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Thema: Wo sind denn deine Eltern?

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Oft hat es guten Grund, dass Eltern weggelassen werden. Man kann so gewissen Problematiken aus dem Weg gehen. Beispielsweise würde jeder halbwegs intelligente Antagonist dann die hilflosen Eltern entführen/töten, um dem Helden zu schaden. Es reicht doch, dass bereits die Geliebte des Helden dauernd gerettet werden darf, da muss nicht noch ein "rette die Eltern" Plot in jedes Spiel kommen.
    Zudem spielen viele Geschichten in gefährlichen Welten, wo überall Monster lauern etc. Es ist nicht unnatürlich, dass es dann viele Waisen gibt. Auch war man im Mittelalter (was ja oft Vorbild ist) viel früher erwachsen.
    Meiner Meinung ist es daher nicht schlimm, wenn Eltern weggelassen werden. Natürlich, klug eingebaut, können sie eine Bereicherung sein, aber man hat dann halt neue Problematiken, mit denen man umgehen muss.

  2. #2
    Zitat Zitat
    Oder auch Quests.
    Sohn, du bist nun 18 Jahre alt. Daher BRING MIR 5 POGOPUSCHEL-OHREN.
    [Quest erhalten]

    Danke für die Ohren, mein Sohn. Nun TÖTE 10 KILLERBIENEN.
    [Quest erhalten]

    Danke, Sohn, du hast uns von der Killerbienenenplage befreit. Jetzt SAMMLE 15 MOOGLE-ANTENNEN.
    [Quest erhalten]

    ...

  3. #3
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Sohn, du bist nun 18 Jahre alt. Daher BRING MIR 5 POGOPUSCHEL-OHREN.
    [Quest erhalten]

    Danke für die Ohren, mein Sohn. Nun TÖTE 10 KILLERBIENEN.
    [Quest erhalten]

    Danke, Sohn, du hast uns von der Killerbienenenplage befreit. Jetzt SAMMLE 15 MOOGLE-ANTENNEN.
    [Quest erhalten]

    ...
    Und am Ende erzeugen sie damit den Stein der Weisen und übernehmen die Welt Herschaft!

  4. #4
    Ob man Eltern einbaut oder nicht, ist mir eigentlich recht egal. Nicht jedes Detail des Lebens muss als Spielelement herhalten; obwohl man das durchaus machen könnte - Und sei es um eine zusätzliche Sequenz und Questreihe aus dem Spiel zu kitzeln.

    Emotional gesehen gehen mir Videospiel-Eltern aber am Arsch vorbei. Ich vermute das liegt daran, weil mir zu Beginn eines jeden Spiels alles am Arsch vorbei geht.
    Kinder sterben? - Okay...
    Der Held steht im Zwist mit seinen Gefühlen? - Wenns ihm Spaß macht...
    Das Dorf wird von teuflischen Dämonen niedergebrannt und der Held verliert alles was ihm lieb und teuer ist? - Ist mir doch egal...
    Er ist endlich 16 und darf den Schwertkampf erlernen? - WUT (hier setzen dann doch wieder Emotionen ein )

    Ich will erstmal das Spiel kennenlernen und mich mit den Hauptcharakteren und der Spielwelt anfreunden, bevor ich großartige Emotionen aufbringen kann - bzw mich auf die Eltern des Protagonisten freuen kann und sie als Spieler selbst auch kennenlernen will. Daher würde ich sie nicht gerade am Anfang einbauen. Kann aber auch jedem anders gehen; ich denke jedenfalls so darüber.

    Also letztendlich muss ich sagen:
    Eltern sind nicht spielentscheidend, außer sie sollen es sein, und daher als Frage ihrer Existenz etwa so spannend wie die Frage, wieso man nie sieht, wie die Protagonisten aufs Klo gehen.

