Damn. Ich weiß nicht, ob ich das mal erzählt habe, aber meine Familie hat letztes Jahr ein kleines, aber feines Grundstück auf einem Berg gekauft. Darauf steht schon seit 20 Jahren der Garten von meinen Großeltern, in dem ich viele, viele Sommer als Kind verbracht habe. Ich habe zu diesem Garten eine sehr enge Beziehung und ich liebe dieses Grundstück mehr, als es vernünftig ist. Wir arbeiten gerade daran, es auszubauen (wichtigster Punkt auf der Tagesordnung: Vernünftiges Internet. Und vielleicht Abwasser) und irgendwann mal soll da ein kleines Häuschen draufkommen. Ist echt schön da.

Auf dem Grundstück steht ein Monster von einem Baum. Er türmt über dem ganzen Berg, steht im Prinzip an der höchsten Stelle und wirkt dadurch noch einmal eine ganze Ecke größer, als er es mit seinen 50 Metern sowieso schon tut. Diese Fichte ist Jahrhunderte alt und war für mich immer das (sprichwörtlich) Größte. Für mich gehört dieser Baum zur Familie wie sonst nichts. Lacht ruhig. Ich hänge an diesem Baum.



(Auf dem Bild kommt die schiere Größe des Baums nicht so gut rüber. Aber abseits von Google Maps habe ich gerade keine Bilder zur Hand.)

Gestern gab es eine Windhose. Und nach unzähligen Jahrzehnten, kletternden Kindern und verzweifelten Stutzversuchen ist die Fichte jetzt Geschichte. Der Baum hat sich der schieren Zerstörungswut des Wirbelsturms gebeugt und ist gefallen. Und er hat meiner Familie dabei einen letzten Gefallen getan: Statt au die Straße zu fallen oder auf ein Nachbargrundstück oder gar das kleine Häuschen hat er es geschafft, genau den kleinen Fleck zu treffen, an dem er friedlich liegen kann. Er hat zwei weitere Apfelbäume auf dem Weg mitgenommen, aber die sollten sowieso irgendwann weichen. Ansonsten hat uns der Sturm weitesgehend verschont, hier und da sind ein paar Fenster beschädigt und ein paar Blumenbeete zerwühlt, aber nichts dramatisches. Und zum Glück ist auch niemand zu Schaden gekommen.

Ich bin echt traurig deswegen. Und heule. Wegen einem alten Baum.