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Fossil
Erynn stolperte kurz, als Arranges sie mit einem Ruck zur Seite stieß und ihr gebot, den Caitiff in Schach zu halten. Du lernst es nicht, dachte sie grollend, enthielt sich aber eines Kommentars. Momentan hatten sie ganz andere Probleme. Wenn Arranges sich unbedingt mit dem Spinnendämon anlegen wollte, sollte es ihr recht sein. Das Vieh machte sie nervös. Sie spürte, wie Magie ihren Körper durchfloß und konzentrierte sich auf den Kampf, der auf dem Pfad zum Siegelturm tobte. In der Mitte des Mahlstroms aus wirbelnden Krallen und gelegentlichen Feuerbällen befand sich der Daedroth, den Arranges an seine Seite gerufen hatte. Der riesige Kopf des Echsenwesens stieß immer wieder vor, riß ganze Stücke aus den Skampen, die ihn piesackten und verschlang einen von ihnen gleich am Stück. Trotzdem war abzusehen, daß das beschworene Wesen sich nicht ewig gegen die kleinen Daedra würde behaupten können. Es waren einfach zu viele. Hinzu kam, daß sich jetzt auch der Dremora in den Kampf einmischte. Die Bewegungen des humanoiden Dämons waren flüssig, sicher und strotzten vor Kraft und mühsam im Zaum gehaltener Raserei, während er den Fängen und Klauen des Daedroth auswich und bei jeder sich bietenden Gelegenheit sein Schwert voschnellen ließ und klaffende Wunden in dessen Flanke riß. In Erynns Augen war er wunderschön, und sie spürte tatsächlich einen Stich des Bedauerns, als sie den Bogen hob und auf Dagons Krieger anlegte.
Sie nahm sich einen Moment, um genau zu zielen. Es wäre durchaus blöd, würde sie aus Versehen Arranges’ Kreatur treffen. Im passenden Augenblick löste sie den Pfeil, der die Rüstung des Dremora durchschlug und im Schulterblatt stecken blieb. Er fauchte, fuhr herum und fixierte sie mit brennendem Blick. Dann riß er das Schwert hoch und stürmte in gerader Linie auf sie zu. Die Kriegerin blickte dem Dämon gerade in die Augen, zog die Sehne zurück, ankerte und schickte ihren Pfeil auf die Reise. Der Kopf des Caitiff wurde zurückgerissen, als das Geschoß einschlug. Dann brach er in die Knie, fiel vornüber und lag reglos.
„Was für eine Verschwendung“, murmelte sie und warf einen kurzen Blick über die Schulter. Der Kaiserliche hielt die Spinnenfrau gut beschäftigt, und so wandte sie sich wieder den Skamps zu. Die kleinen Wesen schwirrten um den Daedroth herum wie die Schmeißfliegen und erlangten zusehends die Oberhand. Sie feuerte in den wimmelnden Haufen, schoß eines der kobolhaften Biester vom Rücken des Echsendaedra, doch es sollte nicht mehr viel helfen. Die Bewegungen der Dienerkreatur waren längst schwerfällig und fahrig. Ein Zittern durchlief den massigen Körper, dann stürzte er, zerquetschte dabei zwei Skamps unter sich und verging in einem Windhauch. Nachdem der Dremora nicht mehr da war, um den Biestern zu sagen, was sie zu tun hatten, brauchten sie eine Weile um sich neu zu formieren. Es mochte noch ein knappes Dutzend von ihnen übrig sein; der Daedroth hatte ihre Reihen merklich ausgedünnt.
„Arranges! Beeilt Euch ein bißchen“, brüllte sie ihrem Begleiter über die Schulter zu, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Skamps. Vier von ihnen stürzten ihr entgegen, während der Rest damit beschäftigt war, weitere Zauber zu weben.
Geändert von Glannaragh (07.03.2011 um 14:29 Uhr)
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Legende
Die beiden Daedra starrten Arranges auffordernd an. Die pupillenlosen Augen schienen ihn anzuziehen, ihm zu befehlen, anzugreifen. Na dann mal los... Arranges hielt das Schwert noch immer mit beiden Händen erhoben im Anschlag, aber gerade, als er sich auf seine Gegner zubewegen wollte, zersplitterte die Waffe in seinen Händen. Feine Silberspäne bohrten sich wie Nadeln in seine rechte Wangen, Splitter rissen die Haut in seinen Handflächen auf. Der Kaiserliche war gleichermaßen erschrocken, wie gelähmt vom explodierenden Schmerz, der sich in ihm ausbreitete. Stöhnend öffnete er die Augen. Etwas, das man als triumphierendes Grinsen hätte bezeichnen können, war auf dem Gesicht des Dämons vor ihm zu erkennen. Aber Moment... wo ist das kleine Ding hin?! Arranges senkte aus einer Eingebung heraus den Blick und machte direkt einen gewaltigen Satz zurück, als er das kleinen Spinnendaedra an seinen Füßen sah. Er entging nur knapp der Lähmattacke. Scheiß Ungeziefer... Der Kaiserliche griff vor sich in die Luft und beschwör sich ein daedrisches Cleymore. Gerade noch rechtzeitig duckte er sich unter einem heranfliegenden Schockzauber hindurch. Wütend stürmte er jetzt auf den Spinnendaedra zu. Mit einem gewagten Sprung setzte er über das kleine Abbild hinweg und stand jetzt direkt vor dem Daedra. Mit einem gewaltigen Hieb zielte Arranges auf den Torso. Aber sein Angriff wurde von einem Arm des Daedras geschickt zur Seite gelenkt. Aus der freuen Hand des Daedras schossen jetzt zwischen den Fingern schlanke, dolchartige Klauen hervor. Mit einem gewaltigen Stoß griff der Daedra an, während Arranges noch seine Klinge ordnete. Doch die Waffen des Dämons vermochten sein Panzerhemd nicht zu durchdringen und rutschten funkenschlagend ab. Zu dumm... Arranges nahm den Schwung des vorangegangenen Schlags wieder auf und führte nun einen Dachschlag gegen seinen Feind. Die Spinnenfrau konnte nicht mehr ganz ausweichen und brüllte auf, als der Bidenhänder ihr durch die linke Schulter fuhr und den Arm sauber mit einem Knacken abtrennte. Arranges hatte keine Zeit, nachzusetzen, schon wieder spürte er ein Genestel am Fuß. Während die große Spinnenfrau sich kreischend an die Schulter griff und nicht angreifen konnte blickte Arranges rasch an sich herab und sah schon wieder die Brut des Daedras an sich hängen. Verfluchtes, hässliches Ding... Mit einem Tritt beförderte er den lästigen Angreifer von sich weg. Quietschend flog die kleine Spinnenfrau ein paar Meter. Arranges hechtete ihr nach und versuchte das Ungeziefer zu zertreten, aber die kleine Spinne war zu schnell für ihn. Er stampfte nochmals nach und traf dieses Mal. Der kleine, weiche Körper zerplatzte unter seinem Stiefelabsatz wie eine überreife Tomate. Ein großer Fleck in Grün- und Brauntönen hatte sich um einen nassen Klumpen gebildet, der jetzt, da Arranges seinen Fuß hob um sich zu vergewissern, dass das Ding tatsächlich tot war, Fäden zog. Die Beinchen zuckte noch einmal kurz, dann war die Brut endgültig tot.
