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Thema: Krisensitzung

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Die Kriegerin hörte fassungslos zu, während Arranges erzählte. Die Bedrohung durch die Abtrünnigen, bisher ständig präsent aber irgendwie dennoch diffus und weit weg, war mit einem Schlage sehr viel näher gekommen. „Ich hätte nicht gedacht, daß sie so dreist sein könnten...“ flüsterte Erynn, dann verstummte sie wieder, stützte den Kopf in die Hände und dachte nach.
    Sie haben uns einmal gefunden, sie können uns ein weiteres Mal finden. Wissen sie, welchen Auftrag wir haben? Warum haben sie Arranges nicht getötet, und mich gleich dazu? Ist er wirklich mächtig genug, daß es den Versuch wert ist, ihn auf ihre Seite zu ziehen? Sie warf dem Beschwörer einen verstohlenen Blick durch ihre Finger hindurch zu. Hast du eine Schwachstelle, Nekromant? Gibt es etwas, mit dem die Abtrünnigen dich bedrohen oder verführen können, daß du die Seiten wechseln würdest? Und was habe ich damit zu tun? Was für ein Ritual?
    „Du hattest Recht“, sagte sie schließlich. „Ich habe die Situation unterschätzt.“ Mit einem Ruck stand sie auf, schob das Feuer auseinander und trat es aus. „Pack zusammen. Wir reiten nach Skingrad, jetzt sofort.“ Erynn sah sich zu ihrem Begleiter um. „Schau mich bitte nicht so an. Ich sagte doch schon, daß ich die Lage verkannt habe.“

  2. #2
    Und mit einem Mal saßen sie im Dunkeln. Was zur Hölle?! Arranges war völlig überrumpelt von ihrer sprunghaften Reaktion. Er hatte zwar den Drang dieser Verräterei den Garaus zu machen, aber so eine übertriebene Hetze war nicht angemessen, schon gar nicht jetzt, da sie vermutlich sowieso nicht nur mehr unter der Beobachtung der Gathering standen, sondern auch unter jener der Abtrünnigen, also ging der Wert von Erynns Impuls, jetzt so schnell wie möglich vorwärts zu kommen und den dritten Siegelstein zu holen, gegen null.

    'Nun mach mal halblang...!' Arranges stand auf und legte der Dunmer sachte eine Hand auf die Schulter um ihre volle Aufmerksamkeit zu bekommen. 'Es würde nichts bringen, jetzt zu hetzen... Wenn wir tatsächlich beobachtet werden, kann jede überstürzte Handlung hässliche Auswirkungen haben... Davon mal abgesehen warst du im Gegensatz zu mir nicht bei einem Heiler... du brauchst noch eher Ruhe...' Er konnte im Schein der Sterne sehen, dass sie ihm nicht so ganz abnahm, was er sagte. Er atmete hörbar aus. 'Glücklicherweise handeln wir nach meinem Gutdünken... und ja, ich entscheide, dass wir die Nacht hier verbringen werden...!' Er zog die Hand zurück, schob das Feuer wieder zusammen und entfachte es neu.

  3. #3
    „Ich brauch keinen Heiler. Es geht mir gut... nein, verdammt, es geht mir nicht gut! Sie ließ sich auf die Knie sinken und vergrub den Kopf in den Händen. „Ich habe noch nie einen praktisch unsichtbaren Feind im Nacken gehabt. Ich bin Jäger, keine Beute“, wisperte sie tonlos. „Außer vielleicht... in der Ruine, aber das... das war schnell vorbei. Ich will hier weg!“
    Erynn schluckte hart. Sie würde auf keinen Fall anfangen zu heulen, nein, diese Blöße würde sie sich nicht geben. Aber sie wollte weg von hier, irgendetwas tun, nur nicht diesen Moment ertragen müssen, in dem sie nicht handeln konnte.
    Dennoch, kopflos loszurennen, war tatsächlich keine gute Idee. Auf einer eher verstandesmäßigen Ebene begriff sie Arranges’ Argumentation, was jedoch nichts daran änderte, daß sie sich wie auf dem Präsentierteller und völlig ausgeliefert fühlte. Denk nach, Erynn, denk nach! Du mußt dich endlich beruhigen. Es half alles nichts. Die Situation war ihr schneller entglitten als sie schauen konnte, und jetzt bekam sie den Scherbenhaufen ihrer Vernunft nicht wieder zusammengesetzt. Sie wußte noch nicht einmal, warum sie gerade so empfand oder aus welcher finsteren Ecke ihres Geistes der Panikanfall sie angesprungen hatte.
    Trotz allem bewegte sie sich nicht, hielt still, als sei sie paralysiert und konzentrierte sich darauf, möglichst tief zu atmen. Lektionen aus der Anfangszeit in der Kriegergilde fielen ihr ein, aber angesichts der Realität war alle Theorie grau.

