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Thema: "Der Held ist Hetero"

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat
    Wir ändern die sexuelle Ausrichtung und machen aus diesen beiden Szenen zwei Begegnungen zwischen Männern. Das Spiel an sich würde sich nicht ändern. Die sexuelle Ausrichtung trägt nichts zur Handlung bei, nichts zum Spielgefühl, nichts zum Gameplay. In beiden Fällen.
    Warum sollte man es dann machen, wenn du selbst sagst, dass es nichts bringt?

  2. #2
    @ Kelven
    Ich kann das kaum beantworten, denn Mangas interessieren mich nicht sonderlich. Richten sich diese Schwulencomics denn vorwiegend an die Homo-Szene und Mädchen lesen das nur zufällig mit? Oder sind solche Mangas überhaupt eher für Mädchen (ich tippe mal auf eine Leserschaft zwischen 12-17 Jahren) konzipiert? Auf den Maker bezogen: Wenn man den schwulen Helden in der Kleinmädchenkitschversion auslegt, kann er für junge Frauen sogar sehr interessant sein; also ein gefühliger Junge, von dem sich ein Mädchen aber nicht bedrängt fühlen müssen, da er eh keinen Sex mit ihr haben will.
    Dass zwei Frauen die wenigsten Männer stören würden, unterschreibe ich sofort und lasse meinen Vorschlag der schwedischen Saunagazellen weiterhin im Raum stehen.

    @ Raknar
    Wenn man mal von einem Tuntentrash-Spiel absieht, wird der schwule Held genauso wie der normale kämpfen, den Weg von A nach B genauso zurücklegen wie sein heterosexuelles Äquivalent und auch nicht anders mit den NPCs reden. Darum sehe ich ihn in seiner Homosexualität als belanglos an. Es sei denn, das Spiel nimmt den Teilaspekt in den Blick, der das schwule Dasein als solches relevant macht. Hier griffen dann eben die genannten ästhetischen Einschränkungen.
    Und ob ein Makerspiel das richtige Medium für Outdingdramen am Lagerfeuer ist, beäuge ich auch skeptisch. So etwas sehe ich lieber in Programmkinos und Spartenliteratur aufgehoben. Dort weiß man von vornherein, dass man nur Minderheitengeschmäcker bedient und erspart sich Wehklagen über die enttäuschende Resonanz in der Breite.

    @ Miau
    Die Allreise ist nun ein ungünstiges Beispiel, denn im weiteren Spielverlauf gibt es eine Romanze unter den Gefährten - und nein, nicht zwischen Mackwitz und der Kreatur. Ein schwuler Soldat würde unter der Sondersituation des männerbündischen Kasernenlebens mit haufenweise Heterosexuellen auch nicht einfach so durchgehen. Nähme man die Homosexualität ernst und propfte sie der Figur nicht nur als Behauptung auf, müsste man die dort entstehenden Konflikte thematisieren. Der Held wäre ein anderer, sein Umfeld ließe ihn anderes agieren. Es macht halt doch etwas aus.
    Aber erstelle doch ein Spiel über das alte Sparta, dann müsste man nämlich begründen, warum sich der Kriegerheld der dortigen institutionalisierten Homosexualität entziehen konnte - sofern man ihn denn spielnormal belässt - oder bräuchte nicht eigens zu begründen, warum er denn schwul ist. In so einem Ausnahmekontext wäre der Schwule der Normale.
    Nur mache eines nicht: Eine dröge Toleranzunterweisung in pädagogischer Absicht.

  3. #3
    Zitat Zitat von real Troll Beitrag anzeigen
    @ Kelven
    Ich kann das kaum beantworten, denn Mangas interessieren mich nicht sonderlich. Richten sich diese Schwulencomics denn vorwiegend an die Homo-Szene und Mädchen lesen das nur zufällig mit? Oder sind solche Mangas überhaupt eher für Mädchen (ich tippe mal auf eine Leserschaft zwischen 12-17 Jahren) konzipiert?
    Zweiteres. Diese Manga zeigen eine total idealisierte und romantisierte Form einer Beziehung zwischen Kerlen. Mit "richtiger" Homosexualität hat das in meinen Augen relativ wenig zu tun, und ist eigentlich auch für keinen einzigen meiner Kumpels interessant.

  4. #4
    Die Frage ist ja auch wirklich, wie genau man die Sexualität des Helden jetzt im Spiel einbaut. Also wie man das vermittelt und inwiefern es die Handlung beeinflusst.

    Was mir persöhnlich da am besten gefallen würde, wäre wenn Homosexualität einfach nur ein weiterer Charakterzug des Helden ist. Er ist zwanzig Jahre alt, geübter Bogenschütze, hat zwei kleine Geschwister, steht auf Männer und in seiner Freizeit spielt er Gitarre. Kein Drama oder sonst irgendwas. Auch keine großen Szenen, in denen er seinen Freunden am Lagerfeuer sein großes Geheimnis beichtet oder sonst irgendwas. Garantiert kein Angraben von 80% aller männlichen NPCs oder alle zwei Sätze erwähnen, wie sehr er doch auf Männer steht. So was sieht man praktisch nie, dabei wäre es definitiv die realistischste Herangehensweise. Hätte dazu noch den Vorteil, dass sich wahrscheinlich deutlich weniger Leute darüber beschweren würden.

    Ich hab das einmal wirklich gut umgesetzt gesehen, falls wer Kinetic Cipher Again kennt (inzwischen gecancelt). Ein Gruppenmitglied ist lesbisch, wirklich erwähnt wird das überhaupt nicht. Es gibt ein paar Stellen, wo sie ihre Freundin erwähnt, einmal reagiert jemand leicht verwirrt darauf, das ist alles.

  5. #5
    Man muss diese "Homosexualität" gewisserweise rüberbringen können und das auch mit Glaubwürdigkeit.
    Wenn man Klischeehafte Homosexualität rüberbringt, könnte man ja durchaus was falsches damit erreichen.
    Homosexualität ist mMn noch ein unberührtes Thema, was auch mit Angst verbunden ist, solche Themen sprießen nicht im Rampenlicht. Gleichgeschlechtliche Liebe wird nicht so in der Öffentlichkeit gern erzählt, weil doch recht viele Menschen darauf reagieren und meistens Abstand nehmen.

    Protagonisten stellen einen gewissen "I"-Tüpfelchen in dem Game dar, oft wird mit solchen "Tabu"-Sachen die Ernstlichkeit/Darstellung vermiest. Schließlich rennt man mit dem Helden (meistens) den ganzen Spiel rum und wenn der schon von Anfang an im RPGS eine gewisse "ernsthafte"-Darstellung bietet, kann noch so eine gute Story das nicht wettmachen.
    Deshalb, muss man wie oben beschrieben einen Homosexuellen auch gut rüberbringen können.

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