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Thema: Krisensitzung

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  1. #1
    Nach einer Weile bemerkte Arranges, dass Erynn wohl eingeschlafen war. Er ließ die Gespräche der letzten Stunden nochmals revue passieren. Aber mit seinen Gedanken kam er auf keinen grünen Zweig... alles lief immer wieder darauf hinaus, dass er sich gegen seinen Willen eingestand, dass Erynn mehr für ihn war, als nur ein Mittel zum Zweck. Er hätte das für sich selbst nur zu gern revidiert, aber jedes Mal, wenn er daran dachte, wie oder warum er auf diesen abstrusen Gedanken kam, drängten sich die Worte Erynns mit dieser widerlichen Stimme in sein Bewusstsein. Lieber ein Dremora... Warum immer die Hübschen? ... Lieber ein Dremora... Der Kaiserliche stand vor sich selbst und wusste nicht, warum er darüber so brütete. Blöderweise drängten mit diesem Gedankenansatz auch gleich noch mehr Dinge nach. Warum habe ich sie nicht einfach irgendwo sterben lassen? Ich hätte sie in Torrahs Schlammloch einfach liegen lassen können, dann hätte ich jetzt fast keinerlei Probleme... Arranges konnte sich keinen Reim darauf bilden, warum er jetzt, da Erynn nicht mehr nur auf ihn fixiert war, er sich darum so viele Gedanken machte...

    Er versuchte sich irgendwie abzulenken. Erst wollte er meditieren, aber das war fast unmöglich mit seinen Verletzungen. Eine Weile stocherte er im Feuer herum, beschäftigte sich in Form von Streicheleinheiten mit seinem Reittier besah sich die Umgebung nahe des Lagers. Irgendwann wurde es schließlich doch dunkel. Der Kaiserliche kehrte zum Lager zurück und blieb neben der Dunmer stehen. Als er so in ihr beinahe friedliches Gesicht schaute, spürte er einen seltsamen Schmerz. Als würde ihm jemand in die Brust greifen und dort die Organe zerquetschen wollen... Das wird jetzt aber doch nicht das Gift sein... nein, unmöglich... Der Kaiserliche war sich nicht sicher, was er davon halten sollte, aber dieses seltsame Gefühl wollte nicht verschwinden. Er ging neben Erynn in die Knie und deckte sie bis zum Hals hin zu.

    Erst als er sich wieder abwandte, verrauchte dieser komische Schmerz, der ihn aber irgendwie nicht behindert hatte, er war einfach da, ohne, dass Arranges hätte sagen können woher er kam... Arranges hielt die Nacht hindurch Wache. Mit dem Rücken zum Feuer, damit er die Dunmer nicht sehen musste.

    Langsam schob sich die Sonne im Osten über den Horizont, als die Nacht wich. Der Kaiserliche hatte das Feuer erst vor ein paar Stunden nochmal ein wenig angefacht, aber trotz der knisternden Flammen hörte er, wie sich Erynn regte.

  2. #2
    Träge schlug sie die Augen auf. War es noch immer hell, oder schon wieder, fragte sie sich, als sie ins Dämmerlicht blinzelte. Nein, die Sonne stand tief im Osten. Sie hatte tatsächlich den halben Tag und die Nacht verschlafen. Eigentlich hatte Erynn vorgehabt, noch einmal im Meer zu baden. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gab sie es auf, sich erheben zu wollen. Dann würde sie eben einfach hier liegen bleiben, dachte sie sich – etwa für eine Stunde. Ihr wurde langweilig. Außerdem nervten sie die Fliegen, die immer lästiger um sie herumschwirrten. Und es war unbequem. Nicht zuletzt müßte sie sich mal dringend in die Büsche schlagen. „Verflucht...“
    Arranges hat ganz andere Probleme als eine gebrochene Rippe, und hüpft trotzdem durch die Gegend... nicht zu fassen! Das gab letztendlich den Ausschlag. Sie spannte die Bauchmuskeln an, schwang ein Bein über das andere und wuchtete sich mit wildem Fauchen herum auf die Knie. Dort verharrte sie für einen Moment, bis sich die schwarzen Pünktchen vor ihren Augen verflüchtigten.

    Diesesmal brannten die Schrammen nicht mehr so schlimm, als sie sich von den Wellen umspülen ließ. Erynn kehrte zum Feuer zurück und aß lustlos etwas von den Reiserationen. Sie konnte das Zeug jetzt schon nicht mehr sehen. Möglicherweise, so überlegte sie, könnte sie demnächst versuchen, ein paar Fische zu fangen.
    Letzendlich überwand sie sich dazu, Arranges anzusprechen. „Wir sollten so langsam überlegen, wie wir hier wegkommen“, sagte sie, nachdem sie für eine Weile gegrübelt hatte. „In ein paar Tagen schaffe ich es vielleicht bis Beldaburo. Mit etwas Glück finde ich dort noch etwas Brauchbares, das die Banditen dort gehortet haben. Einen besseren Vorschlag habe ich leider nicht.“

  3. #3

    Nördliche Goldküste -> Beldaburo

    Der Kaiserliche ignorierte, dass Erynn aufgestanden war. Er verdrängte krampfhaft ihre Anwesenheit in der Annahme, dass dieses ihm immer unangenehmere Drücken in der Brust nachließ... Er wusste selbst nicht, warum er gerade darauf schloss, dass es wegen Erynn entstanden war, aber irgendwoher musste es schließlich kommen...

    Als die Dunmer ihn ansprach stellten sich die Nackenhaare des Magiers auf. Was zum Henker hat sie mit mir gemacht... Arranges bemühte sich um eine gleichgültige Haltung, als er sich zu Erynn umwandte. 'Nun... reiten werdet ihr kaum können... vielleicht könnten wir ein einfache Pritsche konstruieren und einem der Pferde anhängen...' Nach kurzer Überlegung jedach verwarf Arranges seinen Vorschlag. Sie hatten hier nichts, aus dem man hätte etwas halbwegs Stabiles bauen können. Nach einem weiteren kurzen Wortwechsel brachen sie das Lager ab und machten sich auf den Weg.