    Langsam verging die Attacke, und sie hob den Kopf, als halbwegs gescheites Denken wieder einsetzte. Sie verbog sich, bis sie im Schneidersitz saß, zog langsam ihr Schwert und legte sich die Klinge quer über die Oberschenkel. Der Anblick des kühlen Stahls gab ihr eine Art Sicherheit. „Also gut. Bleiben wir also hier.“ Ihr Blick schweifte über die dunkle Landschaft. Was zum Henker ist gerade geschehen? So kenne ich mich gar nicht...

  4. #4
    Zum Glück habe ich ihr nicht gesagt, was die Botschafter neben ihrer Hauptaufgabe der Nachrichtenübertragung noch für eine Funktion haben... gegen deren Waffenarsenal und Brutalität wirken viele der Meister eher wie ein schlechter Witz... Arranges widerstand dem Drang, einer blöden Bemerkung. Und zum Glück ist sie nicht wirklich meine Schülerin...

    Der Kaiserliche setzte sich neben Erynn und wartete, bis sie sich wieder beruhigt hatte. 'Mach dir keine Sorgen... der Botschafter wird nicht angreifen... und mit der Gewissheit beobachtet zu werden lebst du ohnehin schon, seit ich dich in Skingrad gebeten habe, mich zu begleiten... Und selbst wenn wir angegriffen werden sollten, hätte ich kein wirkliches Problem mit denen.' Das war schlicht gelogen. Einem Mensch oder Mer, der durch zahlreiche grauenhafte alchemistische und rituelle Widerwärtigkeiten zu einem Fleischberg, bestehend aus reiner Muskelmasse, messerscharfer Intelligenz und unzähligen Kilos Waffenstahl geformt wurde, hatte er nur wenig entgegen zu setzen. Aber er wollte Erynn ein wenig Rückhalt geben. Bei einem Blick auf das Schwert in Erynns Schoß fiel ihm wieder ein, dass er selbst ebenfalls nur ein Stahlschwert hatte. Verdammt, ich wollte mir in Anvil doch wieder ein Silberschwert kaufen...

    'Du wirst heute Nacht vermutlich keinen Schlaf mehr finden, oder?' Arranges erhob sich. 'Dann kannst du auch die erste Wache übernehmen.' Sagte er schließlich, während er zum Zelt hinüberging und damit begann, Arm- und Beinschienen, sowie die Stiefel auszuziehen. Er überlegte noch einen Moment und nahm dann den Rest seiner Rüstung ebenfalls ab. Schon bei dieser Aktion kündigte sich die Quittung an, die Arranges Körper für die unnatürliche und brachiale Heilung seiner Hüftverletzung ausgab. Die Heilkünste der Nord basierten auf einer anderen Grundlage. Der Körper war Tage danach meist sehr viel schneller erschöpft als im Normalfall und Arranges hatte diese Grenze gerade erreicht. 'Weck mich, wenn die halbe Nacht vorrüber ist... und bitte, mach keinen Blödsinn. Lass das Zaubern sein und lauf nicht Amok gegen die Pferde. Du wirst die Anwesenheit der Botschafter nicht bemerken, eher bildest du dir irgendetwas ein... du hast eigentlich nichts zu befürchten außer die wilden Tiere...' Meinte er noch müde, bevor er sich in das Zelt verkroch. Erleichtert richtete er sich unter der Plane ein und stellte fest, dass das Zelt von außern kleiner wirkte, als es tatsächlich war. Sich nicht weiter um den Platz scherend, bettete er sich großzügig und leicht schräg liegend auf der doppelt gelegten Decke auf dem Boden. Die gnadenlose Erschöpfung zwang ihn schließlich schnell in das Reich der Träume, ohne, dass er sich noch hätte weiter um Erynn oder sonstetwas hätte sorgen können.

