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Thema: Allgemeine Stagnation?

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    @Mordechaj
    Das stimmt, ich wollte auch nicht sagen, dass ich nicht beeinflusst werde. Früher waren das sogar kommerzielle Spiele, heutzutage sind es lustigerweise hauptsächlich Animes und Mangas, die ja meistens die Inbegriffe der Trivialität sind. Ich hab's nur deswegen angesprochen, weil mir bewusst ist, dass es sehr hilfreich sein kann, wenn man viel liest und ich es deswegen nicht für vorbildlich halte darauf zu verzichten. Aber gut, man kann ja letztendlich nichts daran ändern was man mag und was man nicht mag.

    Zitat Zitat
    Es ist natürlich klar, dass die Motivation der meisten Leute nicht ist "Ich will das und das in einem Spiel umsetzen.", sondern "Ich habe Dingsbums gespielt und möchte jetzt auch ein Spiel machen.", was alles andere als schlecht ist, es versteift sich nur zu sehr darauf, tatsächlich die Vorerfahrung exakt nachzustellen.
    Was bei mir übrigens auch heute noch so ist, aber ich bin dann andererseits wieder zu stolz, um die Idee von jemand anderem 1:1 zu übernehmen. Am Anfang kopiert natürlich jeder, nur muss man dann, wie du schon sagst, auch etwas Neues dazugeben, sonst wirkt es plump.

    @Owly
    Ein Spiel, das der großen Mehrheit keinen Spaß macht, ist aber ein schlechtes Spiel, denn bei keinem anderen Medium ist es so wichtig, die Kundschaft im Auge zu haben. Man macht Spiele für Spieler, nicht für sein eigenes Ego. Das spielt natürlich immer eine Rolle, sollte aber nie den Rest erdrücken (wie viele der Indie-Entwickler mit verrückten Spielideen sind btw. Frauen?) Deswegen halte ich auch nicht viel von zu experimentellen Spielen, es sei denn sie machen eben Spaß. Da Spaß aber vollkommen subjektiv ist, lässt sich nie so genau sagen was ihn auslöst.

    "Ein Spiel zu erfahren" halte ich auch für etwas schwammig. Texte für sich, Musik für sich, Bilder für sich ... das alles reicht aus, um irgendetwas zu erfahren. So gesehen gibt es kaum ein Spiel, bei dem man nichts erfährt. Ich sehe jedenfalls keine Konkurrenz zwischen Spielspaß und Spielerfahrung.

    Nehmen wir das Beispiel Silent Hill 2, du hast die Reihe ja angesprochen (Teil 1 kenne ich nicht). Das Kampfsystem soll dem Spieler wohl das Gefühl geben, dass er einen normalen Menschen spielt, dementsprechend behäbig ist es. Ich glaube aber nicht, dass die Entwickler wollten, dass es keinen Spaß macht. Mir hat es jedenfalls schon Spaß gemacht, die Gegner totzuprügeln, trotzdem spielt sich das KS schlecht. Am meisten interessiert hat mich beim Spiel aber trotzdem die Mystery-Handlung und nicht die Erfahrung, in der Nacht durch eine leere Stadt zu laufen. Die kann ich auch in der Realität haben und dort wäre sie je nach Stadtteil sogar unheimlicher. Bei Resident Evil 4 hatte ich übrigens viel stärker das Gefühl die Spielwelt zu erfahren als bei Silent Hill - und das obwohl das Spiel ein Shooter ist.

  2. #2
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Man macht Spiele für Spieler, nicht für sein eigenes Ego.
    Da widersprech ich. In dem Punkt geb ich gern zu dass ich egozentrisch bin. Ich will mich selbst mit meinem Spiel glücklich machen, vollkommen unabhängig davon ob es irgendeinem anderen jetzt gefällt oder nicht. Das von mir erschaffene zu sehen und mich selbst daran zu erfreuen ist toll. Ich les auch immer wieder gerne manche Texte, die ich geschrieben habe und flüchte mich so wieder in die dort beschriebene Welt und lasse mich von der Stimmung, die sie transportiert mitreißen... Hach.. ich mag meine Gedanken *sich knuddel*

  3. #3
    Was dazu wohl Sigmund Freud sagen würde. =3

    Aber wie gesagt, ich bin skeptisch, ob man ein schönes Spiel entwickeln kann, wenn man nicht das Ziel vor Augen hat, die Spieler mit dem Spiel zu erfreuen.

