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Thema: [Werwölfe IV] Tag 5

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Auch Laurenz mischte sich in die Diskussion ein, die zwischen dem Hexenjäger und Avery um die neue Hauptmännin entflammt war.
    "Hexenjäger Nicolo, es ist sicher löblich, dass Ihr euch Sorgen macht, welche Gefahr von einzelnen Dörflern ausgeht. Trotzdem… meint Ihr wirklich, dass ein einzelner Letter schon einen klaren Hinweis darstellt? Und selbst wenn, Ihr könntet genauso gut den Bader Callan beschuldigen.
    Dass Lesters Wahl irgendetwas über die neue Hauptmännin aussagen soll, ist auch ein Trugschluss. Lester hat jeden belogen: Euch, mich, seine Geliebte, selbst sein Rudel. Jeder hatte einen Grund, ihn tot sehen zu wollen. Nichts anderes wollte er, als noch mehr Zwietracht zu säen. Und Ihr habt vernommen, dass er auch Godfrey in Betracht gezogen hatte, um diese Position auszufüllen? Hättet Ihr Euren Gefährten ebenso beschuldigt, mit den Wölfen zu paktieren?
    Und wenn Ihr den Leuten schon vorhaltet, die Nähe von Winfried oder Lilith gesucht zu haben… dürfte ich Euch fragen, was die Bäckerin mit einem Amulett macht, die ich zu meiner Ankunft noch am Hals eines Hexenjägers sah?"

    Das sollte hoffentlich ausreichen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er wandte sich dem Hexenjäger zu.
    "Vergessen wir kurz die Gefahr, die von der Hauptmännin ausgehen könnte, und reden wir über jene Bedrohung, die Ihr mit über das Dorf gebracht habt! Ihr erinnert Euch an die Schlacht des gestrigen Abends? Ihr habt vielleicht gehört, dass auch ich der Schlacht beigewohnt, sogar einen der Kämpfer gefällt habe, den eure Kampfgruppe scheinbar übersehen hatte.
    Nun, im Gegensatz zu Euch habe ich die Söldner ausgekundschaftet. Die Männer, die Ihr getötet habt, waren nur einer von mehreren Trupps. Mindestens ein Dutzend war noch vor Ort, um ihre Wache abzulösen. Eine wahrhaft große Leistung, erschöpfte Männer abzuschlachten!
    Zum eigentlichen Problem… einer der Männer trug einen Zettel bei sich. Ich erlaube mir, vorzutragen:"

    "Nächste Lieferung am Samstagmittag. Nachschub im Anmarsch."
    "Morgen, am Samstag, werden weitere Truppen zur Mine aufbrechen. Mit dem Auftrag, das Silber zu holen… von dem Ihr denke ich etwas entwendet habt? Ich bezweifle, dass diese bereits auf einen Angriff gegen das Dorf vorbereitet sind, aber ab Sonntag müssen wir jeden Tag damit rechnen!
    Hauptmännin, ich weiß, Ihr habt bereits ein schweres Los getroffen, doch was meint Ihr, sollten wir tun?"

    Geändert von Don Cuan (09.09.2010 um 15:36 Uhr) Grund: Ich sehe dich an, Nicolo!

  2. #2
    Lilith war auf ihre Knie gesunken, und sammelte die verstreuten Blätter auf, während Nicolo sich an Avery gewandt hatte. Ihre Füße hätten sie ohnehin nicht mehr viel länger getragen.
    Als das Gespräch andauerte, und sie nicht direkt angesprochen wurde, hatte sie endlich das Gefühl, dass sie etwas sagen musste, und bemühte sich, ihre Stimme wieder zu finden. Diese zitterte merklich, als sie leise begann: „Hört auf, auf anderen herumzuhacken, wenn es Euch vorerst um mich geht.“ Sie versuchte nicht, sich aufzurichten, denn sie fühlte sich, als könnte sie jeden Augenblick das Bewusstsein verlieren.

    Ihr seid bestimmt erfahrener als ich, was diese Jagd angeht, aber habt Ihr nicht immer wieder erwähnt, wie klug sich die Wölfe tarnen? Lester war bestimmt ein wenig verrückt, aber nicht dumm… genau so wenig, wie es die restlichen Kreaturen von ihnen sind.“ Als sie den Namen des Wirtes erwähnte, schluckte sie, doch gleichzeitig wurde ihre Stimme lauter, getrieben von der Enttäuschung, die nun in ihr hochkochte. „Dass der neue Hauptmann es schwer haben würde, war eine logische Konsequenz. Wenn der Wirt nun einen Wolf erwählt hätte, hätte er damit rechnen müssen, dass dieser bald verdächtig wird. Die Wölfe hätten in der Nacht ein Opfer gefunden, aber den Tag hätten sie vertan, weil die Aufmerksamkeit nur dem neuen Hauptmann gebühren würde, vor allem wenn er die Nacht überlebt. Hätte er aber einen Menschen gewählt, hätten sie ein Opfer des Nachts, eines am Tag, zu dem sie nicht einmal etwas beitragen müssten, und eines in der folgenden Nacht. Ich wurde bewacht, das Risiko war hoch, dass es ihnen nicht gelingen würde, mich umzubringen, und warum sollten sie es wagen, wenn doch ihr am Tage die Arbeit für sie erledigt?“
    Sie hatte sich in die Verzweiflung geredet, und die Worte sprudelten aus ihr heraus, während sie hoffte, dass selbiges nicht mit ihren aufkommenden Tränen passieren würde. Jetzt war nicht die Zeit zu weinen.

