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Thema: Krisensitzung

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Diesesmal war es Erynn, die ungünstig stand. Sie konnte eben wieder geradeaus schauen, als Dreveni vor dem nächsten Angriff warnte. Arranges war derweil auf die Füße gekommen. In dem kurzen Moment, in dem sich ihre Blicke trafen, schien er zu dem Schluß gekommen zu sein, daß sie für einen Kampf im Augenblick nicht bereit war.
    Sie wurde wieder an die Wand gedrängt, während Dremora und Kaiserlicher aufeinander eindroschen. Als Arranges dann noch einen weiteren Daedra an seine Seite rief, konnte sie nichts anderes tun als weiter zurückweichen, um nicht in dem Mahlstrom aus wirbelnden Klingen zerfetzt zu werden.
    In dem Augenblick, als Arranges Kreatur dem Markynaz den Todesstoß versetzte, hörte sie Dreveni schreien. Sie stürzte hinter dem Beschwörer her auf den Tumult zu. Als sie den Ort des Kampfes erreichte, war es bereits vorüber.
    Zwei Skampe erschienen am oberen Rand der widerlichen organischen Empore, und Arranges schickte ihnen einen Daedroth entgegen. Wie viele solcher Kreaturen kann er rufen, bevor seine Kräfte erschöpft sind? fragte sie sich, während sie der beschworenen Kreatur mit ihren Blicken folgte.

    Erynn kniete sich neben die andere Elfin. Ihr Gesicht war von Schmerz verzerrt, der Arm stand in einem Winkel vom Körper ab, der definitiv nicht normal war. „Dreveni“, murmelte sie, „es ist vorbei. Wir müssen nur noch den Abschlußstein auf dieser Feuersäule entfernen, um das Tor zu schließen.“ Die Augen der Assassine waren klar, sie schien sich des Geschehens und der Umgebung um sie herum bewußt zu sein. Erynn legte die Arme um ihren Torso und zog sie ungeachtet des unterdrückten Fluchens, das Dreveni ausstieß, in eine annähernd sitzende Position. „Legt Euren rechten Arm um meine Schulter und stützt Euch darauf ab. Dann stehen wir gemeinsam auf.“

  2. #2
    Als der Xivilai sie fast erreicht hatte, sah sie wie er von einem Zauber getroffen wurde. Das lenkte ihn zumindest von ihr ab, und gleich darauf stürzten sich Arranges und ein Dremora auf ihn. Sie hatte ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass Arranges eingreifen würde. Sicher, den Xivilai mussten sie irgendwie loswerden, aber hätte dieser Dreveni erschlagen, hätte Arranges ein Problem weniger gehabt.
    Sie versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, was aber nur den Effekt hatte, dass ihr vor Schmerz kurz schwarz vor Augen wurde, als sie den gebrochenen Arm aus versehen bewegte. Als sie wieder halbwegs klar sehen konnte, hockte Arranges neben ihr und sagte etwas zu ihr, was sie aber nicht verstehen konnte.
    Als ob das ihr Weltbild nicht schon genug ins Wanken gebracht hätte, kniete sich auf einmal Erynn neben sie und begann, sie aufzusetzen. Dreveni biss sich auf die Lippen vor Schmerz, schaffte es aber schließlich mit Hilfe der anderen Dunmer auf die Beine zu kommen.
    Als sie ein paar Schritte auf Erynn gestützt gegangen war, nahm sie den Arm von ihr und ging alleine weiter, auch wenn es ihr sichtlich schwer fiel. Sie hasste es sowieso, auf Hilfe angewiesen zu sein, und dann auch noch von jemanden, den sie eigentlich immer noch umbringen wollte.... Sie schaffte es sogar noch, ihr Schwert aufzuheben und folgte den beiden nach oben. Arranges sah mindestens so schlimm aus wie sich sich fühlte, umso erstaunlicher dass er noch einmal so auf den Xivilai eingeschlagen hatte. Sie hoffte, dass Erynn recht hatte, und das Tor würde bald geschlossen sein. Noch einen Kampf würden sie vermutlich nicht überleben.

    Dreveni hatte so oder so genug. Vor allem wollte sie die beiden nicht mehr sehen, sie wollte gerade überhaupt niemanden sehen. Sie hätte halbwegs ehrenvoll im Kampf gegen den Xivilai sterben können, stattdessen war sie jetzt auf die Hilfe ihrer Opfer angewiesen. Nicht dass sie nicht gerne überlebt hatte, aber ihr Stolz war inzwischen fast noch mehr angeknackst, als ihr Arm.

  3. #3

    Obliviontor -> Cheydinhal

    Arranges wartete nicht weiter auf Dreveni und Erynn, er stolperte die Treppen hinauf. Der Beschreibung des Briefes nach zu urteilen, musste der Siegelstein hier oben in der Spitze des Turms irgendwo sein. Außerdem wurden sie alle nach Nirn zurückbefördert, sobald er ihn entfernte und das Tor in sich zusammenfiel. Oben waren riesige Rampen zu einem kleinen Balkon zu sehen. Die Rampen waren allerdings mehr wie aufgespannte Planen, ebenfalls aus dem seltsam fleischigen Gewebe. Arranges setzte vorsichtig einen Fuß darauf. Es fühlte sich tatsächlich an, als würde er auf irgendeine halbverweste Leiche treten. Das nenne ich mal eine ordentliche Verschwendung... ich will gar nicht wissen, von was für einer Kreatur diese... Haut stammt... Arranges schenkte der komischen Struktur keine weitere Aufmerksamkeit mehr, stattdessen hastete er hinauf zu dem Balkon. Oben angekommen sah er endlich, was er hier in dieser verdammten Oblivionebene suchte. Oben auf der Feuersäule saß als krönende Spitze der Sigelstein. Eine von Flammen eingehüllte schwarze Kugel. Arranges war von der Selbstverständlichkeit dieses Siegelsteins, wie er dort leicht auf und ab schwebte und sich auch sonst in ständiger Drehung zu befinden schien, für einen Moment so fasziniert, dass er alles um sich herum vergas. Eine derartige Machtquelle ist mir noch nicht untergekommen... daneben würde sogar Sheogorath persönlich wie ein kleines Irrlicht wirken... Wie ferngesteuert trat der Nekromant die wenigen Schritte auf den Siegelstein zu und streckte die Hand danach aus. Es war nichteinmal heiß, die Flammen schienen nicht wie gewöhnliches Feuer. Mit beiden Händen griff er in die Sphäre und umfasste den faustgroßen Siegelstein. Gleich werden wir sehen, ob die Berichte der Telvanni der Wahrheit entsprachen... Mit einem Ruck riss er den Sigelstein an sich. Fast ein wenig enttäuscht blickte er auf die makellose Kugel in seinen Händen, als plötzlich ein starkes Beben durch den Turm ging und ihn beinahe von den Füßen riss. Die Flammensäule schlug wild peitschend um sich, alles begann in sich zusammen zu fallen. Verdammt, ich hoffe das gehört alles noch so zum regulären Ablauf... Und plötzlich war alles still. Ein ohrenbetäubendes Bersten raubte ihm für einen Moment die Sinne...