    Der Weg war mühsam, Erynn tat sich schwer beim Laufen. Der Kaiserliche zwar ebenfalls, aber er hatte nicht das Problem mit der Atmung, er humpelte schlicht nur. Arranges tat sich währen der ganzen Zeit, die sie unterwegs waren schwer und war ungewöhnlich unsicher im Umgang mit Erynn. Stets wich er ihrem Blick aus, war teilweise abweisend und kühl, sorgte sich aber indirekt um sie, drängte immer wieder zu kurzen Pausen, damit sich die Dunmer erholen konnte. Wenn sie sprachen, behielt Arranges eine seltsam gleichgültige Tonlage. Weder versuchte er sich durch freundliche Worte an einem kurzen Wortwechsel zu beteiligen, noch würgte er irgendeinen Einwand von Erynn ab. Er ließ ihr verbal komplett freie Hand... Immer, wenn sie gerade nur schweigend nebeneinander herliefen, kehrten unerwünschte Gedanken in den Verstand des Kaiserlichen. Ihnen folgte das Gefühl eines Stichs in die Mitte seiner Brust. Er räzelte noch immer über die Ursache, war sich aber mittlerweile sicher, dass Erynn daran schuld war. Jedes Mal, wenn er ihr einen unauffälligen Seitenblick zuwarf, wurde das quälende Gefühl stärker und machte ihn schier wahnsinnig. Nichteinmal die Nähe seines Rotfuchses konnte den unnormalen Schmerz verdrängen, Der Kaiserliche war mit seinem Wissen, seinen Ideen und Vermutungen am Ende... Mit was für einem widerlichen Fluch hat sie mich nur belegt? Das kommt davon, wenn man seine Verletzungen nicht von vertrauenswürdigen Menschen versorgen lässt, bestimmt hat sie irgendeine Ohnmacht schon vor längerer Zeit ausgenuzt... schon vor Torrahs Tod...

    Am Abend des dritten Tages, nachdem sie losmarschiert waren, zeichneten sich vor ihnen fast grell die weißen Ruinen Beldaburos gegen die hereinbrechende Nacht ab. Arranges wirkte während sie auf die Ruinen zugingen, einen Zauber um nicht überrascht zu werden. Aber es waren keine Banditen mehr da, alles war ruhig. Auch als sie näherkamen, war nichts Auffälliges zu sehen oder hören. Das Lager der Räuber war noch halbwegs intakt, sodass sie zwei einfache Zelte hatten und selbst keine aufbauen mussten. Bis sie schließlich ein kleines Feuer in Gang gebracht hatten, war es zu dunkel, um noch einen Blick in die Ruine zu werfen. Arranges hatte sich um diese Tatsache ein wenig zu bekräftigen, mit dem Buch, mit seinen eigenen Aufzeichnungen an das Feuer gesetzt und vergrub sich in den Seiten. Er hatte genug, er wollte endlich wissen, was es mit den Stichen und dem unangenehmen Druck in seiner Brust auf sich hatte, vielleicht hatte er auch nur etwas vergessen... von den Verletzungen jedenfalls stammten diese untypischen Schmerzen nicht, da war er sich sicher...

  4. #4
    Erynns Überlegungen schlossen eigentlich nicht ein, Arranges mitzunehmen, aber wie sie ihn kannte, würde er sich ohnehin davon abhalten lassen. Sie protestierte also nicht, hatte keine Lust auf einen weiteren Streit.
    Der Weg war mühsam. Selbst wenn sie vornübergebeugt ging, wurde das Laufen mit der Zeit immer unerträglicher. Während der Nächte schlief sie mehr schlecht als recht im Sitzen, die Stirn auf die Knie gelegt. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, jetzt schon wieder durch die Wildnis zu latschen, überlegte sie. Sobald wir die Ruine erreichen, werde ich mich da einfach verkriechen und erst wieder hervorkommen, wenn das schlimmste überstanden ist.

    Tatsächlich war das so ziemlich alles, was sie noch wollte. Die Verletzung war nicht weiter gefährlich, aber die ständigen Schmerzen machten sie mürbe und unleidlich. Arranges behandelte sie noch immer überaus kühl, aber der Elfin entging nicht, daß er sich auf seine eigene, verdrehte Art bemühte, Rücksicht zu nehmen. Sie hätte heulen können vor Erleichterung, als die Ayleidenruine an einem späten Abend vor ihnen auftauchte. Von den Leichen der Banditen war nicht mehr viel übrig. Wilde Tiere hatten die meisten Teile von ihnen fortgeschleppt, Insekten hatten sich zuverlässig um die wenigen Reste gekümmert.
    Erynn ließ sich einfach zu Boden sinken, nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten. Ihr Geist war hellwach und rastlos, und sie verfluchte die momentane Schwäche ihres Körpers. Der Kaiserliche widmete sich einem seiner Bücher, während sie sich ausruhte. Es war längst zu dunkel, als daß es Sinn ergeben hätte sich noch umzusehen, und so verschoben sie diese Aktion in stillem Einverständnis auf den folgenden Tag.
    Erynn beobachtete ihren Begleiter aus dem Augenwinkel. Es wollte ihr nicht in den Kopf, woher er diese Zähigkeit nahm, die es ihm ermöglichte, sich selbst so gnadenlos voranzutreiben. Auf der anderen Seite begriff sie auch nicht, warum er seinen eigenen Körper dermaßen schund. Ehrgeiz? Selbsthaß? Oder vielleicht das Gefühl, nicht genug Zeit zu haben? Ich möchte mit einem von den kurzlebigen Völkern wahrlich nicht tauschen...
    Sie fragte ihn danach, behielt ihre Mutmaßungen jedoch für sich. Aber sie wollte endlich das Schweigen brechen, das nach ihrem kindischen Streit entstanden war. Sie hatte genug davon. Es lag einfach nicht in ihrer Natur, sich zu lange in ihren Zorn hineinzusteigern...

