Arranges wusste nicht, wie er mit seinen jetzigen Gedanken umgehen sollte. Die letzten Worte der Dunmer und auch die Diskussion davor schon, hatten wie eine glühende Klinge in seinen Verstand geschnitten. Er ließ den Zyklon an seltsamen Gefühlen einfach dahinrauschen, während er auf das Meer hinausstarrte. Warum treffen mich ihre Worte so sehr... ich weiss doch, dass sie gar nicht recht haben kann... was ist schon dabei, wenn eine dumme, junge Dunmer irgendeinen Schwachsinn von mir behauptet... In seinem Innersten jedoch wusste der Kaiserliche, was so an ihm kratzte, er verdrängte es jedoch aus dem guten Wissen heraus, dass es ihm nur schaden würde, darüber nachzudenken...

Er bemerkte nach einer Weile, dass die Wunde in seiner Hüfte wieder zu bluten begann, nicht sehr stark, aber auch nicht so gering, als dass man es einfach hätte unbeachtet lassen können. Arranges hob mit einer Hand ein wenig ungelenk die sich überlappenden Schürzenglieder des Kettenhemds. Während er einige Augenblicke lang auf die Wunde schaute, überlegte er, wie er den Blutfluss stoppen konnte... Dann fädelde er etwas mühsig die steife Lederscheide seines Gebrauchsmessers vom Gürtel. Hmm... das müsste funktionieren... Er schob den Gürtel so weit nach unten, dass dessen breites Lederband jetzt genau über der Wunde lag. Zwischen Wunde und Gürtel hatte er wieder das leicht zerknüllte Tuch gelegt. Nach einigem Hantieren und unterdrücktem Fluchen, hatte er den Gürtel so eng wie möglich gestellt. Auf der anderen Seite der Hüfte, drückte er jetzt die Lederscheide quer zum Gürtel auf selbigen und begann damit, sie im Uhrzeigersinn zu drehen, wobei er die Scheide bei der ersten Umdrehung halbseitig so einfädelte, dass er nun eine Kordel aus dem Gurt drehen konnte. Es kostete ihn einige Mühe und schon nach zweimaligem Drehen ging er in die Knie, weil das Stehen zu anstrengend war. Noch einmal drehte er. Es war nicht ganze infach, da der Lastgurt eher ungewöhnlich breit war, aber nicht unmöglich. Durch das Zusammenziehen des Leders um seinen Körper hatte er jetzt einen guten Druck, mit dem das Tuch auf die Wunde in seiner Hüfte gepresst wurde. Das sollte reichen... Wiederum nach einigem Fluchen, dieses Mal laut, hatte er es geschafft, die Lederscheide so hinter den Gurt zu schieben, dass dieser sich nicht von allein wieder aufdrehen konnte. Ich brauche Erynn nicht um zu überleben... das wäre ja noch schöner! ... Ihre Folter hat zudem manchmal nur sehr wenig mit tatsächlicher Heilung zu tun wie ich glaube... Nur dass sie keine Heilzauber nutzte, rechnete ihr Arranges mehr oder weniger hoch an...

Nachdem er sich vorsichtig aufgerichtet hatte und erleichtert feststellte, dass sein provisorischer, aber effektiver Druckverband die Bewegungen ohne weiteres mitmachte, hinkte er wieder zurück zum Lager. Zwar taten seine Hände und Arme von diesem Übermaß an Anstrengung weh, aber das war das kleinste Problem, dazu hatte die Salbe ihr Übriges getan, die Heilung während der letzten Stunden erstaunlich schnell voran zutreiben. Beim Lager angekommen, kniete er sich wortlos neben Erynn nieder, zog das Messer aus dem Boden, setzte sich dann ihr gegenüber ans Feuer und starrte in die Flammen, während er mit der Klinge geistesabwesend herumspielte.