    Was zur Hölle?! Der Kaiserliche schaute sich verdutzt um. Ein sternenklarer Himmel sah er über sich. Irgendwo im Gebüsch zwitscherten leise ein paar nachtaktive Vögel. Nur noch die Dornen waren stumme Zeugen des Tors, aber sonst war nichts mehr davon zu sehen. Das wars? ... Lächerlich...! Aber Arranges wusste selbst, dass er am Ende seiner Kräfte stand. Neben sich konnte er noch Erynn und Dreveni am Boden liegend erkennen. Sie waren bei Bewusstsein. Dank den Vieren! Dann sank Arranges kraftlos auf die Knie, den Siegelstein immernoch mit beiden Händen an seiner Brust umklammernd, kippte er zur Seite und blieb einfach liegen. Er war so dermaßen erschöpft, dass er sich kaum mehr rühren konnte. Die erwartete Ohnmacht blieb jedoch aus... Geradeausblickend sog er gierig die kühle Nachtluft ein, die sich wie Balsam in seinen Lungen anfühlte...

  4. #4
    Erynn sah, wie Arranges nach der nachtschwarzen Kugel griff. Es geschah... nichts. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen, dann erschütterte ein schnell stärker werdendes Beben den Turm. Die Welt um sie herum schien sich zu verdichten, zusammenzuziehen, um gleich darauf in einem gewaltigen Feuersturm zu vergehen. Sie fühlte sich nach allen Seiten gleichzeitig gerissen, und das Brüllen der Flammen um sie herum steigerte sich ins Unerträgliche.
    Die Elfin schlug die Augen auf. Über ihr spannte sich der vertraute blauschwarze Nachthimmel. Nach der Hitze in den Totenlanden war es jetzt regelrecht kühl, und sie fröstelte. Für einen Moment lag sie nur still da und erforschte vorsichtig die widersprüchlichen Gefühle, die sich in ihrem Herzen regten. Die Erkenntnis, daß sie die Ebene von Oblivion nicht nur überlebt, sondern auch erfolgreich wieder verlassen hatten, ließ sie vor Freude fast trunken werden. Gleichzeitig bedauerte sie, daß sie nicht mehr Zeit gehabt hatte, diesen bizarren Ort genauer zu erforschen. Er war gefährlich, tödlich gar, und doch hatte er etwas in ihr zum Klingen gebracht, das sie verändert hatte. Vielleicht für immer.

    Erynn setzte sich auf und sah sich nach ihren Begleitern um – ein arg verhauener Haufen. Arranges war unübersehbar am Ende seiner Kräfte, Dreveni trotz ihrer dunklen Haut bleich vor Schmerz, in den Augen ein gefährliches, abweisendes Funkeln. Wie ihr eigenes Gesicht aussehen möchte, konnte die Söldnerin nur erahnen. Die Schnitte, welche die Krallen des Clannbanns hinterlassen hatten, brannten höllisch und waren fast noch schwerer zu ertragen als das gebrochene Nasenbein.
    Sie ließ sich wieder zurücksinken und schwieg weiterhin, während sie die vergangenen Stunden Revue passieren ließ. Ich will unbedingt mehr erfahren über Oblivion. Über die Totenländer und die Reiche all der anderen Daedrafürsten...
    Es war ein Ziel. Nach den quälenden Tagen, die auf die Suche nach dem Folianten folgten und während derer sie erkennen mußte, daß sie nicht mehr einfach zurückkonnte in ihr altes Leben, hatte sie endlich wieder ein Ziel.

  5. #5
    Dreveni bekam gerade noch mit, wie Arranges nach dem schwarzen Stein griff, dann brach die Welt auch schon um sie herum zusammen. Sie taumelte und kam schließlich auf kühler Erde wieder zu sich. Die kühle Nachtluft von Cyrodiil lies sie zittern, aber es vertrieb auch die Benommenheit. Vorsichtig richtete sie sich auf, wobei sie tunlichst vermied, den gebrochenen Arm zu bewegen. Die Schmerzen setzten ihr langsam doch ziemlich zu, und sie brauchte unbedingt einen Heiler, bevor das ganze schief zusammenwuchs. Allerdings würde in Cheydinhal noch immer Chaos herrschen, mit viel Glück würde es sich morgen im laufe des Tages langsam beruhigen. Jetzt einen Heiler aufzutreiben, könnte schwer werden. Bis Morgen würde sie es schon noch aushalten, und sich in Mordans Haus verkriechen. Außerdem wollte sie vermeiden, dass ihnen unbequeme Fragen gestellt wurden.

    Sie schaffte es schließlich aufzustehen, wobei sie sich auf ihr Schwert stützen musste. Dann fiel ihr Blick auf Arranges und Erynn. Der Magier war am Ende, und sie selbst sah vermutlich genauso bescheiden aus wie er. Erynns Gesicht war mit Blut verschmiert, sie sollte ebenfalls bei einem Heiler vorbei sehen, wenn sie nicht mit einer schiefen Nase leben wollte.
    "Scheiße.", sagte sie leise. Die beiden hatten sie aus diesem Obliviontor gezogen, dass sie noch lebte verdankte sie nur Arranges. Wie würden sie reagieren, wenn Dreveni jetzt einfach ging? "Ich denke nicht, dass es gut ist, jetzt direkt nach Cheydinhal zu gehen. Wir sollten bis Morgen mindestens warten." Sie rang kurz mit sich, wobei sie die Schmerzen langsam zermürbten: "Hier in der Nähe steht ein Haus. Kommt mit wenn ihr wollt." Gleich darauf bereute sie ihre Worte schon fast wieder. Dreveni, so geht das nicht weiter, du wirst wirklich weich... Wobei es ja nicht so ganz uneigennützig war, in ihrem Zustand wollte sie dann auch nicht unbedingt alleine bleiben, beruhigte sie sich etwas. Abwartend sah sie zu den beiden, wobei ihr Blick schließlich auf Arranges liegen blieb. "Keine Angst, in diesem Zustand kann ich euch sicher nichts tun.", sagte sie noch in die Stille. Eigentlich wäre es ja angemessen, ihnen zu danken, aber das brachte sie dann doch nicht über sich.

  6. #6

    Drevenis Haus

    'Das will ich auch hoffen...' Knurrte Arranges. Während Erynn schon wieder auf die Beine kam, blieb er noch einige Herzschläge lang liegen, ehe er sich mühsam und mit zitternden Armen hochstemmte. 'Ihr wisst ja anscheinend wo es langgeht...' Keuchte er und bedeutet Dreveni voranzugehen. Ihm war gar nicht wohl bei dem Gedanken daran, sich auf die Assassinin verlassen zu müssen. Während die beiden Dunmer wohl arg verletzt waren, aber an und für sich nicht so sehr erschöpft wie der Magier, konnten sie relativ sicher gehen. Die Tatsache dass Arranges aber nur mehr durch die Nacht stolpern konnte, zwang sie, das Tempo etwas zu zügeln. Es dauerte zum Glück nicht sehr lange, da tauchte vor ihnen ein etwas kleineres Gebäude im typischen Fachwerkstil von Cheydinhal auf. In einem recht steilen Winkel war auf der einen Seite ein kleiner Stall angebaut und bildete so mit dem Wohngebäude zusammen einen kleinen Hof, in dessen Mitte sich ein Brunnen erhob. Ich wusste gar nicht, dass Auftragsmeuchler so gut wohnen...

