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Drachentöter
Bones konnte nicht schlafen. Seine Gedächtnislücken machten ihm auch sehr zu schaffen. Brauchte er eigentlich noch zu schlafen? Wann hatte er eigentlich das letzte Mal geschlafen? Er wälzte sich ein paar mal hin und her.
Irgendwann nahm er sich einen Beinknochen und fing an, gelangweilt ein Lied auf seinen Rippen zu klimpern.
"Rotauge?" fragte er einfach in die Dunkelheit. "Rotauge? Rotauge Rotauge Rotauge?" Keine Antwort. War er schon eingeschlafen?
Bones entschloss sich, noch eine Runde zu drehen. Er stand auf und flog auf die Nase, dann erinnerte sich daran, sein Bein erst wieder richtig einzusetzen.
Anschließend tapste er über den Gang Richtung Treppenhaus und zur Rezeption, die zeitgleich auch ein Kneipentresen war, wie es in diesen Multifunktionstavernen heutzutage Brauch war.
Es herrschte immer noch gute Stimmung. Die Leute sangen, lachten, tranken und spielten Spiele. Das fand Bones lustig, das wollte er auch machen.
Er suchte sich einen Tisch, an dem neben zwei Menschen noch ein Keaton und ein vermummter Kerl, offenbar ein schlechtgetarnter Pyromagus, saßen.
"Hey ho!" stieg Bones ein. "Ist hier noch frei?" Ohne eine Antwort abzuwarten, setzte er sich hin.
"Na endlich", zischte der Keaton. "Wirrr dachten schon, du kommst nicht!"
Bones war verwirrt, aber coole Typen wie er ließen sich sowas nicht anmerken. "Ja nun, Überraschung, hier bin ich ja doch. Was geht?"
"Stdwch ht Sprrstnd! Brfll knn glch bgnnn!!" nuschelte der Pyromagus.
Bones sah ihn lange an, dann meinte er: "Äh, was?"
"Was ist los, Mann?" antwortete der Keaton. "Du weißt doch, dass es einem Eis-Pyrrromagus wie Frrrostujo in diesem verrrdammten Land zu warrrm ist! Seine Lunge würrrde schmelzen, würrrde errr den Mund öffnen!"
"Ach ja", sagte Bones und wandte sich sofort wieder Frostujo zu. "Was ich schon immer mal wissen wollte: "Warum eigentlich 'Eis-Pyromagus'? Weil, der Wortteil 'Pyro' würde ja eigentlich implizieren, dass es doch Feuer ist, und nicht Eis, oder? Und beides geht ja nicht? Außer, es ist eine kalte Flamme. Ist es eine kalte Flamme??"
"Theodorrr!" maulte der Keaton. "Halt den Rrrand, du lässt unserrre Tarrrnung noch auffliegen!"
"Ich muss so viel reden. Deine anderen beiden Freunde sagen ja gar nichts."
"Die sagen nichts, weil ich ihnen die Zungen rrrausgerrrissen habe, weil sie mir zu viel gequatscht haben!!"
"Ach so. Wie gut, dass du das bei mir nicht mehr machen kannst, nicht?"
"Sei einfach rrruhig, okay? Wirrr ziehen das jetzt durrrch!"
Plötzlich sprangen alle auf. Der Keaton sprang von seinem Schemel mit einem beachtlichen Satz auf einen angrenzenden Tisch und richtete eine Armbrust auf einen Gast und Frostujo verschwand im Boden und erschien dann neben der Eingangstür wie aus dem Nichts, gefror die gesamte Wand und schnitt somit den einzigen Weg aus dem Wirtshaus ab.
Die beiden stummen Gehilfen packten sich erstbeste, hilflose Gäste und hielten ihnen Messer an den Hals.
"Fürrr alle, die's noch nicht bemerrrkt haben", schrie der Keaton. "wirrr - das sind derrr gefürrrchtete Strrraßenrrräuber Akela (das bin ich) und seine Leute - überrrfallen Sie gerrrade alle und bedrrrohen Ihrrr Leib und Leben!"
Bones zog sich hinter dem umgeworfenen Tisch hervor. Was war los?
"Theodorrr!" fauchte Akela. "Pack dirrr den Wirrrt!"
Bones wusste nicht so ganz, was hier geschah, aber offenbar lag da eine Verwechslung vor. Wenn die Situation jetzt nicht eskalieren sollte, musste sich Bones schnell etwas einfallen lassen oder auf Hilfe hoffen...
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