrutschte. "Du weißt es noch nicht, aber Remogius sagte, daß sie dich zerstören könnten wenn sie uns voneinander trennten. Ich bin mir nicht ganz sicher was das bedeuten mochte, aber es genügt mir als Begründung, weshalb ich deinem Wunsch nicht entsprechen kann. Finde dich damit ab... Freund."

    Arranges wehrte sich nicht im Geringsten gegen ihren Griff, er kniff nur angesichts seiner recht unbequemen Liegeposition die Augen zusammen um den Schmerz irgendwie zu unterdrücken oder was auch immer er sich aus diesem Reflex erhoffte. 'Ich weiss, was Remogius damit meinte... aber ich werde den Teufel tun, es dir zu erklären... und was unsere Verfolger angeht, ich behaupte, dass die sicher auf Schwachstellen, wie auch zuvor schon, von mir abzielen... und warum das möglich ist, wenn ich dich dabei habe, solltest du wissen, ich habe es dir bereits einmal gesagt...'

    Sie seufzte, ließ ihren Begleiter los und wich ein Stück zurück. "Es ist schon seltsam... wer hätte gedacht, daß es so weit kommen könnte, seit wir diesen Goblinbau ausgeräuchert haben...", murmelte sie. "Laß uns diese verdammte Sache einfach zu Ende bringen. Sobald wir die Steine abgeliefert haben, liegt das Ganze wieder in der Hand der Großmeister..."

    Arranges richtete sich auf. Bei ihren Worten war er fast ein wenig erstaunt über sich selbst. 'Ja... aber das Einzige, was ich seit dem bereue, ist die Tatsache, dass ich nicht sofort den Menschen...' schüchtern, beinahe entschuldigend, sah er ihr in die Augen, 'ich meinte den Mer, in dir sah, der mir jetzt so viel bedeutet...' Er räusperte sich. 'Nun, ich hoffe wirklich, dass wir diese ganze Sache mit dem Abliefern der Steine endlich hinter uns lassen können... Erynn? Ich glaube zu wissen, wie du mir so schnell folgen konntest...' Ein schwaches Grinsen huschte über sein Gesicht. Er tastete an seinem Gürtel und fand die Bestätigung, die er suchte. 'Könntest du... die Nachtwache übernehmen? Ich bin hundemüde... mehr noch nach diesem Kampf... und wenn du schon unbedingt mit mir durch die Sümpfe wandern willst, kannst du dich auch etwas nützlich machen... du dürftest ja kaum erschöpft sein...' Das Grinsen wurde etwas deutlicher, dann lehnte er sich an einen Baum und betrachtete die Sterne, bis er schließlich halb sitzend, halb liegend, einschlief...

  4. #4
    Ein leises Lächeln stahl sich auf Erynns Gesicht, als sie spöttisch salutierte. Dann setzte sie sich mit dem Rücken zum Feuer und beobachtete den Waldrand. Wo drei Goblins herkamen, konnten leicht noch mehr von ihnen sein. Nach einer Weile schweiften ihre Gedanken ab.
    Ja, wahrhaftig, sehr seltsam. All das Leid und der Kummer, den wir uns gegenseitig zugefügt haben... und es sieht nicht so aus, als würde es davon in Zukunft weniger geben, wenngleich aus anderen Gründen.
    Sinnend betrachtete sie den schlafenden Nekromanten. So viele Ansichten hatten sich verschoben, seit sie mit ihm unterwegs war, so viele Dinge hatte sie gesehen und erlebt, von denen sie zuvor nichts gewußt hatte. Es waren verwirrende, verstörende und oft genug schlicht angsteinflößende Geschehnisse gewesen, und doch fühlte sie sich seit den letzten Wochen lebendiger als je zuvor, auch wenn sie fast die ganze Zeit am Rande der totalen Erschöpfung stand. Sie hatte sich verändert. War über sich hinausgewachsen, hatte Grenzen durchbrochen, von denen sie nicht einmal gewußt hatte, daß sie existierten... und sie hatte viel gelernt. Zu viel, um jemals wieder das einfältige Mädchen und das Nesthäkchen des Skingrader Gildenhauses zu sein.
    Erynn fragte sich was sie tun würde, wenn all das hier vorbei war. Vielleicht würde sie auf eigene Faust ein wenig umherziehen, die Niederlassungen der Gilde abklappern und ein paar der riskanteren Aufträge annehmen. Daß sie mittlerweile dazu fähig war, dessen war sie sich sicher... vorausgesetzt, die Gathering entschied, sie in Ruhe zu lassen. Ansonsten wären all ihre Pläne ohnehin Makulatur.

