Hab mich anderorts auch schon zur Demo geäußert, hier meine Ausführungen:
Demo: gespielt!
Hype: ungebrochen!
Ich musste nur den Titelbildschirm sehen schon hatte ich Gänsehaut! Kurz auf mich wirken lassen und Start-Taste gedrückt, Origin-Verifizierung übersprungen (die EA Server waren auch nicht erreichbar) und neues Spiel gestartet. Einstellbar war irgendwie alles: Vorname, Aussehen, Ursprung, Schicksal, Klasse, personelle „Großereignisse“ der Vorgänger (Kaidan/Ashley tot oder erheblichere Verluste als dritte Option). Los geht’s!
Die Gänsehaut hielt an und die kaum beeinflussbaren Dialoge nahmen ihren Lauf, wobei ich das nicht auf das gesamte Spiel herunterbrechen würde. Die „Dialoge“ fanden alle unter Zeitdruck oder im vorbeilaufen statt. Ich geh nach wie vor davon aus, dass man auf der Normandy, beim flanieren durchs Präsidium der Citadel oder anderen Momenten ohne Feind im Nacken immer noch reichlich individuell labern kann. Nach ein paar Gags auf Shepards Kosten bin ich meinem LI kurz über den Weg gelaufen um kurz darauf der Admiralität endlich zu bestätigen, dass die Reaper kommen. Hat ja auch nur 2 Spiele gedauert, das Shepard endlich mal jemand glaubt!
Einige Negativpunkte sind mir aber schon aufgefallen: Das Spiel war von der Belichtung her ungeheuer dunkel und irgendwie farbarm, hinzu kam vereinzeltes Kantenflimmern auf sowie recht langweilige und vor allem grobkantige Häuserfronten am Horizont. Auf den ersten Blick sah es nicht besonders Up to Date aus um es mal freundlich auszudrücken. Der zweite Teil war seinerzeit „hübscher“. Was auch dem ersten, atmosphärischen Level auf der Normandy zu verdanken war, dass man von vorneherein so begeistert war. Aber das Grafik nicht alles ist, bewies die generelle Stimmung und – an vorderster Front – die musikalische Untermalung. Der Moment, wo sich die Normandy erhebt, Shepard die Evakuierung beobachtet und man den kleinen Jungen in einen Gleiter einsteigen sieht, um kurz danach mit schrecken festzustellen, dass ein haushoher Reaper das kleine Shuttle mit einem gezielten Laserstrahl vom Himmel holt war schon ein inszenierters Highlight. Besonders weil der gemixte Sound dazu einfach super gepasst hat. Der orchestrale Sound gepaart mit einem gezielt eingesetzten dumpfen Dröhnen des haushohen Reaperswar schon sehr geil. Dann noch die im Anschluss präsentierte Sicht auf die Erde und die vielen, in den Orbit eintretenden Invasoren hat direkt wieder Erinnerungen an den ME2 Anfang geweckt, wo man vor ähnlich unlösbaren Aufgaben stand.
Ich will aber eigentlich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, daher noch ein paar Sachen in Kurzform, die mir positiv aufgefallen sind:
•Man kann anscheinend wieder RPG-mäßig Rüstungsteile in der Umgebung looten
•XP gibt es wieder während der Missionen für Kleinigkeiten oder erreichte Schlüsselstellen. Alleine während der kurzen Salarianer Mission bin ich zwei Level aufgestiegen (von 12 auf 14)
•Der Witz kommt nie zu kurz! Es gab spassige Momente mit Anderson, Wrex, Kirrahe… und sogar der Kroganerfrau. Zumindest ein Pluspunkt von meiner Seite aus.
•Der Figurenausbau ist wieder komplexer. Es gibt insgesamt mehr "Skilltrees" und ab Stufe 4 (von 6) kann man immer zwischen zwei Spezialisierungen wählen.
•Es lässt sich nach wie vor sehr taktisch und geruhsam spielen, sprich die Pausefunktion findet nach wie vor Anwendung.
•Das Szenario ist recht hart: Leid, Qual, reichlich Blut und gurgelnde Cerberus Agenten kurz vor dem Exodus. Logischerweise nicht so hart wie bei Gears of War und Co. aber man merkte an allen Ecken und Enden, dass dieses Abenteuer sicherlich nicht ohne Verluste auskommen wird.
Was ich nicht so toll fand:
•Umgehen von noch verschlossenen Türen war trotz „orangenem“ Türelement und dem Hinweis auf Umgehung nicht möglich. Zumindest gab es kein „Minispiel“.
•Das Spiel spielte sich - trotz vorhergehendem Lob - irgendwie recht hakelig. Manchmal wollte Shepard nicht so wie er sollte, ein richtiger Fluss war beim punktuellen schießen mit dem Gewehr irgendwie nicht möglich, die biotischen oder technischen Angriffe hatte nicht mehr so einen Impact wie seinerzeit in den Vorgängern.
•Kein wirklicher Gebrauch des Dialogrades, nur Paragon/Renegade Entscheidungen.
Man kann übrigens auch in der Demo RPG-, Action- und Story-Mode antesten und nachträglich (wie vermutet) alles anpassen: Entscheidungsgewalt, Schwierigkeitsgrad, Helm (immer, nie oder abgesetzt bei den meisten Gesprächen), Hinweise etc.. Also nach wie vor kein Grund zur Sorge.