Arranges Hände zitterten, während er die Dunmer mit hektisch zuckenden Augen verfolgte. Er war so aufgeregt, dass er das schwache Keuchen hinter sich nicht bemerkte. Mit ein paar Ellen Abstand ging er der Elfin nach und war so aufgeregt wie nie zuvor. Reiss dich mal zusammen... Er erkannte sich selbst nicht wieder und fand einfach keine Möglichkeit, seinen Herzschlag zu kontrollieren und die wild umherwirbelnden Gedanken in seinem Kopf zu ordnen. Einige Augenblicke stand Erynn nur da und... tat nichts... Und dann kam die ernüchternde Antwort. Eine Welle der Entteuschung schwappte durch den Verstand des Kaiserlichen und verwandelte sich in einen reissenden Strudel aus Wut. Arranges wollte sich gerade zur Seite drehen und in eine zerbrochene Kiste treten, als Erynn ihm wieder einen Hoffnungsfunke zuwarf. Sie schien etwas zu spüren. Jedenfalls schloss er darauf, da sie jetzt zielgerichtet auf eine arg mitgenommene Truhe zuging, diese öffnete und hineingriff. Erynn förderte etwas aus der Truhe hervor und rief ihm direkt zu, dass dies das Amulett sei, das sie gesucht hatten. Die Augen des Kaiserlichen begannen zu leuchten, sein Herz setzte einen Schlag aus und machte einen schmerzhaften Sprung in seiner Brust. Adrenalin schoss durch seine Adern. Langsam, fast taumelnd, kam er auf Erynn zu.

Als diese jedoch aufsah und zu ihm herüberblickte, trat ein Ausdruck von Angst auf ihr Gesicht und sie konnte nur noch eine Warnung ausstoßen. Arranges von dem Gefühl und dem Erfolg, dass sie das Amueltt gefunden hatten, völlig überwältigt, reagierte nur träge, aber noch schnell genug, um sich umzudrehen und das Schwert zu ziehen, ehe er sich einem gewaltigen Schatten gegenübersah. Die Schwärze vor ihm füllte den gesamten Türrahmen aus und war durch und durch böse. Man konnte im Grunde nur schwarz sehen, keine Konturen, nichts. Aber die Tatsache, dass dieses Schwarz sich irgendwie bewegte, durch die Luft waberte wie dichte Nebelschwaden, sagte Arranges, dass er hier einem Gegner und keinem von ihm geworfenen Schatten, gegenüberstand. Plötzlich schoss die geisterhafte Kreatur vor. Arranges blieb nichts anderes übrig, als sein Schwert hochzureissen und zu hoffen, dass das Silber den Rest erledigte. Das unwirkliche Monstrum stieß ein widernatürliches Kreischen aus, als es die silberne Waffe wohl irgendwie erblickte und löste sich in Luft auf, noch bevor es auf die Klinge traf. Arranges nun total verwirrd, schaute nur vor sich durch den jetzt wieder normaldunklen Türrahmen. Was zur Hölle Oblivions war das? Doch dann wurde er wieder wachgerüttelt. In dem Stock über ihnen tat es zwei dumpfe Schläge. Und nur den Bruchteil eines Lidschlags später rannte irgendetwas oder jemand, mit ordentlich Masse über die Dielen über ihren Köpfen. Staub rieselte unter den Erschütterungen auf sie herab, eine Tür wurde oben ins Schloss geworfen, dann war es wieder still. Arranges wollte sich gerade zu Erynn umdrehen und sie zur Eile drängen, als ein gewaltiges Beben die Ruinen erzittern ließen. Die beiden hatten in den wenigen Sekunden, die das Gerüttel am Grundstein der Mauern andauerte, Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Als es endlich vorbei war, war alles wieder still wie zuvor. 'Los, lasst uns verschwinden, so lange wir noch laufen können...' Arranges lief los, die Öllampe hoch erhoben. Er hatte noch keine zwei Schritte getan, als im hinteren Raum etwas gegen die massive Bruchtseinmauer flog. Der Raum erzitterte. Zwei Sekunden später kracht nochmal etwas dagegen. Und wieder und wieder. Irgendetwas versuchte dort durchzubrechen. Arranges, der erst erstarrt war vor Schreck, fing sich jetzt wieder. Erynn hatte soetwas vermutlich noch gar nicht erlebt, sie tat sich schwer, wieder aus der Schreckensstarre zu kommen... 'LOS, folgt mir!' Er zerrte die Elfin ein paar Schritte vorwärts, ehe er wieder losließ und hoffte, dass sie ihm von allein folgen würde. Nocheinmal rammte irgenetwas riesengroßes gegen die Mauer hinter ihnen, aber der nächste Stoß blieb aus. Offensichtlich hatte, was auch immer dort durchkommen wollte, aufgegeben. Arranges durchschritt den Türramen und... verschwand plötzlich im Boden.

Die brüchige Stelle im Boden hatte durch die Erschütterung ordentliche Risse bekommen und klappte jetzt unter der neuerlichen Belastung durch den Kaiserlichen unter dessen Füßen weg. Gerade noch konnte Arranges sich mit einer Hand am Rand des Lochs festklammern und suchte mit der anderen vergeblich Halt. Der Boden schien hier jedoch bis zu den schmahlen Kanälen direkt unter der Festung durchgebrochen zu sein. Durch die Feuchtigkeit waren die Wände glitschig und Arranges konnte nur darauf hoffen, dass seine Muskeln nicht nachgaben, während er versuchte, sich irgendwie hochzuziehen. Er wagte einen kurzen Blick nach unten, um nach einem eventuellen Halt für die Füße zu suchen. Aber alles was er sah, waren zwei eng beieinandersitzende, große, runde, rote Kugeln weit unter ihm, von denen ein bedrohliches Knurren zu ihm heraufdrang. Er schaute wieder nach oben und hatte nur noch einen schwachen Lichtschimmer, den, den das Dämmerlicht aus dem Raum hinter ihm, gewährte.

'Erynn... Hilfe!' Schnaufte er verzweifelt.