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Thema: [Werwölfe IV] Tag 6

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Roland stand am Ausgang des Dorfes und blickte nachdenklich in Richtung Wald. In den letzten paar Tagen hatten sie es geschafft, jedes mal einen der Werwölfe zu erwischen, es würde nicht mehr lange dauern, bis sie es endlich geschafft hätten. Nichts desto trotz wurden die Bewohner des Dorfes immer weniger, waren gestern noch so viele aktiv am arbeiten, so schien es heute nicht so recht in Gang zu kommen.

    Es war schon einige Zeit vergangen, seit Raphael seine Pflicht erfüllt und wie jeden Morgen die Glocke geläutet hat, aber trotzdem wurde der Trubel auf den Straßen nicht mehr. Somit war Roland auch klar, dass einige der Freiwilligen in der Nacht das Weite gesucht hatten und dass sie sie nie wieder sehen würden. Wahrscheinlich wurden auch einige von ihnen von den Werwölfen überrascht und lagen irgendwo zerfleischt im Wald rum.

    Apropos zerfleischt, neben einigen Bewohnern fehlte auch der allmorgendliche Schrei des Entsetzens, vielleicht hatten sie ja doch Glück gehabt und mit Lilith endlich den letzten Werwolf erwischt... Auf jeden Fall würden die Hexenjäger heute wieder auf Nummer sicher gehen und erneut einen Menschen hängen lassen. Mittlerweile hatten sie es ja auch geschafft, dass einer von ihnen zum Hauptmann ernannt wurde, Isabella wurde gestern von Lilith zum Nachfolger ernannt.

    Der gestrige Fall hat auch gezeigt, dass sie scheinbar göttliche Hilfe erhielten, weshalb alles sehr viel einfacher wurde, alles nur noch eine Frage der Zeit. Bis dahin musste jeder tun, was er konnte, um sie zu unterstützen. Am Tage war das Dorf gut durch die Sonne geschützt, fast als wäre es eine unsichtbare fliegende Festung, wenn es sowas geben würde, der Gedanke allein brachte ein breites Lächeln auf Rolands Gesicht, was in den letzten Jahren eher selten der Fall war. Bisher war er stehts in Gedanken, aber wenigstens konnte er nun etwas aufatmen, da die Werwölfe scheinbar Angst vor den Hexenjägern und dem Dorf bekommen zu haben.

    Dennoch ließ ihn der Gedanke nicht los, dass es neben den Werwölfen noch jemanden gab, der diese kontrolliert hat. Vor ein paar Tagen wollten die Hexenjäger zum Hexenfelsen, aber der Vorfall mit der Silbermine hatte alles zunichte werden lassen. Nun war es Zeit, dieser Sache auf den Grund zu gehen. Gestern hatte Roland sich eine bessere Karte besorgt, auf der auch der Hexenfelsen verzeichnet war.

    Neben der Karte hatte Roland wie üblich seinen Hut, seinen Degen, eine Flasche Tee, etwas zu essen, Verband und ein paar andere Sachen mitgenommen. Bald würde er losgehen.

  2. #2
    Die Augen zu öffnen verlangte Andreas fast seine gesamte Kraft ab. Als er es endlich geschafft hatte, stach das Licht wie ein Speer in seine Augen, weswegen er sie gleich wieder schloß. Als er sie mühsam erneut geöffnet hatte, schaffte er es endlich, sich umzublicken. Das erste, was er feststellte, war, dass er sich nicht zuhause befand. Er war in irgendeinem fremden Haus. Wie war er hierhergekommen? Er versuchte sich zu erinnern.
    Gestern... ja, er hatte sich sterbenselend gefühlt, wegen des Vorfalls bei Dirans Villa. Er war aus seinem Haus getorkelt und dann wieder zusammengebrochen. Im Laufe des tages war er dann mehrmals für einige wenige Sekunden erwacht, ohne jedoch etwas unternehmen zu können. Anscheinend hatte man ihn zum Marktplatz gebracht. Zum Glück anscheinend nicht, um ihn zu hängen, obwohl das wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit war, solange sich diese sogenannten Hexenjäger im Dorf herumtrieben.
    Mit großer Anstrengung schaffte er es, sich aufzurichten. Erst jetzt stellte er fest, dass er auf einem Tisch gelegen hatte, und er bis auf eine Decke, mit der er zugedeckt gewesen war, nackt war. Was war mit seinen Sachen geschehen? Als er in einer Ecke des Raumes schließlich einen Zuber entdeckte, wurde ihm klar, wo er sich befand: Der Bader, die Person, die in diesem Dorf das war, was einem Arzt noch am nächsten kam, hatte ihn wohl mit zu sich nach hause genommen, um sich um ihn zu kümmern.
    Andreas wusste, dass er dafür wohl dankbar sein sollte, doch momentan hatte er andere Sorgen. Um genau zu sein einen gewaltigen Durst. Er blickte sich um, ob er irgendwo etwas zu trinken finden konnte. Schließlich entdeckte er einen Krug.
    Er drehte sich zur Seite und lies seine Beine von dem Tisch, auf dem er saß, baumeln. Dann gab er sich einen Ruck und stand schließlich aufrecht da. Für etwa eine Sekunde. Dann begann sich der Raum um ihn zu drehen, und er stürzte mit einem lauten Knall zu Boden. Immerhin verlor er nicht gleich wieder das Bewusstsein. Mühsam kroch er über den Boden. War ihm genau dasselbe nicht schon gestern passiert? Endlich hatte er den Krug, den er gesehen hatte, erreicht. Seine Kraft auf seine Arme konzentrierend hob er den Krug an (zu seinem Glück war er nur halbvoll) und hob ihn hoch, um einen großen Schluck daraus zu nehmen. Und noch einen. Und noch einen. Schließlich hatte er den Krug komplett geleert, doch er hatte noch immer Durst. Und gleichzeitig war ihm kalt. Die Decke lag immer noch bei dem Tisch, auf dem er aufgewacht war. Aber dorthin zurückzukehren war ihm jetzt zu anstrengend. Er beschloss, an genau dieser Stelle liegenzubleiben, bis Callan aufwachen und (hoffentlich) nach ihm sehen würde.

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