Und genau da muss ich widersprechen. Ich arbeite in einem sehr teamorientierten Beruf, arbeite sehr gerne im Team und dennoch war ich die in der Schule, die am meisten "Nein" zu Gruppenarbeiten gesagt hat.Zitat
Die Situation ist halt nunmal total anders. Klar kann man Gruppenarbeiten als "Test" für's Berufsleben sehen, wenn man will. Allerdings muss man auch sehen, dass die negativen Folgen bei Teamunfähigkeit im Beruf wesentlich gravierender sind als in der Schule (klar wird hier jetzt auch Studium projeziert, aber hier muss ich auch sagen: Schüler sind einfach mal auf der Schule, Studenten suchen sich ihren Werdegang aus.). Eine weniger gute Note kann man gut überbrücken und die Abhängigkeit von anderen ist selten jemanden bewusst.
Um ein Beispiel zu nennen, nehmen wir eine Werbeagentur. Es gibt einen Pitch, d.h. es muss eine Idee für eine Werbekampagne gefunden, ausgearbeitet und umgesetzt werden. Resultat ist im besten Fall ein neuer Auftraggeber, der der Agentur eine gigantische Menge Geld einbringt. Wenn da jemand nichts macht, dann wird er aus dem Team geschmissen, jemand anderes aus der Abteilung wird geholt und, ernsthaft, diese Person ist enormst schnell gefeuert – was ihm die Existenzgrundlage raubt und, da diese Branche sehr überlaufen ist, ihm eventuell eine sehr schwierige Arbeitssuche bringen wird. Das ist keine Schwarzmalerei, ich habe das schon desöfteren erlebt.
Ich arbeite eigentlich nur mit Leuten zusammen, die in der Schule nie die Gruppenarbeitfans waren, jetzt aber die absoluten Teamplayer sind – und wir haben nichtmal wirklich eine Führungsperson im Team. Wir müssen alle den gleichen Berg Arbeit schaffen und müssen uns so auch gut einteilen, was wir auch sehr oft schaffen. Was nicht nur daran liegt, dass wir die Folgen von Teamresistenz fürchten, sondern wir wussten alle, was uns bei dieser Arbeit erwartet, und wir wollen alle diese Arbeit machen. Klipp und klar. Und das ist eine gute Basis.
Deshalb finde ich dieses Argument auch häufig sehr, sehr grenzwertig, wenn man selbst noch nicht richtig so gearbeitet hat.
EDIT
Das ist auch etwas, was man definitiv nicht ignorieren sollte. In meiner Schulzeit war ich komplett unreifer (ja, auch in der Abiturphase) als jetzt in der Berufstätigkeit, was einem häufig erst danach bewusst wird. Natürlich hab ich in meiner Schulzeit die Weisheit mit den Löffeln gefressen. :creepy:.Zitat
Naja, man kann in allem was positives sehen.Zitat
. Aber genau was dein Generationenproblem angeht, finde ich auch, dass das nicht nur auf Schüler zutrifft: Die meisten Lehrer sind nicht jung und frisch von der Uni/PH. Man muss zur Zeit immernoch mit "veralteten Modellen" kämpfen, denen auf dem halben Weg gesagt wurde, dass Gruppenarbeiten gemacht werden sollen. Damit kommen die wenigsten klar, was aber auch keinen wundert. Irgendwann pendelt sich das schon ein, aber zumindest nach den Neueinstellungszahlen (in BW, deutschlandweit hab ich echt keine Ahnung) wird das noch weiterhin ein bildungspolitisches Problem bleiben.





. Aber genau was dein Generationenproblem angeht, finde ich auch, dass das nicht nur auf Schüler zutrifft: Die meisten Lehrer sind nicht jung und frisch von der Uni/PH. Man muss zur Zeit immernoch mit "veralteten Modellen" kämpfen, denen auf dem halben Weg gesagt wurde, dass Gruppenarbeiten gemacht werden sollen. Damit kommen die wenigsten klar, was aber auch keinen wundert. Irgendwann pendelt sich das schon ein, aber zumindest nach den Neueinstellungszahlen (in BW, deutschlandweit hab ich echt keine Ahnung) wird das noch weiterhin ein bildungspolitisches Problem bleiben.
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