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  1. #1
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Man muss nicht gleich auf der Schiene der radikalen Emanzen fahren, aber ein Stückchen Wahrheit steckt schon dahinter. Dass Pornos diskriminierend sind, sehe ich nämlich genauso, allerdings gegenüber beiden Geschlechtern. Frauen werden dort zu Sexualobjekten gemacht und Männern zu Fickmonstern. Was natürlich wegen dem Zweck der Pornos auch keine große Überraschung ist, aber die Augen sollte man davor trotzdem nicht verschließen.

    Das Problem ist nun wieder der unterschwellige Einfluss, denn der Konsument nimmt von diesem verzerrten Abbild der Realität natürlich schon etwas mit, zumindest wenn er noch nicht die nötige Reife hat, um kritisch darüber nachzudenken. Ich denke also schon, dass der leichtere Zugang zu Pornos auch seinen Teil dazu beigetragen hat und beiträgt, dass sich die sexuellen Vorstellungen verändern. Hinzu kommt dann noch, dass man über das Internet auch an härtere Sachen rankommt und man in der virtuellen Welt genauso wie in der Realität vorgelebt bekommt, wie cool es ist Pornos oder Hentais zu schauen. Und das kann vielleicht dazu führen, dass einige leicht beeinflussbare Menschen die "Botschaften" der Pornos erst recht für bare Münze nehmen. Die Bedeutung von Pornos sieht man z. B. alleine daran, dass sie auf Community-Treffen meistens wie Beute verteilt werden. ;-)

    Nun machen die Pornos ihre Zuschauer natürlich nicht zu Vergewaltigern oder Frauenhassern, aber man kann nicht ganz von der Hand weisen, dass sie stärker noch als die meisten anderen Medien dabei helfen ein bestimmtes Rollenverständnis zu festigen.
    Dieses von Dir konstatierte Rollenverhältnis ist aber—und darauf kommt's ja an—nicht real. Wie ich schon im vorherigen Post sagte, es ist in etwa mit dem Rollenbild eines (amerikanischen) Polizisten aus einem Actionfilm vergleichbar. Der Punkt ist nur, daß die Leute aufgrund einer prüden Sexualmoral beim Thema Porno auf einmal auf die Barrikaden springen, obgleich die Grundaussage die selbe ist: man kritisiert mangelnden Realismus.

    Würde man Pornos so drehen, wie Sex in echt abläuft, dann würde sich das doch keiner angucken. Es würde ja auch keiner CSI gucken, wenn die nicht ihre obercoolen Fingerabdruck-DNA-Autokennzeichen-Restaurierungs-Programme am Start hätten. Wenn ich die Glotze einschalte, dann will ich nur eines: unterhalten werden. Realismus interessiert mich in dem Fall, außer, wenn ich eine Dokumentation schaue, nicht die Bohne. Und auch bei Pornos interessiert sie mich nicht. Emotionale Beziehungen habe ich entweder in der Realität, oder ich sehe mir Gone With The Wind an, aber wenn ich einen Porno einwerfe, dann will ich Verkehr sehen, weil's mich unterhält. Die Producer stehen nun vor der Aufgabe, diesen Verkehr möglichst schnell in irgendeiner halbherzig dazugeschusterten Story zu verbauen, und da bietet sich “Ich will hier ein Rohr verlegen” nunmal ideal an. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob die Frau nun als ständig feucht, oder der Mann als schwanzgesteuertes Fickmonster dargestellt wird. Das mag in den Rollen so sein, aber es ist absolut nicht auf die Realität anwendbar.

    Daher ist die Aussage, Pornos würden irgendwen in seiner oder ihrer Rolle diskriminieren genau so blöd, wie die, daß sie realistisch wären.
    Leute, die das behaupten, haben einen ebenso ungesunden Umgang mit Sexualität wie Leute, die Pornos für bare Münze nehmen.

