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General
An diesem Tag kam Winfried überhaupt nicht aus den Federn. Das hatte gleich mehrere Gründe: Nach seinen fehlgeschlagenen Anschuldigungen gegenüber Lester wollte er den Bogen nicht weiter unnötig überspannen, und entschied sich trotz allem, sich zunächst zurückzuhalten und Winfried verspürte derzeit nicht die Lust, sich weiter die missbilligenden Blicke der anderen Dorfbewohner einzufangen.
Zudem schien es heute ein eher ruhiger Tag zu werden, der überhaupt nicht seine Aufmerksamkeit benötigte, zumal sich eh wieder einmal düstere Wolken über Düsterwald zusammenzogen. Nach all der Hektik der vergangenen Tage also nahm sich Winfried seinen wohlverdienten Schlaf. Zwar wohnte er nur zur Untermiete in einem kleinen Fachwerkhaus, doch zu allem Überfluss hatte er seltsamerweise noch keine Geräusche von seinem Gastwirt vernommen, die ihn sonst nur allzu früh aus dem Bett trieben...
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You got bamboozled
Eine unruhige Nacht voller Angst, ein Tag voller Furcht sein Gesicht zu zeigen, er, Mitverantwortlicher für den Tod eines Menschen...
Aber er konnte sich nicht ewig verstecken, es war die Weisheit seiner verstorbenen Mutter die ihm für nur eine Sekunde durch den Verstand schoss und ihn aus der Apathie riss, "Wer versuchet, der kann verlieren. Wer es erst garnicht versucht, der hat bereits verloren"
Callan verließ sein Haus, ohne dem Nebengebäude in dem sein Arbeitsraum war auch nur eines Blickes zu würdigen, was sonst zu seinem täglichen Morgenritual gehört.
Er schlenderte nachdenklich durch das Dorf, begab sich ohne Umwege direkt auf Lesters Taverne zu, er musste wissen was passiert ist, während er ohne sich zu regen in seiner Hütte lag, nichts, rein garnichts drang in diesen Stunden in seinen vor Verzweiflung erfüllten Kopf.
Als er die Taverne betrat, setzte er sich an den erstbesten Tisch und wartete, wartete darauf, dass ihn irgendjemand anspricht, er selbst wusste nicht was er je hätte sagen sollen, wie er hätte erklären sollen, dass er nicht anwesend war.
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Nemo
Es war einige Zeit vergangen, seit Lilith sich an dem Grab niedergelassen hatte, und eher schlecht als recht versuchte, irgendeine Melodie zusammen zu bringen. Nach einer Weile legte sie die Flöte zurück in das Kästchen und stellte jenes auf das Grabmal. "In nächster Zeit werde ich wohl nicht mehr zum Üben kommen." ,sagte die Bäckerin leise. "Aber falls ich das hier überlebe, werde ich zurück kommen und erneut auf dieser Flöte spielen." Sie wandte sich nun ab und trat den Rückweg an. Stehlen würde das Instrument bestimmt niemand, so selten wie sich jemand hier her verirrte.
Etwas melancholisch kam Lilith wieder zu dem Weg, der an dem Trümmerhaufen, der Dirans Haus gewesen war, vorbei führte. Inzwischen hatten sich dort schon ein paar Leute eingefunden, es hatte allerdings den Anschein, als wäre keiner der ansässigen Dorfbewohner hier. Es interessierte wohl niemanden besonders, was mit dem Alchemisten geschehen war, und auch sie selbst musste sich eingestehen, dass sie Konrads und Ralfs Tod um einiges mehr getroffen hatte... obwohl sie keinen von beiden wirklich gekannt hatte.
Würde es ihr ähnlich ergehen? Wen hatte sie im Dorf, der wirklich um sie trauern würde? Lilith warf einen zaghaften Blick zurück, wo die Gräber zahlreicher Verstorbener still nebeneinander lagen. Wenn der Tag gekommen war, wer würde sie an ihrem eigenen Grab besuchen?
Kurzzeitig umspielte ein Lächeln die Lippen der Bäckerin, da ihr beigebracht worden war, auf jede erdenkliche Situation stets mit einem Lächeln zu reagieren, und ihre wahren Gefühle verschlossen zu halten. "Selbst Schuld. Hättest du dich doch einmal um etwas anderes, als das Backen gekümmert." ,sagte sie zu sich selbst und setzte ihren Weg fort.
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