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Thema: Wikileaks, "Geheimdienst des Volkes"?

  1. #1

    Wikileaks, "Geheimdienst des Volkes"?

    Ich benutze mal das Selbstverständnis der Plattform, um eine äußerst interessante Entwicklung mit einem Thread zu bedenken. Es geht um Wikileaks, die Enthüllungsplattform, die seit einiger Zeit mit zuvor geheimen Dokumenten um sich wirft - sehr zum Missfallen der Regierungen, um die es gerade geht, natürlich.

    Was haltet ihr davon? Kann das Ganze helfen, die Politik auf einem konstruktiven Weg transparenter zu machen oder sind die Gründe, aus denen die entsprechenden Regierungen ihre Informationen zurück halten, auch etwas wert? (Das Ganze überlagert sich natürlich ein wenig mit der Frage nach dem Sinn von Geheimdiensten, aber ich traue dem Forum zu, sich nicht auf eine weitere langweilige Grundsatzdiskussion zu beschränken.)

    ***
    Ich persönlich sehe darin allen voran erstmal sehr deutlich, dass das Internet die Realität eingeholt hat; wer jetzt noch daran zweifelt, irrt. Des weiteren finde ich es gut, dass eine solche Möglichkeit generell existiert. Ob man davon exzessiv (und uneingeschränkt) Gebrauch machen sollte, ist eine komplett andere Frage, aber der Druck, den Wikileaks alleine durch seine bisherigen Veröffentlichungen auf die Regierungen ausübt, ist ein netter Faktor im Theater der Welt.
    Was man dabei aber nicht aus den Augen lassen sollte, sind die Intentionen der Enthüller. Die Plattform entscheidet, was sie veröffenlicht, und ihre Macher sind gewiss nicht ohne politische Motivation. Wikileaks als Robin Hood hinzustellen, wäre also ein sehr einfacher Weg, aber vielleicht nicht der sicherste.

  2. #2
    nunja bislang hat mich noch keine seite so zum lachen gebracht

    wikileaks ist mmn notwendig! politik wirst du nie transparent gestellten können, das wäre nicht im sinn der politiker. jedoch wird eine aufklärung für das volk kaum möglich sein da die medien diese berichte selten neutral offenlegen bzw die daran beteiligten personen neutral behandeln.

    wundebrares beispiel:
    sf1 (schweizer fernsehen) 18.00 tagesschau:
    julian assange journalist, programmierer

    zdf 19.15 julian assange journalist, hacker

    personen die dinge wie wikileaks realisieren werden früher oder später einen umfall haben.

    ps: ich freu mich extremst über die cables ich mein wie geil endlich die warheit
    €: überschrift von der bild geklaut?

    Geändert von nurb (30.11.2010 um 11:47 Uhr)

  3. #3
    Als jemand, der teilweise mit delikaten Informationen zu tun hat, finde ich es nicht gerade intelligent, was Wikileaks da macht. So wie die mit Informationen, die schlichtweg nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind (und es gibt einfach Sachen, die die Leute einfach nicht wissen sollten), um sich schmeissen, rütteln die sehr stark an fragilen diplomatischen Konstrukten.

    Gutes Beispiel, weil ich genau in dieser Sparte tätig bin: Es geht den Rest der Welt eben einfach nichts an, wie die Amis andere Politiker intern beurteilen, dass sie Merkel für kalkuliert und unflexibel halten, oder dass Sarkozy ein "Kaiser ohne Kleider" ist. Abgesehen davon, dass die USA ohnehin Paranoiakaiser sind, ist es eben INTERN. Ich für meinen Teil halte das Ganze für bescheuert. >_>

  4. #4
    Volle Zustimmung mit Wischmop.

    Es war ja noch ganz lustig, als sie militärinternen Schweinkram aufgedeckt haben, der auch tatsächlich skandalös war (zumindest glaube ich mich zu erinnern, dass da mal was war, bin aber grade zu voll mit mittelhochdeutscher Literatur, um mich zu erinnern). Aber diplomatische Bewertungen rauszugeben, die für die Öffentlichkeit keinerlei Wert haben, nur um ein Land bloßzustellen...

    Davon ab erzählt uns das alles ja nix Neues, dass Merkel ne olle Zittertante ist und Westerwelle ein arroganter Schnösel, dass Sarkozy dünnhäutig ist wie ein gepelltes Würstchen, das ist allgemeiner Konsens.

    Weiß jedenfalls nich so recht, was sich die Verantwortlich bei sowas denken wollen. Ha ha! Jetzt haben wir denen die Hosen runtergezogen! Und jetzt sieht man ihren Schniepel! Wie lustig! Ha ha ha! Wir sind schon echte Helden...