  5. #5

    Goldküste; Beldaburo

    Arranges spürte wieder dieses unangenehme Sticheln, als Erynn ihn ansprach. Er hatte nichts darüber gefunden, weder bei seinen Aufzeichnungen zu Flüchen, noch bei sonstirgendwelchen nachhaltigen Sprüchen und Formeln, er tappte komplett im Dunkeln. Er schlug das Buch zu, legte es zur Seite und blickte der Dunmer fest in die Augen. Zunächst war er einen Moment fast überrascht von dieser Frage. 'Hmm... am liebsten würde ich euch sagen, dass ich mir selbst nicht im Klaren darüber bin, aber das wäre mindestens zur Hälfte gelogen... Wisst ihr, als ich vor 12 Jahren aus Cheydinhal fortging, war ich, wie ihr schon sagtet, ein schwacher, nicht sehr eigenständiger, verweichlichter Magier in viel zu großen Kinderschuhen... Erst mit der Zeit, in der ich streng genommen ständig unterwegs war, habe ich gelernt, mich nicht von Verletzungen egal welcher Art sie auch sein mochten, länger als unbedingt nötig, aufhalten zu lassen... Es stört mich auch nicht weiter, wenn der Heilprozess dadurch in die Länge gezogen wird und ich deswegen einige Zeit beeinträchtigt bin... irgendwann, in spätestens 10 Jahren, wird mich das Los meiner Leidenschaft als Nekromant, sowieso einholen... wisst ihr, wie alt ein Mitglied der Gathering, welches sich nicht zu den Großmeistern zählt, in der Regel wird? 35...'

    Erynn wollte die Erklärung ihres Gegenübers schon akzeptieren. Sein letzter Satz jedoch schockierte sie so sehr, daß sich das Erschrecken deutlich auf ihrem Gesicht abzeichnete. "Das ist... nicht viel. Warum? Und wie, wenn doch... wenn doch ihre Mitglieder so mächtig sind? Ist es das wert?"
    Mit einem Mal empfand sie einen brennenden Haß auf die Gathering. Sie wollte nicht, daß Arranges so jung sterben würde. Warum sie das eigentlich dermaßen mitnahm, war ihr selber nicht ganz klar. Irgendwie jedoch, gestand sie sich selbst ein, hatte sie diesen verrückten Kerl liebgewonnen. Trotz all seiner Macken, oder vielleicht auch gerade deswegen. Es war falsch, mehr noch, es war krank. "Was für ein entsetzliches Schicksal, sehenden Auges in das eigene Verderben laufen zu müssen", setzte sie flüsternd hinzu.

    Wieder war Arranges erstaunt. Er hatte mit einer ruhigen zur Kenntnisnahme ihrerseits gerechnet, nicht aber damit, dass sie so sehr die Fassung verlieren würde. Gleichzeitig war ihm, als würde sich etwas unter seinem Brustbein schmerzhaft zusammenziehen. Hergott nochmal, ich muss diesen Scheiss endlich loswerden! 'Es hat nichts mit Macht zu tun... es ist nur so, dass die intensive Studie und die bis teilweise zum Fanatismus gereichende Leidenschaft, den Geist und den Körper von innen heraus zerfrisst. Die Großmeister haben Mittel und Wege gefunden, die den inneren Zusammenhalt der Gathering dadurch gewährleisten, dass man nicht alle paar Jahre einen neuen Großmeister für einen verstorbenen benennen muss... sie haben Möglichkeiten gefunden ihre Lebenszeit zu dehnen... diese Rituale sind jedoch geheim... Aber...' er stockte einen Moment, während er in ihrem Gesicht forschte, 'anfangs habe ich in der Nekromantie einen unschätzbaren Wert und gleichzeitigen Trost gesehen, mittlerweile ist sie für mich nur noch Studienobjekt um meinen Wissensdurst zu stillen und ein sehr nützliches Mittel zum Zweck... Aber sagt, warum seid ihr darüber so... entsetzt?' Der Kaiserliche bemühte sich um einen mehr oder weniger sachlichen Ton, er konnte nicht wirklich sagen, was die Dunmer so erschüttert hatte.

    "Wie erkläre ich es am besten..." Der Elfin fiel es tatsächlich schwer, die richtigen Worte zu finden, da Arranges auch in dieser Sache völlig andere Maßstäbe anzulegen schien als sie selbst. "Vielleicht mit einer Gegenfrage: Stört es dich denn gar nicht zu wissen, daß dir nur ein so kurzes Leben beschieden sein wird, selbst nach menschlichen Maßstäben? Erscheint es dir nicht wie Verschwendung, daß all dein Wissen, all deine Kunst, in nur wenigen Jahren einfach verlöschen werden? Mich macht es unglaublich wütend, selbst wenn ich viele deiner Ansichten nicht teile." Erynn hielt den Blick des Beschwörers für einige Herzschläge lang fest, bevor sie sehr viel leiser fragte: "Fürchtest du dich nicht davor?"

    'Nun... warum sollte ich etwas fürchten, das unausweichlich ist?' Arranges überlegte kurz. 'Vielleicht habe ich das Glück und gehöre nicht zum allgemeinen Rest der Mitglieder, vielleicht lebe ich auch so deutlich länger, ich habe praktisch alles erreicht, was ich mir bis zum heutigen Tag vorgenommen habe... sollte mir morgen etwas einfallen, das es lohnt, es bis zur Perfektion zu treiben, werde ich dies tun und so lange dem Tod trotzen, was also wollt ihr hören?' Kaum, dass er diese Worte ausgesprochen hatte, bereute er sie auch schon wieder. 'Allerdings ist mir in den letzten Tagen aufgefallen, dass ich wohl nur eine Sache nie erreichen kann... selbst wenn mein Leben mir Zeit über die 35 hinaus gewähren sollte...' Verdutzt zuckte er zusammen, trotz seiner mentalen Sperre gegenüber solcher Gedanken, hatte sie sein Unterbewusstsein einfach hinausgeschleudert.

    Erynn lächelte ein wenig. "Was ich hören will? Nur die Wahrheit, wie du sie siehst. Ich versuche, die Welt zu verstehen, in der du lebst, das ist alles. Auch wenn es mir schwerfällt und das alles sehr verwirrend ist." Sie legte den Kopf schief. "Deine nächste Frage wird sein, warum. Nun, weil auch ich danach strebe, meinen Horizont zu erweitern, auf eine andere Weise als du. Aber... was glaubst du, niemals erreichen zu können?"