    Es blieb ruhig in dieser Nacht. Weder Goblins noch andere, finsterere Gestalten versuchten, sich ihnen zu nähern. Nach einer Weile ließ auch der Gestank von verbrennendem Fleisch nach. Die Elfin döste ein wenig im Sitzen und mit halbgeschlossenen Augen, verließ sich wie so oft mehr auf ihr Gehör, das ihr in der Dunkelheit und bei durch den Feuerschein behinderter Nachtsicht weit bessere Dienste leistete. Sie hob den Kopf erst wieder, als die ersten Vögel ihre Lieder anstimmten, ein sicheres Zeichen dafür, daß der Sonnenaufgang nicht mehr fern war. Den Beschwörer zu wecken brachte sie noch nicht übers Herz. Es war selten, daß ein so friedlicher Ausdruck wie gerade jetzt, in tiefem Schlaf, auf seinem Gesicht lag, und sie prägte dieses Bild in ihre Erinnerung ein. Wer konnte sagen, wann und ob sie es ein weiteres mal sehen würde. Erst als das Licht des Morgens sehr viel heller geworden war erhob sie sich, kratzte das Feuer auseinander und weckte ihren Begleiter, indem sie leise seinen Namen rief.

  5. #5

    Nibenay

    Arranges schlug zögernd die Augen auf, als Erynn seinen Namen rief. Mühsam stemmte er sich aus der zusammengesackten, jetzt plötzlich mehr als unbequemen Position am Fuße des Baumes, hoch... Einige Wirbel in seinem Rücken knackten dabei ordentlich. 'Ich werde langsam zu alt für sowas...' Murmelte er, während er sich hochwuchtete. Er blickte zu Erynn und lächelte warm. 'Ich fürchte, das wird wieder ein recht grausamer Spaziergang... in den Süden... bist du sicher, dass du mitkommen willst?' Fragte er herausfordernd und mit ordentlich Spott... Er ordnete seine Montur und blickte der Schützin wieder grinsend in die Augen. 'Ich werde dich ja doch nicht los... Nun, wir werden zunächst südlich des Seitenarms des Corbolos entlanggehen und den Fluss nach Osten überqueren... das wird lange genug dauern... Irgendwo dort befindet sich ein Gehöft, wenn ich mich nicht täusche... wir sollten also noch einmal ein warmes Bett für die Nacht haben, bevor wir uns in das rauhe Gelände dort wagen... Ab da müssen wir die Augen offen halten und nach dem Tor suchen, sobald wir Hame erreicht haben...' Sie verschwendeten keine weitere Zeit und schon nach einer Stunde befanden sie sich mitten in den recht dichten Ausläufern des Dunkelwalds. Der Forst war hier weit weniger dicht und tückisch, als das riesengroße Schlammloch östlich von Leyawiin. Die Sonne hatte den höchsten Stand noch nicht ganz erreicht, als sich der Wald zu ihrer Linken lichtete und sie nur wenig später an einem kleinen See entlangkamen. Es waren vielleicht zweihundert Schritte bis zum anderen Ufer. Sacht legte Arranges seine Hand auf die Schulter seiner Begleiterin und gebot ihr so, stehen zu bleiben. 'Sieh...' Sagte er mit gedämpfter Stimme in ihrem Nacken und deutet mit einer Hand zum anderen Ufer hinüber. 'Du wolltest doch etwas über die Daedraprinzen wissen... Dort drüben steht zwischen den Bäumen der Schrein Vaerminas... Sie herrscht über die Träume der Sterblichen... die bizarre Oblivionebene, über die sie wacht, heißt Modderfenn, ein sich ständig wandelnder Traum... Von ihren Anhängern wird sie nach Überlieferungen immer am 10. Tag der Sonnenhöhe beschworen, damit sie ihnen die Gunst gewährt, zu ihnen zu sprechen und ihrer Stimme lauschen zu dürfen...'