  5. #5
    Ich werde bestimmt nicht anfangen hier rumzuzündeln, dachte sie und brachte es tatsächlich fertig, spöttisch zu salutieren. Die Erinnerung an das letzte Mal reicht mir völlig... Und nein, auch Schlaf würde sie in dieser Nacht kaum finden.
    Sie konzentrierte sich auf die Geräusche in der Umgebung, doch es war nichts Ungewöhnliches zu hören, als seien sie tatsächlich allein in der Wildnis. Vielleicht waren sie das auch, aber allein die Vorstellung, daß von irgendwoher unsichtbare Augen sie beobachteten, war zermürbend. Erynn zuckte zusammen, als Arranges anfing leise zu schnarchen, entspannte sich daraufhin aber gleich wieder. Wie konnte ich nur dermaßen austicken...? Verflucht, ich bin doch kein Kind mehr! Erynns Gedanken schweiften wieder zu der Gathering, jener Organisation, über die sie trotz allem, was sie gesehen oder gehört hatte, noch immer nur so wenig wußte. Tatsächlich wirkten die Mitglieder, welche sie auf dem Stützpunkt in Morrowind gesehen hatte, auf den ersten Blick tatsächlich so, wie sie sich einen Haufen verschrobener Gelehrter immer vorgestellt hatte: Roben, Versammlungen mit viel Palaver und Jungspunde, die in total übertriebener Ehrfurcht zu den Ranghöheren aufschauten. Die Kriegergilde war da pragmatischer. Natürlich gab es eine Rangordnung, aber einen Protektor allein aufgrund seiner Position auf einen fast gurumäßigen Sockel zu heben, war nicht nur undenkbar, sondern auch schlicht peinlich.
    Aber nur auf den ersten Blick... sie erinnerte sich, wie sie selbst zitternd vor den Großmeistern gestanden hatte wie das Kaninchen vor der Schlange. Die unglaubliche arkane Macht war selbst für ihre ungeübten Sinne spürbar gewesen und hatte sie getroffen wie ein Hammerschlag. Verstörend, bestenfalls. ... und genau deshalb ist es mir nach wie vor unverständlich, wie jemand die Stirn haben kann, sich aus diesem Verein rauszuwinden und dann auch noch die Dreistigkeit besitzt, völlig unverhohlen Mitglieder abzuwerben... das kann doch kein gutes Ende nehmen. Wie kommen diese Abtrünnigen bloß darauf, daß sie eine Chance haben könnten? Ich begreife das einfach nicht...
    In diesem Moment bereute die Kriegerin ehrlich, ihrem Begleiter versprochen zu haben in diesem Punkt nicht weiter nachzuhaken. So konnte die Antwort auf diese Frage wie so oft nur ‚verrückte Magier’ lauten, auch wenn das natürlich keine Details erklärte. Und sie hatte die Blackwood Company für ein Problem gehalten...

