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Aber ist das wirklich so? Gleich schon im ersten Teil lässt sich Cypher, Judas-Figur hin oder her, auf eigenen Wunsch wieder in die Matrix einklinken, weil er die in mancher Hinsicht noch viel üblere Realität satt hat - was auch schon von Anfang an so angedeutet wurde. Was hat man von "echtem" Essen, wenn es halt ekelig schmeckt ^^ ? Was hat man von Freiheit, wenn die Welt am Arsch und die Illusion im Vergleich dazu paradiesisch ist und authentisch gefühlt wird? Offene aber relevante Fragen. Den Dialog, den er bei dem Verräter-Gespräch im Restaurant führte, war im Zusammenhang imho super-faszinierend. Wie war das noch? "Unwissenheit ist ein Segen." glaube ich. Wenn ich mich recht erinnere, argumentierte er sogar, dass diese künstlichen Dinge für ihn genauso real oder sogar realer seien als der Kram außerhalb der Matrix. Wer weiß, wie viele Leute in Zion genauso denken? Der einzige ist er bestimmt nicht.
Eines der Probleme ist auch Morpheus Rekrutierungsmethode, wie in diesem Comic dargestellt:



"Ich beschränk mich auf geheimnisvoll klingende aber nichtssagende Andeutungen, bis du dich entschieden hast, unserer Rebellengruppe beizutreten."

Wenn ich mich recht entsinne, spricht Cypher das ebenfalls an.
Würde mir jemand sagen: "Die Realität ist nicht echt. Tritt stattdessen unserer Gruppe bei, dann bist du in der echten postapokalyptischen Realität, in der es kein Sonnenlicht gibt, ebensowenig wie irgendwelche zivilisatorischen Annehmlichkeiten, und bloß Gebete alles davon abhalten, um uns herum auseinanderzufliegen. Aber dafür haben wir coole Technopartys!" würde ich ihm die blaue Pille aus der Hand reißen und mir am nächsten Morgen ein Ticket für Disneyland kaufen...