    Die Dunmer öffnete die Eingangstür und ließ sie ein. Der Raum dahinter war eher schlicht, aber nicht schäbig eingerichtet. Dreveni sorgte für etwas Licht und nachdem der Raum gut erhellt wurde, ließ sich Arranges unaufgefordert auf einen Stuhl fallen. Erst jetzt widmete er seine Aufmerksamkeit wieder dem Pfeil, der in seinem Oberarm steckte. Verfluchtes Dremora... Zerknirscht beäugte der Nekromant den gefiederten Schaft und machte Anstalten, daran herumzufingern...

  7. #7
    Erynn nahm Drevenis Angebot gerne an, auch wenn nicht zu überhören war, wie sehr sich die andere Dunkelelfe dazu überwinden mußte. Arranges konnte sich natürlich eine pampige Antwort nicht verkneifen, und sie verdrehte entnervt die Augen. Schon bald erreichten sie das freistehende Haus, traten ein und ließen sich auf die nächstbeste Sitzgelegenheit fallen.
    Der Kaiserliche zupfte an dem Dremorapfeil, der noch immer in seinem Arm steckte. Ach ja, da war ja noch was. Eigentlich sollte ich ihn einfach machen lassen, bis er das Teil kaputtgekriegt hat. Als sie sich das Schlachtfest vorstellte, das folgen würde um die einzelnen Splitter aus der Wunde zu pulen, besann sie sich eines besseren.
    „Laßt die Finger davon, Arranges. Ihr macht es nur noch schlimmer.“ Sie stand auf und besah sich den Pfeil genauer. Die Spitze besaß eine Doppelreihe häßlicher Widerhaken, der Schaft war komplett aus Metall geschmiedet und wirkte irgendwie porös, als sei er zu stark gehärtet worden. Auch die Befiederung bestand aus messerscharfem, dünnem Metall. Man hat die Flugeigenschaften also zugunsten der Absicht möglichst bösartige Wunden zu reißen zurückgestellt. Warum überrascht mich das nicht?
    „Habt Ihr eine starke Zange im Haus, Dreveni? Ich muß den Schaft abkneifen. Und außerdem eine, mit der ich Kettenringe aufbiegen kann.“ Die Assassine schaute sie abschätzend an, nickte dann aber und verschwand für eine Weile.

    Der Kaiserliche sah etwas erstaunt auf, als Erynn ihn aufforderte seine Finger von dem Geschoss zu lassen. Er wollte sich gerade darüber ausschütten, als sie schon bei ihm stand und sich den Pfeil genauer besah. Jetzt erdreistete sie sich auch noch Dreveni nach einer Zange zu fragen. 'Das könnt ihr aber gleich vergessen Erynn!'

    Sie legte den Kopf schief und schaute Arranges betont unschuldig an - soweit das mit ihrer Matschfresse möglich war. "Warum? Wollt Ihr selber daran herumreißen? Der Pfeil ist so gearbeitet, daß er splittern soll. Das Ergebnis könnt Ihr Euch selbst ausmalen. Es grenzt schon an ein Wunder, daß er überhaupt noch an einem Stück ist." Sie genoß diese kleine Rache für die Demütigungen in der Oblivionebene außerordentlich. "Wißt Ihr, was ich tue, wenn Ihr das Ding kaputtbrecht?"

    'Schaut nicht so dämlich... Sogar ein Troll kann netter dreinblicken als ihr... und nein, ich weiss nicht was ihr tut wenn ich den Pfeil zerbrösle... und es ist mir auch egal, weil es kaum schlimmer sein kann als die Stickereien auf meinem Oberschenkel vor nicht all zu langer Zeit...' Und ich drehe euch den Hals um, wenn ihr irgendetwas daran herumfummelt... Und rein aus dem Bestreben heraus, sie ein wenig zu provozieren, fasste er den Schaft in seine Faust und blickte sie herausfordernd an.

    Erynn lächelte leicht. Für ein Grinsen reichte es nicht, dafür tat ihre Nase einfach zu weh. "Dreveni! Bringt noch ein Messer mit", rief sie der anderen Dunmerin hinterher.

    Die Miene des Kaiserlichen wandelte sich von selbstsicher provozierend zu deutlich erschrocken, während seine Augen plötzlich die Größe von Tellern annahmen. 'Das wagt ihr nicht?!'

    "Und ob. Ihr habt mir versprochen, mir die Grundlagen der Magie beizubringen. Glaubt Ihr, ich will, daß Ihr vorher an Wundbrand verreckt?" Sie hob die Hände zu einer beschwichtigenden Geste, und ihre Stimme wurde weicher. "Schon gut. Ich werde vorsichtig sein, wie immer. Jetzt laßt den Pfeil los... Bitte."

    Wieder wandelte sich Arranges Gesichtsausdruck. Diesesmal herrschte Verblüffung vor. Verflucht, ich hatte gehofft, sie hätte das inzwischen irgendwie vergessen... 'Als ob ihr euch da ernsthafte Sorgen machen würdet... ihr habt von Magie doch sowieso keine Ahnung und mal davon abgesehen wäre es euch doch gar nicht so unrecht würde ich einfach abkratzen... immerhin wärd ihr dann praktisch wieder frei... vorsichtig, dass ich nicht lache... in Ohnmacht bin ich gefallen, als ihr den Schnitt damals genäht habt... wenn ich hier wegtrete, kommt Dreveni nur noch auf den Gedanken mir entgültig das Leben auszuhauchen, solange ich mich nicht wehren kann...' Er sprang so ruckartig vom Stuhl auf, dass dieser umkippte. Er ließ auch den Pfeil nicht los, im Gegenteil er packte ihn so fest, dass die Fingerknöchel weiß hervortraten und drehte sich mit der verwundeten Schulter von Erynn weg, ohne die Augen von ihr zu lassen. 'Kümmert euch doch ersteinmal um eure eigenen Verletzungen...' Er versuchte seiner Stimme einen festen Klang zu geben, es gelang ihm nicht.

    Erynn seufzte schwer. "Ihr seid noch garstiger als sonst, wenn Ihr Angst habt, Arranges", antwortete sie, doch es lag keine Schärfe in ihrer Stimme. Jedesmal dasselbe Theater... "Das hier geht schneller, als eine Wunde zu nähen. Wenn der Pfeil draußen ist, spülen wir die Wunde mit einem Heiltrank aus und verbinden sie. Ich kann Euch gern jeden Arbeitsschritt erklären, wenn Euch das hilft. Was wollt Ihr denn machen. Das Teil kann schließlich nicht da bleiben, wo es ist... und wie soll ich mich um meine eigenen Verletzungen kümmern, wenn ich sie noch nicht einmal sehen kann, könnt Ihr mir das verraten?"

    Arranges atmete hörbar aus und ließ die Schultern hängen. Zögernd ließ er den Pfeil los und drehte sich wieder ganz zu Erynn. Er stellte den Stuhl wieder auf und setzte sich. 'Aber bitte seid vorsichtig... und macht schnell...' Ein unterschwelliges Flehen konnte er in seinen Worten nicht gänzlich unterdrücken, aber irgendwo im Hinterkopf wusste Arranges, dass Erynn es verstand, Wunden so gut sie es vermochte zu versorgen.