    Erynn hatte keine Ahnung, wie spät es wohl sein mochte. Der Abendnebel hatte sich verzogen, aber es hatte längst angefangen zu nieseln und schwere, dunkle Wolken verdeckten die Sicht auf Masser und Secunda. Das Zischen des Feuers, wenn die Regentropfen darauf trafen, überdeckte alle anderen Geräusche. Die Elfin überwand sich, stand auf und schritt einen Kreis um das Lager ab, um sich zu vergewissern, daß sich nichts und niemand unbemerkt nähern konnte. Ihr Blick wanderte zu den Pferden. Sie ließen die Köpfe hängen, aber während der Fuchs das Mistwetter mit stoischer Ruhe ertrug, schüttelte sich Falchion immer wieder und stampfte dann und wann unwillig mit den Hufen. Die Erkenntnis, wie sehr das Gebaren der Tiere dem ihres jeweiligen Besitzers ähnelte, ließ trotz ihrer Nervosität ein leichtes Lächeln über ihr Gesicht huschen. Nun, so lange ihr beide euch nicht aufregt, wird sich wohl kaum etwas Bedrohliches nähern...

    Sie kehrte zum Feuer zurück und wartete. Irgendwann drehte der Wind und trieb die Wolken nach Norden vor sich her, zerriß den finsteren Schleier an einigen Stellen und ließ Secundas schmale Sichel für einige Augenblicke hindurchschimmern. Es war tatsächlich spät geworden, die Nacht würde nur noch wenige Stunden dauern. Zeit, ein wenig Ruhe zu finden... wenn ich denn kann. Erynn weckte Arranges und verkroch sich dann selbst unter der Plane. Es dauerte nicht lange bis sie, erschöpft von ihren Grübeleien, in einen leichten, unruhigen Schlaf fiel.

  6. #6
    Arranges war noch längst nicht ausgeruht, als Erynn ihn weckte, aber nach einem kurzen Moment zwang er sich doch noch aus dem Zelt und setzte sich ans Feuer. Er hatte kein wirkliches Problem mit dem Gedanken daran, dass hier irgendwo noch dieser Botschafter war. Würde er es darauf anlegen, wären sie beiden innerhalb weniger Minuten einfach tot. Der Kaiserliche schichtete das Feuer nochmals ordentlich auf und wartete dann bis zum Morgengrauen.

    Es dämmerte gerade, als Arranges am Feuer sitzend, plötzlich den Kopf hob und angestrengt lauschte. Was war das? Ein entferntes Krachen trockenen Holzes hatte Arranges aufschrecken lassen. Der Magier erhob sich schwerfällig und blickte umher. Zu seinem Unbehagen spürte er leichte Erschütterungen im Boden. Als sein Blick zu den Pferden wanderte, sah er, dass diese die Ohren angelegt hatten und nervös mit den Hufen scharrten. Was zur Hölle ist das... Das Terrain Colovias war zudem auch noch eher schwer zu überblicken. Hohes, güldenes Gras versperrte den Einblick auf das Land rundherum. Die Pferde drehte den Kopf plötzlich in eine eindeutige Richtung. Arranges folgte ihrem Blick und erstarrte für eine Sekunde. Ein größeres Geschöpf mit dunklem Fell kam in gestrecktem Sprint auf ihn zu. Anhand dem Bisschen, was er erkennen konnte, lief das Ding auf allen vieren. Die Kreatur war noch gut 50 Meter entfernt, als der Magier sich langsam aber sicher ernsthafte Gedanken darüber machte, ob das Wesen nun angreifen würde oder nur einige Meter neben dem Lager ein Beutetier erblickt hatte...

    Ein lautes, tiefes Brüllen donnerte über das Lager hinweg, die Kreatur war heran und Arranges Ausdruck wandelte sich zum blanken Entsetzen. Ein außerordentlich großer Bär stürmte auf ihn zu und schien ihn als sein Frühstück erwählt zu haben. Der Nekromant handelte mehr instinktiv, als durchdacht, was er in nur wenigen Sekunden bitter bereuen würde... Er streckte einen Arm vor und kurz darauf erreichte ein Zauber die Bestie. Noch im Flug, stürtzte das Untier auf den Kaiserlichen zu, bevor der schwere Leib vom Eigengewicht über dem Magier auf die Erde gezogen wurde und ihn fast ganz unter sich begrub. Arranges bemerkte, wie ihm die Luft aus den Lungen getrieben wurde, sein gesamter Torso wurde gequetscht. Fellhaare behinderten seine Atmung, da auch sein Kopf beinahe ganz unter dem Bären begraben lag. Der Kaiserliche spürte die Atmung und das Grollen des Bärs, der sich nicht mehr aus eigener Kraft hochstemmen konnte. Und er selbst hatte nur einen Arm frei, der nicht unter dem massigen Leib begraben lag.