    Arranges senkte den Blick. Er haderte einen Moment arg mit sch selbst, während er nur in die Flammen blickte, dann antwortete er ihr endlich: 'Ich war immer der festen Überzeugung, dass ich niemand außer mich selbst brauche, wobei mein Pferd das einzige war, was ich als Familie und Freunde im Gesamten akzeptierte und liebte. Klar, ich brauche Personen wie Falanu, Meister Jurano, Bruder Marbell oder Nienna... auch Meisterin Marie oder Torrah waren nie schlicht nur Ärgernisse auf meinem Weg, aus jeder dieser Personen habe ich irgendeinen Nutzen für mich gezogen, vielleicht ist und war auch teils Freundschaft im Spiel... aber...' Er brach ab. Er wusste, was er sagen wollte, auch wenn es ihm quer gegen seiner Denkweise lag. Die Worte drängten jedoch heraus, während sich das Brennen und Stochern steigerte und sein Herz jeden Moment zu zerspringen drohte: 'Ich bin nun schon einige Zeit mit euch unterwegs Erynn... es... ich,' er schluckte, 'ich... dachte immer... ich meine, ich brauchte euch nur um dieses verdammte Amulett aus der Festung zu holen... und dann... ich dachte, ihr wärd mir gleichgültig, eine Begleitung, eine Ausrede dafür, dass ich in absehbarer Zeit wieder meine Freiheit, fernab vom Drängen der Gathering haben könnte...' Wieder brach er ab, seine Stimme hatte arg gezittert. Mühsam stemmte sich der Kaiserliche in die Höhe und wandte sich vom Lagerfeuer und von der Dunkelelfe ab, dann sprach er weiter: 'Und jetzt verliere ich etwas, was ich zuvor freiwillig, einfach so, von euch bekommen habe, aber in meiner Ignoranz und Selbstgefälligkeit nicht als die Kostbarkeit erkannte, die es darstellte, an das Abbild der Totenlande... an die Erscheinung eines Dremoras...' Die letzte Worte waren nur noch leise, gerade noch hörbar gesprochen...

    Arranges' Worte fuhren ihr wie eine heiße Klinge direkt in die Seele, und sie krümmte sich wie unter körperlichem Schmerz. Mit einem einzigen Satz, beiläufig und schon fast im Schlaf gesprochen, hatte sie den Beschwörer von den Beinen gerissen, ohne es zu merken. Hatte ganz andere Dämonen geweckt als nur jene aus Mehrunes Dagons Reich. Erynn schlug die Augen nieder und wagte für eine Weile nicht zu sprechen. Ganz langsam erhob sie sich leise und trat von hinten an ihn heran. "Es sind nur Dremora. Sie faszinieren mich, auf eine Weise, die deiner Art zu denken vielleicht sehr nahe kommt. Es ist fast berauschend mir vorzustellen, ein solches Wesen kontrollieren zu können. Aber das wird mich nicht davon abhalten, jede dieser Kreaturen ins Visier zu nehmen, die uns angreift. Ich habe dir mehrfach gesagt, daß ich loyal zu dir stehe. Daran hat sich nichts geändert."

    Arranges spürte, wie der Druck auf seiner Brust nachließ und sich eine unbändige Erleichterung und Freude einstellte. Er drehte sich zu Erynn herum und sah ihr in die Augen. Für einen kurzen Moment wollte er sie einfach nur in die Arme schließen, unterließ es aber in dem Wissen, ihr damit nur Schmerzen zu bereiten, was im Moment das Letzte war, was er wollte. 'Danke Erynn... ich habe dich wirklich gern in meiner Nähe...' Ein wenig schüchtern blickte er zu Boden.

    Ich weiß... Sie lächelte warm, wenngleich ein wenig verunsichert über die unerwartete Wendung in seinem Verhalten, neigte leicht den Kopf. "Das ehrt mich. Und es freut mich", antwortete sie. Verdammt, was sagt man in so einer Situation, grübelte die Elfin, aber es fielen ihr keine besseren Worte ein. Vorsichtig kniete sie sich wieder an das Lagerfeuer, darauf bedacht, sich nicht zu sehr zu verbiegen. "Morgen werden wir uns hier genauer umsehen. Mit etwas Glück haben die Wegelagerer hier einige Heiltränke gehortet." Sie schaute für einige Zeit stumm in die Flammen. Vielleicht sollte ich einfach öfter mal ausflippen. Die Ergebnisse sind jedenfalls sehr interessant. Halb amüsiert, halb verärgert schob sie den Gedanken zur Seite. Ja, die Gesellschaft des Beschwörers färbte definitiv auf sie ab...

    'Hoffen wir es...' Meinte Arranges mehr oder minder zuversichtlich, während er sich neben Erynn ans Feuer setzte. 'Aber trotzdem möchte ich, dass ihr das nochmals von einem Heiler in Anvil ansehen lasst... vor allem für den Fall, dass wir dort unten keine Tränke finden...' Arranges war erschöpft, von dem ganzen Gespräch, aber nicht erschöpft im eigentlichen Sinne. Er spürte wie die Stiche immer mehr und schneller einer wohlig angenehmen Wärme und Erleichterung wichen. Er saß noch eine Weile bei Erynn am Feuer, aber als ihn die Müdigkeit schließlich übermannte, schaffte er es nicht mehr an sein Zelt zu denken... es wäre sowieso unnötig gewesen, schließlich war es einen beinahe sternenklare Nacht. Der Kopf sank dem Magier auf die Brust und einige Augenblicke später kippte er nach hinten und blieb mit fast schon ungewöhnlich friedlichen und entspannten Gesichtszügen liegen...

