Wenn man es so betrachtet, simuliert die Schule ein mögliches Extrem im Teamwork. Es gibt schließlich auch auf der Arbeit mehr als genug Leute, die sich vor Sachen drücken (egal, ob das dann andere aufgebrummt kriegen) oder sich bewusst in der Vordergrund stellen, weil sie es können. Die Schule ist praktisch eine Vorbereitung auf Extremfälle, gleich der Schwimmweste im Flugzeug. Wie erwähnt natürlich nur, wenn es richtig gemacht ist.

Dazu will ich sagen, dass auch das "reale Leben" weit davon entfernt ist, die Motivationsunterschiede ganz auszulöschen. Hab im Studium genug Leute, die auf ihre Noten scheißen. Und ich habe auch schon mit Leuten zusammengearbeitet, die wütend und enttäuscht von meiner "Na und? Dann ist es halt ne 2, oder auch mal ne 3" Einstellung waren. Andere kabbeln sich sogar schon wegen einzelnen Prozentwerten. Ist nur eine Frage des Grades, in dem man sich unterscheidet, und da kann es nicht schaden, lieber von etwas extremeren Umständen auszugehen.

Ganz davon abgesehen, dass die Motivation in der Schule nicht ein düsterer wir-wollen-nicht-Einheitsbrei ist. Selbst in den schlimmsten Berliner Stadtteilen gibt es Themen, die interessanter sind, oder Schüler, die sich weniger interessieren als andere. Der Lehrer hat praktisch dutzende Möglichkeiten an der Hand, die sowieso schon variable Motivation noch weiter zu beeinflussen. Aber das würde zu weit führen, zumal man da hier wohl auf verlorenem Posten steht.