    Naja, aber nicht so ganz ernsthalber freue ich mich, wenn die das nach 2012 nochmal durchziehen und inzwischen Ségolène im Elysée sitzt. Das würde dann sicher tatsächlich lustig werden, wie US-amerikanische Diplomaten die Mme le Président auf Bikini-Fotos bewerten.

    Geändert von Mordechaj (30.11.2010 um 12:48 Uhr)

  5. #5
    Die Piratenpartei freut sich erwartungsgemäß. Wer den kompletten Pressetext lesen will, soll auf deren Seite gehen. Interessant finde ich allerdings den letzten Absatz:

    Zitat Zitat
    Nach Auffassung der Piratenpartei ist Wikileaks nicht über jedem Zweifel erhaben. Auch ist Wikileaks weder eine politische Instanz noch eine journalistische Institution: Wikileaks liefert lediglich Rohdaten. Diesen Daten Bedeutung zuzuweisen ist Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Medien.

  6. #6
    Zitat Zitat von Mordechaj Beitrag anzeigen
    Weiß jedenfalls nich so recht, was sich die Verantwortlich bei sowas denken wollen. Ha ha! Jetzt haben wir denen die Hosen runtergezogen! Und jetzt sieht man ihren Schniepel! Wie lustig! Ha ha ha! Wir sind schon echte Helden...
    Sie denken gar nichts. Sie wollen lediglich diese Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen.
    Dass die Medien sich nun darauf stürzen, wie die Geier, haben, denke ich mal, die wenigsten mit gerechnet. Bis jetzt wurde noch nie großartig über Wikileaks berichtet. Wenn dann nur negativ und wenn doch positiv sind nur kleine Artikel in einer Zeitung veröffentlicht wurden, die eh keinen interessiert hat. Oder hast du großartig davon mitbekommen, dass wikileaks z.B. alle Notruf Protokolle vom 11. September veröffentlicht hat?
    Dass Wikileaks geheime Dokumente vom Irak-Krieg veröffentlicht hat, war in den Medien auch kaum die Rede wert.

  7. #7
    Naja, das Problem an den ganzen Irakdokumenten war doch eher, dass sie total überflüssig waren.

    Bestand jemals Zweifel, dass die Waffeninspektoren schlechter informiert sein könnten als der CIA, der für Herp und Derp bekannt ist?
    Hat man denn nicht genug darüber berichtet, dass Embedded Reporting die Wahrnehmung des Krieges durch die Medien total verzerrt und waren die ganzen Reportagen über sektarische Gewalt, über die Auswirkungen des zehnjährigen Embargos, die Blogs von Irakern während des Krieges und die sonstige Literatur sich nicht einig, dass es hier nur insofern besser als der Vietnamkrieg war, wie die GIs weniger Ohren sammelten und keine ABC-Waffen eingesetzt wurden?

    Ist nicht so, als hätte man Videos von Helikopterkameras benötigt.



    Es gibt etwas wie TMI - Too Much Information, die zudem über Wikileaks noch in unstrukturierter Form daherkommt.
    Auf der anderen Hand bin ich natürlich froh darüber, dass der ganze politische Herp endlich veröffentlicht wird. Diese ganzen Leute sind immerhin unsere Angestellten und als Arbeitsgeber haben wir ein Recht, über ihre Aktivitäten informiert zu sein.

  8. #8
    Zitat Zitat
    Dass Wikileaks geheime Dokumente vom Irak-Krieg veröffentlicht hat, war in den Medien auch kaum die Rede wert.
    Hm, ist vielleicht ne Wahrnehmungssache, aber die Erschießungsvideos sind ganz schön durch die Medien gegangen.
    Ich denke, es liegt natürlich allen voran am Sensationswert, was Aufmerksamkeit kriegt und was nicht.
    Zitat Zitat
    Sie denken gar nichts. Sie wollen lediglich diese Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen.
    Ach, come oooon!

  9. #9
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Sie denken gar nichts.
    Das wird der Punkt sein.