  6. #6
    Erynn wachte die Nacht hindurch. Sie schaute in den klaren Himmel und beobachtete die Sterne, lausche auf die Geräusche der Wildnis. Als die dunkelste Stunde vorübergegangen war und der Morgen langsam dämmerte, beschloß sie, sich in der näheren Umgebung ein wenig umzusehen. Dann erstarrte sie. Von der Ruine klang ein schabendes Geräusch herüber, der Klang von Stein auf Stein. Sie faßte die Schulter ihres Begleiters und schüttelte sie leicht. „Still“, flüsterte sie, als er alarmiert die Augen aufschlug. „Irgend etwas kommt aus der Ruine.“
    Das Etwas entpuppte sich als zwei betrunkene Banditen in abgerissen aussehender Fellrüstung, ein Kaiserlicher und ein Khajiit. Lallend, ohne jede Vorsicht, torkelten sie aus den Schattend des Eingangs. Der Kajiit kam schwankend zum Stehen, stieß seinen Kumpanen an und deutete in ihre Richtung. Sie hatten die Pferde entdeckt. Die nächste Bewegung der Ganoven ging zu ihren Waffen, etwas unsicher, aber dennoch zielstrebig. Langsam näherten sie sich dem Lagerfeuer.
    Erynn fluchte leise. Unter normalen Umständen hätten diese Kerle nicht die geringste Gefahr dargestellt, aber ihr fehlte die Bewegungsfreiheit zum Kämpfen. Ihr Glück war wohl, daß die Banditen viel zu dicht waren um darauf zu kommen, in die Ayleidenruine zurückzurennen und Verstärkung zu holen. Dann waren sie und Arranges entdeckt. Die Gauner kamen näher, nicht ganz sicher auf den Füßen, aber mit wachsamem Blick. Die Elfin sah nur eine Handlungsmöglichkeit. Sie verdrängte die aufkeimende Nervosität und griff mit dem Geist nach der in ihr schlummernden Kraft. Sie bekam sie zu fassen, setzte sie in Brand und ließ sie fliegen. Der schwache Feuerball versengte das Fell im Gesicht des Katzenwesens und lenkte es für einige Augenblicke ab. Erynn warf einen Seitenblick auf den Beschwörer und konzentrierte sich erneut, versuchte diesesmal, mehr Kraft in ihr magisches Geschoß zu legen...

  7. #7
    Der Kaiserliche wurde aus dem Schlaf gerüttelt und war bei den hastig geflüsterten Worten der Dunmer sofort hellwach. Er verharrte und blieb zunächst liegen. Als die Wegelagerer, wie er vermutete, jedoch näherkamen, stemmte er sich hoch und konnte gerade noch sehen, wie Erynn einen Feuerball nach dem Khajiit warf. Zu schwach... zu schwach, das wird nicht reichen... Arranges sollte Recht behalten, der Zauber richtete nicht sehr viel Schaden an, aber er sorgte einen Moment für Ablenkung. Diesen kurzen Augenblick nutzte Erynn. Alles ging blitzschnell, sodass Arranges erst kurz darauf begriff, was eigentlich genau geschehen war.

    Der Nekromant bemerkte, wie sich langsam eine gewaltige Energiemenge von Erynn aus wie eine Aura ausbreitete. Der Gedanke, dass dies nicht gut gehen konnte, raste ihm noch durch den Kopf... Ein gleißendes Geschoss, einem Pfeil gleich, war für den Bruchteil eines Augenaufschlags in Richtung der Banditen unterwegs. Ein ohrenbetäubender, mächtiger Donnerschlag, nahm allen für einige Sekunden die Sinne. Arranges wurde umgerissen und segelte einige Fuß weit durch die Luft, ehe er hart aufschlug. Nach einigen Momenten während denen er auf dem Bauch liegend nach Luft japste, hatte er sich wieder so weit gefangen und wuchtete sich schwankend auf die Beine. Sein Gesicht brannte und sein Blickfeld wurde von grellen Punkten überlagert, als hätte er für einige Herzsschläge direkt in die Sonne gestarrt. In seinen Ohren verging langsam das Dröhnen der Explosion. Nach einem kurzen Rundumblick hatte er eine grobe Orientierung. Ein paar Meter weiter lag Erynn, ob bewusstlos oder nicht, konnte er kaum sagen, aber sie hatte ihren eigenen Feuerzauber auf jeden Fall besser überstanden, als er selbst. Er bemerkte, wie die Haut in seinem Gesicht vereinzelt Blasen schlug und schmerzte wie die Hölle selbst, auch sonst hatte es ihm die Lederrüstung und die Kleidung überall dort versengt und verkohlt, wo nicht das schützende Kettenhemd darüberlag. Verdammt... Dort, wo vor einigen Sekunden noch die Räuber gestanden hatten, war ein großer, leicht zum Krater gewölbter, rabenschwarzer Brandfleck auf der Erde, der im Durchmesser gut und gerne 3 Schritte maß. Von den Körpern der Angreifer war nicht mehr übrig, als ein paar verstreute Gliedmaßen und schwarze Hautfetzen... Was zum Teufel... Magie ist keine Kriegsaxt Erynn, lern das doch endlich, verflucht... dummes Weib! Arranges hatte aber nur wenig Zeit, sich wirklich darüber aufzuregen, denn schon drangen aus dem Eingang der Ruine ein paar weitere Stimmen. Und kurz darauf, sah sich der Magier zwei gut bewaffneten, aber nur leicht gepanzerten Rothwardonen gegenüber...

