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Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat
    Also jetzt mal rein aus Interesse ohne Provokation: Was macht denn für euch (dich) gute Charaktere aus?
    In erster Linie, dass es kein Stereotyp ist. Klar, es ist in unserer Zeit schwer noch etwas Frisches zu finden, allerdings bin ich der Meinung, dass es jede Menge Kleinigkeiten gibt, die einen Charakter lebendiger und menschlicher erscheinen lassen. Für mich persönlich würds bereits überzeugender wirken, wenn ein Charakter z.B. in einer Szene beim Essen sagen würde, dass er kein Süßes mag oder sonst was (z.B. Steiner mit seinen Gurken oder Vivi mit den Windmühlen). Oder aber auch Charas mit schweren negativen Eigenschaften wie z.B. Shiki aus The World ends with you, die vom Neid zerfressen war und sich deswegen komplett verstellte. Beat hingegen fand ich doch eher bescheiden gelungen, weil es wieder ein reiner Stereotyp war. Ein Typ mit Muskeln, aber strohblöd. Da war Xell sogar schon besser gemacht, weil er im Verlauf des Spiels immer wieder gezeigt hat, dass er trotz seiner aufbrausenden Art doch was in der Birne hat. Es war ein Klischeebruch, ein kleiner, aber immerhin. Und davon sollte es imo mehr geben. Man kann von mir aus gerne einen stereotypischen Chara nehmen, ihm aber eine drastische Charaktereigenschaft verpassen, die das ganze Klischee komplett auf den Kopf stellt.

    Wegen der Trauer: Mir is bei einigen Sachen ein imo negativer Trend aufgefallen und zwar, dass einige Entwickler der Meinung sind, eine furchtbar dramatische Vergangenheit wär schon genug, um einem Chara Tiefe zu verleihen. Es ist ok, wenn ein Charakter Trauer zeigt. Zu viel davon wird aber früher oder später lächerlich. Man hört auf mit ihm Mitleid zu haben. Natürlich is das Maß bei jedem anders. Während ich mich frage wann der Unsinn endlich aufhört, würde vll jemand anders schluchzend vorm Fernseher sitzen, aber ich denke, die Obergrenze gibts bei jedem. Ein positives Beispiel in die Richtung wär für mich z.B. Cecil, der sich absolut beschissen fühlt, weil er unschuldige Menschen auf dem Gewissen hat. Er ist traurig, er ist machtlos und es ist ok, weil die Sache knackig und frisch gehalten wird und nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Ein weiteres Beispiel von Schwäche wäre Zidane, der am Ende ist als Garnet zur Königin gekrönt wird und einfach nur wegläuft. Es ist eine Seite, die zu ihm eig. überhaupt nicht passt, da er sonst immer etwas zu sagen hat, ihm in dem Fall aber die Worte fehlen. Er kann die Situation nicht bewältigen und zeigt somit (zumindest imo) Schwäche. Und es ist ebenfalls ok. Auf Mitleid allein kann man aber imo keinen guten Charakter aufbauen, weil er dann zu einseitig ist.
    Naja, lange Rede, kurzer Sinn: ich denke, die Menge machts. Es ist sicherlich schwer die goldene Mitte zu finden, aber mir kommts manchmal so vor als ob einige Entwickler danach gar nicht erst suchen würden :/

    Es gibt auch Charaktere, die imo auch keine großartige Tiefe benötigen. Es sind so Nebencharas wie Vincent oder Cyan. Die Information, die man über sie hat ist für mich persönlich vollkommen ausreichend. Sie können von mir aus auch klischeehaft oder stereotypisch sein, auch wenns schon n wenig schade wäre, aber bei den Hauptpersonen, um die sich die Handlung dreht erwarte ich schon etwas mehr. Vor allem, weil man anhand anderer Spiele sehen kann, dass es möglich ist gute Charas zu machen.