Ein schrilles Fauchen riss ihn aus seinem Siegesmoment. Die Daedramutter hatte wohl mitbekommen, dass Arranges aus ihrem Zögling eine neue Schicht Bodenbelags begonnen hatte. Während aus der einen Schulter dunkelrot der Lebenssaft quoll, hob sie die andere Hand und warf ihm erneut einen Schockzauber entgegen, dem Arranges dieses Mal jedoch nicht ausweichen konnte. Für einen Moment fühlte es sich an, als würde sein Blut in den Adern augenblicklich verdampfen. Seine Muskeln schmerzten und krampften. Er konnte dem Hieb nicht ausweichen oder ihn blocken wie ein heißes Messer durch Butter, schnitten die feinen Klingen durch seine linke Armschiene. Arranges stöhnte auf, aber im selben Moment ließen auch schon die Krämpfe nach und er hieb mit aller Gewalt nach dem Daedra. Seine Klinge fuhr zwischen Schulter des noch heilen Arms und Hals. erst nach einer halben Armlänge verkeilte sich das Schwert, aber dieser Angriff hatte mehr als genug ausgereicht. Der Dämon sackte in sich zusammen, während grüne und rote Fontänen aus dem gespaltenen Frauentorso hervorschossen. Na endlich! ... Was zum Henker?! Arranges wollte sich gerade nach Erynn umdrehen, da das Band zu seinem Daedroth gerissen war und er so wusste, dass seine Beschwörung überwältigt worden war. Aber sein linkes Bein, mit dem er den kleinen Spinnendaedra zertreten hatte, wollte sich nur zögerlich nach seinem Willen richten. Die magische Essenz des kleinen Biests und dessen Fähigkeit Lähmzauber zu sprechen waren durch die Körpersäfte teilweise auf den Nekromanten übergegangen und hatten einen Großteil des Gefühls aus dem Bein getrieben. Rein aus Prinzip sollte ich Erynn genau mit diesem Bein in den Hintern treten... und zwar ohne die Sohle vorher abzuwischen... Deutlich wütend humpelte Arranges an Erynns Seite.
'Seht zu, dass ihr die zaubernden Skamps dort hinten unschädlich macht!' Knurrte er ihr entgegen. Die heranstürmenden Skampe sahen sich plötzlich einem Skelettwächter gegenüber. Mit einem breiten Stahlschild verstellte er den Kreaturen den Weg zu Erynn. Arranges hatte sich derweil in eine daedrische Rüstung gehüllt und trat mit beschworenem Langschwert in der einen und einem breiten Schild in der andere Hand an die Seite seiner Beschwörung...
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Fossil
„Ihr habt Euch ja schon wieder kaputtgemacht“, gab sie mit einem Seitenblick auf den Beschwörer zurück, korrigierte die Haltung ihres Bogens und nahm die weiter entfernt stehenden Skamps ins Visier. „Man könnte fast meinen, Ihr genießt es von mir zusammengeflickt zu werden!“
Arranges blieb keine Zeit zur Antwort; die Angreifer waren heran. Erynn löste den ersten Pfeil und erwischte den ersten, ihr zweiter Pfeil verkohlte in einem heranfliegenden Feuerball. Sie duckte sich unter dem magischen Geschoß hinweg und legte ein weiteres Mal an. Diesesmal erwischte sie das Biest, mußte dafür aber einen weiteren Zauber hinnehmen, der ein größeres Loch in ihre Beinschiene riß und die Haut darunter versengte. Sie stöhnte gepeinigt auf, als ihre Haut Blasen schlug, und für einen Moment trübte sich ihr Blick. Kleine, verdammte Mistviecher! Jetzt reichts mir aber! Sie feuerte weiter, bis sich die Zahl der zauberwebenden Kobolde auf drei reduziert hatte. Die Skamps überdachten ihre Taktik und und gingen zum Nahkampf über. Schnatternd und Haken schlagend kamen sie auf die Elfin zu. Sie ließ den Bogen fallen und erwartete sie mit gezogener Klinge. Als der erste heran war, holte sie aus, während der kleine Daedra sich flink duckte und sie aus vollem Lauf rammte. Erynn taumelte zurück. Ehe sie sich versah, hingen die Biester an ihr wie zuvor an dem Daedroth und zerfetzten die schon arg mitgenommene Rüstung.
Vor Wut schrie sie auf und griff mit der Linken hinter sich nach einem Skamp, der es geschafft hatte auf ihren Rücken zu klettern. Sie spürte warmes Blut über ihr Gesicht rinnen, als das Mistvieh seine Krallen in ihre Kopfhaut schlug.
Sie bekam ein Ohr des Skamps zu fassen, beugte sich vor, wuchtete ihn über ihren Kopf und stach zu, als der Daedra auf dem Rücken landete. Die beiden anderen ergriffen die Gelegenheit und rangen die Kriegerin nieder, bis sie sich auf den Knien befand. Ihr blieb nichts anderes übrig, als ihr Gesicht mit den Armen zu schützen, fand keine Möglichkeit, das sperrige Schwert noch einmal einzusetzen. Der Dolch in ihrem Stiefel war bei der schnellen Schlagfolge, mit der die Skamps auf sie einprügelten, ebenso unerreichbar.