    Arranges brüllte so laut und viel, wie es die wenige Luft, die durch die dicke Wolle des Bärs drang, zuließ, nach Erynn, während er hektisch mit dem freien Arm winkte und wedelte.

  7. #7
    Erynn schreckte hoch, als sie das Gebrüll eines Bären vernahm. Von einem Moment auf den anderen war sie hellwach und sprang auf die Füße – gerade rechtzeitig um zu sehen, wie das massige Vieh von einem ihr nur zu bekannten Zauber getroffen wurde und den Kaiserlichen unter sich begrub. Für einen Moment stand sie fassungslos, fing sich aber schnell wieder. Sie stürzte zurück unter die Plane und löste das Seil vom Sattel des Rotfuchses. Hätte nicht gedacht, daß ich mal froh darüber sein würde, daß Arranges dieses Ding mit sich schleppt...
    Die Elfin hastete zu den Pferden. Falchion war, wie befürchtet, starr vor Schreck und zu nichts zu gebrauchen. Kurzerhand legte sie das Seil dem Fuchs um und ließ die Schlinge dabei so weit, daß die Hauptlast später auf seiner Brust statt auf seinem Hals liegen würde. Dann packte sie das Tier kurzerhand beim Schopf und führte es näher an den Bären heran. Es schnaubte nervös, war aber abgebrüht genug, um ihr zu folgen. Erynn band das andere Ende des Seils um den Hals des verhinderten Angreifers und eilte dann zu dem Roten zurück.
    „Zieh an“, schrie sie dem Tier entgegen und versetzte ihm einen leichten Schlag auf die Flanke. „Los, beweg dich!“

    Das Pferd verlor letztendlich die Nerven, als es feststellte, daß das Raubtier an ihm hing, verdrehte die Augen, bis fast nur noch das Weiße darin zu sehen war und stemmte sich mit Macht in das improvisierte Geschirr. Es wirbelte Grasbüschel auf, faßte schließlich Tritt und zog das Biest von dem Beschwörer herunter. Allein, stehenbleiben würde es in dieser Situation nicht mehr. Erynn ließ den Fuchs laufen, zog ihr Schwert und kappte das Seil. Es zersprang mit einem Knall, und der Fuchs stürmte zurück zu Falchion, dabei mehrmals ungezielt nach hinten auskeilend. Schnaubend, mit zitternden Flanken blieb er schließlich stehen und bedachte die Kriegerin mit einem eindeutig anklagenden Blick.
    Zufrieden, daß er sich nicht in den Resten des Seils verheddert hatte, wandte die Elfin sich wieder dem Bären zu. Ein älteres Männchen, aber glücklicherweise nicht allzu groß. Sie sprang auf seinen Rücken, setzte ihm die Spitze ihres Schwertes zwischen die Schulterblätter und trieb die Klinge weit in den Leib des Raubtiers. Es bäumte sich noch einmal eine Handbreit hoch auf, sogar gegen den Zauber, und lag dann still. Eine erstaunlich breite Palette an Flüchen lag Erynn auf der Zunge, aber sie schluckte sie alle herunter. Es war keine besonders geschickte Art, ihrer Sorge um den Magier Ausdruck zu verleihen. „Bist du in Ordnung?“ fragte sie stattdessen, als sie sich neben ihn kniete.