    Nein, nicht am frühen Morgen! Ich habe keine Lust auf sowas... und schon gar nicht bevor ich nicht etwas gegessen habe! Der Kaiserliche war merklich wütend, nicht nur, weil Erynn ihm gezeigt hatte, wie sich ein Feueratronach wohl ständig fühlen musste, sondern schlicht deswegen, weil er seinen Schlaf, der so schon alles andere als wirklich erholsam war, wegen ein paar bescheuerten Wegelagerern so früh aufgeben musste... Die neuerlichen leichten Verletzungen ignorierend, zog er seine Magie zusammen. Es wurde kalt, so kalt, dass von dem heißen Erdreich an der Stelle der Explosion Dampf aufzusteigen begann. Die beiden neuen Gegner, waren verwirrt und blieben perplex am Eingang der Ruine stehen, während sie zu Arranges sahen. Die Erde schien sich vor dem Kaiserlichen aufzutun, ein tiefblauer Abgrund kam zum Vorschein, aus dem etwas Aufzutauchen begann. Majestätisch und absolut bedrohlich, schwebte ein Lich empor und hielt sich einige Handbreit über dem Boden, während sich das klaffende Loch aus Magie unter ihm schloss. Aufgehts... tu, was du am besten kannst und seh zu, dass ich nicht mehr von diesen Bastarden behelligt werde... Der Lich vernichtete die beiden Räuber einfach, aber gerade, als Arranges seinen Diener entlassen wollte, kamen nochmals Gestalten aus dem Eingang der Ruine hervor. 'Verdammt nochmal...!' Jetzt reichte es ihm entgültig. Mit schneidendem Zorn drang er in die Mentalität des Lichs ein und zwang ihn an das Führungskreuz einer Marionette, welches er hielt. Der Lich beschwor einen Skelettmeister an seine Seite, während Arranges sich seitlich zu seinen Beschwörungen bewegte um freies Schussfeld zu haben. Der Erste der drei Kontrahenten stürmte direkt auf das Skelett zu und fand sich einige Augenblicke später mit gespaltenem Kopf am Boden wieder. Der Zweite hatte den Lich über den Schaft seiner Pfeile hinweg ins Visier genommen und wollte gerade den zweiten Schuss abgeben, nachdem er die Silberspitze des ersten Pfeils im Torso des Untoten versenkt hatte. Bevor er jedoch noch die Sehne loslassen konnte, kassierte er die Quittung des Lichs und wurde von einem gewaltigen Feuerball in die Ruine zurückgeschleudert. Der Dritte verschwand derweil im Aufblitzen eines ihn treffenden Feuerzaubers, den Arranges geworfen hatte. Allerdings blieb er stehen. Arranges stutzte einen Moment, blickte aber dann hasserfüllt in die roten Augen eines Dunmers. Achso... das wird dir nur leider nichts nützen... Der Dunmer schien jedoch bewandert in der Magie und plötzlich machte der Skelettmeister kehrt und sprintete davon, als wäre Mehrunes Dagen persönlich hinter ihm her, auch der Lich sah sich plötzlich in seltsamen Fesseln wieder, die ihn am Angriff hinderten... Eine flimmernde Kugel jagte dem Dunkelelfen entgegen, der mit gezogener Klinge auf Arranges zukam. Er strauchelte und schlug schließlich hart auf. Der Kaiserliche war mit einigen wenigen Schritten bei ihm und ging ihm mit dem Knie voran ins Rückrad. Er hatte kein Schwert mehr, aber das sollte nicht das Problem sein. Ein gerufener Daedradolch verschwand knackend im Genick des Dunmers. Ein kurzes Zucken, dann hauchte er sein Leben aus.

    Arranges erhob sich mühsig und lauschte einige Momente, ob nochmal jemand kam, aber das schienen alle gewesen zu sein. Er behielt den Lich trotzdem noch auf Nirn, auf Überraschungen hatte er nach so einem Tagesbeginn wahrlich keine Lust mehr. Vorsichtig strich er sich mit einer Hand über eine Wange. Die Haut hatte tatsächlich leichte Blasen geschlagen, das Haar an seiner Stirn war leicht angesengt und die Haut im ganzen Gesicht brannte abartig. Aber das war momentan nicht vorrangig für den Kaiserlichen, er eilte zu Erynn, die mittlerweile wohl wieder komplett zu sich gefunden hatte und auf dem Rücken liegend japste wie ein Fisch auf dem Trockenen. Neben ihr ließ er sich auf die Knie fallen. 'Verdammt, was habt ihr euch dabei gedacht?!' Seine Stimme klang mehr besorgt als verärgert. So vorsichtig wie irgend möglich hob er ihren Oberkörper in eine leicht sitzende Position und hielt sie mit einem Arm so, dass sie einigermaßen durchatmen konnte, während er ihr mit der anderen Hand das Haar aus dem Gesicht strich.

  8. #8
    Die Elfin griff weit tiefer in die magische Kraftquelle als jemals zuvor. Sie wollte diese beiden Mistkerle einfach nur schnell erledigen; es hätte durchaus fatal werden können, würde sie in den Nahkampf gezwungen. Plötzlich entglitt ihr die Kontrolle über die Magie. Sie staute sich auf, immer weiter. Das ist zuviel. Viel zuviel! Panik zerrte an ihrer Konzentration, ließ das filigrane Geflecht des Zaubers instabil werden. Sie spürte die gewaltige Hitze auf ihrer Haut, in ihrem Kopf, in ihren Knochen. Es würde sie zu Asche verbrennen! Mit der Kraft der Verzweifelung stieß sie Energien von sich fort, wurde von der Druckwelle zurückgeschleudert. Der Aufprall preßte ihr die Luft aus den Lungen und sie blieb benommen auf dem Rücken liegen.
    Nach einer Weile hob sie schwach den Kopf. Ihr war schwindelig und ihr Hirn fühlte sich an, als hätte es sich verflüssigt. Fast automatisch tastete sie nach ihrem Dolch, erstarrte aber mitten in der Bewegung, als einige Meter entfernt von ihr ein Wesen aus dem Nichts auftauchte, das ihr völlig unbekannt war. Es war furchteinflößend, gekleidet in verrottete Fetzen und trotzdem majestätisch. Eine eisige Aura umgab die Kreatur, so kalt und trostlos wie eine lange verschüttete und vergessene Gruft. Das unbekannte Ding wischte zwei weitere Angreifer fort -woher auch immer die so plötzlich gekommen waren- und rief dann ein Gerippe an seine Seite. Erynn ließ sich wieder zurückfallen. Der Beschwörer hatte offenbar alles im Griff.
    Der Rest des Kampfes erreichte sie nur noch undeutlich. Nachdem sie all ihre magischen Reserven auf einen Schlag buchstäblich verbrannt hatte, konnte sie nur noch quälend langsam denken und reagieren, und jeder verkrampfte, abgehackte Atemzug flutete ihren Leib mit neuerlichem Schmerz.

