Meine Güte, was haben die Jungs von Strato mit ihren Servern gemacht? Ich soll für einen Kunden dessen Website neu machen. Die bisherige Seite läuft über einen Webhostingtarif von Strato für 20 Euro im Monat mit 2 GB Webspace, unbegrenzt Traffic, 6 MySQL Datenbanken, 500 Mailadressen, 3 Inklusivdomains und SSH-Zugriff. Also nicht schlecht für ein kleines Unternehmen, das seine Website quasi nur zur als digitalen Katalog ohne online-Bestellservice nutzt.

In freudiger Erwartung hab ich mich auf der Shell eingeloggt und ein bisschen umgeschaut. Hier fängt der Horror an:

1. Dateiberechtigung/Homedir
So wie es aussieht, haben die den htdocs Ordner als Homedir gesetzt. Ich habe also keine Chance, ein paar Dateien für Besucher unzugänglich abzulegen, ohne mich gleich mit .htaccess rumzuschlagen.

2. Ruby on Rails
Es gibt einen Ordner cgi-bin, der wohl auch korrekt konfiguriert ist und Ruby ist
installiert. Sogar in einer ziemlich aktuellen Version. Das lädt doch förmlich dazu ein, die Seite mit Rails zu schreiben. Dummerweise ist Rails aber nicht installiert. Rubygems auch nicht, ich kann also nichtmal Rails als gem im Homedir installieren.

3. Buildumgebung
Ich dachte mir, ist alles kein Problem. Es ist ja kein Beinbruch, rubygems selber zu installieren. Zumindest in der Theorie. Das Installationsskript bietet offensichtlich keine komfortable Möglichkeit an, einen Präfix anzugeben. Stattdessen orientiert es sich daran, wo Ruby liegt. Ich müsste also auch noch ein eigenes Ruby installieren, was ich nicht kann, weil man mir weder einen C-Compiler noch make zur Verfügung stellt und ich nicht an Ruby Binärpakete für Solaris rankomm, die ich ohne Rootrechte installieren könnte.

4. RVM
Für genau solche Einsatzgebiete gibt es RVM. Eine komplette Umgebung mit Ruby, rubygems und Rails, die man ohne Rootrechte installieren kann. Besagt zumindest die Theorie. Das Installationsskript verwendet diverse Befehle, die ich offensichtlich nicht ausführen darf (etwa export, whoami und derart sicherheitskritische Dinge) und setzt zudem auf GNU-spezifische Flags wie zum Beispiel grep -q (heißt auf non-GNU grep -s)

Ich hab die Schnauze voll, rumzuexperimentieren. Ich hab den Support angeschrieben, wie das aussieht. Ich werde ja wohl mit einer Kundennummer im mittleren sechsstelligen Bereich nicht der erste sein, der Rails verwenden will. Wenn die mir keine Antwort liefern können, muss sich mein Kunde entscheiden, ob er auf ein anderes Hostingpaket umsteigen will (was mit Mehrkosten verbunden wäre) oder ob er mir einen Aufpreis zahlt, damit ich ihm seinen Kram in PHP schreib, was für die Art von Anwendung erheblich mehr Aufwand wäre.