Hier wäre dann der nächste Teil des Romans, schließt direkt an den ersten an! ENJOY!

Er ließ die Plattform herunterkommen und fuhr wieder nach oben. Tifa, er konnte sich noch ein bisschen mit ihr unterhalten, schließlich hatten sie sich schon ewig nicht mehr gesehen. Sie hatte auf einem der Barhocker platz genommen und redete zärtlich auf Marlene ein, Barrets Tochter, gerade drei geworden, die sie auf dem Schoß hielt. Sie hörte die Plattform hochkommen, und drehte sich nach ihm um. "Cloud, da bist du ja wieder!" Sie fuhr sich durch das glänzend schwarze Haar. Auch Marlene hatte ihn bemerkt, und stieß ein freudiges Glucksen aus. "Ich wollte dir noch etwas erzählen!" fuhr Tifa fort. "Weißt du noch, damals, es sind inzwischen sieben Jahre verstrichen, als wir noch kleine Kinder waren und in Nibelheim lebten?" Sie sah ihn mit leuchtenden Augen an. Cloud blickte irritiert zu Boden. Nibelheim, ihre Geburtsstadt, in welcher sie aufgewachsen waren, aber worauf wollte sie hinaus? "Wir saßen zusammen auf dem Turm in der Mitte des Marktplatzes, Cloud, und haben uns die leuchtenden Sterne hoch droben im Himmel angesehen, nur wir beide, du und ich." Cloud nickte, während er sich mit der rechten Hand den Kopf kratzte. "Du hast damals zu mir gesagt, dass du zu Soldat gehen würdest. Aus dir sollte ein spitzen Kämpfer werden, ein Ritter erster Güte, sozusagen. Dein großes Vorbild damals war Sephiroth, der stärkste bei Soldat, den es je gegeben hat. Du wolltest sein wie er. Und dann, wenn du ein richtiges Mitglied bei Soldat wärst, würdest du zurückkommen, um mich zu beschützen!" Ihre Augen leuchteten wie gleißende Smaragde. Cloud sah hoch. Er hatte es wieder vor Augen. Was für ein romantischer törichter Trottel war er doch in seiner Jugend gewesen. "Und hier bist du also!" Tifa neigte den Kopf in seine Richtung, wobei ihr ein paar Haarsträhnen über das Gesicht fielen. "Ja... ," murmelte Cloud. Er begann sich komisch zu fühlen. Hinter sich hörte er ein gereiztes Schnaufen. Als er sich umblickte, konnnte er Barret sehen, welcher sich an den Leitungsrohren die in das Versteck hinabführten nach oben hangelte, und dabei erregt vor sich hingrummelte. Seine Brust hob und senkte sich in beängstigender Weise, als er vor Cloud stehenblieb. "Also gut, denke, wir treffen uns dann vor Sektor Sieben!" Er sprach den Satz sehr gedehnt aus. Cloud runzelte die Stirn. "Haben wir das Geschäftliche schon geklärt?" "Wie?" Barret sah ihn verdutzt an. "Das selbe wie beim ersten Auftrag, denke ich doch!" "Irrtum!" Cloud reckte den Kopf noch ein Stück höher, und sah zu dem gut einen Kopf größeren Barret hinüber. "1000 Goldmünzen mehr sollten drin sein!" "Was, bist du des Wahnsinns?" Barret ließ seine kräftigen Arme wild durch die Luft sausen. "Das Geld ist für die Ausbildung meiner Tochter bestimmt!" Er schäumte vor Wut, und Tifa sah mit Besorgnis, wie dicht der schwere Maschinengewehrarm vor Clouds Kopf wild kreisende Bewegungen vollführte. "Ihr könnt gern ohne mich gehen." Cloud schritt auf den Ausgang zu. "Stopp!" Du sollst dein Geld ja haben!" Das Kreischen Barrets erreichte ihn gerade noch, bevor er die Tür hinter sich zufallen ließ. Tifa blickte ihm verwundert nach. Enttäuschung lag in ihren großen, grünen Augen. Marlene hatte der Lärm zum Weinen gebracht. Sie klammerte sich an Tifa und legte ihren kleinen Kopf an deren Brust.

Sie fuhren mit der Bahn, welche sich in Serpentinen um den Hauptträger im Zentrum Midgars an den Sektoren vorbeiwand durch die düsteren Tunnel in Richtung des Sektor 5, in welchem auch der Reaktor stand, dessen Schicksal als nächstes besiegelt werden sollte. Jeder der acht Sektoren besaß einen solchen Reaktor, der ihn mit Strom versorgte. Cloud lehnte sich auf der Lehne der Sitzbank zurück, und hing alten Erinnerungen nach, die er in Gedanken erneut an sich vorbeilaufen ließ. Wie war das? War er Soldat, der militärischen Organisation der Shinra wirklich nur beigetreten, um Tifa zu imponieren? Was hatte ihn eigentlich dazu bewogen, Soldat den Rücken zu kehren, und zur Gegenseite überzulaufen? Barret, Wedge, Biggs und Jesse sprangen von ihren Sitzen auf. Der Zug war von dem ohrenbetäubenden Lärm einer Sirene erfüllt. Die anderen Passagiere, die sich mit ihnen in das Abteil gedrängt hatten, schraken ebenfalls aus ihren tristen Alltagsgedanken auf. Ein erregtes Murmeln und Beben lief durch die Menge der bunt durcheinandergewürfelten Passagiere. Jesse, eine Frau mit einem abgeklärten Äußeren, dass im Zusammenspiel mit ihrer Kleidung einen martialischen Ausdruck zur Geltung brachte, blickte zu Barret. Ihre Lippen formten unausgesprochene Worte. Barret nickte stumm. Dann brach er wie ein Bulldozer durch die Menge, die wie Streichhölzer vor ihm auseinanderbrach. Cloud und die anderen sprangen ihm hinterher. Schreie, teils Zorn, teils Verwirrung, begleiteten sie auf ihrer Flucht durch die Waggons. Hinter ihnen ging die gegenüberliegende Abteiltür auf, und jemand betrat den Waggon. Cloud wusste es, sie waren keine Sekunde zu früh losgerannt. "Bleiben sie stehen!" Plärrte eine Stimme hinter ihnen, welche trotz ihres militärischen Tons der Lächerlichkeit preisgegeben war. Barret boxte sich voran durch die Abteile des Zuges. Am Ende des letzten Waggons hielt er, heftig schnaufend, inne. "Hört zu, wir springen! Dann treffen wir uns vor dem Reaktor wieder. Jeder versucht, sich durchzuboxen. Und vergesst die Wachen nicht." Er trat auf das Steigbrett am Ende des Zuges, und sprang in die Dunkelheit. Gleich darauf taten es ihm Cloud und die anderen gleich.