  6. #6
    Mit ihrem Blick folgte die Elfin dem ausgestreckten Arm ihres Begleiters. Sie konnte eine Statue auf einem Sockel erkennen. Es war das Abbild einer Frau, die in der Pose einer Puppenspielerin dargestellt war. Komisch... da bin ich so oft durch diesen Teil des Waldes gestreift, aber der Tanzplatz dieses Covens ist mir nie aufgefallen... wer weiß, vielleicht ist das auch besser so. Möglicherweise hätte ich sonst doch versucht, mit dem Zirkel Kontakt aufzunehmen. Für eine Weile beobachtete sie die Gestalten, die in stiller Kontemplation vor dem Bild der Daedrafürstin verharrten. Es war ein befremdlicher Anblick, vor allem für Erynn, die von Haus aus nicht besonders viel Religiösität mitbekommen hatte. Schließlich nickte sie dem Beschwörer stumm zu und sie setzten ihren Weg leise fort, bis der Schrein außer Sicht verschwunden war.
    Das Gelände wurde zusehends schwieriger. Eigentlich wollte sie Arranges gern mit Fragen über Vaermina löchern, doch sie besann sich eines besseren und sparte ihren Atem, während sie eine steile Steigung hochkraxelten. Außer gelegentlichem Gefluche, wenn ein Fuß von einem unter hohem Gras verborgenen Stein abglitt oder sich eine Blinde Fliege eine besonders unangenehme Stelle für einen Stich gesucht hatte, war von keinem der beiden ein Wort zu vernehmen. Erst am Nachmittag errechten sie endlich den Kamm der Anhöhe. Die Kriegerin sah sich um und stellte fest, daß sich der schweißtreibende Aufstieg zumindest im Hinblick auf eine bessere Aussicht kein bißchen gelohnt hatte. Ein geschlossenes Blätterdach erstreckte sich um sie herum wie ein grünes Meer und ließ kaum einen Blick auf irgendwelche Landmarken zu. Einzig das glitzernde Band des Corbolo ließ sich anhand einer schmalen Schneise in dem allgegenwärtigen Grün erahnen. Die Reisenden warfen sich einen stummen Blick zu und gelangten zu dem wortlosen Einverständnis, daß sie die Zeit nutzen wollten, solange es noch genügend Tageslicht gab, und so setzten sie ihren Weg fort. Der Abstieg von dem Grat erwies sich als noch tückischer als der Aufstieg zuvor, und der Wald zahlte ihnen die Störung seiner Ruhe inform von schmerzenden Knien und Fußgelenken heim. Es wurde rasch dunkler, als sie etwa auf halber Höhe agekommen waren. Erynn fluchte halblaut. Sie würden sich beeilen oder aber eine halbwegs ebene Stelle in dem Hang finden müssen, an der sie bis zum nächsten Morgen abwarten könnten. Im Finsteren hier rumzukrabbeln ist Wahnsinn... mit gebrochenem Genick läßt es sich so schlecht gegen Daedra kämfen.

  7. #7
    Die Sonne schickte gerade ihre letzten Abschiedsgrüße an diesen Tag über den Horizont, als es unter dem Blätterdacht arg finsetr wurde. Es war zwar deutlich weniger schlimm, als im Dunkelwald direkt, aber dennoch reichte die fast schlagartig eintretende Nacht die beiden anhalten zu lassen. Verfluchte Dunkelheit...! 'Und was haben wir wieder nicht dabei? ... Fackeln verdammt!' Maulte Arranges im Selbstgespräch. Er hob die Rechte und eine Flamme stieß Funken schlagend daraus hervor. Das Dunkelrot vermochte die Schwärze kaum zu lichten, aber es war im Moment besser als nichts... Wo sie standen, konnten sie unmöglich rasten. Nach Osten hin fiel der Hang zusehens steiler zum Corbolo ab. Sie hielten sich ein wenig nach Westen, mussten aber schon sehr bald feststellen, dass sich der Hang hier unter dem lockeren Gestrüpp in eine Geröllhalde verwandelte. Sie stolperten noch eine Weile umher, aber den besten Platz, den sie fanden, war ein massiver Findling, der aus dem Hang ragte. Er bot gerade drei Schritte in der Breite und vielleicht zwei in der Länge. Für ein brauchbares Feuer bestand jedoch keine Chance. Sie würden die Nacht so verbringen müssen.