    Sie nickte und zog ihre Handschuhe aus. "Versprochen. Es geht schnell."
    Dreveni kehrte zurück. Sie bewegte sich vorsichtig, als sie die Zangen und das Messer neben Erynn auf dem Tisch aufreihte. Die Kriegerin begann damit, einige Kettenglieder um den Einschuß herum zu entfernen, um besser sehen zu können. Zuerst an der Oberseite von Arranges' Arm, dann kniete sie sich hinter den Stuhl und machte auf der Rückseite weiter. Dabei achtete sie peinlich genau darauf, den Pfeil nicht zu berühren. An der Eintrittswunde waren einige Ringe gesplittert und hatten sich in das umliegende Fleisch gebohrt, aber nur oberflächlich, soweit sie erkennen konnte. Mit spitzen Fingern zupfte sie die Bruchstücke heraus.
    "Gut", sagte sie, während sie nach der schwereren Zange griff, "Jetzt haltet den Pfeilschaft so fest Ihr könnt dicht an Eurem Arm fest, aber achtet darauf, ihn nicht zu bewegen."

    Arranges verspannte sich wie damals, als sie den Schnitt nähte wieder komplett und biss sich auf die Unterlippe um nicht zu schreien. Jedoch hatte er dazu noch keinen Grund. Erynn schaffte zunächst nur Platz um besser an den Pfeil kommen zu können. Als sie jedoch damit begann an der Austrittstelle die gesplitterten Ketten aus der Haut zu zupfen, trat dem Magier vereinzelt Schweiß auf die Stirn. Erleichtert ließ er den unbewusst angehaltenen Atem entweichen, als sie endlich fertig war, nur um dann sogleich wieder scharf die Luft einzusaugen, als sie ihm die Anweisung gab, den Schaft festzuhalten. Ich breche euch das Genick, wenn ich gleich schreien muss... Er packte den Pfeilschaft und hielt ihn so fest und bewegungslos, wie es seine angespannten Muskeln zuließen...

    Erynn setzte die Zange knapp über der Hand des Kaiserlichen an und kappte den Schaft. Es knackte vernehmlich, doch die Schnittstelle war glatt und ohne Splitter. Sie verbiß sich ein erleichtertes Aufatmen; Arranges war auch so schon nervös genug.
    "Ihr könnt jetzt loslassen." Ein Moment verstrich. "Loslassen. Gut so." Sie umrundete den Stuhl und kniete sich wieder hinter den Beschwörer. Mit der rechten Hand faßte sie seinen Arm, die andere legte sie an den Pfeil. "Das ist der häßliche Part. Bemüht Euch trotzdem, den Arm ruhig zu halten." Gut, das 'schnell' war geflunkert. Ich wage nicht, das Ding mit einem Ruck rauszureißen. Sie schloß die Hand um den Pfeilschaft und packte Arranges Oberarm fester. Nach ein paar Sekunden hielt sie das Geschoß in der Hand. In einem Stück.

    Das Kappen des Schafts war nichteinmal schlimm, Arranges hatte zu seiner Verwunderung nichts gemerkt, aber er wusste, was da noch kam, schließlich wurden Bolzen ganz ähnlich entfernt und das tat er meistens selbst. Erynn kniete sich wieder hinter ihn und hielt seinen Arm fest. Ich werde Amok laufen müssen, ich weiss es jetzt schon... Die andere Hand des Kaiserlichen krallte sich in die Tischkante. Alle Muskeln waren bis kurz vor dem Zerreissen gespannt, aber dennoch bekam er es irgendwie hin, den betroffenen Arm halbwegs und mit Erynns Hilfe, stillzuhalten. Er kniff die Augen zusammen und presste die Kiefer aufeinander. Ich werde sie an die Wand klatschen... das wäre Ausgleich genug... zumindest vorerst... Er spürte, wie der Pfeil durch seinen Arm gezogen wurde. Verdammt, was verstehst du unter schnell, Erynn?! Erst, als sie den Pfeil heraus hatte und seinen Arm losließ, stieß Arranges einen lauten, jaulenden Schmerzlaut aus. Aber das war es auch schon, der Schmerz war weg und das ekelhafte Gefühl eines Fremdkörpers im Leib verflüchtigte sich. Noch etwas ungläubig schaute Arranges auf die jetzt nur noch unauffällige Wunde. 'Danke...' Nuschelte er kaum hörbar vor sich hin.

    Die Elfin ließ langsam den angehaltenen Atem entweichen. "Keine Ursache." Sie legte die Reste des Pfeils auf den Tisch. "Jetzt spült die Wunde mit einem Heiltrank aus und seht zu, daß Ihr das Kettenhemd loswerdet, damit ich die Wunde verbinden kann." Sie ließ sich auf einen freien Stuhl sinken, unendlich erleichtert darüber, daß sie im Verlauf der Aktion keinen weiteren Schlag ins Gesicht kassiert hatte.

  8. #8

    Zusammenfassung (Erynn & Dreveni)

    Dreveni konnte es nicht haben, dass sie von der Dunmer schon wieder herumkommandiert wurde. Als sie dann allerdings noch um ein Messer gebeten wurde, und ihr Arranges Gehabe auch nicht verborgen blieb, brachte sie voll Schadenfreude das größte und am gemeinsten Aussehende, dass sie in der Küche finden konnte.
    Außerdem holte sie noch eine Flasche hochprozentigen Alkohol sowie drei Gläser. Irgendwo fand sie auch noch einen Heiltrank, der zumindest die Schmerzen in ihrem Arm etwas linderte. Dagegen, dass der Oberarmknochen immer noch einen fiesen Knick hatte, konnte er allerdings nichts ausrichten.
    Sie beobachtete die Szene und hätte fast lachen müssen, als sie sah wie sich Arranges aufführte. Sie hatte schon gelegentlich gesehen wenn jemandem ein Pfeil irgendwo raus gezogen wurde, und es gab sicherlich schöneres, aber von dem ach so hartem Magier war in diesem Moment nichts mehr übrig. Was sie fast noch mehr wunderte war die Besorgnis und Geduld von Erynn. Dreveni hatten die Szenen in und vor dem Tor gereicht, wo Arranges Erynn mehr als schwach angeredet hatte. Was trieb die Dunmer dazu, immer noch bei ihm zu bleiben und ihn auch noch so fürsorglich zu behandeln? Dreveni hätte da nicht so einen Aufriss veranstaltet. Hätte er nicht still gehalten, hätte sie ihn eben erst abgefüllt oder K.O. geschlagen. Bei Arranges vermutlich pauschal letzteres.
    Als der Pfeil endlich aus Arranges Arm war, stellte Dreveni eine kleine Flasche mit einem Heiltrank auf den Tisch vor ihn, fasste Erynn mit dem gesunden Arm um die Schultern und dirigierte sie die Treppe nach oben ins Bad. Der Zuber war zwar leer, aber auf einem Waschtisch stand eine Schüssel mit Wasser, daneben lagen saubere Leinentücher. Außerdem hing ein großer Spiegel an einer Wand. Die Dunmer sah ebenfalls mitgenommen aus, außerdem hatte sie zu der gebrochenen Nase noch Kratzer von den Clannbanns, die dringend gesäubert werden sollten. Im Bad zündete sie die Kerzen an, setzte sie sich auf einen Hocker, sah die Dunmer an und fragte: "Warum tut ihr das? Habt ihr eigentlich gar keinen Stolz? Allein wie dieser Kaiserliche mit euch spricht..."
    Normal ging sie das ja nichts an, aber nachdem sie alle zusammen durch die Ebenen von Oblivion gegangen waren, und diese beiden jetzt immerhin schon in ihrem Haus waren, konnte sie auch noch mehr von ihren Prinzipien über den Haufen werfen.

