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Fossil
Westebene
Gemeinsam schlichen sie das kurze Stück zur Goblinhöhle. Erynn bemerkte, daß ihr Kampfgefährte sich stark darauf konzentrieren mußte, sich leise zu bewegen, aber er bekam es dennoch ganz passabel hin. Aus irgendeinem abstrusen Grund empfand sie fast die Befriedigung eines Lehrmeisters darüber, während sie sich leichtfüßig neben ihm herbewegte.
Erynn erahnte den Eingang der Mine fast mehr als sie ihn in der Dunkelheit sehen konnte, als sie ein Rascheln im hohen Gras vernahm. Mit einem Handgriff, der ihr längst in Fleisch und Blut übergegangen war, zog sie einen Pfeil aus dem Rückenköcher und legte ihn auf die Sehne. Ihre Konzentration war ganz auf den Ort gerichtet, aus dem das Geräusch kam und sie strengte sich an, mit ihrem Blick die Finsternis zu durchdringen. Etwas löste sich aus den Schatten und kam direkt in ihre Richtung. Sie legte an, nur um im nächsten Augenblick festzustellen, daß es sich um ein Reh handelte. Das Tier schlug einen Haken und entschwand aus ihrem Sichtfeld. Die Elfin ließ den angehaltenen Atem entweichen und lockerte leicht ihre Schultern, als ein weiterer, ungleich bedrohlicherer Laut ertönte. Das Knurren eines Goblins, der auf sie zustürmte. Gerade außerhalb ihres Sichtfeldes hörte sie, wie Arranges seine Klinge zog. Zu spät, dachte sie, das geht nicht gut!
Das Krachen, mit dem beide Waffen aufeinanderschlugen, füllte für einen Moment all ihre Gedanken aus. Wie hat er das geschafft, fragte sie sich noch, als es ihr schließlich gelang, ihre Starre zu überwinden. Die Wucht des Aufpralls hatte Arranges das Schwert aus der Hand geschlagen, aber auch der Goblin war ins Stolpern geraten und kämpfte darum, auf den Füßen zu bleiben. Erynn zog die Bogensehne zurück und ließ ihren Pfeil fliegen. Er durchschlug die Schulter der Kreatur und drang in die Lunge ein. Mit einem gurgelnden Kreischen stürzte das elende Vieh zu Boden.
Erynn warf einen kurzen Blick auf das schmerzverzerrte Gesicht des Kaiserlichen, als sie Tumult hinter der Brettertür hörte, die den Eingang zu dem Goblinbau versperrte. Der Kampfeslärm hatte die Biester auf sie aufmerksam gemacht. Fluchend legte sie einen weiteren Pfeil auf die Sehne und sprang behende einige Schritte zurück.
„Nimm dein Schwert auf, Arranges. Es geht los.“
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