    Arranges drängte Erynn irgendwann dazu, ein wenig zu schlafen, sie hatte schließlich eine ganze Nacht hinter sich, die er wunderbar durchgeschlafen hatte. Sie gab seinem Drängen nach einer recht kindischen Diskussion nach und döste schließlich doch ein. Der Kaiserliche versuchte sich auf die Umgebung zu konzentrieren, was gar nicht so einfach war, er hatte zwar recht gute Ohren, aber sehen konnte er rein gar nichts. Die Nacht plätscherte zäh vor sich hin und alles was Arranges hörte, war das Rauschen des Windes in den Baumkronen über ihnen. Wenigstens ist es nicht zu kalt... Dachte er und kam nicht umhin, zu Erynn zu blicken... was wie er feststellte, ziemlich dämlich war, denn er konnte nur die ganz groben Umrisse der Dunmer sehen, wie sie am steilen Hang neben ihm lehnte. Arranges hob eine Hand zur Faust geballt. Ein kleines Flämmchen züngelte aus dem leeren Griff zwischen Daumen und Zeigefinger aus der Hand. Er betrachtete Erynn im dem schwachen Schein und stellte fest, dass sie ganz leicht zitterte. Es gelingt ihr noch immer nicht, den Zauber auch über ihr Unterbewusstsein konstant zu halten... Der Magier zog die Decke wieder ein wenig zurecht und ließ das Flämmchen dann verpuffen. Gerade hatte er sich wieder herumgedreht, da vernahm er einen Laut unter ihnen am Hang. Leise, als ob ein Bärenjunges versuchte zum ersten Mal zu Knurren oder zu brüllen. Arranges hörte genauer hin. Ein Rascheln im Gebüsch gefolgt von einem leisen, aber deutlich drohenden Knurren. Verfluchte Scheisse... Arranges richtete sich langsam auf und spähte in die Dunkelheit unter sich am Hang. Ein weiteres Rascheln war zu hören... Plötzlich tauchten zwei rot glimmende Punkte aus einem Gebüsch auf. Das Knurren erklang wieder. Was zum Teufel ist das... Während Arranges noch fragend zu dem Ding dort unten blickte, drehten sich die Augen herum und verschwanden wieder in der Dunkelheit. 'Erynn!' Flüsterte der Nekromant und stieß sie mit dem Fuß an. Seufzend erwachte sie aus ihrem flachen Schlaf. 'Was...'
    'Still!' Zischte Arranges. Sofort war die Elfe in Alarmbereitschaft. Sie kam lautlos auf die Beine. Alles war still. 'Wir haben irgendein Wolf oder eine andere Kreatur des Waldes auf uns aufmerksam gemacht, wir sollten zusehen, dass wir hier wegkommen...' Und wie zur Bestätigung erklang ein lautes, langgezogenes Heulen, allerdings jedoch vom Gipfel des Grates, von dem sie am Abend abgestiegen waren. 'Verdammt...' Sie waren sich einig, dass es nur schlecht für sie sein konnte, wenn ein Rudel Wölfe sie hier einkreiste. Nach dem Geheul war jedoch weiter nichts mehr zu hören, seltsamerweise auch keine Antwort. Sie machten sich hastig an den Abstieg, kamen aber durch das fehlende Licht nur sehr sehr langsam voran. Der Hang schien etwas flacher zu werden, nachdem sie eine gute Stunde durch die Nacht gestolpert waren... oder vielmehr war Arranges gestolpert, Erynn bewegte sich trotz der Dunkelheit mehr oder weniger lautlos...

    Während der Zeit bemerkten sie kein weiteres Anzeichen mehr davon, dass ihnen Wölfe oder andere Kreaturen des Waldes nachgestellten. Schnaufend kam der Kaiserliche neben Erynn zum Stehen. 'Vielleicht war es nur eine Warnung...' Keuchte er. Erynn wollte gerade etwas erwiedern... Ein nahes Kleffen schreckte die beiden auf. Sowohl der Magier, als auch die Kriegerin fuhren herum. Zwei rote Augenpaare schälten sich nur wenige Meter neben ihnen aus dem Gebüsch. Zumindes bei dem, was man in der Dunkelheit erkennen konnte, konnte man auf Wölfe schließen, aber das tiefe, kehlige Knurren wiederlegte dies. Schritt um Schritt wichen die beiden langsam zurück, während die Kreaturen immer näher kamen. 'Jetzt reicht es...' Blaffte Arranges. 'Ich werde mich doch von deformierten Hunden nicht in die Enge treiben lassen!' Entschlossen trat er vor Erynn. In seiner Rechten wallte Feuer auf und kurz darauf flog einer der Kreaturen ein Feuerball entgegen. Doch was das Gleißen des Zaubers enthüllte, ließ Arranges für eine Sekunde stutzen. Form und Größe waren die eines Wolfes, doch die Körper wirkten eher wie schwarzer Nebel. Zwar waren da vier Beine und eine muskulöse Silhouette, doch die Leiber selbst schienen in sich ständiger Bewegung zu wallen... Der Feuerball verfehlte sein Ziel nicht, jedoch hatte das Ding nichteinmal Anstalten gemacht, zur Seite zu gegehn. Das Geschoss traf und... wurde verschluckt, es war einfach weg, ohne, dass es irgendeine Wirkung gezeigt hätte, im Gegenteil, die Kreatur schien zwar fast unmerklich, aber doch noch deutlich genug, ein wenig anzuschwellen, ihre Masse ein kleines Bisschen zu erweitern. Dem Kaiserlichen entgleisten für einen Moment alle Gesichtszüge und so starrte er nur weiterhin auf die zwei Augenpaare, die jetzt völlig unbeeindruckt wieder näherkamen. Ein Markynaz trat aus einer grellroten Kaskade vor dem Beschörer, doch noch bevor dieser seine Waffe ziehen konnte, ging ein leichter Ruck durch seinen Körper. Eine der Geistkreaturen hatte sich für eine oder zwei Sekunden verwandelt und glitt nun sanft durch den Leib des Daedra. Nur der Kopf behielt seine Form, während der Rest des Nebels in einem Schweif hinterherschwebte. Direkt vor Arranges formte sich wieder das Abbild eines Wolfes, während das Dremora einfach zerbrach.