    Erynn ließ sich von Dreveni widerstandslos in das Badezimmer führen. Bei einem Blick in den Spiegel erschrak sie vor sich selber. Als die andere sie ansprach, drehte sie sich herum. "Doch, ich habe so etwas wie Stolz. Deshalb wende ich mich nicht einfach ab, wenn jemand meine Hilfe braucht", antwortete sie. "Und Arranges spricht mit jedem so. Scheint eine Art Macke zu sein."
    Sie begann, vorsichtig den Schorf aus ihrem Gesicht zu waschen und zuckte jedesmal zusammen, wenn sie dabei ihre Nase berührte. "Verfluchtes Flammenbiest!" Die Kratzer hatten sich bereits entzündet und begannen gleich wieder zu brennen, als sie mit den Fingern darüberfuhr. Für einen Moment überlegte die Söldnerin, ob sie es wohl über sich brächte das Nasenbein selbst zu richten, verwarf den Gedanken aber gleich wieder. So hart war sie nicht.
    Schließlich wandte sie sich wieder zu Dreveni um. "Danke."

    Bei Erynns Antwort konnte sie nur den Kopf schütteln. "Jemandem zu helfen ist ja das eine. Aber jemanden regelrecht zu umsorgen, dem es scheinbar Spaß macht, euch zu demütigen, etwas ganz anderes. Das scheint mir auch etwas mehr als nur eine Macke zu sein. Vorher in den Ebenen Oblivions meinte er, ihr wäret nicht Ansatzweise in der Position, ihm Befehle zu geben. Seid ihr etwa seine Gefangene?" Die letzte Frage hatte Dreveni nicht wirklich ernst gemeint, aber es wunderte sie noch immer, in welchem Verhältnis die beiden zueinander standen. Als sich Erynn das Blut aus dem Gesicht gewaschen hatte, sah Dreveni auch ihre schiefe Nase. Es wäre vermutlich nicht schwer zu richten, aber Dreveni war sich nicht sicher, ob es nachher nicht schlimmer aussehen würde, da sie auch nur eine Hand benutzen konnte. Für ihren Arm wäre es wohl auch das beste, wenn man ihn zumindest provisorisch richten und schienen würde, aber das wollte sie Erynn jetzt nicht auch noch fragen.

    Sie dachte über die Frage nach. Wie erklärte man diese seltsame Verbindung, die zwischen ihr und dem Kaiserlichen bestand? Arranges selbst schien nur zu gern davon auszugehen, daß sie in seiner Gewalt war - sein krankhafter Kontrollfanatismus. Wenn sie allerdings ehrlich zu sich selbst war, begann sie selbst langsam ebenfalls daran zu glauben. Manchmal. Dann wieder auch nicht. Es war verwirrend.
    "Ich bin keine Gefangene. Aber ich bin ihm verpflichtet, auf... eine gewisse Weise." Sie durfte auf keinen Fall die Gathering erwähnen, schärfte sie sich selbst ein. Niemals. Erynn wechselte das Thema. "Ihr solltet schnellstmöglich einen Heiler aufsuchen. Vielleicht jetzt gleich. Wir werden gehen, wenn Ihr es wünscht."

    "Verpflichtet? Dann muss er ja wahrlich etwas großes für euch getan haben...", sagte sie nur, nachdem sie Erynn ein paar Sekunden stumm gemustert hatte. Sie konnte selbst gerade nicht begreifen, warum sie das Schicksal der anderen derartig interessierte. Dass sie sich in ihr vielleicht ein bisschen selbst sah vor etwa zehn Jahren, wurde ihr nicht bewusst. Um sich wirklich mit Erynn zu vergleichen, wusste sie ohnehin zu wenig von ihr und Arranges. Damals war sie auch blind jemandem gefolgt, was sie fast mit dem Leben bezahlt hätte. Auch wenn Feryn ganz anders war als Arranges... Sie riss sich mit einiger Mühe aus ihren Gedanken, und erinnerte sich, was Erynn zu Letzt gesagt hatte. "Ich fürchte dass in Cheydinhal gerade Chaos herrscht, ich werde morgen in die Stadt gehen. Ausserdem ist der Weg nachts zu gefährlich mit nur einem Arm. Ihr könnt über Nacht bleiben, wenn ihr wollt, hier oben ist ein Gästezimmer." Mordan würde nicht so bald zurückkommen, und selbst wenn. Sie wollte zwar vermeiden ihm erklären zu müssen, was ausgerechnet Arranges hier tat, er würde ihn vermutlich von dem Steckbrief erkennen, aber das erschien ihr nach den letzten Stunden auch nur noch halb so schlimm. Müde erhob sie sich von dem Hocker und ging zur Tür.

  9. #9
    Der Kaiserliche besah sich etwas misstrauisch das kleine Fläschchen, das ihm Dreveni auf den Tisch gestellt hatte. Wenn das ein Heiltrank ist fress ich einen Besen... Sicher nicht Dreveni, jetzt nachdem ich Erynns Folter über mich habe ergehen lassen, werde ich mir sicher nicht euer Gift in die Wunde schütten... Arranges erhob sich und tastete an seinem Gürtel nach einer etwas kleineren Phiole als die der Dunmer. Nach einem vergleichenden Blick auf das Gefäß in seiner Hand und jenes, das auf dem Tisch stand, nickte er zufrieden. Er stellte das Fläschchen ab und begann damit seine Ausrüstung abzulegen. Nunmehr am Oberkörper nur noch mit dem dünnen Leinenhemd und den Armschienen bekleidet, versuchte er umständlich die Wunde irgendwie zu spülen. Verfluchtes Hemd... Der Ärmel rutschte immer wieder vor die Wunde. Nachdem er sich schon arg verrenkt hatte um die Eintrittswunde zu säubern, zog er jetzt das Hemd ganz aus um den Austritt ebenfalls noch zu säubern.

    Nachdem er endlich fertig war, wollte er sich wieder ankleiden, bevor die beiden Dunmer wieder zurückkamen. Sein Blick fiel auf die frische Narbe in seiner Brust. Verdammte Mönche, als ob ich nicht schon genug Narben hätte... Eine Handbreit darunter folgten die drei Punkte, dort, wo ihn der Skalon erwischt hatte. Hm... mal sehen... Arranges öffnete die Schnallen seiner rechten Armschiene und nahm selbige ab. Den Unterarm ein wenig drehend, schielte er auf die Unterseite. Zwei hauchdünne, leicht dunklere Linien als seine übliche Hautfarbe zeichneten sich fast parallel ab. Dreveni... Zusammenzuckend blickte er auf, als eben genau sie, Dreveni, die Treppe vom Bad wieder herunterkam...