Endlich gelang es ihr, die Handgekenke eines der Angreifer zu packen. Sie zögerte nicht lange und stieß dem lästigen Vieh ihre Stirn in die Visage. Es kreischte, riß sich los und stolperte nach hinten, sah sie etwas desorientiert an, während ihm Sabber aus der Schnauze lief. Erynn riß das Schwert herum und schlitzte den dritten Skamp mit einem aufwärtsgeführten Streich auf, während sie aus der Drehung wieder auf die Beine kam. Sie machte einen raschen Ausfallschritt und ließ ihre Klinge vorzucken, stieß sie dem letzten Gegner tief in den Rachen. Keuchend stand sie für einige wenige Herzschläge über dem toten Körper, dann blickte sie auf und sah sich nach Arranges um.
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Legende
Während Erynn von einigen der Skamps beschäftigt wurde, hackten Arranges und das Skelett den größeren Teil der Angreifer nieder. Das Skelett zeigte sich von den zwar zahlreichen, aber eher schwachen Angriffen wenig beeindruckt. Die meisten Hiebe, die auf das Gerippe ziehlten, wurden einfach von dessen Schild geblockt. Arranges hingegen schenkte seiner Deckung nicht so viel Aufmerksamkeit, er hieb und stach mit seinem Schwert nach allem, was helle Haut hatte und kleiner war als er selbst. Schon nach kurzer Zeit standen er und das Skelett vor einem Haufen aus blutüberströmten Kadavern. Suchend drehte sich Arranges um. Erynn hatte ihre Angreifer einige Sekunden früher erledigt als er. Er löste die Beschwörung auf, ließ seine Rüstung und das Schwert schwinden und trat leicht hinkend auf Erynn zu. 'Hmm... das Rot in eurem Gesicht passt gut zu euren Augen...' Arranges spürte selbst, dass im in dünnen Streifen Blut über die rechte Gesichtshälfte rann, dort, wo die unzähligen kleinen Splitter seiner Klinge steckten. Ohne eine Antwort abzuwarten, wandt er sich um und sah an dem mächtigen Turm empor. Mit einem Wink bedeutete er Erynn ihm zu folgen, dann ging er sein linkes Bein etwas hinterherziehend, auf den Weg, der direkt zum Tor am Fuße des Turms führte, zu.
Während des kurzen Fußmarsches bemerkte Arranges wieder die heftige Hitze. Durch den Kampf musste er arg schwitzen und das Wasser war größtenteils verdampft. Sein behinderter Gang machte ihm noch zusätzlich zu schaffen. Neben dem Blut stand ihm jetzt auch wieder der Schweiß im Gesicht. Seine Kleidung klebte unter der Rüstung am Körper und dort, wo die Lederrüstteile direkt auf dem Stoff entlangglitten, scheurten sie die nässende Haut auf. Hoffentlich war das schon alles... Dachte Arranges zähneknirschend, als sie den Turm erreicht hatten.
Als sie in den Turm eintraten, stellten sie wenig überrascht fest, dass er ziemlich genau gleich aufgebaut war wie der erste. Innen hohl mit der Feuersäule, auf deren Spitze der Sigelstein saß. In den Zwischenräumen der inneren und äußeren Mauer, führten wieder die Gänge kreisförmig, der Grundform des Turms angepasst, nach oben. Es war völlig egal, welche der beiden Türen sie im Erdgeschoss nahmen, sie entschieden sich für die linke und spähten vorsichtig in den Gang dahinter...
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Fossil
Danke, du Arsch, kommentierte sie in Gedanken, verdrehte die Augen und folgte ihrem Begleiter das kurze Stück zum Turm hinauf. Das mit den Umgangsformen üben wir noch... Arranges hinkte und sah schon wieder überhitzt aus, dabei waren sie gerade erst angekommen.
Die Eingangshalle des Siegelturms war leer. Erynn war verwundert, das hatte sie nicht erwartet. Vielleicht haben wir Glück und treffen auf weniger Widerstand als in dem Tor vor Cheydinhal. Böse wäre ich darum jedenfalls nicht. Während sie vorsichtig auf die linke der Türen zugingen, die weiter in das Gebäude hinaufführten, konnte die Elfin nicht umhin, wieder einmal die fremdartige, so elegant und doch aggressiv wirkende Architektur des Turms zu bewundern. Angespannt starrten sie in den Gang hinter dem Portal, der sich steil nach oben wand. Das Licht war schummrig, die Schatten tief. Auf den ersten Blick war auch hier nichts und niemand zu sehen, doch sicher konnte sich dessen keiner von beiden sein. Sie folgten der Rampe ein Stück, bis Erynn die Hand hob und dem Beschwörer bedeutete, still zu sein.
„Wartet hier, und haltet Euch bereit“ flüsterte sie, nahm den Bogen zur Hand und bewegte sich langsam weiter, bedächtig einen Fuß vor den anderen setzend. Sie glaubte, Geräusche von schweren Stiefeln gehört zu haben. Der Gang verbreiterte sich zu einem Raum mit hoher Decke. Die Elfin preßte sich an die Wand und schob sich vorsichtig weiter. Das Licht hier war besser, in der Mitte des Saals stand eine Art Springbrunnen, in dem eine blaue Flüssigkeit vor sich hinplätscherte. Sie sah einen kleinen Clannbann und zwei Dremora, einer davon wurde fast vollständig von einer Säule verdeckt, der andere trug eine schwere, knöchellange Robe. Roben bedeuteten Ärger. Immer. Sie zog die Bogensehne zum Mundwinkel zurück und schickte ihren Pfeil auf die Reise. Mit einem widerwärtigen Gurgeln fiel der Magier wie ein Baum, als das Geschoß seinen Hals durchschlug. Der Clannbann zuckte zusammen, hob den Kopf und sah sich suchend um. Der übriggebliebene Dremora war schneller. Innerhalb eines Lidschlags hatte er sie entdeckt und auch schon seinen Bogen zur Hand Verdammt! Daß es ein Schütze ist, habe ich natürlich nicht sehen können. Hastig zog sie sich zurück, versuchte dem Daedra kein klares Ziel zu bieten. „Arranges! Bogenschütze!“ rief sie ihrem Begleiter eine Warnung zu, feuerte dabei einen ungezielten Schuß auf ihren Gegner ab.
