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  1. #1
    Das meinte ich eigentlich nicht. Sondern solche Beispiele, wie die Meinung, dass "Die Gesellschaft"^tm heute zu Offen sei, man keine Wikipediaartikel über Stellungen schreiben möge und keine Werbung wie die aktuelle Weg.de Kampagne schalten solle, weil man mit "sowas" keine Werbung machen solle.
    Dass die Leute offenbar ein Problem mit dem Thema haben, ist klar - aber es muss schon ein kollektives Problem sein, wenn so viele Leute es haben. Und mich würde interessieren, woher es kommt.

    Edit: Und es ist IMO insofern kein Neues thema, da hier in erster Linie ja wohl das Gesellschaftliche Tabu wichtig für diesen Abschnitt des JuSchG verantwortlich ist. (Aus der Meinung erwachsend, sowas *müsse* einfach schlecht für die Jugend sein, sich hahnebüchene Begründungen ausdenkend*

    cats are not characteristically disposed toward voluntary aerobic exercise

  2. #2
    Das kommt aus dem jahrhundertelangen Einfluß der katholischen Kirche in ihrer starken Position als ehemals weltliches und geistliches und heutzutage immer noch geistliches Vorbild. Und deren Sicht kommt wiederum aus der Notwendigkeit, den Bischöfen, die gleichzeitig auch Lehnsherren waren, ihr Land abzunehmen, indem sie ihnen verboten, Kinder zu kriegen und, um das ganze ideologisch und theologisch sinnvoll durchzusetzen, Sexualität direkt mal zum Teufelswerk erklärt haben, damit die Argumentation schlüssig wird.
    So gesehen eigentlich ganz einfach zu erklären. Die Frage ist vielmehr, wieso in einer modernen de-facto-aufgeklärten Gesellschaft dieses Tabu auf staatlicher Ebene überhaupt noch haltbar ist.

    @ Cipo
    Ich muß auch nicht mit aller Welt über meinen Sex diskutieren. Das hat aber nichts damit zu tun, daß ich mich deswegen schäme, oder es mir unangenehm wäre, sondern einfach, weil es die anderen ganz einfach nichts angeht. Das gilt aber auch für andere Themen. Zum Beispiel würde ich mit Sicherheit nicht mit dem erstbesten auf der Straße eine politische Diskussion anfangen, dafür müßte das schon jemand sein, dem ich weit genug vertraue und vor allem reden möchte—und dann geht auch wieder 'ne Diskussion über Sex.
    Von daher ist Tabuisierung nicht gleich mit “Es nicht öffentlich breittreten wollen” gleichzusetzen.

  3. #3
    Zitat Zitat von Ranmaru Beitrag anzeigen
    um das ganze ideologisch und theologisch sinnvoll durchzusetzen, Sexualität direkt mal zum Teufelswerk erklärt haben, damit die Argumentation schlüssig wird.
    So gesehen eigentlich ganz einfach zu erklären. Die Frage ist vielmehr, wieso in einer modernen de-facto-aufgeklärten Gesellschaft dieses Tabu auf staatlicher Ebene überhaupt noch haltbar ist.
    Ich hätte das jetzt irgendwie mit dem Erhalt der patriarchischen Gesellschaftsordnung erklärt, aber gut, worum es mir letztendlich ging, ist deine später formulierte Frage.

    cats are not characteristically disposed toward voluntary aerobic exercise

  4. #4
    Heilige Scheiße, ich glaub ich steh hier grad da, wie ne frustrierte Nonne, die bei jeglicher Freizügigkeit auf die Barrikaden geht und Rot sieht ^^°

    Ich bin jetzt nicht so extrem eingestellt, ich hab lediglich mit gefährlichem Halbwissen argumentiert, da ich eigentlich kaum Pornos gesehen habe (einmal mit ein paar Freundinnen und noch einmal mit einem Freund).
    Ich war/bin halt nach wie vor etwas erschüttert vor Pornos und deren Selbstverständnis heutzutage, aber die Argumentationen von euch (Kelven und Ranmaru) leuchten mir ja auch irgendwo ein.

    Zitat Zitat
    Für mich ist Sex ein "Tabuthema", weil ich die Reflektion der Details gern zwischen mir und der einzigen anderen involvierten Person belasse. Dementsprechend rede ich ungern mit anderen über die Details meiner Vorlieben (oder Nicht-Vorlieben). Wenn ich damit als verklemmt durchgehe (und das tue ich durchaus), kann ich bisher sehr gut damit leben. Ich will dieses Tabu gar nicht auflösen. Und ich will auch nicht wissen, was andere im Bett anstellen.
    Besser hätte ich's nicht ausdrücken können...

  5. #5
    In sachen Pornographie ist imo der Jugendschutz unnötig. Er existiert hier nur, da Pornos in der allgemeinen gesellschaft den falschen stellenwert besitzen. Porno gehört zum alltäglichen leben. Jeder 2te männliche Jugendliche um mein alter rum konsumiert so wie ich circa 3-4mal pornographisches material in der Woche, wobei da meist eine phase des täglichen Konsums vorrausging. Bei der weiblichen Fraktion sieht es da wahrscheinlich nicht anderst aus. Von circa 15% meines weiblichen umfeldes weiß ich, das sie hin und wieder pornos konsumieren, der rest wird es wohl auch tun, sich das wohl jedoch weniger entlocken lassen. Dennoch hat man fast täglich auf dem Schulhof darüber gesprochen (und vorurteile von wegen "IHR SEID SO UNREIF!" möchte ich gerne außen vor lassen), zumal sich das bis in die 13te klasse erstreckte. (Viele meiner Klassenkameraden sind mittlerweile in erfüllten beziehungen und sicher keine verstörten, potentielle sexuallstraftäter, auch wenn sie durch Beziehungen ihren Konsum nun sicher reduziert haben.) Und dennoch ist es gerade dann gegenüber älteren schichten verpönt sich Pornographischie anzuschauen, wobei ich glücklich sein kann mit meinem dad hin und wieder noch locker darüber reden zu können. Von dem her hoff ich, dass diese Ansichten über pornos bald aus der christlich katholischen gesellschaft im zeitalter des immer atheistischer werdenden Deutschlands herauswächst. Ohne Jugendschutz würde sich hier nicht viel ändern, da die kinder beim heranwachsen selbst merken, wenn sie das verlangen nach pornographie haben und welche fetische sie dabei entwickeln, wenn überhaupt. Die Sache jedoch zu verbieten führt eher zu einem verfrühten Konsum aufgrund der trotzreaktion gegenüber autoritäten.

    Bei Alkohol und Zigaretten ist der jugenschutz dagegen schon eher von nöten, jedoch versteh ich nicht, warum man das alter für Bier, Wein und Kippen um 2 jahre anheben musste. Für mich sind das wichtige sozialfaktoren und wohl mehr oder weniger auch in dieser phase für einen jugendlichen experimente. Hingegen sollte man viel mehr den sensiblen umgang mit solchen "legalen giften" lehren. Das ist besser als solche Alibilösungen wie der Tanke nachts ab 10 den verkauf von alkohol zu verbieten.
    Geändert von Evu (01.08.2010 um 21:36 Uhr)

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