    Entsetzt, aber dennoch entschlossen, riss der Magier sein Schwert aus der Scheide. 'Lauf!' brüllte er über die Schulter zu Erynn. Ein drittes Augenpaar erschien plötzlich links von Arranges. Ein weiterer Zauber schwoll in der freien Hand des Magiers an. 'Verfluchtes Blutauge, mach, dass du hier wegkommst...!' Schrie er nochmal, ohne den Blick von den Kreaturen zu nehmen... ein bröckelndes Geräusch rauschte durch seinen Kopf und mit einem Mal waren seine gesamten Magiereserven einfach weg... Wie gebannt starrte Arranges auf seine erhobene Hand, die gerade eben noch einen Zauber gewoben hatte... 'HAU AB!' Brüllte er Erynn entgegen, als er sich herumwarf...

  8. #8
    Die Elfin starrte wie paralysiert auf die gräßlichen Kreaturen vor ihnen. Das muß es gewesen sein, wovon Harchaxas sprach. Aber was... sind das für Biester? Unwillkürlich mußte sie an den Schatten denken, der sie drch die Klosterruine gejagt hatte, vor so vielen... Wochen? Monaten? Es schien eine Ewigkeit her zu sein. Voller Entsetzen beobachtete sie, wie die Geisterwölfe jeden Zauber zur Seite wischten, den Arranges ihnen entgegenwarf und es dauerte eine Weile, bis die Stimme des Beschwörers sie aus ihrer Starre holte. Dann stürzte sie hinter ihrem Begleiter her.
    Die Zeit schien sich für Erynn zu dehnen, während sie in wilder Flucht durch den Wald jagte, fort, nur fort von diesen dämonischen Wölfen. Die Dunkelheit beeinträchtigte sie plötzlich kaum noch. Sie sah ihre Umgebung mit einem mal sehr scharf, in deutlich abgesetzten Konturen. Was sie nicht bewußt sah, spürte sie und setzte über mehrere halbverborgene Wurzeln hinweg, anstatt darüber zu stolpern. Längst schon waren keine klaren Gedanken mehr in ihrem Kopf, die dünne Patina der Vernunft war fortgerissen und durch reinen, ursprünglichen und kompromißlosen Instinkt ersetzt worden. Sie fühlte keine Erschöpfung, nur das wilde, schnelle Pumpen ihres Herzens und das rauschende Blut in ihren Ohren.

    Noch machten die Wölfe keine Anstalten die Dunmer oder den Kaiserlichen anzuspringen, sie trieben sie nur in einer weit gefächerten Phalanx vor sich her, begannen nach einer Weile aber, den Kreis langsam um sie zu schließen. Erynn sah einen von ihnen aus dem Augenwinkel, wie er Zoll um Zoll zu den Flüchtenden aufschloß. Sie hörte das leise Knurren und sah mit erschreckender Deutlichkeit die unnatürlichen, wie besessen leuchtenden Augen des Tieres.
    Plötzlich fiel der Boden vor ihr steil ab. Ihre Füße verloren den Halt und sie geriet ins Rutschen. Einige Meter unter sich sah sie das breite, schwarze Band des Corbolo, das sich durch den Einschnitt im Gelände wand...