Geändert von Glannaragh (07.03.2011 um 19:53 Uhr)
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Legende
Arranges ärgerte sich, als Erynn ihm zu verstehen gab, dass er wohl besser wartete. Aber er war zu sehr außer Puste, um ihr wirklich zu wiedersprechen. Eine Hand auf einen Oberschenkel gestützt, mit der anderen hielt er sich an der Wand, wartete er keuchend darauf, was Erynn zu berichten hatte, wenn sie zurückkommen würde. Aber statt normal zurück zuschleichen, hechtete sie plötzlich den steilen Gang zu ihm herunter. Ihre Warnung hallte ihm entgegen und sofort riss er sich aus seiner Erschöpfung. Er blickte zu ihr hinauf und sofort sah er auch schon hinter der weiten Biegung ein Clannbann heransprinten. Ganz toll... aber ich sorge immer für Aufrur... das werd ich ihr bei Gelegenheit aber direkt unter die Nase reiben! Arranges warf ihr eine schillernde Kugel entgegen. Eine Sekunde, nachdem sie der Zauber erreicht hatte, fand sich Erynn von einem daedrischen Panzer eingehüllt, auf dem Bauch liegend wieder. Das Clannbann hatte sie von hinten angesprungen, umgerissen und versuchte jetzt mit dem kantigen Schnabel und den rasiermesserscharfen Klauen, durch die Rüstung zu dringen. So, und jetzt folgt das Aufräumkommando...
Arranges Arme waren verbrannt, der rechte Unterarm aufgeschlitzt, eine Gesichtshälfte von Edelmetallsplittern gespickt und seine Hände aufgerissen, noch dazu war er nicht in der Lage, sich ordentlich forzubewegen... außerdem und das war wohl schlimmer als die Verletzungen, hatte er kein Schwert mehr. Arranges war trotz oder gerade wegen dieser sämtlichen unnötigen Umstände und Behinderungen deutlich zornig. Als jetzt auch noch ein Dremora hinter Erynn und dem Clannbann auftauchte, verließ Arranges die Geduld. 'Wird Zeit, dass hier mal durchgelüftet wird, ist ja kaum auszuhalten bei der stickigen Hitze...!' Der Kaiserliche zog eine gewaltige Energiemenge zusammen. Mit einer Hand zeichnete er vor sich ein Bild in die Luft. Das Dremora war erst noch mit dem Beäugen von Erynn beschäftigt, auf der noch immer das Clannbann saß und wild auf sie eindrosch, als er den Kopf hob und etwas weiter unten im Gang Arranges sah. Eine starke Windböe heulte durch den normalerweise windstillen Turm. Die wirbelnde Luft führte kleinere und größere Gesteinsbrocken mit sich, die sich jetzt in einem fauchenden Wirbel vor Arranges zu einem Sturmatronach zusammensetzten. Los... MACH MIR DEN WEG FREI! Auf den wütenden Befehl des Kaiserlichen hin, flog der Steinriese wieder außeinader und raste in Form eines kleinen Wirbelsturms auf die Feinde zu. Das Clannbann wurde von dem Wirbel erfasst und für einige Umdrehungen mitgerissen, bevor es hart gegen die Wand klatschte, daran herabsank und reglos liegen blieb. Das Dremora sah sich einem Gegner gegenüber, dem es nicht sehr viel entgegen zu setzen hatten. Nachdem sich die eigentliche Gestalt des Atronachs wieder vor dem Daedra manifestiert hatte, versuchte das Monster noch ein paar Schläge mit dem Bogen zu blocken, aber dann wurde es einfach von dem Ungetüm zermalmt. Der Daedrastahl kreischte, Knochen splitterten und Blut spritze. Nach einigen Herzschlägen war es vorbei.
Arranges kam jetzt, nachdem die Beschwörung wohl keine weiteren Gegner ausmachen konnte und auf weitere Anweisungen ihres Meisters wartete, den Gang herauf. Bei Erynn blieb er kurz stehen. Mit dem Fuß stieß er sie etwas grober an, als gewollt, wobei er zeitgleich die Rüstung auflöste. 'Ihr macht doch nicht etwa schon schlapp? ... Na los, steht schon auf... so schwer musstet ihr bis jetzt noch nicht kämpfen...' Ohne eine weitere Geste ging er weiter. Die Elfe stemmte sich hinter ihm keuchend in die Höhe. 'Das mit dem Vorangehen könnt ihr zukünftig vergessen... und ja, ich werde euch daran hindern, wenn ihr wieder dabei seid, so einen Blödsinn zu veranstalten...' Dass es normalerweise Arranges selbst war, der mit der Tür ins Haus fiel, wurde von seinem Ärger begraben. Schweiß strömte ihm in Sturzbächen übers Gesicht. Er hatte Mühe, nicht zu schnaufen wie ein Staffelläufer. Er entließ den Atronach und wob gleich den nächsten Zauber. Im Umkreis von mindestens 20 Metern würde ihm nun keine Bewegung oder Anwesenheit von Feinden mehr entgehen...
'Habt ihr es dann bald?!' Fragte er ungehalten über die Schulter blickend.
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Fossil
Das Gehacke des Clannbanns hatte keinen großen Effekt erzielt. Sein Gewicht hielt die Elfin am Boden, doch der vogelartige Schnabel war nicht dazu geeignet, die magische Rüstung zu durchdringen. Der Sturmatronarch ihres Begleiters löste das Problem schnell.