  10. #10
    Nachdem Dreveni zur Tür gegangen war, stellte sich Erynn noch einmal vor den Spiegel und schaute in ihre eigenen, blutunterlaufenen Augen. Ja, warum lasse ich mir das eigentlich alles gefallen? fragte sie sich selbst zum wiederholten Male. Sie überlegte, was wohl geschehen würde, wenn sie jetzt einfach abhaute. Daß Arranges sie früher oder später finden würde, wenn er es darauf anlegte, darüber machte sie sich keine Illusionen. Aber will er das überhaupt? Wahrscheinlich wäre er eher froh, mich endlich los zu sein. Eine passende Erklärung für seinen Nekromantenverein wird ihm gewiß einfallen. Andererseits... nein. Wenn sie sich seiner Kontrolle durch Flucht entzog, würde er das nicht ertragen, so gut kannte sie ihn mittlerweile. Also bin ich doch eine Gefangene? Auf eine seltsame, verdrehte Art und Weise? Wenn es so war, dann war die ganze Situation wirklich verdreht. War es doch mitunter so, daß er ihr, wenngleich unwillig, die Führung überließ, wie gerade eben auch.
    Sie schnaubte ärgerlich und bereute es gleich darauf. Autsch!
    Was wollte sie überhaupt? Als sie einwilligte, den Kaiserlichen auf diese Reise zu begleiten, hatte sie doch gewußt, worauf sie sich einließ. Ihre eigenen Grübeleien wurden ihr jetzt wirklich zu dumm. Außerdem führten sie nur im Kreis.
    Ich werde diesen Kerl schon noch auf Spur bringen. Und das hat er sich ganz allein selbst zuzuschreiben. Gefangene. Ich. Was für ein Blödsinn. Du kennst mich noch nicht, Arranges. Du glaubst, so überlegen und unbesiegbar zu sein – du bist nur maßlos, Sklave deiner eigenen Leidenschaften. Sie beherrschen dich, nicht umgekehrt. Demütige mich nur weiter, und ich sorge dafür, daß du dich ihnen stellen mußt, einer nach der anderen. Wir werden sehen, wer von uns beiden sich am Ende als stärker erweist.

    Erynn legte beide Hände an ihre Nasenflügel und drückte leicht. Scheiße! So wird das nichts... Sie tupfte das neuerliche Rinnsal aus Blut mit einem schon arg durchgesifften Leinentuch ab und warf ihrem Spiegelbild einen letzten, wütenden Blick zu, dann folgte sie Dreveni. Sie entsann sich dunkel daran, daß diese unten eine Flasche Weinbrand auf den Tisch gestellt hatte. Im Moment genau das Richtige.
    Die Elfin betrat die Treppe und sah auf Arranges und Dreveni, die sich wortlos anstarrten wie zwei mißtrauische Katzen. Sie nahm sich einen Augenblick Zeit, Arranges genauer zu mustern. Es war tatsächlich das erste Mal, daß sie ihn ohne Tunika sah. Eine seltsame Belustigung breitete sich in ihr aus. Aber ich bin knochig, ja? Du bist doch selbst nur ein halbes Hemd...

  11. #11
    Von Erynn kam keine Antwort mehr, Dreveni würde vermutlich nie die ganze Wahrheit erfahren. Also ging sie die Treppe hinunter zum Wohnzimmer.

    "Oh, bei...", aber so sehr Dreveni auch nachdachte, ihr fiel kein passender Daedrafürst für den Anblick ein, der sich ihr bot. So starrte sie Arranges nur entgeistert an, und bereute gerade das Angebot mit dem Gästezimmer. "Anziehen, sofort.", sagte sie schließlich nur kühl und ging zum Tisch. Ihr Plan war gewesen, sich auf den nächsten Stuhl zu setzen und sich dem Weinbrand zu widmen, leider stieß sie dabei mit ihrem Arm an den Tisch. Sie spürte die Enden des gebrochenen Knochen kurz knirschend übereinander reiben, widerstand gerade noch, mit der anderen Hand an ihren Arm zu langen, da blieb ihr auch schon vor Schmerz die Luft weg. Sie saß kurz schwer atmend mit geschlossenen Augen am Tisch, während sie hoffte, gnädigerweise einfach vom Stuhl zu kippen, und als der Schmerz doch langsam nachließ, fluchte sie leise auf Dunmeri. Daran, dass Erynn sie eventuell verstehen konnte, dachte sie gerade nicht. Wäre Mordan jetzt hier, wäre alles kein Problem. Er war zwar kein Heiler, aber Knochen richten bekam er schon hin. Ihr Blick blieb auf Erynn hängen. So ging es nicht weiter, sie würde noch öfter irgendwo anstoßen, bis sie bei einem Heiler war. Und geschient sollte das wesentlich weniger schmerzhaft werden. Vor dem Weg dahin graute ihr zwar, und fast noch mehr davor, die Dunmer um Hilfe zu bitten, aber sie tat es trotzdem: "Erynn... könntet ihr.. bitte?" Arranges ignorierte sie dabei so gut sie konnte.

  12. #12
    Erynn blickte überrascht auf. Dreveni traute ihr wirklich so sehr, um sie an ihre Verletzung zu lassen? Verdammt, Leute, ich bin doch kein Heiler... warum immer ich? „Ich... weiß nicht. Theoretisch weiß ich, wie das geht, aber ich habe so etwas noch nie selbst gemacht. Seid Ihr sicher?“

    Ob sie sich sicher war? Nein. Aber viel schlimmer konnte es nicht mehr werden, oder? Arranges würde es vermutlich tierisch freuen, sie vor Schmerzen schreien zu hören, aber so rumjammern wollte sie nicht wie er, dachte sie mit einem kurzen Blick zu dem Magier. Beherrschte er eigentlich keine Heilmagie? Nachdem er seine Wunden nicht damit geschlossen hatte, vermutlich nicht.
    "Ja, bin ich.", antwortete sie Erynn schließlich.

    Sie nickte. "Also gut. Ich brauche ein paar Tücher und Stoffbinden von Euch." Ein bißchen mulmig war ihr schon zumute. "Arranges, bitte seid so gut, geht nach draußen und schneidet mir sechs fingerstarke Äste." Ich würde ja selber gehen, aber wenn ich die beiden jetzt alleine in einem Raum lasse, haben sie sich gegenseitig umgebracht, wenn ich zurückkomme...

    Ja das glaub ich euch sofort, dass ihr noch keinen halbwegs kräftigen Magier ohne Robe gesehen habt... vermutlich habt ihr alle, die ihr je angetroffen habt, im Schlaf abgestochen, bevor ihr ihnen überhaupt einmal in die geöffneten Augen blicktet... Arranges starrte Dreveni noch einen Moment finster an, dann begann er damit, sich seine Kleidung und die Rüstung wieder anzulegen.
    'Ich habe diese feige Meuchlerin nicht aus dem Obliviontor gezogen um sie jetzt auch noch aufzupäppeln...' Meinte er nur kühl auf die Bitte Erynns hin. Er war genau genommen schon wieder genesen, der Heiltrank würde die jetzt nur noch unbedeutende Wunde über Nacht schließen und bis in spätestens 2 Tagen würde man nur noch zwei kleine Punkte sehen können.

    "Ach, jetzt kann der Herr wieder große Töne spucken. Aber weder Mann genug, sich einen Pfeil ohne dieses ganze gejammere aus dem Arm ziehen zu lassen, noch ehrlich genug, mich einfach von dem Xivilai erschlagen zu lassen oder jetzt wenigstens dazu zu stehen und konsequent zu bleiben.", sagte sie gefährlich leise zu Arranges. Langsam war sie mit ihren Nerven am Ende, und noch einen blöden Spruch von diesem selbstgerechten Kaiserlichen konnte sie jetzt wirklich nicht ertragen. "Tücher sind oben, Äste werde ich gerade noch selber finden.", sagte sie zu Erynn, wobei sie anstalten machte, aufzustehen.