  8. #8
    Arranges hatte schon fest damit gerechnet, dass Erynn sich einfach aus dem Staub gemacht hätte und er hier unwürdig unter den Massen dieses idiotischen Bärs abkratzen würde, anstatt von dem Tier zerfetzt zu werden. Er sah keine Möglichkeit, sich von allein zu befreien, den Zauber zu lösen würde ebenfalls seinen Tod bedeuten. Um so erleichterter war er, als das drückende Gewicht endlich nachließ. Japsend und hustend sog er die Luft in seine Lungen. Aber schon nach zwei tiefen Atemzügen ließ er auch das bleiben, da sein Brustbein und allgemein der komplette Brustkorb mit den Lungen zusammen arg gequetscht worden war und ihm jetzt Schmerzen beim Atmen bescherte.

    Erynn kam von der Seite in sein Blickfeld. Sehe ich so aus, als wäre bei mir alles in Ordnung? Ja sicher doch, ich bin nur gerade eben von einem Bär plattgewalzt worden, aber sonst geht es mir hervorragend... mir ist schon klar, dass der Bär von deinen spitzen Knochen ganz automatisch wieder heruntergesprungen wäre... würde ich auch machen... aber sonst, danke der Nachfrage... 'Nein, bei mir ist nicht alles in Ordnung verdammt...!' Immernoch japsend und um Atem ringend, setzte er sich auf. Einen Augenblick später wuchtete er sich hustend und keuchend auf die Beine, während er allerdings mit einem Arm seinen Brustkorb umschlungen hielt. Wütend blickte er sich nach dem Bären um, als sein Blick auf das Tier viel, hob er die andere Hand, welche sogleich von einer in den Augen schmerzenden, grellen Flammenkugel eingehüllt wurde. Er fletschte die Zähne wie ein tollwütiger Wolf und sein Atem beschleunigte sich für einen Augenblick... Dann aber verpuffte der Zauber in seiner Hand wieder und sein Gesicht, ebenso wie sein Atem wurden entspannter.

    'Da, jetzt hast du deinen ersten Bären... da können wir die anderen drei grade auch noch erlegen...' Sagte er nur noch ein wenig außer Atem und ließ sich ohne den Arm um seine Brust sinken zu lassen, an einem der Baumstämme auf den Boden gleiten.

  9. #9
    Ja, hervorragend. Das Vieh liegt mitten im Lager, du bist schon wieder kaputt und nicht zuletzt beobachten uns vermutlich irgendwelche finsteren Gestalten... außerdem, was heißt ‚wir’? Willst du nochmal den Köder spielen? Gar keine blöde Idee, eigentlich.
    Sie seufzte schicksalsergeben, befreite den Fuchs von dem Seil und holte dann Sattel und Zaum ihres Wallachs. Ob es Falchion nun paßte oder nicht, er würde das Biest wegschleppen müssen. Er wird sich gefälligst daran gewöhnen. Wozu hab ich mir sonst ein Arbeitspferd zugelegt?
    Nach einigem Gehampel hatte das Pferd anscheinend begriffen, daß der Bär es nicht mehr anspringen würde. Sie schleifte den Kadaver ein gutes Stück weg vom Lager, bis in die Nähe des Findlings, den sie am Tag zuvor ausfindig gemacht hatte und begann, dem Tier das Fell abzuziehen. Es war schweißtreibend, und die allgegenwärtigen Fliegen taten ihr Übriges um sie daran zu erinnern, warum sie sich dazu entschieden hatte, nicht den Beruf ihres Vaters zu übernehmen. Nach einer Weile hatte sie die Decke jedoch herunter und sich selbst nicht allzu sehr eingesaut. Erynn nahm auch die Krallen mit. Irgendwer bezahlte immer für solchen Tand.
    Sie entschied, den Wallach zurückzubringen und bei der Gelegenheit auch gleich nach Arranges zu sehen. Vermutlich würde er zetern und sie für diese ganze Sache verantwortlich machen, aber das, so wußte sie mittlerweile, war ein sicheres Anzeichen dafür, daß er den Kopf noch nicht unter dem Arm trug. Vielleicht sollte ich doch irgendwann eine Familie gründen. Wenn ich den Kerl aushalte, sollten trotzige Kinder kein Problem darstellen...
    Am Lager angekommen, breitete sie das Fell aus und warf dem Magier einen Blick zu. Er lehnte noch immer zusammengesunken an dem Baum, sah aber nicht unbedingt schlechter aus als noch vor einer Stunde. Erynn holte ihren Bogen und machte sich bereit, zu dem Findling zurückzukehren. „Brauchst du irgendwas?“ fragte sie, bevor sie sich wieder auf den Weg machte.