Erynn erhob sich mühsam und funkelte den Beschwörer an. Der Tritt, den er ihr verpaßt hatte, war zu viel gewesen. „Es reicht, Nekromant. Ihr habt keine Ahnung, was vorhin geschehen ist. Ich habe einen Magier erledigt, was leider dazu führte, daß die beiden anderen Daedra aufmerksam geworden sind. Ich hatte sie längst gehört, während Ihr zu beschäftigt damit wart, Euch einen Hitzschlag zu holen. Ihr wärt direkt in diesen Saal hereingetrampelt, ohne zu wissen, was Euch überhaupt erwartet... Ich kenne Euch mittlerweile zu gut. Ich weiß, daß Ihr umso selbstherrlicher werdet, je mehr Euch eine Situation entgleitet. Glaubt Ihr, damit könnt Ihr mich noch einschüchtern? Also steckt Euch Eure Arroganz dahin, wo die Sonne nicht scheint.“
Sie schob sich an Arranges vorbei und ging auf die Überreste des Schützen zu. Gesicht und Brust waren verwüstet, nicht mehr als eine blutige, formlose Masse. Erynn ignorierte den scheußlichen Anblick und suchte nach Pfeilen, die das Massaker überstanden haben mochten. Die meisten waren gesplittert, wie sie erwartet hatte. Dennoch fand sie dreizehn Stück, die noch brauchbar waren. Nachdenklich wog sie einen davon in der Hand. Schwer und klobig, wenig flexibel – genau so, wie sie sie in Erinnerung hatte. Für den Moment jedoch würden sie genügen. Sie erhob sich und lenkte ihre Schritte in die Halle, wo der Springbrunnen stand, der ihr zuvor schon aufgefallen war.
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Legende
'Ihr kennt mich kein bisschen, also hört auf so einen Schwachsinn zu reden...!' Allein, weil Arranges den Zauber hielt (von dem sie nichts wusste), der ihn Lebewesen sehen ließ, wo für andere eine absolut undurchdringliche Barriere, etwa eine Mauer, die Sicht versperrte, wusste er, dass Erynn mit ihrer Behauptung sehr sehr weit danebengriff. Nachdem sie ein paar Pfeile zusammen gesammelt hatte, erhob sich Erynn wieder und blickte zu dem Brunnen. Auch Arranges wurde jetzt auf die seltsam vertraut wirkende Flüssigkeit aufmerksam. Merkwürdig... die Flüssigkeit scheint nach mir zu rufen... irgendwie... was ist das bloß... Als ob die kleine, plätschernde Fontäne etwas war, was Arranges jeden Tag sah, schien sie ihm direkt wichtig, ja sogar unentbehrlich vorzukommen. Was ist das?! Der Magier ging langsam auf den Brunnen zu, wie gebannt konnte er den Blick nicht davon abwenden. An dem kleinen, von nach innen gebogenen, feuerroten Dornen eingegrenzten Becken angekommen, starrte er in die blaue Flüssigkeit. Er konnte sich nicht erklären, warum dieses Zeug, entsprang es doch der Welt eines Daedrafürsten, ihn überhaupt nicht misstrauisch machte. Intuitiv langte er nach der Fontäne. Die Flüssigkeit brannte auf den blutig geschundenen Händen, aber gleichzeitig spürte er, wie ihn Kraft und reine Magie zu durchströmen schen. Es war wie bei einem von Falanus Tränken, nur sehr viel intensiver... es erinnerte beinahe ein wenig an Skooma. Arranges fühlte sich direkt beflügelt, zu Übernatürlichem befähigt zu sein. Reine Magie strömt hier aus diesem Becken... Der Kaiserliche zog die Hand zurück. Obwohl er einerseits erschöpft war, ihm die Hitze zusehens zu schaffen machte und der Schmerz seiner Verletzungen ihn bis zum Anschlag peinigte, fühlte er sich auf der anderen Seite ausgeruht, gestärkt und fern jeder Erlahmung.
'Erynn... kommt her und seht euch das an!' Er wirkte für den Moment gar nicht mehr verärgert. Wahre Begeisterung lag in seiner Stimme und die überzeugte Art, eines Lehrers, der seinem Schüler etwas spektakuläres zeigen will, um den Lernfortschritt fernab der trockenen und langweiligen Bücher voranzutreiben. Die Dunkelelfe kam näher heran und blickte in den Brunnen, aber im Gegensatz zu ihm schien sie nicht die selbe Begeisterung aufbringen zu können, wie er. 'Das ist die reine magische Essenz wenn ihr so wollt... quasi ein Loch in der Leinwand, durch welches ihr die Lampe hinter der Fassade Nirns sehen könnt...' Erynn schien eher nicht zu verstehen. Arranges ließ die Hand sinken, holte eine kleine Phiole hervor und zog den Korken ab. 'Hmm... mal sehen...' Er tauchte das Gefäß in die Flüssigkeit ein... aber es war leer, als er es wieder hochnahm. Ein erstaunter und fragender Ausdruck formte sich auf dem Gesicht des Beschwörers. Etwas verwirrd hob er das Fläschchen über seinen Kopf und besah sich den Boden. Kein Loch... Wieder tauchte er es in das Becken mit dem wieder gleichen Ergebnis. 'Was zum...!?' Etwas ungeduldig und schnell versuchte er nochmal etwas von den Wassern Oblivions abzufüllen. Das Gefäß blieb leer. 'Beim Haus des Chaos...!' Nochmal versuchte er etwas aufzunehmen und als es wiederholt nicht funktionierte, zerdrückte er wütend das kleine Glasgefäß in der Faust. Im nächsten Moment stieß er seine Hand schüttelnd, ein paar üble Flüche aus. Im Hinterkopf hatte er sich gedacht, dass es unmöglich wäre, von dieser... Magie etwas abzufüllen, aber die Hoffnung und die Gier allein im Besitz reiner magischer Essenz zu sein, waren stärker, als dieser vernunftgeprägte Gedanke. Die Begeisterung eines Kindes für den plätschernden Brunnen, hatte sich in pure Feindseligkeit gewandtelt, als er den Blick hob und Erynn ansah. 'Auf was wartet ihr noch?! Wir gehen weiter... und wagt es nicht vorauszulaufen...!'