  4. #4
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Was dazu wohl Sigmund Freud sagen würde. =3

    Aber wie gesagt, ich bin skeptisch, ob man ein schönes Spiel entwickeln kann, wenn man nicht das Ziel vor Augen hat, die Spieler mit dem Spiel zu erfreuen.
    Hm... Also wenn ich ein Spiel mache und es irgendwann vielleicht mal als "fertig" ansehe, dann ist es in meinen Augen auch schön. Ob ein Anderer das dann so toll findest, interessiert im ersten Moment nicht auch wenn man mal den ein oder anderne Bekannten fragt und es ihm zeigt, damit er mal sieht, über was man so die letzten Monate und Jahre gelabert und gewerkelt hat.

    Ich denk vielleicht ist das "egozentrische" oder gar "narzistische" eine Folge meines doch sehr eigenwilligen Spielgeschmacks. Hab erst letztens wieder von gleich zwei Leuten gesagt bekommen, wie merkwürdig doch meine Vorlieben seien und dass sie das teilweise nicht nachvollziehen könnten. Ergo geh ich gar nicht davon aus, dass jemand außer mir und meinem Teampartner das Ergebnis unserer Bemühungen zu würdigen wissen wird. Ein KOmmentar wie "Ihr habt euch Mühe gegeben aber das gefällt mir nicht." wäre das höchste der Gefühle in meinen Augen.

    @2364:
    *_* Das merkt man deinen Ideen auch an =)

    @Mordechaj:
    Jenen angesprochenen Nebeneffekt vermute ich gar nicht. Ich hab bis dato nur einen Menschen kennen gelernt bei dem ich sagen würde, dass ihm meine Vorstellungen eines Spieles gefallen würden. Und ich zähle mich oder eine etwaig vorhandene Zweipersönlichkeit da nicht mit. Ich seh mich nich gern als Ausnahme... bzw hat es einfach sehr viele Nachteile sich selbst derart selbstkritisch und mit so hohen Erwartungen gegenüberzustehen, dass man diese Maßstäbe auch gerne mal an anderen Projekten ansetzt und dann plöztlich als der letzte Arsch dasteht, der ja nur böse Dinge von sich gibt. Uhhh wie ich leide xD

  5. #5
    Man kann auch leicht Spiele entwickeln, die man später selber schlecht findet. Hat man niemanden, der einem das sagt, erkennt man es vielleicht zu spät und die Chance sich zu entwickeln ist vertan (naja, aufgeschoben um genau zu sein).

    Bei der bildenden Kunst kann ich es wie gesagt noch verstehen, aber nicht bei Spielen. Man kann seine eigenen Spiele ja nicht spielen - sofern es Rollenspiele sind und ich gehe davon aus, dass man mit dem Maker Rollenspiele entwickelt. Man kennt die Handlung, man weiß wie man den Endgegner am besten besiegt, man weiß wo die Bonusgegenstände liegen, man weiß wie man die Rätsel löst. Das Spiel verliert also seinen Reiz.

    Deswegen hab ich immer den Eindruck, dass jemand, der meint nur für sich selber zu entwickeln, den Zuspruch der Spieler schon von vorne rein zu sauren Trauben macht (falls du die Fabel mit dem Fuchs und den Trauben kennst). Das was du schreibst klingt jedenfalls ein wenig danach, denn ...

    Zitat Zitat
    bzw hat es einfach sehr viele Nachteile sich selbst derart selbstkritisch und mit so hohen Erwartungen gegenüberzustehen, dass man diese Maßstäbe auch gerne mal an anderen Projekten ansetzt und dann plöztlich als der letzte Arsch dasteht, der ja nur böse Dinge von sich gibt.
    ... mit anderen Worten bedeutet es dir viel was andere von dir denken?

    Ich hab übrigens auch schon bei weitem mehr Spiele ausgedacht und angefangen als ich veröffentlicht habe. Wenn mir eine Idee dann aber selber nicht mehr gefällt, breche ich das Spiel natürlich ab, denn so ein Spiel würde auch den Spielern keinen Spaß mehr machen.