  9. #9
    Arranges hechtete ohne Rücksicht durch das Unterholz, mehrere Male peitschten ihm Dornen, Gestrüpp und niedrige Äste ins Gesicht. Irgendwo am Rande seiner Wahrnehmung bemerkte er, wie sein linkes Auge für einige Sekunden blind wurde. Als er es wieder öffnete, bemerkte er, wie ihm langsam Blut von der Augenbraue übers Gesicht lief... Plötzlich war der Boden unter ihnen weg, es war, als würden sie durch einen Wand aus dunklen Leinen ins Freie treten. Der Kaiserliche registrierte noch, wie er mit den Armen rudernd, stürzte und den Hang hinunter, mehr flog als schlitterte. Das Ufer des Corbolo ging genauso steil ins Wasser über, wie es oben an der Böschung vom Wald her, abbrach. Der Magier klatschte mit lautem Platschen auf die Wasseroberfläche. ein paar Steine saßen dort zu allem Übel noch an ungünstiger Stelle. Er schrammt mit einem Fuß an einem der Felsen vorbei und gerade hatte er sich orientiert, krachte ihm etwas oder jemand in den Rücken. Blubbernd entwich ihm die Luft aus den Lungen, als er nach unten gedrückt wurde. Prustend kam er wieder hoch und hatte sogleich auch begriffen, was ihn da hart im Rücken getroffen hatte, Erynn war auf ihm gelandet und versuchte sich jetzt ebenfalls wie er, an dem Steilhang irgendwie über den Wasserspiegel zu ziehen. Von oben war bereits das Gekleffe der Geisterwölfe zu hören. 'Wir müssen ans andere Ufer gelangen!' Japste Arranges und zerrte an der Schulter der Dunmer...

    Sie hatten die halbe Strecke geschafft, als Arranges auffiel, dass das Bellen verstummt war. Ungläubig drehte er sich um. Er hielt inne in seinen Schwimmzügen und starrte völlig gebannt zur Uferböschung hinauf. Dort, wo das Gelände schlagartig zum Fluss hin abfiel, stand eine kleine Gestalt, gehüllt in einen dunkelgrauen Umhang, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodass nur Schwärze, statt eines Kopfes zu sehen war. Das Verwirrenste an der Gestalt jedoch war, dass es sich von den Konturen her praktisch um ein Kind handeln musste... Die Gestalt stand stumm und völlig unpassend da und beobachtete sie lediglich. Nach einigen Herzschlägen drehte sich die kindliche Gestalt um und ging langsam, mit kleinen Schrittchen zurück in den Wlad...

    Komplett erschöpft zogen sich die beiden auf einen flachen Stein am anderen Ufer, der aus der hier ebenfalls recht steilen Böschung, ragte. Arranges blieb einfach auf dem Bauch liegen, ihm schmerzte der Rücken, die kleine Wunde in der linken Braue blutete recht ordentlich und auch sonst hatte er an Händen und Beinen kleinere Schnittwunden. Nach einer Weile wischte er sich fahrig übers Gesicht und stemmte sich hoch. 'Los, wir müssen weiter... irgendwo in südlicher Richtung am Corbolo muss dieses Gehöft sein...' Sagte er schnaufend und wuchtete sich auf die Beine.