    Bei Balthier kann ich dir eig. genau sagen, was mir an ihm so sehr gefallen hat. Der Mann war einfach nur schlau. Allein schon die Szene, wo er von Ashe ihren Ring als Bezahlung verlangt war von ihm gut durchdacht. Er wollte, dass sie ihre Vergangenheit hinter sich lässt und der Ring stand dem im Weg, weil er sie ständig an Rasler erinnert hatte. D.h. die Beziehungen zwischen den Charas waren bereits etabliert, da er offensichtlich um sie besorgt war, es aber auf eine sehr subtile Weise zum Ausdruck brachte. Kleiner Einschub: hier kann man btw. wieder auf die Trauer-Geschichte zurückgreifen. Ashe hat auch rumgeheult, aber sie ist aus (halbwegs) eigener Kraft wieder auf die Beine gekommen und das ziemlich genau in der Mitte des Spiels. Will jetzt nich sagen, dass es aus ihr einen ausgezeichneten Chara macht, aber man hat bei ihr wenigstens nicht komplett auf Mitleid gesetzt. Das wäre nämlich eine außerordentlich schlechte Idee.
    Aber zurück zu Balthier. Es waren im Spiel hin und wieder so Kleinigkeiten, die darauf hingewiesen haben "Der Mann hats drauf". Weiß btw nicht wie vielen es aufgefallen war, aber er hatte z.B. auch eine eigene Redeweise. Nicht vom Slang her wie Cinna, wobei ich ka hab, ob er auch im Englischen auch sonen dicken Ackzent hatte. Viel mehr war er gern mal ironisch bis sarkastisch, was wieder einen Teil dazu begetragen hatte, dass er irgendwie interessant bzw anders rüberkam. Zusätzlich fand ich persönlich, dass er doch ganz lustig war. Und zwar anders "lustig" als z.B. Tidus, der sich teilweise einfach nur blöd angestellt hat.


    So nun aber Serah. Sie ist es zumindest für mich ein Sonderfall. Sie ist genau der Typ vom Charakter, den ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Ich kann mit jedem anderen Stereotyp leben, auch Charas, die sonst ziemlich verhasst sind (Eiko? Yuffie? ka). Sie können übertrieben sein, sie können nervig sein, ich kann sie ausblenden. Bei Serah als Hauptperson und anscheinend eine von insgesamt zwei Personen in der Truppe wirds schwierig. Korregiert mich, wenn ich falsch liege (ich wäre auch sehr positiv überrascht), aber ist es nicht dieses Girlie, das ja so unschuldig und zu allen nett, und ganz lieb, und so vollkommen rein ist? So DIE Perfektion in Person? Es ist in dem Fall auch schwer zu sagen, ob das nur die Inkarnation meiner persönlichen Misanthropie ist oder ob der Charakter wirklich schlecht entwickelt wurde, aber bei sowas krieg ich immer das Kotzen T_T Ich kann darauf einfach nicht objektiv schauen.

    PS: warum is der erweiterte Modus vom Postingfenster so scheiße? Bei strg + v kopiert er mir die Zitate ständig ganz an den Anfang... so... wie alles andere >_>
    "Pass immer gut auf was du dir wünschst... es könnte nämlich in Erfüllung gehen."

  2. #2
    Zitat Zitat von Gnosis Beitrag anzeigen
    I
    Wegen der Trauer: Mir is bei einigen Sachen ein imo negativer Trend aufgefallen und zwar, dass einige Entwickler der Meinung sind, eine furchtbar dramatische Vergangenheit wär schon genug, um einem Chara Tiefe zu verleihen. Es ist ok, wenn ein Charakter Trauer zeigt. Zu viel davon wird aber früher oder später lächerlich. Man hört auf mit ihm Mitleid zu haben. Natürlich is das Maß bei jedem anders. Während ich mich frage wann der Unsinn endlich aufhört, würde vll jemand anders schluchzend vorm Fernseher sitzen, aber ich denke, die Obergrenze gibts bei jedem. Ein positives Beispiel in die Richtung wär für mich z.B. Cecil, der sich absolut beschissen fühlt, weil er unschuldige Menschen auf dem Gewissen hat. Er ist traurig, er ist machtlos und es ist ok, weil die Sache knackig und frisch gehalten wird und nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Ein weiteres Beispiel von Schwäche wäre Zidane, der am Ende ist als Garnet zur Königin gekrönt wird und einfach nur wegläuft. Es ist eine Seite, die zu ihm eig. überhaupt nicht passt, da er sonst immer etwas zu sagen hat, ihm in dem Fall aber die Worte fehlen. Er kann die Situation nicht bewältigen und zeigt somit (zumindest imo) Schwäche. Und es ist ebenfalls ok. Auf Mitleid allein kann man aber imo keinen guten Charakter aufbauen, weil er dann zu einseitig ist.
    Naja, lange Rede, kurzer Sinn: ich denke, die Menge machts. Es ist sicherlich schwer die goldene Mitte zu finden, aber mir kommts manchmal so vor als ob einige Entwickler danach gar nicht erst suchen würden :/
    Super Post ^^

    Besonders bei dem ,,Maß'', was man bereit ist, an persönlichen Wehwehchen von RPG-Charaktern zu ertragen. Vermutlich ist meine nur so astronomisch hoch, dass mich das alles gar nicht so stört. Ich fand Hope z.B. gut ausgearbeitet, eben auch durch das hier...

