Arranges verspürte eine unvergleichliche Genugtuung, als er sich ins Bett seines Zimmers in der Taverne Zur Westebne, fallen ließ und das Treffen mit Erynn gedanklich nocheinmal kurz durchging. Ja, ich bin dem Buch... MEINEM Buch, zum Greifen nahe... und wenn ich es ersteinmal in Händen halte, werde ich dafür sorgen, dass Torrah für immer im tiefsten Loch verschwindet, welches die Gatheringkerker zu bieten haben... Mit diesem Gedanken schlief Arranges schließlich mit einem breiten Lächeln ein.

Es war früher Morgen, als der Nekromant aus einem Traum hochschrack. Er hatte zwar einen angenehmen Schlaf, aber irgendwie doch einen fürchterlichen Traum, aus dem er gerade von seinem Unterbewusstsein hinauskatapultiert wurde. Arranges konnte sich schon nicht mehr an den Inhalt des Traumes erinnern, aber die vom Schweiß völlig durchnässten Bettlaken sprachen eine unmissverständliche Botschaft. Er hatte nur noch Torrahs Gesicht vor sich und irgendwie war sie an dem ganzen Chaos und dem Durcheinander in dem Traum, welches seine für ihn heile Welt komplett zerstört hatte, verantwortlich. Er ballte die Hände zu Fäusten und fletschte die Zähne. Bald wirst du für alles bezahlen... für alle Erniedrigungen und all die Scherben, für die du verantwortlich bist! Aber er wusste, dass das stille Wüten in seinen Gedanken überhaupt nichts brachte und schüttelte den brodelnden Zorn schnell ab. Er wusch sich flüchtig, kleidete sich an und verließ die Taverne.

Am Tor vollzog die Stadtwache gerade den Schichtwechsel und so wurde er einfach durchgewunken. Er trat aus der Statd hinaus und ging zu den Stallungen. Zu seiner Überraschung musste er keinen der Stallburschen aus der Barracke klopfen, es war bereits einer geschäftig dabei, einen Gaul, der Arranges, ohne zu wissen woher, bekannt vorkam, aufbruchfertig zu machen. 'Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich.' Sagte Arranges und trat an den halbstarken Jüngling heran. Dieser drehte sich ob des frühen Besuchs etwas überrascht um. 'Ach ihr seid es... euer Rotfuchs ist auf der Koppel, es war die Nacht durch trocken und wir haben den Stall offen gelassen...' Arranges nickte dankend und holte sein Pferd. An den Zügeln führend, trat er wieder zu dem Jüngling heran und drückte ihm abzählend einige Septime in die Hand.

Aus dem Augenwinkel heraus sah er, wie jemand von den Toren zu den Stallungen heraufkam. Nach einem kurzen, genaueren Blick, erkannte der Kaiserliche Erynn. Sofort grinste er und seine Laune stieg sprunghaft an. Er sah wieder zu dem Stallburschen und schnippte ihm zwei Septime zusätzlich in die Hände. Auf das fragende Gesicht hin, antwortete er nur: 'Das als Trinkgeld, weil ich gerade guter Dinge bin und mich daran erinnert fühlte, diese absolut ausgezeichnete Stallung ein wenig zu fördern.' Sprachlos neigte der Stallbursche dankend das Haupt, während sich Arranges in den Sattel schwang und auf Erynn wartete.

'Ich hoffe, ihr habt gut geschlafen und seid ausgeruht, wir werden heute einen langen Ritt vor uns haben...' Die Freude über ihr Erscheinen spiegelte sich in seinem Blick wieder. Es wirkte, als wüsste er gar nichts vom Vorabend und sie sei aus komplett freien Stücken hier.