Die späten 80er und die frühen 90er waren, mMn., die beste Zeit für Cartoons. Da liefen noch richtig klasse Cartoons und Anime in nicht bis zum Erbrechen bearbeiteten Fassungen im deutschen Fernsehen. Vor allem, zumindest habe ich das Gefühl, war die Kost damals deutlich anspruchsvoller, als das, was heute so kommt (zumindest von dem Kram, den ich kenne—was nicht viel ist).

Da gab's einen Haufen für Kinderserien sehr emotionaler Formate, wie zum Beispiel Lady Georgie oder Prinzessin Sara, und es gab Serien, die relativ komplex vom Aufbau und der Geschichte her waren (Nadia und der Zauberstein, Königin der 1000 Jahre). Natürlich gab es auch hirnloses Bumm-Bumm wie He-Man oder Galaxy Rangers, aber selbst das war irgendwie auf höherem Niveau als heutiges hirnloses Bumm-Bumm—vor allem, weil das Bumm-Bumm irgendwie immer öfter zensiert wird.

Irgendwie vermisse ich das heute. Die meisten neuen Formate, die zu uns kommen, sind entweder auf dummen Brachialhumor ausgelegt (Spongebob, etc.) oder so einfach gestrickt, dass sie jeder Depp verfolgen kann (Pokemon …). Auch auf Kontinuität innerhalb der Geschichte wird weniger wert gelegt, was vermutlich daran liegt, dass man aus pseudopädagogischer Verantwortung die Kinder nicht dazu zwingen will, jeden Tag um die gleiche Zeit vor dem Fernseher zu sitzen. Da machen sich Serien, in denen die Folgen unabhängig voneinander funktionieren, natürlich besser.

Die einzige mir bekannte aktuelle Serie, die auch ein wenig was fürs Hirn ist, und die mir gut gefällt, ist Detektiv Conan. Wobei da ja massiv dran rumgeschnitten wird, um sie fürs deutsche Kinderprogramm tauglich zu machen.