    Erynn schloß kurz die Augen und atmete tief durch. Es half nicht, um sie zu beruhigen. Das ist doch alles nicht wahr! Ein einziger Alptraum, diese zwei... "Schluß mit dem Theater, alle Beide!" fauchte sie. "Es reicht, Arranges. Endgültig. Raus mit Euch, oder ich trete Euren Arsch persönlich durch diese Tür!" Damit hast du den Bogen überspannt. Los, tu mir den Gefallen und zick noch ein bißchen weiter rum, du undankbares Stück. "Dreveni, holt mir einfach nur diese Tücher."

    Arranges verschränkte provozierend die Arme vor der Brust und starrte abwechselnd Dreveni und Erynn an. Er zeigte sich deutlich unbeeindruckt von den Worten beider. Nach schier endlosen Sekunden schnaufte er verächtlich. 'Vielleicht habe ich die Gedanken des Xivilai missverstanden und er wollte mich von euch befreien...' Knurrte er, während er zur Tür stapfte und nach draussen verschwand.
    Nach ein paar Minuten erschien Arranges wieder. In einer Hand 6 Äste, armlang, sauber geschnitten und so dick wie sein Daumen.

    Gerade als Dreveni abgeschätzt hatte, wie schnell sie das Messer, dass noch auf dem Tisch lag, nehmen und auf Arranges werfen konnte, und zu dem Schluß kam, das sie wohl treffen würde bevor er reagiert hätte, stand er doch noch auf und ging nach draussen. Nicht ohne einem weiteren Spruch, für den ihm Dreveni nur noch Verachtung entgegenbringen konnte. Wenn du schon Gelegenheiten verstreichen lässt, lass es nachher nicht an anderen aus. Sie stand jetzt entgültig auf, ging nach oben und holte ein paar Leinentücher aus dem Schrank im Gästezimmer. Eines davon würde Erynn in Streifen reißen können, ihr fiel es schwer mit nur einer Hand. Als sie wieder nach unten kam, hatte Arranges schon die Äste von draußen gebracht. Etwas seltsam war ihr schon zumute, aber jetzt konnte sie wirklich keinen Rückzieher mehr machen.

    Na bitte, es geht doch... Erynn rief sich kurz das Verfahren ins Gedächtnis zurück. Hoffentlich funktioniert das alles. Sie zog ihr Gebrauchsmesser und begann, eines der Tücher in schmale Streifen zu schneiden, dann drehte sie sich zu Dreveni und Arranges um.
    "Es läuft folgendermaßen", sagte sie sicherer, als sie sich fühlte. "Dreveni, Ihr legt Euch auf den Rücken. Arranges, Ihr faßt ihren Arm am Ellenbogen und am Handgelenk und zieht ihn gerade nach oben. Ich selbst schiebe den Knochen wieder an seinen Platz. Wenn das geschehen ist, dürft Ihr nicht loslassen, bis die Verletzung geschient ist."

    Wie?! Ich darf ihr tatsächlich ganz legitim Schmerzen zufügen, ohne, dass sie sich wehren kann... das gleicht die Stunden im Reich des Vergessens ja um Längen aus! Ein breites, aber fieses Grinsen huschte über Arranges Gesicht. Er blickte zu Dreveni und machte eine auffordernde Geste.

    Übertreibe es ja nicht, Arranges, sonst wird meine erste Tat nachher sein, dir dahin zu treten, wo es richtig weh tut... Der Ärger über Arranges half ihr zumindest ein bisschen über die Panik hinweg, die sie langsam doch bekam. Sie hoffte, dass man ihr die Angst nicht ansehen konnte, und ging ein stück weg vom Tisch, wo sie sich auf den Boden setzte. Als sich Arranges neben sie kniete, legte sie sich auf den Rücken, was nicht ging, ohne wieder ihren Arm zu bewegen. Das kann ja lustig werden..., dachte sie sich nur noch verzweifelt.

    Dreveni war bei der Erklärung ein wenig bleich um die Nase geworden, doch Erynn bewunderte sie ehrlich dafür, daß sie so ruhig blieb. Also, dann los. In zwei Minuten haben wir das Schlimmste schon hinter uns...
    Sie hockte sich ebenfalls hin und fixierte mit einem Knie den Oberkörper der anderen Elfin, indem sie es auf deren Brust drückte. "Los jetzt, Beschwörer."

    Wie einfach es doch mit einem Zauber wäre, sie ruhig zu stellen... Der Kaiserliche hatte nochmal nach der Magie gegriffen, aber sie war nur noch so dünn vorhanden, dass sie fast konsistenzlos, wie Rauch, durch seine Finger glitt und sich nicht formen ließ. Er kniete sich neben die Dunmer. Der leicht hinterhältige Ausdruck verschwand aus dem Gesicht des Nekromanten und machte Platz für eine jetzt hochkonzentrierte Miene. Er umfasste behutsam ihr Handgelenk und die Armbeuge, dann erst festigte er seinen Griff. Seine Hände waren wie Schraubstöcke, jedoch ohne dabei Blutgefäße oder Sehnen zu quetschen. Starr blickte er auf ihren Arm, während er ihn ein klein wenig aus der Schulter zog und ebenso gleichmäßig und vorsichtig anhob. Gerade, ohne zu zittern oder eine andere Bewegung, hielt er ihren Arm still, während sich Erynn daran machte, die Schiene anzulegen.

    Dreveni hatte sich wirklich vorgenommen, sich zusammen zureißen, und sich zumindest nicht noch zu bewegen, aber das gelang ihr nicht mehr, sobald Arranges an ihrem Arm zog. Sofort schoss ein glühender Schmerz durch ihrem Arm, und sie wollte seiner Bewegung unbewusst folgen und sich aufsetzen, wurde aber von Erynns Knie daran gehindert. Sie hatte gedacht, schlimmer als da, wo der Arm gebrochen wurde, könnte es nicht kommen, aber sie hatte sich gründlich getäuscht. Als sie den gebrochenen Knochen wieder gerade schoben, schrie sie kurz auf, dann blieb ihr aber - zum Glück für Erynns Ohren - die Luft weg. In diesem Moment wünschte sie sich wirklich, einfach zu sterben. Dass Arranges dabei noch relativ behutsam zu Werke ging, bekam sie nicht einmal mit. Sie hoffte nur, dass Erynn sich beeilen würde.

    Erynn kümmerte sich nicht um Drevenis Schreie, auch wenn sie im Stillen mit ihr litt. Es gab ein saftiges Knirschen, als sie entschlossen zugriff und den Knochen wieder an seinen Platz rückte. Ich hoffe, das wars jetzt. Sieht zumindest wieder gerade aus... Die Andere war mittlerweile ruhig geworden, schien genug damit zu tun zu haben, Luft zu holen.
    Die Kriegerin tränkte eines der Tücher mit einem Heiltrank, wickelte es um Drevenis Arm und band es fest. Es folgte ein zweites Tuch, dann wies sie den Kaiserlichen an, den Ellenbogen loszulassen und befestigte mit seiner Hilfe die Äste als Stütze um den Arm herum. Es schien ihr ewig zu dauern, bis sie die letzte Bandage endlich verknotet hatte.
    "Das sollte es gewesen sein. Legt jetzt langsam ihren Arm ab, Arranges."

