Ich schon wieder. (Demnächst auch in ihrem Kino: M. -- Days of Ranting. Tage des Zorns.)
Noam Chomsky ist der komplette Abfuck eines Geisteswissenschaftlers. Ich meine, er hat bestimmt einiges zum Wissen der Welt beigetragen, das will ich gar nicht bestreiten, und die Diskurse, die er hervorgerufen hat (die sich richtigerweise in vielerlei Hinsicht gegen ihn wenden), sind fruchtbar. Aber wie bitteschön kann man diesem Mann auf politischer oder philosophischer Ebene Gehör schenken? Er ist ein Utopist, macht aus der Luft gegriffene Vergleiche und scheint davon auszugehen, dass der Mensch ohne Kultur möglich ist.
Zitat: "In the 1920s [...] Germany was the peak of Western civilisation. There were [...] highly functioning democratic institutions."
Abgesehen davon, dass er im Kontext dieser Aussage das medielle Broadcasting des politischen rechten Flügels mit der Propaganda im Dritten Reich vergleicht: Ist der Mann dumm? Spitze der westlichen Zivilisation? Hochgradig funktionierende demokratische Institutionen? Über welchen Teil der Republik der 20er-Jahre sprechen wir bitteschön ...
Und hat mal jemand seine Dialoggespräche angeschaut? Leute an die Wand quatschen, weil sie keinen vernünftigen Gedanken formulieren können, weil der ungeduldige kleine Noam immer reinfaselt, bis einem die Hutschnur platzt. Oder er sitzt da, pusht seine dämliche Agenda über den unkultivierten Menschen, hat offenbar für alles genau den richtigen Plan (den haben Utopisten ja immer), Foucault (!) relativiert seinen Standpunkt, fügt ihm vollkommen relevante Aspekte hinzu, formuliert, warum Chomskys Denke in Konsequenz nicht funktionieren kann -- und der Mann sieht das als Bestätigung für seine Agenda. Das ist Blindschützen-Populärwissenschaft. Oder wenn er über religiöse Motivationen spricht, als wären sie monokausal und exklusiv für Geschehenes. Als wäre der Diskurs über Religion in den USA nicht schon an seinem Tiefpunkt angekommen, nein, da kommt ein Chomsky daher und buddelt, nobel wie er ist, ein tiefes Loch, damit man in diesem Wahnsinn auch ja kein Licht mehr sieht.
Oder die generative Grammatik. Im Endeffekt sagt er, dass jeder Mensch mit essentiellen sprachlichen Fähigkeiten auf die Welt kommt; Sprache als Muttermilch-Effekt. Dass die menschlichen Sprachen auf vielfältige Weise arbiträr strukturiert sind, ist egal, es gibt ja eh nur die westlich-angelsächsische Zivilisation. Und darüber hinaus ist es wunderbar unmöglich, das irgendwie empirisch zu überprüfen. Falsifizierbarkeit = 0. Wissenschaft für Selbstdarsteller. Wie soll man mit so einem Menschen reden?
Es gibt eine Welt, die ich gerne Chomskys Schlaraffenland nenne. Wo der unkultivierte Mensch (also jemand, der niemals Kommunikation erfahren hat) möglich ist und wo es keinen Gesellschaftsbegriff gibt: Geistig gesehen lebt Chomsky im Outback des menschlichen Denkens. Das ist eine lustige Welt, wo die conditio humana (also das Schicksal des Menschen, Mensch zu sein und das Menschsein in der Entfremdung begreifen zu müssen, das große Denker und brillante Geister seit Jahrhunderten beschäftigt) kein Thema darstellt. Übertragen: Wir kennen alle diese Art Comicfigur des personifizierten Todes, der einen Menschen berührt, der dann tot umfällt, und der eine Pflanze berührt oder über Gras läuft, und es folgt sofortiges Verdorren (was, wie wir wissen, nicht möglich ist). Mir ist dabei bewusst, dass das aus visuellen Beweggründen passiert, man kann ja schlecht den Sterbeprozess einer Pflanze darstellen, die Zeit hat man gar nicht. Aber rein logisch würde das die Vermutung einschließen, dass Pflanzen eine Art Essenz besitzen, die den Organismus nach dem Tod verlässt. Oder, ähnlich gedacht, dass der Mensch eine Art Seele hätte -- die sofort zur Sprache befähigt und die von der pösen Kultur geknechtet wird. Und darum geht es in Chomskys Schlaraffenland: Plötzlicher Seelentod eines unkultivierten Menschen. Gesellschaft als historischer, nicht wünschenswerter Rest.
It was then, sadly, that I discovered, that DuckTales ist more advanced scientifically than Noam Chomsky. (Ich meine, im Ernst ... lass ihn halt Professor an einer renommierten Universität sein, lass ihn als Linguist im Bereich von konstruierten Sprachen ne große Nummer sein, lass ihn von mir aus ein guter Mensch sein; aber der Mann ist dämlich und benutzt seinen Namen wie eine besonders billige Hafennutte.)





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