    Zitat Zitat
    Dass die Medien sich nun darauf stürzen, wie die Geier, haben, denke ich mal, die wenigsten mit gerechnet. Bis jetzt wurde noch nie großartig über Wikileaks berichtet. Wenn dann nur negativ und wenn doch positiv sind nur kleine Artikel in einer Zeitung veröffentlicht wurden, die eh keinen interessiert hat. Oder hast du großartig davon mitbekommen, dass wikileaks z.B. alle Notruf Protokolle vom 11. September veröffentlicht hat?
    Dass Wikileaks geheime Dokumente vom Irak-Krieg veröffentlicht hat, war in den Medien auch kaum die Rede wert.
    Zu erwarten, dass es die Medien nicht interessiert, halte ich für naiv. Ist vollkommen klar, dass es die Medienkonzerne nicht interessiert hat, als es um so kleine Kriegsopfer etc. ging, weil wen interessiert schon individuelle Ungerechtigkeit, die nichts mit fiesen Arabern oder Kindesvergewaltigung zu tun hat. Aber diesen internationalen Affront nicht öffentlich zu machen, da wäre viel Profit durch die Lappen gegangen. Und das hätte man sich auch vorher denken können, das sind nämlich so typische Klatsch-Themen, die Hinz und Kunz sehr interessieren, weil man die Leute ja kennt, um die es geht.

    Ist jedenfalls eine gefährlich unüberlegte Aktion, die keinerlei tieferen Sinn hat. Und nein, das sind keine Informationen, die die Öffentlichkeit etwas angehen oder irgendwie sonst von Interesse wären. Das ist einfach nur tumbes Bloßstellen.

  10. #10
    Zitat Zitat
    Und nein, das sind keine Informationen, die die Öffentlichkeit etwas angehen oder irgendwie sonst von Interesse wären. Das ist einfach nur tumbes Bloßstellen.
    Ich denke schon, dass sowas die Öffentlichkeit etwas angeht!

  11. #11
    Eh, ich sage dir mal, wie der CIA arbeitet: Da gibt es in der Botschaft ein Büro, wo fünf Amerikaner sitzen, von denen keiner die entsprechende Landesspache spricht.

    Sag mir mal, wie die ohne Kooperation der Botschafter an irgendwelche Information kommen sollen?

  12. #12
    Ich bin der gleichen Meinung wie Wischmop und Mordechaj.

    Man überlege sich doch mal folgendes: Man kann keine grossen Organisationen ohne Informationen führen. Und man darf nicht alle Informationen transparent machen, weil die Führung sonst versagt, Handlungsoptionen eingeschränkt oder Mitarbeiter bedroht werden.
    Welches Land sammelt keine Informationen über seine Gegner und seine Verbündeten? Und welches Land wertet diese Informationen nicht aus? Dass Assange sich auf die USA eingeschossen hat, ist klar. Immerhin wollen die ihm (zum Teil zu Recht) den Prozess machen. Aber eben: Die Empörung der Weltgemeinschaft ist pure Hypokrisie von Leuten, die wissen, dass sie dasselbe ebenfalls machen müssen aber nicht auf Assanges Feindesliste stehen.

    Das die Piraten das dufte finden, wundert mich nicht. Aber irgendwie scheinen mir die Jungs auch ein bisschen gar naiv zu sein.

  13. #13
    Ich sehe es im Prinzip so wie Wischmop und Mordechaj. Vieles von dem was veröffentlicht wurde ist doch sowieso allgemein bekannt, warum wird so was trotzdem rausgebracht? Es ist auch keine große Überraschung, dass Staatsmänner und -frauen von jemanden verspottet werden, das machen ja auch die Bürger im eigenen Land sehr gerne. Hier auf Multimediaxis wird es genauso sein, in Chats und Messengern wird sich über Mitglieder, Moderatoren und Admins lustig gemacht, sogar wenn man sich mit den Leuten eigentlich gut versteht.

    Warum macht Wikileaks es also? Zur Selbstbeweihräucherung, vor allem deren Sprecher scheint ja sowieso ziemlich übel zu sein, und aus reiner Boshaftigkeit. Vermutlich stecken dahinter enttäuschte Verschwörungstheoretiker, die nicht akzeptieren wollen, dass ihre Verschwörungen nur Hirngespinste sind, und sich deswegen an den Staaten rächen. ;-)

    Natürlich ist es gut wenn Verbrechen der Staaten aufgedeckt werden oder wenn endlich herauskommt, dass die Erich-von-Däniken-Aliens neue Pyramiden bauen wollen, aber privater Spott hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.