  10. #10
    Keuchend blieb Erynn für einige Augenblicke einfach nur liegen. Jetzt, da die unmittelbare Gefahr vorbei zu sein schien, holten die Reaktionen ihres Körpers sie ein. Ein Schaudern durchlief ihren ganzen Leib, und für einige Herzschläge lang zitterte sie unkontrolliert. Was war das? Ein Kind? Aber wie... und wo sind die Wölfe? Was geschieht hier? Bevor sie ihre Gedanken jedoch in Worte fassen konnte, trieb Arranges sie auf die Füße. Nach einem letzten, verwirrten Blick auf die gegenüberliegende Seite des Flusses riß sie sich zusammen und verschaffte sich einen raschen Überblick
    Hastig erklommen sie das steile Südufer. Der lockere, sandige Boden rutschte unter ihren Füßen weg, und schon bald waren Haut und Rüstungen dreckverkrustet. Nach einer Weile, die wie eine Ewigkeit schien, zogen sich die Elfin und ihr Begleiter schließlich über die obere Kante der Böschung auf verhältnismäßig ebenes Gelände. Nach Süden also... Die Dunmer mußte tatsächlich erst kurz überlegen, in welcher Richtung das wohl liegen mochte. Die wilde Flucht war ihrer Orientierung nicht zuträglich gewesen.
    Sie stolperten also weiter am Ufer des Corbolo entlang, nicht wirklich in leichtsinnigem Tempo, aber dennoch zügig. Erynns Gedanken rasten. Warum haben die Geisterwölfe aufgehört, uns zu verfolgen? Warum überhaupt haben sie uns nicht zur Strecke gebracht? Es hätte ihnen doch wohl ein Leichtes sein dürfen, so wie sie wirkten. Oder wurden sie letztendlich gar nicht von den Abtrünnigen geschickt? Wie zum Henker paßt dieses Kind... oder was auch immer das für eine Gestalt war, dort hinein? Sie zerbrach sich wirklich den Kopf darüber, übersah deshalb einen halbvermoderten Baumstumpf und fing sich gerade noch, bevor sie der Länge nach hinschlug. Für eine kleine Weile schenkte sie der Umgebung daraufhin etwas mehr Aufmerksamkeit, fand aber doch wieder zu ihren Grübeleien zurück. Und wenn die Tiere tatsächlich ganz wo anders herkamen? Vielleicht waren sie so etwas wie... Waldgeister, die uns als Eindringlinge sahen. Warum sonst sollten sie so plötzlich auf der anderen Seite des Flusses stehengeblieben sein, wenn der nicht die Grenze zu einem Revier markierte? Vor einer Woche noch hätte sie bei solchen Überlegungen abgewunken und sich an die Stirn getippt. Seit sie wußte, daß es Männer wie Harchaxas gab, fühlte sie sich durchaus genötigt, diese Einstellung zu überdenken.

    Beide waren völlig fertig und zumindest die Elfin ziemlich durchgefroren, als das kleine Gehöft endlich in Sicht kam, von dem der Beschwörer gesprochen hatte. Zweifelnd ließ sie den Blick über ihrer beider Erscheinungsbild schweifen. Sie sahen aus wie abgerissene Wegelagerer, im besten Falle. Wer immer in dieser abgelegenen Kate wohnen mochte, Erynn hoffte, daß sie die Person nicht allzusehr verschrecken würden. Als sie das Gebäude jedoch erreicht hatten, zögerte sie nicht lange. Sie war todmüde, ihr war schlecht vor Erschöpfung und die Klamotten klebten ihr naß, kalt und schwer am Körper. Die Möglichkeit eines warmen Feuers und eines Dachs über dem Kopf verdrängte alles andere. Sie hob die Hand und klopfte an die Tür. Drinnen hörte sie bald darauf Geräusche und einen halblauten Ruf. Einige Augenblicke später wurde der Riegel zurückgeschoben und die Tür ein erstaunlich weites Stück geöffnet. Die Dunmer schaute direkt in das fragende Gesicht älteren Bretonin mit stechenden, blauen Augen.

  11. #11

    Erpelgrund

    Die Augen der alten Bretonin, die vielleicht gerade so groß war wie Erynn, waren kalt und abweisend. 'Wer seid ihr und was wollt ihr?' Fragte sie weder freundlich, noch irgendwie harsch. 'Wir sind auf einer Reise durch den Dunkelwald und von der Nacht ein wenig überrascht worden...' Antwortete Arranges. Er senkte den Blick, als die Bretonin zu ihm aufsah. Sie musterte den Kaiserlichen für einige Augenblicke sehr intensiv, dann wandelte sich der Ausdurck auf ihrem Gesicht von abweisend zu erstaunt. 'Arranges?' Der Magier zuckte leicht zusammen und sah dann auf. Verdammt... 'Ihr... erkennt mich wieder Melisande?'
    'Wie könnte ich jemanden wie euch vergessen... aber um ein Haar hätte ich euch fast nicht wieder erkannt... Ihr seid kantig und groß geworden Arranges... und die Zornfalte auf eurer Stirn ist ebenfalls um einiges tiefer geworden...' Arranges atmete leicht genervt aus. 'Ja, ich gebe zu, dass ich vielleicht mal von mir hätte hören lassen sollen... aber um über vergangene Tage zu reden ist jetzt nicht die Zeit Melisande... ich und meine Begleiterin brauchen ein Quartier für die Nacht...'
    'Ah... schon in Ordnung... ihr ward ja noch nie irgendwie anders... kommt rein...'

