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Thema: [Natsuhi Kyrien] - Tag 6

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Vladimir tanzt mit der Anmut eines rollenden Bierfasses durch die kleine Bar, in welcher der Barkeeper sich just an einer Erdnuss verschluckt hatte und mit weithin sichtbaren roten und blauen Lichtern ins nächstgelegene Hospital gefahren werden musste. Noch deutlich marschierten die geröchelten Worte des Bartenders wie Rotarmisten durch seinen Kopf, die - obschon er kein Wort wirklich verstanden hatte - so geklungen haben wie: "Pass auf meinen Laden auf, Vladi, nimm dir soviel Wodka, wie du brauchst..."

    Und Vladi gedachte diesem Wunsch nachzukommen, denn immerhin war er es dem Genossen schuldig und hielt er in jeder Hand zwei Flaschen des klaren Kartoffelschnapses und ließ ihn sich über Gesicht und in den Mund rinnen, Sturzbäche, nicht umsonst klangen die Wörter Wolga und Wodka so ähnlich.
    Aus irgendeiner Ecke erklangen dabei die Klänge der sowjetischen Nationalhymne, jedoch gepaart mit einem Remix, der ein bisschen nach Kalinka klang und freudestrahlend grinste er sich selbst an, im Spiegel, direkt neben dem Dartboard, auf dem unvorstellbare Punktzahlen hinter dem Namen Vladimir verewigt waren - kurzum, er war im Paradies und fröhlich näherte er sich der drallen, großbrüstigen - plötzlich nackten - Frau, die sich auf dem Tresen räkelte und ihm allerlei verruchte Geheimnisse mit einer lüsternen, rauchigen Stimme zuwarf als...!

    Keuchend schlug Vladi die Augen auf und atmete tief ein, was dazu führte, dass sich ein Sibirienexpress seine Nase hochzog, der diesen Namen auch verdient hatte, denn es war eisig kalt! Erschrocken sause sein Kopf hoch, eiskaltes Pfützenwasser schoß aus seiner Nase wie aus einer russischen Orgelkanone und taumelnd stand er auf.
    Er sah eine Villa, Regenwasser, es war früher Morgen und SCHRECKLICHES war geschehen, dass wusste Vladimir sofort, als er den zerschlagenen Kasten Bier sah, der neben ihm auf der Erde lag und dessen Beulen in ungefähr die Form seines Kopfes innehatten.
    Mühsam schob der Russe die Erinnerungen und Gedankenfetzen in die richtige Reihenfolge...

    Er hatte zuerst mit Kirill Einen gehoben und dann eine Orgie mit Kirills Freundin gehabt?
    Nein, passte nicht, er würde keinen anderen Mann neben sich dulden.
    Was war dann passiert? Er hatte mit Leichen in einer Kapelle gebetet?
    Nein, irgendwie unpassend, er kannte keine Gebete, er konnte sich nur noch an sowas wie "Bier ist flüssig Brot" erinnern, stammte wahrscheinlich aus der Bibel.

    Mit angestrengt zusammengezogenen Stirnkrausen versuchte er sich zu erinnern...
    Und dann fiel es ihm ein, wie ein maroder Kernreaktor in sich zusammenfiel.
    Er wollte sich eben aus seinem geheimen Versteck ein Bier holen, er hatte den Kasten auf einem Fenstersims versteckt, sich dann ein Bad gegönnt... sich dann angezogen als er nach dem Kisten griff, gab es einen grellen Lichtblitz!
    Er war dann aus dem Fenster gefallen, im Schlamm gelandet und er hatte gespürt, wie irgendwas mit der Realität geschah.
    Er hatte sich dann aufgerappelt, irgendwas gebrüllt von: "Wo ist meine mongolische Salami hin?", Dann war der Kasten Bier vom Sims gestürzt und hatte ihn am Kopf getroffen wo er dann... nun ja... einige Zeit gelegen war.
    "Kein Wunder, dass er Hunger hatte.", dachte er bei sich und torkelte in Richtung des Hauses...

  2. #2

    Große Halle

    Kirill erkannte ein Gesicht über sich.
    Eine Stimme drang wie durch Watte zu ihr durch, aber Kirill registrierte nicht den Inhalt ihrer Worte, noch, von wem sie stammten.
    Sie gab einen wimmernden Laut von sich und setzte sich auf. Alles drehte sich. Alles roch und schmeckte nach Blut. Es fühlte sich unwirklich an, wie in einem Traum.
    Kirill vergrub das Gesicht in ihren Händen.
    Ihre Psyche versuchte verzweifelt, die Realtät von sich zu stoßen.
    Kirill murmelte wirres Zeug, unverständliche Satzschlaufen, um die Bilder in ihrem Kopf zu überspielen. Jedes dritte Wort ihres irren Mantras klang verdächtig nach "Rebecca". Und einmal glaubte Clementine den Namen "Melanie" herauszuhören.