  10. #10
    Ich weiss, was ich nicht brauche... und das ist dein... gruslige Fürsorge! 'Na los, mach dich dünne, bevor ich mir überlege mitzukommen...' Sagte Arranges mit gespielter Bosheit und winkte schwach mit einem Arm.

    Die Zeit, die Erynn auf der Jagd war, verbrachte Arranges damit, Feuerholz zusammen zu suchen, das Zelt neu zu errichten und sich seine Rüstung wieder anzulegen. Erstaunt stellte er fest, dass diese normalerweise recht einfachen Tätigkeiten recht lange dauerten. Er konnte zwar die Arme über den Kopf heben, aber alle paar Minuten musste er einige Augenblicke erst wieder durchatmen. Verfluchter Bär... wehe, das hat sich nicht gelohnt, dann liegt Erynn bald in schönstes Rot gehüllt neben dem felllosen Bärenkadaver... und ich habe etwas, das ich Meisterin Marie bei der nächsten Gelegenheit als kleine Wiedergutmachung schenken könnte... ja, ich glaube die Haut einer Dunmer nennt sie bis jetzt noch nicht ihr Eigen... Die restliche Zeit langweilte Arranges sich und wartete, auch wenn er sich das nicht eingestand, auf die Rückkehr Erynns. Er achtete sorgfältig auf irgendwelche Anzeichen, die auf einen Botschafter hindeuten könnten, aber es war praktisch unmöglich einen zu spüren oder zu erblicken, wenn sie das nicht ebenfalls wollten. Er gab es schnell auf, es würde zu nichts führen...

    Als die Dämmerung einsetzte, entfachte der Magier wieder das Feuer. Es war ein relativ großes Feuer und nachdem die Sonne ihre letzten Strahlen über den Rand der Erde schickte, sah er die dunkle Silhoutte der Kriegerin auf das Lager zukommen.

  11. #11
    Erynn ignorierte sein Gegifte und verschwand nach Norden. Zickig wie eine Prinzessin! Der Gedankengang führte dazu, daß sie sich den Beschwörer unwillkürlich in einem pastellfarbenen Rüschenkleid vorstellte, und das hob ihre Laune für den Rest des Tages beträchtlich.
    An ihrem Felsen angekommen, stellte sie sich auf eine längere Wartezeit ein. Der Tag war längst zu weit fortgeschritten, als daß sie glaubte, daß noch viele Bären unterwegs sein würden. Sie wurde jedoch positiv überrascht, als das kleine Tier vom Vortag wieder auftauchte und sich dem Kadaver näherte. Er schnüffelte mißtrauisch, kam dann zögerlich heran, als erwarte es, daß von irgendwoher ein Konkurrent auftauchen könnte. Erynn legte einen Pfeil auf die Sehne. Der Räuber nagte vorsichtig an dem Fleisch, und nach einigen Minuten befand er sich in einem guten Winkel zu der Elfin. Sie zog die Sehne zurück, löste und griff bereits nach dem nächsten Pfeil. Ihr Beute strauchelte, kam wieder hoch und wandte sich ihr zu. Sie erhob sich und setzte den nächsten Pfeil in das aufgerissene Maul des Tieres, als es sich auf die Hinterbeine stellte. Es schwankte, fiel und lag reglos. Schlimmer als Wildschweine...
    Erynn häutete auch dieses Tier und sah sich dabei immer wieder um. Jetzt, da sie ihr Pferd nicht dabei hatte, mußte sie doppelt aufpassen, nicht von einem anderen Raubtier überrascht zu werden. Vielleicht hätte ich den Beschwörer doch mitnehmen sollen, überlegte sie müßig, während sie sich mit dem Fell wieder auf den Findling verzog. Ein Zauber wie jener, den er vorhin geworfen hat, würde einiges an Mühe sparen.
    Lange Zeit geschah nichts, außer daß sie sich langweilte und die Fliegen sie nervten. Sie beobachtete einen einzelnen Wolf, der einen großen Bissen ihres Köders wegschleppte und hoffte im Stillen, daß er nicht noch ein Rudel in der Nähe hatte. Erst, als die Sonne schon tief stand, hatte Kynareth ein Einsehen. Dieser Bär war weit größer als die beiden anderen, und sie wurde ziemlich nervös, nachdem ihr erster Schuß nicht richtig saß und das Raubtier blindwütig versuchte, den Findling zu erklimmen, auf dem sie hockte. Diesesmal wurde sie gestört, während sie ihrer Beute das Fell abzog. Sie machte sich gar nicht die Mühe, sich nach dem knurrenden Geräusch umzusehen, und flüchtete auf höheres Terrain. Es war ein älteres Tier, dessen Pelz sich schon an mehreren Stellen grau färbte.