    Ein Vorteil an der Bretonin, die Arranges aus der Zeit noch vor der Gathering kannte und für den er sie schätzte, war, dass sie gelegentlich nur Andeutungen machte, aber nie nachfragte. Sie bot den beiden einen Schlafplatz im Haus an. Es war allerdings eher eine bessere Hütte, aus Bruchstein, grob gemauert mit einem Strohdach. Mehr als eine einfache Wäsche mit Lappen und einer Schüssel heißem Wasser konnte die alte Frau jedoch nicht bieten. Arranges überließ das Erynn, er nahm lediglich die Kette und den Umhang ab und richtete sich dann so am Feuer in dem kleinen, aber massiven Kamin ein. Die Nacht war mehr oder weniger erholsam. Sie brachen früh am nächsten Morgen bereits wieder auf.

    Die Richtung, die sie einschlugen, war einfach zu halten. Durch die Wipfel der Bäume hindurch konnten sie recht gut die weit in den Himmel ragenden Gipfel der Valusberge erkennen. Sie gingen fast geradewegs auf die Berge zu. Am Fuße des Massivs würden sie ihrem Verlauf nach Süden folgen und so zur Ruine Hame gelangen, dort musste dann das Tor irgendwo sein.

    Es war Mittag, als sie eine Rast einlegten. Arranges verdrängte die Gedanken an die seltsamen Wölfe. Melisande hatte auch nicht danach gefragt, warum sie so verdreckt waren und so abgerannt aussahen...

  12. #12
    Erstaunlich, wo du überall Leute kennst... noch erstaunlicher, daß du bei ihnen nur auftauchst, wenn du irgendwas willst und trotzdem nicht abgewiesen wirst. Wie machst du das nur, Beschwörer? Nicht, daß Erynn sich beschweren wollte. Sie war mehr als dankbar für des Angebot der Bretonin, unter ihrem Dach zu nächtigen. Wortlos, aber mit einem Lächeln für Melisande, folgte sie dem Nekromanten ins Innere des kleinen Kottens. Es war eng, aber warm, und das genügte der Elfin vollauf, um zufrieden zu sein. Sie nahm sich noch die Zeit, ihr Gesicht vom gröbsten Dreck zu befreien, kauerte sich aber bald darauf in eine Ecke und fiel in einen tiefen, fast totengleichen Schlaf.
    Am nächsten Morgen glaubte sie, irgendetwas von ihren Gildenkameraden, Vaermina und Untoten geträumt zu haben, außerdem von jeder Menge Feuer, aber sie brachte die Bruchstücke beim besten Willen nicht mehr zusammen. Vermutlich ergab das ganze ohnehin keinen Sinn. Sie fühlte sich erstaunlich erholt nach dieser Nacht und brauchte daher nicht lange, um sich soweit gesammelt zu haben daß sie abmarschbereit war.

    Die Dämmerung hatte gerade erst eingesetzt, als sie und der Kaiserliche aus der Tür der Kate traten. Die Bretonin wie auch ihr Begleiter hatten nicht viele Worte zum Abschied verloren, vor allem aber hatte die geheimnisvolle Frau nicht eine einzige Frage danach gestellt, woher sie kamen oder wohin sie gingen. Die Dunmer fragte sich, was Arranges und die Alte wohl gemeinsam haben mochten, daß sie sich praktisch ohne Sprache verstanden. Andererseits, so dachte sie, ging es sie auch weiter nichts an.
    Sie waren vielleicht einen halben Tag unterwegs, als sie sich schließlich für eine kurze Pause auf einem großen Stein niederließen. Erynn grübelte vor sich hin. Die seltsamen Geisterwölfe gingen ihr nicht aus dem Kopf, ebensowenig das plötzliche Ende der Verfolgung. Vielleicht kann sich der Beschwörer einen Reim darauf machen... ich jedenfalls habe von derartigen Dingen noch nie gehört. Sie warf ihm einen Seitenblick zu. Der Nekromant wirkte wieder, als sei er tief in Gedanken versunken und nehme ihre Anwesenheit bestenfalls am Rande wahr. Irgendwie nervte diese Zerstreutheit sie, jetzt gerade ganz besonders. Konnte er sich nicht vorstellen, daß ihr unzählige Fragen durch den Kopf schossen? Es wäre wirklich einfacher, wenn du ab und zu mal von dir aus auf solche Dinge eingehen könntest und nicht immer versuchen würdest, mich so unwissend wie möglich zu halten...
    Die Elfin entschied, daß sie das Schweigen nun lange genug ertragen hatte. „Arranges?“ fragte sie, entschlossen, zumindest ein paar Antworten zu bekommen. „Wer, glaubst du, hat diese Wölfe auf uns gehetzt? Je länger ich darüber nachdenke, umso verwirrender erscheint mir diese Sache...“

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