  3. #3
    Kirills Schrei drang Peter durch Mark und Bein...Zwar konnte er für die Ärtztin nichts mehr tun...aber solange noch Leben in Kirill war konnte er wenigstens sie noch retten...
    Noch mehr Leichen werde ich nicht zulassen...
    Peter rannte in die richtung aus der der schrei kam...Erst jetzt bemerkte er die Blutspur die geradewegs zu Kirill führte...
    Hoffentlich bin ich nicht zu spät...
    Als er ankam war bereits jemand da...Peter sah Kirrill kniend...sie redete irgendein wirres Zeug...
    Kirill...? Ist alles in Ordnung mit ihnen ?

    Geändert von Stummboy (01.12.2009 um 15:22 Uhr)

  4. #4
    Daniel erwachte mit Kopfschmerzen in seinem Bett. "Au... mein Schädel dröhnt. So machte sich doch noch die Menge Alkohol von gestern bemerkbar. Er stieg schnell aus seinem Bett und kramte in seinem Gepäck herum und holte ein starkes Schmerzmittel hervor. Leider hatte er in seinem Zimmer nur noch einige übrig gebliebene Bierflaschen und in die Küche zu gehen kam mit seinen Schmerzen nicht in Frage. "Ach, was solls." Daniel griff nach der Bierflasche und nahm damit die Tablette ein. Er hoffte einfach das keine Nebenwirkungen auftraten.
    Merkwürdigerweise hatte er die Nacht keine ihm üblichen Alpträume. Stattdessen träumte er von der Serie "Ghostbusters". Vielleicht will ihm der Traum sagen das die Geister der Verstorbenen die Lebenden heimsuchen werden. "Ach Quatsch. Wenn das passieren sollte, da soll doch der Russe der schon seit dem ersten Tag hier liegt wieder aufstehen und nach Alkohol suchen." Dies wäre unmöglich. So ging Daniel, mit immer noch leichten Kopfschmerzen, ins Bad um zu duschen und über die gestrigen Erlebnisse nachzudenken.

  5. #5

    Die Wiederauferstehung

    Kapelle

    Ein Engel mit weissen Flügeln strich sanft durch sein Haar. 'Die allerschlechteste Dichtung des Universums ist die der Klingonen', hauchte es wie von weither. 'Während einer Lesung ihres Dichterfürsten, Furtos des Aufgeblasenen starben vier seiner Zuhörer an inneren Blutungen und der Direktor des mittelgalaktischen Kunstklauvereins überlebte nur dadurch, dass er eine seiner eigenen Hände abknabberte. Furtos soll von der Wirkung seines Gedichtes enttäuscht gewesen sein und setzte gerade zu einer Lesung seiner fünf Bände <Jodeln hält jung> an, als sein eigener Dickdarm in einem verzweifelten Versuch Kunst und Kultur zu retten durch sein Genick nach oben kroch und das Gehirn erwürgte.' Das Bauchhaut zog sich zusammen und schloss sich, zurück blieb eine lange Narbe. Ein Krampf ging durch den Brustkorb, Dolmial atmete wieder. Er öffnete die Augen und sah auf den Gekreuzigten. 'Ich bin tot", dachte er. Doch sofort fiel ihm der Widerspruch auf und er schloss die Augen wieder. 'Wer das war, kann sich auf etwas gefasst machen!' entschied er und zwinkerte ein paar mal. Doch niemand war bei ihm. Er seufzte. Dann schwang er vorsichtig die Füsse von der Bahre. Die Narbe schmerzte und er hatte Durst. Er wusste noch, dass ihm der liebe Leonard um die Ecke geholfen hatte, was durchaus verständlich war. Doch wer hatte ihn wieder hierher befohlen?
    Mit diesen Gedanken wankte er zur Tür. Dort drehte er sich um und betrachtete die leblosen Körper, die hier lagen.
    Fünf Minuten später betrat er die Küche, nahm Juliette ein Wodkaglas aus den Fingern und leerte es in einem Zug. "Guten Morgen, Juliette. Gut geschlafen?" sagte er und setzte das Glas ab. Dann ging er zu einem Stuhl und liess sich darauf fallen. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sein Kimono fort war und er nur mit einer Unterhose bekleidet war.

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