    Und noch mal zu den ”härteren Sachen”: kannst Du das mal definieren? Was sind denn für dich härtere Sachen? Reden wir hier von normalem Hardcore? Dann würde ich sogar sagen, daß das als selbstverständlich gilt, denn Softpornos sind keine Pornos, weil der Koitus nicht im Vordergrund steht. Das sind höchstens irgendwelche Filme eines anderen Genres, die vereinzelte pornographische Elemente beinhalten. Oder meinst Du ausgefallene Fetische? In dem Fall finde ich diese Einschränkung aber auch falsch, da ich als aus Gründen der Toleranz nicht vertretbar finde, Leute, die auf irgend etwas besonderes stehen, direkt als unnormal zu titulieren. Nur, weil jemand jetzt gerne Fesselspiele betreibt (hey, tue ich auch!), oder meinetwegen auch darauf steht, daß der andere ihm beim Sex ins Gesicht pinkelt, finde ich nicht, daß irgendwer das Recht hat, ihn deswegen als weniger normal als andere hinzustellen. Schon gar nicht jemand, der diese Neigung selbst nicht nachvollziehen kann. Das ist dann, als ob ein Fachfremder über Atomphysik labert und meint, sich ein Urteil darüber bilden zu dürfen.

    Generell gilt doch: was beiden gefällt, ist immer erlaubt. Auch, und gerade, beim Sex. Also ist diese ganze Einstufung zwischen “zu hart” und “normal” und so weiter der totale Humbug.

  2. #2
    Zitat Zitat
    Dieses von Dir konstatierte Rollenverhältnis ist aber—und darauf kommt's ja an—nicht real. Wie ich schon im vorherigen Post sagte, es ist in etwa mit dem Rollenbild eines (amerikanischen) Polizisten aus einem Actionfilm vergleichbar.
    Das mag schon richtig sein.
    Punkt ist aber der, das es trotz allem Situationen und Personen gibt, in denen dieses "nicht reale" Rollenverhältnis tatsächlich existiert.
    So gibt es tatsächlich so ne Art "Sportficker" (in dem Fall: Mann=Superficker bzw Frau=Sexualobjekt), die jede sich anbietende Gelegenheit nutzen, um Sex zuhaben (ich hüte mich davor, darüber zu urteilen, ob das nun gut oder schlecht ist), ganz unabhängig davon, ob zwischen den Agierenden eine emotionale Bindung besteht oder nicht.
    Und es gibt ja schon seit jeher die öffentliche Diskussion nach der "sexuellen Diskriminierung von Frauen in den Medien" (oder auch "sex sells.."), wobei der Frau da auch ganz klar die Rolle des Sexobjekts zutrifft. Ich mein klar, das ist a) ne andere Diskussion und b) sieht das jeder anders (es gibt sowohl Leute, die kein Problem damit haben, wenn in der Werbung eine nackte Frau steht, als auch Leute, die nen Problem mit dem Werbeplakat haben, wo eine Frau in Bikini bekleidet auf ner Liege liegt).

    Ob und wenn ja, wie sehr da Pornos dran schuld sind oder darauf Einfluss haben kann ich nicht mutmaßen. Und in den von mir aufgezählten Argumenten wurde jetzt auch mal bewusst aus ner Fliege nen Elefant gemacht.
    Fakt ist aber, das dieses "nicht reale" (ich würde eher sagen "nicht richtige") Rollenverhältnis tatsächlich existiert. Das es falsch ist, ist soweit klar.

    Zitat Zitat
    Daher ist die Aussage, Pornos würden irgendwen in seiner oder ihrer Rolle diskriminieren genau so blöd, wie die, daß sie realistisch wären.
    Leute, die das behaupten, haben einen ebenso ungesunden Umgang mit Sexualität wie Leute, die Pornos für bare Münze nehmen.
    Also ich bitte dich...
    Das Pornos nicht realistisch sind, ist klar. Die Aussage, das Pornos diskriminierend sind, ist aber nach wie vor Ansichtsache und sagt nichts über jemandes Sexualität aus. Vielleicht siehst du's nicht so, das in Pornos beide Geschlechter auf ne Art und Weise diskriminiert werden. Aber zu mutmaßen, das Jeder, der da anderer Meinung ist, ne ungesunde Sexualität haben, finde ich doch etwas weit hergeholt.

