@ Don Sella
Vielen Dank für diese Eindrucksfülle. Ich bin anhaltend neugierig, wie meine Ideen ankommen, zu welchem Gesamteindruck sie sich formen und ob bestimmte Detaileinbauten überhaupt entdeckt wurden. Dank solcher großformatiger Antworten wie der deinen kann ich vielen meiner Fragezeichen neue Aufschlüsse abgewinnen. Als Entwickler habe ich vor allem eine Hauptfrage, von der ich beinahe unzählige Nebenfragen ableiten kann: Wann (und vor allem: Warum?) sind Absicht und Ergebnis deckungsgleich und wann (und vor allem: Warum?) gibt es zwischen meinem Bastleransinnen und der Reaktion des Spielers eine Lücke? Ich freue mich über dein so positives Fazit und mindestens genauso sehr über deine Begründungen, warum dir dieser und jener Aspekt gefällt, denn mal ganz abgesehen von der schönen Schmeicheleiist gerade das begründende Lob ebenso lehrreich wie der argumentierende Tadel; sogar lehrreicher.
Als "Wolfenhain" noch in einem sehr frühen Ideenstadium war, spielte ich mit der Idee, inwieweit ein historisches Szenario für mich reizvoll wäre. Wenn dich viele Hütteneinrichtungen an dein römisch-germanisches Abschlussprojekt erinnern, ist das noch ein Nachhall der ursprünglichen Konzeptionsidee. Die Moorwehrer "Stelzenscheune" habe ich beispielsweise einem Freilichtmuseum zu Wohnformen der alten Langobarden entnommen und in Pixelgrafik nachgebildet. Außerdem habe ich mich natürlich nach Herzenslust in Sagen und Mythen bedient, was dir ja zur Genüge aufgefallen ist. So schön der Ausflug in die Geschichte auch ist, so gängelnd wird sie, wenn ich daraus eine schöne Geschichte und einen spielspaßigen Betrieb formen möchte. Die alte Idee, nah am historischen Original zu bleiben, habe ich alsbald vom Tisch gewischt und lieber auf Fantasie und Flexibilität gesetzt. Dass die beibehaltenen Versatzstücke dennoch nicht wie Fremdkörper wirken, sogar bereichernd erscheinen, freut mich sehr.
Ideen und Details packe ich nur zu gern in meine Spiele - und muss mich manchmal selbst bremsen, denn nicht jeder Witz passt an jeden Ort. Für dich war der Körperweltenausflug wohl schon des Guten zuviel und ich habe mir beim Entwickeln ja selbst auf die Finger gehauen, als ich mitten während der Arbeit an "Wolfenhain" mal eben "El Dorado 2" als Blitzableiter für abseitige Kreativität einsetzte. Ein Zweitprojekt mag mitten während eines Großprojektes leicht größenwahnsinnig erscheinen, aber mir tat das ganz gut. Und wenn erfolgreich abgeschlossene und auch qualitativ überzeugende RPG-Maker-Spiele die Motivation zu eigenen Basteleien beflügeln, tut es hoffentlich auch vielen anderen gut.
So, jetzt gehe ich die Fehler ausmerzen.






ist gerade das begründende Lob ebenso lehrreich wie der argumentierende Tadel; sogar lehrreicher.
"Wolfenhain" fertig. "Endzeit": fertig. "Nachbarlicht": Demo im Betatest 
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