  14. #14
    Ich finde es ziemlich schlau von WikiLeaks, gerade diese Daten zu veröffentlichen. Im Endeffekt haben sie keinen Schaden angerichtet - unsere Politiker sind es schlichtweg gewohnt, dass unter der Hand, und teilweise sogar vollkommen öffentlich, munter über sie hergezogen wird - und trotzdem immens Medienaufmerksamkeit bekommen. Vielleicht bin ich etwas naiv, aber ich denke, dass Menschen die ein, zwei Generationen über dem Schnitt hier im Forum stehen üblicherweise noch nicht wirklich eine Ahnung davon hatten, dass dieses Informationsportal existiert (und auch ich empfand, vollkommen subjektiv, das Medienecho zu bisherigen Enthüllungen als sehr gering). Insofern muss ich einfach mal deren Marketingstrategie als wirklich sehr gelungen anerkennen. =)
    Was ich aber noch viel interessanter finde als die Konsequenzen aus der Veröffentlichung sind die Konsequenzen daraus, dass jemand daherkommt, und ankündigt, etwas zu veröffentlichen. Schon eine Woche zuvor war in den Nachrichten zu hören, dass etwas veröffentlicht würde, schon eine Woche zuvor versuchte sich die USA an Schadensbegrenzung... Stell man sich mal vor, die ziehen das noch zwei, drei mal so durch, und dann nehmen sie irgendein wirklich spannendes Thema und bluffen nur. Sagen, sie würden in zwei Wochen hoch brisante Informationen zu Thema X veröffentlichen. Ich bin mir ziemlich sicher, im Eifer des Gefechts würden einige offene Geständnisse im Bezug auf dieses Thema auf den Tisch kommen, schon bevor die zwei Wochen herum sind.
    Oh, und insgesamt finde ich die Idee von mehr Transparenz immer sehr fein, auch wenn ich mir nicht sicher bin, dass das so einfach funktioniert. Zu den meisten Themen gibt es sowieso schon viel zu viele Quellen, deren Evaluierung eben wichtig ist, wobei aber nicht wirklich neue Quellen gebraucht werden. Und mal ganz ehrlich, kaum einer wird sich die Rohdaten auf WikiLeaks selbst durchlesen, man bekommt doch nur mit, was irgendein Journalist gelesen hat, und dann seiner Zeitung als Kurzfassung gemeldet hat - und schon hat wieder jemand anders die Evaluierung übernommen. Also ist das nicht wirklich eine Hilfe bei der Erhöhung der Transparenz, da es im Endeffekt wie alle anderen Quellen auch nur gefiltert an die meisten Menschen kommt. Aber ein paar Insiderdaten aus Nordkorea wären schon recht interessant. ^^

  15. #15
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass sowas die Öffentlichkeit etwas angeht!
    Was will Hillary Clinton überhaupt mit Fingerabdrücken, Iris-Scans, Passwörtern und Kreditkartennummern von Ban Ki-Moon? Sie wird die jedenfalls kaum ausdrucken und an ihren Kühlschrank pinnen wollen...

    Zitat Zitat von Rübe
    Man kann keine grossen Organisationen ohne Informationen führen. Und man darf nicht alle Informationen transparent machen, weil die Führung sonst versagt, Handlungsoptionen eingeschränkt oder Mitarbeiter bedroht werden.
    Es ist soweit ich weiß nicht Wikileaks Absicht, alle Informationen jedem verfügbar zu machen. Ich kann deren Policy jetzt gerade nicht nachlesen, weil die Seite immer noch per DDOS angegriffen wird, aber die deutsche Wikipedia zitiert, Wikileaks wolle "denen zur Seite stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen." Und wenn deine "große Organisation" Gesetze bricht, Menschen Schaden zufügt und unmoralisch handelt, dann sollten die Menschen das erfahren.

    Mag sein, dass nicht alle Cables dieses Kriterium erfüllen. Die Medien haben sich jedenfalls vor allem auf die Dokumente gestürzt, in denen es um die Einschätzung von Politikern ging. Ich finde die Cables zwar interessant und sehe keinen Grund, warum die vor mir geheimgehalten werden müssen, aber ich sehe kein begründetes öffentliches Interesse an diesen Dokumenten (abgesehen von Historikern und Politikwissenschaftlern, für die ist das sicher interessant).
    So oder so, das Konzept hinter Wikileaks wird dadurch nicht in Frage gestellt.


    Übrigens, interessantes Interview zwischen Forbes und Assange:
    http://blogs.forbes.com/andygreenber...ulian-assange/

  16. #16
    Zitat Zitat
    Was will Hillary Clinton überhaupt mit Fingerabdrücken, Iris-Scans, Passwörtern und Kreditkartennummern von Ban Ki-Moon? Sie wird die jedenfalls kaum ausdrucken und an ihren Kühlschrank pinnen wollen...
    Sie braucht sie nicht, aber der Informationsdienst kann damit z.B. ein recht genaues Bewegungsprofil erstellen, sofern er denn alles mit seiner Kreditkarte bezahlt. Passwörter sind praktisch, da sie damit seine Korrespondenzen unbemerkt mitlesen können.