    Zitat Zitat von Bdraw
    Hopes Rumgeheule selbst fand ich eigentlich gar nicht so schlimm - mein Gott, ein 13(?)-Jähriger der seine Mutter verliert ist nicht binnen 2 Stunden wieder auf dem Damm
    ..das hat für mich das Verhalten eigentlich verständlich gemacht. Wie gesagt, ich finde Hope als Charakter an sich nicht super, aber sein Verhalten ist für mich durch die Geschehnisse in FF13 und seine persönlichen Voraussetzungen (ist noch 14, Mutter als einzige Bezugsperson) legitimiert. Es ist für mich verständlich, dass er so handelt und deswegen finde ich es in Ordnung. Ich bin sogar der Überzeugung, dass es solche Charaktere als Gegenpol zu ernsteren Charakteren braucht...einfach für die Dynamik. Das fand ich z.B. gelungen, als man mit Lightning und Hope alleine unterwegs war.

    Das war halt eine Sache, die FF13 meiner Meinung nach ganz gut gemacht hat. Für das Verhalten der Charaktere gab es einen Grund, bzw. wurden sie plastisch und das mal unabhängig von einigen Stereotypen. Wobei ich FF13 nicht mal in der Hinsicht schlimm finde, da sogar mal ein Klischee aufgebrochen wird. (Vanille)

    Eindimensionale Charaktere wie z.B. in Skies of Arcadia oder Ar Tonelico 3 finde ich dann ,,schlecht'', weil die Ansichten und Verhaltensweisen der Charaktere stark vereinfacht werden und sie schlicht nicht gut ausgearbeitet sind. Oder sagen wir so: Mag Balthier nicht, weil mir der Charakter selbst nicht zusagt. Allerdings ist es ein gut ausgearbeiteter Charakter, eben durch die zahlreichen Beispiele, die du bringst. Obwohl ich ihn also nicht mag, würde ich ihn nicht als ,,schlechten'' Charakter bezeichnen. Er hat in der Gruppe seinen Platz und ist für das Spiel auch obligatorisch.

    Unterm Strich ging es mir auch darum, dass man schon differenzieren sollte, inwiefern man Charaktere ,,schlecht'' findet. Das hast du ja gemacht, von daher gut Und du wirst Serah hassen.
    Geändert von thickstone (18.06.2011 um 13:08 Uhr)

  3. #3
    Zitat Zitat
    Ich würde hier noch Terra und Celes dazuzählen.
    Hab FFIV und IX als letztes gespielt, daher kamen mir die Beispiele von da als erstes in den Kopf

    Zitat Zitat
    Ich bin sogar der Überzeugung, dass es solche Charaktere als Gegenpol zu ernsteren Charakteren braucht...einfach für die Dynamik
    Ja gut, das sone Sache. Ich denke eh, dass die Stereotypen eher als "Grundlage" für einen Chara verwendet werden sollten. Man kann sich an ihnen orientieren, um am Anfang sagen zu können: So, der Chara soll jetzt in die und die Richtung gehen. Weil, wie gesagt, bei der Charakterfülle auf dem Markt, wäre der Versuch etwas noch nie da gewesenes sofort auf die Beine zu stellen eine Quadratur des Kreises. Es ist der grobe Umriss, aus dem man dann später die fertige Figur formt (haha, eine Alliteration \o/). Es aber dabei zu belassen is ne schlechte Idee, weil die Ansprüche der Spieler imo schon gewachsen sind. Ich kann mir vorstellen, dass es so in den 90ger Jahren keine so große Sache war, weils damals noch keiner kannte bzw. es noch neu war (aber ka, ich hab damals noch nicht gezockt). Wenn aber weiterhin in jedem 2ten Spiel dieselbe Konstellation an Stereotypen vorkommt (FF is dafür ein besonders gutes Beispiel), dann geht dem irgendwann mal die Puste aus.
    "Pass immer gut auf was du dir wünschst... es könnte nämlich in Erfüllung gehen."

  4. #4
    Zitat Zitat von thickstone Beitrag anzeigen
    Unterm Strich ging es mir auch darum, dass man schon differenzieren sollte, inwiefern man Charaktere ,,schlecht'' findet.
    Hm... schade, dass du das Thema hier abhakst, denn es wäre eigentlich interessant genug für nen eigenen Thread.

  5. #5
    Zitat Zitat von Diomedes Beitrag anzeigen
    Hm... schade, dass du das Thema hier abhakst, denn es wäre eigentlich interessant genug für nen eigenen Thread.
    Finde ich ehrlich gesagt auch, aber ich schätze den Gesprächsbedarf nicht so hoch ein :-/

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