    Zu Tode erschöpft, aber durchaus zufrieden kehrte sie schließlich mit den drei Fellen zum Lager zurück. In nächster Zeit, so schätzte sie, würden sie wohl vor ungebetenen Besuchen diverser Raubtiere verschont bleiben. Die praktischerweise schon ausgepackten Kadaver nur ein Stück entfernt sollten ein leichter zu erlangendes Abendessen darstellen.
    Erynn breitete die Felle aus und machte sich über ein Stück harten Käse her. Sie hatte tatsächlich den ganzen Tag noch nichts gegessen. Manchmal vergaß sie das eben einfach.

    „Meinetwegen können wir los“, sagte sie zwischen zwei Bissen. „Ich habe alles zusammen, was ich brauche.“ Es sei denn, du hättest plötzlich einen bedenklichen Anfall von Vernunft und würdest es vorziehen, dich noch eine Nacht lang auszuruhen. Aber nein, ich weiß... fliegende Schlammkrabben und so...

  12. #12
    Arranges war fast ein bisschen beeindruckt, als er sah, dass Erynn tatsächlich nochmal drei Felle holen konnte. Ihre Worte hingegen nahm er mit gemischten Gefühlen wahr. Naja, an erster Stelle steht nun, die Abtrünnigen nicht wissen zu lassen, was ich genau zu tun habe... sie scheinen es noch nicht zu wissen, sonst hätte der Botschafter mir gestern die Siegelsteine einfach abgenommen... es wäre mehr als verwirrend, wenn wir jetzt wieder nach Anvil reiten und schlicht die Felle zur Gilde bringen würden... 'Gut, dann brechen wir direkt auf...' Recht schnell hatten sie das Lager abgebrochen und als Sekunda und Masser von Osten her am Firmament erschienen, ritten sie los.

    Es dauerte eine ganze Weile, bis sie die Straße wieder erreichten und als sie den Hang zur Hafenstadt hinunterritten, war beinahe die halbe Nacht vorrüber. Am Tor gab es keine weiteren Probleme. Die Tatsache, dass sie die Felle dabei hatten und sich so mehr oder weniger als Jäger ausgeben konnten, gab dem Wächter genug Grund, sie nicht aufzuhalten. Arranges war sichtlich erschöpft und sein Atem pfeifte kaum hörbar, als er sich auf dem Platz von der Dunmer verabschiedete. 'Ich werde mir ein Zimmer nehmen... gute Nacht...' Damit drehte er sich um und schlurfte davon.

    Bei einer der Tavernen angekommen, musste er erst den Wirt herausklopfen, welcher nicht wirklich erfreut darüber war, sein Geld aber trotzdem annahm und ihm ein Zimmer überließ.

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