Als sie wieder aus der Höhle traten, wirkte Arranges wieder wie der ganz normale Kaiserliche, als den Erynn ihn wohl in der Taverne der Orks angesprochen hatte. Arranges blickte in den Himmel, die Wolken hatten sich größtenteils verzogen und gaben die Sicht auf Sterne und die Monde frei. Dem Stand von Masser und Sekunda zu urteilen, waren sie wohl länger unterwegs, als Arranges vermutet hatte. Die Nacht war schon fortgeschritten.

Der Kaiserliche blieb einen Moment stehen und besah sich das Schlachtfeld. Sollten wir vielleicht ein wenig aufräumen? Ach was, auf der Straße liegen nicht zu viele Leichen und der Rest am Wegrand dürfte auch niemand interessieren... Trotzdem schafften sie die wenigen Kadaver, welche mitten auf der Straße lagen und Eilboten oder Kuriere behindern konnten, ein wenig zur Seite. Dann ging Kaiserliche über das Pflaster zur anderen Straßenseite und hob dort den Stab des Schamanen auf. Er war wie alle Schamanenstäbe grob gearbeitet und lief in einer verwurzelten Spitze aus. Eine Kordel war unterhalb der Spitze um den Stab gebuden. An ihr waren zwei schöne, lange Federn befestigt. Arranges legte sich den Stab über die Schulter, so wie ein Barbar seine schwere Streitaxt trägt, dann verließen sie zügig die Mine.

Bei ihren Pferden angekommen, legte der Kaiserliche seinem Rotfuchs behutsam das Zaumzeug an und saß auf. Sie mussten nicht ser lange reiten, bis sie die Mauern Skingrads vor sich aus der Nacht auftauchen sahen.

Bei den Stallungen angekommen, klopfte der Kaiserliche etwas lauter an die Tür der Hütte. Nach einigem Rumpeln und Poltern, hörte man ein Stimme, allerdings blieb die Tür verschlossen. 'Wer seid ihr und was wollt ihr?'
'Ich bin es, Arranges, ich habe eine lange Nacht hinter mir und wollte nun mein Reittier in eure Obhut geben.' Diese Ausführung war gar nicht nötig gewesen, denn schon als Arranges seinen Namen nannte, wurde die Tür entriegelt und während der Kaiserliche noch sprach, geöffnet. Arranges hatte in Skingrad soetwas wie ein zu Hause, wenngleich er hier meist nur auf der Durchreise war. Deswegen war er bei den Stallburschen mehr oder weniger bekannt. Sie kannten ihn nur als den ordentlich zahlenden Kaiserlichen mit dem freundlichen Umgangston. Der Stallbursche legte sich einen Mantel um die Schultern und trat nach draußen. 'Ich werde morgen zahlen, ich bin recht müde möchte eigentlich nichts sehnlicher als meinen Schlaf, wenn ihr versteht.'
'Sicherlich... ihr wisst ja, euer Pferd ist bei uns gut aufgehoben.' Sogleich fiel der Blick des Stallburschen auf das teilweise blutverschmierte Mithrilhemd des Nekromanten. 'Wegelagerer?'
'Nein, aber mindestens genau so lästig...'
Der Junge nickte nur, auch wenn er nicht wusste, was Arranges genau damit meinte. Er nahm die Zügel des Rotfuchses entgegen und lief hinüber zum Stall, dabei erblickte er jetzt auch Erynn. Arranges kümmerte sich nicht weiter um die Dunmerin, er ging auf das Stadttor zu und war wenige Augenblicke später hinter einer kleinen Tür neben dem großen Tor, welches um diese Zeit geschlossen gehalten wurde, verschwunden.