    Dann kniete der Kaiserliche neben ihr und zog sie so weit hoch, daß sie ein wenig leichter atmen konnte. Er sagte irgendetwas, das nicht sofort zu ihr durchdrang. Langsam beruhigte sich ihr hämmerndes Herz, und sie schlug die Augen halb auf. Für eine Weile schaute sie Arranges nur nachdenklich an und versuchte herauszufinden, was mit seinem Gesicht nicht stimmte. „Oh, verflucht...“, brachte sie schließlich heraus. „War ich das?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht genau, was passiert ist“, beantwortete die Elfin schließlich seine Frage. „Ich habe irgendwie die Kontrolle verloren. Die Kräfte haben sich daraufhin verselbständigt und ließen sich nicht zurückdrängen... Arranges, bitte, in Neungötternamen, laß mich wieder runter. Du treibst mir die Rippe durch die Lunge.“
    Geändert von Glannaragh (15.03.2011 um 10:15 Uhr)

  9. #9
    Der Kaiserliche zuckte erschrocken zusammen, als Erynn vor Schmerzen das Gesicht verzog und ihn stöhnend bat, ihn wieder herunter zu lassen. Langsam ließ er sie wieder absinken. Er wandte sich zu dem König der Untoten um und schickte ihn mit einem Wink ins Reich des Vergessens zurück.

    'Halb so wild.' Versuchte er die Dunmer zu beruhigen. 'Es ist ja nichts weiter passiert... Ihr habt den Räubern ordentlich eingeheizt.' Sagte er und lächelte anerkennend. 'Aber bitte, tut mir den Gefallen, versucht das nächste Mal nicht irgendetwas... weckt mich, wenn ihr nicht kämpfen könnt...' Er warf Erynn nochmals einen flüchtigen, prüfenden Blick zu und erhob sich dann. Sein Gesicht brannte immernoch und die zahlreichen Schnitte an den Händen schienen auch wieder aufgeplatzt zu sein. Wird Zeit, dass wir nach Anvil zurückkehren... Arranges ging zu den Toten hinüber und durchsuchte ihre Leichen nach Heiltränken, aber außer einem arkanen Trank bei dem Dunmer fand er nichts. 'Verdammt!' Presste er hervor. Er ging zurück zu seinen Sachen, riss sich einen Stoffstreifen aus dem Umhang und tränkte ihn mit etwas Wasser. Vorsichtig und gähnend langsam ertastete er eine erste der relativ vielen Brandblasen im Gesicht und tupfte sie ab. Die Kühlung brachte nicht wirklich etwas, aber da ihm ebenfalls Rus und Staub entgegengeschleudert wurde, versuchte er so, die geschundene Haut ein wenig zu säubern, was sich als gar nicht so einfach herausstellte ohne Spiegel...

  10. #10
    Erynn wuchtete sich schließlich auf die Füße und verschaffte sich einen Überblick. Als ihr Blick auf die verkohlten Leichenteile fiel, welche das Ergebnis ihres außer Kontrolle geratenen Feuerzaubers darstellten, wurde ihr kurz noch einmal ziemlich übel. Trotzdem überwand sie sich und durchsuchte jene Leichen, von denen etwas mehr übriggeblieben war. Bei einem der Toten fand sie einen Köcher voll mit Silberpfeilen, den sie an sich nahm. Ein paar gut gearbeitete Stahlwaffen sah sie noch, darunter ein hervorragend gepflegtes Kurzschwert, das ein Rothwardon bei sich getragen hatte. Sie nahm auch dieses mit. Andere nützliche Dinge fand sie ebensowenig wie Arranges. Es kam ihr seltsam vor, die Leichen zu fleddern, aber welche Wahl hatte sie schon? Keine Tränke, keine Spruchrollen, nicht einmal starken Alkohol tragt ihr bei euch. Was für Banditen seid ihr eigentlich!?

    Erynn sah zu ihrem Begleiter herüber. Verdammt, sie hatte wirklich ein schlechtes Gewissen! Laß mich das machen“, bat sie und hielt ihm die Handfläche hin, bis er den Stoffetzen hineinlegte. Es dauerte nicht lange, bis sie den gröbsten Schmutz fortgewischt hatte. „Wenn du die Nerven dazu hast, wasch die Verletzungen mit Meerwasser aus. Sie nässen dann weniger. Ich werde derweil versuchen, noch ein paar dieser Pflanzen zu finden...“ Die Elfin sah mindestens so zerknirscht aus, wie sie sich fühlte. „Ich habe übrigens noch dieses Schwert hier gefunden. Ich weiß, es ist kein Silber, aber solide und gut ausbalanciert. Vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen.“ Damit wandte sie sich ab und ging ein Stück an der Ruine entlang. Sie fand ein paar von den Stauden, die sie suchte, außerdem entdeckte Erynn eine Kiste an der Rückseite des Gemäuers, gut versteckt hinter einem Busch. Sie war verschlossen, aber ein paar kräftige Tritte lösten das Problem. Eigentlich war es den Aufwand nicht wert. Sie enthielt einen Haufen Plunder und einen Beutel mit zehn Septimen und einem kleinen, gelblich schimmernden Halbedelstein.

    Schließlich kehrte sie zum Lager zurück und verarbeitete die Blätter wie schon einige Tage zuvor zu einer Salbe. Dann betrachtete sie nachdenklich das steinerne Portal, das den Eingang zu Beldaburo verschloß. „Ich kann nicht sagen, daß ich begeistert von der Aussicht wäre, in dieses Gemäuer hinabzusteigen“, sagte sie, als sie dem Kaiserlichen den Mörser mit der Frauenmantelpampe reichte. „Andererseits... sind wir nun schon mal hier. Ich habe sieben Tote gezählt. Zusammen mit den drei anderen, die wir auf dem Hinweg erwischt haben, macht das Zehn. Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Bande noch viel mehr Leute zählt.“

  11. #11
    Nach kurzem Zögern gab Arranges den Stoffetzen doch an Erynn weiter. Er war nicht sehr begeistert davon, die Dunmer hantieren zu lassen, aber es blieb ihm kaum etwas anderes übrig. Nachdem sie fertig war, gab sie ihm noch den Rat, sein Gesicht mit Meerwasser zu waschen. Naja, vielleicht hilfts ja... Und dann hielt sie ihm noch ein stählernes Kurzschwert hin, das er zuvor zwar ebenfalls erblickt hatte, ihm aber keine weitere Beachtung geschenkt hatte. Erynn meinte es aber wohl nur gut, also griff er nach der Klinge und nahm sie an sich. 'Besser als nichts...' Nuschelte er.