  6. #6
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    ... mit anderen Worten bedeutet es dir viel was andere von dir denken?
    Nunja... Ich denke wenn ich es gänzlich dementiere, kommt irgendein schlauer Mensch daher und meint, dass es sowas nicht gäbe. Aber es hat in erster Linie zu bedeuten, dass ein falscher Eindruck von einem entsteht was sich dann auch gerne mal auf das sonstige Miteinander auswirkt. (is ja logisch) An sich stimmt es aber, dass mich nicht unbedingt kümmert, was andere von mir denken... solange die leute, die ich schätze und respektiere dass auch mir gegenüber tun ist alles okay. Es bringt nichts, sich so zu verhalten, dass einen möglichst viele mögen, dadurch verbiegt man sich nur selbst und das hat so wie ich es jetzt meine auch nichts damit zu tun, dass man gute Kinderstube oder dergleichen außen vor lässt. Wenn mich Menschen nur aufgrund einer von mir aufrecht erhaltenen Fassade mögen, habe ich davon nichts. Aber das führt zu weit viel zu weit und hat auch nichts damit zu tun, dass ich prsönlich eben der Meinung bin, dass ich auch ein Spiel was von mir stammt entsprechend genießen kann. Ich lege viel Wert auf eine gute Inszenierung und nutze das Spiel an sich als "füller" zwischen den einzelnen Szenen, die mir im Kopf umherschwirren bzw um sie spilerisch zu untermalen. Logisch machen mir die Rätsel keinen Spaß... aber wer sagt, dass es welche in meinem Spiel gibt? Ich erwähnte oben schon meinen sehr "abartigen" Geschmack was Spiele angeht. Ich glaube sogar, dass man das, was ich fabriziere nur noch sehr ungern als RPG bezeichnet... Es ist mehr eine Geschichte zum miterleben. Ein (hoffentlich) gutes Buch, dass man verfolgt und ein wenig mitgestalten kann. Und trotz dieser Sache, ist es dennoch eine Geschichte, die man meiner Meinung nach am Besten in Form eines Spieles verwirklichen kann... Ich könnte das auch als Roman artigen Text verfassen... aber irgendwie hab ichs mir als Spiel ausgemalt und deswegen wirds als Spiel umgesetzt egal wie toll das später den Leuten gefällt... Aber mit Maßstäben wie "rätsel" oder "bosskämpfe" brauchst du mir nicht zu kommen ^^; Letztere dienen lediglich dazu einen ansprechend und harten Kampf zu zeigen nicht mehr und nicht weniger. Und durch Squenzen (selbstablaufende Szenen oder Einschnitte) wird die Handlung die hinter dem Kampf steckt weitergesponnen und im Fokus gehalten.

    Geändert von Daru (22.07.2010 um 16:14 Uhr)

  7. #7
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Man kennt die Handlung, man weiß wie man den Endgegner am besten besiegt, man weiß wo die Bonusgegenstände liegen, man weiß wie man die Rätsel löst. Das Spiel verliert also seinen Reiz.
    Für mich besteht der Reiz meines Spiels nicht darin, alles mögliche zu erkunden/kennen zu lernen, sondern die eigene Welt visuell nochmal (geschweige denn immer und immer wieder) zu erleben.

  8. #8
    Zitat Zitat von Daru Beitrag anzeigen
    Da widersprech ich. In dem Punkt geb ich gern zu dass ich egozentrisch bin. Ich will mich selbst mit meinem Spiel glücklich machen, vollkommen unabhängig davon ob es irgendeinem anderen jetzt gefällt oder nicht. Das von mir erschaffene zu sehen und mich selbst daran zu erfreuen ist toll. Ich les auch immer wieder gerne manche Texte, die ich geschrieben habe und flüchte mich so wieder in die dort beschriebene Welt und lasse mich von der Stimmung, die sie transportiert mitreißen... Hach.. ich mag meine Gedanken *sich knuddel*
    Du machst also Spiele mehr oder weniger dafür, dass du sie danach spielen kannst und nicht die anderen. Dass du dich an deinem Spiel erfreuen kannst.

    Ich gebe dir ja nicht ganz unrecht, dass man sich, wenn einem etwas gefällt, Musik, bestimmte Charsets, was-weiß-ich, vielleicht jetzt nicht so von den anderen reinreden lassen sollte. Doch sei mal ehrlich: Wofür macht man ein Spiel? dass irgendein anderer das Spiel spielen kann. Sei es nun der beste Freund, User des Forums oder sonstwer. Übrigens bist du, wenn du dich selbst mit einem Spiel glücklich machen willst auch in gewisser Weise auf andere Spieler angewiesen.

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