    Der Kaiserliche war völlig ausgefüllt von seiner Aufgabe. Als studiere er einen Zauber, konzentrierte er sich darauf, den Arm so wenig wie möglich zu bewegen, trotzdem aber schnell und effektiv mit Erynn die Schiene anzulegen.
    Als würde Arranges die Meisterarbeit eines Schmiedegesellen in Form eines Schwerts vor sich auf den flachen Händen tragen, legte er Drevenis Arm auf dem Boden ab. Unverständlich nuschelte er irgendetwas in seine Bartstoppeln, dann half er der liegenden Dunmer erst in eine sitzende Position und stellte sie schließlich ganz auf. Sich in einen der Stühle am Tisch fallen lassend, griff Arranges nach der Weinbrandflasche, rückte sich ein Glas zurecht und funkelte feindselig den Korken im Flaschenhals an. Mit einem Auge schielte er nach den zwei Dunmer, dabei fiel sein Blick auf Erynns immernoch gebrochene Nase. Nochmals sah er den Korken mit einem vernichtenden Blick an, stellte die Flasche dann genervt ausatmend, etwas unsanft ab. 'Wenn wir schon dabei sind... dürfte ich mich bei euch revangieren, Erynn und euch die Nase wieder geradebiegen? ... So kann ich mich mit euch nicht sehen lassen.' Staubtrocken und ohne irgendeine Geste kamen die Worte über seine Lippen, während er die Flasche nochmals von der anfunkelte.

    Als die beiden endlich fertig waren, hatte Dreveni auch entgültig genug. Jedes Vieh hätte man schon längst von seinem Leid erlöst. Dann meinte Arranges auch noch, ihr aufhelfen zu müssen. NIMM DEINE WIDERWÄRTIGEN GRIFFEL VON MIR!!, dachte sie sich, zum sprechen war sie zu fertig. Als er sie ganz aufgestellt hatte, wurde ihr auch noch schwarz vor Augen, zum Glück stand ein Stuhl in der Nähe, auf den sie sich fallen lies. Dort blieb sie sitzen, den Kopf in die rechte Hand gestützt, und ohne dass sie etwas tun konnte, liefen ihr Tränen über das Gesicht. Langsam lichtete sich die Schwärze wenigstens wieder, und so bekam sie noch mit, dass Arranges offenbar vorhatte, Erynns Nase noch zu richten. Bei seinem Kommentar wurde sie noch etwas klarer im Kopf. Du kannst es echt nicht lassen. Erynn, ein Wort und ich schaffe dir das Problem vom Hals. Die Schmerzen ließen langsam wegen des Heiltrankes auch nach. Sie schielte noch nach der Flasche in Arranges Hand, allerdings zitterte ihre Hand noch so sehr, dass sie nicht danach greifen wollte. Sie hatte sich schon genug erniedrigt für heute, dass mussten die beiden nicht auch noch sehen. Stattdessen wischte sie sich unauffällig die Tränen aus dem Gesicht.

    Mit unendlicher Erleichterung beobachtete Erynn, wie Dreveni wieder auf die Füße kam. Sie fühlte sich so fertig, als sei sie gerade von der Kaiserstadt nach Chorrol gerannt, und zwar mit vollem Marschgepäck. Auf Arranges furztrockenen Kommentar hin konnte sie allerdings nicht anders, als laut aufzulachen - und gleich darauf zusammenzuzucken. "Au, verdammt! ...Charmant wie immer, Beschwörer, aber meinetwegen. Dann habe ich es wenigstens hinter mir."
    Sie ließ sich ebenfalls auf einen Stuhl plumpsen. "Wenn das hinterher schlimmer aussieht als vorher, verpasse ich Euch eine!"

    'Es wird garantiert besser aussehen als jetzt...' Der Kaiserliche erhob sich und ging zu Erynn hinüber. 'Hmm...' In der Tat hatte Arranges nie wirklich großartig jemand anderes außer sich selbst verarztet, er wusste, wie man das Nasenbein zurechtrücken musste, hatte es auch schon ein paarmal gemacht, aber das war wiederum schon eine ganze Weile her. Arranges hob ihren Kopf an, damit er senkrecht auf die Nase blicken konnte. Vorsichtig legte er seine Hände auf ihre Wangen und umfasste den Kopf so, dass er ihn fixieren konnte, während er die Daumen frei behielt und jetzt leicht links und rechts an die Nase anlegte. Erynn zuckte und zitterte unter seinen Bewegungen, die er so vorsichtig wie irgend möglich ausführte. 'Nicht erschrecken...!' Ein leises Knirschen war zu hören, als Arranges das gebrochene Nasenbein mit den Daumen wieder in eine gerade Position drückte. Er nahm seine Hände zurück und betrachtete die Dunmer, wie ein Künstler sein eben vollendetes Werk... 'Euer Antlitz gleicht nun mehr noch als zuvor, der aufgehenden Sonne...' Meinte er ungerührt und setzte sich wieder auf seinen Stuhl. Ohne zu warten griff er nach der Flasche. Korken sollten verboten werden... Schnell hatte Arranges sein Messer gezogen, keilte es zwischen dem Verschluss und dem Flaschenhals ein. Einen Augenblick später zog er zufrieden den gelockerten Korken und schenkte sich ein. 'Äh...' Mit der offenen Flasche in der Hand blickte er fragend zu Dreveni und Erynn...

    Leicht schockiert hatte Dreveni Erynns reaktion beobachtet. Sie hatte ja schon eine Menge seltsamer Leute gesehen, aber die beiden übertrafen alles. Als Arranges Erynns Nase richtete, wäre es Dreveni fast schlecht geworden, weniger weil sie den Anblick nicht vertragen hätte, sondern weil sie sich immer noch reichlich schwach fühlte und dieses Geräusch nur zu gut kannte. Als sie fertig waren, setzte sich Arranges an den Tisch, öffnete die Flasche und schenkte sich selbst ganz ungeniert zuerst ein. Mach nur so weiter, du fliegst noch hochkannt raus. Auf seinen Blick hin schob sie ihm ein Glas zu. Sie wusste zwar nicht, was passierte, wenn sie jetzt noch Alkohol trank, aber es war ihr auch ziemlich egal. An Erynn gewandt brachte sie sogar ein leises "Danke" heraus. Auch wenn sie langsam zu der Überzeugung gelangte, dass diese ebenfalls einen leichten Schlag haben musste, wenn sie freiwillig bei diesem irren Magier blieb. Wie zum Henker konnte sie diesem Menschen verpflichtet sein?

    Ich werde nicht schreien. Ich werde auf keinen Fall... Als der Knochen in seine angestammte Position rutschte, wehrte sie sich heftig gegen den Griff um ihren Kopf und fauchte wie ein Flederschatten.
    "Ihr seid und bleibt ein Ekel, Arranges. Trotzdem danke. Und ja, ich nehme einen Schluck", sagte sie auf seinen dummen Spruch hin. Erynn blinzelte ein paar Tränen aus den Augen und wartete darauf, daß das scheußliche Pochen in ihrem Gesicht nachließ. Wenigstens ist das ganze Gehampel mit der Wundversorgung jetzt durch. Man könnte meinen, ich hätte meinen Beruf verfehlt...

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