    Und euer Argument mit... Winfried…“ Sie kniff die Augen zu, weil es ihr nun doch schwer fiel, sich zusammen zu reißen, „…muss ein Witz sein. Woher nehmt Ihr die Ansicht, dass ich mit ihm viel Zeit verbracht hätte? Ja, ich hatte ihn gern, aber dies ist kein Verbrechen. Weit mehr Zeit habe ich mit Euren eigenen Kollegen verbracht! Wenn ihr Euch außerdem erinnert, hatten Winfried und Lester nie ein gutes Verhältnis, und nun wollt ihr behaupten, die Wölfe würden sich zusammenrotten? Ich sage es noch einmal, sie sind doch nicht so dumm, als dass sie sich alle auch am Tage miteinander herumtreiben würden.“

    Sie war schwach von der Aufregung, doch sie zog sich mühsam mit dem Speer vom Boden hoch. Es überraschte sie ein wenig, dass er ihr nicht abgenommen worden war, aber wahrscheinlich wusste ein jeder, dass sie damit sowieso nicht viel ausrichten konnte.
    Eines möchte ich noch sagen.“, sagte die Bäckerin zu Nicolo leise und starrte auf die Tafel mit ihrem Namen. „Ich verstehe, dass Ihr mich bei Eurer Deutung der Botschaft anklagt… auch wenn es mich traurig stimmt, dass Ihr nicht den kleinsten Zweifel einräumt.“ Irgendeine Linie dort oben stammte von Godfrey, und sie spürte einen Stich, der ihr durch Mark und Bein fuhr, als sie daran dachte. „Aber wer war der Dritte? Die, die ich hier versammelt sehe, gehören nicht zu euch Hexenjägern… kommt es Euch nicht komisch vor, dass jemand sofort Eurer Stimme gefolgt ist? Blindlinks, ohne abzuwägen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ich unschuldig sein könnte. Vielleicht hatte derjenige Angst, von Euch angeklagt zu werden, würde er nicht sofort mit dem Finger auf mich zeigen…. so wie Ihr es mit Avery macht. Ihr verbreitet Angst, nicht ich.

    Mit diesen Worten sah sie den Jungen entschuldigend an, doch sie wandte ihren Blick schnell wieder ab. Solche Aktionen waren es ja gerade, die ihn in eine missliche Lage brachten. So richtete sie ihren Blick auf Nicolo und sagte flehend, fast demütig: „Was immer ich in Euren Augen auch sein mag, Ihr wisst, dass ich nicht stark oder mutig bin. Also lasst mich zur Kapelle gehen, um zu beten. Es kann mich gerne jemand begleiten, nur lasst mich nicht hier angeprangert stehen.
    Bevor jedoch eine Antwort kommen konnte, hatte Laurenz das Wort an sich gerissen. Überrascht davon, dass sie eine Entscheidung treffen sollte, konnte sie nicht sofort antworten. "Ihr solltet darüber mit den Hexenjägern sprechen. Mir wird niemand folgen, und wenn ich den Tag nicht überleben sollte, wäre es verschwendete Mühe." Sie lächelte schwach, doch es war die einzig richtige Entscheidung.

  3. #3
    "Natürlich ist ein B als 'inweis, nicht das gleiche wie wenn Konrad uns einen vollständigen Namen gegeben 'ätte. Doch isch bin mir sicher, dass er wusste, dass wir an der Bäckerin zweifeln. Warum 'ätte er uns dann einen 'inweis gegeben, der uns auf die falsche Fährte führen sollte?
    Das letzte mal 'at es uns ge'olfen auf Konrad zu 'ören und isch bin mir sicher, dass es auch diesmal 'elfen wird."

    Nicolo machte eine kurze Pause. Er verstand, dass Lilith sich wehrte, er verstand, dass Avery die Anschuldigen von sich wies. Aber warum Laurenz? Ihn hatte er schon als sicheren Mitstreiter im Kampf gegen die Werwölfe gesehen. Oder war er gar nicht gegen sie und wollte nur sichergehen, dass nicht wieder ein Unschuldiger sterben musste?
    "Dennoch muss isch euch auch teilweise Recht geben: Es ist nischt einfach Lester einzuschätzen. Isch denke jedoch, dass er die Menschen, die ihn an den Galgen gebracht 'aben mehr 'asst als die Wölfe und deswegen einen Wolf zum 'auptmann gemacht hat.
    Dass Raphael uns so schnell folgen würde nachdem isch ihn vor ein paar Tagen noch selber als Wolf verdäschtigt 'abe ist wohl nischts aussergewöhnliches. Es ist doch sehr eindeutig, dass Lilith einer der Wölfe ist und wenn er sie verteidigen würde, ließe ihn das in keinem guten Licht darste'en."

    Danach wandte er sich wieder an Avery:
    "Isch 'offe sehr, dass ihr kein Wolf seid. Ansonsten solltet ihr eure Wolfsfreundin lieber verteidigen anstatt euch feige 'erauszureden!"

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