    [Tm]

    Geändert von TrueMG (08.02.2010 um 14:45 Uhr) Grund: Rechtschreibüng

  5. #5
    Zitat Zitat von lucien3 Beitrag anzeigen
    Oft hat es guten Grund, dass Eltern weggelassen werden. Man kann so gewissen Problematiken aus dem Weg gehen. Beispielsweise würde jeder halbwegs intelligente Antagonist dann die hilflosen Eltern entführen/töten, um dem Helden zu schaden.
    Ach ja, man schlägt einfach das Telephonbuch auf und fährt dann über gut beschilderte Straßen zur entsprechenden Hausnummer.
    Selbst der Terminator musste sich damit begnügen, alle Sarah Conner umzubringen aber das pseudomittelalterliche Fantasyimperium ist Nachrichtendienstlich besser ausgestattet als der absolute Computerherrscher der Zukunft...aye.
    Lasst uns mal nicht darüber sprechen, dass der Terminator die fixierte Ortographie voll ausnutzen konnte. Woanders würde jedes Familienmitglied den Familiennamen anders schreiben und den einen Zweig vom anderen zu unterscheiden wäre sehr schwer. Hier hilft natürlich, dass Fantasy im allgemeinen nur Kernfamilien kennt ungemein.

    Lass mich das ganze noch mal auflisten: Entführungen sind ökonomisch weil:
    - Distanz keine Rolle spielt und Transport von allem recht problemos ist
    - Die Populationsdichte außerhalb von drei oder vier Orten gleich null ist
    - Die Bösewichte annähernd so allwissend und allmächtig wie die Autoren sind
    - Die Orthographie der Namen fixiert ist
    - Alle Familien Kernfamilien bestehend aus zwei Generationen sind. Glücklich, wer noch einen Großelternteil hat.

    Ja, unter diesen Umständen ist jemanden nicht zu entführen eine Dummheit.

    Zitat Zitat
    Zudem spielen viele Geschichten in gefährlichen Welten, wo überall Monster lauern etc. Es ist nicht unnatürlich, dass es dann viele Waisen gibt.
    In einer Welt, wo dich sogar die Kräuter im Garten fressen wollen ist es nicht unnatürlich, dass Kinder unbeaufsichtigt überleben.

    Zitat Zitat
    Und schon mal überlebt, dass der Held auch soziale Bindungen außerhalb des eigenen Dorfes haben könnte? Durch die Eltern, durch Verwandte oder durch Reisende wie Gaukler oder Händler.
    Was ich nur dann als interessant empfinden würde, wenn Wölfe und wandernde Pflanzen kein Geld mehr fallen lassen würden und die beste Ausrüstung nicht in Kisten im Gelände herumsteht. Wenn ich daran denke, dass sich Wen Zhengming und Albrecht Dürer über Bekanntschaften und Aufträge durch China und Europa gehangelt haben, frage ich mich wieso man es in Spielen nicht auch so machen sollte.

  6. #6
    In meinem aktuellen Projekt (kA obs überhaupt irgendwann fertig wird) hab ich das mit voller Absicht eingebaut. Ich lass den Hauptprotagonisten davon reden, dass seine Eltern tot sind nur damit diese ihn später quicklebendig nerven können ^^ (eine recht lebhafte Mutter mit einem Hang zu bissigen Scherzen ist geplant). Während die Eltern von einem der anderen Protagonisten tatsächlich tot sind. Durch seine eigenen Hände. (Aber was will man auch machen wenn die Eltern auf Ideen kommen wie ihm das Erbe vorzuenthalten weil man mit Dämonen verkehrt?)
    Generell mag ich alles, was den Helden Hintergrund verleiht. Allerdings sind meine Helden dadurch auch recht Antiheldenhaft und bekämpfen das Böse aus recht eigensinnigen Gründen, sprich ich breche absichtlich mit einigen üblichen Dingen.