  3. #3
    Zitat Zitat
    Der Kampf gegen Verbrecher & Co ist nichts Alltägliches, die meisten Menschen werden niemals in so eine Situation kommen.
    ERinnert mich....Ein Film über den alltäglichen Kampf gegen das Verbrechen:

    http://www.ruthlessreviews.com/10369/police-adjective/

    Annähernd realistisch.

    Sonstige Filme mit Polize sind Genrefilme, wie Power Rangers-Serien, Godzilla-Filme, Vampirfilme, Buddy-Movies, Space Operas, Kriegsfilme ect.

    Zitat Zitat
    Ich halte auch nichts davon, wenn pauschal erotische Bilder oder Erotik als sexistisch bezeichnet werden. Bei Bildern fehlt aber auch der ich sag mal menschliche Kontext, es sind eben nur Abbildungen. In Pornos bekommen die Figuren eine rudimentäre Persönlichkeit und bestimmte Verhaltensweisen wodurch die Wirkung auf die Zuschauer schon etwas anders als bei Bildern ist. Nehmen wir als Beispiel mal ein Kind: ich glaube schon, dass bei ihm ein Bilderbuch anders wirkt als eine Kindersendung. Die Erfahrung bei der Sendung ist höchstwahrscheinlich intensiver und hinterlässt einen nachhaltigeren Eindruck. Deswegen denke ich schon, dass man sich mit der Frage auseinandersetzen sollte, ob und wie Pornos die Sicht auf Frauen und Sex beeinflussen.
    Es ist lustig, dass du behauptest, den ganzen Illustrationen von 1850-1920, die unmoralische Arbeiter beim Gruppensex zeigen würden ohne Kontext stehen. Oder die noch älteren Illustrationen aus der Zeit davor, die Adelige in irgendwelchen Klassizistisch eingerichteten Räumen zeigt.

    Oder das wenn jemand die Serien von Suicide Girls lädt, dies ohne Kontext steht. Oder die Sachen von Metart, aus dem Playboy ect.

    Weiters ist es lustig, dass du behaupten kannst, dass die rudimentäre Handlung von Porno vom Konsumenten aufgenommen wird. Das widerspricht zum einen den Abnutzungsspuren auf tausenden alten Pornovideos und zum anderen dem generellen Trend zu Hardcorepornographie, die nur noch aus dreißig Minuten Rein-raus-Spiel in verschiedenen Positionen besteht.
    Die offensichtlichen Nutzungsmuster schneiden sich mit deiner These.

    Was die Wirkung angeht, gibt es keine fixe Regel. Niemand wird dir sagen können, warum es zu einem Werther-Effekt kam anstatt zu einem Robinson-Crusoe-Effekt. Mehr Medien aufeinander zu stapeln bedeutet nicht automatisch ein Mehr an Wirkung. Bilder betrachten ist genauso eine erlernte Fähigkeit wie Film schauen, Lesen oder Musik hören. Es gibt keinen naiven Betrachter der nur als Opfer dasteht. Wenn du absolut nichts weißt, dann geht es an dir in derselben Art vorbei, wie wirklich kleine Kinder einmaligen sexuellen Missbrauch angeblich recht gut aus ihrem System spühlen können.

    Zitat Zitat
    Als extremstes Beispiel nehme ich mal die Japaner. Es gibt durchaus einige japanische Pornos, die so dargestellt werden, als würde es sich um eine Vergewaltigung handeln und bei Hentais ist das praktisch in mindestens 99% aller Fälle so. Das wird dann meistens so dargestellt, als ob die Frauen sich am Anfang anstellen, es später aber doch ganz toll finden vergewaltigt zu werden. Ich gehe fest davon aus, dass diese abscheuliche Heuchelei vielen - ganz besonders den Ultra-Otakus - gar nicht auffällt. Ich will damit nicht sagen, dass sie deswegen alle zu Vergewaltigern werden. Ich meine nur, dass sie vielleicht irgendwann tatsächlich glauben, dass Frauen, die Nein sagen, in Wirklichkeit Ja meinen.
    Eh, Genrekonvention. War schon in der Geschichte von Hikari Genji so und zieht sich durch alle Heian-Romane.

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