Ohne auf eine Antwort zu warten drehte sich Arranges um und ging auf den weiterführenden Gang zu, der ebenso steil weiter nach oben führte, wie jener, den sie heraufgekommen waren. Da er nicht so schnell laufen konnte, wie er es eigentlich wollte, hatte er ein paar Augenblicke, sich den Raum näher zu beschauen. Seltsam, hier scheint es überhaupt keine Fallen zu geben... Hat man Grummit- und Goblinbauten bereits gesehen und auch die ein oder andere Ayleidenruien überlebt, so fühlt man sich hier fast sicher... Arranges passierte gerade den Torbogen, der den Raum vom Gang abgrenzte, als ihm seltsame Löcher links und rechts in der Wand auffielen. Kerzengerade, vertikal und in gleichmäßigen Abständen geordnet. Verflucht sollst du sein Mehrunes! Schalt sich der Kaiserliche gerade noch, als er dank seinem Reflex, ausgelöst durch ein schabendes Geräusch, nach vorn hechtete... Die schlanken Speere, die links und rechts aus der Wand schossen, erwischten ihn dennoch. Zwei durchstießen seinen Umhang, während einer der unteren seinen rechten Fuß zwischen Schienbein und Wadenmuskel durchschlug. Ein harter Ruck beendete den Flug. Und sah man jetzt von den Schmerzen ab, hatte Arranges dennoch das Problem, dass er sich durch seine absolut ungünstig hängende Position, beinahe durch seinen Umhang erwürgt fand. Der Umhang etwa ab einem Drittel vom Saum aus, durchstoßen, spannte jetzt zwischen seinem Hals - wo er auf der Forderseite von einer bronzenen Brosche zusammengehalten wurde - und den Speeren. Der Fall wurde durch den Halt verhindert, den der Kaiserliche in der Luft hängend, gegen seinen eigenen Fuß gestemmt, erfuhr. Nach einem würgenden Laut schnellten die Hände an seinen Hals. Er hatte schon mit seinem Leben abgeschlossen, als sich die Speere nur einen Lidschlag später wieder in die Wand zurückzogen. Mit einem schmierenden Geräusch wurde der aufgespießte Unterschenkel des Kaiserlichen gegen die Wand abgestreift, als der Speer sich wieder unsichtbar in seine Versenkung zurückzog. Arranges zuckte kurz auf dem Bauch liegend und nachdem er zweimal tief Luft geholt hatte, wirbelte er herum, griff nach seinem Bein und brüllte für einige Sekunden wie ein Bär, der gerade abgestochen wurde. 'Verfluchtes Oblivion, verfluchte Fallen, VERFLUCHTE DAEDRA!!! ... Wenn ich je dahinterkomme, wer die Idee hatte, mich zu schicken, die Sigelsteine zu holen, werde ich ihn sehr... seeehr langsam und noch viel qualvoller umbringen...' Mit hektischen und zitternden Bewegungen zog er einen Heiltrank Verflucht, das ist der letzte! hervor und verschüttete zunächst die Hälfte so, bevor er den Rest des Gebräus auf die Wunde bekommen konnte. Wütend schleuderte er das Fläschchen gegen die Wand, zerrte ein wenig unüberlegt an seinem Umhang herum und blickte dann zu Erynn... 'Könntet ihr mir vielleicht helfen, einen groben Verband anzulegen?!' Er bemühte sich um einen umgänglichen Ton, aber man konnte spüren, wie schwer das gerade für ihn war, und sehen konnte man es auch, anhand einer sehr dicken Schlagader, welche an einer Schläfe hervortrat...
Geändert von weuze (08.03.2011 um 00:31 Uhr)
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Erynn verdrehte die Augen, entschied dann aber, Arranges’ Gezeter einfach zu ertragen. Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort wäre es um ihre Selbstbeherrschung wohl geschehen gewesen, doch die feindliche Umgebung des Obliviontores hielt sie davon ab, ihren Begleiter in die Bewußtlosigkeit zu prügeln. Noch.
Sie betraten einen weiteren Raum. Auch hier hielten sich keine Daedra auf, was sie recht seltsam fand. Sie sah sich wachsam um. Gerade wollte sie den Kaiserlichen auf die seltsamen Löcher in den Wänden aufmerksam machen, doch es war zu spät. Er hatte die Falle ausgelöst und war auch gleich davon erwischt worden. Ihr lästerlicher Fluch ging in seinem Gebrüll unter. Nachdem der Beschwörer sich so weit gefangen hatte, daß es ihm gelang die schlimmsten Auswirkungen der Verletzung mit einem Heiltrank zu behandeln und um ihre Hilfe zu bitten, umging sie die Falle, packte ihn kurzerhand und schleifte ihn in die Mitte des Raumes, fort aus der Reichweite der tückischen Speere.
„Seht Ihr,“ schimpte sie, während sie seinen Stiefel auszog, „das ist der Grund, weshalb ich sage, daß Ihr mich vorgehen lassen sollt. Aber Ihr lernt es einfach nicht. Nicht einmal durch Schmerzen. Wie bockstur kann man eigentlich sein!?“
Erynn riß Arranges’ Beinkleider ein Stück weiter auf, um die Wunde besser sehen zu können, ließ sich dann die Bandagen reichen. Der Verbrauch, den sie an diesen Dingern hatten, war nachgerade astronomisch. „Wie habt Ihr es bloß geschafft, bis heute zu überleben“, fragte sie barsch, während sie nicht allzu sanft einen festen Verband anlegte. „Verdammt noch mal, Finger weg! Sonst bin ich morgen noch nicht fertig.“ Sie war geladen wie eine Ballista, hatte es endgültig satt, immer und immer wieder die Unachtsamkeit des Kaiserlichen ausbügeln zu müssen. Irgendwann muß es der Kerl doch selbst merken... wie blöd kann ein Mensch eigentlich sein? „Könnt Ihr aufstehen?“ fragte sie gereizt.
Geändert von Glannaragh (09.03.2011 um 15:38 Uhr)
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Legende
'Ich habe hauptsächlich deswegen überlebt bis zum jetzigen Zeitpunkt, weil mir auf den meisten meiner Reisen niemand mit irgendeinem Gesülze, dämlichen und unnötigen Vorhaltungen oder mir einfach durch die Tatsache, mir ständig in die Quere zu kommen, meine Vorgehensweise durch irgendwelche schwachsinnigen Aktionen behindert hat... Ja verdammt, ich kann aufstehen, ich bin schließlich kein alter Greis...' Ungeduldig langte er nach seinem Stiefel, schlürfte mit dem Fuß hinein und zog ihn nach oben. Für einen Moment hielt er inne, als er ganz in dem Rüstungsteil steckte und sog scharf die Luft ein. Verdammt... dagegen war die Grummitfalle ein ganz kleines Licht... Dann kam er etwas mühsam auf die Füße. 'Und weil ich um eure Unwissenheit und eure Unfähigkeit genauestens bescheid weiss, werde ich trotzdem weiterhin vorangehen, ob es euch nun passt oder nicht!' Dann stapfte er ungelenk weiter.
