So schnell wie Lilith dieses Malheur passiert war, so schnell war es auch schon wieder vergessen.
"Aber das macht doch rein gar nichts. Ich war wohl ein wenig zu vorschnell, drum verzeiht mir meine kleine Ungestümtheit!" , antwortete Winfried lachend, der sie durch dieses kleine Missgeschick auf einmal noch bezaubender fand als zuvor.
"Kein Grund, euer prächtiges Kleid unnötig zu verschmutzen, Lesters Taverne ist ohenhin nie allzu sauber, da werden die paar Tropfen gewiss nicht auffallen" , sprach er in einem wohlwollenden Tonfall, der verriet, dass ihm schon Schlimmeres passiert war. In der Tat war Winfrieds Hose weniger befleckt, als es zunächst den Anschein hatte, und so übergab er der jungen Bäckerin wieder ihr kleines weißes Schnupftuch. Schließlich wollte er es nicht unnötig besudeln.
"Lasst uns diesen Ort nun lieber schleunigst verlassen, ehe Lester noch bemerkt, was wir hier angestellt haben! Den Anderen wird es ohnehin nicht auffallen." Gemeinsam verließen sie die Taverne und gingen Arm in Arm Richtung Dorfplatz, wo sich schon ein größerer Tumult gebildet hatte.
Geändert von Edmond Dantès (01.09.2010 um 17:21 Uhr)
Während der Zeit in der Taverne war die Sonne immer weiter gen Westen gewandert, und Lilith erschrak darüber, wie spät es geworden war. Sie hatte die Zeit vollkommen vergessen, aber nun nahte die unheilvolle Nacht.
Es tat gut, jemanden neben sich zu haben, an dem man sich ein wenig festhalten konnte, während man auf den Rest der Dorfbewohner zuschritt.
Als die Bäckerin jedoch Godfrey erblickte, der aussah, als hätte er sich irgendwo in Erde und Wiesen gewälzt, zog sie ihren Arm zurück und sah ein wenig beschämt zu Boden. Es war absolut lächerlich, aber sie fühlte sich wie damals, als sie noch ein Kind gewesen war, und ihr Großvater sie erwischt hatte, wie sie ein paar Äpfel aus Nachbars Garten gestohlen hatte.
Dabei kümmerte sich eigentlich niemand um die Neuankömmlinge, es wurde über irgendwelche Mienen diskutiert, um Patrouillen für die Nacht und eine Anklage, die sich erneut gegen den Hauptmann richtete.
Etwas besorgt ließ Lilith ihren Blick durch die Menge schweifen, und er blieb an den Zwillingen hängen. "Wenn alle Männer und Hexenjäger auf Patrouillen sind, was passiert dann mit uns?" ,dachte sie, während Winfried redete und rückte nun doch wieder etwas näher an ihn, weil sie bemerkte, wie die Furcht zurück kehrte. "Die beiden und ich können uns bestimmt nicht alleine verteidigen, und..." etwas überrascht hielt sie kurz inne. Wo war eigentlich diese Serah? Sie konnte sich ja wohl auch schlecht alleine gegen Wölfe verteidigen, aber scheinbar suchte sie trotzdem nicht den Schutz unter der Masse der Bewohner.