    Zitat Zitat von lucien3 Beitrag anzeigen
    Oft hat es guten Grund, dass Eltern weggelassen werden. Man kann so gewissen Problematiken aus dem Weg gehen. Beispielsweise würde jeder halbwegs intelligente Antagonist dann die hilflosen Eltern entführen/töten, um dem Helden zu schaden. Es reicht doch, dass bereits die Geliebte des Helden dauernd gerettet werden darf, da muss nicht noch ein "rette die Eltern" Plot in jedes Spiel kommen.
    Für ein Spiel, das sich nicht auf den Plot zentriert, gebe ich dir absolut recht.
    Ansonsten ists eine Faulheit, die einen Aspekt rausnimmt, den man wunderbar zur Charakterentwicklung hätte nutzen können sowie zur Plotentwicklung - Helden mit anderen Motiven als nur "besiege das Böse". Was aber wie gesagt natürlich nicht in jedes Spiel passt.
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Selbst der Terminator musste sich damit begnügen, alle Sarah Conner umzubringen aber das pseudomittelalterliche Fantasyimperium ist Nachrichtendienstlich besser ausgestattet als der absolute Computerherrscher der Zukunft...aye.
    Ich hab mir den Gedanken mal durch den Kopf gehen lassen - so ein Computerherrscher sollte das tatsächlich wissen.
    Äh aber davon abgesehen: Der Computerherrscher in Terminator schlägt ja sozusagen in alten Unterlagen nach. Das ist in keinster Weise mit echter Nachrichtendienstarbeit vergleichbar, zumindest wenn wir uns nicht in einer Informationsgesellschaft befinden (in dem Fall lebte Sarah Conner nicht in einer solchen Gesellschaft, auch wenns der Computerherrscher tat) - ich meine, so ein Fantasyheld mit Eltern besucht die Eltern doch wohl auch mal. Und einen Menschen zu beschatten um derartige Schwächen herauszufinden müsste auch für ein Fantasyimperium ohne weiteres möglich sein. Zumindest wenn man nicht ausschließlich über Skelettarmeen verfügt oder so. Kommt hinzu, dass solche Fantasyimperien über Dinge wie Dämonen mit anderen Wahrnehmungs- und Tarnfähigkeiten verfügen oder Kristallkugeln oder blablub
    Zitat Zitat
    :
    - Distanz keine Rolle spielt und Transport von allem recht problemos ist
    In Computer-Fantasies ist das doch oft tatsächlich so - zumindest für die Bösen mit ihren fliegenden Irgendwassen
    Zitat Zitat
    - Die Bösewichte annähernd so allwissend und allmächtig wie die Autoren sind
    Sind sie meist tatsächlich. Ja, nicht unbedingt realistisch, aber so sind sie nunmal designt
    Zitat Zitat von Karl Beitrag anzeigen
    Warum werden hier eigentlich lebende Eltern andauernd mit Stuhlgang gleichgesetzt?
    Pubertäre Rebellion? ^^^
    Zitat Zitat
    Sohn, dein Bruder hat sich das Bein verstaucht. Geh zum Arzt und hol Medizin. Bei der Gelegenheit, verkauf gleich mal die Rüben.
    "Aber Mami, ich muss doch die Welt vor dem absoluten Bösen retten!" - yeah ^^
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Bei all den genannten Aufgaben fällt mir allerdings eines auf: ICH BIN EIN HELD UND WILL DIE WELT RETTEN, NICHT ALS LEIBEIGENER VON ZWEI ALTEN SÄCKEN AUF EINEM GAMMELIGEN BAUERNHOF SCHUFTEN!
    Wenn man drüber nachdenkt - praktisch genau das war die Ploteinleitung in Kung Fu Panda

    Zitat Zitat von Themetal Beitrag anzeigen
    Protagonisten sind doch nicht geboren worden und sagen sich, dass sie selbst der Supercheckerheld sind, die die Welt retten müssen. Sie sind für gewöhnlich normale Menschen, die ihrem täglichen Alltag nachgehen.
    Jein. Das ist abhängig davon, wie du den Charakter aufbaust.
    Denn gerade dieses "Ich will KEIN Bauer sein sondern als Abenteurer in die Welt ziehen" ist doch Motivationsgrundlage Nummer 1, sofern der Held so eine besitzt.
    Ein Held, der von vorneherein nach nichts "Höherem" strebt, kann kaum motiviert werden, da braucht man schon harte Klischees wie den Dämon, der sein Dorf abfackelt.
    Ich red hier nicht davon, jeden Helden gleich als "freien Helden" starten zu lassen, reicht ja sowas wie "Ich geh ins Militär" und dort entwickelt sich der Held erstmal bevor er der typische freie Held wird
    Zitat Zitat von Owly Beitrag anzeigen
    Ernsthaft, leitet ihr Stories aus Charakterkonstellationen (und all dem anderen Firlefanz, der in dieselbe Kerbe schlägt wie diese Elternsache) ab, oder umgekehrt?
    So wie das Thema diskutiert wird, klingt es tatsächlich nach ersterem.
    Ein recht mächtiges Werkzeug kann hier das Spiralprinzip sein. Sprich beides abwechselnd. Wobei ich tatsächlich darauf achten würde, erst die grobe Storyidee herzustellen.

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