Sie folgten dem Gang weiter hinauf. Kamen durch weitere Räume, die aber völlig leer waren, auch keine Fallen gab es. Der Weg erschien endlos lang. Hin und wieder führten auch kürzere Wegabschnitte frei im Innern des Turms um die Feuersäule herum. Arranges dachte schon, er würde hier schmelzen, was anhand seines Anblicks durchaus nicht zu abwegig war. Sie hatten gerade wieder einen leeren Raum hinter sich gelassen und gingen eine Rampe hinauf, als vor ihnen eine mehr oder weniger vertraute Tür auftauchte. Dank den Vieren! Dachte Arranges und keuchte. Sie passierten die Tür und fanden sich sogleich in einem grob gearbeiteten Gang wieder. Sie waren endlich in der Kuppel angekommen.
Arranges ging etwas vorsichtiger und achtete auf jede Unebenheit im Einflussbereich seines Zaubers. Nach einigen Augenblicken hatten sie die zwei Durchgänge erreicht, die zur inneren Kuppel mit den seltsamen Baldachinen aus Fleisch führten. Vorsichtig spähten sie in den Raum, aber alles war still, nichts regte sich. Arranges konnte auch keine Feinde spüren, die sich irgendwo verbargen. 'Seltsam... haben wir tatsächlich schon alles getötet?!' Murmelte Arranges, als sie sich langsam vorwärts bewegten. Sie hatten gerade die Treppen in die Spitze erreicht und waren die ersten Stufen hinaufgegangen, als Arranges plötzlich stehen blieb und Erynn ein Zeichen gab, leise zu sein. Am Rande seines Zaubers spürte Arrange seltsame Störungen, Verschiebungen in der von ihm gewobenen Magie, es waren aber wohl keine Feinde. Verflucht was ist das?! Das komische Phänomen kam von irgendwo hinter ihnen. Langsam drehte sich Arranges und ließ seinen Blick durch die Kuppel schweifen. Nichts. Der Nekormant wandte sich wieder zum Gehen um und winkte Erynn, ihm zu folgen...
Kaum hatte der Kaiserliche sich wieder umgedreht, ließ ihn ein lautes Fauchen wieder herumfahren. Auf der oberen Ebene, gegenüber der Treppen und somit in der Flanke der beiden, stand jetzt eine ganze Reihe Dremoras in voller Rüstung. Jede der Kreaturen hatte einen gewaltigen Bogen, mit grässlich blitzenden Pfeilen schussbereit gespannt. An einem Ende der Reihe stand ein Markynaz, mit hoch erhobenem Arm. Wieder war das laute Fauchen zu hören und der Markynaz senkte den Arm und zeigte nun direkt auf sie. Alles ging ganz schnell. Arranges hatte in dem Moment schon den Zauber auf den Lippen, als er die Dremoras erblickte. Er rammte Erynn die flache Hand in die Seite, zum einen in der Absicht, sie die Treppe hinunter zu stoßen und zum anderen um ihr einen Panzer zu verpassen. Die magische Rüstung dämpfte den Sturz. Sie entging dem folgenden Pfeilhagel, während Arranges für sich selbst ein Schild beschwor und es vor sich hielt. Binnen weniger Sekunden steckten dort, wo Erynn gerade noch gestanden hatte, einige Pfeile in der Wand. Der Schild fing ebenfalls einen Großteil der Pfeile ab, aber einige der Daedra schienen ihr Ziel nochmals geändert zu haben, als er den Schild beschwor und so zierten drei der Pfeile seine ungeschützten Beine, einer knapp mittig in der Leistengegend, der andere oberhalb des linken Knies und der dritte steckte im rechten Schienbein.. Aber anders als Bodkinspitzen oder ähnliche Rüstungsbrecher mit Wiederhaken, durchschlugen die Pfeile seine Beine nicht gänzlich. Sie drangen zwar weit ein, traten aber auf der Rückseite nicht wieder aus.
Sofort spürte Arranges das Brennen von Gift in seinem Körper. Er nutzte die kurze Feuerpause und warf den Daedra eine Eiskugel entgegen. Laut krachend schlug das Geschoss in der Schützenreihe ein und fegte ein paar der Krieger Mehrunes von den Beinen. Den kurzen Moment der Verwirrung nutzte Arranges um mit den jetzt komplett tauben Beinen die Stufen zu Erynn hinunter zuhasten. Gerade rechtzeitig kniete er sich mit dem breiten Schild vor sie, als die nächsten Pfeile heranjagten...
Geändert von weuze (09.03.2011 um 18:15 Uhr)
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Fossil
Erynn duckte sich hinter den beschworenen Schild, als eine weitere Pfeilsalve heranflog. Dann erhob sie sich kurz aus der Deckung, um ihrerseits zu feuern und holte einen der Schützen von den Beinen. Da warens nur noch fünf, dachte sie, während sie wieder den Kopf einzog. Eines der Geschosse schlitzte ihre Schulter auf, und sie keuchte. Die Dremora hatten sich breit gefächert in dem Gang verteilt und veranstalteten jetzt ein Scheibenschießen auf die beiden Sterblichen.
„Arranges“, sagte sie drängend und legte über seinen Kopf hinweg ein weiteres Mal an, „schickt ihnen eines Eurer Sturmwesen entgegen.“ Der Pfeil zerbrach wirkungslos an einer stark gepanzerten Stelle der Daedrarüstung. „So, wie es jetzt aussieht, sind wir geliefert.“
Der Kaiserliche antwortete nicht. Er war hinter dem Schild zusammengesunken, der Schweiß rann ihm in Strömen übers Gesicht, doch er hob den Arm, wob mit der Hand ein Zeichen in die Luft und sprach einige fremdartige Worte. Eine Windhose erhob sich, aus der sich der Atronarch schälte. Die Kreatur gab ein schabendes Grollen von sich, als es den nächsten Pfeilhagel abfing, und warf sich den Dremoraschützen entgegen. Erynn hängte den Bogen über ihre Schulter, sprang hinter der Deckung hervor und rannte dicht hinter dem beschworenen Wesen her. Als es in die Reihen der Dremora fräste, löste sie sich aus seinem Schatten, drückte sich dicht an der Wand an den Kämpfenden vorbei und sprintete so schnell sie konnte in die Siegelkammer.