    Während sie an der Ruine entlang nach weiteren Frauenmantelgewächsen suchte, ging er zum Strand hinunter und wusch vorsichtig sein Gesicht. Es brannte schlimmer als Feuer, aber als er fertig war und seine geschundene Haut trocknete, fühlte es sich nicht mehr so unangenehm an, wenngleich der Schmerz blieb.

    Er ging zurück zum Lager, wo Erynn gerade die Arbeiten an einer neuerlichen Salbe beendete. Sie reichte ihm die massive, irdene Schale und sprach ihn darauf an, ob sie in der Ruine noch nachsehen sollten, ob es dort vielleicht etwas Verwertbares gab. Arranges trug vorsichtig die Salbe auf sein Gesicht und die Hände auf. 'Hmm... die Räuber werden nicht sehr weit in die Ruinen vorgedrungen sein... vielleicht haben sie nur den Eingangsbereich besetzt oder auch die erste größere Halle, aber sehr viel weiter hinein werden wir nicht müssen um ihr Lager zu erreichen... Könnt ihr überhaupt so gut laufen... ich meine, wir sollten keine weiteren Verletzungen riskieren, schließlich wissen wir nicht, ob die Gänge möglicherweise mit Fallen gespickt sind...' Er stellte nachdenklich den Mörser ab, als er fertig war und ließ seinen Blick über Erynn gleiten.

  12. #12
    „Es wird schon gehen.“ Sie zog eine Augenbraue hoch. „Um meine eigenen Kratzer mache ich mir dabei übrigens die geringsten Gedanken.“ Die Elfin stand auf und holte ihr Schwert. Nachdem die Entscheidung einmal getroffen war, wollte sie keine Zeit mehr mit warten verschwenden. Von dem Lederkürass waren praktisch nur noch Fetzen übrig, also ließ sie ihn liegen. Sie hatte ohnehin keine Ahnung, wie sie das Ding über ihren Kopf kriegen sollte. Ungerüstet in diese Ruine herabzusteigen, ist tatsächlich etwas waghalsig. Dann muß ich eben zusehen, daß ich ungesehen dicht genug an eventuelle Gegner herankomme, um sie mit einem Stich auszuschalten... Erynn erschrak über ihre eigenen Gedanken. Bin ich wirklich so kaltblütig? Das wollte ich niemals sein. Aber es sind in letzter Zeit so viele Dinge geschehen, die ich niemals wollte...

    Langsam ging sie auf den Eingang zu. Hinter sich hörte sie, daß der Kaiserliche ihr folgte. Das Portal stand halb offen. Dahinter erstreckte sich nach wenigen Stufen ein kurzer Gang, der nach nur wenigen Schritten eine scharfe Linksbiegung beschrieb. Die Erbauer hatten die Wände zum Teil mit großen, sorgfältig behauenen Steinblöcken gestützt, zum Teil den natürlichen Fels sichtbar gelassen. Zusammen ergab es ein elegantes, harmonisches und auch sehr fremdartiges Bild, als hätten die Baumeister des alten Elfenvolkes versucht, den Übergang zwischen der Wildnis draußen und ihren kühnen, hohen Hallen so fließend wie möglich zu gestalten.
    Noch einmal hielt Erynn inne und lauschte sie auf irgendwelche Geräusche, hörte aber nichts. Dann trat sie einige Schritte in das Halbdunkel und spähte um die Ecke. Der Gang ging in eine Empore mit steinernem Geländer über. Einige Wurzeln waren durch die Decke gestoßen und hingen in der Luft wie sich windende Schlangen. Von ihrer Position aus konnte sie in eine große Halle hinabsehen, die von vier schlanken Säulen gestützt wurde. Große, helle Kristalle wuchsen direkt aus der Decke und tauchten die Umgebung in bleiches, überirdisches Licht. Der Boden des großen Raums war übersät mit Kisten, Fässern, Decken und anderem Krempel. Offenbar hatten sie das Lager der Banditen gefunden. Direkt in der Mitte erhob sich eine etwa mannshohe Strele, auf der ein metallener Behälter stand. Erynn gab Arranges ein Zeichen, sich still zu verhalten und beobachtete für ein paar Minuten die Szenerie. Nichts regte sich, es gab kein Anzeichen dafür, daß sich hier noch jemand aufhielt.
    Die Galerie umgab den Raum von zwei Seiten, dann mündete sie wieder in einen schmalen Gang, der ein ganzes Stück abwärts führte. Nach einer weiteren Biegung öffnete er sich zu der Halle, in die sie vorhin hatten herunterschauen können. Noch immer war kein Anzeichen von Leben zu entdecken. Banditen schien es hier keine mehr zu geben. Das äonenlange Schweigen hatte bereits begonnen, sich diesen Ort zurückzuerobern, und die Gegenstände, welche die Verbrecherbande hier eingelagert hatte, wirkten in ihrer Profanität wie eine Beleidigung der zeitlosen Würde, die aus jedem Quadratzentimeter dieses stolzen Bauwerks sprach.

    Erynn riß sich nach einer schieren Ewigkeit von dem überwältigenden Anblick los und durchsuchte die Kisten und Fässer. Tatsächlich gab es neben jeder Menge nutzlosem Kram einiges, was sie beide gut gebrauchen konnten. Sie fand Kleidung, Pfeile und einige Beutel mit Septimen, dazu in einem Faß eine großzügige Menge eingepökeltes Wild. Schließlich öffnete sie eine Truhe, in der sich eine größere Anzahl an Tränken und alchemistische Zutaten befanden. Auf den Fläschchen waren keine Etiketten angebracht, und so konnte sie nicht sagen, was sie enthalten mochten. Sie winkte den Beschwörer zu sich. „Weißt du, was für ein Zeug das hier ist?“

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