  17. #17
    Ich finde das auch bedenklich, dass hier scheinbar ohne Rücksicht auf eventuelle weitgreifende Schäden Geheiminformationen veröffentlicht werden. Ohne diese Informationen ist die Weltöffentlichkeit auch ausgekommen, zumindest was jetzt die letzten Enthüllungen angeht. Die finde ich großteils ziemlich belustigend. Hab zufällig gestern diese Perle gefunden (es geht um die Freizeitgestaltung kasachischer Regierungsoberhäupter):
    Zitat Zitat
    Relaxation the Good, Old Soviet Way
    -----------------------------------

    ¶9. (C) Kazakhstan’s political elites also have recreational tastes that are not so exotic. Some, in fact, prefer to relax the old-fashioned way. Defense Minister Akhmetov, a self-proclaimed workaholic, appears to enjoy loosening up in the tried and true “homo sovieticus” style -- i.e., drinking oneself into a stupor. While most of our accounts of Akhmetov’s indulgences with the bottle are hearsay, we do have “eyes on” for one episode which supports the rumors. In June 2007, Akhmetov showed up in grand form for a meeting with a visiting senior U.S. Defense Department official. Making no attempt to conceal his condition -- slouching back in his chair and slurring all kinds of Russian participles -- Akhmetov explained to this very senior guest that he had just been at a cadet graduation reception “toasting Kazakhstan’s newly-commissioned officers.” Who was toasted more -- the Defense Minister or the cadets -- is a matter of pure speculation. Akhmetov’s excesses do not solely extend to the bottle. An insider at Astana’s Radisson Hotel recently told us about preparations for the unbelievably lavish and expensive wedding of Akhmetov’s son. In the Kazakh tradition, the parents of the groom are responsible for the wedding -- so it would seem that Akhmetov must have footed the bill.
    Zu den anderen Veröffentlichungen weiß ich zu wenig, um darüber urteilen zu können.

  18. #18
    Zitat Zitat von gas Beitrag anzeigen
    So oder so, das Konzept hinter Wikileaks wird dadurch nicht in Frage gestellt.
    Du findest also keine Fragestellung in "Och, wir veröffentlichen jetzt einfach mal irgendwelchen Rotz, der eigentlich keinen was angeht und auch nichts wirklich Vertragsbrüchiges enthält oder Unrecht tut, weil wir so awesome sind"?

    Es gibt übrigens außer diesem Zeug noch mehr, was zum Bleistift die US-Sicherheitspolitik stark gefährdet, ob das nun ein Nebeneffekt von sinnvoller Information ist oder wieder nur blindlings der Bloßstellung gehorcht, und von Wikileaks öffentlich gemacht wurde. Sorry, ich finde das extremst fragwürdig, wenn geheime Informationen preisgegeben werden, die absolut niemandem helfen, sondern nur Schaden verursacht. Ist nich so, dass die USA ein terroristisches Gebilde wären und man der Welt einen Gefallen täte, ihnen diplomatischen Schaden zuzufügen.

  19. #19
    Es ging hier doch vor allem darum der werten US-Regierung zu zeigen wer hier den Hut auf hat und auch zum Teil um ein wenig Rache a la 'Das habt ihr nun davon das ihr uns ans Leder wollt.' Denn wie schon erwähnt wurde, dadurch das sie den Amis so die Hosen runter gelassen haben schüren sie insbesondere in der USA die Angst das Wikileaks noch viel mehr und vor allem viel brenzligere Informationen haben könnten.

  20. #20
    Ein ganz interessantes pro-WikiLeaks-Zitat von Scott Shane (national security reporter der NYT):
    Zitat Zitat
    Perhaps if we had had more information on these secret internal deliberations of governments prior to the invasion of Iraq in 2003, we would have had a better understanding of the quality of the evidence that Saddam Hussein had weapons of mass destruction.
    Wenn man sich die veröffentlichten cables mal so ansieht, bekommt man schon den Eindruck, dass da zum Teil ziemlich dilettantisch vorgegangen wird. Daher bin ich als Amerikaner schon froh, dass diese Informationen ans Tageslicht gekommen sind, weil sie meine kritische Haltung gegenüber der Vertrauenswürdigkeit unserer Geheimdienste, die angesichts der Entwicklungen derletzten Jahre meiner Meinung nach alle Amerikaner haben sollten, nur noch bestätigen.
    Mal abgesehen von den gut öffentlichkeitstauglichen Enthüllungen über die Meinung der Diplomaten über Merkel, Sarkozy und co. und die Angelegenheit mit den arabischen Staaten und dem Iran - die Nummer mit der biometrischen Bespitzelung von UN-Beamten finde ich wirklich unter aller Sau.

    Geändert von Olman (30.11.2010 um 20:44 Uhr)

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