Es gab ein seltsames Geräusch, als sie auf die organische Rampe trat. Die Elfin fühlte, wie das Material unter ihren Füßen leicht nachgab und sie dann umso schneller nach vorne federn ließ. Sie hörte schwere Stiefel und ein bösartiges Fauchen hinter sich. Einer der Verteidiger hatte die Verfolgung aufgenommen. Als sie die erste Empore erreichte, konnte sie seinen heißen Atem im Nacken spüren und rannte noch einmal schneller. Ein schlecht plazierter Schwertstreich traf sie im Rücken, ließ sie straucheln und gequält aufschreien, als eine Rippe brach. Mit zusammengebissenen Zähnen stürzte sie weiter. Die Luft wurde ihr knapp, da sie nur mehr flach atmen konnte. Zehn Schritte. Sie hatte es fast geschafft. Der Daedra holte ein weiteres Mal aus, als sie gerade einen Blick über die Schulter warf. Erynn ließ sich fallen, und der Verfolger rannte in sie hinein, stolperte und fiel. Es fühlte sich an, als würde sie von einem Rammbock getroffen. Tränen des Schmerzes verschleierten ihre Sicht, als sie sich wieder aufrappelte und weiter auf den Siegelstein zuhielt.
Nur Sekunden später erreichte sie die schwarzschimmernde Kugel, riß sie aus ihrer Verankerung und drehte sich mit wildem Blick zu dem Dremora um. Sie sah noch sein wutverzerrtes Gesicht, bevor die Dimensionstasche in sich zusammenfiel und sie nach Nirn zurückschleuderte.
Für eine Weile lag sie einfach mit geschlossenen Augen auf dem festen Boden, spürte das Gras unter sich und den frischen Wind auf ihrem Gesicht. Mit beiden Händen hielt sie den Siegelstein fest umklammert und wunderte sich darüber, daß sie noch lebte. Schließlich setzte sie sich unter einigen Mühen auf. Deutlich war die Sorge in ihrer Stimme zu hören, als sie den Namen ihres Begleiters rief.
Geändert von Glannaragh (09.03.2011 um 19:48 Uhr)
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Legende
Nördliche Goldküste
Haha... los, webt einen Zauber Arranges, aber bitte keinen, der mein Weltbild zerstört... aber jetzt bräuchten wir gerade mal doch einen! Imitierte der Kaiserliche Erynn in Gedanken, als sie ihn aufforderte, einen Sturmatronach zu beschwören. Er rief den Daedra an ihre Seite und gab schließlich auf, als der Kampfeslärm deutlich wurde. Arranges stützte sich auf den Schild, während er verzweifelt versuchte seine Beine zu bewegen. Das Gift hatte sie komplett gelähmt. Oben tobte der Kampf und Arranges hatte Mühe, das Band zu dem Atronach aufrecht zu erhalten. Plötzlich stach ein Geräusch durch die allgegenwärtige Kulisse scheppernden Metalls und wuterfüllten Brüllens. Die Schritte schwer gepanzerter Füße kamen langsam aber sicher auf ihn zu. Das Geräusch war jetzt nur noch etwa einen Meter von ihm entfernt, als es erstarb. Der Nekormant hob keuchend den Kopf. Vor ihm hatte sich der Markynaz aufgebaut, welcher oben die Dremoras befehligt hatte. Langsam, fast genüsslich, zog der Daedra den Bidenhänder auf seinem Rücken. Mit einem ohrenbetäubenden Scherbeln krachte die Klinge auf die Oberkante des Schildes. Arranges hatte sich unter dem Hieb hindurchgeduckt. Er hob den Schild und fing damit nur knapp den nächsten Streich ab. Wieder und wieder ging ein wuchtiger Streich des Daedrafürsten auf ihn nieder. Das Band zu dem Schild riss immer weiter ein, jeder Schlag knackte in den Gedanken des Kaiserlichen und hallte unangenehm in seinen Ohren nach. Nach einigen Schlägen, während denen sich Arranges nur noch hinter seinen magischen Schutz gekauert hatte, musste er den Schild auflösen, er hatte nicht mehr die Kraft, die bröselnde Magie zusammen zu halten... Der Zweihänder kam heran und hätte ihn geköpft...
... Mit einem erstickten Keucher riss der Magier die Augen auf und sog gierig die kalte Luft der Abenddämmerung in seine Lungen ein, nur um sie direkt wieder pfeifend darauf entweichen zu lassen. Etwa ab dem Brustbein abwärts schmerzte jeder Muskel. Sobald sich der Kaiserliche allerdings ein wenig rührte, explodierte ein grelles Brennen in seinem ganzen Körper. Vor allem dort, wo die drei Pfeile ihn getroffen hatten. Er lag auf dem Rücken, alle Gliedmaßen von sich gestreckt und wagte es nicht, sich zu bewegen, während er in den dunkelnden Himmel starrte. Sein Gesicht schmerzte, die vielen kleinen Wunden nässten noch immer leicht oder war es vielleicht auch nur der Schweiß. Deutlich spürte er die Brandblasen unter den Armschienen. Nichteinmal die Gefahren auf den Inseln haben mich so zugerichtet... Den übrigen allgemeinen Schmerz seiner zahlreichen Verletzungen ignorierend, atmete er nur sehr flach weiter, um das scheußliche Gift, welches wohl nichteinmal zum Töten oder Lähmen gedacht war, sondern vielmehr um zu quälen, nicht noch herauszufordern. Resignierend schloss er die Augen... nur, um sie einige Herzschläge später wieder zu öffnen, als Erynn nach ihm rief. Die Dunkelelfe hatte er für den Moment komplett vergessen, aber jetzt war er fast froh, eine vertraute Stimme zu hören. Seine Augen erfassten die Gestalt der Kriegrin am Rande seines Blickfelds. Er wagte es nicht, mehr als seine Augen zu bewegen und starrte sie daher nur wortlos an.
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